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„Apriorismus“ – Versionsunterschied

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Als '''[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus Apriorismus]''' werden in der Neuzeit [[erkenntnistheoretisch|erkenntnistheoretische]] Positionen bezeichnet, die davon ausgehen, dass bestimmtes Wissen ohne Bezug auf die Erfahrung gerechtfertigt werden kann,<ref><span class="reference-text">BonJour, Laurence: <cite>In defense of pure reason&nbsp;: a rationalist account of a priori justification</cite>. Cambridge University Press, Cambridge 1998, S.&nbsp;1–10.</span></ref> oder im engeren Sinn, dass [[Erkenntnisse]] gänzlich ohne jede Erfahrung möglich sind. Die [[Wahrheit]] von [[Aussagen]] soll durch logische [[Deduktion]] aus wahren [[Prämissen|Voraussetzungen]] bewiesen werden. Dabei kommen nur solche Voraussetzungen in Frage, die unabhängig von jeglicher Erfahrung als [[Denknotwendigkeiten]] der Vernunft anzusehen sind. Kritiker werfen dem ''Apriorismus'' vor, dadurch eine „[https://de.wikipedia.org/wiki/Petitio_principii petitio principii]“ zu begehen; d.&nbsp;h., es soll etwas bewiesen werden, das bereits als wahr vorausgesetzt wird. [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_August_Heinrich_Ulrich Johann August Heinrich Ulrich] – Zeitgenosse Kants und Philosophieprofessor in Jena – kritisierte Kants Apriorismus in diesem Sinne. Kant blieb dabei, dass seine Philosophie fest auf den apriorischen Kategorien und Begriffen stehe.<ref><span class="reference-text">Kant: Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaften. In: Akademieausgabe von Kants gesammelten Werken. Band IV, S. 474/6.</span></ref>
Als '''Apriorismus''' werden in der Neuzeit [[Erkenntnistheorie|erkenntnistheoretische]] Positionen bezeichnet, die davon ausgehen, dass bestimmtes Wissen ohne Bezug auf die [[Erfahrung]] gerechtfertigt werden kann,<ref>{{Literatur |Autor=BonJour, Laurence |Titel=In defense of pure reason : a rationalist account of a priori justification |Verlag=Cambridge University Press |Ort=Cambridge |Datum=1998 |Seiten=1-10}}</ref> oder im engeren Sinn, dass Erkenntnisse gänzlich ohne jede Erfahrung möglich sind. Die [[Wahrheit]] von Aussagen soll durch logische [[Deduktion]] aus wahren Voraussetzungen bewiesen werden. Dabei kommen nur solche Voraussetzungen in Frage, die unabhängig von jeglicher Erfahrung als Denknotwendigkeiten der Vernunft anzusehen sind. Kritiker werfen dem Apriorismus vor, dadurch eine „[[petitio principii]]“ zu begehen; d.&nbsp;h., es soll etwas bewiesen werden, das bereits als wahr vorausgesetzt wird. [[Johann August Heinrich Ulrich]] – Zeitgenosse Kants und Philosophieprofessor in Jena – kritisierte Kants Apriorismus in diesem Sinne. Kant blieb dabei, dass seine Philosophie fest auf den apriorischen Kategorien und Begriffen stehe.<ref>Kant: Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaften. In: Akademieausgabe von Kants gesammelten Werken. Band IV, S. 474/6.</ref>


== <span id="Merkmale_des_Apriorismus">Merkmale des Apriorismus</span> ==
== Merkmale des Apriorismus ==
<p>Der Apriorismus der Neuzeit steht in der Tradition des [https://de.wikipedia.org/wiki/Rationalismus Rationalismus]. Als wahre Aussagen kommen nur ewige Wahrheiten und ihre Folgen in Frage, die ihren [https://de.wikipedia.org/wiki/Satz_vom_zureichenden_Grund zureichenden Grund] etwa in evidenten [https://de.wikipedia.org/wiki/Axiom Axiomen] oder anderen [https://de.wikipedia.org/wiki/A_priori a priori] gültigen Aussagen haben und so zu einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Letztbegr%C3%BCndung Letztbegründung] finden. Die Vorlage für diese Auffassung lieferte neben der [https://de.wikipedia.org/wiki/Euklidische_Geometrie Euklidischen Geometrie] vor allem die ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Kritik_der_reinen_Vernunft Kritik der reinen Vernunft]'' [https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Immanuel Kants]. Letztere wird von vielen als Antwort auf [https://de.wikipedia.org/wiki/David_Hume David Humes] Kritik am Apriorismus aufgefasst.