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„Methode“ – Versionsunterschied

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Methoden<p>method + e&nbsp;| f.&nbsp;eigtl. 'Mitweg, Überweg, Zwischenweg ...'; „der zu befolgende Weg“</p>
[[method]][[-e]] [[eigtl.]] ‘das Nachgehen, Verfolgen, Nachforschen, Untersuchen’; [[sgm.]] '[[Mitweg]], [[Überweg]], [[Zwischenweg]] ...'; „der zu befolgende [[Weg]]“


<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>‘systematisches Vorgehen nach bestimmten Grundsätzen und Regeln, folgerichtiges Herangehen an eine Aufgabe’ (17. Jh.; vgl.&nbsp;frz.&nbsp;''méthode'', 16. Jh.), entlehnt aus&nbsp;lat.&nbsp;''methodus''&nbsp;f.,&nbsp;griech. ''méthodos''&nbsp;(''μέθοδος'') f. ‘nach bestimmten Regeln geordnetes Verfahren’, eigentlich ‘das Nachgehen, Verfolgen, Nachforschen, Untersuchen’; vgl.&nbsp;griech.&nbsp;''hodós''&nbsp;(''ὁδός'') ‘Weg’ und s.&nbsp;''meta''- ‘inmitten, zwischen, mit, nach, hinter’,.</p>
* Methode f. ‘systematisches Vorgehen nach bestimmten Grundsätzen und Regeln, folgerichtiges Herangehen an eine Aufgabe’ (17. Jh.; vgl. frz. ''méthode'', 16. Jh.),  
** entlehnt aus lat. ''[[methodus]]'' f.,  
*** grie. ''[[méthodos]]'' (''μέθοδος'') f. ‘nach bestimmten Regeln geordnetes Verfahren’,  
**** eigentlich ‘das Nachgehen, Verfolgen, Nachforschen, Untersuchen’;  
***** vgl. grie. ''[[hodós]]'' (''ὁδός'') ‘Weg’  
****** und s. [[meta-|''meta''-]] ‘inmitten, zwischen, mit, nach, hinter’,.
** Bereits im 16. Jh. in dt. Texten mit lat. Flexion für ‘Lehrart, Unterrichtsverfahren’.
* Von [[μετ᾽]] [[met᾽|''met''᾽]], „in Bezug auf die Verfolgung“ + ὁδός ''[[hodós]]'', „Weg“, wörtlich „der zu befolgende Weg“.


<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Bereits im 16. Jh. in&nbsp;dt.&nbsp;Texten mit&nbsp;lat.&nbsp;Flexion für ‘Lehrart, Unterrichtsverfahren’.</p>
* "Die Methode „ist ein wohl überlegtes, nach deutlich gedachten und fest vor Augen behaltenen Begriffen eingerichtetes Verfahren, in dem was man tut“.<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Methodik#cite_note-2 [2]]</sup>  
** Die Methode ist das Handwerkszeug aller [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftler Wissenschaftler].  
** Entsprechend sei das von Methode abgeleitete Wort Methodik „die Kunst, … eine Wissenschaft zu erlernen, insbesondere die Unterrichtskunst“. s. ''Methodik''"


<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Von μετ᾽ met᾽, „in Bezug auf die Verfolgung“ +‎ ὁδός hodós, „Weg“, wörtlich „der zu befolgende Weg“.</p>
== '''Methōde'''<ref>Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 709-710. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007082274 Lizenz:[http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei] Faksimiles: [http://www.zeno.org/Meyers-1905/K/meyers-1905-013-0709 709] | [http://www.zeno.org/Meyers-1905/K/meyers-1905-013-0710 710]</ref> ==
 
<p>'''[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Meth%C5%8Dde?hl=methode Methōde]''' (griech.''methŏdos'', »Weg« zu einem [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ziel+%5B1%5D Ziele], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Verfahren Verfahren]), im wissenschaftlichen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Sinne Sinne]: nach [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Grundsatz Grundsätzen] geregeltes [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Verfahren Verfahren] zur Erreichung bestimmter [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Zwecke Zwecke]; demnach die [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kunst+%5B1%5D Kunst], eine [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Reihe+%5B1%5D Reihe] von [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gedanke Gedanken] nach gewissen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Grundsatz Grundsätzen] so zu ordnen, daß dadurch entweder neue Erkenntnisse gewonnen, oder gewonnene Erkenntnisse andern in überzeugender Weise mitgeteilt werden. Hierfür gibt es zwei entgegengesetzte Wege, deren einer von allgemeinen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wahrheit Wahrheiten], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gesetz+%5B1%5D Gesetzen] und [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Begriff Begriffen] folgernd zum Einzelnen und Besondern hinableitet ([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Deduktion Deduktion]), während der andre umgekehrt von der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Beobachtung Beobachtung]des Einzelnen zur [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erkenntnis+%5B1%5D Erkenntnis] des [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Allgemein Allgemeinen] aufleitet ([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Induktion+%5B1%5D Induktion], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Anagoge Anagoge]). Diese beiden Wege unterschied anscheinend zuerst [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Sokr%C4%83tes Sokrates]; [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Platon+%5B1%5D Platon]und besonders [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Aristoteles Aristoteles] bildeten ihre [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erkenntnis+%5B1%5D Erkenntnis] weiter aus. Durch [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Eukleides Eukleides], den Mathematiker, wurden die beiden Methoden auch auf die [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Mathematik Mathematik] angewendet. Er bezeichnete sie zuerst mit den seither allgemein gewordenen Namen der Synthesis (''compositio'', [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Aufbau Aufbau], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Deduktion Deduktion]) und [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Analysis Analysis] (''resolutio'', [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Aufl%C3%B6sung Auflösung], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Induktion+%5B1%5D Induktion]). Da [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Eukleides Eukleides] in seinen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Element Elementen] der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Geometrie Geometrie] vorzugsweise die synthetische M. ([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Deduktion Deduktion]) anwandte, wurde diese später auch die geometrische M. genannt. Sie schreitet von allgemein anerkannten [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Grundsatz Grundsätzen] und [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Begriff Begriffen] ([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Axi%C5%8Dm Axiomen] und [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Definition Definitionen]) zu Ausstellung und [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Beweis+%5B1%5D Beweis] von [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Lehrsatz Lehrsätzen]([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Proposition