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„Werk:TDPC/72“ – Versionsunterschied

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Version vom 1. Juli 2024, 20:06 Uhr

◀▷n. 72 Das Gespräch neigt sich seinem Ende zu und damit der Beantwortung der Themafrage nach der Abbild- haftigkeit der Welt. Bernhard muß nicht den Beweis antreten, daß die Welt in allem schön ist, die Rede vom pulcher cosmos behauptet nicht den ordo in der Weise, daß er auf die Zweckmäßigkeit oder Schönheit des Weltganzen abhebt, sondern ein Kleines, etwa ein Kreisel kann ausreichen, das Ganze sichtbar zu machen (vgl. n. 74,7f.; 54,6f.). »Aus der Schöpfung erkennen« bezeichnet bei Cusanus keine der Frageweisen, wie man sie aus den ge- läufigen Gottesbeweisen kennt, es ist vielmehr eine phänomenologische Beschreibung. »Quid igitur est mundus nisi invisibilis dei apparitio? Quid deus nisi visibilium invisi- bilitas?« ( 6-8 ) Diese zwei Sätze fassen zusammen, was wir in Auslegung der verschiedenen aenigmata ausführten. Ein aenigma wird erst von Gott her zu dem was es ist. Von der Koinzidenz her, die in Gott statthat, werden auch im Bereich des Weltlichen Horizonte des Ineinanderfallens entdeckt (etwa die Ineinander-Uberführbarkeit von motus und quies). So ist das aenigma ein Phänomen, das Licht wirft auf Gott und zugleich selbst alles Licht von Gott hat. Es macht aufmerksam auf Gott, und zugleich wird man erst von Gott her auf das aenigma aufmerksam. So verbindet sich im aenigma selbst Licht und Dunkel.▷


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