Zum Inhalt springen

„Physikalfeld“ – Versionsunterschied

aus AufEinWort, der freien Forschung
[ungesichtete Version][ungesichtete Version]
Die Seite wurde neu angelegt: „<p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Physik Physik] beschreibt ein '''Feld''' die räumliche Verteilung einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Physikalische_Gr%C3%B6%C3%9Fe physikalischen Größe]. Dabei kann es sich handeln um:</p> *ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Skalarfeld Skalarfeld] wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Temperatur Temperatur], das [https://de.wikipedia.org/wiki/Gravitationspotential Gravitationspotential] oder das [https://de.w…“
 
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1:
<p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Physik Physik] beschreibt ein '''Feld''' die räumliche Verteilung einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Physikalische_Gr%C3%B6%C3%9Fe physikalischen Größe]. Dabei kann es sich handeln um:</p>
In der [[Physik]] beschreibt ein '''Feld''' die räumliche Verteilung einer [[Physikalische Größe|physikalischen Größe]]. Dabei kann es sich handeln um:
*ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Skalarfeld Skalarfeld] wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Temperatur Temperatur], das [https://de.wikipedia.org/wiki/Gravitationspotential Gravitationspotential] oder das [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrostatik#Potential_und_Spannung elektrostatische Potential]
* ein [[Skalarfeld]] wie die [[Temperatur]], das [[Gravitationspotential]] oder das [[Elektrostatik #Potential und Spannung|elektrostatische Potential]]
*ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Vektorfeld Vektorfeld] wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Str%C3%B6mungsgeschwindigkeit Strömungsgeschwindigkeit], das [https://de.wikipedia.org/wiki/Gravitationsfeld Gravitationsfeld] oder das [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrisches_Feld elektrische Feld]
* ein [[Vektorfeld]] wie die [[Strömungsgeschwindigkeit]], das [[Gravitationsfeld]] oder das [[Elektrisches Feld|elektrische Feld]]
*ein höherdimensionales [https://de.wikipedia.org/wiki/Tensorfeld Tensorfeld] wie den [https://de.wikipedia.org/wiki/Energie-Impuls-Tensor Energie-Impuls-Tensor].
* ein höherdimensionales [[Tensorfeld]] wie den [[Energie-Impuls-Tensor]].
<p>Der Wert eines Feldes an einem bestimmten Ort wird in manchen Fällen [https://de.wikipedia.org/wiki/Feldst%C3%A4rke Feldstärke] genannt. Die Lehre von den physikalischen Feldern nennt man [https://de.wikipedia.org/wiki/Feldtheorie_(Physik) Feldtheorie].</p><p>Manche Felder sind darüber hinaus selbst physikalische Objekte:</p>
Der Wert eines Feldes an einem bestimmten Ort wird in manchen Fällen [[Feldstärke]] genannt. Die Lehre von den physikalischen Feldern nennt man [[Feldtheorie (Physik)|Feldtheorie]].
*Sie erfüllen [https://de.wikipedia.org/wiki/Bewegungsgleichung Bewegungsgleichungen], hier ''Feldgleichungen'' genannt. Für das [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrisches_Feld elektrische] und das [https://de.wikipedia.org/wiki/Magnetismus magnetische Feld] sind die [https://de.wikipedia.org/wiki/Maxwell-Gleichungen Maxwell-Gleichungen] die Bewegungsgleichungen.
 
*Wie Körper besitzen Felder Energie (die '''Feldenergie'''), Impuls und auch Drehimpuls. Die Kraftwirkung zwischen zwei Körpern im leeren Raum wird dadurch erklärt, dass ein Feld diese Größen von einem Körper aufnimmt und sie auf den anderen Körper überträgt.
Manche Felder sind darüber hinaus selbst physikalische Objekte:
<p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenfeldtheorie Quantenfeldtheorie] ist das Feld der fundamentale Begriff, aus dem alle Eigenschaften der Materie und Kräfte entwickelt werden. Ein Feld kann hier nur in definierten Stufen angeregt werden, die als Erzeugung einer entsprechenden Anzahl von [https://de.wikipedia.org/wiki/Feldquant Feldquanten]beschrieben werden. Alle bekannten Materieteilchen bestehen aus solchen Feldquanten bestimmter Felder, während die Kräfte zwischen ihnen durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Austauschteilchen Austauschteilchen], d.&nbsp;h. Feldquanten bestimmter anderer Felder, bewirkt werden. Die einzelnen Feldquanten sind die fundamentalen [https://de.wikipedia.org/wiki/Elementarteilchen Elementarteilchen].</p><div class="mw-heading mw-heading2">
* Sie erfüllen [[Bewegungsgleichung]]en, hier ''Feldgleichungen'' genannt. Für das [[Elektrisches Feld|elektrische]] und das [[Magnetismus|magnetische Feld]] sind die [[Maxwell-Gleichungen]] die Bewegungsgleichungen.
* Wie Körper besitzen Felder Energie (die '''Feldenergie'''), Impuls und auch Drehimpuls. Die Kraftwirkung zwischen zwei Körpern im leeren Raum wird dadurch erklärt, dass ein Feld diese Größen von einem Körper aufnimmt und sie auf den anderen Körper überträgt.
 
In der [[Quantenfeldtheorie]] ist das Feld der fundamentale Begriff, aus dem alle Eigenschaften der Materie und Kräfte entwickelt werden. Ein Feld kann hier nur in definierten Stufen angeregt werden, die als Erzeugung einer entsprechenden Anzahl von [[Feldquant]]en beschrieben werden. Alle bekannten Materieteilchen bestehen aus solchen Feldquanten bestimmter Felder, während die Kräfte zwischen ihnen durch [[Austauschteilchen]], d.&nbsp;h. Feldquanten bestimmter anderer Felder, bewirkt werden. Die einzelnen Feldquanten sind die fundamentalen [[Elementarteilchen]].
 
