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„Definition“ – Versionsunterschied

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lat. <em class="Latn mention" lang="la">[[dēfīnītiō]]</em> „Bestimmung, Abgrenzung“, von lat. <em class="Latn mention" lang="la">[[dēfīniō]], [[dē-]]</em> „(von etw.) herab/weg" +<em class="Latn mention" lang="la"> [[fīniō]]</em> "beenden", "fertig machen, bestimmen, begrenzen“, <p>Genaue Bestimmung eines Begriffes durch Auseinanderlegung, Erklärung des Inhalts und dessen Bedeutung; als unfehlbar geltende Entscheidung des Papstes oder eines Konzils über ein Dogma;</p><p>''Definition ''ist je nach der Lehre, der hierbei gefolgt wird:</p>
lat. <em class="Latn mention" lang="la">[[dēfīnītiō]]</em> „Bestimmung, Abgrenzung“, von lat. <em class="Latn mention" lang="la">[[dēfīniō]], [[dē-]]</em> „(von etw.) herab/weg" +<em class="Latn mention" lang="la"> [[fīniō]]</em> "beenden", "fertig machen, bestimmen, begrenzen“,<p>Genaue Bestimmung eines Begriffes durch Auseinanderlegung, Erklärung des Inhalts und dessen Bedeutung; als unfehlbar geltende Entscheidung des Papstes oder eines Konzils über ein Dogma;</p>
<p>''Definition ''ist je nach der Lehre, der hierbei gefolgt wird:</p>
#die Bestimmung des Wesens einer zu erklärenden Sache,
#die Bestimmung des Wesens einer zu erklärenden Sache,
#die Bestimmung eines Begriffs ([[Begriffbestimmung]]),
#die Bestimmung eines Begriffs ([[Begriffbestimmung]]),
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#die Festsetzung oder Vereinbarung eines solchen in der Sprachwissenschaft<sup id="cite_ref-4" class="reference"></sup>
#die Festsetzung oder Vereinbarung eines solchen in der Sprachwissenschaft<sup id="cite_ref-4" class="reference"></sup>
#als Rechtsdefinition die Bestimmung eines Rechtsbegriffs in der Rechtswissenschaft.
#als Rechtsdefinition die Bestimmung eines Rechtsbegriffs in der Rechtswissenschaft.
Unter einer '''Definition''' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] definitio, „Abgrenzung“, aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] de-, „(von etwas) herab/weg“ und [https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] finis, „Grenze“) versteht man in [https://de.wikipedia.org/wiki/Logik Logik] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftstheorie Wissenschaftstheorie] die Bestimmung eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Begriff_(Philosophie) Begriffs] ('''Begriffsbestimmung''') oder die [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkl%C3%A4rung Erklärung] des [https://de.wikipedia.org/wiki/Wesen_(Philosophie) Wesens] einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Sache Sache]. Eine '''lexikalische Definition''' muss gemäß [https://de.wikipedia.org/wiki/George_A._Miller George A. Miller]<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-1 [1]]</sup> eine verbale Beschreibung sein, in der semantische Relationen angegeben sind. Mit der Normierung von Definitionen beschäftigt sich u.&nbsp;a. auch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Terminologielehre Terminologielehre].
== <span id="Etymologie">Etymologie</span> ==
<p>Die älteste nachgewiesene Verwendung des Wortes im Deutschen findet sich bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther Martin Luther].<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-2 [2]]</sup> In seiner „Disputation über den Menschen“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] [https://de.wikipedia.org/wiki/Disputatio_de_homine Disputatio de homine]) vom 14. Januar 1536 setzte er sich ausführlich mit der philosophischen Definition des Menschen als „vernunftbegabtes, mit Sinnen und Körperlichkeit ausgestattetes Lebewesen“ auseinander.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-3 [3]]</sup> [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottfried_Kiesewetter Johann Gottfried Kiesewetter] sprach 1802 davon, „den ausführlichen Begriff eines Dinges innerhalb seiner Grenzen ursprünglich darstellen“.<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-4 [4]]</sup> Erst durch Grenzen kann etwas genau bestimmt (definiert) und abgegrenzt werden, durch Grenzen entsteht die [https://de.wikipedia.org/wiki/Territorialisierung Territorialisierung] (wie im Plural [https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] fines für „Land“ erkennbar ist).<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-5 [5]]</sup></p>
== <span id="Allgemeines">Allgemeines</span> ==
