„Methodik“ – Versionsunterschied
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<p>Methodik | f. ‘Wissenschaft von der wissenschaftlichen Verfahrensweise, Lehr-, Unterrichtskunde, festgelegte Art des Vorgehens’ (19. Jh.), vgl. griech. ''methodiká'' (''μεθοδικά''), Titel einer untergegangenen Schrift von [https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles] (eigentlich Neutr. Plur. von griech. ''methodikós'' '''methodisch''').</p> | <p>Methodik | f. ‘Wissenschaft von der wissenschaftlichen Verfahrensweise, Lehr-, Unterrichtskunde, festgelegte Art des Vorgehens’ (19. Jh.), vgl. griech. ''methodiká'' (''μεθοδικά''), Titel einer untergegangenen Schrift von [https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles] (eigentlich Neutr. Plur. von griech. ''methodikós'' '''methodisch''').</p><p>('''Methodologie'''), die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wissenschaft Wissenschaft] von den [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gesetz Gesetzen] u. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Regeln Regeln] für die verschiedenen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Object Objecte] des [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Unterricht Unterrichts] u. die einzelnen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Lehrgang Lehrgänge]; sie ist also der angewandte Theil der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Didaktik Didaktik]. (Pierer's Universal-Lexikon, Band 11. Altenburg 1860)</p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Methodik Methodik] ist in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftstheorie Wissenschaftstheorie] die Gesamtheit aller [https://de.wikipedia.org/wiki/System systematischen] [https://de.wikipedia.org/wiki/Vorgehensmodell Vorgehensweisen] bei der Gewinnung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnis Erkenntnissen] im Rahmen eines vorgegebenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Ziel Ziels]. | ||
Das Wort [https://de.wikipedia.org/wiki/Methode_(Erkenntnistheorie) Methode] setzt sich aus „nach, mit, zwischen“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Altgriechische_Sprache altgriechisch] μετα ''metá'') und „Weg“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Altgriechische_Sprache altgriechisch] ὁδός ''hodós'') zusammen, bedeutet also „der Weg zu etwas hin“.<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Methodik#cite_note-1 [1]]</sup> Das hiervon abgeleitete Wort Methodik ([https://de.wikipedia.org/wiki/Altgriechische_Sprache altgriechisch] μεϑοδική (τέχνη) ''methodikḗ (téchnē)'' „Kunst des planmäßigen Vorgehens“) wird für die Technik zur Anwendung von Methoden verwendet; „die Kunst, … eine Wissenschaft zu erlernen, insbesondere die Unterrichtskunst“ | |||
< | == '''Methōdik'''<ref>Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908,</ref> == | ||
<p>'''[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Meth%C5%8Ddik?hl=methodik Methōdik]''' ([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Methodologie Methodologie], griech.), [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Anweisung Anweisung] zur methodischen, d. h. folgerichtigen und zweckmäßigen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Losung Lösung] einer wissenschaftlichen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Aufgabe Aufgabe]. So spricht man von M. des akademischen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Stud%C4%ADum Studiums], des sprachlichen, mathematischen, musikalischen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Unterricht Unterrichts] etc. Als allgemeine wissenschaftliche M. kann die [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/L%C5%8Dgik Logik] angesehen werden. Außerdem ist öfters der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Versuch Versuch] gemacht worden, eine eingehendere allgemeine wissenschaftliche M. für alle Wissenszweige aufzustellen. Berühmt war im spätern [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Mittelalter Mittelalter] die große [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kunst+%5B1%5D Kunst] (''ars magna'') des Raimundus [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Lullus Lullus] (s. d.), die aber ihren Ruf kaum verdiente. Einflußreicher wurde das »''[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Novum Novum] organum scientiarum''« (1620) des [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Bacon Bacon] von Verulam durch die nachdrückliche [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Empfehlung Empfehlung] der bis dahin zurückgesetzten induktiven [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Meth%C5%8Dde Methode]. [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kant Kant] unterschied im [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Anschlu%C3%9F Anschluß] an die Wolffsche [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Schule Schule] zwischen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Elementarlehre Elementarlehre] oder [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Entwickelung+%5B1%5D Entwickelung] der in einem Wissensgebiet herrschenden [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Grundbegriffe Grundbegriffe] und [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Methodenlehre Methodenlehre] oder Anwendung dieser [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Grundbegriffe Grundbegriffe] auf die [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erfahrung Erfahrung]. Die neuere [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/L%C5%8Dgik Logik] (s. d.) hat diesen Unterschied im wesentlichen festgehalten und, der fortschreitenden [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Entwickelung+%5B1%5D Entwickelung] der Spezialwissenschaften