„Soziologie“ – Versionsunterschied
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** "Soziologie soll heißen: eine Wissenschaft, welche [[Sozialhandlung|soziales Handeln]] deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will."<ref>– <span class="Person">Max Weber</span>: ''[[Wirtschaft und Gesellschaft]]'', 1920. </ref> | ** "Soziologie soll heißen: eine Wissenschaft, welche [[Sozialhandlung|soziales Handeln]] deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will." <ref>– <span class="Person">Max Weber</span>: ''[[Wirtschaft und Gesellschaft]]'', 1920. </ref> | ||
'''[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie Soziologie]''' (lateinisch ''[[socius]]'' ‚Gefährte‘ und [[-logie]]) ist eine [[Wissenschaft]], die sich mit der [[empirisch|empirischen]] und [[theoretisch|theoretischen]] Erforschung des [[Sozialverhalten|sozialen Verhaltens]] befasst, also die Voraussetzungen, Abläufe und Folgen des Zusammenlebens von [[Menschen]] untersucht. Als [[systematisch]]-kritische Wissenschaft des [[sozial|Sozialen]] ging die Soziologie aus dem [[Zeitalter der Aufklärung]] hervor und nimmt als [[Sozialwissenschaft]] eine Mittelstellung zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Naturwissenschaft Natur-] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Geisteswissenschaft Geisteswissenschaften] ein. Ihren Namen erhielt sie von [[Auguste Comte]], bevor sie sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als eigenständige [[universitär|universitäre]] [[Einzelwissenschaft|Disziplin]] durchsetzte. [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_T%C3%B6nnies Ferdinand Tönnies], [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Simmel Georg Simmel] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Weber Max Weber] gelten als Begründer der deutschsprachigen Soziologie. | '''[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie Soziologie]''' (lateinisch ''[[socius]]'' ‚Gefährte‘ und [[-logie]]) ist eine [[Wissenschaft]], die sich mit der [[empirisch|empirischen]] und [[theoretisch|theoretischen]] Erforschung des [[Sozialverhalten|sozialen Verhaltens]] befasst, also die Voraussetzungen, Abläufe und Folgen des Zusammenlebens von [[Menschen]] untersucht. Als [[systematisch]]-kritische Wissenschaft des [[sozial|Sozialen]] ging die Soziologie aus dem [[Zeitalter der Aufklärung]] hervor und nimmt als [[Sozialwissenschaft]] eine Mittelstellung zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Naturwissenschaft Natur-] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Geisteswissenschaft Geisteswissenschaften] ein. Ihren Namen erhielt sie von [[Auguste Comte]], bevor sie sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als eigenständige [[universitär|universitäre]] [[Einzelwissenschaft|Disziplin]] durchsetzte. [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_T%C3%B6nnies Ferdinand Tönnies], [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Simmel Georg Simmel] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Weber Max Weber] gelten als Begründer der deutschsprachigen Soziologie. | ||
== <span id="Gegenstand_und_Definition">Gegenstand und Definition</span> == | == <span id="Gegenstand_und_Definition">Gegenstand und Definition</span> == | ||
<p>Die Soziologie bildet den aus den [https://de.wikipedia.org/wiki/Geisteswissenschaft Geisteswissenschaften] entstandenen Kern der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialwissenschaften Sozialwissenschaften]. Während andere sozialwissenschaftliche Disziplinen wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Politikwissenschaft Politikwissenschaft] oder die [https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftswissenschaft Wirtschaftswissenschaften] bestimmte Bereiche des Sozialen unter spezifischen Aspekten (Politik: Interessen sozialer Akteure; Wirtschaft: [https://de.wikipedia.org/wiki/Knappheit Knappheit]) untersuchen, erforscht die Soziologie alle Aspekte des [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozial sozialen] Zusammenlebens der Menschen in [https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft Gemeinschaften] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_(Soziologie) Gesellschaften]. Sie fragt nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Sinn_(Semantik) Sinn] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Struktur_(Soziologie) Strukturen] des [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Handeln sozialen Handelns] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Handlungstheorie_(Soziologie) Handlungstheorie]) sowie nach den die Handlungen regulierenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Wertvorstellung Werten] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Norm Normen]. Ihre Untersuchungsobjekte sind die Gesellschaft als Ganzes ebenso wie ihre Teilbereiche: [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_System soziale Systeme], [https://de.wikipedia.org/wiki/Institution Institutionen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation Organisationen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Gruppe Gruppen]. Überdies befasst sich die Soziologie mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Integration_(Soziologie) gesellschaftlichen Integration] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Desintegration Desintegration], mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Ungleichheit sozialer Ungleichheit], [https://de.wikipedia.org/wiki/Konfliktsoziologie sozialen Konflikten] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialer_Wandel sozialem Wandel].</p><p>Weitere Themen, mit denen sich die Soziologie beschäftigt, sind [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialstruktur Sozialstrukturen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitssoziologie Arbeit], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Studies Geschlechter], [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Netzwerk_(Soziologie) soziale Netzwerke], Gruppen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunikationsmittel Kommunikationsmittel] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Massenmedien Massenmedien]), [https://de.wikipedia.org/wiki/Migrationssoziologie Migration], [https://de.wikipedia.org/wiki/Alltagskultur Alltag], [https://de.wikipedia.org/wiki/Techniksoziologie Technik] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Lebenswelt Lebenswelt]. Für viele dieser Themen haben sich spezielle Soziologien etabliert ([https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#Untergliederung_der_Soziologie siehe unten]), andere – wie etwa die allgemeine Frage nach den [https://de.wikipedia.org/wiki/Interaktion Wechselwirkungen] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Handeln Handeln] und Struktur – sind Thema der allgemeinen Soziologie. Fragestellungen der Soziologie überschneiden sich häufig mit solchen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpsychologie Sozialpsychologie] und anderer Sozial- und Geisteswissenschaften, teilweise auch mit denen von Naturwissenschaften wie zum Beispiel der [https://de.wikipedia.org/wiki/Neurobiologie Neurobiologie].</p><p>Eine facheinheitliche Definition von ''Soziologie'' existiert nicht. Eine verbreitete Definition stammt von [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Weber Max Weber], fokussiert auf das „soziale Handeln“.</p><div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote>„Soziologie soll heißen: eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will. ‚[[Handeln]]‘ soll dabei ein menschliches Verhalten […] heißen, wenn und insofern als der oder die Handelnden mit ihm einen subjektiven Sinn verbinden. ‚Soziales‘ Handeln aber soll ein solches Handeln heißen, welches seinem von dem oder den Handelnden gemeinten Sinn nach auf das Verhalten anderer bezogen wird und daran in seinem Ablauf orientiert ist.