„Kasuistik“ – Versionsunterschied
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'''<span class="zenoTXHighlight0">Kasuistik</span>''' (lat.), früher eine [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wissenschaft Wissenschaft], die sich mit den [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Grundsatz Grundsätzen] beschäftigte, nach welchen schwere [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gewissensf%C3%A4lle Gewissensfälle], die sogen. ''[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Casus Casus] conscientiae'', besonders wo eine [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kollision Kollision] der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Pflicht+%5B1%5D Pflichten] eintritt, zur Beruhigung des [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gewissen Gewissens] entschieden werden sollten. Die ersten [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Spuren Spuren] der K., von [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kant Kant] die »[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Dialektik Dialektik] des [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gewissen Gewissens]« genannt, finden sich bei den [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Sto%C3%AFker Stoikern] und den Talmudisten. Im [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Mittelalter Mittelalter] teilte man die K., welche [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Zweifel+%5B1%5D Zweifel] und Bedenklichkeiten über den [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Glaube Glauben] sowie die [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Frage Frage] nach der Pflichtmäßigkeit oder Pflichtwidrigkeit gewisser [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Handlung Handlungen] zu lösen suchte, in drei Teile: eine <span class="zenoTXSpaced">philosophische</span> K., die nach den Moralgesetzen der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Vernunft Vernunft] unter streitenden [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Pflicht+%5B1%5D Pflichten] für die höchste und unerläßlichste entschied, eine <span class="zenoTXSpaced">theologische</span> oder <span class="zenoTXSpaced">religiöse</span> K., welche die kirchliche [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Sittenlehre Sittenlehre] als göttliches [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gesetz+%5B1%5D Gesetz] zugrunde legte, und eine <span class="zenoTXSpaced">juristische</span> K., die (im [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gegensatz Gegensatz] zur dogmatischen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Meth%C5%8Dde Methode]) nach den im [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Staat Staat] gültigen Rechtsgesetzen entschied, indem sie die nach der verschiedenen [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Beschaffenheit Beschaffenheit] der Umstände modifizierte Anwendung derselben zu ermitteln suchte. Die bekannteste der kasuistischen Schriften des [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Mittelalter Mittelalters] ist die »''Summa''« des Raimundus de Pennaforte. Besonders galten die [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Jesu%C4%ABten Jesuiten] als eifrige Kasuisten; Escobar, [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Sanchez Sanchez], [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Busembaum Busembaum], in der [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gegenwart Gegenwart] [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Lehmkuhl Lehmkuhl] u. a. stellten schwierige [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kollisionsf%C3%A4lle Kollisionsfälle] auf und erteilten für sie spitzfindig ausgesonnene Ratschläge, die nicht immer mit dem [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Sittengesetz Sittengesetz] harmonierten. | |||
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907, S. 734. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20006877400; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]; Faksimiles: [http://www.zeno.org/Meyers-1905/K/meyers-1905-010-0734 734] | |||
'''<span class="zenoTXHighlight0">Kasuístik</span>''' (lat.), Anwendung der Moraltheologie auf einzelne praktische [http://www.zeno.org/Brockhaus-1911/A/Falle Fälle] (casus), die Gewissensfragen, bes. bei [http://www.zeno.org/Brockhaus-1911/A/Kollision Kollision] der Pflichten, zu entscheiden lehrt; vorzugsweise von den [http://www.zeno.org/Brockhaus-1911/A/Jesuiten Jesuiten]''(Kasuisten)'' öfter zu spitzfindigen [http://www.zeno.org/Brockhaus-1911/A/System Systemen] ausgebildet (Escobar, [http://www.zeno.org/Brockhaus-1911/A/Busembaum Busembaum], [http://www.zeno.org/Brockhaus-1911/A/Liguori Liguori]). – Die ''jurist. K.'' ist die Rechtsfindung, welche den einzelnen [http://www.zeno.org/Brockhaus-1911/A/Fall Fall] in seiner Besonderheit zu entscheiden sucht. | |||