<p>Für den Philosophen [https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_von_Sigwart Christoph von Sigwart] wird ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Wort Wort] durch Definition zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Begriff Begriff], so dass es sich bei der Definition um eine Worterklärung und nicht um eine Begriffserklärung handele.<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-6 [6]]</sup> Sein Kollege [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Rickert_(Philosoph) Heinrich Rickert] stellte 1888 heraus, dass mit der Definition einerseits der Prozess des Definierens gemeint sei und andererseits das Ergebnis, der Begriff.<sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-7 [7]]</sup></p><p>Die Definition eines Begriffs soll diesen von anderen Begriffen abgrenzen. [https://de.wikipedia.org/wiki/Begriffsinhalt Begriffsinhalt] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Begriffsumfang Begriffsumfang] müssen so exakt bestimmt werden, dass eine klare Abgrenzung ohne [https://de.wikipedia.org/wiki/Redundanz_(Kommunikationstheorie) Redundanzen] möglich ist. ''Begriffsinhalt'' ist die Gesamtheit aller [https://de.wikipedia.org/wiki/Merkmal Merkmale] eines Begriffs,<sup id="cite_ref-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-8 [8]]</sup>''Begriffsumfang'' ist die „Gesamtheit der einem Begriff auf derselben [https://de.wikipedia.org/wiki/Hierarchie Hierarchiestufe] untergeordneten Begriffe“.<sup id="cite_ref-9" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-9 [9]]</sup> Der Begriffsumfang des Begriffs [https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrzeug Fahrzeug] beispielsweise besteht aus den Unterbegriffen [https://de.wikipedia.org/wiki/Landfahrzeug Landfahrzeug], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfahrzeug Wasserfahrzeug], [https://de.wikipedia.org/wiki/Luftfahrzeug Luftfahrzeug] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Raumfahrzeug Raumfahrzeug]. Der Begriffsinhalt des Luftfahrzeuges umfasst dessen Merkmale, innerhalb der [https://de.wikipedia.org/wiki/Erdatmosph%C3%A4re Erdatmosphäre] zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Fliegen_(Fortbewegung) fliegen] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Flugzeug Flugzeuge], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hubschrauber Hubschrauber] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Luftschiff Luftschiffe]) oder zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrer fahren] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Ballonfahren Ballonfahren]). Hierdurch grenzt sich das Luftfahrzeug vom Raumfahrzeug ab, das im [https://de.wikipedia.org/wiki/Weltraum Weltraum] unterwegs ist. Je größer der Begriffsinhalt ist, desto kleiner wird&nbsp;– bei gleichem [https://de.wikipedia.org/wiki/Diskursuniversum Diskursuniversum]&nbsp;– der Begriffsumfang.</p><p>Mit einer Definition wird die Bedeutung eines Begriffswortes, also der durch das Begriffswort ausgedrückte Begriff, bestimmt.<sup id="cite_ref-10" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-10 [10]]</sup> Die Bestandteile und die logische Struktur sind stets gleich. Eine Definition ist gleichzeitig auch die Feststellung eines tatsächlich geübten [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachgebrauch Sprachgebrauchs] sowie die Festsetzung oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinbarung Vereinbarung] eines solchen in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachwissenschaft Sprachwissenschaft].<sup id="cite_ref-11" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-11 [11]]</sup></p>
== <span id="Definitionsregeln">Definitionsregeln</span> ==
<p>Der zu definierende Begriff einer Definition ist das ''Definiendum'', die Menge der definierenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Merkmal Merkmale] ist das ''Definiens''. Soll beispielsweise „[https://de.wikipedia.org/wiki/Junggeselle Junggeselle]“ definiert werden, so ist dieses Wort das Definiendum und „männlicher, lediger Erwachsener“ das Definiens. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Bedeutung des Definiens bekannt ist; das Definiendum wird als [https://de.wikipedia.org/wiki/Synonym synonym] festgelegt.<sup id="cite_ref-12" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-12 [12]]</sup> Wissenschaftliche Definitionen müssen zudem seit [https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] [https://de.wikipedia.org/wiki/Genus_proximum_et_differentia_specifica Genus proximum et differentia specifica]) einheitlich zunächst den nächsthöheren [https://de.wikipedia.org/wiki/Gattungsbegriff_(Philosophie) Gattungsbegriff] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] genus proximum) und dann den [https://de.wikipedia.org/wiki/Artunterschied Artunterschied] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] differentia specifica) enthalten<sup id="cite_ref-13" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-13 [13]]</sup>, um vollständig zu sein.<sup id="cite_ref-14" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-14 [14]]</sup> Diese klassische Definitionsregel ist trotz einiger Kritikpunkte als Grundmodell<sup id="cite_ref-15" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-15 [15]]</sup> weiterhin „für sehr viele Fälle&nbsp;[…] brauchbar“.