“ | <p>Die Soziologie bildet den aus den [https://de.wikipedia.org/wiki/Geisteswissenschaft Geisteswissenschaften] entstandenen Kern der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialwissenschaften Sozialwissenschaften]. Während andere sozialwissenschaftliche Disziplinen wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Politikwissenschaft Politikwissenschaft] oder die [https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftswissenschaft Wirtschaftswissenschaften] bestimmte Bereiche des Sozialen unter spezifischen Aspekten (Politik: Interessen sozialer Akteure; Wirtschaft: [https://de.wikipedia.org/wiki/Knappheit Knappheit]) untersuchen, erforscht die Soziologie alle Aspekte des [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozial sozialen] Zusammenlebens der Menschen in [https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft Gemeinschaften] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_(Soziologie) Gesellschaften]. Sie fragt nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Sinn_(Semantik) Sinn] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Struktur_(Soziologie) Strukturen] des [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Handeln sozialen Handelns] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Handlungstheorie_(Soziologie) Handlungstheorie]) sowie nach den die Handlungen regulierenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Wertvorstellung Werten] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Norm Normen]. Ihre Untersuchungsobjekte sind die Gesellschaft als Ganzes ebenso wie ihre Teilbereiche: [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_System soziale Systeme], [https://de.wikipedia.org/wiki/Institution Institutionen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation Organisationen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Gruppe Gruppen]. Überdies befasst sich die Soziologie mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Integration_(Soziologie) gesellschaftlichen Integration] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Desintegration Desintegration], mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Ungleichheit sozialer Ungleichheit], [https://de.wikipedia.org/wiki/Konfliktsoziologie sozialen Konflikten] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialer_Wandel sozialem Wandel].</p> | ||
<p>Weitere Themen, mit denen sich die Soziologie beschäftigt, sind [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialstruktur Sozialstrukturen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitssoziologie Arbeit], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Studies Geschlechter], [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Netzwerk_(Soziologie) soziale Netzwerke], Gruppen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunikationsmittel Kommunikationsmittel] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Massenmedien Massenmedien]), [https://de.wikipedia.org/wiki/Migrationssoziologie Migration], [https://de.wikipedia.org/wiki/Alltagskultur Alltag], [https://de.wikipedia.org/wiki/Techniksoziologie Technik] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Lebenswelt Lebenswelt]. Für viele dieser Themen haben sich spezielle Soziologien etabliert ([https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#Untergliederung_der_Soziologie siehe unten]), andere – wie etwa die allgemeine Frage nach den [https://de.wikipedia.org/wiki/Interaktion Wechselwirkungen] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Handeln Handeln] und Struktur – sind Thema der allgemeinen Soziologie. Fragestellungen der Soziologie überschneiden sich häufig mit solchen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpsychologie Sozialpsychologie] und anderer Sozial- und Geisteswissenschaften, teilweise auch mit denen von Naturwissenschaften wie zum Beispiel der [https://de.wikipedia.org/wiki/Neurobiologie Neurobiologie].</p> | |||
<p>Eine facheinheitliche Definition von ''Soziologie'' existiert nicht. Eine verbreitete Definition stammt von [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Weber Max Weber], fokussiert auf das „soziale Handeln“.</p> | |||
<div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote>„Soziologie soll heißen: eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will. ‚[[Handeln]]‘ soll dabei ein menschliches Verhalten […] heißen, wenn und insofern als der oder die Handelnden mit ihm einen subjektiven Sinn verbinden. ‚Soziales‘ Handeln aber soll ein solches Handeln heißen, welches seinem von dem oder den Handelnden gemeinten Sinn nach auf das Verhalten anderer bezogen wird und daran in seinem Ablauf orientiert ist.“ | |||
– <span class="Person">Max Weber</span>: ''[[Wirtschaft und Gesellschaft]]'', 1920.</blockquote></div> | |||
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#Einzelnachweise <span class="tocnumber">13</span><span class="toctext">Einzelnachweise</span>] | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#Einzelnachweise <span class="tocnumber">13</span><span class="toctext">Einzelnachweise</span>] | ||
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== <span id="Soziologisches_Verstehen,_soziologische_Erklärung">Soziologisches Verstehen, soziologische Erklärung</span> == | |||
<p>In der Soziologie als Wissenschaft des Sozialen sind Theorie und Erfahrung aufeinander bezogen. [https://de.wikipedia.org/wiki/Empirie Empirisch] gehaltvoll sowie den Regeln der [https://de.wikipedia.org/wiki/Logik Logik] folgend, zielt sie darauf, das Beobachtete zu verstehen und dafür Erklärungen mit Hilfe allgemeiner Sätze ([https://de.wikipedia.org/wiki/Axiom Axiome]) zu entwickeln. Dem entspricht die Dualität der Untersuchungsansätze: hermeneutisch interpretierende einerseits und kausalanalytische Verfahren andererseits, wobei erstere die Teilnehmerperspektive, letztere die Beobachterperspektive einnehmen.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#cite_note-2 [2]]</sup></p> | |||
=== <span id="Soziologische_Theorien_in_Konkurrenz">Soziologische Theorien in Konkurrenz</span> === | |||
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologische_Theorie Soziologische Theorie]''</div><p>Soziologische Theorien folgten dabei nie „demselben“ [https://de.wikipedia.org/wiki/Paradigma Paradigma], d. h., sie bezogen sich in ihrem wissenschaftlichen Ansatz nicht auf nur eine bestimmte Denkweise. Dies liegt an ihrem theoretischen Schwierigkeitsgrad – ihr Gegenstand ist hochkomplex.</p><p>Hinzu kommt: Bereits [https://de.wikipedia.org/wiki/Methodologie methodologisch], aber auch häufig aus moralischen Gründen verbietet sich meist das – oft klärende – [https://de.wikipedia.org/wiki/Experiment Experiment]; die stattdessen mögliche [https://de.wikipedia.org/wiki/Befragung Befragung] impliziert konzeptionelle und [https://de.wikipedia.org/wiki/Interpretation Interpretations]probleme: Beispielsweise bringen Interviewer subjektive Aspekte ein, werden angeschwindelt, in Einzelfällen fälschen sie sogar die Aussagen. Die Soziologie bleibt also immer auch auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Beobachtung Beobachtungen] angewiesen. Auch erscheinen je nach den konkreten Fragen die Paradigmata unterschiedlich erfolgversprechend, wenn die Ergebnisse darstellungslogisch ‚einfach‘ und sachlich, finanzierungsbedingt schnell oder kostensparend sein sollen.</p><p>Zwei [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie erkenntnistheoretische] Hauptansätze sind zu unterscheiden, wobei völlig wertungsfreie von weltanschaulichen Motiven unabhängige Forschungsergebnisse nicht erreicht, aber angestrebt werden können:</p> | |||
#Gehen Theorien axiomatisch davon aus, dass „einzelne [https://de.wikipedia.org/wiki/Akteur Akteure] sozial [https://de.wikipedia.org/wiki/Handeln handeln]“ (pauschal: „die Menschen machen die Gesellschaft“), und man könne auf dieser Grundlage alle soziologischen Fragen behandeln, so brauchen sie eine biologische, anthropologische und besonders eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Biosoziologie biosoziologische] Fundierung zu so hochkomplexen personalen Handlungsgrundlagen wie dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Wille Willen] oder der [https://de.wikipedia.org/wiki/Rationalit%C3%A4t Rationalität] eines Akteurs. Solche Theorien sind insofern problematisch, als [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Handeln sozial handelnde] Akteure sowohl handelnde [https://de.wikipedia.org/wiki/Individuum Subjekte] als auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Objekt_(Philosophie) Objekte] des sozialen Handelns anderer Akteure sind – anders als die forschenden Subjekte in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Naturwissenschaft Naturwissenschaften] (vgl. dazu die [https://de.wikipedia.org/wiki/Selbsterf%C3%BCllende_Prophezeiung selbsterfüllende Prophezeiung]). | |||
