Zum Inhalt springen

„Naturperson“ – Versionsunterschied

aus AufEinWort, der freien Forschung
[ungesichtete Version][ungesichtete Version]
Die Seite wurde neu angelegt: „Natur{{–}}person {{agrie.-lat.-dt.}} {{Wrtbstmmng}} 'natürliche Person', 'geborene Person', 'Geburtsperson' aus der Narur durch Geburt als Mensch hervorgehende Person' im Gegensatz zur juristischen Person“
 
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1:
[[Natur]]{{–}}[[person]] {{agrie.-lat.-dt.}} {{Wrtbstmmng}} 'natürliche Person', 'geborene Person', 'Geburtsperson' aus der Narur durch Geburt als Mensch hervorgehende Person' im Gegensatz zur [[juristische Person|juristischen Person]]
[[Natur]]{{–}}[[person]] {{agrie.-lat.-dt.}} {{Wrtbstmmng}} 'natürliche Person', 'geborene Person', 'Geburtsperson' aus der Narur durch Geburt als Mensch hervorgehende Person' im Gegensatz zur [[juristische Person|juristischen Person]]
Eine '''natürliche Person''' oder ''physische Person'' ist der [https://de.wikipedia.org/wiki/Mensch Mensch] in seiner Rolle als [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsf%C3%A4higkeit Rechtssubjekt], d. h. als [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtssubjekt Träger] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Recht Rechten] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Pflicht_(Recht) Pflichten]. Im Gegensatz zur natürlichen Person steht die [https://de.wikipedia.org/wiki/Juristische_Person juristische Person], häufig synonym gebraucht für [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rperschaft Körperschaften], [https://de.wikipedia.org/wiki/Verein Vereine] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_(Gesellschaftsrecht) Gesellschaften].
== <span id="Allgemeines">Allgemeines</span> ==
<p>Natürliche Person ist ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsbegriff Rechtsbegriff], der beispielsweise im [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerliches_Gesetzbuch Bürgerlichen Gesetzbuch] (in <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__13.html § 13]</span> [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerliches_Gesetzbuch BGB] sowie in <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1897.html § 1897]</span> Abs.&nbsp;1 BGB) benutzt wird. Das [https://de.wikipedia.org/wiki/Handelsgesetzbuch Handelsgesetzbuch] (HGB) verwendet ihn ausschließlich zur Unterscheidung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Juristische_Person juristischen Personen], wenn beispielsweise in einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_(Gesellschaftsrecht) Gesellschaft] keine natürliche Person als [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschafter Gesellschafter] [https://de.wikipedia.org/wiki/Haftung_(Gesellschaftsrecht) haftet] (<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__125a.html § 125a]</span> Abs.&nbsp;1 HGB). Natürliche und juristische Personen ergeben zusammen den Oberbegriff der [https://de.wikipedia.org/wiki/Person Personen].</p><p>In früheren [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsordnung Rechtsordnungen], wie denen des [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Recht römischen Rechts], gab es Menschen, die keine Rechtssubjekte und damit keine Personen nach heutigem Verständnis waren. Hierzu gehörten etwa [https://de.wikipedia.org/wiki/Sklaverei Sklaven] und solche [https://de.wikipedia.org/wiki/Angeh%C3%B6riger Familienangehörige], die der [https://de.wikipedia.org/wiki/Patria_potestas Herrschaftsgewalt] des [https://de.wikipedia.org/wiki/Familienoberhaupt Familienoberhaupts] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Pater_familias pater familias]'') unterworfen waren. [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtswesen_im_antiken_Rom Rechtlich] hatten diese Menschen den Status von [https://de.wikipedia.org/wiki/Sache_(Recht) Sachen]. Konkret gehörten sie zu den [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbereignung Übereignungssachen] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] [https://de.wikipedia.org/wiki/Mancipatio ''res mancipi''], [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundst%C3%BCck Grundstücke], Sklaven, [https://de.wikipedia.org/wiki/Zugtier Zug-] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Lasttier Lasttiere] sowie Feld[https://de.wikipedia.org/wiki/Dienstbarkeit dienstbarkeiten]), während alle anderen Sachen als [https://de.wikipedia.org/wiki/Fungibilit%C3%A4t fungible Sachen] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] res nec mancipi) galten.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Nat%C3%BCrliche_Person#cite_note-1 [1]]</sup></p><p>Vergleichbare Wirkungen hatten noch in der Neuzeit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Klostertod Klostertod] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerlicher_Tod Bürgerliche Tod].</p>