<sup id="cite_ref-16" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-16 [16]]</sup> Beim Junggesellen ist der Gattungsbegriff „Erwachsener“, der Artunterschied „männlich und ledig“. Die ''abundante Definition'' gibt außer den wesentlichen auch unwesentliche Merkmale an, die ''zu weite Definition'' gibt zu viele, die ''zu enge Definition'' zu wenig wesentliche Merkmale an.<sup id="cite_ref-17" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-17 [17]]</sup></p><p>Unzulässig als Definitionsfehler sind [https://de.wikipedia.org/wiki/Zirkeldefinition Zirkeldefinitionen], wenn in der Definition eines Begriffs auf diesen zu definierenden Begriff selbst zurückgegriffen wird,<sup id="cite_ref-18" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-18 [18]]</sup> also das Definiendum als Bestandteil des Definiens auftaucht. [https://de.wikipedia.org/wiki/Empfindung Empfindungen] als „Elemente des bewussten [https://de.wikipedia.org/wiki/Erleben Erlebens]“ zu definieren, ist eine Zirkeldefinition, denn das „bewusste Erleben“ ist die „Gesamtheit aller Empfindungen“.<sup id="cite_ref-19" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-19 [19]]</sup></p><p>Welche Regeln des Definierens man einhält, ist grundsätzlich abhängig davon, welcher Definitionslehre zu folgen man sich entschieden hat. Auch die ''klassischen Definitionsregeln'' lassen sich auf Aristoteles zurückführen;<sup id="cite_ref-20" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-20 [20]]</sup> sie werden heute weiterhin verbreitet angewandt, gelten teilweise jedoch auch als veraltet und werden in der modernen Wissenschaft oft als nicht sehr hilfreich angesehen.</p>
#Ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Begriff_(Philosophie) Begriff] wird durch seine nächsthöhere [https://de.wikipedia.org/wiki/Gattung_(Biologie) Gattung] und den [https://de.wikipedia.org/wiki/Artunterschied Artunterschied] definiert ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Praecisio_definitionis&action=edit&redlink=1 Praecisio definitionis]).
#Der Artunterschied muss ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Merkmal Merkmal] oder eine Gruppe von Merkmalen sein, die nur dem vorliegenden Begriff zukommen und bei anderen Begriffen fehlen, die zur selben Gattung gehören.
#Eine Definition muss angemessen sein, d.&nbsp;h., weder zu weit noch zu eng gefasst sein.
#Eine Definition darf keinen [https://de.wikipedia.org/wiki/Zirkelschluss Zirkelschluss] enthalten.
#Eine Definition darf keine [https://de.wikipedia.org/wiki/Kontradiktion logischen Widersprüche] enthalten.
#Eine Definition darf nicht nur negativ bestimmt sein.
#Eine Definition darf keine [https://de.wikipedia.org/wiki/Mehrdeutigkeit Mehrdeutigkeiten] enthalten.
=== <span id="Nichtkreativität">Nichtkreativität</span> ===
<p>Von einigen Autoren wird die Nichtkreativität von Definitionen gefordert. Damit ist gemeint, dass unter Hinzunahme der Definition zu einer Theorie nichts erschlossen werden kann, was nicht bereits ohne jene Definition erschließbar wäre.<sup id="cite_ref-21" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-21 [21]]</sup></p>
=== <span id="Eliminierbarkeit">Eliminierbarkeit</span> ===
<p>Wenn eine Äquivalenzdefinition korrekt gebildet ist, kann in allen Sätzen das Definiendum durch das Definiens oder das Definiens durch das Definiendum ersetzt werden, ohne dass sich der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheitswert Wahrheitswert] der Aussage ändert. Diese Eigenschaft gilt aber nicht für alle Definitionsarten, z.&nbsp;B. nicht für partielle oder rekursive Definitionen.</p><p>Die Eliminierbarkeit gilt auch nicht, wenn man sich auf der Metaebene befindet. Zum Beispiel folgt aus der Definition „Ein Schimmel ist ein weißes Pferd“ und dem Satz „Der Ausdruck ‚Schimmel‘ hat acht Buchstaben“ nicht „‚Weißes Pferd‘ hat acht Buchstaben“.</p>
=== <span id="Zirkelfreiheit">Zirkelfreiheit</span> ===
<div class="sieheauch" role="navigation"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Idem_per_idem idem per idem]</div><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Christian_Friedrich_Krause Karl Christian Friedrich Krause] formuliert als erstes „Grundgesetz der Definition“:</p><div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote><p>„Die ''erste Forderung'' ist: ''das Zu-Definirende darf nicht wieder in der Definition vorkommen (terminus definitus non debet ingredi definitionem)'', denn wäre Diess, so erführe man ja nicht, Was das Zu-Definirende ist, es würde Dasselbe durch Dasselbe erklärt, ''idem per idem'', wie man sagt.“<sup id="cite_ref-autogenerated1a_22-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-autogenerated1a-22 [22]]</sup></p></blockquote></div></div><p>Und Krause liefert auch gleich zwei Beispiele:</p><div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote><p>„Z.