Quelle: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 947. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20001243500; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]; Faksimiles: [http://www.zeno.org/Brockhaus-1911/K/brockh-1911-011-0947 947] | |||
= Kasuistik = | = Kasuistik = | ||
'''Kasuistik''' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] [[casus]] ‚Fall‘; vgl. dazu „[[Kasus#Herkunft der Bezeichnung|Kasus]]“) bezeichnet allgemein die Betrachtung von [[Einzelfälle|Einzelfällen]] in einem bestimmten [[Fachgebiet]]. | '''Kasuistik''' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] [[casus]] ‚Fall‘; vgl. dazu „[[Kasus#Herkunft der Bezeichnung|Kasus]]“) bezeichnet allgemein die Betrachtung von [[Einzelfälle|Einzelfällen]] in einem bestimmten [[Fachgebiet]]. | ||
== Allgemeines == | == Allgemeines == | ||
Der Begriff Kasuistik findet sich in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, insbesondere in der [[Rechtswissenschaft]], [[philosophische Ethik|philosophischen Ethik]] und [[Medizin]]. | |||
=== Rechtswissenschaft === | === Rechtswissenschaft === | ||
Unter Kasuistik wird eine Methode der Rechtsfindung verstanden, die nicht von abstrakten, umfassend geregelten Tatbeständen ausgeht, unter die [[Lebenssachverhalte]] [[subsumiert]] werden, sondern von spezifischen Einzelfallregelungen und damit von einer Vielzahl gesetzlich geregelter Einzelfälle. Die Einzelfälle werden im Gesetz aufgezählt. Auch können frühere Gerichtsentscheidungen [[präjudizielle]] Wirkung im Rahmen des [[Richterrecht|Richterrechts]] entfalten. | |||
Ausgangspunkt ist der [[Einzelfall]] (''[[casus]]''), bekannt bereits aus dem [[römisches Recht|römischen Recht]]. Kasuistik zwingt zum Vergleich eines Lebenssachverhalts mit einem vormals bereits entschiedenen Fall gleichen Zuschnitts. Durch Kasuistik entstehen [[Gesetzeslücken]], die durch [[Generalklauseln]] geschlossen werden können. Eine Verallgemeinerung ([[Abstraktion]]) in Gesetzen birgt andererseits die Gefahr, dass sie inhaltslos werden und auf mehr Lebenssachverhalte zutreffen als es dem ursprünglichen Gesetzeswillen entsprach. | |||
Das anglo-amerikanische [[Fallrecht]] und das islamische Recht („[https://de.wikipedia.org/wiki/Scharia Scharia]“) sind bis heute kasuistisch geblieben und sollen einerseits einen lebensfremden [[Normativismus]] und [[Formalismus]] verhindern,<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kasuistik#cite_note-1 <span class="cite-bracket">[</span>1]]</sup> andererseits unterliegen sie der Gefahr, unübersichtlich zu werden. Doch auch in der Kasuistik bilden sich im Laufe der Zeit durch Ansammlung vieler Einzelfälle abstrakte Regeln und Prinzipien heraus. Kasuistische Ansätze finden sich im deutschen Recht insbesondere dort, wo die Gesetzgebung der aktuellen, sich schnell ändernden Lebenssituation hinterherhinkt. Das ist vor allem im [https://de.wikipedia.org/wiki/Steuerrecht_(Deutschland) Steuerrecht], [https://de.wikipedia.org/wiki/Handelsrecht_(Deutschland) Handelsrecht] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Medienrecht Medienrecht] der Fall. | |||
Vor- und Nachteile der Kasuistik:<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kasuistik#cite_note-2 <span class="cite-bracket">[</span>2]]</sup> | |||
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=== Philosophische Ethik und katholische Moraltheologie === | === Philosophische Ethik und katholische Moraltheologie === | ||
In der philosophischen Ethik und in der katholischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Moraltheologie Moraltheologie] ist die Kasuistik der Teil der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sittenlehre Sittenlehre], der für mögliche Fälle des praktischen Lebens anhand eines Systems von [https://de.wikipedia.org/wiki/Gebot_(Ethik) Geboten] das richtige Verhalten bestimmt. Die aus dem Repertoire der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie#Praktische_Philosophie praktischen Philosophie] stammende Kasuistik ist nicht einheitlich zu verstehen. Einerseits beschreibt der Begriff im weiteren Sinne ein empirisches Verfahren, das nach Analogien und Ähnlichkeiten vorgeht, andererseits versteht man hierunter im engeren Sinne die Subsumption nach logischer Gesetzmäßigkeit. | |||
=== Medizin === | === Medizin === | ||
→ Hauptartikel: [https://de.wikipedia.org/wiki/Fallbericht_(Medizin) Fallbericht (Medizin)] | |||
