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„Rechtsbindungswille“ – Versionsunterschied

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<p>'''Rechtsbindungswille''' ist ein Begriff aus der [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsgesch%C3%A4ft Rechtsgeschäftslehre] des [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerliches_Gesetzbuch Bürgerlichen Gesetzbuchs]. Der Rechtsbindungswille ist der Wille, sich durch eine Erklärung rechtlich zu binden.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsfolgewille#cite_note-1 <span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Er ist nicht vorhanden bei der [https://de.wikipedia.org/wiki/Invitatio_ad_offerendum invitatio ad offerendum], der Eingehung sog. [https://de.wikipedia.org/wiki/Gef%C3%A4lligkeit Gefälligkeitsverhältnisse] oder bei der Erteilung von Auskünften und Ratschlägen.</p><p>Das Verhältnis des Rechtsbindungswillens zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkl%C3%A4rungsbewusstsein Erklärungsbewusstsein] ist unklar. Häufig sieht man den Rechtsbindungswillen als vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesch%C3%A4ftswille Geschäftswillen] umschlossen an. Die Rechtsprechung scheint Geschäftswille und Rechtsbindungswille gleichzusetzen.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsfolgewille#cite_note-2 <span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>Andere betonen, dass Erklärungsbewusstsein und Rechtsbindungswille zusammenhingen. Zum Teil wird der Rechtsbindungswille als Element beider Tatbestände eingeordnet.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsfolgewille#cite_note-3 <span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Um festzustellen, ob ein Rechtsbindungswille des [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkl%C3%A4rung Erklärenden] vorliegt, ist ein objektiver Maßstab anzulegen. Indizien sind insbesondere die Art des Geschäftes, sein Grund und Zweck bzw. seine wirtschaftliche und rechtliche Bedeutung. Entscheidend ist, ob der Rechtsverkehr das Verhalten des Erklärenden nach §§ 133, 157 BGB als rechtlich verbindliche Erklärung auffassen bzw. der Erklärende dies erkennen und vermeiden konnte (sog. objektiver Empfängerhorizont).<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsfolgewille#cite_note-4 <span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2">
[[Rechtsbindung]]{{-s-}}[[Wille]] {{nhdt.-dt.}} {{Wrtdtng}} bestehend aus ''[[Erklärungswille]] [[Handlungswille]] [[Geschäftswille]]''
 