== <span id="Gesetzliche_Regelung_in_Deutschland">Gesetzliche Regelung in Deutschland</span> ==
<p>Rechtssubjekte wie die natürliche Person haben die Fähigkeit, Träger von Rechten und Pflichten zu sein; sie besitzen [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsf%C3%A4higkeit Rechtsfähigkeit]. Der Zeitpunkt, an dem diese Rechtsfähigkeit beginnt und an dem sie endet, ist in [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsprechung Rechtsprechung] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtswissenschaft Rechtswissenschaft] umstritten.</p>
=== <span id="Beginn_der_Rechtsfähigkeit">Beginn der Rechtsfähigkeit</span> ===
<p>Mit der Vollendung seiner [https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt Geburt] wird ein Mensch rechtsfähig (<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1.html § 1]</span> BGB). Unter gewissen Umständen wird die Rechtsfähigkeit auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Fiktion_(Recht) fingiert]. So kann bereits ein ungeborener Mensch ''(Nasciturus)'' zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Erbrecht Erben]werden (<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1923.html § 1923]</span> Abs.&nbsp;2 BGB). Damit ist das Bestehen von Rechten (und auch Pflichten) des [https://de.wikipedia.org/wiki/Nasciturus_(Deutschland) Nasciturus] gesetzlich anerkannt. Die Rechtsfrage, ob er dann nicht auch rechtsfähig sein muss, hat der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgerichtshof Bundesgerichtshof] bisher offengelassen, allerdings eine positive Antwort in Aussicht gestellt.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Nat%C3%BCrliche_Person#cite_note-2 [2]]</sup> Die Literatur hingegen geht fast einhellig von einer Teilrechtsfähigkeit aus. Das bedeutet, dass dem ''Nasciturus'' nur dort Rechtsfähigkeit zugesprochen wird, wo ihm erwiesenermaßen Rechtspositionen zuerkannt werden (vgl. auch die <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__823.html § 823]</span> Abs.&nbsp;1 und <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1963.html § 1963]</span> BGB). Aus den <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__331.html § 331]</span> Abs.&nbsp;2, <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2108.html § 2108]</span> oder <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2178.html § 2178]</span> BGB lässt sich ableiten, dass der ''Nasciturus'' im Schuld-, Sachen- und Erbrecht den übrigen Rechtssubjekten jedenfalls insoweit gleichgestellt ist, als es sich um einen Rechtserwerb zu seinen Gunsten handelt. Das BGB billigt dem hiernach nicht voll rechtsfähigen ''Nasciturus'' wesentliche Rechte zu, die unter der Voraussetzung der späteren Lebendgeburt stehen.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Nat%C3%BCrliche_Person#cite_note-3 [3]]</sup> Stark umstritten ist die Frage, ob dem ''Nasciturus'' bereits vor der Geburt und möglicherweise schon ab dem Beginn der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schwangerschaft Schwangerschaft] Rechte zufallen können, insbesondere ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Recht_auf_Leben Recht auf Leben]. Dies spielt vor allem im Hinblick auf den [https://de.wikipedia.org/wiki/Schwangerschaftsabbruch Schwangerschaftsabbruch]und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Stammzelle Stammzellenforschung] sowie verwandte Forschungsbereiche eine Rolle.</p>
=== <span id="Ende_der_Rechtsfähigkeit">Ende der Rechtsfähigkeit</span> ===
