„Werk:TDPC/52.1“ – Versionsunterschied
Die Seite wurde neu angelegt: „▷Bernardus: Audi quaeso me, si huius tui dicti habeo intellectum. Et converto me ad motum. In essentia enim illius video primo posse et ab illo generari actum atque ab utroque procedere movere, qui est nexus ipsius posse et actus. Omnis autem motus qui concipi potest non est sicut esse potest motus, quia potest esse tardior et velocior motus, et ideo in posse ipsius non est actus et nexus utriusque, quando non movetur actus sicut potest mov…“ |
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[[TDPC/146|▷]]Bernardus: Audi quaeso me, si huius tui dicti habeo intellectum. Et converto me ad motum. In essentia enim illius video primo posse et ab illo generari actum atque ab utroque procedere movere, qui est nexus ipsius posse et actus. Omnis autem motus qui concipi potest non est sicut esse potest motus, quia potest esse tardior et velocior motus, et ideo in posse ipsius non est actus et nexus utriusque, quando non movetur actus sicut potest moveri. Sed si motus esset id quod esse potest, tunc in posse foret actus et nexus aequaliter. Quantum posset tantum in posse esset actu. Et talis esset utriusque nexus. Ita de esse et nexu. Sed hic motus non intelligeretur. Nam cum esset id quod esse potest motus, utique neque maior neque minor esse posset et ita foret maximus pariter et minimus, velocissimus pariter et tardissimus seu quietissimus. Et quia foret motus cui quies non opponitur, ideo sublata oppositione nomen motus sibi non competeret, immo non plus foret motus quam non-motus, licet foret exemplar, forma, mensura et veritas omnis motus. | [[TDPC/146|▷]]Bernardus: Audi quaeso me, si huius tui dicti habeo intellectum. Et converto me ad motum. In essentia enim illius video primo posse et ab illo generari actum atque ab utroque procedere movere, qui est nexus ipsius posse et actus. Omnis autem motus qui concipi potest non est sicut esse potest motus, quia potest esse tardior et velocior motus, et ideo in posse ipsius non est actus et nexus utriusque, quando non movetur actus sicut potest moveri. Sed si motus esset id quod esse potest, tunc in posse foret actus et nexus aequaliter. Quantum posset tantum in posse esset actu. Et talis esset utriusque nexus. Ita de esse et nexu. Sed hic motus non intelligeretur. Nam cum esset id quod esse potest motus, utique neque maior neque minor esse posset et ita foret maximus pariter et minimus, velocissimus pariter et tardissimus seu quietissimus. Et quia foret motus cui quies non opponitur, ideo sublata oppositione nomen motus sibi non competeret, immo non plus foret motus quam non-motus, licet foret exemplar, forma, mensura et veritas omnis motus. | ||
Bernhard: Bitte, hör mich an und sage mir, ob ich deine Worte verstanden habe. Ich wende mich der Bewegung zu. In ihrer Seinsheit sehe ich zuerst das Können und die von ihm erzeugte Wirklichkeit; aus beiden geht das Bewegen hervor, das die Verknüpfung von Können und Wirklichkeit darstellt. Jede Bewegung, die begriffen werden kann, ist nicht so, wie die Bewegung sein kann; es gibt langsamere und schnellere Bewegung, und darum ist in ihrem Können nicht Wirklichkeit und die Verknüpfung, weil das als Wirklichkeit Bewegliche nicht so bewegt wird, wie es bewegt werden kann. Wäre aber die Bewegung das, was sie sein kann, dann wäre im Können gleicherweise auch die Wirklichkeit und die Verknüpfung. Soviel sie könnte, soviel wäre sie im Können Wirklichkeit, und genauso wäre sie die Verbindung beider. Ebenso verhält es sich mit Sein und Verknüpfung.