</p><p>Hume hielt u. a. die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kausalit%C3%A4t Kausalität] für eine fragwürdige Vorstellung. Kausalität lasse sich nicht beobachten, äußerte er. Sie sei eine Unterstellung, die Menschen aus Gewohnheit machen. Philosophisch könne nicht entschieden werden, ob kausale Zusammenhänge wahr sind.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-3 [3]]</sup> Kant versuchte, das [https://de.wikipedia.org/wiki/Kausalprinzip_(Wissenschaftstheorie) Kausalitätsprinzip] durch eine a priori-Begründung zu retten. Kausalität – so entgegnete er – sei eine apriorische, d.&nbsp;h. unhinterfragbare Kategorie des menschlichen Denkens, die Menschen spontan anwenden, um kausale Zusammenhänge zu erkennen. Kant orientierte sich u. a. an der [https://de.wikipedia.org/wiki/Isaac_Newton Newtonschen] Physik, für die Kausalität zu seiner Zeit apriorisch galt. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Physik Physik] hat ihre Theorien seither immer wieder umgeändert, so dass Kants Überzeugung durch den Stand und die Entwicklung der Naturwissenschaften nicht mehr in dieser Weise gestützt wird.<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-4 [4]]</sup></p>
== <span id="Antiker_und_mittelalterlicher_Apriorismus">Antiker und mittelalterlicher Apriorismus</span> ==
<p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platons] [https://de.wikipedia.org/wiki/Ideenlehre Ideenlehre] war aprioristisch geprägt. Er ging davon aus, dass menschliches Wissen objektive Ideen voraussetzt, die spontan wieder erinnert werden und so wahre Erkenntnisse ermöglichen. Philosophiehistoriker bezeichnen dies als [https://de.wikipedia.org/wiki/Anamnesis Anamnesislehre]. Nach Platons Auffassung stellen objektive Ideen durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Methexis Teilhabe] des Menschen am Absoluten wahre Erkenntnisse her.</p><p>Der spätantike [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenvater Kirchenvater] [https://de.wikipedia.org/wiki/Augustinus_von_Hippo Augustinus] führte den Begriff ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Abditum_mentis abditum mentis]'' („Versteck des Geistes“ oder „das Verborgene des Geistes“) ein. Mit diesem Ausdruck bezeichnete er einen Bereich in der Tiefe des menschlichen Geistes, dessen Inhalt ein apriorisches Wissen sein soll, das als Grundlage des Denkens und jeder Erkenntnis gilt. Nach der Theorie des Augustinus ist die „verstecktere Tiefe unseres Gedächtnisses“ der Ort, wo der Mensch Inhalte findet, die nicht aus seinen eingespeicherten Erinnerungen stammen, sondern die er zum ersten Mal denkt. Im Denken erscheint eine Einsicht, die von einer Einsicht stammt, die schon zuvor im Gedächtnis war, dort aber verborgen war.<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-5 [5]]</sup></p><p>Nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_von_Aquin Thomas von Aquin] ist der menschliche Verstand mit dem göttlichen Geist verbunden. So kommt der Mensch zu Kenntnissen über Ordnungen in der Welt (auch über Naturgesetze), die über die Erfahrung hinausgehen.<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-6 [6]]</sup></p>
== <span id="Aprioristische_Positionen">Aprioristische Positionen</span> ==
<p>Am Beginn der Neuzeit hat [https://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Descartes René Descartes] aprioristisches Philosophieren betrieben. Seine Forderung denkend von „klaren und bestimmten Beobachtungen“ auszugehen, funktioniert, wenn Menschen von „klaren und eindeutig bestimmbaren Ideen“ ausgehen können. Daraus ergibt sich wahres Wissen. Ein weiterer Hinweis auf Apriorismus ist der mathematisch-geometrische Charakter seines Denkens. Für Descartes gilt, dass sich alles, was sich aus anderen sicher erkannten Dingen ableiten lässt, notwendig wahr sein muss.<sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-7 [7]]</sup></p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Wilhelm_Leibniz Gottfried Wilhelm Leibniz] erwähnte „ursprüngliche Anfangsgründe verschiedener Begriffe und Lehrsätze, welche die äußeren Gegenstände nur bei Gelegenheit“ in der Seele erwecken. Er nannte sie „intelligible Inhalte des Geistes“. Er stimmte Platon zu, dass diese universalen Begriffe oder die ewigen Wesenheiten eine höhere Realität besitzen, als die sinnlich wahrnehmbaren Einzeldinge. Alles sei vollkommen wahr, wenn man es richtig interpretiere.<sup id="cite_ref-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-8 [8]]</sup></p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Wilhelm_Friedrich_Hegel Georg Wilhelm Friedrich Hegel] postulierte den absoluten Weltgeist und eine objektive Logik. Sie entfalten sich dialektisch. Beide sind apriorisch gegeben. Der Weltgeist philosophiert durch Hegel.<sup id="cite_ref-9" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-9 [9]]</sup> Davon ist Hegel überzeugt.<sup id="cite_ref-10" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-10 [10]]</sup></p><p>Einen Apriorismus des Fortschritt- und [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziokulturelle_Evolution Entwicklungsgedankens] vertrat [https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Spencer Herbert Spencer]. Seine apriorischen Wahrheiten und Werte bezeichnen Gattungserfahrungen. Sie sind der Motor für die stetige Weiter- und Höherentwicklung des Menschen und garantieren so den [https://de.wikipedia.org/wiki/Fortschritt Fortschritt]. Dies zeige sich in der kulturellen bzw. zivilisatorischen Entwicklung.<sup id="cite_ref-11" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-11 [11]]</sup></p><p>Der Apriorismus wurde vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Neukantianismus Neukantianismus] sowie von [https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Friedrich_Fries Jakob Friedrich Fries] bis hin zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_Husserl Husserl] in mehr oder minder expliziter Form vertreten, wobei Kants Position, die selbst schon in Einzelheiten zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Metatheorie Metatheorie] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologie Psychologie] schwankte,<sup id="cite_ref-12" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-12 [12]]</sup> zum Teil stark umformuliert bzw. abgeschwächt wurde.</p><p>Von [https://de.wikipedia.org/wiki/Marxistische_Philosophie Marxisten] wird ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Relativit%C3%A4t relativer] Apriorismus akzeptiert. Die körperlichen Voraussetzungen – Sinne und Organe – sind das Ergebnis eines langen historischen Prozesses. Jeder Mensch erlebt sie als etwas Gegebenes, in diesem Sinne sind sie apriorisch. Relativ apriorisch ist auch dies: Menschen wachsen in eine Welt hinein, in der es schon Erkenntnisse gibt, die der Einzelne nicht selber gemacht hat. In ähnlicher Weise trifft dies auch für wissenschaftliche Theorien zu. Sie werden, gleichsam apriorisch, vorgefunden und angewendet.<sup id="cite_ref-13" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-13 [13]]</sup></p><p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Volkswirtschaftslehre Volkswirtschaftslehre] ist [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_von_Mises Ludwig von Mises] als Vertreter einer ökonomischen Theorie hervorgetreten, die als aprioristische Wissenschaft auf gleicher Stufe neben Logik und Mathematik stehe.<sup id="cite_ref-14" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-14 [14]]</sup> [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_August_von_Hayek Friedrich August von Hayek] hingegen sieht in der Nationalökonomie neben der „Reinen Logik des Wählens“ empirische Aussagen über wissende und handelnde Individuen als wesentlich an, welche erst idealtypische Kausalerklärung zulassen.<sup id="cite_ref-15" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-15 [15]]</sup></p>
== <span id="Kritik_an_aprioristischen_Positionen">Kritik an aprioristischen Positionen</span> ==