Propositionen]) fort, aus denen endlich praktisch wichtige Folgerungen gezogen werden. Diese geometrische M. galt bis ins 17. Jahrh. allein als das eigentlich wissenschaftliche [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Verfahren Verfahren], wie denn noch [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Spin%C5%8Dza Spinoza] nach ihr seine [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ethik Ethik] anordnete. Seit [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Bacon Bacon] und [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Descartes Descartes], denen die italienische [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Naturphilosophie Naturphilosophie] und namentlich die neuere [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Astronomie Astronomie] vorgearbeitet hatte, wurde demgegenüber die [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Induktion+%5B1%5D Induktion]([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Analysis Analysis]) besonders bevorzugt, indem die Überzeugung immer mehr durchdrang, daß alles menschliche [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wissen+%5B1%5D Wissen] auf sinnlicher [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wahrnehmung Wahrnehmung] ruhe und analysierender Betrachtung der einzelnen Gegenstände und [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erscheinung Erscheinungen] sein [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Dasein Dasein] verdanke. Auf der sorgsamern Ausbildung dieser M. beruht vorzüglich der großartige Aufschwung der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Naturwissenschaft Naturwissenschaften] in den letzten Jahrhunderten, sie ist aber allen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Zweig Zweigen] des menschlichen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wissen+%5B1%5D Wissens] zugute gekommen. Wenn der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Sensualismus Sensualismus] des 18. Jahrhunderts, zumal in [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/England England] und [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Frankreich Frankreich], darin zu weit ging, daß er nur noch die [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Analysis Analysis] gelten lassen wollte, so versuchte die sogen. absolute [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Philosophie Philosophie] in [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Deutschland Deutschland] ([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Fichte+%5B1%5D Fichte], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Schelling Schelling], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Hegel Hegel]), anknüpfend an gewisse Äußerungen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kant Kants], die synthetische M. unter dem Namen Konstruktionsmethode (bei [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kant Kant] [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Architekt%C5%8Dnik Architektonik]) wieder zur [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Alleinherrschaft Alleinherrschaft] zu bringen, und das mit der einseitigen Überspannung, als könnte aus einem allgemeinsten [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Begriff Begriff] ohne Hilfe der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erfahrung Erfahrung] (''a priori'') das gesamte [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Syst%C4%93m System] der menschlichen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erkenntnis+%5B1%5D Erkenntnis] entwickelt oder konstruiert werden. Die kurze Herrschaft dieser [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Philosophie Philosophie] ist hauptsächlich an dem [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Einspruch Einspruch] der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Naturforschung Naturforschung] gegen ihre anmaßliche Selbsttäuschung gescheitert. In der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gegenwart Gegenwart] erkennt man ziemlich allgemein mit [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Goethe+%5B1%5D Goethe] an, daß »[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Analysis Analysis] und Synthesis, [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Induktion+%5B1%5D Induktion] und [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Deduktion Deduktion], beide zusammen, wie Aus- und Einatmen, das Leben der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wissenschaft Wissenschaften] ausmachen«. Zunächst muß die [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erkenntnis+%5B1%5D Erkenntnis] von der zergliedernden und vergleichenden Betrachtung des Einzelnen ausgehen. In der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Hypoth%C4%93se Hypothese] wird dann der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Versuch Versuch]gemacht, von der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Induktion+%5B1%5D Induktion] zur [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Deduktion Deduktion] überzugehen. Wird aus der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Hypoth%C4%93se Hypothese] durch praktische Erprobung ein anerkanntes [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gesetz+%5B1%5D Gesetz], so kann von hier aus synthetisch wieder zum Einzelnen fortgeschritten werden. Treffend nennt man seit [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kant Kant] die synthetische M. auch das progressive, die analytische das regressive [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Verfahren Verfahren]. Seit [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Descartes Descartes] ist ferner die letztere oft als M. der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erfindung Erfindung] (heuristische M.) bezeichnet worden. – Die genetische M., nach der man eine natürliche [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Bildung Bildung] oder eine organische [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Entwickelung+%5B1%5D Entwickelung] in ihrem allmählichen Entstehen vom Ursprung an beobachtend begleitet, ist jenen beiden Methoden nicht nebengeordnet, insofern sie unmittelbar nur bei der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Beobachtung Beobachtung] und Darstellung des Tatsächlichen Anwendung findet und an sich nur der Kenntnis, nicht der tiefer eindringenden [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erkenntnis+%5B1%5D Erkenntnis] der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ding+%5B1%5D Dinge] dient. Ihr verwandt ist die pragmatische M. der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Geschichtschreibung Geschichtschreibung], die das Tatsächliche in seinem natürlichen Zusammenhang der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Reihe+%5B1%5D Reihe] nach vorführt. Dialektische M. findet Anwendung bei [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Er%C3%B6rterung Erörterung] von [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Probl%C4%93m Problemen], indem man nach Art eines Zwiegespräches ([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Dial%C5%8Dg Dialoges]) für beide Glieder eines anscheinenden [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Widerspruch Widerspruches] das Für und Wider abwägt. Auch die von [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kant Kant]begründete kritische M. ist nicht eine dritte neben [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Analysis Analysis] und Synthesis, sondern eine unter Anwendung beider angestellte [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Untersuchung Untersuchung][http://www.zeno.org/Meyers-1905/K/meyers-1905-013-0709 [709]] »nicht der Fakta der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Vernunft Vernunft], sondern der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Vernunft Vernunft] selbst nach ihrem ganzen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Verm%C3%B6gen Vermögen] und Tauglichkeit zu reinen Erkenntnissen« oder Erkenntniskritik. Um richtige Anwendung von [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Analysis Analysis] und Synthesis handelt es sich ebenfalls bei der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Frage Frage] nach der eigentümlichen M. einer bestimmten [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wissenschaft Wissenschaft] oder eines einzelnen Forschers; s. [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Meth%C5%8Ddik Methodik], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Lehrform Lehrform], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Did%C3%A1ktik Didaktik] etc. Vgl. Eisler, [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/W%C3%B6rterbuch Wörterbuch] der philosophischen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Begriff Begriffe] (2. Aufl., Berl. 1904, unter »Methode« etc.); [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Lotze Lotze], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/L%C5%8Dgik Logik] (2. Aufl., Leipz. 1880; 3. [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Buch+%5B1%5D Buch]: Vom [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erkennen+%5B1%5D Erkennen]) und Literatur bei Artikel »[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/L%C5%8Dgik Logik]«.</p><p>In der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Mathematik Mathematik] unterscheidet man außer den schon erwähnten allgemeinen noch eine Menge besonderer Methoden, ja die ganze [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Mathematik Mathematik] ist so recht eigentlich eine [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wissenschaft Wissenschaft] der Methoden, da es bei ihr, wie schon [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Leibniz Leibniz] betont hat, nicht sowohl auf die einzelnen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Result%C4%81t Resultate] ankommt, als vielmehr auf die Methoden, d. h. auf die [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Mittel+%5B1%5D Mittel] und Wege, durch die man jedesmal eine ganze [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Klasse Klasse]von [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Aufgabe Aufgaben] zu gleicher Zeit lösen kann. Unter der großen Zahl der mathematischen Methoden nennen wir hier nur einige besonders wichtige: die Exhaustionsmethode ist ein von den [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Geom%C4%93ter Geometern] des [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Altertum Altertums], namentlich von [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Archim%C4%93des Archimedes] ausgebildetes [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Verfahren Verfahren] zur Berechnung von krummlinigen ebenen Figuren, krummer [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Oberfl%C3%A4chen Oberflächen] und Körperräumen; sie ist gleichbedeutend mit dem heutigen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Grenzverfahren Grenzverfahren] (s. [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Grenze+%5B1%5D Grenze]). Die von [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Descartes Descartes] angegebene M. der unbestimmten [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ko%C3%ABffizient Koeffizienten] dient zur [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Entwickelung+%5B1%5D Entwickelung]von [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Funktion+%5B1%5D Funktionen] in [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Potenzreihen Potenzreihen]; die [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ko%C3%ABffizient Koeffizienten] der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Reihe+%5B1%5D Reihe] werden zunächst unbestimmt gelassen, und aus den [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Eigenschaft Eigenschaften] der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Funktion+%5B1%5D Funktion] leitet man [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gleichung Gleichungen] ab, welche die [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ko%C3%ABffizient Koeffizienten] zu bestimmen gestatten. Über die M. der kleinsten [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Quadr%C4%81t Quadrate] s. [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wahrscheinlichkeit Wahrscheinlichkeit]. Die äußerst mannigfaltigen Konstruktionsmethoden der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Geometrie Geometrie] kommen im wesentlichen auf drei Arten hinaus: 1) die direkte, bei der man die gesuchten Punkte durch gerade [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Lin%C4%ADe Linien], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kreis+%5B1%5D Kreise] etc. (durch sogen. geometrische Örter) bestimmt, auf denen sie liegen, und die man konstruieren kann; 2) die indirekte, bei der man sich die gesuchte Figur gegeben denkt und durch [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Zieh Ziehen]von Hilfslinien eine andre Figur gewinnt, die aus den bekannten Stücken direkt konstruierbar ist, und aus der man dann die gesuchte ableiten kann; 3) die rechnerische, bei der man zunächst [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Formel Formeln] ableitet, welche die unbekannten Stücke der gesuchten Figur durch die bekannten ausdrücken, und diese [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Formel Formeln] so umgestaltet, daß sie aus lauter konstruierbaren [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ausdruck Ausdrücken] zusammengesetzt sind. Solch ein konstruierbarer [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ausdruck Ausdruck] ist z. B. x = √(a<sup>2</sup> + b<sup>2</sup>), wo die Unbekannte x die [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Hypoten%C5%ABse Hypotenuse] des rechtwinkligen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Dreieck+%5B1%5D Dreiecks] mit den [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kath%C4%93te Katheten] a und b darstellt.</p><p></p>