folgend, insbes. der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Methodenlehre Methodenlehre] immer mehr [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Aufmerksamkeit Aufmerksamkeit] gewidmet; so ist nicht nur die Einsicht in die allgemeinen Formen der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Einteilung Einteilung], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Klassifikation Klassifikation], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Deduktion Deduktion], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Induktion+%5B1%5D Induktion] etc. vertieft, sondern es sind auch Wert und Bedeutung der einzelwissenschaftlichen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Result%C4%81t Resultate] vielfach schärfer bestimmt worden. Oft wird die [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Methodologie Methodologie] einer [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wissenschaft Wissenschaft] verbunden mit allgemeiner Übersicht ihrer Geschichte und ihres jeweiligen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Bestand Bestandes]; daher die [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Formel Formel]: »[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Enzyklop%C3%A4d%C4%ABe Enzyklopädie] und [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Methodologie Methodologie]« (vgl. [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Enzyklop%C3%A4d%C4%ABe Enzyklopädie], S. 850, wo verschiedene [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Beispiel Beispiele] angeführt sind). Vgl. [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Sigwart+%5B1%5D Sigwart], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/L%C5%8Dgik Logik], Bd. 2 (3. Aufl., [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Freiburg+%5B1%5D Freiburg] 1904); [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wundt Wundt], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/L%C5%8Dgik Logik], Bd. 2 (2. Aufl., Stuttg. 1894–95); [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Lotze Lotze], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/L%C5%8Dgik Logik] (2. Aufl., Leipz. 188073. [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Buch+%5B1%5D Buch]: Vom [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erkennen+%5B1%5D Erkennen]); Eisler, [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/W%C3%B6rterbuch Wörterbuch] der philosophischen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Begriff Begriffe] (2. Aufl., Berl. 1904, unter [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Methodenlehre Methodenlehre] etc.). </p><p></p> | |||
Version vom 1. April 2024, 18:58 Uhr
Methodik | f. ‘Wissenschaft von der wissenschaftlichen Verfahrensweise, Lehr-, Unterrichtskunde, festgelegte Art des Vorgehens’ (19. Jh.), vgl. griech. methodiká (μεθοδικά), Titel einer untergegangenen Schrift von Aristoteles (eigentlich Neutr. Plur. von griech. methodikós methodisch).
(Methodologie), die Wissenschaft von den Gesetzen u. Regeln für die verschiedenen Objecte des Unterrichts u. die einzelnen Lehrgänge; sie ist also der angewandte Theil der Didaktik. (Pierer's Universal-Lexikon, Band 11. Altenburg 1860)
Methodik ist in der Wissenschaftstheorie die Gesamtheit aller systematischen Vorgehensweisen bei der Gewinnung von Erkenntnissen im Rahmen eines vorgegebenen Ziels.
Das Wort Methode setzt sich aus „nach, mit, zwischen“ (altgriechisch μετα metá) und „Weg“ (altgriechisch ὁδός hodós) zusammen, bedeutet also „der Weg zu etwas hin“.[1] Das hiervon abgeleitete Wort Methodik (altgriechisch μεϑοδική (τέχνη) methodikḗ (téchnē) „Kunst des planmäßigen Vorgehens“) wird für die Technik zur Anwendung von Methoden verwendet; „die Kunst, … eine Wissenschaft zu erlernen, insbesondere die Unterrichtskunst“
Methōdik[1]
Methōdik (Methodologie, griech.), Anweisung zur methodischen, d. h. folgerichtigen und zweckmäßigen Lösung einer wissenschaftlichen Aufgabe. So spricht man von M. des akademischen Studiums, des sprachlichen, mathematischen, musikalischen Unterrichts etc. Als allgemeine wissenschaftliche M. kann die Logik angesehen werden. Außerdem ist öfters der Versuch gemacht worden, eine eingehendere allgemeine wissenschaftliche M. für alle Wissenszweige aufzustellen. Berühmt war im spätern Mittelalter die große Kunst (ars magna) des Raimundus Lullus (s. d.), die aber ihren Ruf kaum verdiente. Einflußreicher wurde das »Novum organum scientiarum« (1620) des Bacon von Verulam durch die nachdrückliche Empfehlung der bis dahin zurückgesetzten induktiven Methode. Kant unterschied im Anschluß an die Wolffsche Schule zwischen Elementarlehre oder Entwickelung der in einem Wissensgebiet herrschenden Grundbegriffe und Methodenlehre oder Anwendung dieser Grundbegriffe auf die Erfahrung. Die neuere Logik (s. d.) hat diesen Unterschied im wesentlichen festgehalten und, der fortschreitenden Entwickelung der Spezialwissenschaften folgend, insbes. der Methodenlehre immer mehr Aufmerksamkeit gewidmet; so ist nicht nur die Einsicht in die allgemeinen Formen der Einteilung, Klassifikation, Deduktion, Induktion etc. vertieft, sondern es sind auch Wert und Bedeutung der einzelwissenschaftlichen Resultate vielfach schärfer bestimmt worden. Oft wird die Methodologie einer Wissenschaft verbunden mit allgemeiner Übersicht ihrer Geschichte und ihres jeweiligen Bestandes; daher die Formel: »Enzyklopädie und Methodologie« (vgl. Enzyklopädie, S. 850, wo verschiedene Beispiele angeführt sind). Vgl. Sigwart, Logik, Bd. 2 (3. Aufl., Freiburg 1904); Wundt, Logik, Bd. 2 (2. Aufl., Stuttg. 1894–95); Lotze, Logik (2. Aufl., Leipz. 188073. Buch: Vom Erkennen); Eisler, Wörterbuch der philosophischen Begriffe (2. Aufl., Berl. 1904, unter Methodenlehre etc.).
- ↑ Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908,