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| <p>Das Adjektiv '''''normativ''''' ist mehrdeutig. Es wird nur für einen Teilbereich der Bedeutungen des Begriffs ''Norm'' (von [https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] ''norma'', ursprünglich ‚Winkelmaß‘, dann aber auch ''Richtschnur, Maßstab, Regel, Vorschrift'') verwendet:</p>
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| | Das Adjektiv '''''normativ''''' ist mehrdeutig. Es wird nur für einen Teilbereich der Bedeutungen des Begriffs ''Norm'' (von [https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] ''[[norma]]'', ursprünglich ‚[[Winkelmaß]]‘, dann aber auch ''Richtschnur, Maßstab, Regel, Vorschrift'') verwendet: |
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Norm Soziale Norm], konkrete Handlungsanweisungen für das [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialverhalten Sozialverhalten] | | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Norm Soziale Norm], konkrete Handlungsanweisungen für das [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialverhalten Sozialverhalten] |
| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Normethik Normethik], eine bestimmte Art ethischer Theorien | | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Normethik Normethik], eine bestimmte Art ethischer Theorien |
| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsnorm Rechtsnorm], eine gesetzliche Regelung oder Vorschrift | | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsnorm Rechtsnorm], eine gesetzliche Regelung oder Vorschrift |
| <p>Zwischen diesen drei Bereichen gibt es Überschneidungen und [https://de.wikipedia.org/wiki/Korrelation Wechselbeziehungen]. Alle drei Teilbereiche des ''Normativen'' beinhalten [https://de.wikipedia.org/wiki/Regel_(Richtlinie) Regeln], ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Sollen Sollen] und/oder Müssen, vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Moral Moral].</p><p>'''Normativität''' ist ein in vielen Bereichen übliches Konzept, das u. a. in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie Philosophie], in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtswissenschaft Rechtswissenschaft] und in den Kultur- und [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialwissenschaft Sozialwissenschaften] verwendet wird. Es gibt zwei große Gruppen von Gedanken (z. B. Theorien), nämlich deskriptive (beschreibende) und präskriptive (vorschreibende) normative. Mit dieser Dualität beschäftigt sich unter anderem die [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftstheorie Wissenschaftstheorie]. Bei einigen Forschungsansätzen ist ''normativ'' ein Namensbestandteil (zum Beispiel [https://de.wikipedia.org/wiki/Normativ-ontologisch normativ-ontologische] Ansätze).</p> | | <p>Zwischen diesen drei Bereichen gibt es Überschneidungen und [https://de.wikipedia.org/wiki/Korrelation Wechselbeziehungen]. Alle drei Teilbereiche des ''Normativen'' beinhalten [https://de.wikipedia.org/wiki/Regel_(Richtlinie) Regeln], ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Sollen Sollen] und/oder Müssen, vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Moral Moral].</p> |
| === <span id="Adjektiv">[https://de.wiktionary.org/wiki/Hilfe:Wortart#Adjektiv Adjektiv]</span> === | | === <span id="Adjektiv">[https://de.wiktionary.org/wiki/Hilfe:Wortart#Adjektiv Adjektiv]</span> === |
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| <p title="Derivate, Komposita und Konversionen">Wortbildungen:</p> | | <p title="Derivate, Komposita und Konversionen">Wortbildungen:</p> |
| :[https://de.wiktionary.org/w/index.php?title=Normativ&action=edit&redlink=1 Normativ], [https://de.wiktionary.org/wiki/Normativit%C3%A4t Normativität] | | :[https://de.wiktionary.org/w/index.php?title=Normativ&action=edit&redlink=1 Normativ], [[Normativität]] |
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| == <span id="Philosophie">Philosophie</span> ==
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| <p>Philosophische Normativität gibt an, wie etwas sein sollte (englisch: ''ought''). Normativ ist in der Philosophie in der Regel dem Attribut [https://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%A4nomenologie_(Methodik) deskriptiv] (beschreibend) als Beschreibung für Theorien und Begriffe entgegengesetzt. Deskriptive Aussagen sind Sätze über die [https://de.wikipedia.org/wiki/Realit%C3%A4t Realität]und können überprüft und gegebenenfalls auch widerlegt werden ([https://de.wikipedia.org/wiki/Falsifikation Falsifikation]). Normative Sätze geben vor, wie etwas sein ''soll'', also wie etwas zu bewerten ist. In der Moralphilosophie wird beispielsweise normativ geklärt, ob etwas gut oder böse ist oder welche [https://de.wikipedia.org/wiki/Handeln Handlungen] [https://de.wikipedia.org/wiki/Moral moralisch] geboten sind.