<p>Der Mensch verliert seine Rechtsfähigkeit mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Tod Tod]. Anders als bei seiner Geburt ist das Ende der Rechtsfähigkeit gesetzlich jedoch nicht direkt normiert. Dann stellt sich allerdings die Frage, wann der Tod ''vollendet'' ist. Dazu müssen Juristen auf den medizinischen Forschungsstand zurückgreifen. Bei Inkrafttreten des BGB (am 1.&nbsp;Januar 1900) konnte noch davon ausgegangen werden, dass der Tod mit dem Stillstand von [https://de.wikipedia.org/wiki/Blutkreislauf Kreislauf] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Atmung Atmung] eintrete. Heute wird der Tod aus medizinischer Sicht nicht als punktuelles Ereignis, sondern vielmehr als Ende eines Prozesses verstanden, wobei einzelne Körperfunktionen beibehalten werden können, obwohl lebensnotwendige Organe wie das Herz oder Hirn funktionsunfähig geworden sind. Hilfestellung bietet das [https://de.wikipedia.org/wiki/Transplantationsgesetz_(Deutschland)#Todesfeststellung_(Gesamthirntod-Konzept) Transplantationsgesetz] (TPG) vom November 1997 mit zwei Todesmöglichkeiten, die feste Kriterien zur Bestimmung des Todeszeitpunkts und damit auch zur Festlegung des Endes der Rechtsfähigkeit enthalten. Primär ist dies der [https://de.wikipedia.org/wiki/Hirntod Hirntod] und sekundär der [https://de.wikipedia.org/wiki/Pl%C3%B6tzlicher_Herztod Herztod].</p><p>Nach einer Lehrmeinung<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Nat%C3%BCrliche_Person#cite_note-4 [4]]</sup> sollen jedoch auch Tote unter bestimmten Voraussetzungen rechtsfähig bleiben. Diskutiert wird dies vor allem im Zusammenhang mit dem so genannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Postmortales_Pers%C3%B6nlichkeitsrecht postmortalen Persönlichkeitsrecht]. Das postmortale ''ideelle'' (also nicht-materielle) Persönlichkeitsrecht wird dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht Bundesverfassungsgericht] zufolge allein aus <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_1.html Art. 1]</span> [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundgesetz_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland GG] abgeleitet.<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Nat%C3%BCrliche_Person#cite_note-5 [5]]</sup></p>
=== <span id="Einteilung_als_Rechtssubjekt">Einteilung als Rechtssubjekt</span> ===
{| class="toptextcells" cellpadding="2"
|-
! class="hintergrundfarbe5" rowspan="14" | [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtssubjekt Rechts-<br>subjekt]
! class="hintergrundfarbe4" rowspan="3" | [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsf%C3%A4higkeit_(Deutschland) Rechts-<br>person]
| class="hintergrundfarbe8" | [ Natürliche Person]
|-
| class="hintergrundfarbe8" | [https://de.wikipedia.org/wiki/Juristische_Person Juristische Person]<br>des öffentlichen Rechts [<span class="mw-customtoggle-JPoR mw-customtoggle" aria-expanded="true" >+/−</span>]
{| id="mw-customcollapsible-JPoR" class="mw-collapsible mw-collapsed mw-made-collapsible"
|}
|-
| class="hintergrundfarbe8" | [https://de.wikipedia.org/wiki/Juristische_Person Juristische Person]<br>des privaten Rechts [<span class="mw-customtoggle-JPPR mw-customtoggle" aria-expanded="true" >+/−</span>]
{| id="mw-customcollapsible-JPPR" class="mw-collapsible mw-collapsed mw-made-collapsible"
|}
|-
! class="hintergrundfarbe6" rowspan="6" | [https://de.wikipedia.org/wiki/Personengesellschaft Personen-<br>gesellschaft]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_b%C3%BCrgerlichen_Rechts_(Deutschland) Gesellschaft bürgerlichen Rechts]
|-
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Kommanditgesellschaft_(Deutschland) Kommanditgesellschaft]
|-
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Offene_Handelsgesellschaft Offene Handelsgesellschaft]
|-
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Partnerschaft_(Rechtsform) Partnerschaftsgesellschaft]
|-
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Partenreederei Partenreederei]
|-
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Stille_Gesellschaft Stille Gesellschaft]
|-
! class="hintergrundfarbe7" rowspan="2" | [https://de.wikipedia.org/wiki/Embryo Embryo]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Nasciturus_(Deutschland) Nasciturus]
|-
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Nondum_conceptus Nondum conceptus]
|-
! class="hintergrundfarbe9" rowspan="3" | [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesamthandsgemeinschaft Gesamthands-<br>gemeinschaft]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCtergemeinschaft_(Ehe) Gütergemeinschaft]
|-
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Erbengemeinschaft Erbengemeinschaft]
|-
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Wohnungseigent%C3%BCmergemeinschaft Wohnungseigentümergemeinschaft]
|}
== <span id="Sonstiges">Sonstiges</span> ==