== Allgemeines ==
== Allgemeines ==
</div><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Verschiedene Auffassungen des Feldbegriffs ===
=== Verschiedene Auffassungen des Feldbegriffs ===
</div><p>Felder geben einerseits die räumliche Verteilung bestimmter physikalischer Eigenschaften an: Beispielsweise kann die räumliche Verteilung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Temperatur Temperatur] einer Herdplatte durch ein Temperaturfeld beschrieben werden oder die räumliche Verteilung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dichte Dichte] in einem [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rper_(Physik) Körper] durch ein Massendichtefeld. In diesem Sinne ist ein Feld ein mathematisches Hilfsmittel, das die eigentlich punktweise definierten physikalischen Eigenschaften eines ausgedehnten oder aus Untersystemen zusammengesetzten [https://de.wikipedia.org/wiki/Physikalisches_System Systems] in einer Größe, ''dem Feld'', zusammenfasst.</p><p>Ein Feld kann aber auch eine eigenständige physikalische [https://de.wikipedia.org/wiki/Entit%C3%A4t Entität] sein, die nicht als zusammengesetztes System oder mathematische Hilfsgröße angesehen werden darf. Das Feld kann dann genauso wie ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Teilchen Teilchen], ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Starrer_K%C3%B6rper starrer Körper] oder ein anderes physikalisches System einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Impuls Impuls] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Drehimpuls Drehimpuls] tragen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Energie Energie] enthalten und sich in [https://de.wikipedia.org/wiki/Angeregter_Zustand angeregten Zuständen] befinden. Beispielsweise ist ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtstrahl Lichtstrahl], der Energie durch den leeren Raum transportiert, wie durch den [https://de.wikipedia.org/wiki/Poynting-Vektor Poynting-Vektor] beschrieben, ein (zeitabhängiges) Feld und steht in der physikalischen Hierarchie der Entitäten auf der gleichen Ebene wie Teilchen oder andere [https://de.wikipedia.org/wiki/Materie_(Physik) Materie].<sup id="cite_ref-Bohm1980_1-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Feld_(Physik)#cite_note-Bohm1980-1 [1]]</sup></p><p>In diesem Sinne kann z.&nbsp;B. das [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrisches_Feld elektrische Feld] <span class="mwe-math-element">[[file:b375827a93b8457f9c1c0cf69e9ee013f4b80108|alt={\displaystyle {\vec {E}}({\vec {r}},t)}|300px]]</span> einerseits einfach nur als räumliche Verteilung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrische_Feldst%C3%A4rke elektrischen Feldstärke]angesehen werden, oder aber als eigenständiges nicht reduzierbares System.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
Felder geben einerseits die räumliche Verteilung bestimmter physikalischer Eigenschaften an: Beispielsweise kann die räumliche Verteilung der [[Temperatur]] einer Herdplatte durch ein Temperaturfeld beschrieben werden oder die räumliche Verteilung der [[Dichte]] in einem [[Körper (Physik)|Körper]] durch ein Massendichtefeld. In diesem Sinne ist ein Feld ein mathematisches Hilfsmittel, das die eigentlich punktweise definierten physikalischen Eigenschaften eines ausgedehnten oder aus Untersystemen zusammengesetzten [[Physikalisches System|Systems]] in einer Größe, ''dem Feld'', zusammenfasst.
 
Ein Feld kann aber auch eine eigenständige physikalische [[Entität]] sein, die nicht als zusammengesetztes System oder mathematische Hilfsgröße angesehen werden darf. Das Feld kann dann genauso wie ein [[Teilchen]], ein [[starrer Körper]] oder ein anderes physikalisches System einen [[Impuls]] und [[Drehimpuls]] tragen, [[Energie]] enthalten und sich in [[Angeregter Zustand|angeregten Zuständen]] befinden. Beispielsweise ist ein [[Lichtstrahl]], der Energie durch den leeren Raum transportiert, wie durch den [[Poynting-Vektor]] beschrieben, ein (zeitabhängiges) Feld und steht in der physikalischen Hierarchie der Entitäten auf der gleichen Ebene wie Teilchen oder andere [[Materie (Physik)|Materie]].<ref name="Bohm1980">{{Literatur |Autor=David Bohm |Titel=Causality and chance in modern physics |Verlag=University of Pennsylvania Press |Datum=1980 |ISBN=978-0-8122-1002-6 |Seiten=42 |Online={{Google Buch |BuchID=nweG_wrUHuAC |Seite=42}} |Abruf=2012-01-29}}</ref>
 
In diesem Sinne kann z.&nbsp;B. das [[Elektrisches Feld|elektrische Feld]] <math>\vec{E}(\vec{r},t)</math> einerseits einfach nur als räumliche Verteilung der [[Elektrische Feldstärke|elektrischen Feldstärke]] angesehen werden, oder aber als eigenständiges nicht reduzierbares System.
 
=== Dynamik ===
=== Dynamik ===
</div><p>Im Allgemeinen sind Felder zeitabhängig, also Funktionen von Ort und Zeit. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Dynamik_(Physik) Dynamik] eines Teilchens wird mittels [https://de.wikipedia.org/wiki/Bewegungsgleichung Bewegungsgleichungen] beschrieben; entsprechend wird die Dynamik von Feldern, also die raum-zeitliche Änderung der Feldgröße, mittels '''Feldgleichungen''' beschrieben. Der wesentliche Unterschied zwischen Feldgleichungen und Bewegungsgleichungen von Teilchen besteht darin, dass eine Feldgleichung die Dynamik unendlich vieler [https://de.wikipedia.org/wiki/Freiheitsgrad Freiheitsgrade] beschreibt, da ein Feld unendlich viele Freiheitsgrade besitzt (die Feldgröße an jedem Raumpunkt bildet einen Freiheitsgrad und ein Feld ist im Allgemeinen an unendlich vielen Raumpunkten definiert). Die Bewegungsgleichungen eines Teilchen beschreiben dagegen nur die Dynamik endlich vieler Freiheitsgrade (meistens die zeitliche Entwicklung der drei räumlichen Koordinaten des Teilchens).</p><div class="mw-heading mw-heading2">
Im Allgemeinen sind Felder zeitabhängig, also Funktionen von Ort und Zeit. Die [[Dynamik (Physik)|Dynamik]] eines Teilchens wird mittels [[Bewegungsgleichung]]en beschrieben; entsprechend wird die Dynamik von Feldern, also die raum-zeitliche Änderung der Feldgröße, mittels '''Feldgleichungen''' beschrieben. Der wesentliche Unterschied zwischen Feldgleichungen und Bewegungsgleichungen von Teilchen besteht darin, dass eine Feldgleichung die Dynamik unendlich vieler [[Freiheitsgrad]]e beschreibt, da ein Feld unendlich viele Freiheitsgrade besitzt (die Feldgröße an jedem Raumpunkt bildet einen Freiheitsgrad und ein Feld ist im Allgemeinen an unendlich vielen Raumpunkten definiert). Die Bewegungsgleichungen eines Teilchens beschreiben dagegen nur die Dynamik endlich vieler Freiheitsgrade (meistens die zeitliche Entwicklung der drei räumlichen Koordinaten des Teilchens).
 