</p><p>Erst im 18. Jahrhundert wies [https://de.wikipedia.org/wiki/David_Hume David Hume] darauf hin, dass es diesen [https://de.wikipedia.org/wiki/Logik logischen] Unterschied zwischen wertenden und beschreibenden Sätzen gibt ([https://de.wikipedia.org/wiki/Humes_Gesetz Humes Gesetz]). Verschiedene philosophische Schulen beschäftigen sich mit der Frage nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Rationalit%C3%A4t Rationalität] und objektiven Begründbarkeit normativer Sätze. Während Ansätze wie die von [https://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platon], [https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles] über [https://de.wikipedia.org/wiki/Kant Kant] bis [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas Habermas] von dieser Möglichkeit ausgehen, bestreiten dies neben anderen die [https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Theorie_und_Ideengeschichte#Empirisch-analytischer_Ansatz empirisch-analytisch] arbeitenden Schulen (z. B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Logischer_Empirismus logischer Empirismus]).</p><p>Unterschieden werden muss, besonders wenn der Begriff ''normativ'' im Zusammenhang mit Theorien gebraucht wird, zwischen normativen Theorien und [https://de.wikipedia.org/wiki/Teleologisch teleologischen] Theorien. Im Gegensatz zu teleologischen Theorien versuchen normative Wissenschaften nicht das tatsächliche Vorgegebensein einer Norm oder eines Zieles an sich zu begründen. Normative Theorien setzten also eine Norm hypothetisch als gegeben voraus, ohne selbst zu begründen, ''warum'' man dieser Norm folgen soll. Allerdings beschreiben normative Theorien z. B., welche Bedingungen gegeben sein müssen oder welche Handlungen vollbracht werden müssen, um eine bestimmte Norm erfüllen zu können. Insofern sind normative Theorien selbst deskriptiv. Der Philosoph und Soziologe [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Simmel Georg Simmel] drückt diesen Sachverhalt so aus:</p><div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote><p>„Was man normative Wissenschaft nennt, ist tatsächlich nur Wissenschaft vom Normativen. Sie selbst normiert nichts, sondern sie erklärt nur Normen und ihre Zusammenhänge, denn Wissenschaft fragt stets nur kausal, nicht teleologisch, und Normen und Zwecke können wohl so gut wie alles andere den Gegenstand ihrer Untersuchung, aber nicht ihr eigenes Wesen bilden.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Normativ#cite_note-1 [1]]</sup>“</p></blockquote></div></div>
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| == <span id="Rechtswissenschaft">Rechtswissenschaft</span> ==
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| <p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtswissenschaft Rechtswissenschaft] sind verschiedene Bedeutungsnuancen zu unterscheiden.<sup id="cite_ref-hilgendorf2011_2-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Normativ#cite_note-hilgendorf2011-2 [2]]</sup></p><p>In seiner Kernbedeutung bedeutet ''normativ'' im rechtswissenschaftlichen Gebrauch soviel wie ''bewertend'' und bezieht sich auf Aussagen oder – allgemeiner – Sätze. Danach sind Aussagen wie "Dieser Mensch ist gut" normativ.<sup id="cite_ref-hilgendorf2011_2-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Normativ#cite_note-hilgendorf2011-2 [2]]</sup></p><p>Das Adjektiv ''normativ'' beschreibt auch alle wertenden oder bewertenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Normativer_Rechtsbegriff Rechtsbegriffe], die in einer gesetzlichen Regelung ([https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsnorm Rechtsnorm]) vorkommen, außerdem die Gesamtheit der gesetzlichen Regelungen als normative Ordnung.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Normativ#cite_note-3 [3]]</sup> Normativ ist aber auch die gesetzgebende Tätigkeit der Parlamente.</p><p>Die Rechtswissenschaft und die Soziologie können als normative Wissenschaften bezeichnet werden, weil sie sich mit Rechtsnormen bzw. [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Norm sozialen Normen] befassen, interdisziplinär beispielsweise im [https://de.wikipedia.org/wiki/Exzellenzcluster_Normative_Orders Exzellenzcluster Normative Orders].</p><p>Normativbestimmungen im [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaftsrecht Gesellschaftsrecht] sind gesetzliche Vorschriften, die den Inhalt der Satzungen juristischer Personen regeln, im [https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsrecht Arbeitsrecht] gesetzliche Vorschriften, die die Inhalte eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Tarifvertrag Tarifvertrags] regeln, welche die Arbeitsverhältnisse der Tarifgebundenen betreffen.<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Normativ#cite_note-4 [4]]</sup><sup id="cite_ref-tilch2001_5-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Normativ#cite_note-tilch2001-5 [5]]</sup> Die Verabschiedung einer Satzung oder die Verhandlungen über einen Tarifvertrag sind normative Tätigkeiten, weil sie ihrerseits Normen setzen.