<p>Aus der in <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__13.html § 13]</span> BGB gewählten negativen Formulierung des zweiten Halbsatzes wird deutlich, dass rechtsgeschäftliches Handeln einer natürlichen Person grundsätzlich als [https://de.wikipedia.org/wiki/Verbraucher Verbraucherhandeln] anzusehen ist; etwa verbleibende Zweifel, welcher Sphäre das konkrete Handeln zuzuordnen ist, sind zugunsten der Verbrauchereigenschaft zu entscheiden.<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Nat%C3%BCrliche_Person#cite_note-6 [6]]</sup></p>
== <span id="Internationale_Regelungen">Internationale Regelungen</span> ==
<p>In [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreich Österreich] ist die [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsf%C3%A4higkeit_(%C3%96sterreich) Rechtsfähigkeit] natürlicher Personen ähnlich geregelt, nämlich in <span class="plainlinks-print">[https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Dokumentnummer=NOR12017713 § 18]</span> [https://de.wikipedia.org/wiki/ABGB ABGB], hinsichtlich des ''Nasciturus'' in <span class="plainlinks-print">[https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Dokumentnummer=NOR12017713 § 22]</span> ABGB und <span class="plainlinks-print">[https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Dokumentnummer=NOR12017713 § 23]</span> ABGB. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsf%C3%A4higkeit_(Schweiz) Rechtsfähigkeit] natürlicher Personen in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schweiz Schweiz] ist in Art.&nbsp;31 ZGB,<sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Nat%C3%BCrliche_Person#cite_note-7 [7]]</sup> die des ''Nasciturus'' in Art.&nbsp;544<sup id="cite_ref-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Nat%C3%BCrliche_Person#cite_note-8 [8]]</sup> [https://de.wikipedia.org/wiki/Zivilgesetzbuch ZGB] definiert.</p><p>Die Regelungen für natürliche Personen, die meist gebraucht werden, um sie von den [https://de.wikipedia.org/wiki/Sache_(Recht) Sachen] oder juristischen Personen zu unterscheiden, gelten auch im angelsächsischen Recht ([https://de.wikipedia.org/wiki/Englische_Sprache englisch] natural person) und im französisch orientierten [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsordnung Rechtsordnungen] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Sprache französisch] personne naturelle). In den [https://de.wikipedia.org/wiki/Niederlande Niederlanden] gibt es den gleichen Rechtsbegriff ([https://de.wikipedia.org/wiki/Niederl%C3%A4ndische_Sprache niederländisch] natuurlijk persoon).</p>
== <span id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</span> ==
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Honsell Heinrich Honsell]: [https://books.google.de/books?id=mCZACQAAQBAJ&pg=PA50&dq=Sklaven+sachen+res&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjJv4Kuvq_aAhWpyKYKHXYSCWYQ6AEIJzAA#v=onepage&q=Sklaven%20sachen%20res&f=false ''Römisches Recht''], 2015, S. 15.</span>
#<span class="reference-text">Michael E. Zeising: [http://books.google.de/books?id=ew2Bu_TG32IC&pg=PA18 ''Der Nasciturus im Zivilverfahren''] 2004, S. 18 mit weiteren Quellen.</span>
#<span class="reference-text">Beck OK-BGB/Bamberger, §&nbsp;1, Rn. 26, 29, 39, 40 mit weiteren Verweisen.</span>
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Medicus_(Rechtswissenschaftler) Dieter Medicus]: [http://books.google.de/books?id=a6lRu8mRgAQC&pg=PA431&dq=rechtsf%C3%A4higkeit+tod&hl=de&sa=X&ei=QF9iUrq_Neel0wWRqIDIAg&ved=0CDQQ6AEwAA#v=onepage&q=rechtsf%C3%A4higkeit%20tod&f=false ''Allgemeiner Teil des BGB.''] 2010, S. 431.</span>
#<span class="reference-text">BVerfG, Beschluss vom 5. April 2001, Az. 1 BvR 932/94, [https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2001/04/rk20010405_1bvr093294.html Volltext] = [https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Juristische_Wochenschrift NJW] 2001, 2957, 2959.</span>
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgerichtshof BGH], Urteil vom 30. September 2009, Az. VIII ZR 7/09, [http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&nr=49949&pos=0&anz=1 Volltext] = [https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Juristische_Wochenschrift NJW] NJW 2009, 3780.</span>
#<span class="reference-text">[http://www.admin.ch/ch/d/sr/210/a11.html Art. 11] ZGB.</span>
#<span class="reference-text">[http://www.admin.ch/ch/d/sr/210/a11.html Art. 544] ZGB.</span>