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>"Die Methode „ist ein wohl überlegtes, nach deutlich gedachten und fest vor Augen behaltenen Begriffen eingerichtetes Verfahren, in dem was man tut“.<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Methodik#cite_note-2 [2]]</sup>&nbsp;Die Methode ist das Handwerkszeug aller&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftler Wissenschaftler].&nbsp;Entsprechend sei das von Methode abgeleitete Wort Methodik „die Kunst, … eine Wissenschaft zu erlernen, insbesondere die Unterrichtskunst“. s. ''Methodik''"</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>'''[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Meth%C5%8Dde?hl=methode Methōde]'''&nbsp;(griech.''methŏdos'', »Weg« zu einem&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ziel+%5B1%5D Ziele],&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Verfahren Verfahren]), im wissenschaftlichen&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Sinne Sinne]: nach&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Grundsatz Grundsätzen]&nbsp;geregeltes&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Verfahren Verfahren]&nbsp;zur Erreichung bestimmter&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Zwecke Zwecke]; demnach die&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kunst+%5B1%5D Kunst], eine&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Reihe+%5B1%5D Reihe]&nbsp;von&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gedanke Gedanken]&nbsp;nach gewissen&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Grundsatz Grundsätzen]&nbsp;so zu ordnen, daß dadurch entweder neue Erkenntnisse gewonnen, oder gewonnene Erkenntnisse andern in überzeugender Weise mitgeteilt werden. Hierfür gibt es zwei entgegengesetzte Wege, deren einer von allgemeinen&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wahrheit Wahrheiten],&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gesetz+%5B1%5D Gesetzen]&nbsp;und&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Begriff Begriffen]&nbsp;folgernd zum Einzelnen und Besondern hinableitet ([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Deduktion Deduktion]), während der andre umgekehrt von der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Beobachtung Beobachtung]des Einzelnen zur&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erkenntnis+%5B1%5D Erkenntnis]&nbsp;des&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Allgemein Allgemeinen]&nbsp;aufleitet ([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Induktion+%5B1%5D Induktion],&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Anagoge Anagoge]). Diese beiden Wege unterschied anscheinend zuerst&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Sokr%C4%83tes Sokrates];&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Platon+%5B1%5D Platon]und besonders&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Aristoteles Aristoteles]&nbsp;bildeten ihre&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erkenntnis+%5B1%5D Erkenntnis]&nbsp;weiter aus. Durch&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Eukleides Eukleides], den Mathematiker, wurden die beiden Methoden auch auf die&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Mathematik Mathematik]&nbsp;angewendet. Er bezeichnete sie zuerst mit den seither allgemein gewordenen Namen der&nbsp;Synthesis&nbsp;(''compositio'',&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Aufbau Aufbau],&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Deduktion Deduktion]) und&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Analysis Analysis]&nbsp;(''resolutio'',&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Aufl%C3%B6sung Auflösung],&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Induktion+%5B1%5D Induktion]). Da&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Eukleides Eukleides]&nbsp;in seinen&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Element Elementen]&nbsp;der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Geometrie Geometrie]&nbsp;vorzugsweise die synthetische M. ([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Deduktion Deduktion]) anwandte, wurde diese später auch die&nbsp;geometrische&nbsp;M. genannt. Sie schreitet von allgemein anerkannten&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Grundsatz Grundsätzen]&nbsp;und&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Begriff Begriffen]&nbsp;([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Axi%C5%8Dm Axiomen]&nbsp;und&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Definition Definitionen]) zu Ausstellung und&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Beweis+%5B1%5D Beweis]&nbsp;von&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Lehrsatz Lehrsätzen]([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Proposition Propositionen]) fort, aus denen endlich praktisch wichtige Folgerungen gezogen werden. Diese geometrische M. galt bis ins 17. Jahrh. allein als das eigentlich wissenschaftliche&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Verfahren Verfahren], wie denn noch&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Spin%C5%8Dza Spinoza]&nbsp;nach ihr seine&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ethik Ethik]&nbsp;anordnete. Seit&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Bacon Bacon]&nbsp;und&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Descartes Descartes], denen die italienische&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Naturphilosophie Naturphilosophie]&nbsp;und namentlich die neuere&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Astronomie Astronomie]&nbsp;vorgearbeitet hatte, wurde demgegenüber die&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Induktion+%5B1%5D Induktion]([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Analysis Analysis]) besonders bevorzugt, indem die Überzeugung immer mehr durchdrang, daß alles menschliche&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wissen+%5B1%5D Wissen]&nbsp;auf sinnlicher&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wahrnehmung Wahrnehmung]&nbsp;ruhe und analysierender Betrachtung der einzelnen Gegenstände und&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erscheinung Erscheinungen]&nbsp;sein&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Dasein Dasein]&nbsp;verdanke. Auf der sorgsamern Ausbildung dieser M. beruht vorzüglich der großartige Aufschwung der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Naturwissenschaft Naturwissenschaften]&nbsp;in den letzten Jahrhunderten, sie ist aber allen&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Zweig Zweigen]&nbsp;des menschlichen&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wissen+%5B1%5D Wissens]&nbsp;zugute gekommen. Wenn der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Sensualismus Sensualismus]&nbsp;des 18. Jahrhunderts, zumal in&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/England