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„Kontingenz“ – Versionsunterschied

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konting[[-enz]] [[Sprachstufe::lat.-deu.]] {{Wrtdtng}} wrtl.-sgm. '[[Berührtheit]]';  


* (von lat. ''[[contingere]]'' „berühren, erfassen, nahestehen“,  
* (von lat. ''[[contingere]]'' „berühren, erfassen, nahestehen“,  

Aktuelle Version vom 8. Juni 2025, 06:35 Uhr

konting-enz lat.-deu. Wrtdtng: wrtl.-sgm. 'Berührtheit';

  • (von lat. contingere „berühren, erfassen, nahestehen“,
    • sowie lat. contingit „es ereignet sich, stößt zu“,

Anm. KF: Kontingenz wrtl. berührend, contingere berühren, contingo berührt, contingentia Berührtheit, Gerührtheit

Contingenz[1]

(Contigenz):

  • Gegensatz zur Seins-Notwendigkeit, Möglichkeit, Zufälligkeit, Anders-sein-können. »Possibile quidem et contingens idem prorsus sonant«[2] (ABAELARD bei PRANTL, G. d. Log. II, 198).
  • THOMAS: »Contingens est, quod potest esse et non esse«[3] (Sum. th. I, 86, 3 c).
  • SPINOZA: »Si ad rei essentiam simpliciter, non vero ad eius causam attendamus, illam contingentem dicemus«[4] (Cog. met. I, 3).
  • Nach LEIBNIZ ist die »radix contingentiae«[5] der Tatsachen der progressus in infinitum[6], der bei der Erklärung einer Tatsache aus anderen schließlich zu Gott führt (Erdm. p. 83 b).
  • CHR. WOLF: »Contingens est, cuius oppositum nullam contradictionem involvit, seu quod necessarium non est«[7] (Ontol. § 294).
  • Nach BAUMGARTEN ist »contingentia« »entis delerminatio, qua contingens est«[8] (Met. § 104).
  • DESTUTT DE TRACY: »Nous appellons contingens les effets dont nous voyons la cause sans voir l'enchaînement des causes de cette cause«[9] (El. d'idéol. III, 8, p. 356).
  • Ein Gottesbeweis (s. d.) ist der Beweis »e contingentia mundi«[10].
  • Vgl. Zufall.

Kontingenz steht für:

  • Kontingenz (Philosophie), die Nicht-Notwendigkeit alles Bestehenden
  • Kontingenz (Logik), Aussagenform, die sowohl wahr als auch falsch sein kann, siehe Erfüllbarkeit
  • Kontingenz (Soziologie), prinzipielle Offenheit menschlicher Lebenserfahrungen
  • Kontingenz (Statistik), statistischer Zusammenhang nominalskalierter Merkmale
  • Kontingenztheorie (Evolution), Abhängigkeit der langfristigen Entwicklung des Lebens auf der Erde von Zufallsereignissen
  • Kontingenz (Psychologie), fein abgestimmte emotionale Kommunikation zwischen zwei Menschen, siehe Rapport (Psychologie)
  • Kontingenz (Lerntheorie), unmittelbare und regelmäßige Konsequenz auf Verhalten, siehe Instrumentelle und operante Konditionierung
  • Kontiguitätstheorie – Simultaneität von Bewegung und zufälligem Reiz als hinreichende und notwendige Bedingung des Lernens
  • Kontingenz (Geschichtswissenschaft), die Vereinbarkeit von Kausalität und Offenheit der Geschichte
  • Siehe auch:

    1. ↑ Quelle: Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, Band 1. Berlin 1904, S. 187-188. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20001784250; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 187 | 188
    2. ↑ "Tatsächlich klingen „möglich“ und „kontingent“ genau gleich"
    3. ↑ Kontingent ist, was sein kann und was nicht
    4. ↑ "Wenn wir uns einfach auf das Wesen einer Sache konzentrieren und nicht auf ihre Ursache, nennen wir sie kontingent"
    5. ↑ "die Wurzel der Kontingenz"
    6. ↑ "Fortschritt bis ins Unendliche"
    7. ↑ "Es ist kontingent, dessen Gegenteil keinen Widerspruch beinhaltet oder nicht notwendig ist"
    8. ↑ "die Bestimmung des Seins, durch die es kontingent ist"
    9. ↑ "Als kontingent bezeichnen wir die Wirkungen, deren Ursache wir sehen, ohne die Abfolge der Ursachen dieser Ursache zu sehen."
    10. ↑ "aus der Kontingenz der Welt"