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„Modell“ – Versionsunterschied

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<p>Modell | &nbsp;‘Vorbild, Muster, Entwurf’ (besonders in der bildenden Kunst, in der Architektur, in der Kleidermode), entlehnt (um 1600) aus&nbsp;ital.&nbsp;''modello''&nbsp;‘Muster’, das auf&nbsp;spätlat. ''*modellus'', zu&nbsp;lat.&nbsp;''modulus''&nbsp;‘Maß’, in der Architektur besonders ‘Maßstab, Grundmaß’, beruht, dem Deminutivum zu&nbsp;lat.&nbsp;''modus''&nbsp;‘Maß, Ziel, Vorschrift, Art und Weise’ (s.&nbsp;''Modus'').</p>
<p>Modell {{lat.-frz.-dt.}}</p><p>Das Wort ''Modell'' entstand im Italien der [[Renaissance]]&nbsp;als itali. ''modello'', hervorgegangen aus lat. ''[[modulus]]'', einem Maßstab in der Architektur, und wurde bis ins 18. Jahrhundert in der bildenden Kunst als Fachbegriff verwendet.</p>Um 1800 verdrängte&nbsp;''Modell'' im Deutschen das ältere, direkt vom lat. ''modulus''&nbsp;(Maß(stab)) entlehnte Wort&nbsp;''[https://de.wikipedia.org/wiki/Model_(Form) Model]''&nbsp;(Muster, Form, z.&nbsp;B. Kuchenform), das noch im Verb&nbsp;''modeln'', ''ummodeln''&nbsp;und einigen&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Fachsprache Fachsprachen]&nbsp;und&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Dialekt Dialekten]&nbsp;fortlebt.


<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Das Hptw. tritt zuerst in der Künstlersprache auf (z. B. bei oberdeutschen Goldschmieden, die vielfach nach italienischen Mustern arbeiten). Es verdrängt älteres ''Model''.</p>
* Modell n.
** ‘Vorbild, Muster, Entwurf’
*** (besonders in der bildenden Kunst, in der Architektur, in der Kleidermode),
** entlehnt (um 1600) aus ital. ''modello'' ‘Muster’,
*** das auf slat. *[[modellus]], zu lat. ''[[modulus]]'' ‘Maß’,
**** in der Architektur besonders ‘Maßstab, Grundmaß’,
*** beruht,
**** dem Deminutivum zu lat. ''[[modus]]'' ‘Maß, Ziel, Vorschrift, Art und Weise’ (s. [[Modus]]).
** Das Substantiv tritt zuerst in der Künstlersprache auf (z. B. bei oberdeutschen Goldschmieden, die vielfach nach italienischen Mustern arbeiten).  
** Es verdrängt altes ''[[Model]]'' m. n. ‘Muster, Vorlage, Form’,


<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Das Wort&nbsp;''Modell''&nbsp;entstand im Italien der&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Renaissance Renaissance]&nbsp;als&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Italienische_Sprache ital.]&nbsp;''modello'', hervorgegangen aus&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lat.]&nbsp;''modulus'', einem Maßstab in der Architektur, und wurde bis ins 18.&nbsp;Jahrhundert in der bildenden Kunst als Fachbegriff verwendet.</p>
=== '''Modell''' ===
 
