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„sein“ – Versionsunterschied

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K Textersetzung - „agrie.“ durch „agr.“
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**** aind. ásti,  
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**** agrie. [[estí]] (ἐστί),  
**** agr. [[estí]] (ἐστί),  
**** lat. ''[[est]]'',  
**** lat. ''[[est]]'',  
**** lit. ẽst(i),  
**** lit. ẽst(i),  

Version vom 6. Juni 2025, 12:08 Uhr

sei-n, s-ein, Vorlage:ahdt.-dt. Wrtdtng: bereits das s- in sein ist daß Sein und daß -ein in sein bezieht sich darauf, daß etwas bestimmtes im Dasein als Ganzes und Einheit gemein ist; sei ist vor dem sein; sein kommt nach dem sei.

Anm. KF: sein ist mit können, tun, haben und werden eines der vier deutschen Urworte, die sich auf das Dasein beziehen und allumfassend jeweils für sich die ihrer Eigenschaft entsprechend höchste Bedeutung haben; wenn ein Sein ein Sein ist, dann ist es möglich, wirklich, tasächlich und wahr zugleich;

sein1

  • Vb. begegnet im wesentlichen als Verbum substantivum ‘dasein, existieren’
    • (vgl. alles, was war, ist und noch sein wird),

ist

  • als Verbindungswort (Kopula) mit einem Prädikativ
    • (er ist ein Mann, ist gesund, ist zu Hause),
  • als Hilfsverb zur Tempusbildung
    • (er ist gegangen).
  • Seine Formen leiten sich in allen germ. Sprachen von drei unterschiedlichen uig. Wurzeln ab.
    • Auf die Wurzel uig. *es-, schwundstufig *s- ‘sein’
      • gehen zurück die Präsensformen des Indikativs der 3. Pers. Sing.
        • ahd. mhd. nhd. ist,
        • asächs. is(t),
        • nl. aengl.
        • engl. is,
        • anord. es,
        • got. ist
      • mit
        • aind. ásti,
        • agr. estí (ἐστί),
        • lat. est,
        • lit. ẽst(i),
        • aslaw. jestъ,
        • russ. jest’ (есть);

sind

      • die Präsensformen der 3. Pers. Plur.
        • ahd. mhd. sint,
        • nhd. sind,
        • asächs.
        • aengl. got. sind
      • mit
      • außerdem die 1. Pers. Sing.
        • aengl. ēom,
        • engl. am,
        • anord. em,
        • got. im
      • mit
        • aind. ásmi,
        • griech. eimí (εἰμί),
        • alit. esmì,
        • aslaw. aruss. jesmь,
      • die weiteren Präsensformen des Aengl., Anord. und Got.,
        • die Formen des Optativs (bzw. Konjunktivs) der germ. Sprachen
        • sowie als Neubildungen der Infinitiv
          • ahd. sīn (9. Jh.),
          • mhd. sīn,
          • nhd. sein,
        • das Part. Präs.
          • mhd. sīnde,
          • nhd. seiend
        • und der Imperativ Plur.
          • mhd. sīt,
          • nhd. seid.

bin

      • Auf eine Wurzel uig. *bheu-, *bheu̯ə-, *bhū- ‘wachsen, gedeihen’, dann ‘entstehen, werden, sein’,
        • schließlich ‘gewohnheitsmäßig an einem Ort sein, wohnen’ (s. bauen)
        • gehen zurück die westgerm. mit b- anlautenden Präsensformen,
          • am deutlichsten die 1. Pers. Sing. Präs.
            • aengl. bēo ‘ich bin’
          • und die 1. 2. 3. Pers. Plur.
            • aengl. bēoþ ‘wir, sie sind, ihr seid’
          • sowie der Infinitiv
            • aengl. bīon, bēon, engl. to be ‘sein’,
        • während die
          • 1. Pers. Sing.
            • ahd. bim,
            • mhd. nhd. bin,
            • asächs. bium,
            • aengl. bēom,
          • die 2. Pers. Sing.
            • ahd. mhd. nhd. asächs. aengl. bist,
          • die 1. Pers. Plur.
            • ahd. birum,
            • mhd. birn,
          • die 2. Pers. Plur.
            • ahd. birut,
            • mhd. birt
        • Mischformen darstellen, die beide Wurzeln enthalten
          • (vgl. ahd. bim aus uig.*esmi, germ. *izm(i), *imm, *im, kontaminiert mit b-).
      • In mhd. Zeit werden die alten b-Formen (bis auf die 1. 2. Pers. Sing.) durch s-anlautende Formen ersetzt (vgl. nhd. wir sind, ihr seid).

war

      • Alle Präteritalformen
        • (z. B. ahd. ih was ‘ich war’, wir wārum ‘wir waren’),
      • ursprünglich auch die Imperative (z. B. ahd. wis ‘sei’, weset ‘seid’),
      • Partizipien (z. B. ahd.wesanti ‘seiend’)
      • und der Infinitiv sind Formen eines stark flektierenden Verbs
        • ahd. wesan (8. Jh.),
        • mhd. wesen ‘bleiben, verweilen, sein, existieren, dauern, geschehen’,
        • asächs. aengl. wesan,
        • mnd. mnl. wesen,
        • anord. vesa,
        • got. wisan,
      • das auf uig. *u̯es- ‘verweilen, wohnen, übernachten’ zurückzuführen ist
      • (Weiteres s. Wesen).

sein2

  • Poss. pron. der 3. Person Sing. m. oder n. ‘ihm gehörig, zukommend’, ursprünglich Reflexivum.
    • Ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. aengl. sīn,
    • mnl. sijn,
    • nl. zijn,
    • anord. sinn (älter sīnn),
    • schwed. sin,
    • got. seins (germ. *sīna-)
  • gehen auf ein mit dem Suffix uig. -no- gebildetes Adjektiv zum Lokativ uig. *sei zurück, der seinerseits zum Pronominalstamm uig. *se- (s. sich) gehört.
  • Mit dem gleichen Suffix ist der Akkusativ Sing. Fem. messap. veinan (uig. *su̯einām) zum Pronominalstamm uig. *seu̯e- (s. sich) gebildet.
  • Als Ausgangsbedeutung für das Possessivpronomen ist anzusetzen ‘bei ihm befindlich’, dann ‘zu ihm gehörig’.
  • Die Entstehung des Genitiv Sing. des Personalpronomens der 3. Person m. und n., nhd. sein, seiner, entspricht der unter mein (s. d.) für die 1. Person Sing. dargestellten Entwicklung.

¦√¦ *es-, *h₁es- "sein"; drei unterschiedlichen uig. Wurzeln 1. *es- , schwundstufig *s- ‘sein’ zu "ist"; uig. sin;

uig. *h₁s-ónt-ih₂, von *h₁sónts "sein, wahr", (eine Schuld einbeziehend "wahrhaft schuldig" gegen eine  Anschuldigung oder Angriff), v. *h₁es- “sein”;

¦↵¦  from Proto-Germanic *sunjō “wahr, frei, entschuldet” und *sundī, *sundijō “Sünde”, aengl. synn “Sünde” 

uger.*wesaną und *beuną"sein, werden, existieren"; ahd. sīn (9. Jh.), , mhd. sein, sīn;

sei,seinen,seinem,seine,seines,seiner,sind