</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Normatives_Tatbestandsmerkmal Normative Tatbestandsmerkmale] sind wertausfüllungsbedürftig (mehrdeutig) und erfordern eine juristische oder soziale Bewertung. Ihre Bedeutung ergibt sich aus einer bewertenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Auslegung_(Recht) Auslegung]. Dazu gehören zum Beispiel der Begriff ''fremd'' in <span class="plainlinks-print">[https://dejure.org/gesetze/stgb/242.html § 242]</span> [https://de.wikipedia.org/wiki/Strafgesetzbuch_(Deutschland) StGB] oder ''Treu und Glauben'' in <span class="plainlinks-print">[https://dejure.org/gesetze/bgb/242.html § 242]</span> [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerliches_Gesetzbuch BGB].<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Normativ#cite_note-6 [6]]</sup><sup id="cite_ref-tilch2001_5-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Normativ#cite_note-tilch2001-5 [5]]</sup></p>
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| == <span id="Sozialwissenschaften">Sozialwissenschaften</span> ==
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| <p>In den [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialwissenschaft Sozialwissenschaften] beschreibt normativ den Teil der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_(Soziologie) gesellschaftlichen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur kulturellen] Strukturen, der die menschlichen sozialen Aktivitäten reguliert. Trotz vorhandener Regelverstöße (z. B. Verbrechen bei Rechtsnormen) führen diese gesellschaftlichen Normen zu einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Homogenit%C3%A4t_(Soziologie) homogenen], relativ stabilen Gesellschaftsordnung.</p><p>In der Soziologie bezeichnet man mit normativem Verhalten soziale Handlungen, die beabsichtigen, etwas gesellschaftlich akzeptabel zu machen, es quasi zu normalisieren.</p><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpsychologie Sozialpsychologie] erforscht den ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Konformit%C3%A4t#Normativer_sozialer_Einfluss normativen sozialen Einfluss]'', jenen Einfluss, den Gruppen auf das Verhalten von Individuen ausüben, weil diese nicht durch Verstoß gegen Gruppennormen unangenehm auffallen wollen.</p><p>In den [https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftswissenschaft Wirtschaftswissenschaften] wird zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Positive_und_normative_%C3%96konomik positiver und normativer Ökonomik] unterschieden.</p>
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| == <span id="Allgemeiner_Sprachgebrauch">Allgemeiner Sprachgebrauch</span> ==
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| <p>Im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet ''normativ'' soviel wie ''maßgebend'', ''verbindlich'', ''als Richtschnur dienend''.<sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Normativ#cite_note-7 [7]]</sup></p>
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| == <span id="Normung">Normung</span> ==
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| <p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Normung Normung] wird ''normativ'' für die Aspekte einer Norm verwendet, die von jedem konformen System eingehalten werden müssen.<sup id="cite_ref-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Normativ#cite_note-8 [8]]</sup><sup id="cite_ref-iso-iec_9-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Normativ#cite_note-iso-iec-9 [9]]</sup><sup id="cite_ref-10" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Normativ#cite_note-10 [10]]</sup></p>
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| == <span id="Siehe_auch">Siehe auch</span> ==
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Autoritative_Erziehung Autoritative Erziehung]
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Hypothese Hypothese]
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Theorie_und_Ideengeschichte Politische Theorie und Ideengeschichte]
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4skription Präskription]
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsphilosophie Rechtsphilosophie]
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Kreis Wiener Kreis]
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Wertvorstellung Wertvorstellung]
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| == <span id="Literatur">Literatur</span> ==
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| *Peter Stemmer: <cite>Normativität. Eine ontologische Untersuchung.</cite> Gruyter, 2008, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783110200355 ISBN 978-3-11-020035-5].
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| *Tatjana Tarkian: ''Moral, Normativität und Wahrheit.'' mentis, Paderborn 2009, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783897852181 ISBN 978-3-89785-218-1].