<p>Ein&nbsp;'''Modell'''&nbsp;ist ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit. Das Abbild kann die Form konkreter Gegenstände haben (Modell-Eisenbahn, Computersimulation u. ä.) oder rein abstrakt dargestellt sein (Theorien; Gleichungen). Nach&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Stachowiak Herbert Stachowiak]&nbsp;kennzeichnen ein Modell mindestens drei Merkmale:<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Modell#cite_note-1 [1]]</sup></p><p>1. Abbildung Ein Modell steht immer&nbsp;''für etwas''&nbsp;anderes – nämlich für ein natürliches oder ein künstliches Original, welches es somit abbildet oder repräsentiert. Von Modellen lassen sich ihrerseits Modelle anfertigen, in denen somit das Original z.&nbsp;B. um noch einen Schritt weiter vereinfacht repräsentiert ist. Beispiel für einen partiellen Komplexizitätszuwachs ist die&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Ausschnittvergr%C3%B6%C3%9Ferung Ausschnittsvergrößerung]&nbsp;einer&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Technische_Zeichnung Technischen Zeichnung].</p><p>2. Verkürzung Ein Modell erfasst nicht alle Attribute des Originals, sondern nur diejenigen, die dem Modellschaffer bzw. Modellnutzer relevant erscheinen.</p><p>3.&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Pragmatismus Pragmatismus] Modelle sind ihren Originalen nicht eindeutig zugeordnet. Sie erfüllen ihre Ersetzungsfunktiona) für bestimmte Subjekte&nbsp;''(für wen?)''b) innerhalb bestimmter Zeitintervalle&nbsp;''(wann?)''c) unter Einschränkung auf bestimmte gedankliche oder tatsächliche Operationen&nbsp;''(wozu?)''.</p><p>Zudem werden gelegentlich weitere Merkmale diskutiert, wie Extension und Distortion<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Modell#cite_note-2 [2]]</sup>&nbsp;sowie&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Validit%C3%A4t Validität].<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Modell#cite_note-3 [3]]</sup>&nbsp;Der amerikanische Wissenschaftsphilosoph Michael Weisberg unterscheidet auf der obersten Ebene zwischen gegenständlichen (concrete) und mathematischen Modellen und stellt daneben die Computersimulationen (computational models) als eigene Klasse von Modellen auf.<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Modell#cite_note-4 [4]]</sup></p>
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Um 1800 verdrängte&nbsp;''Modell''&nbsp;im Deutschen das ältere, direkt vom&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lat.]&nbsp;''modulus''&nbsp;(Maß(stab)) entlehnte Wort&nbsp;''[https://de.wikipedia.org/wiki/Model_(Form) Model]''&nbsp;(Muster, Form, z.&nbsp;B. Kuchenform), das noch im Verb&nbsp;''modeln'', ''ummodeln''&nbsp;und einigen&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Fachsprache Fachsprachen]&nbsp;und&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Dialekt Dialekten]&nbsp;fortlebt.</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Ein&nbsp;'''Modell'''&nbsp;ist ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit. Das Abbild kann die Form konkreter Gegenstände haben (Modell-Eisenbahn, Computersimulation u. ä.) oder rein abstrakt dargestellt sein (Theorien; Gleichungen). Nach&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Stachowiak Herbert Stachowiak]&nbsp;kennzeichnen ein Modell mindestens drei Merkmale:<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Modell#cite_note-1 [1]]</sup></p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>1. Abbildung Ein Modell steht immer&nbsp;''für etwas''&nbsp;anderes – nämlich für ein natürliches oder ein künstliches Original, welches es somit abbildet oder repräsentiert. Von Modellen lassen sich ihrerseits Modelle anfertigen, in denen somit das Original z.&nbsp;B. um noch einen Schritt weiter vereinfacht repräsentiert ist. Beispiel für einen partiellen Komplexizitätszuwachs ist die&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Ausschnittvergr%C3%B6%C3%9Ferung Ausschnittsvergrößerung]&nbsp;einer&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Technische_Zeichnung Technischen Zeichnung].</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>2. Verkürzung Ein Modell erfasst nicht alle Attribute des Originals, sondern nur diejenigen, die dem Modellschaffer bzw. Modellnutzer relevant erscheinen.</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>3.&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Pragmatismus Pragmatismus] Modelle sind ihren Originalen nicht eindeutig zugeordnet. Sie erfüllen ihre Ersetzungsfunktiona) für bestimmte Subjekte&nbsp;''(für wen?)''b) innerhalb bestimmter Zeitintervalle&nbsp;''(wann?)''c) unter Einschränkung auf bestimmte gedankliche oder tatsächliche Operationen&nbsp;''(wozu?)''.</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Zudem werden gelegentlich weitere Merkmale diskutiert, wie Extension und Distortion<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Modell#cite_note-2 [2]]</sup>&nbsp;sowie&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Validit%C3%A4t Validität].<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Modell#cite_note-3 [3]]</sup>&nbsp;Der amerikanische Wissenschaftsphilosoph Michael Weisberg unterscheidet auf der obersten Ebene zwischen gegenständlichen (concrete) und mathematischen Modellen und stellt daneben die Computersimulationen (computational models) als eigene Klasse von Modellen auf.<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Modell#cite_note-4 [4]]</sup></p>