<p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Cassirer Ernst Cassirer] trägt wie später auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Popper Karl Popper] der Kritik am Apriorismus dadurch Rechnung, dass er das Kausalitätsprinzip umdeutet zu einem Postulat der [https://de.wikipedia.org/wiki/Methodologie Methodologie]: Suche nach Gesetzmäßigkeiten (ohne dass damit eine entsprechende metaphysische Behauptung beabsichtigt wäre). Die Erkenntnistheorie von Apriorismus zu befreien, fordert schließlich [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Albert Hans Albert], die Theorie des Erkennens als [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysik metaphysische] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Empirie empirische] Hypothesen zu deuten.<sup id="cite_ref-16" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-16 [16]]</sup></p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Engels Friedrich Engels] leitete den Abschnitt „Philosophie“ des ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Anti-D%C3%BChring Anti-Dühring]'' mit dem Kapitel „Apriorismus“ ein. Als „aprioristische Methode“ wird kritisiert, „die Eigenschaften eines Gegenstandes nicht aus dem Gegenstand selbst zu erkennen, sondern sie aus dem Begriff des Gegenstandes beweisend abzuleiten. Erst macht man sich aus dem Gegenstand den Begriff des Gegenstandes; dann dreht man den Spieß um und misst den Gegenstand an seinem Abbild, dem Begriff. Nicht der Begriff soll sich nun nach dem Gegenstand, der Gegenstand soll sich nach dem Begriff richten.“<sup id="cite_ref-17" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-17 [17]]</sup></p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Weber Max Weber] kritisierte an Rudolf Stammler, dass dieser die [https://de.wikipedia.org/wiki/Historischer_Materialismus materialistische Geschichtsauffassung] auf einen Apriorismus zurechtbiege, in dem „Naturgesetze und logische Normen ineinander schwimmen,“ ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Scholastik Scholastizismus], welcher noch weit hinter Kant zurückfalle.<sup id="cite_ref-18" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-18 [18]]</sup></p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Albert Hans Albert] führt gegen die „merkwürdige Auffassung“, dass menschliches Handeln durch eine apriorische Theorie ohne Zuhilfenahme von [https://de.wikipedia.org/wiki/Erfahrungswissen Erfahrungswissen] erfasst und analysiert werden könne, als Argument anthropologische Untersuchungen wie etwa die von [https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_Gehlen Arnold Gehlen] an.<sup id="cite_ref-19" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-19 [19]]</sup></p><p>Karl Popper stellte fest, dass Vertreter des Apriorismus – Kant und [https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Friedrich_Fries Fries] – nicht darlegen können, worin sich (bezogen auf die Rechtfertigung des Induktionsprinzips) ein nichtapriorischer Standpunkt vom apriorischen unterscheide. Es werde kein schlüssiger Nachweis erbracht. Vielmehr gehen sie von der „dogmatischen Voraussetzung“ aus, dass es ein „a priori gültiges Induktionsprinzip gibt“. Diese petitio principii werde durch die Ableitung „bestimmter apriorischer Prinzipien“ verborgen, in der die Annahme des a priori gültigen Induktionsprinzips bereits enthalten sei. Weder Kants Anspruch, dass diese apriorischen Voraussetzungen „intersubjektiv“ nachprüfbar seien, noch die Behauptung Fries’, dass sie durch „intellektuelle Anschauung“ erfasst werden können, sei geeignet, einen entsprechenden Nachweis zu erbringen.<sup id="cite_ref-20" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Apriorismus?wprov=srpw1_2#cite_note-20 [20]]</sup></p><p>Für den [https://de.wikipedia.org/wiki/Fallibilismus Fallibilismus] ist der Haupteinwand, dass diese Art von [https://de.wikipedia.org/wiki/Begr%C3%BCndung Rechtfertigungsstrategie], um ihrer Zielsetzung gemäß die absolute Wahrheit von Aussagen zu begründen, dafür ausgerechnet die am schwächsten geprüfte bzw. prüfbare Grundlage wähle.</p>
== <span id="Literatur">Literatur</span> ==


*Edmund Abb: ''Kritik des Kantschen Apriorismus vom Standpunkte des reinen Empirismus aus: unter besonderer Berṳcksichtigung von J. St. Mill und Mach.'' Leipzig 1906. Digitalisiert Princeton University 2008.