&nbsp;B. es soll definirt werden der Begriff: ''Grund'', da sagt man gewöhnlich: der Grund von Etwas ist Dasjenige, wodurch dieses Etwas ist. Damit erfährt man aber gar nichts, denn es ist ''idem per idem'' definirt; man hat nur ein andres Wort eingeschoben anstatt ''Grund'', d.&nbsp;i. das Wort: ''durch'', welches synonym ist mit ''Grund''; oder wenn man den Raum definiren soll, und man sagt: der Raum ist die Form, wonach das Körperliche neben- und miteinander ist, hier ist ''idem per idem'' erklärt; weil man dann das Wort: ''neben'', schon räumlich versteht.“<sup id="cite_ref-autogenerated1a_22-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-autogenerated1a-22 [22]]</sup></p></blockquote></div></div><p>Bei einer mittelbaren – und zulässigen – Zirkeldefinition werden im Definiens Begriffe verwendet, bei deren Definition wiederum mittelbar oder unmittelbar auf das ursprünglich zu definierende Wort zurückgegriffen wird. So wird in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Medizin Medizin] „[https://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheit Gesundheit]“ definiert als „Abwesenheit von [https://de.wikipedia.org/wiki/Krankheit Krankheit]“, die „Krankheit“ entsprechend eine „Beeinträchtigung der Gesundheit.“ Es ist weit verbreitet, das Definiendum durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Negation Negation] seines [https://de.wikipedia.org/wiki/Gegensatz#Philosophie Gegensatzes] zu definieren, in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Physik Physik] beispielsweise „[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%A4lte_(Technik)#Begriff Kälte] als Entzug von [https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4rme Wärme]“ zu erklären oder in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Volkswirtschaftslehre Volkswirtschaftslehre] das „[https://de.wikipedia.org/wiki/Sparen Sparen]“ als „Verzicht auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Konsum Konsum]“. Dies gelingt nicht immer, denn der „[https://de.wikipedia.org/wiki/Tag Tag]“ kann nicht durch die „Abwesenheit von der [https://de.wikipedia.org/wiki/Nacht Nacht]“ definiert werden, weil zu einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Kalendertag Kalendertag] sowohl der Tag als auch die Nacht gehören (''disjunktive Definition''). Vielmehr ist der Tag „der Zeitraum zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenaufgang Sonnenaufgang] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenuntergang Sonnenuntergang]“ (''operationale Definition'').</p>
=== <span id="Angemessenheit">Angemessenheit</span> ===
<p>Als drittes ''Grundgesetz der Definition'' bezeichnet Krause die Regel, dass eine Definition weder zu eng noch zu weit sein darf:</p><div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote><p>„Eine ''dritte Forderung'' ist: ''eine Definition muss ihrem Definite angemessen seyn, sie darf nicht enger, sie darf nicht weiter seyn''.“<sup id="cite_ref-autogenerated1b_23-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-autogenerated1b-23 [23]]</sup></p></blockquote></div></div><p>Eine zu weite Definition wäre „Ein Vogel ist ein eierlegendes Tier“, da auch Krokodile Eier legen.</p>
=== <span id="Kürze">Kürze</span> ===
<p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles]<sup id="cite_ref-24" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-24 [24]]</sup> und [https://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Tullius_Cicero Cicero]<sup id="cite_ref-25" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-25 [25]]</sup> haben gefordert, dass eine Definition kurz sein soll. Dem steht entgegen, dass Definitionen mitunter sehr lang sind. Häufig deuten aber lange Definitionen darauf hin, dass sie Bestandteile enthalten, die nicht die Verwendung eines Ausdrucks erläutern, sondern zur Untersuchung des mit dem Ausdruck Bezeichneten gehören.</p>
=== <span id="Redundanzfreiheit">Redundanzfreiheit</span> ===
<p>Eng verwandt mit der Forderung nach Kürze ist die Forderung nach Redundanzfreiheit. Nach dieser Forderung darf eine Definition keine Bestandteile enthalten, die aus dem Rest der Definition logisch folgen.</p><p>Beispiel: „Ein Parallelogramm ist ein Viereck, bei dem die Gegenseiten jeweils parallel und gleich lang sind sowie die Diagonalen sich gegenseitig halbieren“ ist redundant, da dieser Satz bereits aus dem Satz „Ein Parallelogramm ist ein Viereck, bei dem die Gegenseiten jeweils parallel sind“ folgt.<sup id="cite_ref-26" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#cite_note-26 [26]]</sup></p><p>Ist eine Definition nicht redundanzfrei, spricht man von einer ''Definition mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Pleonasmus Pleonasmus]'' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Definitio_abundans definitio abundans]).</p>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Arten 4Arten]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Klassifikation_von_Definitionen 5Klassifikation von Definitionen]