Version vom 3. Mai 2024, 11:56 Uhr

Natur–person Vorlage:agrie.-lat.-dt. Wortbestimmung 'natürliche Person', 'geborene Person', 'Geburtsperson' aus der Narur durch Geburt als Mensch hervorgehende Person' im Gegensatz zur juristischen Person

Eine natürliche Person oder physische Person ist der Mensch in seiner Rolle als Rechtssubjekt, d. h. als Träger von Rechten und Pflichten. Im Gegensatz zur natürlichen Person steht die juristische Person, häufig synonym gebraucht für Körperschaften, Vereine und Gesellschaften.

Allgemeines

Natürliche Person ist ein Rechtsbegriff, der beispielsweise im Bürgerlichen Gesetzbuch (in § 13 BGB sowie in § 1897 Abs. 1 BGB) benutzt wird. Das Handelsgesetzbuch (HGB) verwendet ihn ausschließlich zur Unterscheidung von juristischen Personen, wenn beispielsweise in einer Gesellschaft keine natürliche Person als Gesellschafter haftet (§ 125a Abs. 1 HGB). Natürliche und juristische Personen ergeben zusammen den Oberbegriff der Personen.

In früheren Rechtsordnungen, wie denen des römischen Rechts, gab es Menschen, die keine Rechtssubjekte und damit keine Personen nach heutigem Verständnis waren. Hierzu gehörten etwa Sklaven und solche Familienangehörige, die der Herrschaftsgewalt des Familienoberhaupts (lateinisch pater familias) unterworfen waren. Rechtlich hatten diese Menschen den Status von Sachen. Konkret gehörten sie zu den Übereignungssachen (lateinisch res mancipi, Grundstücke, Sklaven, Zug- und Lasttiere sowie Felddienstbarkeiten), während alle anderen Sachen als fungible Sachen (lateinisch res nec mancipi) galten.[1]

Vergleichbare Wirkungen hatten noch in der Neuzeit der Klostertod und der Bürgerliche Tod.

Gesetzliche Regelung in Deutschland

Rechtssubjekte wie die natürliche Person haben die Fähigkeit, Träger von Rechten und Pflichten zu sein; sie besitzen Rechtsfähigkeit. Der Zeitpunkt, an dem diese Rechtsfähigkeit beginnt und an dem sie endet, ist in Rechtsprechung und Rechtswissenschaft umstritten.

Beginn der Rechtsfähigkeit

Mit der Vollendung seiner Geburt wird ein Mensch rechtsfähig (§ 1 BGB). Unter gewissen Umständen wird die Rechtsfähigkeit auch fingiert. So kann bereits ein ungeborener Mensch (Nasciturus) zum Erbenwerden (§ 1923 Abs. 2 BGB). Damit ist das Bestehen von Rechten (und auch Pflichten) des Nasciturus gesetzlich anerkannt. Die Rechtsfrage, ob er dann nicht auch rechtsfähig sein muss, hat der Bundesgerichtshof bisher offengelassen, allerdings eine positive Antwort in Aussicht gestellt.[2] Die Literatur hingegen geht fast einhellig von einer Teilrechtsfähigkeit aus. Das bedeutet, dass dem Nasciturus nur dort Rechtsfähigkeit zugesprochen wird, wo ihm erwiesenermaßen Rechtspositionen zuerkannt werden (vgl. auch die § 823 Abs. 1 und § 1963 BGB). Aus den § 331 Abs. 2, § 2108 oder § 2178 BGB lässt sich ableiten, dass der Nasciturus im Schuld-, Sachen- und Erbrecht den übrigen Rechtssubjekten jedenfalls insoweit gleichgestellt ist, als es sich um einen Rechtserwerb zu seinen Gunsten handelt. Das BGB billigt dem hiernach nicht voll rechtsfähigen Nasciturus wesentliche Rechte zu, die unter der Voraussetzung der späteren Lebendgeburt stehen.[3] Stark umstritten ist die Frage, ob dem Nasciturus bereits vor der Geburt und möglicherweise schon ab dem Beginn der Schwangerschaft Rechte zufallen können, insbesondere ein Recht auf Leben. Dies spielt vor allem im Hinblick auf den Schwangerschaftsabbruchund die Stammzellenforschung sowie verwandte Forschungsbereiche eine Rolle.