== Geschichte des Feldbegriffs ==
== Geschichte des Feldbegriffs ==
</div><p>Der Ursprung des Konzeptes des Feldes liegt im 18.&nbsp;Jahrhundert, als in der Kontinuumsmechanik und der Fluidmechanik die räumliche Verteilung bestimmter Größen thematisiert wurde. Es wurde nicht als eigenständige Entität angesehen und die Dynamik der Felder wurde mittels der newtonschen Teilchen-Mechanik aus den Eigenschaften der dem Feld zugrundeliegenden Moleküle oder Volumenelemente abgeleitet. Eine ganz neue Bedeutung erhielt der Feldbegriff durch die aufkommende [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrodynamik Elektrodynamik] am Ende des 19. Jahrhunderts, da das [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektromagnetisches_Feld elektromagnetische Feld] nicht als makroskopischer Zustand aufgebaut aus mikroskopischen Untersystemen erklärt werden konnte. Das elektromagnetische Feld wurde zu einer neuen irreduziblen Entität.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Feld_(Physik)#cite_note-2 [2]]</sup><sup id="cite_ref-KuhlmannLyre2002_3-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Feld_(Physik)#cite_note-KuhlmannLyre2002-3 [3]]</sup> [https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Faraday Michael Faraday] und [https://de.wikipedia.org/wiki/James_Clerk_Maxwell James Clerk Maxwell] waren noch der Meinung, dass das elektromagnetische Feld nur ein angeregter Zustand des [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84ther_(Physik) Äthers] ist und führten damit das Feld auf Bewegung oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Spannung_(Mechanik) mechanische Spannungen] in einer Materieform, dem Äther, zurück. Doch das [https://de.wikipedia.org/wiki/Michelson-Morley-Experiment Michelson-Morley-Experiment] widersprach der Äthertheorie. Die Existenz des Äthers, der den leeren Raum ausfülle, wurde fortan in der Physik verworfen. Die Beobachtung, dass das elektromagnetische Feld auch im [https://de.wikipedia.org/wiki/Vakuum Vakuum], ohne Trägermaterie, ohne eine unsichtbare Trägersubstanz wie den Äther existiert, führte dazu, dass das elektrische Feld als eigenständiges physikalisches System aufgefasst wurde.<sup id="cite_ref-Bohm1980_1-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Feld_(Physik)#cite_note-Bohm1980-1 [1]]</sup> Heute steht der Begriff des Feldes dem Begriff der Materie (mindestens) gleichberechtigt gegenüber. Der leere Raum kann sowohl Materie als auch Felder enthalten. In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenfeldtheorie Quantenfeldtheorie] schließlich werden auch die Materieteilchen als [https://de.wikipedia.org/wiki/Feldquant Feldquanten], d.&nbsp;h. gequantelte Anregungen von Feldern angesehen. Die Frage, ob Teilchen oder Felder letztlich das „Fundamentalere“ in der Natur sind, wird bis heute (2018) kontrovers diskutiert. Die meisten Physiker sind allerdings der quantenfeldtheoretischen Ansicht, dass es weder lokalisierte Teilchen noch leeren Raum gibt, sondern nur Felder (und deren Quanten, die an jeder Stelle, an der das Feld nicht null ist, gefunden werden können).<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Feld_(Physik)#cite_note-4 [4]]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2">
Der Ursprung des Konzeptes des Feldes liegt im 18.&nbsp;Jahrhundert, als in der [[Kontinuumsmechanik]] und der Fluidmechanik die räumliche Verteilung bestimmter Größen thematisiert wurde. Es wurde nicht als eigenständige Entität angesehen und die Dynamik der Felder wurde mittels der newtonschen Teilchen-Mechanik aus den Eigenschaften der dem Feld zugrundeliegenden Moleküle oder Volumenelemente abgeleitet. Eine ganz neue Bedeutung erhielt der Feldbegriff durch die aufkommende [[Elektrodynamik]] am Ende des 19. Jahrhunderts, da das [[Elektromagnetisches Feld|elektromagnetische Feld]] nicht als makroskopischer Zustand aufgebaut aus mikroskopischen Untersystemen erklärt werden konnte. Das elektromagnetische Feld wurde zu einer neuen irreduziblen Entität.<ref>Internationale Tagung ''[https://web.archive.org/web/20181119214653/https://www.uni-bielefeld.de/(en)/ZIF/AG/1999/10-11-Stoeckler.html Ontological Aspects of Quantum Field Theory]'' (Webarchiv, Stand 19. November 2019), Zentrum für Interdisziplinäre Forschung der [[Universität Bielefeld]], 11.–13. Oktober 1999 (geleitet von Manfred Stöckler, [[Andreas Bartels]], [[Brigitte Falkenburg]], [[Michael Drieschner]] und [[Allen Hirshfeld]]).</ref><ref name="KuhlmannLyre2002">{{cite book |author=Meinard Kuhlmann, Holger Lyre, Andrew Wayne |title=Ontological aspects of quantum field theory |url=https://books.google.de/books?id=MDfa9qydY5EC&pg=PA8&redir_esc=y&hl=de |date=2002-06-15 |publisher=World Scientific |isbn=978-981-238-182-8}}</ref> [[Michael Faraday]] und [[James Clerk Maxwell]] waren noch der Meinung, dass das elektromagnetische Feld nur ein angeregter Zustand des [[Äther (Physik)|Äthers]] ist und führten damit das Feld auf Bewegung oder [[Spannung (Mechanik)|mechanische Spannungen]] in einer Materieform, dem Äther, zurück. Doch das [[Michelson-Morley-Experiment]] widersprach der Äthertheorie. Die Existenz des Äthers, der den leeren Raum ausfülle, wurde fortan in der Physik verworfen. Die Beobachtung, dass das elektromagnetische Feld auch im [[Vakuum]], ohne Trägermaterie, ohne eine unsichtbare Trägersubstanz wie den Äther existiert, führte dazu, dass das elektrische Feld als eigenständiges physikalisches System aufgefasst wurde.<ref name="Bohm1980" /> Heute steht der Begriff des Feldes dem Begriff der Materie (mindestens) gleichberechtigt gegenüber. Der leere Raum kann sowohl Materie als auch Felder enthalten. In der [[Quantenfeldtheorie]] schließlich werden auch die Materieteilchen als [[Feldquant]]en, d.&nbsp;h. gequantelte Anregungen von Feldern angesehen. Die Frage, ob Teilchen oder Felder letztlich das „Fundamentalere“ in der Natur sind, wird bis heute (2018) kontrovers diskutiert. Die meisten Physiker sind allerdings der quantenfeldtheoretischen Ansicht, dass es weder lokalisierte Teilchen noch leeren Raum gibt, sondern nur Felder (und deren Quanten, die an jeder Stelle, an der das Feld nicht null ist, gefunden werden können).<ref>Art Hobson: ''There are no particles, there are only fields.''  Am.J.Phys.81,211(2013).  Aus dem Amerikanischen: [https://www.moderne-physik.eu/ ''Es gibt keine Teilchen, es gibt nur Felder'']</ref>
 