Die klinische Medizin benutzt den Begriff bei der Beschreibung von einzelnen, oft paradigmatischen und [https://de.wikipedia.org/wiki/Prop%C3%A4deutik propädeutischen]Fallbeschreibungen bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Krankheitsverlauf Krankheitsverläufen] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Patientengeschichte Patientengeschichten], [https://de.wikipedia.org/wiki/Narrative_Medizin Narrative Medizin]).<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kasuistik#cite_note-3 <span class="cite-bracket">[</span>3]]</sup> Dabei werden die Analyse von Einzelfällen und ihre Beurteilung als alleinige Erkenntnisquelle angesehen. Werden allgemeine Prinzipien erkennbar, so gewinnen sie ihre [https://de.wikipedia.org/wiki/Plausibilit%C3%A4t Plausibilität] erst aus Einzelfällen. Die Analyserichtung ist [https://de.wikipedia.org/wiki/Induktion_(Philosophie) induktiv].<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kasuistik#cite_note-4 <span class="cite-bracket">[</span>4]]</sup> | |||
=== Sozialwissenschaften === | === Sozialwissenschaften === | ||
In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Arbeit Sozialen Arbeit] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialp%C3%A4dagogik Sozialpädagogik] sowie in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologie Psychologie]<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kasuistik#cite_note-5 <span class="cite-bracket">[</span>5]]</sup> wird eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Komparative_Kasuistik komparative Kasuistik] eingesetzt. Dabei werden in „Fallarbeit“ erstellte Einzelfallanalysen abstrahiert und zu „Typen“ gruppiert, um sie dann zu vergleichen. | |||
Beispielsweise schlägt [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Reinhard_H%C3%B6rster&action=edit&redlink=1 Reinhard Hörster] für die Kasuistik in der Sozialen Arbeit eine Typologie mit drei Schritten vor: (1.) symbolische Darstellung des Verständnisses eines Falles, (2.) Analyse dieses Verstehens und (3.) Bildungsprozess, der durch die kasuistische Tätigkeit ausgelöst wird.<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kasuistik#cite_note-6 <span class="cite-bracket">[</span>6]]</sup> [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Regula_Kunz&action=edit&redlink=1 Regula Kunz] schlägt ein Reflexionsmodell für eine „situative Kasuistik“ vor, die in acht Schritte strukturiert ist.<sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kasuistik#cite_note-7 <span class="cite-bracket">[</span>7]]</sup> Durch eine Abstraktion von Schlüsselsituation und ihre Gruppierung im Rahmen einer kasuistischen Arbeitsweise sowie durch die Verwendung von Schlüsselsituationen als Modell für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Reflexion_(Philosophie) Reflexion] und für den Diskurs in [https://de.wikipedia.org/wiki/Intervision Intervisions]gruppen sollen Wissen und Handeln miteinander verknüpft und so die eigene Professionalität entwickelt werden.<sup id="cite_ref-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kasuistik#cite_note-8 <span class="cite-bracket">[</span>8]]</sup> | |||
Aufbauend auf Bauer/Ahmed/Heye (2010)<sup id="cite_ref-9" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kasuistik#cite_note-9 <span class="cite-bracket">[</span>9]]</sup> und Schön (1983)<sup id="cite_ref-10" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kasuistik#cite_note-10 <span class="cite-bracket">[</span>10]]</sup> betont [https://de.wikipedia.org/wiki/Maja_Heiner Maja Heiner], dass es für das professionelle Fallverstehen notwendig ist, dass die Fachkraft sich bewusst ist, dass schon die Entscheidung darüber, was das Bedeutsame eines Falles ist (was den „Fall“ ausmacht), Konsequenzen hat, zumal die weiteren Begegnungen und Interaktionen zwischen Fachkraft und Klient sich vorrangig auf diese Feststellungen beziehen werden und andere Unterscheidungen tendenziell aus der Kommunikation ausgeschlossen werden. Damit der Beobachter die Prozesse überhaupt später außerhalb des konkreten Handlungserfordernisses („handlungsentlastet“) rekonstruieren und reflektieren kann, erfordert das professionelles Fallverstehen eine Reflexion dieser Prozesse: „der Beobachter muss sich beim Beobachten beobachten“.<sup id="cite_ref-11" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kasuistik#cite_note-11 <span class="cite-bracket">[</span>11]]</sup> Heiner hebt drei häufig auftretende Arten von Falldarstellungen hervor: | |||
*den Demonstrationsfall (fokussiert dargestellt, mit deutlicher Schlussfolgerung, soll oft die [https://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeing%C3%BCltigkeit Allgemeingültigkeit] von Erkenntnissen und Erfahrungen illustrativ belegen oder das eigene Handeln rechtfertigen), | *den Demonstrationsfall (fokussiert dargestellt, mit deutlicher Schlussfolgerung, soll oft die [https://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeing%C3%BCltigkeit Allgemeingültigkeit] von Erkenntnissen und Erfahrungen illustrativ belegen oder das eigene Handeln rechtfertigen), | ||
