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„Skythen“ – Versionsunterschied

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<p>Als '''Skythen''' werden einige der [https://de.wikipedia.org/wiki/Reiterv%C3%B6lker Reiternomadenvölker] bezeichnet, die ab etwa dem 8./7. Jahrhundert v.&nbsp;Chr. die [https://de.wikipedia.org/wiki/Eurasische_Steppe eurasischen Steppen] nördlich des [https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzes_Meer Schwarzen Meeres] im heutigen [https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdrussland Südrussland] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ukraine Ukraine] von der unteren [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolga Wolga] und dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Kuban Kuban] bis zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Dnister Dnister] bewohnten. Sie wurden im 4./3. Jahrhundert v.&nbsp;Chr. von den kulturell nahestehenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Sarmaten Sarmaten], die sich als Stammesverband zuvor zwischen der unteren Wolga und der Südspitze des [https://de.wikipedia.org/wiki/Ural Ural] gebildet hatten, unterworfen und assimiliert. Ein Teil flüchtete auf die [https://de.wikipedia.org/wiki/Krim Krim], wo noch bis ins 3. Jahrhundert n.&nbsp;Chr. skythische Stammesverbände lebten.</p>[[file:220px-Skythian_archer_plate_BM_E135_by_Epiktetos.jpg|link=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Skythian_archer_plate_BM_E135_by_Epiktetos.jpg|220x213px]]
<p>Als '''Skythen''' werden einige der [https://de.wikipedia.org/wiki/Reiterv%C3%B6lker Reiternomadenvölker] bezeichnet, die ab etwa dem 8./7. Jahrhundert v.&nbsp;Chr. die [https://de.wikipedia.org/wiki/Eurasische_Steppe eurasischen Steppen] nördlich des [https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzes_Meer Schwarzen Meeres] im heutigen [https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdrussland Südrussland] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ukraine Ukraine] von der unteren [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolga Wolga] und dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Kuban Kuban] bis zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Dnister Dnister] bewohnten. Sie wurden im 4./3. Jahrhundert v.&nbsp;Chr. von den kulturell nahestehenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Sarmaten Sarmaten], die sich als Stammesverband zuvor zwischen der unteren Wolga und der Südspitze des [https://de.wikipedia.org/wiki/Ural Ural] gebildet hatten, unterworfen und assimiliert. Ein Teil flüchtete auf die [https://de.wikipedia.org/wiki/Krim Krim], wo noch bis ins 3. Jahrhundert n.&nbsp;Chr. skythische Stammesverbände lebten.</p>
 
[[Datei:220px-Skythian_archer_plate_BM_E135_by_Epiktetos.jpg|verweis=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Skythian_archer_plate_BM_E135_by_Epiktetos.jpg|mini|220x220px|Skythischer Bogenschütze – [https://de.wikipedia.org/wiki/Rotfigurige_Vasenmalerei rotfiguriger] Deckel des [https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Vasenmaler griechischen Vasenmalers] [https://de.wikipedia.org/wiki/Epiktetos_(Vasenmaler) Epiktetos], ca. 520–500 v.&nbsp;Chr.]]
Skythischer Bogenschütze –[https://de.wikipedia.org/wiki/Rotfigurige_Vasenmalerei rotfiguriger]
Sie hinterließen keine bekannten schriftlichen Aufzeichnungen, und alles, was man über sie weiß, beruht auf Bodenfunden und antiken Quellen anderer Kulturen.<sup id="cite_ref-EM_1-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Skythen#cite_note-EM-1 [1]]</sup> Nach dem antiken griechischen Geschichtsschreiber [https://de.wikipedia.org/wiki/Herodot Herodot] nannte sich der herrschende Klan ''Skoloten''; die Bezeichnung ''Skythen''stammt aus griechischen Quellen, ist jedoch nicht griechisch. Ihre Sprache wird dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Iranische_Sprachen (alt-)nordost-iranischen] Zweig der [https://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanische_Sprachen indogermanischen Sprachen] zugerechnet.<sup id="cite_ref-EM_1-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Skythen#cite_note-EM-1 [1]]</sup><p>Griechische und römische Quellen bezeichnen manchmal pauschal das gesamte Gebiet der kulturell und wohl auch sprachlich nahe verwandten Reiternomaden Osteuropas und Mittelasiens im 1. Jahrtausend v.&nbsp;Chr. als ''Skythien''. Dort lebten unter anderem auch die Stammesverbände der [https://de.wikipedia.org/wiki/Saken Saken] (vgl. auch die griechische Bezeichnung der nach Indien ausgewanderten Saken als „Indo-Skythen“), Sarmaten und [https://de.wikipedia.org/wiki/Massageten Massageten]. In der Archäologie wird dieser Kulturraum Skythiens im weiteren Sinne als „skythisch-sakischer Kulturraum“ oder „[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Skythisch-sakischer_Horizont&action=edit&redlink=1 Skythisch-sakischer Horizont]“ bezeichnet. Zu ihm zählen als älteste Kulturen (seit dem 9. Jahrhundert v.&nbsp;Chr.) auch einige [https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur_(Arch%C3%A4ologie) archäologische Kulturen] [https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdsibirische_Gebirge Südsibiriens] wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Tagar-Kultur Tagar-Kultur] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Minussinsk Minussinsker] Becken), [https://de.wikipedia.org/wiki/Pasyryk-Stufe Pasyryk-Kultur]([https://de.wikipedia.org/wiki/Altai Altai]), [https://de.wikipedia.org/wiki/Aldy-Bel-Kultur Aldy-Bel-Kultur] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Tuwa Tuwa]) und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Tes-Stufe Tes-Stufe] (Tuwa). Diese sind nicht aus Schriftquellen bekannt. Die sprachliche und ethnische Zugehörigkeit ihrer Träger ist unbekannt, aber ihre [https://de.wikipedia.org/wiki/Materielle_Kultur materielle Kultur] ähnelt derjenigen der Skythen am Schwarzen Meer. Aufgrund des Alters dieser südsibirischen Kulturen, der archäologisch erforschten Ausbreitung dieser Kultur vom Osten in den Westen und Südwesten und Herodots Angaben, dass die Skythen aus dem Osten kamen, gehen Archäologen von einer Herkunft der Skythen, Saken u.&nbsp;a. aus dieser Region aus.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Skythen#cite_note-2 [2]]</sup> Eine nach Osten abgewanderte Splittergruppe bildete die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ordos-Kultur Ordos-Kultur].</p><p>Nach bisherigen archäologischen Erkenntnissen waren die Stammesverbände des skythisch-sakischen Kulturraums die ersten in der Geschichte der [https://de.wikipedia.org/wiki/Eurasien eurasischen] [https://de.wikipedia.org/wiki/Steppe Steppe], die (bis auf wenige Ausnahmen) auf jahreszeitlich genutzte feste Ansiedlungen mit bescheidenem Ackerbau verzichteten und zum ganzjährig [https://de.wikipedia.org/wiki/Nomaden nomadisierenden] Leben als [https://de.wikipedia.org/wiki/Reiterv%C3%B6lker Reitervolk] übergingen.</p>
 