#Gehen Theorien stattdessen von axiomatisch zu Grunde gelegten „überpersönlichen Einheiten“ aus, pauschal: „nicht die Individuen geben den Ausschlag“ (z. B. von Einheiten wie den einzelnen „[https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_(Soziologie) Gesellschaften]“, den sechs [https://de.wikipedia.org/wiki/Residuum_(Pareto) Residuen], den „vier grundsätzlich möglichen“ [https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunikation Kommunikationsweisen], den beiden [https://de.wikipedia.org/wiki/Gender Geschlechtern] oder „der einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Menschheit Menschheit]“), so müssen deren [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialphilosophie sozialphilosophische]Ausgangsdefinition je und je axiomatisch fundiert sein. Dies erweist sich als äußerst schwierig. Hinzu kommen Abgrenzungsprobleme zwischen zum Beispiel [https://de.wikipedia.org/wiki/Kollektiv Kollektiven], [https://de.wikipedia.org/wiki/Motiv_(Psychologie) Motiven], [https://de.wikipedia.org/wiki/Systemtheorie Systemen], Frau und Mann oder Menschen und Nichtmenschen (etwa Tieren oder Robotern). | |||
<p>Diese beiden Hauptkonzepte und ihre Überschneidungen sind die Grundlagen für die große Anzahl unterschiedlicher soziologischer Theorien (''siehe unten'' die Beispiele unter ''Makrosoziologie'' und ''Mikrosoziologie''). Hinzu kommt, dass „bei eingeschränkten Fragestellungen“ im soziologischen Alltag Forscher verschiedener [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftstheorie wissenschaftstheoretischer] Ausrichtung – dank eines in der Soziologie entwickelten umfangreichen mathematischen bis sozialhistorischen Methodenbaukastens – ähnliche bis gleiche, sowohl verlässliche, als auch [https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCltigkeit gültige] Befunde erheben.</p><p>In der Praxis verzichten viele Soziologen häufig darauf, einen einzigen [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie epistemologischen] Standpunkt einzunehmen und arbeiten je nach Fragestellung und Ressourcen mit verschiedenen Theorien und Methoden.</p> | |||
=== <span id="Einige_zentrale_Begriffe_der_Soziologie">Einige zentrale Begriffe der Soziologie</span> === | |||
==== <span id="Gesellschaft">Gesellschaft</span> ==== | |||
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_(Soziologie) Gesellschaft (Soziologie)]''</div><p>Der Begriff ''Gesellschaft'' bezieht sich auf eine Summe von Beziehungen und Verhältnissen zwischen den einzelnen Menschen.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#cite_note-3 [3]]</sup><sup id="cite_ref-Sch_4-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#cite_note-Sch-4 [4]]</sup> Nicht gemeint ist die bloße räumliche und mengenmäßige Anzahl von Individuen<sup id="cite_ref-Sch_4-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#cite_note-Sch-4 [4]]</sup>, sondern deren Sozialität.<sup id="cite_ref-Ebr_5-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#cite_note-Ebr-5 [5]]</sup> Damit sind Strukturen aus relativ stabilen [https://de.wikipedia.org/wiki/Pattern_variables Verhaltensmustern] bezeichnet, die ihren Ursprung im interaktiven menschlichen Handeln haben und in diesem Bereich ihre Wirkung erzielen.<sup id="cite_ref-Ebr_5-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#cite_note-Ebr-5 [5]]</sup> Als allgemeinster Begriff von Gesellschaft wird „das jeweilig umfassendste System des menschlichen Zusammenlebens“ bezeichnet.<sup id="cite_ref-Fuchs_6-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#cite_note-Fuchs-6 [6]]</sup> Über spezifischere Merkmale für eine Gesellschaft besteht in der Soziologie keine Einigung.<sup id="cite_ref-Fuchs_6-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#cite_note-Fuchs-6 [6]]</sup></p><p>Der Prozess, der aus Individuen Gesellschaftsmitglieder macht, wird „[https://de.wikipedia.org/wiki/Vergesellschaftung_(Soziologie) Vergesellschaftung]“ genannt.</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Institution Institutionen] wie der Staat, die Familie, das Recht oder die Erziehung werden heute als Unterkategorien (auch: Subsysteme) der Gesellschaft begriffen.<sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#cite_note-7 [7]]</sup> Die Unterscheidung zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Staat Staat] und Gesellschaft begründete den Beginn der Soziologie.<sup id="cite_ref-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#cite_note-8 [8]]</sup></p><p>Die Begriffe „das Soziale“ bzw. „Sozialität“ meinen den Forschungsgegenstand der Soziologie und entsprechen in ihrer Bedeutung häufig dem Begriff der „Gesellschaft“.<sup id="cite_ref-9" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#cite_note-9 [9]]</sup> Präziser unterscheidet man „Sozialtheorie“, die begrifflich auf die Grundeinheiten abzielt, und „Gesellschaftstheorie“, die die Gesamtheit der Einheiten in den Blick nimmt und typischerweise auch eine Zeitdiagnose der historisch konkreten Gesellschaft beinhaltet.<sup id="cite_ref-10" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#cite_note-10 [10]]</sup></p> | |||
==== <span id="Soziales_Handeln">Soziales Handeln</span> ==== | |||
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Handeln Soziales Handeln]''</div><p>Der Begriff Handeln bedeutet in der Soziologie nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Weber Max Weber] ein „[https://de.wikipedia.org/wiki/Handeln Handeln]“, das für den Handelnden mit „Sinn“ verbunden ist. Laut Max Weber definiert sich „soziales Handeln“ dadurch, dass es auf Andere bezogen, sinnhaft am Verhalten Anderer orientiert ist.</p> | |||
==== <span id="Sozialer_Tatbestand">Sozialer Tatbestand</span> ==== | |||
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialer_Tatbestand Sozialer Tatbestand]''</div><p>Ein „sozialer Tatbestand“ ''(fait social)'' ist nach [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89mile_Durkheim Émile Durkheim] „jede mehr oder minder festgelegte Art des Handelns, die die Fähigkeit besitzt, auf den Einzelnen einen äußeren Zwang auszuüben; oder auch, die im Bereiche einer gegebenen Gesellschaft allgemein auftritt, wobei sie ein von ihren individuellen Äußerungen unabhängiges Eigenleben besitzt.“<sup id="cite_ref-11" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#cite_note-11 [11]]</sup></p> | |||
==== <span id="Integration_–_Desintegration">Integration – Desintegration</span> ==== | |||
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Desintegration Desintegration]''</div><p>Seit [https://de.wikipedia.org/wiki/Auguste_Comte Auguste Comte] wird in der Soziologie gefragt: „Was trennt, was verbindet die Menschen, was sorgt für Fortschritt und zugleich Ordnung?“ Dieses Thema wurde vor allem im [https://de.wikipedia.org/wiki/Strukturfunktionalismus Strukturfunktionalismus] – so von Talcott Parsons – behandelt.</p> | |||
==== <span id="Sozialer_Wandel">Sozialer Wandel</span> ==== | |||
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialer_Wandel Sozialer Wandel]''</div><p>Mit dem sozialen Wandel als der umfassenden Veränderung von relativ stabilen Sozialstrukturen befasst sich die Soziologie seit ihrer Entstehungszeit; er spielt bereits im Denken [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Henri_de_Saint-Simons&action=edit&redlink=1 Henri de Saint-Simons] und von [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Marx Karl Marx] eine bedeutsame Rolle. Seine konzeptionelle Fassung erhielt er durch [https://de.wikipedia.org/wiki/William_Fielding_Ogburn Ogburns] Schrift ''Social Change'' (1922). In neuerer Zeit steht der soziale Wandel im Fokus von [https://de.wikipedia.org/wiki/Modernisierung_(Soziologie) Modernisierungstheorien].</p> | |||
==== <span id="Soziale_Norm">Soziale Norm</span> ==== | |||
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Norm Soziale Norm]''</div><p>Soziale Normen sind Verhaltenserwartungen an Individuen und Gruppen in spezifischen sozialen Situationen mit unterschiedlich starken [https://de.wikipedia.org/wiki/Verbindlichkeit_(Sozialverhalten) Verbindlichkeiten], die durch positive und negative [https://de.wikipedia.org/wiki/Sanktion Sanktionen]durchgesetzt werden (siehe auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Erw%C3%BCnschtheit Soziale Erwünschtheit]). Die Normgebundenheit sozialen Verhaltens ist ein frühes Thema der Soziologie. Mit ihr haben sich insbesondere [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89mile_Durkheim Émile Durkheim] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Talcott_Parsons Talcott Parsons], in der deutschen Nachkriegssoziologie [https://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_Dahrendorf Ralf Dahrendorf] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Popitz Heinrich Popitz] beschäftigt.</p> | |||