*den Kaleidoskopfall (erlaubt mehrere Deutungen, multiperspektivisch, wird oft in der Aus- und Fortbildung verwendet) und | *den Kaleidoskopfall (erlaubt mehrere Deutungen, multiperspektivisch, wird oft in der Aus- und Fortbildung verwendet) und | ||
*den Konfusionsfall (unklar/diffus, oft mündlich vorgetragen und mit offenem Handlungsausgang, mit unklarer Deutung, wird oft in eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Kollegiale_Fallberatung kollegiale Fallberatung] eingebracht).<sup id="cite_ref-12" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kasuistik#cite_note-12 <span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> | *den Konfusionsfall (unklar/diffus, oft mündlich vorgetragen und mit offenem Handlungsausgang, mit unklarer Deutung, wird oft in eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Kollegiale_Fallberatung kollegiale Fallberatung] eingebracht).<sup id="cite_ref-12" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kasuistik#cite_note-12 <span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> | ||
[https://de.wikipedia.org/wiki/John_Forrester John Forrester] postulierte, ausgehend von einer Betrachtung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychoanalyse Psychoanalyse] im Vergleich zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Experimentelle_Psychologie experimentellen Psychologie], dass ganz allgemein das Wissen in [https://de.wikipedia.org/wiki/Humanwissenschaft Humanwissenschaften] im Grunde auf Fall-basiertem Schlussfolgern beruhe.<sup id="cite_ref-13" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kasuistik#cite_note-13 <span class="cite-bracket">[</span>13]]</sup> | |||
== Bildungssprache == | == Bildungssprache == | ||
Gemäß Duden ist Kasuistik ein bildungssprachlicher Begriff für [https://de.wikipedia.org/wiki/Wortklauberei Haarspalterei], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rabulistik spitzfindige Argumentation oder Wortverdreherei]. | |||
== Lit. == | |||
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Stammler Rudolf Stammler]: <cite>Kasuistik der klassischen Jurisprudenz</cite>. In: <cite>Aufgaben aus dem römischen Recht. Zum selbstthätigen Einarbeiten in das System des römischen Privatrechts</cite>. De Gruyter, Berlin/Boston 1901, S. 185–203. | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Stammler Rudolf Stammler]: <cite>Kasuistik der klassischen Jurisprudenz</cite>. In: <cite>Aufgaben aus dem römischen Recht. Zum selbstthätigen Einarbeiten in das System des römischen Privatrechts</cite>. De Gruyter, Berlin/Boston 1901, S. 185–203. | ||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Rees_(Theologe) Wilhelm Rees]: <cite>Kasuistik</cite>. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Heribert_Hallermann Heribert Hallermann], [https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Meckel Thomas Meckel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Droege Michael Droege], [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_de_Wall Heinrich de Wall] (Hrsg.): <cite>Lexikon für Kirchen- und Religionsrecht</cite>. [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783506786388 ISBN 978-3-506-78638-8], [https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Object_Identifier doi]:<span class="uri-handle">[https://doi.org/10.30965/9783506786388_0580 10.30965/9783506786388_0580]</span> (Onlineversion 2019). | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Rees_(Theologe) Wilhelm Rees]: <cite>Kasuistik</cite>. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Heribert_Hallermann Heribert Hallermann], [https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Meckel Thomas Meckel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Droege Michael Droege], [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_de_Wall Heinrich de Wall] (Hrsg.): <cite>Lexikon für Kirchen- und Religionsrecht</cite>. [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783506786388 ISBN 978-3-506-78638-8], [https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Object_Identifier doi]:<span class="uri-handle">[https://doi.org/10.30965/9783506786388_0580 10.30965/9783506786388_0580]</span> (Onlineversion 2019). | ||
Einzelnachweise | |||
#<span class="reference-text">Martin Honecker: ''Einführung in die theologische Ethik''. 2002, S. 171.</span> | #<span class="reference-text">Martin Honecker: ''Einführung in die theologische Ethik''. 2002, S. 171.</span> | ||
#<span class="reference-text">Stefan Hofmann: ''Handbuch Anti-Fraud-Management''. 2008, S. 183.</span> | #<span class="reference-text">Stefan Hofmann: ''Handbuch Anti-Fraud-Management''. 2008, S. 183.</span> | ||
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#<span class="reference-text">Maja Heiner: <cite>Handlungskompetenz „Fallverstehen“</cite>. In: R. Becker-Lenz, S. G. Ehlert, S. Müller-Hermann (Hrsg.): <cite>Professionalität Sozialer Arbeit und Hochschule</cite>. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2012, S. 201–217, hier S. 202, [https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Object_Identifier doi]:<span class="uri-handle">[https://doi.org/10.1007/978-3-531-94246-9_11 10.1007/978-3-531-94246-9_11]</span>.</span> | #<span class="reference-text">Maja Heiner: <cite>Handlungskompetenz „Fallverstehen“</cite>. In: R. Becker-Lenz, S. G. Ehlert, S. Müller-Hermann (Hrsg.): <cite>Professionalität Sozialer Arbeit und Hochschule</cite>. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2012, S. 201–217, hier S. 202, [https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Object_Identifier doi]:<span class="uri-handle">[https://doi.org/10.1007/978-3-531-94246-9_11 10.1007/978-3-531-94246-9_11]</span>.</span> | ||
#<span class="reference-text">Maja Heiner: <cite>Handlungskompetenz „Fallverstehen“</cite>. In: R. Becker-Lenz, S. G. Ehlert, S. Müller-Hermann (Hrsg.): <cite>Professionalität Sozialer Arbeit und Hochschule</cite>. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2012, S. 201–217, hier S. 212, [https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Object_Identifier doi]:<span class="uri-handle">[https://doi.org/10.1007/978-3-531-94246-9_11 10.1007/978-3-531-94246-9_11]</span>.</span> | #<span class="reference-text">Maja Heiner: <cite>Handlungskompetenz „Fallverstehen“</cite>. In: R. Becker-Lenz, S. G. Ehlert, S. Müller-Hermann (Hrsg.): <cite>Professionalität Sozialer Arbeit und Hochschule</cite>. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2012, S. 201–217, hier S. 212, [https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Object_Identifier doi]:<span class="uri-handle">[https://doi.org/10.1007/978-3-531-94246-9_11 10.1007/978-3-531-94246-9_11]</span>.</span> | ||
#<span class="reference-text">John Forrester: <cite class="lang" dir="auto" lang="en">If p, then what? Thinking in cases</cite>. In: <cite class="lang" dir="auto" lang="en">History of the Human Sciences</cite>. Band 9, Nr. 3, 1. August 1996, [https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke ISSN] [https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220952-6951%22&key=cql 0952-6951], S. 1–25, [https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Object_Identifier doi]:<span class="uri-handle">[https://doi.org/10.1177/095269519600900301 10.1177/095269519600900301]</span> (englisch, [http://hhs.sagepub.com/content/9/3/1 sagepub.com] [abgerufen am 16. April 2016]).</span> | #<span class="reference-text">John Forrester: <cite class="lang" dir="auto" lang="en">If p, then what? Thinking in cases</cite>. In: <cite class="lang" dir="auto" lang="en">History of the Human Sciences</cite>. Band 9, Nr. 3, 1. August 1996, [https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke ISSN] [https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220952-6951%22&key=cql 0952-6951], S. 1–25, [https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Object_Identifier doi]:<span class="uri-handle">[https://doi.org/10.1177/095269519600900301 10.1177/095269519600900301]</span> (englisch, [http://hhs.sagepub.com/content/9/3/1 sagepub.com] [abgerufen am 16. April 2016]).</span></div> | ||
Version vom 17. September 2024, 17:41 Uhr
Kasuistik (lat.), früher eine Wissenschaft, die sich mit den Grundsätzen beschäftigte, nach welchen schwere Gewissensfälle, die sogen. Casus conscientiae, besonders wo eine Kollision der Pflichten eintritt, zur Beruhigung des Gewissens entschieden werden sollten. Die ersten Spuren der K., von Kant die »Dialektik des Gewissens« genannt, finden sich bei den Stoikern und den Talmudisten. Im Mittelalter teilte man die K., welche Zweifel und Bedenklichkeiten über den Glauben sowie die Frage nach der Pflichtmäßigkeit oder Pflichtwidrigkeit gewisser Handlungen zu lösen suchte, in drei Teile: eine philosophische K., die nach den Moralgesetzen der Vernunft unter streitenden Pflichten für die höchste und unerläßlichste entschied, eine theologische oder religiöse K., welche die kirchliche Sittenlehre als göttliches Gesetz zugrunde legte, und eine juristische K., die (im Gegensatz zur dogmatischen Methode) nach den im Staat gültigen Rechtsgesetzen entschied, indem sie die nach der verschiedenen Beschaffenheit der Umstände modifizierte Anwendung derselben zu ermitteln suchte. Die bekannteste der kasuistischen Schriften des Mittelalters ist die »Summa« des Raimundus de Pennaforte. Besonders galten die Jesuiten als eifrige Kasuisten; Escobar, Sanchez, Busembaum, in der Gegenwart Lehmkuhl u. a. stellten schwierige Kollisionsfälle auf und erteilten für sie spitzfindig ausgesonnene Ratschläge, die nicht immer mit dem Sittengesetz harmonierten.