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| == <span id="Quellen">Quellen</span> ==
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| #<span class="reference-text">Georg Simmel: ''Einleitung in die Moralwissenschaft. Eine Kritik der ethischen Grundbegriffe.'' I, S. 321 [https://socio.ch/sim/moral/moral_4.htm [1]]</span>
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| #<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Eric_Hilgendorf Eric Hilgendorf]: [https://www.jura.uni-wuerzburg.de/fileadmin/02150100/Publikationen_Vita/III_126_Was_heisst_normativ.pdf ''Was heißt „normativ“? Zu einigen Bedeutungsnuancen einer Modevokabel.''] In: Matthias Mahlmann (Hrsg.): ''Gesellschaft und Gerechtigkeit''. Festschrift für [https://de.wikipedia.org/wiki/Hubert_Rottleuthner Hubert Rottleuthner]. Nomos, 2011, S. 45–61, 59.</span>
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| #<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Jan-Reinard_Sieckmann Jan Sieckmann]: ''Recht als normatives System. Die Prinzipientheorie des Rechts.'' Nomos, 2009, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783832941154 ISBN 978-3-8329-4115-4].</span>
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| #<span class="reference-text">Köbler, Gerhard: ''Juristisches Wörterbuch.'' 13. Auflage, Vahlen, München 2005.</span>
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| #<span class="reference-text">Tilch, Horst/Arloth, Frank (Hrsg.): ''Deutsches Rechts-Lexikon.'' 3. Auflage, Beck, München 2001.</span>
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| #<span class="reference-text">Creifelds, Carl (Begr.)/Weber, Klaus (Hrsg.): ''Rechtswörterbuch.'' 20. Auflage, Beck, München 2011.</span>
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| #<span class="reference-text"><span class="cite">[https://www.dwds.de/wb/normativ ''„normativ“, in: DWDS – Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache.''] [https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Brandenburgische_Akademie_der_Wissenschaften Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften],<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 15. Mai 2023</span>.</span></span>
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| #<span class="reference-text"><span class="cite">[https://www.iso.org/obp/ui#home ''Online Browsing Platform (OBP) - Terms and Definitions.''] [https://de.wikipedia.org/wiki/ISO ISO],<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 13. Mai 2023</span>.</span></span>
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| #<span class="reference-text"><span class="cite">[https://www.iso.org/sites/directives/current/part2/index.xhtml ''ISO/IEC Directives, Part 2, Principles and rules for the structure and drafting of ISO and IEC documents.''] ISO IEC, 2021,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 17. Mai 2023</span>.</span></span>
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| #<span class="reference-text"><span class="cite">[https://boss.cen.eu/media/BOSS%20CEN/ref/ir3_d.pdf ''Geschäftsordnung – Teil 3, Regeln für den Aufbau und die Abfassung von CEN- und CENELEC Publikationen (ISO/IEC Directives — Part 2:2021, modifiziert).''] [https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isches_Komitee_f%C3%BCr_Normung CEN]-[https://de.wikipedia.org/wiki/CENELEC CENELEC], Juli 2022,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 13. Mai 2023</span>.</span></span>
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normativ
Das Adjektiv normativ ist mehrdeutig. Es wird nur für einen Teilbereich der Bedeutungen des Begriffs Norm (von lateinisch norma, ursprünglich ‚Winkelmaß‘, dann aber auch Richtschnur, Maßstab, Regel, Vorschrift) verwendet:
Zwischen diesen drei Bereichen gibt es Überschneidungen und Wechselbeziehungen. Alle drei Teilbereiche des Normativen beinhalten Regeln, ein Sollen und/oder Müssen, vgl. Moral.
Worttrennung:
- nor·ma·tiv, Komparativ: nor·ma·ti·ver, Superlativ: am nor·ma·tivs·ten
Aussprache:
- IPA: [nɔʁmaˈtiːf]
- Hörbeispiele:
normativ (Info)
- Reime: -iːf
Bedeutungen:
- [1] als Norm geltend, eine Norm setzend
Synonyme:
- [1] normgebend, präskriptiv, wertend
Gegenwörter:
- [1] beschreibend, deskriptiv, analytisch
Beispiele:
- [1] Eine normative Grammatik will festlegen, welche Sprech- oder Schreibweise als richtig zu gelten habe.
- [1] Und dann hätten wir noch die normative Kraft des Faktischen. Was, wenn es einfach da ist?
- [1] „Ein normativerer Ansatz nimmt § 472 Abs. 1 a.F. BGB (= § 441 Abs. 3 n.F.), d.h. die Berechnung des Minderungsanspruchs, zum Ausgangspunkt, um den Mangelunwert zu bestimmen.“[1]
- [1] „Frankfurt spricht nicht explizit von der Beantwortung der praktischen Grundfrage, aber seine Theorie darüber, was unserem Leben Sinn und Bedeutung verleiht, scheint sich auf ähnlicher Weise der Thematik des guten Lebens zu nähern; wenngleich sie im Gegensatz zu Steinfaths Ansatz auch normativere Momente aufweist.“[2]
- [1] „Und in der Tat weisen selbst normativere Konzepte darauf hin, dass bei aller Innovativität eine gewisse Basis nicht verlassen werden darf, will der Produzent nicht Gefahr laufen, sein Publikum nicht zu erreichen oder sogar zu verlieren.“[3]
- [1] „Dies bedeutet schließlich, daß die Rechtsstruktur einer jeden Gesellschaft nur so instrumentell ist, wie dies seine normativsten Elemente zulassen und, allerdings zu einem geringeren Grad, nur so normativ, wie seine instrumentellsten Strukturelemente zulassen.“[4]
- [1] „Brahmanen waren immer gern bereit, normative Texte zu verfassen.“[5]
Charakteristische Wortkombinationen:
- [1] normative Grammatik, die normative Kraft des Faktischen
Wortbildungen:
- Normativ, Normativität