== Das Feld als Träger von Wechselwirkungen ==
== Das Feld als Träger von Wechselwirkungen ==
</div><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Newtonsche_Gravitationstheorie newtonsche Gravitationstheorie] ist eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Nahwirkung_und_Fernwirkung Fernwirkungstheorie], da in dieser Theorie nicht erklärt wird, wie ein von Körper A entfernter Körper B die Anwesenheit von A spürt, wie also die Gravitationswechselwirkung durch den leeren Raum transportiert wird. Außerdem ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wechselwirkung in dieser feldlosen Theorie unbegrenzt. Laut der [https://de.wikipedia.org/wiki/Relativit%C3%A4tstheorie Relativitätstheorie] gibt es aber eine obere Grenze der Ausbreitungsgeschwindigkeit für alle Wechselwirkungen und zwar die [https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtgeschwindigkeit Lichtgeschwindigkeit]. Wechselwirkungstheorien müssen, um die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kausalit%C3%A4t Kausalität] von Ereignissen nicht zu verletzen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Lokalit%C3%A4t_(Physik) lokal] sein. Mit Hilfe des Feldbegriffs können Wechselwirkungen lokal beschrieben werden.<sup id="cite_ref-Lange2002_5-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Feld_(Physik)#cite_note-Lange2002-5 [5]]</sup> Der Körper A ist vom Gravitationsfeld umgeben und reagiert auf die Änderungen des Feldes in seiner Umgebung und nicht direkt auf die Verschiebung anderer Körper, die das Feld erzeugen. Das Feld ist also Träger der Wechselwirkung. Feldgleichungen beschreiben, wie und mit welcher Geschwindigkeit sich Störungen in einem solchen Wechselwirkungsfeld ausbreiten, also auch mit welcher Geschwindigkeit A von der Versetzung von B erfährt. Die Feldgleichungen der Gravitation sind die [https://de.wikipedia.org/wiki/Einsteinsche_Feldgleichungen einsteinschen Feldgleichungen], die Feldgleichungen des Elektromagnetismus die [https://de.wikipedia.org/wiki/Maxwell-Gleichungen Maxwell-Gleichungen].</p><div class="mw-heading mw-heading2">
Die [[newtonsche Gravitationstheorie]] ist eine [[Nahwirkung und Fernwirkung|Fernwirkungstheorie]], da in dieser Theorie nicht erklärt wird, wie ein von Körper&nbsp;A entfernter Körper&nbsp;B die Anwesenheit von&nbsp;A spürt, wie also die Gravitationswechselwirkung durch den leeren Raum transportiert wird. Außerdem ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wechselwirkung in dieser feldlosen Theorie unbegrenzt, denn die Gravitationswirkung passt sich im gesamten Raum ohne Verzögerung an die jeweilige Lage der Körper an, wenn diese in Bewegung sind. Laut der [[Relativitätstheorie]] gibt es aber eine obere Grenze der Ausbreitungsgeschwindigkeit für alle Wechselwirkungen und zwar die [[Lichtgeschwindigkeit]]. Wechselwirkungstheorien müssen, um die [[Kausalität]] von Ereignissen nicht zu verletzen, [[Lokalität (Physik)|lokal]] sein. Mit Hilfe des Feldbegriffs können Wechselwirkungen lokal beschrieben werden.<ref name="Lange2002">{{cite book |author=Marc Lange |title=An introduction to the philosophy of physics: locality, fields, energy and mass |url=https://books.google.de/books?id=-NCgDlv0_X8C&redir_esc=y&hl=de |accessdate=2012-01-30 |date=2002-06-24 |publisher=Wiley-Blackwell |isbn=978-0-631-22501-0 |pages=26 ff.}}</ref> Der Körper&nbsp;A ist vom Gravitationsfeld umgeben und reagiert auf die Änderungen des Feldes in seiner Umgebung und nicht direkt auf die Verschiebung anderer Körper, die das Feld erzeugen. Das Feld ist also Träger der Wechselwirkung. Feldgleichungen beschreiben, wie und mit welcher Geschwindigkeit sich Veränderungen in einem solchen Wechselwirkungsfeld ausbreiten, also auch mit welcher Geschwindigkeit A von der Versetzung von B erfährt. Die Feldgleichungen der Gravitation sind die [[Einsteinsche Feldgleichungen|einsteinschen Feldgleichungen]], die Feldgleichungen des Elektromagnetismus die [[Maxwell-Gleichungen]].
 
== Einteilung ==
== Einteilung ==
</div><figure class="mw-default-size"><br><figcaption>Darstellung eines Skalarfeldes, z.&nbsp;B. Temperaturverteilung einer Fläche. Punkte hoher Temperatur werden durch Rot und Punkte niedriger Temperatur durch Blau dargestellt. Über diesem Skalarfeld ist ein Vektorfeld gezeichnet, ein Feld, das jedem Punkt auf der Fläche einen Vektor zuordnet. Hier ist ein spezielles Vektorfeld gezeigt, und zwar das [https://de.wikipedia.org/wiki/Gradientenfeld Gradientenfeld] des unterliegenden Skalarfeldes.</figcaption></figure><figure class="mw-default-size"><br><figcaption>Ein Vektorfeld auf einer Kugel. Jedem Punkt auf der Oberfläche der Kugel ist ein an diesen Punkt [https://de.wikipedia.org/wiki/Gebundener_Vektor gebundener Vektor] zugeordnet, welcher als Pfeil dargestellt wird.</figcaption></figure><p>Der Feldbegriff findet in allen Zweigen der Physik Anwendung, und zur speziellen Charakterisierung haben sich viele spezielle Feldbegriffe durchgesetzt. Dabei kann dasselbe Feld unter mehrere der folgenden speziellen Feldbegriffe fallen.</p><p>Ein Kriterium zur Charakterisierung von Feldern ist die physikalische Natur der Feldgröße: [https://de.wikipedia.org/wiki/Dichtefeld Dichtefeld], [https://de.wikipedia.org/wiki/Temperaturfeld Temperaturfeld], [https://de.wikipedia.org/wiki/Geschwindigkeitsfeld Geschwindigkeitsfeld], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gravitationsfeld Gravitationsfeld], [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrisches_Feld Elektrisches Feld], [https://de.wikipedia.org/wiki/Magnetismus Magnetfeld], ([https://de.wikipedia.org/wiki/Konservatives_Kraftfeld Konservatives]) [https://de.wikipedia.org/wiki/Kraftfeld_(Physik) Kraftfeld] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Schallfeldgr%C3%B6%C3%9Fe Schallfeld].</p><p>Ein anderes Kriterium ist die mathematische Natur der Feldgröße: [https://de.wikipedia.org/wiki/Skalarfeld Skalarfelder] haben [https://de.wikipedia.org/wiki/Skalar_(Physik) Skalare] als Funktionswerte, etwa die [https://de.wikipedia.org/wiki/Massedichte Massedichte] oder die Temperatur. Ein wichtiges Skalarfeld ist das physikalische [https://de.wikipedia.org/wiki/Potential_(Physik) Potential]. [https://de.wikipedia.org/wiki/Vektorfeld Vektorfelder] haben [https://de.wikipedia.org/wiki/Vektor Vektoren] als Funktionswerte, etwa die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kraft Kraft] oder die [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrische_Feldst%C3%A4rke elektrische Feldstärke]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Tensorfeld Tensorfelder] haben [https://de.wikipedia.org/wiki/Tensor Tensoren] als Funktionswerte, etwa die [https://de.wikipedia.org/wiki/Spannung_(Mechanik) elastische Spannung]; [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Spinorfeld&action=edit&redlink=1 Spinorfelder] haben [https://de.wikipedia.org/wiki/Spinor Spinoren] als Funktionswerte, etwa die Lösungen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Diracgleichung Diracgleichung] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Weyl-Gleichung Weyl-Gleichung] in der relativistischen Quantenmechanik. Für die Feldgröße mancher Vektorfelder ist der Name [https://de.wikipedia.org/wiki/Feldst%C3%A4rke Feldstärke] gebräuchlich.</p><p>Felder können zusätzlich nach ihrer zeitlichen (Un)veränderlichkeit charakterisiert werden: ''Statische Felder'' besitzen Funktionswerte, die zeitunabhängig sind, und sind damit beispielsweise Gegenstand der [https://de.wikipedia.org/wiki/Statik_(Physik) Statik], [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrostatik Elektrostatik], [https://de.wikipedia.org/wiki/Magnetostatik Magnetostatik], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hydrostatik Hydrostatik] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Aerostatik Aerostatik]. ''Stationäre Felder'' besitzen Funktionswerte, die zwar im Allgemeinen zeitabhängig sind, sich aber im gerade betrachteten Fall nicht zeitlich ändern. Beispiele sind hier das Magnetfeld um einen ruhenden, von einem konstanten Gleichstrom durchflossenen Leiter oder eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Station%C3%A4re_Str%C3%B6mung stationäre Strömung] einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCssigkeit Flüssigkeit]. ''Quasistationär'' nennt man Felder, deren Funktionswerte sich zwar mit der Zeit ändern, doch nur so wenig, dass diese Veränderung vernachlässigbar ist.</p><p>Felder können auch nach ihrer örtlichen (Un)veränderlichkeit eingeteilt werden. In einem ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Homogenit%C3%A4t_(Physik) homogenen] Feld'' ist die Feldgröße an jedem Ort gleich, also ortsunabhängig. Ist dies nicht der Fall, heißt das Feld ''inhomogen''.</p><p>Vektorfelder können nach dem Verlauf ihrer [https://de.wikipedia.org/wiki/Feldlinien Feldlinien] charakterisiert werden. Feldlinien können von bestimmten Punkten im Raum ausgehen und in anderen Punkten verschwinden ([https://de.wikipedia.org/wiki/Quelle_und_Senke Quelle und Senke]) – Felder dieser Art heißen ganz allgemein [https://de.wikipedia.org/wiki/Feldtheorie_(Physik)#Quellenfeld Quellenfelder]. Beispiel hierfür sind das [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrostatisches_Feld elektrostatische Feld] einer positiven und negativen elektrischen Ladung oder das Gravitationsfeld. Feldlinien können aber auch als stets in sich geschlossene Schleifen auftreten – Felder dieser Art heißen ganz allgemein [https://de.wikipedia.org/wiki/Feldtheorie_(Physik)#Wirbelfeld Wirbelfelder]. Bekanntestes Beispiel hierfür ist das Magnetfeld. Das Vektorfeld, das sich aus dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Gradient_(Mathematik) Gradienten] an jedem Ort eines Potenzialfeldes ergibt, heißt [https://de.wikipedia.org/wiki/Gradientenfeld Gradientenfeld].</p><div class="mw-heading mw-heading2">
[[Datei:Gradient.jpg|mini|Darstellung eines Skalarfeldes, z.&nbsp;B. Temperaturverteilung einer Fläche. Punkte hoher Temperatur werden durch Rot und Punkte niedriger Temperatur durch Blau dargestellt. Über diesem Skalarfeld ist ein Vektorfeld gezeichnet, ein Feld, das jedem Punkt auf der Fläche einen Vektor zuordnet. Hier ist ein spezielles Vektorfeld gezeigt, und zwar das [[Gradientenfeld]] des unterliegenden Skalarfeldes.]]
[[Datei:Vector Field on a Sphere.png|mini|Ein Vektorfeld auf einer Kugel. Jedem Punkt auf der Oberfläche der Kugel ist ein an diesen Punkt [[gebundener Vektor]] zugeordnet, welcher als Pfeil dargestellt wird.]]
Der Feldbegriff findet in allen Zweigen der Physik Anwendung, und zur speziellen Charakterisierung haben sich viele spezielle Feldbegriffe durchgesetzt. Dabei kann dasselbe Feld unter mehrere der folgenden speziellen Feldbegriffe fallen.
 