Der Apriorismus der Neuzeit steht in der Tradition des [[Rationalismus]]. Als wahre Aussagen kommen nur ewige Wahrheiten und ihre Folgen in Frage, die ihren [[Satz vom zureichenden Grund|zureichenden Grund]] etwa in evidenten [[Axiom]]en oder anderen [[a priori]] gültigen Aussagen haben und so zu einer [[Letztbegründung]] finden.
*Werner Trautner: ''Der Apriorismus der Wissensformen: eine Studie zur Wissenssoziologie Max Schelers.'' München 1969.
Die Vorlage für diese Auffassung lieferte neben der [[Euklidische Geometrie|Euklidischen Geometrie]] vor allem die ''[[Kritik der reinen Vernunft]]'' [[Immanuel Kant]]s. Letztere wird von vielen als Antwort auf [[David Hume]]s Kritik am Apriorismus aufgefasst.
*Grigoriĭ Iosifovich Patent, Gottfried Handel, Wilfried Lehrke: ''Marxismus und Apriorismus. Studien zur Erkenntnistheorie.'' Berlin 1977.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Christoph_Gottsched Johann Christoph Gottsched]: ''Ausgewählte Werke: Kleinere Schriften, Erster Teil, Band 10;Band 12.'' Berlin 1980.
*Universität Bremen. Zentrum Philosophische Grundlagen der Wissenschaften: ''Zum Problem des Apriorismus in den Wissenschaften: eine Ringvorlesung''. Pressestelle Uni Bremen, 1986.
*Hans Albert: ''Kritik der reinen Erkenntnislehre.'' Mohr: Tübingen 1987. [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3169452290 ISBN 3-16-945229-0]
*Renate Wahsner: ''Erkenntnistheoretischer Apriorismus und neuzeitliche Physik.'' Deutsche Zeitschrift für Philosophie 40/1992, S. 23–35.
*Karl R. Popper: ''Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie. Aufgrund von Manuskripten aus den Jahren 1930–1933.'' Tübingen 2. verbess. Auflage 1994
*Ernst Cassirer: ''Determinismus und Indeterminismus in der modernen Physik. Historische und systematische Studien zum Kausalproblem.'' [Göteborg 1937], Neuausgabe: Gesammelte Werke, Band 19, Meiner, Hamburg 2004, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783787314195 ISBN 978-3-7873-1419-5]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Moritz_Schlick Moritz Schlick]: ''Erkenntnistheorie und moderne Physik.'' In: Johannes Friedl & Heiner Rutte: Moritz Schlick. Die Wiener Zeit: Aufsätze, Beiträge, Rezensionen 1926–1936. New York/Wien 2008, S. 157–174.
*Emil Sigall: ''Der Leibniz-Kantische Apriorismus und die neuere Philosophie.'' Charleston/United States (NABU-Press, Books On Demand) 2011.
*Benedikt Bärwolf: ''Die „angeborenen Ideen“ bei Platon und Leibniz.'' Hamburg 2012.


