„Regel“ – Versionsunterschied
| [ungesichtete Version] | [ungesichtete Version] |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
[[reg]][[-el]] {{dt.}} ‘[[Richtschnur]], [[Richtlinie]], [[Vorschrift]], [[Norm]], gewohnte [[Ordnung]]’; <p>[[Anm. KF]] Ordnung, nach der man sich selbst ausrichtet </p> | |||
** auch (wegen der regelmäßigen Wiederkehr) ‘Menstruation’; | ** auch (wegen der regelmäßigen Wiederkehr) ‘Menstruation’; | ||
* Im Germanisch gibt es eine Wortfamilie zu [[reg-|''reg''-]], [[rech-|''rech''-]] die auf "erkennen, berechnen" aufgehen | * Im Germanisch gibt es eine Wortfamilie zu [[reg-|''reg''-]], [[rech-|''rech''-]] die auf "erkennen, berechnen" aufgehen | ||
** und zum Beispiel ''rehhanunga'' "Ordnung, Anordnung" | ** und zum Beispiel ''rehhanunga'' "Ordnung, Anordnung" | ||
** und daher ist als Ww. eher ''[[reg]]'' anzunehmen als uig.''*[[oreǵ-]]'', ''*[[oréǵeti]]'' (s. [[wikt:Reconstruction:Proto-Indo-European/h₃reǵ-|*oreǵ-]], [[wikt:Reconstruction:Proto-Indo-European/h₃réǵeti|*oréǵeti]]) “zu begradigen; richten, Recht” | ** und daher ist als Ww. eher ''[[reg]]'' anzunehmen als uig.''*[[oreǵ-]]'', ''*[[oréǵeti]]'' (s. [[wikt:Reconstruction:Proto-Indo-European/h₃reǵ-|*oreǵ-]], [[wikt:Reconstruction:Proto-Indo-European/h₃réǵeti|*oréǵeti]]) “zu begradigen; richten, Recht” | ||
*** ger. ''rega'' | *** ger. ''rega'' | ||
*** lat.-ahd, nhd. Linie, Reihe, Furche, Dienst; | *** lat.-ahd, nhd. Linie, Reihe, Furche, Dienst; | ||
*** verwandt mit sanskri. [[राजति]] ''rā́jati'' (Ww. [[राज्]], Klasse 1, Typ P) '[[lenken]], [[herrschen]], [[regieren]]' | *** verwandt mit sanskri. [[राजति]] ''rā́jati'' (Ww. [[राज्]], Klasse 1, Typ P) '[[lenken]], [[herrschen]], [[regieren]]' | ||
<p>Im Zusammenhang der Christianisierung entsteht </p> | <p>Im Zusammenhang der Christianisierung entsteht </p> | ||
* ahd. regula ‘Ordensregel, Regel, Richtschnur’ (9. Jh.), | * ahd. [[regula]] ‘Ordensregel, Regel, Richtschnur’ (9. Jh.), | ||
* mhd. ''regele'','' regel'' ‘Ordensregel, Regel, Vorschrift, Norm, Maß’, | * mhd. ''regele'','' regel'' ‘Ordensregel, Regel, Vorschrift, Norm, Maß’, | ||
** somit zunächst als Ausdruck des Klosterlebens, | ** somit zunächst als Ausdruck des Klosterlebens, | ||
Version vom 18. Mai 2024, 16:07 Uhr
reg-el Vorlage:dt. ‘Richtschnur, Richtlinie, Vorschrift, Norm, gewohnte Ordnung’;
Anm. KF Ordnung, nach der man sich selbst ausrichtet
- auch (wegen der regelmäßigen Wiederkehr) ‘Menstruation’;
- Im Germanisch gibt es eine Wortfamilie zu reg-, rech- die auf "erkennen, berechnen" aufgehen
Im Zusammenhang der Christianisierung entsteht
- ahd. regula ‘Ordensregel, Regel, Richtschnur’ (9. Jh.),
- mhd. regele, regel ‘Ordensregel, Regel, Vorschrift, Norm, Maß’,
- somit zunächst als Ausdruck des Klosterlebens,
- wie mnd. regule, reggele, regele f. ‘Ordensregel, Regel, Lehre, Richtschnur’,
- mnl. reghele, regle f. ‘Ordensregel, Regel,Richtschnur, Reihe, gerade Linie, Lineal’,
- nl. regel m. ‘Linie, Zeile, Norm, gewohnte Ordnung, Richtschnur, Ordensregel, Menstruation’,
- aengl. regol m. ‘Regel, Kanon, Gesetz, Muster, Lineal’,
- anord. regula (durch mnd. Vermittlung auch regla) f. ‘Ordensregel’
- aus mlat. rēgula f. wird erneut die Wortbedeutung ‘Ordensregel, Vorschrift, Richtschnur, Richtscheit, Meßlatte, Lineal’
- (vgl. die bis ins 18. Jh. gebräuchliche bildungssprachliche Variante nhd. Regul, gestützt durch regulieren)
- übernommen.
- somit zunächst als Ausdruck des Klosterlebens,
Das mlat. Hptw.,
- dessen Stammwort nach Ausweis der ger. Entlehnungen kurz zu sein scheint
- (falls der bei Länge meist auftretende Wandel zu ī im Germ.
- hier nicht wegen des weiterhin deutlich empfundenen Zusammenhangs mit der lat. Form unterblieb),
- (falls der bei Länge meist auftretende Wandel zu ī im Germ.
- setzt lat rēgula “regeln, regieren, herrschen” + -ula "tun, -tum"
Anm. KF Die Begriffe, Regel, Regal, Reihe, Regent, Recht oder ähnlich sind untereinander eine Wortfamilie und haben alle ihren gemeinsamen Nenner in Ausrichtung und Gerade (Linie); Regeln sind wie ein Geländer, je mehr man belastet ist oder schierig wird, je unsicherer man ist, umso mehr hilft einem das Geländer dabei dort anzukommen, wohin man soll, muss, kann und je weniger Belastung und je stabiler man ist, umso weniger benötigt man ein Geländer. Eine Regel beruht entweder auf Gültigkeit, Geltung, Gewohnheit undoder auf Daseinsbedingniß und nur letzteres ist unabdingbar.