Ein Kriterium zur Charakterisierung von Feldern ist die physikalische Natur der Feldgröße: [[Dichtefeld]], [[Temperaturfeld]], [[Geschwindigkeitsfeld]], [[Gravitationsfeld]], [[Elektrisches Feld]], [[Magnetismus|Magnetfeld]], ([[Konservatives Kraftfeld|Konservatives]]) [[Kraftfeld (Physik)|Kraftfeld]] und [[Schallfeldgröße|Schallfeld]].
 
Ein anderes Kriterium ist die mathematische Natur der Feldgröße: [[Skalarfeld]]er haben [[Skalar (Physik)|Skalare]] als Funktionswerte, etwa die [[Massedichte]] oder die Temperatur. Ein wichtiges Skalarfeld ist das physikalische [[Potential (Physik)|Potential]]. [[Vektorfeld]]er haben [[Vektor]]en als Funktionswerte, etwa die [[Kraft]] oder die [[elektrische Feldstärke]]; [[Tensorfeld]]er haben [[Tensor]]en als Funktionswerte, etwa die [[Spannung (Mechanik)|elastische Spannung]]; [[Spinorfeld]]er haben [[Spinor]]en als Funktionswerte, etwa die Lösungen der [[Diracgleichung]] oder [[Weyl-Gleichung]] in der relativistischen [[Quantenmechanik]]. Für die Feldgröße mancher Vektorfelder ist der Name [[Feldstärke]] gebräuchlich.
 
Felder können zusätzlich nach ihrer zeitlichen (Un)veränderlichkeit charakterisiert werden: ''Statische Felder'' besitzen Funktionswerte, die zeitunabhängig sind, und sind damit beispielsweise Gegenstand der [[Statik (Physik)|Statik]], [[Elektrostatik]], [[Magnetostatik]], [[Hydrostatik]] oder [[Aerostatik]]. ''Stationäre Felder'' besitzen Funktionswerte, die zwar im Allgemeinen zeitabhängig sind, sich aber im gerade betrachteten Fall nicht zeitlich ändern. Beispiele sind hier das Magnetfeld um einen ruhenden, von einem konstanten Gleichstrom durchflossenen Leiter oder eine [[stationäre Strömung]] einer [[Flüssigkeit]]. ''Quasistationär'' nennt man Felder, deren Funktionswerte sich zwar mit der Zeit ändern, doch nur so wenig, dass diese Veränderung vernachlässigbar ist.
 
Felder können auch nach ihrer örtlichen (Un)veränderlichkeit eingeteilt werden. In einem ''[[Homogenität (Physik)|homogenen]] Feld'' ist die Feldgröße an jedem Ort gleich, also ortsunabhängig. Ist dies nicht der Fall, heißt das Feld ''inhomogen''.
 
Vektorfelder können nach dem Verlauf ihrer [[Feldlinien]] charakterisiert werden. Feldlinien können von bestimmten Punkten im Raum ausgehen und in anderen Punkten verschwinden ([[Quelle und Senke]]) – Felder dieser Art heißen ganz allgemein [[Feldtheorie (Physik)#Quellenfeld|Quellenfelder]]. Beispiel hierfür sind das [[Elektrostatisches Feld|elektrostatische Feld]] einer positiven und negativen elektrischen Ladung oder das Gravitationsfeld. Feldlinien können aber auch als stets in sich geschlossene Schleifen auftreten – Felder dieser Art heißen ganz allgemein [[Feldtheorie (Physik)#Wirbelfeld|Wirbelfelder]]. Bekanntestes Beispiel hierfür ist das Magnetfeld. Das Vektorfeld, das sich aus dem [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] an jedem Ort eines Potenzialfeldes ergibt, heißt [[Gradientenfeld]].
 