Deckel des[https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Vasenmaler griechischen Vasenmalers][https://de.wikipedia.org/wiki/Epiktetos_(Vasenmaler) Epiktetos]
 
, ca. 520–500 v.&nbsp;Chr.<p>Sie hinterließen keine bekannten schriftlichen Aufzeichnungen, und alles, was man über sie weiß, beruht auf Bodenfunden und antiken Quellen anderer Kulturen.<sup id="cite_ref-EM_1-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Skythen#cite_note-EM-1 [1]]</sup> Nach dem antiken griechischen Geschichtsschreiber [https://de.wikipedia.org/wiki/Herodot Herodot] nannte sich der herrschende Klan ''Skoloten''; die Bezeichnung ''Skythen''stammt aus griechischen Quellen, ist jedoch nicht griechisch. Ihre Sprache wird dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Iranische_Sprachen (alt-)nordost-iranischen] Zweig der [https://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanische_Sprachen indogermanischen Sprachen] zugerechnet.<sup id="cite_ref-EM_1-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Skythen#cite_note-EM-1 [1]]</sup></p><p>Griechische und römische Quellen bezeichnen manchmal pauschal das gesamte Gebiet der kulturell und wohl auch sprachlich nahe verwandten Reiternomaden Osteuropas und Mittelasiens im 1. Jahrtausend v.&nbsp;Chr. als ''Skythien''. Dort lebten unter anderem auch die Stammesverbände der [https://de.wikipedia.org/wiki/Saken Saken] (vgl. auch die griechische Bezeichnung der nach Indien ausgewanderten Saken als „Indo-Skythen“), Sarmaten und [https://de.wikipedia.org/wiki/Massageten Massageten]. In der Archäologie wird dieser Kulturraum Skythiens im weiteren Sinne als „skythisch-sakischer Kulturraum“ oder „[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Skythisch-sakischer_Horizont&action=edit&redlink=1 Skythisch-sakischer Horizont]“ bezeichnet. Zu ihm zählen als älteste Kulturen (seit dem 9. Jahrhundert v.&nbsp;Chr.) auch einige [https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur_(Arch%C3%A4ologie) archäologische Kulturen] [https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdsibirische_Gebirge Südsibiriens] wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Tagar-Kultur Tagar-Kultur] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Minussinsk Minussinsker] Becken), [https://de.wikipedia.org/wiki/Pasyryk-Stufe Pasyryk-Kultur]([https://de.wikipedia.org/wiki/Altai Altai]), [https://de.wikipedia.org/wiki/Aldy-Bel-Kultur Aldy-Bel-Kultur] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Tuwa Tuwa]) und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Tes-Stufe Tes-Stufe] (Tuwa). Diese sind nicht aus Schriftquellen bekannt. Die sprachliche und ethnische Zugehörigkeit ihrer Träger ist unbekannt, aber ihre [https://de.wikipedia.org/wiki/Materielle_Kultur materielle Kultur] ähnelt derjenigen der Skythen am Schwarzen Meer. Aufgrund des Alters dieser südsibirischen Kulturen, der archäologisch erforschten Ausbreitung dieser Kultur vom Osten in den Westen und Südwesten und Herodots Angaben, dass die Skythen aus dem Osten kamen, gehen Archäologen von einer Herkunft der Skythen, Saken u.&nbsp;a. aus dieser Region aus.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Skythen#cite_note-2 [2]]</sup> Eine nach Osten abgewanderte Splittergruppe bildete die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ordos-Kultur Ordos-Kultur].</p><p>Nach bisherigen archäologischen Erkenntnissen waren die Stammesverbände des skythisch-sakischen Kulturraums die ersten in der Geschichte der [https://de.wikipedia.org/wiki/Eurasien eurasischen] [https://de.wikipedia.org/wiki/Steppe Steppe], die (bis auf wenige Ausnahmen) auf jahreszeitlich genutzte feste Ansiedlungen mit bescheidenem Ackerbau verzichteten und zum ganzjährig [https://de.wikipedia.org/wiki/Nomaden nomadisierenden] Leben als [https://de.wikipedia.org/wiki/Reiterv%C3%B6lker Reitervolk] übergingen.</p>

