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| [[Definitionsregeln|▶]]Der zu definierende [[Begriff (Philosophie)|Begriff]] einer Definition ist das ''[[Definiendum]]'', die Menge der definierenden [[Merkmale]] ist das ''[[Definiens]]''. Soll beispielsweise „[[Junggeselle]]“ definiert werden, so ist dieses Wort das Definiendum und „männlicher, lediger Erwachsener“ das Definiens. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Bedeutung des Definiens bekannt ist; das Definiendum wird als [[synonym]] festgelegt.<ref><span class="reference-text">[https://www.google.de/books/edition/Gablers_Wirtschafts_Lexikon/iqiyBgAAQBAJ?hl=de&gbpv=1&dq=definition+bestandteil+in+lexika&pg=PA1166&printsec=frontcover Reinhold Sellien/Helmut Sellien, ''Gablers Wirtschafts-Lexikon'', Band 2, 1988, Sp. 1165]</span></ref> Wissenschaftliche Definitionen müssen zudem seit [[Aristoteles (Universalgelehrter)|Aristoteles]] (lateinisch [[Genus proximum et differentia specifica]]) einheitlich zunächst den nächsthöheren [[Gattungsbegriff (Philosophie)|Gattungsbegriff]] (lateinisch [[genus proximum]]) und dann den [[Artunterschied]] (lateinisch [[differentia specifica]]) enthalten<ref><span class="reference-text">Aristoteles, ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Topik_(Aristoteles) Topik]'' I/8, 103b, S. 15 f.; ders., ''Topik (latinus)'' VI/5, 143a 15</span></ref>, um vollständig zu sein.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Apel Max Apel]/Peter Ludz, ''Philosophisches Wörterbuch'', 1958, S. 58 f.; [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783110067293 ISBN 978-3-11-006729-3]</span></ref> Diese klassische Definitionsregel ist trotz einiger Kritikpunkte als Grundmodell<ref><span class="reference-text">Fischer Kolleg Abiturwissen, ''Deutsch'', 2002, S. 166</span></ref> weiterhin „für sehr viele Fälle […] brauchbar“.<ref><span class="reference-text">Albert Menne, ''Definition'', in: Hermann Krings/Hans Michael Baumgartner/Christoph Wild, ''Handbuch Philosophischer Grundbegriffe'', 1973, S. 268, 271; [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783466400560 ISBN 978-3-466-40056-0]</span></ref> Beim Junggesellen ist der Gattungsbegriff „Erwachsener“, der Artunterschied „männlich und ledig“. Die ''[[definitio abundans|abundante Definition]]'' gibt außer den wesentlichen auch unwesentliche Merkmale an, die ''zu weite Definition'' gibt zu viele, die ''zu enge Definition'' zu wenig wesentliche Merkmale an.<ref><span class="reference-text">Max Apel/Peter Ludz, ''Philosophisches Wörterbuch'', 1958, S. 59</span></ref> | | [[Definitionsregeln|▶]] |
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| Unzulässig als Definitionsfehler sind [[Zirkeldefinitionen]], wenn in der Definition eines Begriffs auf diesen zu definierenden Begriff selbst zurückgegriffen wird,<ref><span class="reference-text">[https://www.google.de/books/edition/Wissenschaftstheorie_und_Experimentalmet/mpmbEAAAQBAJ?hl=de&gbpv=1&dq=zirkeldefinition&pg=PA107&printsec=frontcover Rainer Westermann, ''Wissenschaftstheorie und Experimentalmethodik'', 2000, S. 106]</span></ref> also das Definiendum als Bestandteil des Definiens auftaucht. [[Empfindungen]] als „Elemente des bewussten [[Erleben|Erlebens]]“ zu definieren, ist eine Zirkeldefinition, denn das „bewusste Erleben“ ist die „Gesamtheit aller Empfindungen“.<ref><span class="reference-text">James Drewer/Werner D Fröhlich, ''dtv Wörterbuch zur Psychologie'', 1970, S. 72</span></ref>
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| Welche Regeln des Definierens man einhält, ist grundsätzlich abhängig davon, welcher Definitionslehre zu folgen man sich entschieden hat. Auch die ''klassischen Definitionsregeln'' lassen sich auf Aristoteles zurückführen;<ref><span class="reference-text">Aristoteles, ''[[Analytica posteriora (Aristoteles)|Analytica posteriora]], [[Organon (Aristoteles)|Organon]]:'' zit. nach Kondakow 1983, S. 81.</span></ref> sie werden heute weiterhin verbreitet angewandt, gelten teilweise jedoch auch als veraltet und werden in der modernen Wissenschaft oft als nicht sehr hilfreich angesehen.
