Zum Inhalt springen

„Unterscheidung Gesetz und Recht“ – Versionsunterschied

aus AufEinWort, der freien Forschung
[ungesichtete Version][ungesichtete Version]
Die Seite wurde neu angelegt: „◀<onlyinclude>▶ Historisch sind Recht und Gesetz zu unterscheiden. Der Kern des Rechts liegt in dem römisch-rechtlichen Richterrecht, das dann durch Justinian ''(corpus iuris civilis)'' eine Kodifizierung erfahren hat (s. o.). Der Begriff des Gesetzes geht auf die Magna Carta von 1215 zurück, wonach nur das P…“
 
K Textersetzung - „<onlyinclude>“ durch „{{SchaufensterBeginn|Auszug}}“
Zeile 1: Zeile 1:
[[Gesetz#Unterscheidung Gesetz und Recht|◀]]<onlyinclude>[[Unterscheidung Gesetz und Recht|▶]]
[[Gesetz#Unterscheidung Gesetz und Recht|◀]]{{SchaufensterBeginn|Auszug}}[[Unterscheidung Gesetz und Recht|▶]]


Historisch sind [[Recht]] und [[Gesetz]] zu unterscheiden. Der Kern des Rechts liegt in dem [[römisches Recht|römisch-rechtlichen]] [[Richterrecht]], das dann durch [[Justinian I.|Justinian]] ''([[corpus iuris civilis]])'' eine Kodifizierung erfahren hat (s.&nbsp;o.). Der Begriff des Gesetzes geht auf die [[Magna Carta]] von 1215 zurück, wonach nur das Parlament die Zustimmung zu einer Steuererhebung erteilen konnte. Dieser Begriff des Gesetzes kennzeichnet das [[öffentliches Recht|öffentliche Recht]]. Die heutige Unterscheidung von Recht und Gesetz orientiert sich noch weitgehend an dieser unterschiedlichen Herkunft der Begriffe.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Schapp Jan Schapp]: ''Ethische Pflichten und Rechtspflichten.'' In: Jan Schapp: ''Über Freiheit und Recht – Rechtsphilosophische Aufsätze 1992–2007.'' Mohr Siebeck, Tübingen 2008, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783161552908 ISBN 978-3-16-155290-8], S.&nbsp;55, 57.</span></ref><ref><span class="reference-text">Jan Schapp: ''Methodenlehre und System des Rechts. Aufsätze 1992–2007''. Mohr Siebeck, Tübingen 2009, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783161501678 ISBN 978-3-16-150167-8].</span></ref>
Historisch sind [[Recht]] und [[Gesetz]] zu unterscheiden. Der Kern des Rechts liegt in dem [[römisches Recht|römisch-rechtlichen]] [[Richterrecht]], das dann durch [[Justinian I.|Justinian]] ''([[corpus iuris civilis]])'' eine Kodifizierung erfahren hat (s.&nbsp;o.). Der Begriff des Gesetzes geht auf die [[Magna Carta]] von 1215 zurück, wonach nur das Parlament die Zustimmung zu einer Steuererhebung erteilen konnte. Dieser Begriff des Gesetzes kennzeichnet das [[öffentliches Recht|öffentliche Recht]]. Die heutige Unterscheidung von Recht und Gesetz orientiert sich noch weitgehend an dieser unterschiedlichen Herkunft der Begriffe.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Schapp Jan Schapp]: ''Ethische Pflichten und Rechtspflichten.'' In: Jan Schapp: ''Über Freiheit und Recht – Rechtsphilosophische Aufsätze 1992–2007.'' Mohr Siebeck, Tübingen 2008, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783161552908 ISBN 978-3-16-155290-8], S.&nbsp;55, 57.</span></ref><ref><span class="reference-text">Jan Schapp: ''Methodenlehre und System des Rechts. Aufsätze 1992–2007''. Mohr Siebeck, Tübingen 2009, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783161501678 ISBN 978-3-16-150167-8].</span></ref>

Version vom 8. Dezember 2025, 17:54 Uhr

◀▶

Historisch sind Recht und Gesetz zu unterscheiden. Der Kern des Rechts liegt in dem römisch-rechtlichen Richterrecht, das dann durch Justinian (corpus iuris civilis) eine Kodifizierung erfahren hat (s. o.). Der Begriff des Gesetzes geht auf die Magna Carta von 1215 zurück, wonach nur das Parlament die Zustimmung zu einer Steuererhebung erteilen konnte. Dieser Begriff des Gesetzes kennzeichnet das öffentliche Recht. Die heutige Unterscheidung von Recht und Gesetz orientiert sich noch weitgehend an dieser unterschiedlichen Herkunft der Begriffe.[1][2]

Arten

Nicht nur Gesetze, die als solche bezeichnet werden (Bürgerliches Gesetzbuch), sondern auch andere Rechtsnormenhaben Gesetzescharakter. Die Rechtsverordnung befreit ein vorgeschaltetes, abstrakteres Gesetz von technischen Details und entlastet es von fallspezifischen Anordnungen. Die Ermächtigung zur Rechtsverordnung ist die Übertragung rechtsetzender Gewalt durch die Legislative auf die Exekutive bis hinunter auf Behördenebene (Art. 80 Abs. 1 GG). Allgemeine Verwaltungsvorschriften und sonstige Anweisungen, durch die eine vorgesetzte Behörde verwaltungsintern auf ein einheitliches Verfahren oder eine bestimmte Ermessensausübung, aber auch auf eine bestimmte Gesetzesauslegung und -anwendung durch die ihr nachgeordneten Behörden hinwirkt, sind jedoch keine Gesetze im Sinne des Art. 20 Abs. 3 GG und des Art. 97 Abs. 1 GG.[3] Die Gerichte sind an das Gesetz gebunden und dürfen ihren Entscheidungen also nur materielles Recht – Verfassungsrecht, förmliche Gesetze, Rechtsverordnungen, autonome Satzungen und auch Gewohnheitsrecht – zugrunde legen.

Im Regelfall sind Gesetze auf Dauer angelegt. Es gibt jedoch auch Gesetze, die nur zeitlich befristet gelten sollen. Es handelt sich um Zeitgesetze, die bewusst vom Gesetzgeber nur für einen bestimmten Zeitraum erlassen werden und danach ihre Wirksamkeit verlieren (wie etwa die jährlichen Haushaltsgesetze, Steueränderungsgesetze).== Einzelnachweise ==

  1. ↑ Jan Schapp: Ethische Pflichten und Rechtspflichten. In: Jan Schapp: Über Freiheit und Recht – Rechtsphilosophische Aufsätze 1992–2007. Mohr Siebeck, Tübingen 2008, ISBN 978-3-16-155290-8, S. 55, 57.
  2. ↑ Jan Schapp: Methodenlehre und System des Rechts. Aufsätze 1992–2007. Mohr Siebeck, Tübingen 2009, ISBN 978-3-16-150167-8.
  3. ↑ BVerfGE 78, 214, 227