„Atom“ – Versionsunterschied
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Atome,Atomen,átomos,atomus | |||
a + tom | n. ‘kleinstes Teilchen eines chemischen Elements’. | |||
kleinste, mit chemischen Mitteln nicht, jedoch mit physikalischen Mitteln noch weiter zerlegbare Einheit eines chemischen Elements, die noch die für das Element charakteristischen Eigenschaften besitzt | |||
Die antike materialistische Naturphilosophie ([https://de.wikipedia.org/wiki/Leukipp Leukipp], [https://de.wikipedia.org/wiki/Demokrit Demokrit]) nennt die von ihr als kleinsten Baustein der Materie angenommene, "nicht weiter teilbare Einheit" grie. ''hē átomos'' (''ἡ ἄτομος''). | |||
lat. ''atomus'' zu grie. ''átomos'' "unschneidbarer, daher unteilbarer Urstoff, zu: ''átomos'' = unschneidbar; unteilbar, zu: a- = nicht, un- und témnein = schneiden; | |||
Diese Hptwbg. der femininen Form (neben ''tó átomon'', ''τὸ ἄτομον'' n.) des Eigsw. grie. ''átomos'' (''ἄτομος'') m. und f., ''átomon'' (''ἄτομον'') n. ‘ungeschnitten, unteilbar’, das mit negierendem a- (ἀ- privativum) zum Tw. grie. ''témnein'' (''τέμνειν'') ‘schneiden’ (s. ''Anatomie'') gebildet ist, gelangt als ''atomus''f. (mlat. auch m.) ‘das Unteilbare’ ins Lat. | |||
Das Maskulinum findet sich von der Mitte des 16. Jhs. an in dt. Texten, bis zur Mitte des 18. Jhs. stets mit lat. Beugung, danach zunächst mit dem Mrz. ''Atomen'' (bis ins 1. Drittel des 19. Jhs.), seit dem Ende des 18. Jhs. mit dem Mrz ''Atome''. | |||
Um 1800 kommt neutrales Genus auf. | |||
Anfang des 19. Jhs. wird der philosophische Begriff in die Sprache der Chemie übernommen und erhält dort seinen neuen Inhalt. | |||
In der Physik wird Ende des 19. Jhs. die weitere Spaltbarkeit des Atoms nachgewiesen, das nun nicht mehr motivierte Fachwort aber bis heute beibehalten. | |||
Das 20. Jh. bringt eine große Zahl von Zusammensetzungen hervor, z. B. ''Atomkern'', ''Atomenergie'', ''Atomphysik'' (bald durch ''Kernenergie'', ''-physik''zurückgedrängt), ''Atombombe'' (nach engl. ''atomic bomb''). | |||
Atom n. ‘kleinstes Teilchen eines chemischen Elements’. | |||
* Die antike materialistische Naturphilosophie ([[Leukipp]], [[Demokrit]]) nennt die von ihr als kleinsten Baustein der Materie angenommene, nicht weiter teilbare Einheit griech.hē átomos (ἡ ἄτομος). Diese Substantivierung der femininen Form (neben tó átomon, τὸ ἄτομον n.) des Adjektivs griech. átomos (ἄτομος) m. und f., átomon (ἄτομον) n. ‘ungeschnitten, unteilbar’, das mit negierendem a- (ἀ- privativum) zum Verb griech. témnein (τέμνειν) ‘schneiden’ (s. Anatomie) gebildet ist, gelangt als atomus f. (mlat.auch m.) ‘das Unteilbare’ ins Lat. Das Maskulinum findet sich von der Mitte des 16. Jhs. an in dt. Texten, bis zur Mitte des 18. Jhs. stets mit lat. Flexion, danach zunächst mit dem Plural Atomen (bis ins 1. Drittel des 19. Jhs.), seit dem Ende des 18. Jhs. mit dem Plural Atome. Um 1800 kommt neutrales Genus auf. Anfang des 19. Jhs. wird der philosophische Terminus in die Sprache der Chemie übernommen und erhält dort seinen neuen Inhalt. In der Physik wird Ende des 19. Jhs. die weitere Spaltbarkeit des Atoms nachgewiesen, das nun nicht mehr motivierte Fachwort aber bis heute beibehalten. Das 20. Jh. bringt eine große Zahl von Zusammensetzungen hervor, z. B. Atomkern, Atomenergie, Atomphysik (bald durch Kernenergie, -physik zurückgedrängt), Atombombe (nach engl.atomic bomb). – atomar | |||
Version vom 29. August 2024, 10:16 Uhr
Atome,Atomen,átomos,atomus
a + tom | n. ‘kleinstes Teilchen eines chemischen Elements’.