== <span id="Untergliederung_der_Soziologie">Untergliederung der Soziologie</span> == | |||
=== <span id="Gliederung_nach_den_untersuchten_Einheiten">Gliederung nach den untersuchten Einheiten</span> === | |||
<p>Eine häufig vorzufindende Unterteilung der Soziologie unterscheidet zwischen</p> | |||
*dem Ausgangspunkt von ganzen Gesellschaften als Einheiten ([https://de.wikipedia.org/wiki/Makrosoziologie Makrosoziologie]) und | |||
*dem Ausgangspunkt des sozialen Handelns und [https://de.wikipedia.org/wiki/Interaktion Interagierens] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Akteur Akteure] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Mikrosoziologie Mikrosoziologie]). | |||
<p>Unzufrieden mit dieser [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie wissenschaftstheoretisch] strengen Alternative sind Vertreter eines als „Mesosoziologie“ bezeichneten Blicks auf [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Intermedi%C3%A4r_(Kommunikationstheorie)&action=edit&redlink=1 intermediäre] Ebenen (Betonung des „Hin und Her“) und eines neuerdings als „Makro-Mikro-Soziologie“ bezeichneten Ansatzes, der prozessanalytisch Einseitigkeiten ausschließlicher Makro- und Mikro-Betrachtung zu überwinden beansprucht (Betonung des „Weder-noch“).</p> | |||
==== <span id="Makrosoziologie_(Gesellschaft,_Kollektiv,_Struktur,_System,_Diskurs)">Makrosoziologie (Gesellschaft, Kollektiv, Struktur, System, Diskurs)</span> ==== | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Marxistische_Soziologie Marxistische Soziologie] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Strukturalismus Strukturalismus] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Funktionalismus_(Sozialwissenschaften) Funktionalismus] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Strukturfunktionalismus Strukturfunktionalismus], s. u. | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Kritische_Theorie Kritische Theorie], s. u. | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Systemtheorie Systemtheorie], s. u. | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturtheorie Kulturtheorie], s. u. | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Akteur-Netzwerk-Theorie Akteur-Netzwerk-Theorie] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Netzwerkforschung Netzwerkforschung], [https://de.wikipedia.org/wiki/Komplexes_Netzwerk Komplexes Netzwerk], [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Netzwerk_(Soziologie) (Soziales Netzwerk)] | |||
*Diskurstheorie, siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Diskurs Diskurs] | |||
<figure class="mw-default-size">[https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Social-network.svg ]<figcaption>Eine Visualisierung eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Netzwerk_(Soziologie) sozialen Netzwerks]</figcaption></figure> | |||
==== <span id="Mikrosoziologie_(Akteur,_Individuum,_Handeln)">Mikrosoziologie (Akteur, Individuum, Handeln)</span> ==== | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Konfliktsoziologie Konfliktsoziologie] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Symbolischer_Interaktionismus Symbolischer Interaktionismus] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%A4nomenologische_Soziologie Phänomenologische Soziologie] | |||
*Methodologischer Individualismus (insbesondere [https://de.wikipedia.org/wiki/Theorie_der_rationalen_Entscheidung Theorie der rationalen Entscheidung], s. u.) | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Figuration_(Soziologie) Figuration (Soziologie)] (umstrittene Zuordnung) | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ethnomethodologie Ethnomethodologie] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Hermeneutik Hermeneutik] insbesondere die [https://de.wikipedia.org/wiki/Hermeneutische_Wissenssoziologie Hermeneutische Wissenssoziologie] sowie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Objektive_Hermeneutik Objektive Hermeneutik] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Pragmatismus Pragmatismus] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Konstruktivismus_(Philosophie) Konstruktivismus] insbesondere der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialkonstruktivismus Sozialkonstruktivismus] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Praxeologie_(Sozialtheorie) Praxistheorie] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Behaviorismus Behaviorismus] | |||
==== <span id="Mesosoziologie_(Gruppe,_Figuration,_Organisation,_Institution,_Situation,_Ritual,_Subsystem_u._a.)">Mesosoziologie (Gruppe, Figuration, Organisation, Institution, Situation, Ritual, Subsystem u. a.)</span> ==== | |||
<p>Diese Theorie mittlerer Reichweite (vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_K._Merton Robert K. Merton]) umschreibt z. B. die Soziologie der [https://de.wikipedia.org/wiki/Institution Institutionen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritual Rituale] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation Organisationen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Gruppe Soziale Gruppen] bzw. die Verbindung zwischen Mikro- und Makrosoziologie.</p> | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Figuration_(Soziologie) Figuration (Soziologie)] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Organisationssoziologie Organisationssoziologie] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Praxistheorie Praxistheorie] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologischer_Neoinstitutionalismus Soziologischer Neoinstitutionalismus] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Strukturationstheorie Strukturationstheorie], s. u. | |||
==== <span id="Makro-Mikro-Soziologie">Makro-Mikro-Soziologie</span> ==== | |||
<p>Hier wird für den Ansatz von [https://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Elias Norbert Elias], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Figuration_(Soziologie) Figurationssoziologie] (auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Prozesssoziologie Prozesssoziologie]), eine über die Akteuranalyse hinausgehende strömungsstrukturelle (figurative) Grundlegung beansprucht, die jedoch makrosoziologische [https://de.wikipedia.org/wiki/Reifikation Reifizierungen] der Gesamtgesellschaft ablehnt. Ein zweiter Ansatz ist die Sozialisationstheorie von Klaus Hurrelmann, die Persönlichkeitsentwicklung als einen permanenten produktiven Prozess der Verarbeitung von innerer Realität (Körper, Psyche) und äußerer Realität (soziale und physische Umwelt) konzipiert.</p> | |||
=== <span id="Gliederung_nach_der_Reichweite_der_Theoreme">Gliederung nach der Reichweite der Theoreme</span> === | |||
<p>Ferner lassen sich Themenbereiche der Soziologie auch danach unterscheiden, ob sie der „allgemeinen“ Soziologie zuzurechnen sind, also generelle Gültigkeit beanspruchen, oder ob es sich dabei um Themen einer „speziellen“ Soziologie handelt. Theoretisch gehören die soziologischen „Methoden“ zur allgemeinen Theorie, in der Hochschulpraxis werden sie aber oft gesondert betrieben.</p> | |||
==== <span id="Allgemeine_Soziologie">Allgemeine Soziologie</span> ==== | |||
<p>Zur „Allgemeinen Soziologie“ zählen die Kategorien und Hypothesen, mit denen soziales Verhalten in den verschiedenen Lebensbereichen erklärt wird.<sup id="cite_ref-12" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#cite_note-12 [12]]</sup> Dazu gehören Sachgebiete wie das Verhältnis von [https://de.wikipedia.org/wiki/Akteur Akteur] und Gesellschaft oder Person und sozialem System, sowie die Struktur und der Wandel von Gesellschaften bzw. sozialen Systemen. Auch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Methodik Methoden] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Empirie empirischen] [https://de.wikipedia.org/wiki/Empirische_Sozialforschung Forschung] lassen sich hier einordnen.</p><p>Hauptthemen der Allgemeinen Soziologie sind beispielsweise: [https://de.wikipedia.org/wiki/Devianz Devianz], [https://de.wikipedia.org/wiki/Elite Eliten], [https://de.wikipedia.org/wiki/Funktionale_Differenzierung Funktionale Differenzierung], [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Gruppe Gruppen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschaft Herrschaft], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunikation Kommunikation], [https://de.wikipedia.org/wiki/Macht Macht], [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialisation Sozialisation], [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Handeln Soziales Handeln], [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Interaktion soziale Interaktion], [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Klasse Klassen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Mobilit%C3%A4t soziale Mobilität], [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Rolle soziale Rollen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Tausch_(Soziologie) sozialer Tausch], [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Ungleichheit soziale Ungleichheit], [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialer_Wandel sozialer Wandel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialstruktur Sozialstruktur], [https://de.wikipedia.org/wiki/Technik Technik].</p> | |||
==== <span id="Spezielle_Soziologien">Spezielle Soziologien</span> ==== | |||
<p>„Spezielle Soziologien“ – informell auch „Bindestrichsoziologien“ genannt – befassen sich mit den [https://de.wikipedia.org/wiki/Struktur_(Soziologie) Strukturen] und Prozessen gesellschaftlicher Teilsysteme oder institutioneller Bereiche der Gesellschaft.</p><p>Zu den speziellen Soziologien gehören beispielsweise [https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitssoziologie Arbeitssoziologie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftssoziologie Wirtschaftssoziologie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Techniksoziologie Techniksoziologie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Familiensoziologie Familiensoziologie] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Soziologie Politiksoziologie]. Durch die zunehmende [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Differenzierung Differenzierung] auch der Soziologie selbst bilden sich laufend weitere spezielle Soziologien.</p><div class="sieheauch" role="navigation"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_spezieller_Soziologien Liste spezieller Soziologien]</div><div role="navigation"><br></div><div role="navigation"> | |||
==== <span id="Empirische_Sozialforschung">Empirische Sozialforschung</span> ==== | |||
<p>Um eine der Soziologie angemessene [https://de.wikipedia.org/wiki/Methodik Methodik] der empirischen Erforschung sozialer Tatbestände wurde seit den Anfängen der Disziplin im sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Methodenstreit_(Sozialwissenschaften) Methodenstreit]gerungen.</p><p>Das umfangreiche methodische Instrumentarium der [https://de.wikipedia.org/wiki/Empirische_Sozialforschung empirischen Soziologie] lässt sich wie folgt untergliedern:</p> | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Qualitative_Sozialforschung Qualitative Sozialforschung] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Quantitative_Sozialforschung Quantitative Sozialforschung] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Historische_Soziologie Historische Soziologie] | |||
<p>Weiterhin existieren Kombinationen der verschiedenen Ansätze, die ''mixed methods'' genannt werden. Die sogenannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Objektive_Hermeneutik Objektive Hermeneutik] beansprucht dagegen, eine umfassende Forschungsmethodologie der Sozialwissenschaften zu formulieren, die gleichermaßen für quantifizierende Daten wie für natürlich protokollierte Ausdrucksgestalten der konkreten Lebenspraxis (wobei Protokolle per se schon „historisch“ sind) Anwendung findet. Die oben genannte Methodenunterscheidung wird von dieser Methodologie kritisiert und abgelehnt.</p> | |||
== <span id="Reine_und_angewandte_Soziologie">Reine und angewandte Soziologie</span> == | |||
<p>Obwohl der Unterschied zwischen einer reinen Theorie und ihrer Anwendung in vielen Wissenschaften gemacht wird und in den Bereich alltäglicher Vorverständnisse auch der Soziologie gehört, gibt es hier einen strengen und einen weniger festgelegten Gebrauch.</p><p>Im strengen Sinne hat [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_T%C3%B6nnies Ferdinand Tönnies] zwischen einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Axiom axiomatisch] abgestützten und begrifflich entfalteten „Reinen Soziologie“ und einer von dorther ausgehenden „Angewandten Soziologie“ unterschieden, bei der diese Begriffe [https://de.wikipedia.org/wiki/Deduktion deduktiv] an historische soziale Prozesse angelegt werden. Im ersten Fall bewegt man sich demnach im „Reich der Ideen“, im zweiten im „Reich der Wirklichkeit“.</p><p>Im weniger strengen Sinne versteht man unter angewandter Soziologie die Handhabung theoretischer Grundlagen zur Bearbeitung von Forschungsaufträgen. Der Erfolg einer soziologischen Theorierichtung ist dabei nicht nur von der intellektuellen Tüchtigkeit und wissenschaftlichen Bedeutung ihrer Begründer abhängig, sondern – [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftssoziologie wissenschaftssoziologisch] gesehen – durchaus auch von der [https://de.wikipedia.org/wiki/Nachfrage Nachfrage] nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologische_Beratung soziologischer Beratung] durch den [https://de.wikipedia.org/wiki/Markt_(Wirtschaftswissenschaft) Markt] beziehungsweise durch soziale Verbände oder die [https://de.wikipedia.org/wiki/Politik Politik], selten aber nachhaltiger auch durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Massenbewegung_(Soziologie) soziale Bewegungen].</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Marktforschung Markt-] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Meinungsforschung Wahlforschung] bieten die lukrativsten Aufträge für Soziologen, was die Entwicklung der quantitativen Methoden ([https://de.wikipedia.org/wiki/Statistik Statistik]) und der an die [https://de.wikipedia.org/wiki/Naturwissenschaft Naturwissenschaften] angelehnten Theorieansätze relativ begünstigt. Denn die Fragen sind meist eingeschränkt und auf die allernächste Zukunft bezogen. Viele ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Ceteris_paribus ceteris paribus]''-Bedingungen können also vorausgesetzt werden, ohne die Ergebnisse stark zu beeinträchtigen. Hier kam es, zuerst in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Staaten USA] (seit den späten 1940er Jahren auch in Deutschland) zur Gründung von Umfragefirmen und Meinungsforschungsinstituten.</p><p>Einige spezielle Teilgebiete ([https://de.wikipedia.org/wiki/Milit%C3%A4rsoziologie Militär-], [https://de.wikipedia.org/wiki/Medizinsoziologie Medizin-], [https://de.wikipedia.org/wiki/Sportsoziologie Sport-] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophensoziologie Katastrophensoziologie]) fragen soziologische Beratung nach, nicht aber die [https://de.wikipedia.org/wiki/Industrie-_und_Betriebssoziologie Industriesoziologie], seit das Fach in Deutschland in den 1970er Jahren aus den wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen [https://de.wikipedia.org/wiki/Fakult%C3%A4t_(Hochschule) Fakultäten] (Fachbereichen) in die philosophischen umgezogen ist; die [https://de.wikipedia.org/wiki/Organisationssoziologie Organisationssoziologie] wird nun vor allem in den USA fortgeführt. Eine beratende Funktion hat oftmals auch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtssoziologie Rechtssoziologie], die u. a. im Vorfeld geplanter Gesetze Wirkungs- und Evaluationsforschung betreibt; sie kann auch in Bereichen mit „weichen“ Rechtsverhältnissen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Arbitrage Arbitragen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Treu_und_Glauben Treu und Glauben], „nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Billigkeit billigem] Ermessen“) für eine Strukturierung sorgen. [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialr%C3%A4umliche_Struktur Sozialräumliche Strukturen] werden zu Planungszwecken von der Gemeinde- bzw. [https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtsoziologie Stadtsoziologie] untersucht.</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Brotlose_Kunst Brotlose Künste] sind hingegen zahlreiche spezielle Soziologien, die sich schlecht vermarkten lassen und quantitativen Methoden wenig zugänglich sind, etwa die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kunstsoziologie Kunst-], [https://de.wikipedia.org/wiki/Literatursoziologie Literatur-] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Religionssoziologie Religionssoziologie]. Also ist deren Forschungsfortschritt stark von der Forschungsfreiheit der Universitätssoziologie, von den Motiven der Wissenschaftler selbst und von den relativ geringen [https://de.wikipedia.org/wiki/Drittmittel Drittmittelzuschüssen] [https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinn%C3%BCtzigkeit gemeinnützig]denkender Förderer ([https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4zen Mäzene]) abhängig.</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Diktatur Diktaturen] lehnen eine – vor allem die Mentalität der Bevölkerung berücksichtigende und darüber Auskunft gebende – Soziologie ab; bei besonderem (dann oft geheimem) Beratungsbedarf erlauben auch sie vorübergehend soziologische Fragestellungen (beispielsweise in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Demokratische_Republik DDR] der 1980er Jahre im Bereich der angewandten [https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtsoziologie Stadt-] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendsoziologie Jugendsoziologie]).</p> | |||
== <span id="Bedeutende_Soziologen">Bedeutende Soziologen</span> == | |||
<p>Einige besonders bedeutsame soziologische Denker seit ihrem Begründer Auguste Comte seien hier aufgeführt. Eine solche Liste ist selbstverständlich anfechtbar.<sup id="cite_ref-13" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#cite_note-13 [13]]</sup></p><div class="sieheauch" role="navigation"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bedeutender_Soziologen Liste bedeutender Soziologen]</div><p>sowie die Liste von 150 soziologischen Klassikern auf Wikibooks.<sup id="cite_ref-14" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#cite_note-14 [14]]</sup></p> | |||
{| class="wikitable" style="height: 506px;" | |||
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| style="height: 22px; width: 948px;" | [https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_W._Adorno Theodor W. Adorno], [https://de.wikipedia.org/wiki/Raymond_Aron Raymond Aron], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Albert Hans Albert] | |||
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| style="height: 22px; width: 948px;" | [https://de.wikipedia.org/wiki/Zygmunt_Bauman Zygmunt Bauman], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Beck Ulrich Beck], [https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Bell_(Soziologe) Daniel Bell], [https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Bendix Reinhard Bendix], [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_L._Berger Peter L. Berger], [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Blau Peter M. Blau], [https://de.wikipedia.org/wiki/Raymond_Boudon Raymond Boudon], [https://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Bourdieu Pierre Bourdieu] | |||
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| style="height: 22px; width: 948px;" | [https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Castel Robert Castel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Claessens Dieter Claessens], [https://de.wikipedia.org/wiki/James_Samuel_Coleman James S. Coleman], [https://de.wikipedia.org/wiki/Auguste_Comte Auguste Comte], [https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Cooley Charles Cooley], [https://de.wikipedia.org/wiki/Lewis_Coser Lewis Coser] | |||
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| style="height: 22px; width: 948px;" | [https://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_Dahrendorf Ralf Dahrendorf], [https://de.wikipedia.org/wiki/W._E._B._Du_Bois W. E. B. Du Bois], [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89mile_Durkheim Émile Durkheim] | |||
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| style="height: 22px; width: 948px;" | [https://de.wikipedia.org/wiki/Shmuel_N._Eisenstadt Shmuel N. Eisenstadt], [https://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Elias Norbert Elias], [https://de.wikipedia.org/wiki/Jon_Elster Jon Elster], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_Esser Hartmut Esser], [https://de.wikipedia.org/wiki/Amitai_Etzioni Amitai Etzioni] | |||
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| style="height: 22px; width: 948px;" | [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas Jürgen Habermas], [https://de.wikipedia.org/wiki/Maurice_Halbwachs Maurice Halbwachs], [https://de.wikipedia.org/wiki/George_C._Homans George C. Homans], [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Horkheimer Max Horkheimer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Hurrelmann Klaus Hurrelmann] | |||
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| style="height: 22px; width: 948px;" | [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Felix_Lazarsfeld Paul F. Lazarsfeld], [https://de.wikipedia.org/wiki/M._Rainer_Lepsius M. Rainer Lepsius], [https://de.wikipedia.org/wiki/Siegwart_Lindenberg Siegwart Lindenberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Seymour_Martin_Lipset Seymour Martin Lipset], [https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Luckmann Thomas Luckmann], [https://de.wikipedia.org/wiki/Niklas_Luhmann Niklas Luhmann] | |||
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| style="height: 22px; width: 948px;" | [https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Wallerstein Immanuel Wallerstein], [https://de.wikipedia.org/wiki/Lester_Frank_Ward Lester Frank Ward], [https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Weber Alfred Weber], [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Weber Max Weber], [https://de.wikipedia.org/wiki/Edvard_Westermarck Edvard Westermarck], [https://de.wikipedia.org/wiki/William_Foote_Whyte William F. Whyte], [https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_von_Wiese Leopold von Wiese] | |||
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Version vom 10. Mai 2024, 11:38 Uhr
soziolog--ie Vorlage:lat.-frz.-dt.
- Soziologie f.
- ‘Wissenschaft zur Erforschung des Zusammenlebens in der Gesellschaft oder Gemeinschaft’,
- Übernahme (2. Hälfte 19. Jh.) von gleichbed. frz. sociologie, einer 1830 von A. Comte geprägten Zusammensetzung
- "Soziologie soll heißen: eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will." [1]
Soziologie (lateinisch socius ‚Gefährte‘ und -logie) ist eine Wissenschaft, die sich mit der empirischen und theoretischen Erforschung des sozialen Verhaltens befasst, also die Voraussetzungen, Abläufe und Folgen des Zusammenlebens von Menschen untersucht. Als systematisch-kritische Wissenschaft des Sozialen ging die Soziologie aus dem Zeitalter der Aufklärung hervor und nimmt als Sozialwissenschaft eine Mittelstellung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften ein. Ihren Namen erhielt sie von Auguste Comte, bevor sie sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als eigenständige universitäre Disziplin durchsetzte. Ferdinand Tönnies, Georg Simmel und Max Weber gelten als Begründer der deutschsprachigen Soziologie.
Gegenstand und Definition
Die Soziologie bildet den aus den Geisteswissenschaften entstandenen Kern der Sozialwissenschaften. Während andere sozialwissenschaftliche Disziplinen wie die Politikwissenschaft oder die Wirtschaftswissenschaften bestimmte Bereiche des Sozialen unter spezifischen Aspekten (Politik: Interessen sozialer Akteure; Wirtschaft: Knappheit) untersuchen, erforscht die Soziologie alle Aspekte des sozialen Zusammenlebens der Menschen in Gemeinschaften und Gesellschaften. Sie fragt nach Sinn und Strukturen des sozialen Handelns (Handlungstheorie) sowie nach den die Handlungen regulierenden Werten und Normen. Ihre Untersuchungsobjekte sind die Gesellschaft als Ganzes ebenso wie ihre Teilbereiche: soziale Systeme, Institutionen, Organisationen und Gruppen. Überdies befasst sich die Soziologie mit der gesellschaftlichen Integration und Desintegration, mit sozialer Ungleichheit, sozialen Konflikten und sozialem Wandel.