<noinclude> | Bernhard: Bitte, hör mich an und sage mir, ob ich deine Worte verstanden habe. Ich wende mich der Bewegung zu. In ihrer Seinsheit sehe ich zuerst das Können und die von ihm erzeugte Wirklichkeit; aus beiden geht das Bewegen hervor, das die Verknüpfung von Können und Wirklichkeit darstellt. Jede Bewegung, die begriffen werden kann, ist nicht so, wie die Bewegung sein kann; es gibt langsamere und schnellere Bewegung, und darum ist in ihrem Können nicht Wirklichkeit und die Verknüpfung, weil das als Wirklichkeit Bewegliche nicht so bewegt wird, wie es bewegt werden kann. Wäre aber die Bewegung das, was sie sein kann, dann wäre im Können gleicherweise auch die Wirklichkeit und die Verknüpfung. Soviel sie könnte, soviel wäre sie im Können Wirklichkeit, und genauso wäre sie die Verbindung beider. Ebenso verhält es sich mit Sein und Verknüpfung. Aber diese Bewegung wird nicht erkannt. Wäre sie das, was sie sein kann, dann könnte sie nicht größer und nicht geringer sein, und wäre zugleich die größte und die geringste, die schnellste und langsamste oder ruhigste Bewegung; und weil sie jene Bewegung wäre, der die Ruhe nicht als Gegensatz gegenübersteht, würde ihr nach Aufhebung dieser Gegensätze der Name Bewegung nicht mehr entsprechen. Sie wäre nicht mehr Bewegung als nicht Bewegung, wenn sie auch Urbild, Gestalt, Maß und Wahrheit aller Bewegung wäre. | ||
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Version vom 26. Juni 2024, 18:01 Uhr
▷Bernardus: Audi quaeso me, si huius tui dicti habeo intellectum. Et converto me ad motum. In essentia enim illius video primo posse et ab illo generari actum atque ab utroque procedere movere, qui est nexus ipsius posse et actus. Omnis autem motus qui concipi potest non est sicut esse potest motus, quia potest esse tardior et velocior motus, et ideo in posse ipsius non est actus et nexus utriusque, quando non movetur actus sicut potest moveri. Sed si motus esset id quod esse potest, tunc in posse foret actus et nexus aequaliter. Quantum posset tantum in posse esset actu. Et talis esset utriusque nexus. Ita de esse et nexu. Sed hic motus non intelligeretur. Nam cum esset id quod esse potest motus, utique neque maior neque minor esse posset et ita foret maximus pariter et minimus, velocissimus pariter et tardissimus seu quietissimus. Et quia foret motus cui quies non opponitur, ideo sublata oppositione nomen motus sibi non competeret, immo non plus foret motus quam non-motus, licet foret exemplar, forma, mensura et veritas omnis motus.
Bernhard: Bitte, hör mich an und sage mir, ob ich deine Worte verstanden habe. Ich wende mich der Bewegung zu. In ihrer Seinsheit sehe ich zuerst das Können und die von ihm erzeugte Wirklichkeit; aus beiden geht das Bewegen hervor, das die Verknüpfung von Können und Wirklichkeit darstellt. Jede Bewegung, die begriffen werden kann, ist nicht so, wie die Bewegung sein kann; es gibt langsamere und schnellere Bewegung, und darum ist in ihrem Können nicht Wirklichkeit und die Verknüpfung, weil das als Wirklichkeit Bewegliche nicht so bewegt wird, wie es bewegt werden kann. Wäre aber die Bewegung das, was sie sein kann, dann wäre im Können gleicherweise auch die Wirklichkeit und die Verknüpfung. Soviel sie könnte, soviel wäre sie im Können Wirklichkeit, und genauso wäre sie die Verbindung beider. Ebenso verhält es sich mit Sein und Verknüpfung. Aber diese Bewegung wird nicht erkannt. Wäre sie das, was sie sein kann, dann könnte sie nicht größer und nicht geringer sein, und wäre zugleich die größte und die geringste, die schnellste und langsamste oder ruhigste Bewegung; und weil sie jene Bewegung wäre, der die Ruhe nicht als Gegensatz gegenübersteht, würde ihr nach Aufhebung dieser Gegensätze der Name Bewegung nicht mehr entsprechen. Sie wäre nicht mehr Bewegung als nicht Bewegung, wenn sie auch Urbild, Gestalt, Maß und Wahrheit aller Bewegung wäre.