== Bildliche Darstellung ==
== Bildliche Darstellung ==
</div><figure class="mw-default-size">[https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Magnet0873.png]<figcaption>Magnetische Feldlinien in der Umgebung eines Stabmagneten, sichtbar gemacht mit Eisenfeilspänen auf Papier</figcaption></figure><p>Zweidimensionale Skalarfelder oder zweidimensionale Schnitte von höherdimensionalen Skalarfeldern können mit Hilfe von [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6henlinie Höhenlinien] oder der Höhe entsprechend eingefärbten Punkten in einer Ebene dargestellt werden (siehe oberes nebenstehendes Bild).</p><p>Manche zweidimensionale Vektorfelder können besonders anschaulich mit Hilfe von [https://de.wikipedia.org/wiki/Feldlinie Feldlinien]dargestellt werden (siehe unteres nebenstehendes Bild). Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Tangente Tangente] einer Feldlinie gibt die Richtung der Feldgröße (Vektor) an der jeweiligen Stelle an; der Abstand der Linien voneinander ist umgekehrt proportional dem Betrag der Feldgröße.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
[[Datei:Magnet0873.png|mini|Magnetische Feldlinien in der Umgebung eines Stabmagneten, sichtbar gemacht mit Eisenfeilspänen auf Papier]]
Zweidimensionale Skalarfelder oder zweidimensionale Schnitte von höherdimensionalen Skalarfeldern können mit Hilfe von [[Höhenlinie]]n oder der Höhe entsprechend eingefärbten Punkten in einer Ebene dargestellt werden (siehe oberes nebenstehendes Bild).
 
Manche zweidimensionale Vektorfelder können besonders anschaulich mit Hilfe von [[Feldlinie]]n dargestellt werden (siehe unteres nebenstehendes Bild). Die [[Tangente]] einer Feldlinie gibt die Richtung der Feldgröße (Vektor) an der jeweiligen Stelle an; der Abstand der Linien voneinander ist umgekehrt proportional dem Betrag der Feldgröße.
 
== Literatur ==
== Literatur ==
</div>
* {{Literatur
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Hartmann_R%C3%B6mer Hartmann Römer], Michael Forger: <cite>Elementare Feldtheorie: Elektrodynamik, Hydrodynamik, spezielle Relativitätstheorie</cite>. VCH, Weinheim 1993, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3527290656 ISBN 3-527-29065-6] ([https://freidok.uni-freiburg.de/data/405 uni-freiburg.de]).
  |Autor=[[Hartmann Römer]], Michael Forger
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Nachtmann Otto Nachtmann]: <cite>Phänomene und Konzepte der Elementarteilchenphysik</cite>. Vieweg+Teubner, 1992, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3528089261 ISBN 3-528-08926-1].
  |Titel=Elementare Feldtheorie: Elektrodynamik, Hydrodynamik, spezielle Relativitätstheorie
<div class="mw-heading mw-heading2">
  |Verlag=VCH
  |Ort=Weinheim
  |Datum=1993
  |ISBN=3-527-29065-6
  |Online=https://freidok.uni-freiburg.de/data/405}}
* {{Literatur
  |Autor=[[Otto Nachtmann]]
  |Titel=Phänomene und Konzepte der Elementarteilchenphysik
  |Verlag=Vieweg+Teubner
  |Datum=1992
  |ISBN=3-528-08926-1}}
 
== Weblinks ==
== Weblinks ==
</div>
* [https://www.youtube.com/watch?v=0Eeuqh9QfNI&t=1139 Lecture 1 | Quantum Entanglements, Part 1 (Stanford)], [[Leonard Susskind]], Stanford, benutzt die Temperatur, um ein Feld zu erklären (englisch). Video, 25.&nbsp;September 2006
*[https://www.youtube.com/watch?v=0Eeuqh9QfNI&t=1139 Lecture 1 | Quantum Entanglements, Part 1 (Stanford)], [https://de.wikipedia.org/wiki/Leonard_Susskind Leonard Susskind], Stanford, benutzt die Temperatur, um ein Feld zu erklären (englisch). Video, 25.&nbsp;September 2006
 
<div class="mw-heading mw-heading2">
== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
</div>
<references />
#<span class="reference-text">David Bohm: <cite>Causality and chance in modern physics</cite>. University of Pennsylvania Press, 1980, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9780812210026 ISBN 978-0-8122-1002-6], S.&nbsp;42 ([https://books.google.de/books?id=nweG_wrUHuAC&pg=PA42#v=onepage eingeschränkte Vorschau] in der Google-Buchsuche [abgerufen am 29.&nbsp;Januar 2012]).</span>
 
#<span class="reference-text">Internationale Tagung ''[https://web.archive.org/web/20181119214653/https://www.uni-bielefeld.de/(en)/ZIF/AG/1999/10-11-Stoeckler.html Ontological Aspects of Quantum Field Theory]'' (Webarchiv, Stand 19. November 2019), Zentrum für Interdisziplinäre Forschung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Universit%C3%A4t_Bielefeld Universität Bielefeld], 11.–13. Oktober 1999 (geleitet von Manfred Stöckler, [https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Bartels Andreas Bartels], [https://de.wikipedia.org/wiki/Brigitte_Falkenburg Brigitte Falkenburg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Drieschner Michael Drieschner] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Allen_Hirshfeld Allen Hirshfeld]).</span>
[[Kategorie:Feldtheorie| ]]
#<span class="reference-text"><span id="Reference-Meinard_Kuhlmann,_Holger_Lyre,_Andrew_Wayne" class="book">Meinard Kuhlmann, Holger Lyre, Andrew Wayne: <cite>Ontological aspects of quantum field theory</cite>. World Scientific, 2002, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9789812381828 ISBN 978-981-238-182-8], S.&nbsp;8– ([https://books.google.de/books?id=MDfa9qydY5EC&pg=PA8&redir_esc=y&hl=de google.de]).</span></span>
[[Kategorie:Theoretische Elektrotechnik]]
#<span class="reference-text">Art Hobson: ''There are no particles, there are only fields.'' Am.J.Phys.81,211(2013). Aus dem Amerikanischen: [https://www.moderne-physik.eu/ ''Es gibt keine Teilchen, es gibt nur Felder'']</span>
[[Kategorie:Physikalisches Grundkonzept]]
#<span class="reference-text"><span id="Reference-Marc_Lange" class="book">Marc Lange: <cite>An introduction to the philosophy of physics: locality, fields, energy and mass</cite>. Wiley-Blackwell, 2002, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9780631225010 ISBN 978-0-631-22501-0], S.&nbsp;26&nbsp;ff. ([https://books.google.de/books?id=-NCgDlv0_X8C&redir_esc=y&hl=de google.de] [abgerufen am 30.&nbsp;Januar 2012]).</span></span>

Version vom 14. Februar 2026, 16:00 Uhr

In der Physik beschreibt ein Feld die räumliche Verteilung einer physikalischen Größe. Dabei kann es sich handeln um:

Der Wert eines Feldes an einem bestimmten Ort wird in manchen Fällen Feldstärke genannt. Die Lehre von den physikalischen Feldern nennt man Feldtheorie.

Manche Felder sind darüber hinaus selbst physikalische Objekte:

  • Sie erfüllen Bewegungsgleichungen, hier Feldgleichungen genannt. Für das elektrische und das magnetische Feld sind die Maxwell-Gleichungen die Bewegungsgleichungen.
  • Wie Körper besitzen Felder Energie (die Feldenergie), Impuls und auch Drehimpuls. Die Kraftwirkung zwischen zwei Körpern im leeren Raum wird dadurch erklärt, dass ein Feld diese Größen von einem Körper aufnimmt und sie auf den anderen Körper überträgt.

In der Quantenfeldtheorie ist das Feld der fundamentale Begriff, aus dem alle Eigenschaften der Materie und Kräfte entwickelt werden. Ein Feld kann hier nur in definierten Stufen angeregt werden, die als Erzeugung einer entsprechenden Anzahl von Feldquanten beschrieben werden. Alle bekannten Materieteilchen bestehen aus solchen Feldquanten bestimmter Felder, während die Kräfte zwischen ihnen durch Austauschteilchen, d. h. Feldquanten bestimmter anderer Felder, bewirkt werden. Die einzelnen Feldquanten sind die fundamentalen Elementarteilchen.

Allgemeines

Verschiedene Auffassungen des Feldbegriffs

Felder geben einerseits die räumliche Verteilung bestimmter physikalischer Eigenschaften an: Beispielsweise kann die räumliche Verteilung der Temperatur einer Herdplatte durch ein Temperaturfeld beschrieben werden oder die räumliche Verteilung der Dichte in einem Körper durch ein Massendichtefeld. In diesem Sinne ist ein Feld ein mathematisches Hilfsmittel, das die eigentlich punktweise definierten physikalischen Eigenschaften eines ausgedehnten oder aus Untersystemen zusammengesetzten Systems in einer Größe, dem Feld, zusammenfasst.

Ein Feld kann aber auch eine eigenständige physikalische Entität sein, die nicht als zusammengesetztes System oder mathematische Hilfsgröße angesehen werden darf. Das Feld kann dann genauso wie ein Teilchen, ein starrer Körper oder ein anderes physikalisches System einen Impuls und Drehimpuls tragen, Energie enthalten und sich in angeregten Zuständen befinden. Beispielsweise ist ein Lichtstrahl, der Energie durch den leeren Raum transportiert, wie durch den Poynting-Vektor beschrieben, ein (zeitabhängiges) Feld und steht in der physikalischen Hierarchie der Entitäten auf der gleichen Ebene wie Teilchen oder andere Materie.[1]

In diesem Sinne kann z. B. das elektrische Feld E→(r→,t) einerseits einfach nur als räumliche Verteilung der elektrischen Feldstärke angesehen werden, oder aber als eigenständiges nicht reduzierbares System.

Dynamik

Im Allgemeinen sind Felder zeitabhängig, also Funktionen von Ort und Zeit. Die Dynamik eines Teilchens wird mittels Bewegungsgleichungen beschrieben; entsprechend wird die Dynamik von Feldern, also die raum-zeitliche Änderung der Feldgröße, mittels Feldgleichungen beschrieben. Der wesentliche Unterschied zwischen Feldgleichungen und Bewegungsgleichungen von Teilchen besteht darin, dass eine Feldgleichung die Dynamik unendlich vieler Freiheitsgrade beschreibt, da ein Feld unendlich viele Freiheitsgrade besitzt (die Feldgröße an jedem Raumpunkt bildet einen Freiheitsgrad und ein Feld ist im Allgemeinen an unendlich vielen Raumpunkten definiert). Die Bewegungsgleichungen eines Teilchens beschreiben dagegen nur die Dynamik endlich vieler Freiheitsgrade (meistens die zeitliche Entwicklung der drei räumlichen Koordinaten des Teilchens).

Geschichte des Feldbegriffs

Der Ursprung des Konzeptes des Feldes liegt im 18. Jahrhundert, als in der Kontinuumsmechanik und der Fluidmechanik die räumliche Verteilung bestimmter Größen thematisiert wurde. Es wurde nicht als eigenständige Entität angesehen und die Dynamik der Felder wurde mittels der newtonschen Teilchen-Mechanik aus den Eigenschaften der dem Feld zugrundeliegenden Moleküle oder Volumenelemente abgeleitet. Eine ganz neue Bedeutung erhielt der Feldbegriff durch die aufkommende Elektrodynamik am Ende des 19. Jahrhunderts, da das elektromagnetische Feld nicht als makroskopischer Zustand aufgebaut aus mikroskopischen Untersystemen erklärt werden konnte. Das elektromagnetische Feld wurde zu einer neuen irreduziblen Entität.[2][3] Michael Faraday und James Clerk Maxwell waren noch der Meinung, dass das elektromagnetische Feld nur ein angeregter Zustand des Äthers ist und führten damit das Feld auf Bewegung oder mechanische Spannungen in einer Materieform, dem Äther, zurück. Doch das Michelson-Morley-Experiment widersprach der Äthertheorie. Die Existenz des Äthers, der den leeren Raum ausfülle, wurde fortan in der Physik verworfen. Die Beobachtung, dass das elektromagnetische Feld auch im Vakuum, ohne Trägermaterie, ohne eine unsichtbare Trägersubstanz wie den Äther existiert, führte dazu, dass das elektrische Feld als eigenständiges physikalisches System aufgefasst wurde.[1] Heute steht der Begriff des Feldes dem Begriff der Materie (mindestens) gleichberechtigt gegenüber. Der leere Raum kann sowohl Materie als auch Felder enthalten. In der Quantenfeldtheorie schließlich werden auch die Materieteilchen als Feldquanten, d. h. gequantelte Anregungen von Feldern angesehen. Die Frage, ob Teilchen oder Felder letztlich das „Fundamentalere“ in der Natur sind, wird bis heute (2018) kontrovers diskutiert. Die meisten Physiker sind allerdings der quantenfeldtheoretischen Ansicht, dass es weder lokalisierte Teilchen noch leeren Raum gibt, sondern nur Felder (und deren Quanten, die an jeder Stelle, an der das Feld nicht null ist, gefunden werden können).[4]

Das Feld als Träger von Wechselwirkungen

Die newtonsche Gravitationstheorie ist eine Fernwirkungstheorie, da in dieser Theorie nicht erklärt wird, wie ein von Körper A entfernter Körper B die Anwesenheit von A spürt, wie also die Gravitationswechselwirkung durch den leeren Raum transportiert wird. Außerdem ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wechselwirkung in dieser feldlosen Theorie unbegrenzt, denn die Gravitationswirkung passt sich im gesamten Raum ohne Verzögerung an die jeweilige Lage der Körper an, wenn diese in Bewegung sind. Laut der Relativitätstheorie gibt es aber eine obere Grenze der Ausbreitungsgeschwindigkeit für alle Wechselwirkungen und zwar die Lichtgeschwindigkeit. Wechselwirkungstheorien müssen, um die Kausalität von Ereignissen nicht zu verletzen, lokal sein. Mit Hilfe des Feldbegriffs können Wechselwirkungen lokal beschrieben werden.[5] Der Körper A ist vom Gravitationsfeld umgeben und reagiert auf die Änderungen des Feldes in seiner Umgebung und nicht direkt auf die Verschiebung anderer Körper, die das Feld erzeugen. Das Feld ist also Träger der Wechselwirkung. Feldgleichungen beschreiben, wie und mit welcher Geschwindigkeit sich Veränderungen in einem solchen Wechselwirkungsfeld ausbreiten, also auch mit welcher Geschwindigkeit A von der Versetzung von B erfährt. Die Feldgleichungen der Gravitation sind die einsteinschen Feldgleichungen, die Feldgleichungen des Elektromagnetismus die Maxwell-Gleichungen.