Weitere Themen, mit denen sich die Soziologie beschäftigt, sind Sozialstrukturen, Arbeit, Geschlechter, soziale Netzwerke, Gruppen, Kommunikationsmittel (Massenmedien), Migration, Alltag, Technik und Lebenswelt. Für viele dieser Themen haben sich spezielle Soziologien etabliert (siehe unten), andere – wie etwa die allgemeine Frage nach den Wechselwirkungen von Handeln und Struktur – sind Thema der allgemeinen Soziologie. Fragestellungen der Soziologie überschneiden sich häufig mit solchen der Sozialpsychologie und anderer Sozial- und Geisteswissenschaften, teilweise auch mit denen von Naturwissenschaften wie zum Beispiel der Neurobiologie.
Eine facheinheitliche Definition von Soziologie existiert nicht. Eine verbreitete Definition stammt von Max Weber, fokussiert auf das „soziale Handeln“.
„Soziologie soll heißen: eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will. ‚Handeln‘ soll dabei ein menschliches Verhalten […] heißen, wenn und insofern als der oder die Handelnden mit ihm einen subjektiven Sinn verbinden. ‚Soziales‘ Handeln aber soll ein solches Handeln heißen, welches seinem von dem oder den Handelnden gemeinten Sinn nach auf das Verhalten anderer bezogen wird und daran in seinem Ablauf orientiert ist.“ – Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft, 1920.
Inhaltsverzeichnis
- 1Gegenstand und Definition
- 2Geschichte
- 3Soziologisches Verstehen, soziologische Erklärung
- 4Untergliederung der Soziologie
- 5Reine und angewandte Soziologie
- 6Bedeutende Soziologen
- 7Zeitgenössische soziologische Ansätze
- 8Russland
- 9Siehe auch
- 10Literatur
- 11Fachzeitschriften (Auswahl)
- 12Weblinks
- 13Einzelnachweise
Soziologisches Verstehen, soziologische Erklärung
In der Soziologie als Wissenschaft des Sozialen sind Theorie und Erfahrung aufeinander bezogen. Empirisch gehaltvoll sowie den Regeln der Logik folgend, zielt sie darauf, das Beobachtete zu verstehen und dafür Erklärungen mit Hilfe allgemeiner Sätze (Axiome) zu entwickeln. Dem entspricht die Dualität der Untersuchungsansätze: hermeneutisch interpretierende einerseits und kausalanalytische Verfahren andererseits, wobei erstere die Teilnehmerperspektive, letztere die Beobachterperspektive einnehmen.[2]
Soziologische Theorien in Konkurrenz
Soziologische Theorien folgten dabei nie „demselben“ Paradigma, d. h., sie bezogen sich in ihrem wissenschaftlichen Ansatz nicht auf nur eine bestimmte Denkweise. Dies liegt an ihrem theoretischen Schwierigkeitsgrad – ihr Gegenstand ist hochkomplex.
Hinzu kommt: Bereits methodologisch, aber auch häufig aus moralischen Gründen verbietet sich meist das – oft klärende – Experiment; die stattdessen mögliche Befragung impliziert konzeptionelle und Interpretationsprobleme: Beispielsweise bringen Interviewer subjektive Aspekte ein, werden angeschwindelt, in Einzelfällen fälschen sie sogar die Aussagen. Die Soziologie bleibt also immer auch auf Beobachtungen angewiesen. Auch erscheinen je nach den konkreten Fragen die Paradigmata unterschiedlich erfolgversprechend, wenn die Ergebnisse darstellungslogisch ‚einfach‘ und sachlich, finanzierungsbedingt schnell oder kostensparend sein sollen.
Zwei erkenntnistheoretische Hauptansätze sind zu unterscheiden, wobei völlig wertungsfreie von weltanschaulichen Motiven unabhängige Forschungsergebnisse nicht erreicht, aber angestrebt werden können:
- Gehen Theorien axiomatisch davon aus, dass „einzelne Akteure sozial handeln“ (pauschal: „die Menschen machen die Gesellschaft“), und man könne auf dieser Grundlage alle soziologischen Fragen behandeln, so brauchen sie eine biologische, anthropologische und besonders eine biosoziologische Fundierung zu so hochkomplexen personalen Handlungsgrundlagen wie dem Willen oder der Rationalität eines Akteurs. Solche Theorien sind insofern problematisch, als sozial handelnde Akteure sowohl handelnde Subjekte als auch Objekte des sozialen Handelns anderer Akteure sind – anders als die forschenden Subjekte in den Naturwissenschaften (vgl. dazu die selbsterfüllende Prophezeiung).
- Gehen Theorien stattdessen von axiomatisch zu Grunde gelegten „überpersönlichen Einheiten“ aus, pauschal: „nicht die Individuen geben den Ausschlag“ (z. B. von Einheiten wie den einzelnen „Gesellschaften“, den sechs Residuen, den „vier grundsätzlich möglichen“ Kommunikationsweisen, den beiden Geschlechtern oder „der einen Menschheit“), so müssen deren sozialphilosophischeAusgangsdefinition je und je axiomatisch fundiert sein. Dies erweist sich als äußerst schwierig. Hinzu kommen Abgrenzungsprobleme zwischen zum Beispiel Kollektiven, Motiven, Systemen, Frau und Mann oder Menschen und Nichtmenschen (etwa Tieren oder Robotern).
Diese beiden Hauptkonzepte und ihre Überschneidungen sind die Grundlagen für die große Anzahl unterschiedlicher soziologischer Theorien (siehe unten die Beispiele unter Makrosoziologie und Mikrosoziologie). Hinzu kommt, dass „bei eingeschränkten Fragestellungen“ im soziologischen Alltag Forscher verschiedener wissenschaftstheoretischer Ausrichtung – dank eines in der Soziologie entwickelten umfangreichen mathematischen bis sozialhistorischen Methodenbaukastens – ähnliche bis gleiche, sowohl verlässliche, als auch gültige Befunde erheben.
In der Praxis verzichten viele Soziologen häufig darauf, einen einzigen epistemologischen Standpunkt einzunehmen und arbeiten je nach Fragestellung und Ressourcen mit verschiedenen Theorien und Methoden.
Einige zentrale Begriffe der Soziologie
Gesellschaft
Der Begriff Gesellschaft bezieht sich auf eine Summe von Beziehungen und Verhältnissen zwischen den einzelnen Menschen.[3][4] Nicht gemeint ist die bloße räumliche und mengenmäßige Anzahl von Individuen[4], sondern deren Sozialität.[5] Damit sind Strukturen aus relativ stabilen Verhaltensmustern bezeichnet, die ihren Ursprung im interaktiven menschlichen Handeln haben und in diesem Bereich ihre Wirkung erzielen.[5] Als allgemeinster Begriff von Gesellschaft wird „das jeweilig umfassendste System des menschlichen Zusammenlebens“ bezeichnet.[6] Über spezifischere Merkmale für eine Gesellschaft besteht in der Soziologie keine Einigung.[6]
Der Prozess, der aus Individuen Gesellschaftsmitglieder macht, wird „Vergesellschaftung“ genannt.
Institutionen wie der Staat, die Familie, das Recht oder die Erziehung werden heute als Unterkategorien (auch: Subsysteme) der Gesellschaft begriffen.[7] Die Unterscheidung zwischen Staat und Gesellschaft begründete den Beginn der Soziologie.[8]
Die Begriffe „das Soziale“ bzw. „Sozialität“ meinen den Forschungsgegenstand der Soziologie und entsprechen in ihrer Bedeutung häufig dem Begriff der „Gesellschaft“.[9] Präziser unterscheidet man „Sozialtheorie“, die begrifflich auf die Grundeinheiten abzielt, und „Gesellschaftstheorie“, die die Gesamtheit der Einheiten in den Blick nimmt und typischerweise auch eine Zeitdiagnose der historisch konkreten Gesellschaft beinhaltet.[10]
Soziales Handeln
Der Begriff Handeln bedeutet in der Soziologie nach Max Weber ein „Handeln“, das für den Handelnden mit „Sinn“ verbunden ist. Laut Max Weber definiert sich „soziales Handeln“ dadurch, dass es auf Andere bezogen, sinnhaft am Verhalten Anderer orientiert ist.