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907, S. 734. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20006877400; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 734
Kasuístik (lat.), Anwendung der Moraltheologie auf einzelne praktische Fälle (casus), die Gewissensfragen, bes. bei Kollision der Pflichten, zu entscheiden lehrt; vorzugsweise von den Jesuiten(Kasuisten) öfter zu spitzfindigen Systemen ausgebildet (Escobar, Busembaum, Liguori). – Die jurist. K. ist die Rechtsfindung, welche den einzelnen Fall in seiner Besonderheit zu entscheiden sucht.
Quelle: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 947. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20001243500; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 947
Kasuistik
Kasuistik (lateinisch casus ‚Fall‘; vgl. dazu „Kasus“) bezeichnet allgemein die Betrachtung von Einzelfällen in einem bestimmten Fachgebiet.
Allgemeines
Der Begriff Kasuistik findet sich in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, insbesondere in der Rechtswissenschaft, philosophischen Ethik und Medizin.
Rechtswissenschaft
Unter Kasuistik wird eine Methode der Rechtsfindung verstanden, die nicht von abstrakten, umfassend geregelten Tatbeständen ausgeht, unter die Lebenssachverhalte subsumiert werden, sondern von spezifischen Einzelfallregelungen und damit von einer Vielzahl gesetzlich geregelter Einzelfälle. Die Einzelfälle werden im Gesetz aufgezählt. Auch können frühere Gerichtsentscheidungen präjudizielle Wirkung im Rahmen des Richterrechts entfalten.
Ausgangspunkt ist der Einzelfall (casus), bekannt bereits aus dem römischen Recht. Kasuistik zwingt zum Vergleich eines Lebenssachverhalts mit einem vormals bereits entschiedenen Fall gleichen Zuschnitts. Durch Kasuistik entstehen Gesetzeslücken, die durch Generalklauseln geschlossen werden können. Eine Verallgemeinerung (Abstraktion) in Gesetzen birgt andererseits die Gefahr, dass sie inhaltslos werden und auf mehr Lebenssachverhalte zutreffen als es dem ursprünglichen Gesetzeswillen entsprach.
Das anglo-amerikanische Fallrecht und das islamische Recht („Scharia“) sind bis heute kasuistisch geblieben und sollen einerseits einen lebensfremden Normativismus und Formalismus verhindern,[1] andererseits unterliegen sie der Gefahr, unübersichtlich zu werden. Doch auch in der Kasuistik bilden sich im Laufe der Zeit durch Ansammlung vieler Einzelfälle abstrakte Regeln und Prinzipien heraus. Kasuistische Ansätze finden sich im deutschen Recht insbesondere dort, wo die Gesetzgebung der aktuellen, sich schnell ändernden Lebenssituation hinterherhinkt. Das ist vor allem im Steuerrecht, Handelsrecht oder Medienrecht der Fall.