Version vom 5. April 2024, 09:49 Uhr

Modell Vorlage:lat.-frz.-dt.

Das Wort Modell entstand im Italien der Renaissance als itali. modello, hervorgegangen aus lat. modulus, einem Maßstab in der Architektur, und wurde bis ins 18. Jahrhundert in der bildenden Kunst als Fachbegriff verwendet.

Um 1800 verdrängte Modell im Deutschen das ältere, direkt vom lat. modulus (Maß(stab)) entlehnte Wort Model (Muster, Form, z. B. Kuchenform), das noch im Verb modeln, ummodeln und einigen Fachsprachen und Dialekten fortlebt.

  • Modell n.
    • ‘Vorbild, Muster, Entwurf’
      • (besonders in der bildenden Kunst, in der Architektur, in der Kleidermode),
    • entlehnt (um 1600) aus ital. modello ‘Muster’,
      • das auf slat. *modellus, zu lat. modulus ‘Maß’,
        • in der Architektur besonders ‘Maßstab, Grundmaß’,
      • beruht,
        • dem Deminutivum zu lat. modus ‘Maß, Ziel, Vorschrift, Art und Weise’ (s. Modus).
    • Das Substantiv tritt zuerst in der Künstlersprache auf (z. B. bei oberdeutschen Goldschmieden, die vielfach nach italienischen Mustern arbeiten).
    • Es verdrängt altes Model m. n. ‘Muster, Vorlage, Form’,

Modell

Ein Modell ist ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit. Das Abbild kann die Form konkreter Gegenstände haben (Modell-Eisenbahn, Computersimulation u. ä.) oder rein abstrakt dargestellt sein (Theorien; Gleichungen). Nach Herbert Stachowiak kennzeichnen ein Modell mindestens drei Merkmale:[1]

1. Abbildung Ein Modell steht immer für etwas anderes – nämlich für ein natürliches oder ein künstliches Original, welches es somit abbildet oder repräsentiert. Von Modellen lassen sich ihrerseits Modelle anfertigen, in denen somit das Original z. B. um noch einen Schritt weiter vereinfacht repräsentiert ist. Beispiel für einen partiellen Komplexizitätszuwachs ist die Ausschnittsvergrößerung einer Technischen Zeichnung.

2. Verkürzung Ein Modell erfasst nicht alle Attribute des Originals, sondern nur diejenigen, die dem Modellschaffer bzw. Modellnutzer relevant erscheinen.

3. Pragmatismus Modelle sind ihren Originalen nicht eindeutig zugeordnet. Sie erfüllen ihre Ersetzungsfunktiona) für bestimmte Subjekte (für wen?)b) innerhalb bestimmter Zeitintervalle (wann?)c) unter Einschränkung auf bestimmte gedankliche oder tatsächliche Operationen (wozu?).

Zudem werden gelegentlich weitere Merkmale diskutiert, wie Extension und Distortion[2] sowie Validität.[3] Der amerikanische Wissenschaftsphilosoph Michael Weisberg unterscheidet auf der obersten Ebene zwischen gegenständlichen (concrete) und mathematischen Modellen und stellt daneben die Computersimulationen (computational models) als eigene Klasse von Modellen auf.[4]