Sozialer Tatbestand
Ein „sozialer Tatbestand“ (fait social) ist nach Émile Durkheim „jede mehr oder minder festgelegte Art des Handelns, die die Fähigkeit besitzt, auf den Einzelnen einen äußeren Zwang auszuüben; oder auch, die im Bereiche einer gegebenen Gesellschaft allgemein auftritt, wobei sie ein von ihren individuellen Äußerungen unabhängiges Eigenleben besitzt.“[11]
Integration – Desintegration
Seit Auguste Comte wird in der Soziologie gefragt: „Was trennt, was verbindet die Menschen, was sorgt für Fortschritt und zugleich Ordnung?“ Dieses Thema wurde vor allem im Strukturfunktionalismus – so von Talcott Parsons – behandelt.
Sozialer Wandel
Mit dem sozialen Wandel als der umfassenden Veränderung von relativ stabilen Sozialstrukturen befasst sich die Soziologie seit ihrer Entstehungszeit; er spielt bereits im Denken Henri de Saint-Simons und von Karl Marx eine bedeutsame Rolle. Seine konzeptionelle Fassung erhielt er durch Ogburns Schrift Social Change (1922). In neuerer Zeit steht der soziale Wandel im Fokus von Modernisierungstheorien.
Soziale Norm
Soziale Normen sind Verhaltenserwartungen an Individuen und Gruppen in spezifischen sozialen Situationen mit unterschiedlich starken Verbindlichkeiten, die durch positive und negative Sanktionendurchgesetzt werden (siehe auch Soziale Erwünschtheit). Die Normgebundenheit sozialen Verhaltens ist ein frühes Thema der Soziologie. Mit ihr haben sich insbesondere Émile Durkheim und Talcott Parsons, in der deutschen Nachkriegssoziologie Ralf Dahrendorf und Heinrich Popitz beschäftigt.
Untergliederung der Soziologie
Gliederung nach den untersuchten Einheiten
Eine häufig vorzufindende Unterteilung der Soziologie unterscheidet zwischen
- dem Ausgangspunkt von ganzen Gesellschaften als Einheiten (Makrosoziologie) und
- dem Ausgangspunkt des sozialen Handelns und Interagierens der Akteure (Mikrosoziologie).
Unzufrieden mit dieser wissenschaftstheoretisch strengen Alternative sind Vertreter eines als „Mesosoziologie“ bezeichneten Blicks auf intermediäre Ebenen (Betonung des „Hin und Her“) und eines neuerdings als „Makro-Mikro-Soziologie“ bezeichneten Ansatzes, der prozessanalytisch Einseitigkeiten ausschließlicher Makro- und Mikro-Betrachtung zu überwinden beansprucht (Betonung des „Weder-noch“).
Makrosoziologie (Gesellschaft, Kollektiv, Struktur, System, Diskurs)
- Marxistische Soziologie
- Strukturalismus
- Funktionalismus
- Strukturfunktionalismus, s. u.
- Kritische Theorie, s. u.
- Systemtheorie, s. u.
- Kulturtheorie, s. u.
- Akteur-Netzwerk-Theorie
- Netzwerkforschung, Komplexes Netzwerk, (Soziales Netzwerk)
- Diskurstheorie, siehe Diskurs
<figure class="mw-default-size">[1]<figcaption>Eine Visualisierung eines sozialen Netzwerks</figcaption></figure>
Mikrosoziologie (Akteur, Individuum, Handeln)
- Konfliktsoziologie
- Symbolischer Interaktionismus
- Phänomenologische Soziologie
- Methodologischer Individualismus (insbesondere Theorie der rationalen Entscheidung, s. u.)
- Figuration (Soziologie) (umstrittene Zuordnung)
- Ethnomethodologie
- Hermeneutik insbesondere die Hermeneutische Wissenssoziologie sowie die Objektive Hermeneutik
- Pragmatismus
- Konstruktivismus insbesondere der Sozialkonstruktivismus
- Praxistheorie
- Behaviorismus
Mesosoziologie (Gruppe, Figuration, Organisation, Institution, Situation, Ritual, Subsystem u. a.)
Diese Theorie mittlerer Reichweite (vgl. Robert K. Merton) umschreibt z. B. die Soziologie der Institutionen, Rituale und Organisationen, Soziale Gruppen bzw. die Verbindung zwischen Mikro- und Makrosoziologie.
- Figuration (Soziologie)
- Organisationssoziologie
- Praxistheorie
- Soziologischer Neoinstitutionalismus
- Strukturationstheorie, s. u.
Makro-Mikro-Soziologie
Hier wird für den Ansatz von Norbert Elias, die Figurationssoziologie (auch Prozesssoziologie), eine über die Akteuranalyse hinausgehende strömungsstrukturelle (figurative) Grundlegung beansprucht, die jedoch makrosoziologische Reifizierungen der Gesamtgesellschaft ablehnt. Ein zweiter Ansatz ist die Sozialisationstheorie von Klaus Hurrelmann, die Persönlichkeitsentwicklung als einen permanenten produktiven Prozess der Verarbeitung von innerer Realität (Körper, Psyche) und äußerer Realität (soziale und physische Umwelt) konzipiert.
Gliederung nach der Reichweite der Theoreme
Ferner lassen sich Themenbereiche der Soziologie auch danach unterscheiden, ob sie der „allgemeinen“ Soziologie zuzurechnen sind, also generelle Gültigkeit beanspruchen, oder ob es sich dabei um Themen einer „speziellen“ Soziologie handelt. Theoretisch gehören die soziologischen „Methoden“ zur allgemeinen Theorie, in der Hochschulpraxis werden sie aber oft gesondert betrieben.
Allgemeine Soziologie
Zur „Allgemeinen Soziologie“ zählen die Kategorien und Hypothesen, mit denen soziales Verhalten in den verschiedenen Lebensbereichen erklärt wird.[12] Dazu gehören Sachgebiete wie das Verhältnis von Akteur und Gesellschaft oder Person und sozialem System, sowie die Struktur und der Wandel von Gesellschaften bzw. sozialen Systemen. Auch die Methoden der empirischen Forschung lassen sich hier einordnen.
Hauptthemen der Allgemeinen Soziologie sind beispielsweise: Devianz, Eliten, Funktionale Differenzierung, Gruppen, Herrschaft, Kommunikation, Macht, Sozialisation, Soziales Handeln, soziale Interaktion, Klassen, soziale Mobilität, soziale Rollen, sozialer Tausch, soziale Ungleichheit, sozialer Wandel, Sozialstruktur, Technik.
Spezielle Soziologien
„Spezielle Soziologien“ – informell auch „Bindestrichsoziologien“ genannt – befassen sich mit den Strukturen und Prozessen gesellschaftlicher Teilsysteme oder institutioneller Bereiche der Gesellschaft.
Zu den speziellen Soziologien gehören beispielsweise Arbeitssoziologie, Wirtschaftssoziologie, Techniksoziologie, Familiensoziologie und Politiksoziologie. Durch die zunehmende Differenzierung auch der Soziologie selbst bilden sich laufend weitere spezielle Soziologien.
- ↑ – Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft, 1920.