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| # Ein [[Begriff (Philosophie)|Begriff]] wird durch seine nächsthöhere [[Gattung (Biologie)|Gattung]] und den [[Artunterschied]] definiert (lateinisch [[praecisio definitionis|Praecisio definitionis]]).
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| # Der Artunterschied muss ein [[Merkmal]] oder eine Gruppe von Merkmalen sein, die nur dem vorliegenden Begriff zukommen und bei anderen Begriffen fehlen, die zur selben Gattung gehören.
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| # Eine Definition muss angemessen sein, d. h., weder zu weit noch zu eng gefasst sein.
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| # Eine Definition darf keinen [[Zirkelschluss]] enthalten.
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| # Eine Definition darf keine [[Kontradiktionen|logischen Widersprüche]] enthalten.
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| # Eine Definition darf nicht nur negativ bestimmt sein.
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| # Eine Definition darf keine [[Mehrdeutigkeiten]] enthalten.
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| === Nichtkreativität ===
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| Von einigen Autoren wird die Nichtkreativität von Definitionen gefordert. Damit ist gemeint, dass unter Hinzunahme der Definition zu einer Theorie nichts erschlossen werden kann, was nicht bereits ohne jene Definition erschließbar wäre.<ref><span class="reference-text">P. Suppes: ''<span lang="en">Introduction to logic.</span>'' Princeton 1957.</span></ref>
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| === Eliminierbarkeit ===
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| Wenn eine [[Äquivalenzdefinition]] korrekt gebildet ist, kann in allen Sätzen das Definiendum durch das Definiens oder das Definiens durch das Definiendum ersetzt werden, ohne dass sich der [[Wahrheitswert]] der Aussage ändert. Diese Eigenschaft gilt aber nicht für alle Definitionsarten, z. B. nicht für partielle oder rekursive Definitionen.
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| Die Eliminierbarkeit gilt auch nicht, wenn man sich auf der Metaebene befindet. Zum Beispiel folgt aus der Definition „Ein Schimmel ist ein weißes Pferd“ und dem Satz „Der Ausdruck ‚Schimmel‘ hat acht Buchstaben“ nicht „‚Weißes Pferd‘ hat acht Buchstaben“.
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| === Zirkelfreiheit ===
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| <div role="navigation" class="sieheauch"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: [[idem per idem]]</div>[[Karl Christian Friedrich Krause]] formuliert als erstes „Grundgesetz der Definition“:<blockquote>„Die ''erste Forderung'' ist: ''das Zu-Definirende darf nicht wieder in der Definition vorkommen (terminus definitus non debet ingredi definitionem)'', denn wäre Diess, so erführe man ja nicht, Was das Zu-Definirende ist, es würde Dasselbe durch Dasselbe erklärt, ''idem per idem'', wie man sagt.“<ref name=":0"><span class="reference-text">[[Karl Christian Friedrich Krause]], herausgegeben von Hermann Karl von Leonhardi: ''Die Lehre vom Erkennen und von der Erkenntniss, als erste Einleitung in die Wissenschaft. Vorlesung für Gebildete aus allen Ständen''. Göttingen: Dietrich’sche Buchhandlung 1836, S. 502</span></ref></blockquote>Und Krause liefert auch gleich zwei Beispiele:<blockquote>„Z. B. es soll definirt werden der Begriff: ''Grund'', da sagt man gewöhnlich: der Grund von Etwas ist Dasjenige, wodurch dieses Etwas ist. Damit erfährt man aber gar nichts, denn es ist ''idem per idem'' definirt; man hat nur ein andres Wort eingeschoben anstatt ''Grund'', d. i. das Wort: ''durch'', welches synonym ist mit ''Grund''; oder wenn man den Raum definiren soll, und man sagt: der Raum ist die Form, wonach das Körperliche neben- und miteinander ist, hier ist ''idem per idem'' erklärt; weil man dann das Wort: ''neben'', schon räumlich versteht.