Vor- und Nachteile der Kasuistik:[2]
| Vor- oder Nachteil | Kasuistische Standards | Prinzipienorientierte Standards |
|---|---|---|
| Vorteile | Detailgenauigkeit | lediglich konzeptionelle Vorgaben |
| Nachteile | hoher Gesamtumfang des Regelwerks | hoher Abstraktionsgrad |
Philosophische Ethik und katholische Moraltheologie
In der philosophischen Ethik und in der katholischen Moraltheologie ist die Kasuistik der Teil der Sittenlehre, der für mögliche Fälle des praktischen Lebens anhand eines Systems von Geboten das richtige Verhalten bestimmt. Die aus dem Repertoire der praktischen Philosophie stammende Kasuistik ist nicht einheitlich zu verstehen. Einerseits beschreibt der Begriff im weiteren Sinne ein empirisches Verfahren, das nach Analogien und Ähnlichkeiten vorgeht, andererseits versteht man hierunter im engeren Sinne die Subsumption nach logischer Gesetzmäßigkeit.
Medizin
→ Hauptartikel: Fallbericht (Medizin)
Die klinische Medizin benutzt den Begriff bei der Beschreibung von einzelnen, oft paradigmatischen und propädeutischenFallbeschreibungen bei Krankheitsverläufen (Patientengeschichten, Narrative Medizin).[3] Dabei werden die Analyse von Einzelfällen und ihre Beurteilung als alleinige Erkenntnisquelle angesehen. Werden allgemeine Prinzipien erkennbar, so gewinnen sie ihre Plausibilität erst aus Einzelfällen. Die Analyserichtung ist induktiv.[4]
Sozialwissenschaften
In der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik sowie in der Psychologie[5] wird eine komparative Kasuistik eingesetzt. Dabei werden in „Fallarbeit“ erstellte Einzelfallanalysen abstrahiert und zu „Typen“ gruppiert, um sie dann zu vergleichen.
Beispielsweise schlägt Reinhard Hörster für die Kasuistik in der Sozialen Arbeit eine Typologie mit drei Schritten vor: (1.) symbolische Darstellung des Verständnisses eines Falles, (2.) Analyse dieses Verstehens und (3.) Bildungsprozess, der durch die kasuistische Tätigkeit ausgelöst wird.[6] Regula Kunz schlägt ein Reflexionsmodell für eine „situative Kasuistik“ vor, die in acht Schritte strukturiert ist.[7] Durch eine Abstraktion von Schlüsselsituation und ihre Gruppierung im Rahmen einer kasuistischen Arbeitsweise sowie durch die Verwendung von Schlüsselsituationen als Modell für die Reflexion und für den Diskurs in Intervisionsgruppen sollen Wissen und Handeln miteinander verknüpft und so die eigene Professionalität entwickelt werden.[8]
Aufbauend auf Bauer/Ahmed/Heye (2010)[9] und Schön (1983)[10] betont Maja Heiner, dass es für das professionelle Fallverstehen notwendig ist, dass die Fachkraft sich bewusst ist, dass schon die Entscheidung darüber, was das Bedeutsame eines Falles ist (was den „Fall“ ausmacht), Konsequenzen hat, zumal die weiteren Begegnungen und Interaktionen zwischen Fachkraft und Klient sich vorrangig auf diese Feststellungen beziehen werden und andere Unterscheidungen tendenziell aus der Kommunikation ausgeschlossen werden. Damit der Beobachter die Prozesse überhaupt später außerhalb des konkreten Handlungserfordernisses („handlungsentlastet“) rekonstruieren und reflektieren kann, erfordert das professionelles Fallverstehen eine Reflexion dieser Prozesse: „der Beobachter muss sich beim Beobachten beobachten“.[11] Heiner hebt drei häufig auftretende Arten von Falldarstellungen hervor:
- den Demonstrationsfall (fokussiert dargestellt, mit deutlicher Schlussfolgerung, soll oft die Allgemeingültigkeit von Erkenntnissen und Erfahrungen illustrativ belegen oder das eigene Handeln rechtfertigen),
- den Kaleidoskopfall (erlaubt mehrere Deutungen, multiperspektivisch, wird oft in der Aus- und Fortbildung verwendet) und
- den Konfusionsfall (unklar/diffus, oft mündlich vorgetragen und mit offenem Handlungsausgang, mit unklarer Deutung, wird oft in eine kollegiale Fallberatung eingebracht).[12]
John Forrester postulierte, ausgehend von einer Betrachtung der Psychoanalyse im Vergleich zur experimentellen Psychologie, dass ganz allgemein das Wissen in Humanwissenschaften im Grunde auf Fall-basiertem Schlussfolgern beruhe.[13]
Bildungssprache
Gemäß Duden ist Kasuistik ein bildungssprachlicher Begriff für Haarspalterei, spitzfindige Argumentation oder Wortverdreherei.
Lit.
- Rudolf Stammler: Kasuistik der klassischen Jurisprudenz. In: Aufgaben aus dem römischen Recht. Zum selbstthätigen Einarbeiten in das System des römischen Privatrechts. De Gruyter, Berlin/Boston 1901, S. 185–203.
- Wilhelm Rees: Kasuistik. In: Heribert Hallermann, Thomas Meckel, Michael Droege, Heinrich de Wall (Hrsg.): Lexikon für Kirchen- und Religionsrecht. ISBN 978-3-506-78638-8, doi:10.30965/9783506786388_0580 (Onlineversion 2019).
Einzelnachweise
- Martin Honecker: Einführung in die theologische Ethik. 2002, S. 171.
- Stefan Hofmann: Handbuch Anti-Fraud-Management. 2008, S. 183.
- Robert Jütte: Vom medizinischen Casus zur Krankengeschichte. In: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte. Band 15, 1992, S. 50–52.
- Boris Zernikow: Palliativversorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. 2008, S. 48(eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- G. Jüttemann: Komparative Kasuistik als Strategie Psychologischer Forschung. In: Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie. Band 29, 1981, S. 101–118.
- Reinhard Hörster: Sozialpädagogische Kasuistik. In: Werner Thole (Hrsg.): Grundriss Soziale Arbeit. Ein einführendes Handbuch. Leske + Budrich, 2002, S. 449–558, hier S. 555. Zitiert nach Regine Kunz: Wissen und Handeln in Schlüsselsituationen der Sozialen Arbeit. Empirische und theoretische Grundlegung eines neuen kasuistischen Ansatzes. Kapitel „4.4.2 Begriffsbestimmung von Kasuistik als Ort der Theorie-Praxis-Relationierung“, S. 166.
- Regula Kunz: Wissen und Handeln in Schlüsselsituationen der Sozialen Arbeit. Empirische und theoretische Grundlegung eines neuen kasuistischen Ansatzes. Kapitel „6.1 Ausblick I – Eine akteursorientierte Kasuistik: Arbeit mit Schlüsselsituationen – Reflexionsmodell“, S. 196–197.
- Ansatz. In: schluesselsituationen.ch. Abgerufen am 5. November 2020.
- Petra Bauer, Sarina Ahmed, Brit Heyer: Was ist der Fall? Prozesse der Fallkonstitution in Jugendhilfeeinrichtungen. In: neue praxis. Band 6, 2010, S. 566–580. Zitiert nach Maja Heiner: Handlungskompetenz „Fallverstehen“. In: R. Becker-Lenz, S. G. Ehlert, S. Müller-Hermann (Hrsg.): Professionalität Sozialer Arbeit und Hochschule. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2012, S. 201–217, hier S. 202, doi:10.1007/978-3-531-94246-9_11.
- Donald Alan Schön: The reflective practioner. How professionals think in action. Basic Books, New York 1983 (englisch). Zitiert nach Maja Heiner: Handlungskompetenz „Fallverstehen“. In: R. Becker-Lenz, S. G. Ehlert, S. Müller-Hermann (Hrsg.): Professionalität Sozialer Arbeit und Hochschule. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2012, S. 201–217, hier S. 202, doi:10.1007/978-3-531-94246-9_11.
- Maja Heiner: Handlungskompetenz „Fallverstehen“. In: R. Becker-Lenz, S. G. Ehlert, S. Müller-Hermann (Hrsg.): Professionalität Sozialer Arbeit und Hochschule. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2012, S. 201–217, hier S. 202, doi:10.1007/978-3-531-94246-9_11.
- Maja Heiner: Handlungskompetenz „Fallverstehen“. In: R. Becker-Lenz, S. G. Ehlert, S. Müller-Hermann (Hrsg.): Professionalität Sozialer Arbeit und Hochschule. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2012, S. 201–217, hier S. 212, doi:10.1007/978-3-531-94246-9_11.
- John Forrester: If p, then what? Thinking in cases. In: History of the Human Sciences. Band 9, Nr. 3, 1. August 1996, ISSN 0952-6951, S. 1–25, doi:10.1177/095269519600900301 (englisch, sagepub.com [abgerufen am 16. April 2016]).