Version vom 7. Juni 2024, 09:56 Uhr

Als Skythen werden einige der Reiternomadenvölker bezeichnet, die ab etwa dem 8./7. Jahrhundert v. Chr. die eurasischen Steppen nördlich des Schwarzen Meeres im heutigen Südrussland und der Ukraine von der unteren Wolga und dem Kuban bis zum Dnister bewohnten. Sie wurden im 4./3. Jahrhundert v. Chr. von den kulturell nahestehenden Sarmaten, die sich als Stammesverband zuvor zwischen der unteren Wolga und der Südspitze des Ural gebildet hatten, unterworfen und assimiliert. Ein Teil flüchtete auf die Krim, wo noch bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. skythische Stammesverbände lebten.

Skythischer Bogenschütze – rotfiguriger Deckel des griechischen Vasenmalers Epiktetos, ca. 520–500 v. Chr.

Sie hinterließen keine bekannten schriftlichen Aufzeichnungen, und alles, was man über sie weiß, beruht auf Bodenfunden und antiken Quellen anderer Kulturen.[1] Nach dem antiken griechischen Geschichtsschreiber Herodot nannte sich der herrschende Klan Skoloten; die Bezeichnung Skythenstammt aus griechischen Quellen, ist jedoch nicht griechisch. Ihre Sprache wird dem (alt-)nordost-iranischen Zweig der indogermanischen Sprachen zugerechnet.[1]

Griechische und römische Quellen bezeichnen manchmal pauschal das gesamte Gebiet der kulturell und wohl auch sprachlich nahe verwandten Reiternomaden Osteuropas und Mittelasiens im 1. Jahrtausend v. Chr. als Skythien. Dort lebten unter anderem auch die Stammesverbände der Saken (vgl. auch die griechische Bezeichnung der nach Indien ausgewanderten Saken als „Indo-Skythen“), Sarmaten und Massageten. In der Archäologie wird dieser Kulturraum Skythiens im weiteren Sinne als „skythisch-sakischer Kulturraum“ oder „Skythisch-sakischer Horizont“ bezeichnet. Zu ihm zählen als älteste Kulturen (seit dem 9. Jahrhundert v. Chr.) auch einige archäologische Kulturen Südsibiriens wie die Tagar-Kultur (Minussinsker Becken), Pasyryk-Kultur(Altai), Aldy-Bel-Kultur (Tuwa) und die Tes-Stufe (Tuwa). Diese sind nicht aus Schriftquellen bekannt. Die sprachliche und ethnische Zugehörigkeit ihrer Träger ist unbekannt, aber ihre materielle Kultur ähnelt derjenigen der Skythen am Schwarzen Meer. Aufgrund des Alters dieser südsibirischen Kulturen, der archäologisch erforschten Ausbreitung dieser Kultur vom Osten in den Westen und Südwesten und Herodots Angaben, dass die Skythen aus dem Osten kamen, gehen Archäologen von einer Herkunft der Skythen, Saken u. a. aus dieser Region aus.[2] Eine nach Osten abgewanderte Splittergruppe bildete die Ordos-Kultur.

Nach bisherigen archäologischen Erkenntnissen waren die Stammesverbände des skythisch-sakischen Kulturraums die ersten in der Geschichte der eurasischen Steppe, die (bis auf wenige Ausnahmen) auf jahreszeitlich genutzte feste Ansiedlungen mit bescheidenem Ackerbau verzichteten und zum ganzjährig nomadisierenden Leben als Reitervolk übergingen.