„Ludwig das Kind“ – Versionsunterschied
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<p>'''Ludwig IV., das Kind''' (* September oder Oktober [https://de.wikipedia.org/wiki/893 893] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Alt%C3%B6tting Altötting]; † 20. oder 24. September [https://de.wikipedia.org/wiki/911 911]wahrscheinlich in [https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt_am_Main Frankfurt am Main]) war der einzige eheliche und damit legitime Sohn des [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-deutscher_Kaiser Kaisers][https://de.wikipedia.org/wiki/Arnolf_von_K%C3%A4rnten Arnolf von Kärnten] mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Konradiner Konradinerin] [https://de.wikipedia.org/wiki/Oda_(Ostfrankenreich) Oda]. Am 4. Februar 900 wurde Ludwig im Alter von sechs Jahren in der [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigspfalz Pfalz] [https://de.wikipedia.org/wiki/Forchheim Forchheim] zum [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-deutscher_K%C3%B6nig König] des [https://de.wikipedia.org/wiki/Ostfrankenreich Ostfrankenreiches] erhoben. Seine Krönung ist die älteste überlieferte ostfränkische Königskrönung.</p><div class="mw-heading mw-heading2"> | |||
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</div><p>Trotz seines kindlichen Alters wurde Ludwig zum Zentrum des staatlichen Lebens. Eine eigene Regierung konnte er jedoch nicht ausbilden, da er sehr oft krank und deshalb auch körperlich zu schwach war. Tatsächliche Herrscher waren der Adel und die Bischöfe, was vermuten lässt, dass gerade Ludwigs schwächliche Konstitution Grund für seine Erhebung war.</p><p>Seine einflussreichsten Berater waren Bischof [https://de.wikipedia.org/wiki/Hatto_I. Hatto von Mainz] und Bischof [https://de.wikipedia.org/wiki/Salomo_III._von_Konstanz Salomo III. von Konstanz]. Unter ihrem Einfluss wurde der Kampf um die Vorherrschaft im Stammesherzogtum [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Franken Franken] vor dem Königsgericht gegen die [https://de.wikipedia.org/wiki/Popponen fränkischen Babenberger] zu Gunsten der [https://de.wikipedia.org/wiki/Konradiner Konradiner]entschieden (→ [https://de.wikipedia.org/wiki/Babenberger_Fehde Babenberger Fehde]) und Ludwigs Neffe [https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_I._(Ostfrankenreich) Konrad der Jüngere] zum Herzog ernannt. Gegen die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ungarneinf%C3%A4lle Einfälle der Ungarn] konnte Ludwig sich nicht behaupten, 907 wurde ein Heer unter Markgraf Luitpold von Bayern in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Pressburg Schlacht von Pressburg] vernichtend geschlagen.</p><p>Ludwig starb am 20. oder 24. September 911 im Alter von 17 oder 18 Jahren, vermutlich in [https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt_am_Main Frankfurt am Main]. Mit seinem Tod erlosch die Linie der ostfränkischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Karolinger Karolinger]. Bei der Bestimmung eines Nachfolgers entschieden sich die Herzöge im Reich gegen den westfränkischen König [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_III._(Frankreich) Karl den Einfältigen] und wählten mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_I._(Ostfrankenreich) Konrad dem Jüngeren] einen aus ihren eigenen Reihen zum König. Ludwigs letzte Ruhestätte befindet sich in [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Sankt_Emmeram St. Emmeram] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Regensburg Regensburg], wo auch sein Vater Arnolf von Kärnten beigesetzt wurde.</p><div class="mw-heading mw-heading2"> | </div><p>Trotz seines kindlichen Alters wurde Ludwig zum Zentrum des staatlichen Lebens. Eine eigene Regierung konnte er jedoch nicht ausbilden, da er sehr oft krank und deshalb auch körperlich zu schwach war. Tatsächliche Herrscher waren der Adel und die Bischöfe, was vermuten lässt, dass gerade Ludwigs schwächliche Konstitution Grund für seine Erhebung war.</p><p>Seine einflussreichsten Berater waren Bischof [https://de.wikipedia.org/wiki/Hatto_I. Hatto von Mainz] und Bischof [https://de.wikipedia.org/wiki/Salomo_III._von_Konstanz Salomo III. von Konstanz]. Unter ihrem Einfluss wurde der Kampf um die Vorherrschaft im Stammesherzogtum [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Franken Franken] vor dem Königsgericht gegen die [https://de.wikipedia.org/wiki/Popponen fränkischen Babenberger] zu Gunsten der [https://de.wikipedia.org/wiki/Konradiner Konradiner]entschieden (→ [https://de.wikipedia.org/wiki/Babenberger_Fehde Babenberger Fehde]) und Ludwigs Neffe [https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_I._(Ostfrankenreich) Konrad der Jüngere] zum Herzog ernannt. Gegen die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ungarneinf%C3%A4lle Einfälle der Ungarn] konnte Ludwig sich nicht behaupten, 907 wurde ein Heer unter Markgraf Luitpold von Bayern in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Pressburg Schlacht von Pressburg] vernichtend geschlagen.