England]&nbsp;und&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Frankreich Frankreich], darin zu weit ging, daß er nur noch die&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Analysis Analysis]&nbsp;gelten lassen wollte, so versuchte die sogen. absolute&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Philosophie Philosophie]&nbsp;in&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Deutschland Deutschland]&nbsp;([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Fichte+%5B1%5D Fichte],&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Schelling Schelling],&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Hegel Hegel]), anknüpfend an gewisse Äußerungen&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kant Kants], die synthetische M. unter dem Namen&nbsp;Konstruktionsmethode&nbsp;(bei&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kant Kant]&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Architekt%C5%8Dnik Architektonik]) wieder zur&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Alleinherrschaft Alleinherrschaft]&nbsp;zu bringen, und das mit der einseitigen Überspannung, als könnte aus einem allgemeinsten&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Begriff Begriff]&nbsp;ohne Hilfe der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erfahrung Erfahrung]&nbsp;(''a priori'') das gesamte&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Syst%C4%93m System]&nbsp;der menschlichen&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erkenntnis+%5B1%5D Erkenntnis]&nbsp;entwickelt oder konstruiert werden. Die kurze Herrschaft dieser&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Philosophie Philosophie]&nbsp;ist hauptsächlich an dem&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Einspruch Einspruch]&nbsp;der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Naturforschung Naturforschung]&nbsp;gegen ihre anmaßliche Selbsttäuschung gescheitert. In der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gegenwart Gegenwart]&nbsp;erkennt man ziemlich allgemein mit&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Goethe+%5B1%5D Goethe]&nbsp;an, daß »[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Analysis Analysis]&nbsp;und Synthesis,&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Induktion+%5B1%5D Induktion]&nbsp;und&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Deduktion Deduktion], beide zusammen, wie Aus- und Einatmen, das Leben der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wissenschaft Wissenschaften]&nbsp;ausmachen«. Zunächst muß die&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erkenntnis+%5B1%5D Erkenntnis]&nbsp;von der zergliedernden und vergleichenden Betrachtung des Einzelnen ausgehen. In der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Hypoth%C4%93se Hypothese]&nbsp;wird dann der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Versuch Versuch]gemacht, von der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Induktion+%5B1%5D Induktion]&nbsp;zur&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Deduktion Deduktion]&nbsp;überzugehen. Wird aus der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Hypoth%C4%93se Hypothese]&nbsp;durch praktische Erprobung ein anerkanntes&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gesetz+%5B1%5D Gesetz], so kann von hier aus synthetisch wieder zum Einzelnen fortgeschritten werden. Treffend nennt man seit&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kant Kant]&nbsp;die synthetische M. auch das progressive, die analytische das regressive&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Verfahren Verfahren]. Seit&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Descartes Descartes]&nbsp;ist ferner die letztere oft als M. der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erfindung Erfindung]&nbsp;(heuristische M.) bezeichnet worden. – Die&nbsp;genetische&nbsp;M., nach der man eine natürliche&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Bildung Bildung]&nbsp;oder eine organische&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Entwickelung+%5B1%5D Entwickelung]&nbsp;in ihrem allmählichen Entstehen vom Ursprung an beobachtend begleitet, ist jenen beiden Methoden nicht nebengeordnet, insofern sie unmittelbar nur bei der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Beobachtung Beobachtung]&nbsp;und Darstellung des Tatsächlichen Anwendung findet und an sich nur der Kenntnis, nicht der tiefer eindringenden&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erkenntnis+%5B1%5D Erkenntnis]&nbsp;der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ding+%5B1%5D Dinge]&nbsp;dient. Ihr verwandt ist die&nbsp;pragmatische&nbsp;M. der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Geschichtschreibung Geschichtschreibung], die das Tatsächliche in seinem natürlichen Zusammenhang der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Reihe+%5B1%5D Reihe]&nbsp;nach vorführt.&nbsp;Dialektische&nbsp;M. findet Anwendung bei&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Er%C3%B6rterung Erörterung]&nbsp;von&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Probl%C4%93m Problemen], indem man nach Art eines Zwiegespräches ([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Dial%C5%8Dg Dialoges]) für beide Glieder eines anscheinenden&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Widerspruch Widerspruches]&nbsp;das Für und Wider abwägt. Auch die von&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kant Kant]begründete&nbsp;kritische&nbsp;M. ist nicht eine dritte neben&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Analysis Analysis]&nbsp;und Synthesis, sondern eine unter Anwendung beider angestellte&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Untersuchung Untersuchung][http://www.zeno.org/Meyers-1905/K/meyers-1905-013-0709 [709]]&nbsp;»nicht der Fakta der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Vernunft Vernunft], sondern der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Vernunft Vernunft]&nbsp;selbst nach ihrem ganzen&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Verm%C3%B6gen Vermögen]&nbsp;und Tauglichkeit zu reinen Erkenntnissen« oder Erkenntniskritik. Um richtige Anwendung von&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Analysis Analysis]&nbsp;und Synthesis handelt es sich ebenfalls bei der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Frage Frage]&nbsp;nach der eigentümlichen M. einer bestimmten&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wissenschaft Wissenschaft]&nbsp;oder eines einzelnen Forschers; s.&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Meth%C5%8Ddik Methodik],&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Lehrform Lehrform],&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Did%C3%A1ktik Didaktik]&nbsp;etc. Vgl.