Einteilung

Darstellung eines Skalarfeldes, z. B. Temperaturverteilung einer Fläche. Punkte hoher Temperatur werden durch Rot und Punkte niedriger Temperatur durch Blau dargestellt. Über diesem Skalarfeld ist ein Vektorfeld gezeichnet, ein Feld, das jedem Punkt auf der Fläche einen Vektor zuordnet. Hier ist ein spezielles Vektorfeld gezeigt, und zwar das Gradientenfeld des unterliegenden Skalarfeldes.
Ein Vektorfeld auf einer Kugel. Jedem Punkt auf der Oberfläche der Kugel ist ein an diesen Punkt gebundener Vektor zugeordnet, welcher als Pfeil dargestellt wird.

Der Feldbegriff findet in allen Zweigen der Physik Anwendung, und zur speziellen Charakterisierung haben sich viele spezielle Feldbegriffe durchgesetzt. Dabei kann dasselbe Feld unter mehrere der folgenden speziellen Feldbegriffe fallen.

Ein Kriterium zur Charakterisierung von Feldern ist die physikalische Natur der Feldgröße: Dichtefeld, Temperaturfeld, Geschwindigkeitsfeld, Gravitationsfeld, Elektrisches Feld, Magnetfeld, (Konservatives) Kraftfeld und Schallfeld.

Ein anderes Kriterium ist die mathematische Natur der Feldgröße: Skalarfelder haben Skalare als Funktionswerte, etwa die Massedichte oder die Temperatur. Ein wichtiges Skalarfeld ist das physikalische Potential. Vektorfelder haben Vektoren als Funktionswerte, etwa die Kraft oder die elektrische Feldstärke; Tensorfelder haben Tensoren als Funktionswerte, etwa die elastische Spannung; Spinorfelder haben Spinoren als Funktionswerte, etwa die Lösungen der Diracgleichung oder Weyl-Gleichung in der relativistischen Quantenmechanik. Für die Feldgröße mancher Vektorfelder ist der Name Feldstärke gebräuchlich.

Felder können zusätzlich nach ihrer zeitlichen (Un)veränderlichkeit charakterisiert werden: Statische Felder besitzen Funktionswerte, die zeitunabhängig sind, und sind damit beispielsweise Gegenstand der Statik, Elektrostatik, Magnetostatik, Hydrostatik oder Aerostatik. Stationäre Felder besitzen Funktionswerte, die zwar im Allgemeinen zeitabhängig sind, sich aber im gerade betrachteten Fall nicht zeitlich ändern. Beispiele sind hier das Magnetfeld um einen ruhenden, von einem konstanten Gleichstrom durchflossenen Leiter oder eine stationäre Strömung einer Flüssigkeit. Quasistationär nennt man Felder, deren Funktionswerte sich zwar mit der Zeit ändern, doch nur so wenig, dass diese Veränderung vernachlässigbar ist.

Felder können auch nach ihrer örtlichen (Un)veränderlichkeit eingeteilt werden. In einem homogenen Feld ist die Feldgröße an jedem Ort gleich, also ortsunabhängig. Ist dies nicht der Fall, heißt das Feld inhomogen.

Vektorfelder können nach dem Verlauf ihrer Feldlinien charakterisiert werden. Feldlinien können von bestimmten Punkten im Raum ausgehen und in anderen Punkten verschwinden (Quelle und Senke) – Felder dieser Art heißen ganz allgemein Quellenfelder. Beispiel hierfür sind das elektrostatische Feld einer positiven und negativen elektrischen Ladung oder das Gravitationsfeld. Feldlinien können aber auch als stets in sich geschlossene Schleifen auftreten – Felder dieser Art heißen ganz allgemein Wirbelfelder. Bekanntestes Beispiel hierfür ist das Magnetfeld. Das Vektorfeld, das sich aus dem Gradienten an jedem Ort eines Potenzialfeldes ergibt, heißt Gradientenfeld.

Bildliche Darstellung

Magnetische Feldlinien in der Umgebung eines Stabmagneten, sichtbar gemacht mit Eisenfeilspänen auf Papier

Zweidimensionale Skalarfelder oder zweidimensionale Schnitte von höherdimensionalen Skalarfeldern können mit Hilfe von Höhenlinien oder der Höhe entsprechend eingefärbten Punkten in einer Ebene dargestellt werden (siehe oberes nebenstehendes Bild).

Manche zweidimensionale Vektorfelder können besonders anschaulich mit Hilfe von Feldlinien dargestellt werden (siehe unteres nebenstehendes Bild). Die Tangente einer Feldlinie gibt die Richtung der Feldgröße (Vektor) an der jeweiligen Stelle an; der Abstand der Linien voneinander ist umgekehrt proportional dem Betrag der Feldgröße.

Literatur

  • Hartmann Römer, Michael Forger: Elementare Feldtheorie: Elektrodynamik, Hydrodynamik, spezielle Relativitätstheorie. VCH, Weinheim 1993, ISBN 3-527-29065-6 (uni-freiburg.de).
  • Otto Nachtmann: Phänomene und Konzepte der Elementarteilchenphysik. Vieweg+Teubner, 1992, ISBN 3-528-08926-1.

Einzelnachweise

  1. ↑ a b David Bohm: Causality and chance in modern physics. University of Pennsylvania Press, 1980, ISBN 978-0-8122-1002-6, S. 42 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 29. Januar 2012]).
  2. ↑ Internationale Tagung Ontological Aspects of Quantum Field Theory (Webarchiv, Stand 19. November 2019), Zentrum für Interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld, 11.–13. Oktober 1999 (geleitet von Manfred Stöckler, Andreas Bartels, Brigitte Falkenburg, Michael Drieschner und Allen Hirshfeld).
  3. ↑ Meinard Kuhlmann, Holger Lyre, Andrew Wayne: Ontological aspects of quantum field theory. World Scientific, 2002, ISBN 978-981-238-182-8 (google.de).
  4. ↑ Art Hobson: There are no particles, there are only fields. Am.J.Phys.81,211(2013). Aus dem Amerikanischen: Es gibt keine Teilchen, es gibt nur Felder
  5. ↑ Marc Lange: An introduction to the philosophy of physics: locality, fields, energy and mass. Wiley-Blackwell, 2002, ISBN 978-0-631-22501-0, S. 26 ff. (google.de [abgerufen am 30. Januar 2012]).