'''Rechtsbindungswille''' ist ein Begriff aus der [[Rechtsgeschäftslehre]] des [[bürgerliches Gesetzbuch|Bürgerlichen Gesetzbuchs]]. Der Rechtsbindungswille ist der Wille, sich durch eine Erklärung rechtlich zu binden.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsfolgewille#cite_note-1 <span class="cite-bracket">[</span>1]]</sup> Er ist nicht vorhanden bei der [[invitatio ad offerendum]], der [[Eingehung]] sog. [[Gefälligkeitsverhältnisse]] oder bei der Erteilung von Auskünften und Ratschlägen.<p>Das Verhältnis des Rechtsbindungswillens zum [[Erklärungsbewusstsein]] ist unklar. Häufig sieht man den Rechtsbindungswillen als vom [[Geschäftswille|Geschäftswillen]] umschlossen an. Die Rechtsprechung scheint Geschäftswille und Rechtsbindungswille gleichzusetzen.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsfolgewille#cite_note-2 <span class="cite-bracket">[</span>2]]</sup>Andere betonen, dass Erklärungsbewusstsein und Rechtsbindungswille zusammenhingen. Zum Teil wird der Rechtsbindungswille als Element beider Tatbestände eingeordnet.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsfolgewille#cite_note-3 <span class="cite-bracket">[</span>3]]</sup></p><p>Um festzustellen, ob ein Rechtsbindungswille des [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkl%C3%A4rung Erklärenden] vorliegt, ist ein objektiver Maßstab anzulegen. Indizien sind insbesondere die Art des Geschäftes, sein Grund und Zweck bzw. seine wirtschaftliche und rechtliche Bedeutung. Entscheidend ist, ob der Rechtsverkehr das Verhalten des Erklärenden nach §§ 133, 157 BGB als rechtlich verbindliche Erklärung auffassen bzw. der Erklärende dies erkennen und vermeiden konnte (sog. objektiver Empfängerhorizont).<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsfolgewille#cite_note-4 <span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2">
== Einzelnachweise ==
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#<span class="reference-text">Daniel Matthias Klocke: [https://uvhw.de/files/3_uvHW_Leseproben/uvHW-108-3_GESAMT-TEXT.pdf ''Erklärungsbewusstsein und Rechtsbindungswille – Willenserklärung und Rechtsgeschäft'']Halle-Wittenberg, Univ.-Diss. 2014, S. 23, 33 ff.</span>
#<span class="reference-text">Daniel Matthias Klocke: [https://uvhw.de/files/3_uvHW_Leseproben/uvHW-108-3_GESAMT-TEXT.pdf ''Erklärungsbewusstsein und Rechtsbindungswille – Willenserklärung und Rechtsgeschäft'']Halle-Wittenberg, Univ.-Diss. 2014, S. 23, 33 ff.</span>
#<span class="reference-text">Jura Individuell: [https://www.juraindividuell.de/artikel/rechtsgeschaeftslehre-teil-1-die-bedeutung-und-die-bestandteile-von-willenserklaerungen/ Bestandteile einer Willenserklärung], abgerufen am 28. August 2020.</span>
#<span class="reference-text">Jura Individuell: [https://www.juraindividuell.de/artikel/rechtsgeschaeftslehre-teil-1-die-bedeutung-und-die-bestandteile-von-willenserklaerungen/ Bestandteile einer Willenserklärung], abgerufen am 28. August 2020.</span>
[[Kategorie:Dreieinheit]]

Version vom 31. August 2024, 14:33 Uhr

Rechtsbindung‎-s-Wille nhdt.-dt. Wrtdtng: bestehend aus Erklärungswille Handlungswille Geschäftswille

Rechtsbindungswille ist ein Begriff aus der Rechtsgeschäftslehre des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Der Rechtsbindungswille ist der Wille, sich durch eine Erklärung rechtlich zu binden.[1] Er ist nicht vorhanden bei der invitatio ad offerendum, der Eingehung sog. Gefälligkeitsverhältnisse oder bei der Erteilung von Auskünften und Ratschlägen.

Das Verhältnis des Rechtsbindungswillens zum Erklärungsbewusstsein ist unklar. Häufig sieht man den Rechtsbindungswillen als vom Geschäftswillen umschlossen an. Die Rechtsprechung scheint Geschäftswille und Rechtsbindungswille gleichzusetzen.[2]Andere betonen, dass Erklärungsbewusstsein und Rechtsbindungswille zusammenhingen. Zum Teil wird der Rechtsbindungswille als Element beider Tatbestände eingeordnet.[3]

Um festzustellen, ob ein Rechtsbindungswille des Erklärenden vorliegt, ist ein objektiver Maßstab anzulegen. Indizien sind insbesondere die Art des Geschäftes, sein Grund und Zweck bzw. seine wirtschaftliche und rechtliche Bedeutung. Entscheidend ist, ob der Rechtsverkehr das Verhalten des Erklärenden nach §§ 133, 157 BGB als rechtlich verbindliche Erklärung auffassen bzw. der Erklärende dies erkennen und vermeiden konnte (sog. objektiver Empfängerhorizont).[4]

Einzelnachweise

  1. Rechtsbindungswille Rechtslexikon.net, abgerufen am 2. August 2020.
  2. vgl. auch Florian Bien, Michael Sonnentag: Einführung: Die Willenserklärung Universität Würzburg, 2015, S. 3.
  3. Daniel Matthias Klocke: Erklärungsbewusstsein und Rechtsbindungswille – Willenserklärung und RechtsgeschäftHalle-Wittenberg, Univ.-Diss. 2014, S. 23, 33 ff.
  4. Jura Individuell: Bestandteile einer Willenserklärung, abgerufen am 28. August 2020.