&nbsp;Eisler,&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/W%C3%B6rterbuch Wörterbuch]&nbsp;der philosophischen&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Begriff Begriffe]&nbsp;(2. Aufl., Berl. 1904, unter »Methode« etc.);&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Lotze Lotze],&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/L%C5%8Dgik Logik]&nbsp;(2. Aufl., Leipz. 1880; 3.&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Buch+%5B1%5D Buch]: Vom&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Erkennen+%5B1%5D Erkennen]) und Literatur bei Artikel »[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/L%C5%8Dgik Logik]«.</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>In der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Mathematik Mathematik]&nbsp;unterscheidet man außer den schon erwähnten allgemeinen noch eine Menge besonderer Methoden, ja die ganze&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Mathematik Mathematik]&nbsp;ist so recht eigentlich eine&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wissenschaft Wissenschaft]&nbsp;der Methoden, da es bei ihr, wie schon&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Leibniz Leibniz]&nbsp;betont hat, nicht sowohl auf die einzelnen&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Result%C4%81t Resultate]&nbsp;ankommt, als vielmehr auf die Methoden, d. h. auf die&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Mittel+%5B1%5D Mittel]&nbsp;und Wege, durch die man jedesmal eine ganze&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Klasse Klasse]von&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Aufgabe Aufgaben]&nbsp;zu gleicher Zeit lösen kann. Unter der großen Zahl der mathematischen Methoden nennen wir hier nur einige besonders wichtige: die Exhaustionsmethode ist ein von den&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Geom%C4%93ter Geometern]&nbsp;des&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Altertum Altertums], namentlich von&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Archim%C4%93des Archimedes]&nbsp;ausgebildetes&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Verfahren Verfahren]&nbsp;zur Berechnung von krummlinigen ebenen Figuren, krummer&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Oberfl%C3%A4chen Oberflächen]&nbsp;und Körperräumen; sie ist gleichbedeutend mit dem heutigen&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Grenzverfahren Grenzverfahren]&nbsp;(s.&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Grenze+%5B1%5D Grenze]). Die von&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Descartes Descartes]&nbsp;angegebene M. der&nbsp;unbestimmten&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ko%C3%ABffizient Koeffizienten]&nbsp;dient zur&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Entwickelung+%5B1%5D Entwickelung]von&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Funktion+%5B1%5D Funktionen]&nbsp;in&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Potenzreihen Potenzreihen]; die&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ko%C3%ABffizient Koeffizienten]&nbsp;der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Reihe+%5B1%5D Reihe]&nbsp;werden zunächst unbestimmt gelassen, und aus den&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Eigenschaft Eigenschaften]&nbsp;der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Funktion+%5B1%5D Funktion]&nbsp;leitet man&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gleichung Gleichungen]&nbsp;ab, welche die&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ko%C3%ABffizient Koeffizienten]&nbsp;zu bestimmen gestatten. Über die M. der kleinsten&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Quadr%C4%81t Quadrate]&nbsp;s.&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wahrscheinlichkeit Wahrscheinlichkeit]. Die äußerst mannigfaltigen&nbsp;Konstruktionsmethoden&nbsp;der&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Geometrie Geometrie]&nbsp;kommen im wesentlichen auf drei Arten hinaus: 1) die direkte, bei der man die gesuchten Punkte durch gerade&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Lin%C4%ADe Linien],&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kreis+%5B1%5D Kreise]&nbsp;etc. (durch sogen. geometrische Örter) bestimmt, auf denen sie liegen, und die man konstruieren kann; 2) die indirekte, bei der man sich die gesuchte Figur gegeben denkt und durch&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Zieh Ziehen]von Hilfslinien eine andre Figur gewinnt, die aus den bekannten Stücken direkt konstruierbar ist, und aus der man dann die gesuchte ableiten kann; 3) die rechnerische, bei der man zunächst&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Formel Formeln]&nbsp;ableitet, welche die unbekannten Stücke der gesuchten Figur durch die bekannten ausdrücken, und diese&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Formel Formeln]&nbsp;so umgestaltet, daß sie aus lauter konstruierbaren&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ausdruck Ausdrücken]&nbsp;zusammengesetzt sind. Solch ein konstruierbarer&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Ausdruck Ausdruck]&nbsp;ist z. B. x = √(a<sup>2</sup>&nbsp;+ b<sup>2</sup>), wo die Unbekannte x die&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Hypoten%C5%ABse Hypotenuse]&nbsp;des rechtwinkligen&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Dreieck+%5B1%5D Dreiecks]&nbsp;mit den&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kath%C4%93te Katheten]&nbsp;a und b darstellt.</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Quelle:</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 709-710.</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Permalink:</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>[http://www.zeno.org/nid/20007082274 http://www.zeno.org/nid/20007082274]</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Lizenz:</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>[http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Faksimiles:</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>[http://www.zeno.org/Meyers-1905/K/meyers-1905-013-0709 709]&nbsp;|&nbsp;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/K/meyers-1905-013-0710 710]</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Kategorien:</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>[http://www.zeno.org/Kategorien/T/Lexikalischer+Artikel Lexikalischer Artikel]</p>

Version vom 29. Februar 2024, 05:28 Uhr

method-e eigtl. ‘das Nachgehen, Verfolgen, Nachforschen, Untersuchen’; sgm. 'Mitweg, Überweg, Zwischenweg ...'; „der zu befolgende Weg“

  • Methode f. ‘systematisches Vorgehen nach bestimmten Grundsätzen und Regeln, folgerichtiges Herangehen an eine Aufgabe’ (17. Jh.; vgl. frz. méthode, 16. Jh.),
    • entlehnt aus lat. methodus f.,
      • grie. méthodos (μέθοδος) f. ‘nach bestimmten Regeln geordnetes Verfahren’,
        • eigentlich ‘das Nachgehen, Verfolgen, Nachforschen, Untersuchen’;
          • vgl. grie. hodós (ὁδός) ‘Weg’
            • und s. meta- ‘inmitten, zwischen, mit, nach, hinter’,.