</p><p>Ludwig starb am 20. oder 24. September 911 im Alter von 17 oder 18 Jahren, vermutlich in [https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt_am_Main Frankfurt am Main]. Mit seinem Tod erlosch die Linie der ostfränkischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Karolinger Karolinger]. Bei der Bestimmung eines Nachfolgers entschieden sich die Herzöge im Reich gegen den westfränkischen König [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_III._(Frankreich) Karl den Einfältigen] und wählten mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_I._(Ostfrankenreich) Konrad dem Jüngeren] einen aus ihren eigenen Reihen zum König. Ludwigs letzte Ruhestätte befindet sich in [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Sankt_Emmeram St. Emmeram] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Regensburg Regensburg], wo auch sein Vater Arnolf von Kärnten beigesetzt wurde.</p><div class="mw-heading mw-heading2"> | ||
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*[https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=118729462 Literatur über Ludwig das Kind] im Katalog der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Nationalbibliothek Deutschen Nationalbibliothek] | *[https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=118729462 Literatur über Ludwig das Kind] im Katalog der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Nationalbibliothek Deutschen Nationalbibliothek] | ||
[[Kategorie:Persönlichkeit]] | |||
Version vom 18. Juli 2024, 10:13 Uhr

Ludwig IV., das Kind (* September oder Oktober 893 in Altötting; † 20. oder 24. September 911wahrscheinlich in Frankfurt am Main) war der einzige eheliche und damit legitime Sohn des KaisersArnolf von Kärnten mit der Konradinerin Oda. Am 4. Februar 900 wurde Ludwig im Alter von sechs Jahren in der Pfalz Forchheim zum König des Ostfrankenreiches erhoben. Seine Krönung ist die älteste überlieferte ostfränkische Königskrönung.
Leben
Trotz seines kindlichen Alters wurde Ludwig zum Zentrum des staatlichen Lebens. Eine eigene Regierung konnte er jedoch nicht ausbilden, da er sehr oft krank und deshalb auch körperlich zu schwach war. Tatsächliche Herrscher waren der Adel und die Bischöfe, was vermuten lässt, dass gerade Ludwigs schwächliche Konstitution Grund für seine Erhebung war.
Seine einflussreichsten Berater waren Bischof Hatto von Mainz und Bischof Salomo III. von Konstanz. Unter ihrem Einfluss wurde der Kampf um die Vorherrschaft im Stammesherzogtum Franken vor dem Königsgericht gegen die fränkischen Babenberger zu Gunsten der Konradinerentschieden (→ Babenberger Fehde) und Ludwigs Neffe Konrad der Jüngere zum Herzog ernannt. Gegen die Einfälle der Ungarn konnte Ludwig sich nicht behaupten, 907 wurde ein Heer unter Markgraf Luitpold von Bayern in der Schlacht von Pressburg vernichtend geschlagen.
Ludwig starb am 20. oder 24. September 911 im Alter von 17 oder 18 Jahren, vermutlich in Frankfurt am Main. Mit seinem Tod erlosch die Linie der ostfränkischen Karolinger. Bei der Bestimmung eines Nachfolgers entschieden sich die Herzöge im Reich gegen den westfränkischen König Karl den Einfältigen und wählten mit Konrad dem Jüngeren einen aus ihren eigenen Reihen zum König. Ludwigs letzte Ruhestätte befindet sich in St. Emmeram in Regensburg, wo auch sein Vater Arnolf von Kärnten beigesetzt wurde.
Literatur
- Hans-Werner Goetz: „Dux“ und „Ducatus“. Begriffs- und verfassungsgeschichtliche Untersuchungen zur Entstehung des sogenannten „jüngeren“ Stammesherzogtums, Bochum 1977, ISBN 3-921543-66-5.
- Paul Fridolin Kehr: Die Kanzlei Ludwigs des Kindes, Berlin 1940.
- Thilo Offergeld: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter, Hannover 2001, ISBN 3-7752-5450-1. (Rezension)
- Alois Schmid: Ludwig das Kind. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 5. Artemis & Winkler, München/Zürich 1991, ISBN 3-7608-8905-0, Sp. 2175.
- Theodor Schieffer: Ludwig das Kind. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 15, Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 3-428-00196-6, S. 329–331 (Digitalisat).
Weblinks
- Literatur über Ludwig das Kind im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek