„Heide“ – Versionsunterschied
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Aktuelle Version vom 14. April 2025, 07:30 Uhr
Heide1 m. ‘Anhänger einer nichtchristlichen Religion’.
- Das Substantiv
- ahd. heidan (8. Jh.),
- mhd. mnd. mnl. nl. heiden,
- aengl. hǣþen,
- engl. heathen
- und die Adjektive
- ahd. heidan ‘heidnisch’, heidanisc,
- asächs. hēðin (vgl. auch die Substantivierung hēðino neben hēðin man),
- mnl. heiden,
- anord. heiðinn
- schließen sich an got. haiþnō ‘Heidin’ an,
- das Mark. 7, 26 griech. Hellēnís (Ἑλληνίς, Ἑλληνῐ́ς) ‘Hellenin, Griechin’, daher ‘Nicht-Jüdin’, wiedergibt.
- Man sieht in der got. Bildung, die mit der gotischen Mission ins Westgerm. gelangt,
- eine singularisierte Entlehnung aus griech. (neutestamentlich) tá éthnē (τὰ ἔθνη) ‘die Heiden’ (eigentlich ‘die Völker’).
- Für dieses ist, wie auch für griech. ethnikós (ἐθνικός) ‘zum (fremden) Volke gehörig, volkstümlich, heidnisch’, spätgriech. Aspirierung anzunehmen,
- Man kann ferner vermuten,
- daß got. haiþn- mit got. haiþi ‘Feld, Acker’ (s. Heide2 f.) in Verbindung gebracht
- und als ‘zum fremden (nichtchristlichen) Volk gehörig, auf dem freien, unbebauten Lande lebend’ verstanden wurde;
- vgl. W. Schulze Kl. Schr. 517 ff.
- Die im Nhd. gültige Form Heide
- tritt zuerst md. im 14. Jh. auf,
- setzt sich im 16. Jh. durch und bezeichnet, vor allem in der Sprache der Bibel,
- den Nichtjuden und Nichtchristen,
- im Mittelalter und bis ins 16. Jh. speziell auch den Mohammedaner,
- in neuerer Zeit ferner den dem Christentum Fernstehenden (vgl. moderner Heide).
- – heidnisch, Heidentum
Heide2 f. ‘ebenes unbebautes Land, Heidekraut, Erika’,
- WF
- ahd. heida (10. Jh.),
- mhd. heide,
- asächs. hēða,
- mnd. mnl. hēde, heide,
- nl. heide,
- aengl. hǣþ,
- engl. heath,
- anord. heiðr,
- swed. hed,
- got. haiþi ‘Feld, Acker’
- führen zusammen mit
- akymr. coit ‘Wald’,
- bret. coet, coat ‘Wald, Gehölz’
- auf uig. *kait- ‘Wald, unbebauter Landstrich’, das nur in germ. und kelt. Sprachen auftritt.
- Nicht gesichert ist die Zuordnung von
- lat. būcētum ‘(Kuh)trift’ (vgl. Walde/Hofmann ³1, 120).
- Heide bedeutet im Dt. ‘unfruchtbares, wildbewachsenes Land’,
- Oft steht Heide auch für auf kargen Böden wachsende lockere Waldgebiete (Bernauer, Rostocker, Dübener Heide).
- Die übertragene Verwendung
- für die eine Heidelandschaft kennzeichnenden unterschiedlichen Heidekrautgewächse, insbesondere Erika,
- ist ebenfalls seit dem Ahd. bezeugt;
- verdeutlichende Zusammensetzung hierfür ist Heidekraut.