    • Bereits im 16. Jh. in dt. Texten mit lat. Flexion für ‘Lehrart, Unterrichtsverfahren’.
  • Von μετ᾽ met᾽, „in Bezug auf die Verfolgung“ + ὁδός hodós, „Weg“, wörtlich „der zu befolgende Weg“.
  • "Die Methode „ist ein wohl überlegtes, nach deutlich gedachten und fest vor Augen behaltenen Begriffen eingerichtetes Verfahren, in dem was man tut“.[2]
    • Die Methode ist das Handwerkszeug aller Wissenschaftler.
    • Entsprechend sei das von Methode abgeleitete Wort Methodik „die Kunst, … eine Wissenschaft zu erlernen, insbesondere die Unterrichtskunst“. s. Methodik"

Methōde[1]

Methōde (griech.methŏdos, »Weg« zu einem Ziele, Verfahren), im wissenschaftlichen Sinne: nach Grundsätzen geregeltes Verfahren zur Erreichung bestimmter Zwecke; demnach die Kunst, eine Reihe von Gedanken nach gewissen Grundsätzen so zu ordnen, daß dadurch entweder neue Erkenntnisse gewonnen, oder gewonnene Erkenntnisse andern in überzeugender Weise mitgeteilt werden. Hierfür gibt es zwei entgegengesetzte Wege, deren einer von allgemeinen Wahrheiten, Gesetzen und Begriffen folgernd zum Einzelnen und Besondern hinableitet (Deduktion), während der andre umgekehrt von der Beobachtungdes Einzelnen zur Erkenntnis des Allgemeinen aufleitet (Induktion, Anagoge). Diese beiden Wege unterschied anscheinend zuerst Sokrates; Platonund besonders Aristoteles bildeten ihre Erkenntnis weiter aus. Durch Eukleides, den Mathematiker, wurden die beiden Methoden auch auf die Mathematik angewendet. Er bezeichnete sie zuerst mit den seither allgemein gewordenen Namen der Synthesis (compositio, Aufbau, Deduktion) und Analysis (resolutio, Auflösung, Induktion). Da Eukleides in seinen Elementen der Geometrie vorzugsweise die synthetische M. (Deduktion) anwandte, wurde diese später auch die geometrische M. genannt. Sie schreitet von allgemein anerkannten Grundsätzen und Begriffen (Axiomen und Definitionen) zu Ausstellung und Beweis von Lehrsätzen(Propositionen) fort, aus denen endlich praktisch wichtige Folgerungen gezogen werden. Diese geometrische M. galt bis ins 17. Jahrh. allein als das eigentlich wissenschaftliche Verfahren, wie denn noch Spinoza nach ihr seine Ethik anordnete. Seit Bacon und Descartes, denen die italienische Naturphilosophie und namentlich die neuere Astronomie vorgearbeitet hatte, wurde demgegenüber die Induktion(Analysis) besonders bevorzugt, indem die Überzeugung immer mehr durchdrang, daß alles menschliche Wissen auf sinnlicher Wahrnehmung ruhe und analysierender Betrachtung der einzelnen Gegenstände und Erscheinungen sein Dasein verdanke. Auf der sorgsamern Ausbildung dieser M. beruht vorzüglich der großartige Aufschwung der Naturwissenschaften in den letzten Jahrhunderten, sie ist aber allen Zweigen des menschlichen Wissens zugute gekommen. Wenn der Sensualismus des 18. Jahrhunderts, zumal in England und Frankreich, darin zu weit ging, daß er nur noch die Analysis gelten lassen wollte, so versuchte die sogen. absolute Philosophie in Deutschland (Fichte, Schelling, Hegel), anknüpfend an gewisse Äußerungen Kants, die synthetische M. unter dem Namen Konstruktionsmethode (bei Kant Architektonik) wieder zur Alleinherrschaft zu bringen, und das mit der einseitigen Überspannung, als könnte aus einem allgemeinsten Begriff ohne Hilfe der Erfahrung (a priori) das gesamte System der menschlichen Erkenntnis entwickelt oder konstruiert werden. Die kurze Herrschaft dieser Philosophie ist hauptsächlich an dem Einspruch der Naturforschung gegen ihre anmaßliche Selbsttäuschung gescheitert. In der Gegenwart erkennt man ziemlich allgemein mit Goethe an, daß »Analysis und Synthesis, Induktion und Deduktion, beide zusammen, wie Aus- und Einatmen, das Leben der Wissenschaften ausmachen«. Zunächst muß die Erkenntnis von der zergliedernden und vergleichenden Betrachtung des Einzelnen ausgehen. In der Hypothese wird dann der Versuchgemacht, von der Induktion zur Deduktion überzugehen. Wird aus der Hypothese durch praktische Erprobung ein anerkanntes Gesetz, so