kleinste, mit chemischen Mitteln nicht, jedoch mit physikalischen Mitteln noch weiter zerlegbare Einheit eines chemischen Elements, die noch die für das Element charakteristischen Eigenschaften besitzt
Die antike materialistische Naturphilosophie (Leukipp, Demokrit) nennt die von ihr als kleinsten Baustein der Materie angenommene, "nicht weiter teilbare Einheit" grie. hē átomos (ἡ ἄτομος).
lat. atomus zu grie. átomos "unschneidbarer, daher unteilbarer Urstoff, zu: átomos = unschneidbar; unteilbar, zu: a- = nicht, un- und témnein = schneiden;
Diese Hptwbg. der femininen Form (neben tó átomon, τὸ ἄτομον n.) des Eigsw. grie. átomos (ἄτομος) m. und f., átomon (ἄτομον) n. ‘ungeschnitten, unteilbar’, das mit negierendem a- (ἀ- privativum) zum Tw. grie. témnein (τέμνειν) ‘schneiden’ (s. Anatomie) gebildet ist, gelangt als atomusf. (mlat. auch m.) ‘das Unteilbare’ ins Lat.
Das Maskulinum findet sich von der Mitte des 16. Jhs. an in dt. Texten, bis zur Mitte des 18. Jhs. stets mit lat. Beugung, danach zunächst mit dem Mrz. Atomen (bis ins 1. Drittel des 19. Jhs.), seit dem Ende des 18. Jhs. mit dem Mrz Atome.
Um 1800 kommt neutrales Genus auf.
Anfang des 19. Jhs. wird der philosophische Begriff in die Sprache der Chemie übernommen und erhält dort seinen neuen Inhalt.
In der Physik wird Ende des 19. Jhs. die weitere Spaltbarkeit des Atoms nachgewiesen, das nun nicht mehr motivierte Fachwort aber bis heute beibehalten.
Das 20. Jh. bringt eine große Zahl von Zusammensetzungen hervor, z. B. Atomkern, Atomenergie, Atomphysik (bald durch Kernenergie, -physikzurückgedrängt), Atombombe (nach engl. atomic bomb).
Atom n. ‘kleinstes Teilchen eines chemischen Elements’.
- Die antike materialistische Naturphilosophie (Leukipp, Demokrit) nennt die von ihr als kleinsten Baustein der Materie angenommene, nicht weiter teilbare Einheit griech.hē átomos (ἡ ἄτομος). Diese Substantivierung der femininen Form (neben tó átomon, τὸ ἄτομον n.) des Adjektivs griech. átomos (ἄτομος) m. und f., átomon (ἄτομον) n. ‘ungeschnitten, unteilbar’, das mit negierendem a- (ἀ- privativum) zum Verb griech. témnein (τέμνειν) ‘schneiden’ (s. Anatomie) gebildet ist, gelangt als atomus f. (mlat.auch m.) ‘das Unteilbare’ ins Lat. Das Maskulinum findet sich von der Mitte des 16. Jhs. an in dt. Texten, bis zur Mitte des 18. Jhs. stets mit lat. Flexion, danach zunächst mit dem Plural Atomen (bis ins 1. Drittel des 19. Jhs.), seit dem Ende des 18. Jhs. mit dem Plural Atome. Um 1800 kommt neutrales Genus auf. Anfang des 19. Jhs. wird der philosophische Terminus in die Sprache der Chemie übernommen und erhält dort seinen neuen Inhalt. In der Physik wird Ende des 19. Jhs. die weitere Spaltbarkeit des Atoms nachgewiesen, das nun nicht mehr motivierte Fachwort aber bis heute beibehalten. Das 20. Jh. bringt eine große Zahl von Zusammensetzungen hervor, z. B. Atomkern, Atomenergie, Atomphysik (bald durch Kernenergie, -physik zurückgedrängt), Atombombe (nach engl.atomic bomb). – atomar