== <span id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</span> ==
Hume hielt u. a. die [[Kausalität]] für eine fragwürdige Vorstellung. Kausalität lasse sich nicht beobachten, äußerte er. Sie sei eine Unterstellung, die Menschen aus Gewohnheit machen. Philosophisch könne nicht entschieden werden, ob kausale Zusammenhänge wahr sind.<ref>Vgl. David Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand. 1748, Abschnitte 6–8.</ref> Kant versuchte, das [[Kausalprinzip (Wissenschaftstheorie)|Kausalitätsprinzip]] durch eine a priori-Begründung zu retten. Kausalität – so entgegnete er – sei eine apriorische, d.&nbsp;h. unhinterfragbare Kategorie des menschlichen Denkens, die Menschen spontan anwenden, um kausale Zusammenhänge zu erkennen. Kant orientierte sich u. a. an der [[Isaac Newton|Newtonschen]] Physik, für die Kausalität zu seiner Zeit apriorisch galt. Die [[Physik]] hat ihre Theorien seither immer wieder umgeändert, so dass Kants Überzeugung durch den Stand und die Entwicklung der Naturwissenschaften nicht mehr in dieser Weise gestützt wird.<ref>Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft. 1787, Vorrede zur 2. Auflage. [https://www.projekt-gutenberg.org/kant/krvb/krvb001.html]</ref>


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== Antiker und mittelalterlicher Apriorismus ==
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#<span class="reference-text">Vgl. David Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand. 1748, Abschnitte 6–8.</span>
[[Platon]]s [[Ideenlehre]] war aprioristisch geprägt. Er ging davon aus, dass menschliches Wissen objektive Ideen voraussetzt, die spontan wieder erinnert werden und so wahre Erkenntnisse ermöglichen. Philosophiehistoriker bezeichnen dies als [[Anamnesis]]lehre. Nach Platons Auffassung stellen objektive Ideen durch [[Methexis|Teilhabe]] des Menschen am Absoluten wahre Erkenntnisse her.
#<span class="reference-text">Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft. 1787, Vorrede zur 2. Auflage. [https://www.projekt-gutenberg.org/kant/krvb/krvb001.html [1]]</span>
 
#<span class="reference-text">Augustinus, ''De trinitate'' 14,7,915; 21, 40.</span>
Der spätantike [[Kirchenvater]] [[Augustinus von Hippo|Augustinus]] führte den Begriff ''[[abditum mentis]]'' („Versteck des Geistes“ oder „das Verborgene des Geistes“) ein. Mit diesem Ausdruck bezeichnete er einen Bereich in der Tiefe des menschlichen Geistes, dessen Inhalt ein apriorisches Wissen sein soll, das als Grundlage des Denkens und jeder Erkenntnis gilt. Nach der Theorie des Augustinus ist die „verstecktere Tiefe unseres Gedächtnisses“ der Ort, wo der Mensch Inhalte findet, die nicht aus seinen eingespeicherten Erinnerungen stammen, sondern die er zum ersten Mal denkt. Im Denken erscheint eine Einsicht, die von einer Einsicht stammt, die schon zuvor im Gedächtnis war, dort aber verborgen war.<ref>Augustinus, ''De trinitate'' 14,7,915; 21, 40.</ref>
#<span class="reference-text">Georg Klaus&Manfred Buhr: ''Philosophisches Wörterbuch'', 12. Auflage, Berlin 1987, S. 101 f.</span>
 
#<span class="reference-text">Vgl. Johannes Hirschberger: Geschichte der Philosophie. Freiburg i. B. 1980, 11. Auflage, Nachdruck Heidelberg o. J., Band II, S. 95–97.</span>
Nach [[Thomas von Aquin]] ist der menschliche Verstand mit dem göttlichen Geist verbunden. So kommt der Mensch zu Kenntnissen über Ordnungen in der Welt (auch über Naturgesetze), die über die Erfahrung hinausgehen.<ref>Georg Klaus&Manfred Buhr: ''Philosophisches Wörterbuch'', 12. Auflage, Berlin 1987, S. 101 f.</ref>
#<span class="reference-text">Johannes Hirschberger: Geschichte der Philosophie. Freiburg i. B. 1980, 11. Auflage, Nachdruck Heidelberg o. J., Band II, S. 175 ff.</span>
 