kann von hier aus synthetisch wieder zum Einzelnen fortgeschritten werden. Treffend nennt man seit Kant die synthetische M. auch das progressive, die analytische das regressive Verfahren. Seit Descartes ist ferner die letztere oft als M. der Erfindung (heuristische M.) bezeichnet worden. – Die genetische M., nach der man eine natürliche Bildung oder eine organische Entwickelung in ihrem allmählichen Entstehen vom Ursprung an beobachtend begleitet, ist jenen beiden Methoden nicht nebengeordnet, insofern sie unmittelbar nur bei der Beobachtung und Darstellung des Tatsächlichen Anwendung findet und an sich nur der Kenntnis, nicht der tiefer eindringenden Erkenntnis der Dinge dient. Ihr verwandt ist die pragmatische M. der Geschichtschreibung, die das Tatsächliche in seinem natürlichen Zusammenhang der Reihe nach vorführt. Dialektische M. findet Anwendung bei Erörterung von Problemen, indem man nach Art eines Zwiegespräches (Dialoges) für beide Glieder eines anscheinenden Widerspruches das Für und Wider abwägt. Auch die von Kantbegründete kritische M. ist nicht eine dritte neben Analysis und Synthesis, sondern eine unter Anwendung beider angestellte Untersuchung[709] »nicht der Fakta der Vernunft, sondern der Vernunft selbst nach ihrem ganzen Vermögen und Tauglichkeit zu reinen Erkenntnissen« oder Erkenntniskritik. Um richtige Anwendung von Analysis und Synthesis handelt es sich ebenfalls bei der Frage nach der eigentümlichen M. einer bestimmten Wissenschaft oder eines einzelnen Forschers; s. Methodik, Lehrform, Didaktik etc. Vgl. Eisler, Wörterbuch der philosophischen Begriffe (2. Aufl., Berl. 1904, unter »Methode« etc.); Lotze, Logik (2. Aufl., Leipz. 1880; 3. Buch: Vom Erkennen) und Literatur bei Artikel »Logik«.

In der Mathematik unterscheidet man außer den schon erwähnten allgemeinen noch eine Menge besonderer Methoden, ja die ganze Mathematik ist so recht eigentlich eine Wissenschaft der Methoden, da es bei ihr, wie schon Leibniz betont hat, nicht sowohl auf die einzelnen Resultate ankommt, als vielmehr auf die Methoden, d. h. auf die Mittel und Wege, durch die man jedesmal eine ganze Klassevon Aufgaben zu gleicher Zeit lösen kann. Unter der großen Zahl der mathematischen Methoden nennen wir hier nur einige besonders wichtige: die Exhaustionsmethode ist ein von den Geometern des Altertums, namentlich von Archimedes ausgebildetes Verfahren zur Berechnung von krummlinigen ebenen Figuren, krummer Oberflächen und Körperräumen; sie ist gleichbedeutend mit dem heutigen Grenzverfahren (s. Grenze). Die von Descartes angegebene M. der unbestimmten Koeffizienten dient zur Entwickelungvon Funktionen in Potenzreihen; die Koeffizienten der Reihe werden zunächst unbestimmt gelassen, und aus den Eigenschaften der Funktion leitet man Gleichungen ab, welche die Koeffizienten zu bestimmen gestatten. Über die M. der kleinsten Quadrate s. Wahrscheinlichkeit. Die äußerst mannigfaltigen Konstruktionsmethoden der Geometrie kommen im wesentlichen auf drei Arten hinaus: 1) die direkte, bei der man die gesuchten Punkte durch gerade Linien, Kreise etc. (durch sogen. geometrische Örter) bestimmt, auf denen sie liegen, und die man konstruieren kann; 2) die indirekte, bei der man sich die gesuchte Figur gegeben denkt und durch Ziehenvon Hilfslinien eine andre Figur gewinnt, die aus den bekannten Stücken direkt konstruierbar ist, und aus der man dann die gesuchte ableiten kann; 3) die rechnerische, bei der man zunächst Formeln ableitet, welche die unbekannten Stücke der gesuchten Figur durch die bekannten ausdrücken, und diese Formeln so umgestaltet, daß sie aus lauter konstruierbaren Ausdrücken zusammengesetzt sind. Solch ein konstruierbarer Ausdruck ist z. B. x = √(a2 + b2), wo die Unbekannte x die Hypotenuse des rechtwinkligen Dreiecks mit den Katheten a und b darstellt.

  1. ↑ Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 709-710. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007082274 Lizenz:Gemeinfrei Faksimiles: 709 | 710