„Etymologiae“ – Versionsunterschied
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Die '''[https://de.wikipedia.org/wiki/Etymologiae#Rezeption Etymologiae] (sive origines)''' sind eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Enzyklop%C3%A4die Enzyklopädie] von [[Isidor von Sevilla]] (ca. [https://de.wikipedia.org/wiki/560 560] bis [https://de.wikipedia.org/wiki/636 636]). | |||
''Isidor von Sevilla'' (auch bekannt als ''Isidorus Hispalensis''), der „Lehrmeister Spaniens“, veröffentlichte um 623 (630 (?)) die ''Etymologiae'' (auch bekannt als ''Origines''; voller Titel: ''Originum seu etymologiarum libri XX''; auch: ''Etymologiarum sive originum libri XX''(?); dt.: ''Zwanzig Bücher der Etymologien oder Ursprünge''). Isidor versuchte in dieser Enzyklopädie, das gesamte weltliche und geistliche Wissen seiner Zeit zu vereinen. | |||
[[Datei:220px-T_and_O_map_Guntherus_Ziner_1472.jpg|verweis=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:T_and_O_map_Guntherus_Ziner_1472.jpg|mini|220x220px|Karte der westlichen Halbkugel, Druck von Günther Zainer, 1472]] | |||
Die ''Etymologiae'' orientieren sich an den [https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste sieben freien Künsten], ergänzen diese jedoch um einen Abriss der damals bekannten Weltgeschichte. Das ''Grundbuch des ganzen Mittelalters'' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Robert_Curtius Ernst Robert Curtius]) wurde aus unterschiedlichsten Vorlagen zusammengestellt. | |||
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[[Datei:Isidore of Seville, Etymologiae, Vercelli.jpg|links|mini|322x322px|Die ''Etymologiae'' in der Handschrift Vercelli, Biblioteca capitolare, CCII, fol. 66r (9. Jahrhundert)]] | |||
<p>Das Werk wurde im [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter Mittelalter] in Bibliotheken von Klöstern verfügbar gemacht und über Jahrhunderte von Studenten als Standard-Nachschlagewerk genutzt. [https://de.wikipedia.org/wiki/Beda_Venerabilis Beda Venerabilis] verwendete die ''Etymologiae'' im frühen 8. Jahrhundert ausgiebig für seine naturwissenschaftliche Schrift ''[https://de.wikipedia.org/wiki/De_natura_rerum_(Beda_Venerabilis) De natura rerum]'', ebenso [https://de.wikipedia.org/wiki/Hrabanus_Maurus Hrabanus Maurus] Mitte des 9. Jahrhunderts für seine Enzyklopädie ''[https://de.wikipedia.org/wiki/De_universo De universo]''. Auch für das im 11. Jahrhundert entstandene, anonym verfasste ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Summarium_Heinrici Summarium Heinrici]'' waren die ''Etymologiae'' eine wichtige Quelle. Das ''Summarium'' wiederum wurde im 12. Jahrhundert unter anderem von [https://de.wikipedia.org/wiki/Hildegard_von_Bingen Hildegard von Bingen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Herrad_von_Landsberg Herrad von Landsberg] verwendet.</p><p>Gedruckt wurden die ''Etymologiae'' erstmals 1472 in Augsburg von [https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnther_Zainer Günther Zainer].</p> | <p>Das Werk wurde im [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter Mittelalter] in Bibliotheken von Klöstern verfügbar gemacht und über Jahrhunderte von Studenten als Standard-Nachschlagewerk genutzt. [https://de.wikipedia.org/wiki/Beda_Venerabilis Beda Venerabilis] verwendete die ''Etymologiae'' im frühen 8. Jahrhundert ausgiebig für seine naturwissenschaftliche Schrift ''[https://de.wikipedia.org/wiki/De_natura_rerum_(Beda_Venerabilis) De natura rerum]'', ebenso [https://de.wikipedia.org/wiki/Hrabanus_Maurus Hrabanus Maurus] Mitte des 9. Jahrhunderts für seine Enzyklopädie ''[https://de.wikipedia.org/wiki/De_universo De universo]''. Auch für das im 11. Jahrhundert entstandene, anonym verfasste ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Summarium_Heinrici Summarium Heinrici]'' waren die ''Etymologiae'' eine wichtige Quelle. Das ''Summarium'' wiederum wurde im 12. Jahrhundert unter anderem von [https://de.wikipedia.org/wiki/Hildegard_von_Bingen Hildegard von Bingen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Herrad_von_Landsberg Herrad von Landsberg] verwendet.</p><p>Gedruckt wurden die ''Etymologiae'' erstmals 1472 in Augsburg von [https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnther_Zainer Günther Zainer].</p> | ||
[[Kategorie:Werk Isidor von Sevilla]] | |||
Version vom 24. März 2024, 13:51 Uhr
etymologiae lat.-grie. 'Etymologie'; wrtl. 'Wahrlegung'

Die Etymologiae (sive origines) sind eine Enzyklopädie von Isidor von Sevilla (ca. 560 bis 636).
Isidor von Sevilla (auch bekannt als Isidorus Hispalensis), der „Lehrmeister Spaniens“, veröffentlichte um 623 (630 (?)) die Etymologiae (auch bekannt als Origines; voller Titel: Originum seu etymologiarum libri XX; auch: Etymologiarum sive originum libri XX(?); dt.: Zwanzig Bücher der Etymologien oder Ursprünge). Isidor versuchte in dieser Enzyklopädie, das gesamte weltliche und geistliche Wissen seiner Zeit zu vereinen.

Die Etymologiae orientieren sich an den sieben freien Künsten, ergänzen diese jedoch um einen Abriss der damals bekannten Weltgeschichte. Das Grundbuch des ganzen Mittelalters (Ernst Robert Curtius) wurde aus unterschiedlichsten Vorlagen zusammengestellt.
Rezeption

Das Werk wurde im Mittelalter in Bibliotheken von Klöstern verfügbar gemacht und über Jahrhunderte von Studenten als Standard-Nachschlagewerk genutzt. Beda Venerabilis verwendete die Etymologiae im frühen 8. Jahrhundert ausgiebig für seine naturwissenschaftliche Schrift De natura rerum, ebenso Hrabanus Maurus Mitte des 9. Jahrhunderts für seine Enzyklopädie De universo. Auch für das im 11. Jahrhundert entstandene, anonym verfasste Summarium Heinrici waren die Etymologiae eine wichtige Quelle. Das Summarium wiederum wurde im 12. Jahrhundert unter anderem von Hildegard von Bingen und Herrad von Landsberg verwendet.
Gedruckt wurden die Etymologiae erstmals 1472 in Augsburg von Günther Zainer.