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Konnotative_und_denotative_Definitionen 5.1Konnotative und denotative Definitionen]
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Intension_und_Extension 5.1.1Intension und Extension]
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Konnotative_Definitionen 5.1.2Konnotative Definitionen]
****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#%C3%84quivalenzdefinition 5.1.2.1Äquivalenzdefinition]
*****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Definition_%C3%BCber_die_Gattung_und_den_Artunterschied 5.1.2.1.1Definition über die Gattung und den Artunterschied]
*****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Synonymdefinition 5.1.2.1.2Synonymdefinition]
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Denotative_Definition 5.1.3Denotative Definition]
****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Deiktische_Definition 5.1.3.1Deiktische Definition]
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Deskriptive,_festsetzende_und_stipulative_Definition 5.2Deskriptive, festsetzende und stipulative Definition]
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Deskriptive_Definition 5.2.1Deskriptive Definition]
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Festsetzende_Definition 5.2.2Festsetzende Definition]
****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Christoph_Sigwart 5.2.2.1Christoph Sigwart]
****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Gottlob_Frege 5.2.2.2Gottlob Frege]
****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Karl_R._Popper 5.2.2.3Karl R. Popper]
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Stipulative_Definition_und_ihre_Explikation 5.2.3Stipulative Definition und ihre Explikation]
****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#C._G._Hempel 5.2.3.1C. G. Hempel]
****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Explikationsverfahren 5.2.3.2Explikationsverfahren]
*****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Etymologische_Methode 5.2.3.2.1Etymologische Methode]
*****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Induktive_Methode 5.2.3.2.2Induktive Methode]
*****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Lexikonmethoden 5.2.3.2.3Lexikonmethoden]
*****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#%C3%9Cbergang_zu_anderen_Wortarten 5.2.3.2.4Übergang zu anderen Wortarten]
****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Aristoteles 5.2.3.3Aristoteles]
****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#G._W._F._Hegel 5.2.3.4G. W. F. Hegel]
****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Heinrich_Rickert_und_Emil_Lask 5.2.3.5Heinrich Rickert und Emil Lask]
****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Ernst_Cassirer 5.2.3.6Ernst Cassirer]
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Definitionen_nach_Explizitheit 5.3Definitionen nach Explizitheit]
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Kontextdefinition_(implizite_Definition) 5.3.1Kontextdefinition (implizite Definition)]
****[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Spinoza 5.3.1.1Spinoza]
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Partielle_Definitionen 5.3.2Partielle Definitionen]
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Operationale_Definition 5.3.3Operationale Definition]
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Rekursive_Definition 5.3.4Rekursive Definition]
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Persuasive_Definitionen 5.4Persuasive Definitionen]
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Typenbegriffe 5.5Typenbegriffe]
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Max_Weber 5.5.1Max Weber]
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#C._G._Hempel_2 5.5.2C. G. Hempel]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Wissenschaftstheoretische_Probleme_von_Definitionen 6Wissenschaftstheoretische Probleme von Definitionen]
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Wissenschaftssystematische_Einordnung 6.1Wissenschaftssystematische Einordnung]
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Funktionen_von_Definitionen 6.2Funktionen von Definitionen]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Arbeitsdefinition 7Arbeitsdefinition]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Bedeutung 8Bedeutung]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Siehe_auch 9Siehe auch]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Literatur 10Literatur]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Weblinks 11Weblinks]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Definition#Einzelnachweise 12Einzelnachweise]