Ende der Rechtsfähigkeit

Der Mensch verliert seine Rechtsfähigkeit mit dem Tod. Anders als bei seiner Geburt ist das Ende der Rechtsfähigkeit gesetzlich jedoch nicht direkt normiert. Dann stellt sich allerdings die Frage, wann der Tod vollendet ist. Dazu müssen Juristen auf den medizinischen Forschungsstand zurückgreifen. Bei Inkrafttreten des BGB (am 1. Januar 1900) konnte noch davon ausgegangen werden, dass der Tod mit dem Stillstand von Kreislauf und Atmung eintrete. Heute wird der Tod aus medizinischer Sicht nicht als punktuelles Ereignis, sondern vielmehr als Ende eines Prozesses verstanden, wobei einzelne Körperfunktionen beibehalten werden können, obwohl lebensnotwendige Organe wie das Herz oder Hirn funktionsunfähig geworden sind. Hilfestellung bietet das Transplantationsgesetz (TPG) vom November 1997 mit zwei Todesmöglichkeiten, die feste Kriterien zur Bestimmung des Todeszeitpunkts und damit auch zur Festlegung des Endes der Rechtsfähigkeit enthalten. Primär ist dies der Hirntod und sekundär der Herztod.

Nach einer Lehrmeinung[4] sollen jedoch auch Tote unter bestimmten Voraussetzungen rechtsfähig bleiben. Diskutiert wird dies vor allem im Zusammenhang mit dem so genannten postmortalen Persönlichkeitsrecht. Das postmortale ideelle (also nicht-materielle) Persönlichkeitsrecht wird dem Bundesverfassungsgericht zufolge allein aus Art. 1 GG abgeleitet.[5]

Einteilung als Rechtssubjekt

Rechts-
subjekt
Rechts-
person
[ Natürliche Person]
Juristische Person
des öffentlichen Rechts [+/−]
Juristische Person
des privaten Rechts [+/−]
Personen-
gesellschaft
Gesellschaft bürgerlichen Rechts
Kommanditgesellschaft
Offene Handelsgesellschaft
Partnerschaftsgesellschaft
Partenreederei
Stille Gesellschaft
Embryo Nasciturus
Nondum conceptus
Gesamthands-
gemeinschaft
Gütergemeinschaft
Erbengemeinschaft
Wohnungseigentümergemeinschaft

Sonstiges

Aus der in § 13 BGB gewählten negativen Formulierung des zweiten Halbsatzes wird deutlich, dass rechtsgeschäftliches Handeln einer natürlichen Person grundsätzlich als Verbraucherhandeln anzusehen ist; etwa verbleibende Zweifel, welcher Sphäre das konkrete Handeln zuzuordnen ist, sind zugunsten der Verbrauchereigenschaft zu entscheiden.[6]

Internationale Regelungen

In Österreich ist die Rechtsfähigkeit natürlicher Personen ähnlich geregelt, nämlich in § 18 ABGB, hinsichtlich des Nasciturus in § 22 ABGB und § 23 ABGB. Die Rechtsfähigkeit natürlicher Personen in der Schweiz ist in Art. 31 ZGB,[7] die des Nasciturus in Art. 544[8] ZGB definiert.

Die Regelungen für natürliche Personen, die meist gebraucht werden, um sie von den Sachen oder juristischen Personen zu unterscheiden, gelten auch im angelsächsischen Recht (englisch natural person) und im französisch orientierten Rechtsordnungen (französisch personne naturelle). In den Niederlanden gibt es den gleichen Rechtsbegriff (niederländisch natuurlijk persoon).

Einzelnachweise

  1. Heinrich Honsell: Römisches Recht, 2015, S. 15.
  2. Michael E. Zeising: Der Nasciturus im Zivilverfahren 2004, S. 18 mit weiteren Quellen.
  3. Beck OK-BGB/Bamberger, § 1, Rn. 26, 29, 39, 40 mit weiteren Verweisen.
  4. Dieter Medicus: Allgemeiner Teil des BGB. 2010, S. 431.
  5. BVerfG, Beschluss vom 5. April 2001, Az. 1 BvR 932/94, Volltext = NJW 2001, 2957, 2959.
  6. BGH, Urteil vom 30. September 2009, Az. VIII ZR 7/09, Volltext = NJW NJW 2009, 3780.
  7. Art. 11 ZGB.
  8. Art. 544 ZGB.