“<ref name=":0" /></blockquote>Bei einer mittelbaren – und zulässigen – Zirkeldefinition werden im Definiens Begriffe verwendet, bei deren Definition wiederum mittelbar oder unmittelbar auf das ursprünglich zu definierende Wort zurückgegriffen wird. So wird in der Medizin „[[Gesundheit]]“ definiert als „Abwesenheit von [[Krankheit]]“, die „Krankheit“ entsprechend eine „Beeinträchtigung der Gesundheit.“ Es ist weit verbreitet, das Definiendum durch die [[Negation]] seines [[Gegensatz#Philosophie|Gegensatzes]] zu definieren, in der Physik beispielsweise „[[Kälte (Technik)#Begriff|Kälte]] als Entzug von [[Wärme]]“ zu erklären oder in der [[Volkswirtschaftslehre]] das „[[Sparen]]“ als „Verzicht auf [[Konsum]]“. Dies gelingt nicht immer, denn der „[[Tag]]“ kann nicht durch die „Abwesenheit von der [[Nacht]]“ definiert werden, weil zu einem [[Kalendertag]] sowohl der Tag als auch die Nacht gehören (''disjunktive Definition''). Vielmehr ist der Tag „der Zeitraum zwischen [[Sonnenaufgang]] und [[Sonnenuntergang]]“ (''operationale Definition'').
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| === Angemessenheit ===
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| Als drittes ''Grundgesetz der Definition'' bezeichnet Krause die Regel, dass eine Definition weder zu eng noch zu weit sein darf:<blockquote>„Eine ''dritte Forderung'' ist: ''eine Definition muss ihrem Definite angemessen seyn, sie darf nicht enger, sie darf nicht weiter seyn''.“<ref><span class="reference-text">Karl Christian Friedrich Krause, herausgegeben von Hermann Karl von Leonhardi: ''Die Lehre vom Erkennen und von der Erkenntniss, als erste Einleitung in die Wissenschaft. Vorlesung für Gebildete aus allen Ständen''. Göttingen: Dietrich’sche Buchhandlung 1836, S. 503</span></ref></blockquote>Eine zu weite Definition wäre „Ein Vogel ist ein eierlegendes Tier“, da auch Krokodile Eier legen.
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| === Kürze ===
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| Aristoteles<ref><span class="reference-text">Aristoteles: ''Topik'' VI 3</span></ref> und [[Marcus Tullius Cicero|Cicero]]<ref><span class="reference-text">Cicero: ''De Oratore.'' I 42, 189</span></ref> haben gefordert, dass eine Definition kurz sein soll. Dem steht entgegen, dass Definitionen mitunter sehr lang sind. Häufig deuten aber lange Definitionen darauf hin, dass sie Bestandteile enthalten, die nicht die Verwendung eines Ausdrucks erläutern, sondern zur Untersuchung des mit dem Ausdruck Bezeichneten gehören.
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| === Redundanzfreiheit ===
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| Eng verwandt mit der Forderung nach Kürze ist die Forderung nach Redundanzfreiheit. Nach dieser Forderung darf eine Definition keine Bestandteile enthalten, die aus dem Rest der Definition logisch folgen.
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| Beispiel: „Ein Parallelogramm ist ein Viereck, bei dem die Gegenseiten jeweils parallel und gleich lang sind sowie die Diagonalen sich gegenseitig halbieren“ ist redundant, da dieser Satz bereits aus dem Satz „Ein Parallelogramm ist ein Viereck, bei dem die Gegenseiten jeweils parallel sind“ folgt.<ref><span class="reference-text">Thomas Zoglauer: ''Einführung in die formale Logik für Philosophen''. Göttingen: Vanderhoeken & Ruprecht 2008 (4. Aufl.), 19</span></ref>
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| Ist eine Definition nicht redundanzfrei, spricht man von einer ''Definition mit [[Pleonasmus]]'' ([[definitio abundans]]).
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