Version vom 1. April 2024, 19:34 Uhr

dēfīnītiō-n Vorlage:lat. wrtl. 'Abendung' sgm. 'Abgrenzung' gm. „Bestimmung“, "Erklärung" (Wolff)


lat. dēfīnītiō „Bestimmung, Abgrenzung“, von lat. dēfīniō, dē- „(von etw.) herab/weg" + fīniō "beenden", "fertig machen, bestimmen, begrenzen“,

Genaue Bestimmung eines Begriffes durch Auseinanderlegung, Erklärung des Inhalts und dessen Bedeutung; als unfehlbar geltende Entscheidung des Papstes oder eines Konzils über ein Dogma;

Definition ist je nach der Lehre, der hierbei gefolgt wird:

  1. die Bestimmung des Wesens einer zu erklärenden Sache,
  2. die Bestimmung eines Begriffs (Begriffbestimmung),
  3. die Feststellung eines tatsächlich geübten Sprachgebrauchs,
  4. die Festsetzung oder Vereinbarung eines solchen in der Sprachwissenschaft
  5. als Rechtsdefinition die Bestimmung eines Rechtsbegriffs in der Rechtswissenschaft.

Unter einer Definition (lateinisch definitio, „Abgrenzung“, aus lateinisch de-, „(von etwas) herab/weg“ und lateinisch finis, „Grenze“) versteht man in Logik und Wissenschaftstheorie die Bestimmung eines Begriffs (Begriffsbestimmung) oder die Erklärung des Wesens einer Sache. Eine lexikalische Definition muss gemäß George A. Miller[1] eine verbale Beschreibung sein, in der semantische Relationen angegeben sind. Mit der Normierung von Definitionen beschäftigt sich u. a. auch die Terminologielehre.

Etymologie

Die älteste nachgewiesene Verwendung des Wortes im Deutschen findet sich bei Martin Luther.[2] In seiner „Disputation über den Menschen“ (lateinisch Disputatio de homine) vom 14. Januar 1536 setzte er sich ausführlich mit der philosophischen Definition des Menschen als „vernunftbegabtes, mit Sinnen und Körperlichkeit ausgestattetes Lebewesen“ auseinander.[3] Johann Gottfried Kiesewetter sprach 1802 davon, „den ausführlichen Begriff eines Dinges innerhalb seiner Grenzen ursprünglich darstellen“.[4] Erst durch Grenzen kann etwas genau bestimmt (definiert) und abgegrenzt werden, durch Grenzen entsteht die Territorialisierung (wie im Plural lateinisch fines für „Land“ erkennbar ist).[5]

Allgemeines

Für den Philosophen Christoph von Sigwart wird ein Wort durch Definition zum Begriff, so dass es sich bei der Definition um eine Worterklärung und nicht um eine Begriffserklärung handele.[6] Sein Kollege Heinrich Rickert stellte 1888 heraus, dass mit der Definition einerseits der Prozess des Definierens gemeint sei und andererseits das Ergebnis, der Begriff.[7]

Die Definition eines Begriffs soll diesen von anderen Begriffen abgrenzen. Begriffsinhalt und Begriffsumfang müssen so exakt bestimmt werden, dass eine klare Abgrenzung ohne Redundanzen möglich ist. Begriffsinhalt ist die Gesamtheit aller Merkmale eines Begriffs,[8]Begriffsumfang ist die „Gesamtheit der einem Begriff auf derselben Hierarchiestufe untergeordneten Begriffe“.[9] Der Begriffsumfang des Begriffs Fahrzeug beispielsweise besteht aus den Unterbegriffen Landfahrzeug, Wasserfahrzeug, Luftfahrzeug und Raumfahrzeug. Der Begriffsinhalt des Luftfahrzeuges umfasst dessen Merkmale, innerhalb der Erdatmosphäre zu fliegen (Flugzeuge, Hubschrauber oder Luftschiffe) oder zu fahren (Ballonfahren). Hierdurch grenzt sich das Luftfahrzeug vom Raumfahrzeug ab, das im Weltraum unterwegs ist. Je größer der Begriffsinhalt ist, desto kleiner wird – bei gleichem Diskursuniversum – der Begriffsumfang.

Mit einer Definition wird die Bedeutung eines Begriffswortes, also der durch das Begriffswort ausgedrückte Begriff, bestimmt.[10] Die Bestandteile und die logische Struktur sind stets gleich. Eine Definition ist gleichzeitig auch die Feststellung eines tatsächlich geübten Sprachgebrauchs sowie die Festsetzung oder Vereinbarung eines solchen in der Sprachwissenschaft.[11]

Definitionsregeln

Der zu definierende Begriff einer Definition ist das Definiendum, die Menge der definierenden Merkmale ist das Definiens. Soll beispielsweise „Junggeselle“ definiert werden, so ist dieses Wort das Definiendum und „männlicher, lediger Erwachsener“ das Definiens. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Bedeutung des Definiens bekannt ist; das Definiendum wird als synonym festgelegt.[12] Wissenschaftliche Definitionen müssen zudem seit Aristoteles (lateinisch Genus proximum et differentia specifica) einheitlich zunächst den nächsthöheren Gattungsbegriff (lateinisch genus proximum) und dann den Artunterschied (lateinisch differentia specifica) enthalten[13], um vollständig zu sein.[14] Diese klassische Definitionsregel ist trotz einiger Kritikpunkte als Grundmodell[15] weiterhin „für sehr viele Fälle […] brauchbar“.[16] Beim Junggesellen ist der Gattungsbegriff „Erwachsener“, der Artunterschied „männlich und ledig“. Die abundante Definition gibt außer den wesentlichen auch unwesentliche Merkmale an, die zu weite Definition gibt zu viele, die zu enge Definition zu wenig wesentliche Merkmale an.[17]

Unzulässig als Definitionsfehler sind Zirkeldefinitionen, wenn in der Definition eines Begriffs auf diesen zu definierenden Begriff selbst zurückgegriffen wird,[18] also das Definiendum als Bestandteil des Definiens auftaucht. Empfindungen als „Elemente des bewussten Erlebens“ zu definieren, ist eine Zirkeldefinition, denn das „bewusste Erleben“ ist die „Gesamtheit aller Empfindungen“.[19]

Welche Regeln des Definierens man einhält, ist grundsätzlich abhängig davon, welcher Definitionslehre zu folgen man sich entschieden hat. Auch die klassischen Definitionsregeln lassen sich auf Aristoteles zurückführen;[20] sie werden heute weiterhin verbreitet angewandt, gelten teilweise jedoch auch als veraltet und werden in der modernen Wissenschaft oft als nicht sehr hilfreich angesehen.

  1. Ein Begriff wird durch seine nächsthöhere Gattung und den Artunterschied definiert (lateinisch Praecisio definitionis).
  2. Der Artunterschied muss ein Merkmal oder eine Gruppe von Merkmalen sein, die nur dem vorliegenden Begriff zukommen und bei anderen Begriffen fehlen, die zur selben Gattung gehören.
  3. Eine Definition muss angemessen sein, d. h., weder zu weit noch zu eng gefasst sein.
  4. Eine Definition darf keinen Zirkelschluss enthalten.
  5. Eine Definition darf keine logischen Widersprüche enthalten.
  6. Eine Definition darf nicht nur negativ bestimmt sein.
  7. Eine Definition darf keine Mehrdeutigkeiten enthalten.

Nichtkreativität

Von einigen Autoren wird die Nichtkreativität von Definitionen gefordert. Damit ist gemeint, dass unter Hinzunahme der Definition zu einer Theorie nichts erschlossen werden kann, was nicht bereits ohne jene Definition erschließbar wäre.[21]

Eliminierbarkeit

Wenn eine Äquivalenzdefinition korrekt gebildet ist, kann in allen Sätzen das Definiendum durch das Definiens oder das Definiens durch das Definiendum ersetzt werden, ohne dass sich der Wahrheitswert der Aussage ändert. Diese Eigenschaft gilt aber nicht für alle Definitionsarten, z. B. nicht für partielle oder rekursive Definitionen.

Die Eliminierbarkeit gilt auch nicht, wenn man sich auf der Metaebene befindet. Zum Beispiel folgt aus der Definition „Ein Schimmel ist ein weißes Pferd“ und dem Satz „Der Ausdruck ‚Schimmel‘ hat acht Buchstaben“ nicht „‚Weißes Pferd‘ hat acht Buchstaben“.

Zirkelfreiheit

Karl Christian Friedrich Krause formuliert als erstes „Grundgesetz der Definition“:

„Die erste Forderung ist: das Zu-Definirende darf nicht wieder in der Definition vorkommen (terminus definitus non debet ingredi definitionem), denn wäre Diess, so erführe man ja nicht, Was das Zu-Definirende ist, es würde Dasselbe durch Dasselbe erklärt, idem per idem, wie man sagt.“[22]

Und Krause liefert auch gleich zwei Beispiele:

„Z. B. es soll definirt werden der Begriff: Grund, da sagt man gewöhnlich: der Grund von Etwas ist Dasjenige, wodurch dieses Etwas ist. Damit erfährt man aber gar nichts, denn es ist idem per idem definirt; man hat nur ein andres Wort eingeschoben anstatt Grund, d. i. das Wort: durch, welches synonym ist mit Grund; oder wenn man den Raum definiren soll, und man sagt: der Raum ist die Form, wonach das Körperliche neben- und miteinander ist, hier ist idem per idem erklärt; weil man dann das Wort: neben, schon räumlich versteht.“[22]

Bei einer mittelbaren – und zulässigen – Zirkeldefinition werden im Definiens Begriffe verwendet, bei deren Definition wiederum mittelbar oder unmittelbar auf das ursprünglich zu definierende Wort zurückgegriffen wird. So wird in der Medizin „Gesundheit“ definiert als „Abwesenheit von Krankheit“, die „Krankheit“ entsprechend eine „Beeinträchtigung der Gesundheit.“ Es ist weit verbreitet, das Definiendum durch die Negation seines Gegensatzes zu definieren, in der Physik beispielsweise „Kälte als Entzug von Wärme“ zu erklären oder in der Volkswirtschaftslehre das „Sparen“ als „Verzicht auf Konsum“. Dies gelingt nicht immer, denn der „Tag“ kann nicht durch die „Abwesenheit von der Nacht“ definiert werden, weil zu einem Kalendertag sowohl der Tag als auch die Nacht gehören (disjunktive Definition). Vielmehr ist der Tag „der Zeitraum zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang“ (operationale Definition).

Angemessenheit

Als drittes Grundgesetz der Definition bezeichnet Krause die Regel, dass eine Definition weder zu eng noch zu weit sein darf:

„Eine dritte Forderung ist: eine Definition muss ihrem Definite angemessen seyn, sie darf nicht enger, sie darf nicht weiter seyn.“[23]

Eine zu weite Definition wäre „Ein Vogel ist ein eierlegendes Tier“, da auch Krokodile Eier legen.

Kürze

Aristoteles[24] und Cicero[25] haben gefordert, dass eine Definition kurz sein soll. Dem steht entgegen, dass Definitionen mitunter sehr lang sind. Häufig deuten aber lange Definitionen darauf hin, dass sie Bestandteile enthalten, die nicht die Verwendung eines Ausdrucks erläutern, sondern zur Untersuchung des mit dem Ausdruck Bezeichneten gehören.

Redundanzfreiheit

Eng verwandt mit der Forderung nach Kürze ist die Forderung nach Redundanzfreiheit. Nach dieser Forderung darf eine Definition keine Bestandteile enthalten, die aus dem Rest der Definition logisch folgen.

Beispiel: „Ein Parallelogramm ist ein Viereck, bei dem die Gegenseiten jeweils parallel und gleich lang sind sowie die Diagonalen sich gegenseitig halbieren“ ist redundant, da dieser Satz bereits aus dem Satz „Ein Parallelogramm ist ein Viereck, bei dem die Gegenseiten jeweils parallel sind“ folgt.[26]

Ist eine Definition nicht redundanzfrei, spricht man von einer Definition mit Pleonasmus (definitio abundans).