#<span class="reference-text">Vgl. Hegel: Sämtliche Werke. H. Glockner (Hg.), 1955ff, Band IV, S. 40–45.</span>
== Aprioristische Positionen ==
#<span class="reference-text">Johannes Hirschberger: Geschichte der Philosophie. Freiburg i. B. 1980, 11. Auflage, Nachdruck Heidelberg o. J., Band II, S. 422.</span>
 
#<span class="reference-text">Johannes Hirschberger: Geschichte der Philosophie. Freiburg i. B. 1980, 11. Auflage, Nachdruck Heidelberg o. J., Band II, S. 532 ff.</span>
Am Beginn der Neuzeit hat [[René Descartes]] aprioristisches Philosophieren betrieben. Seine Forderung denkend von „klaren und bestimmten Beobachtungen“ auszugehen, funktioniert, wenn Menschen von „klaren und eindeutig bestimmbaren Ideen“ ausgehen können. Daraus ergibt sich wahres Wissen. Ein weiterer Hinweis auf Apriorismus ist der mathematisch-geometrische Charakter seines Denkens. Für Descartes gilt, dass sich alles, was sich aus anderen sicher erkannten Dingen ableiten lässt, notwendig wahr sein muss.<ref>Vgl. Johannes Hirschberger: Geschichte der Philosophie. Freiburg i. B. 1980, 11. Auflage, Nachdruck Heidelberg o. J., Band II, S. 95–97.</ref>
#<span class="reference-text">Manfred Pascher: ''Einführung in den Neukantianismus.'' München 1997, UTB 1962.</span>
 
#<span class="reference-text">Vgl. Georg Klaus&Manfred Buhr: Philosophisches Wörterbuch. Westberlin 1987, Reprint der 12. Aufl., S. 102.</span>
[[Gottfried Wilhelm Leibniz]] erwähnte „ursprüngliche Anfangsgründe verschiedener Begriffe und Lehrsätze, welche die äußeren Gegenstände nur bei Gelegenheit“ in der Seele erwecken. Er nannte sie „intelligible Inhalte des Geistes“. Er stimmte Platon zu, dass diese universalen Begriffe oder die ewigen Wesenheiten eine höhere Realität besitzen, als die sinnlich wahrnehmbaren Einzeldinge. Alles sei vollkommen wahr, wenn man es richtig interpretiere.<ref>Johannes Hirschberger: Geschichte der Philosophie. Freiburg i. B. 1980, 11. Auflage, Nachdruck Heidelberg o. J., Band II, S. 175 ff.</ref>
#<span class="reference-text">Ludwig von Mises: ''Grundprobleme der Nationalökonomie.'' Jena 1933, S. 12.</span>
 
#<span class="reference-text">F. A. Hayek: ''Wirtschaftstheorie und Wissen.'' In: F. A. Hayek: ''Individualismus und wirtschaftliche Ordnung.'' Eugen Rentsch Verlag Erlenbach-Zürich 1952. S. 66f (Vortrag 10. November 1936)</span>
[[Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] postulierte den absoluten Weltgeist und eine objektive Logik. Sie entfalten sich dialektisch. Beide sind apriorisch gegeben. Der Weltgeist philosophiert durch Hegel.<ref>Vgl. Hegel: Sämtliche Werke. H. Glockner (Hg.), 1955ff, Band IV, S. 40–45.</ref> Davon ist Hegel überzeugt.<ref>Johannes Hirschberger: Geschichte der Philosophie. Freiburg i. B. 1980, 11. Auflage, Nachdruck Heidelberg o. J., Band II, S. 422.</ref>
#<span class="reference-text">Hans Albert: ''Kritik der reinen Erkenntnislehre.'' Mohr: Tübingen 1987, S. 31.</span>
 
#<span class="reference-text">Friedrich Engels: ''Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft („Anti-Dühring“).'' Berlin 15. Aufl. 1970, S. 89.</span>
Einen Apriorismus des Fortschritt- und [[Soziokulturelle Evolution|Entwicklungsgedankens]] vertrat [[Herbert Spencer]]. Seine apriorischen Wahrheiten und Werte bezeichnen Gattungserfahrungen. Sie sind der Motor für die stetige Weiter- und Höherentwicklung des Menschen und garantieren so den [[Fortschritt]]. Dies zeige sich in der kulturellen bzw. zivilisatorischen Entwicklung.<ref>Johannes Hirschberger: Geschichte der Philosophie. Freiburg i. B. 1980, 11. Auflage, Nachdruck Heidelberg o. J., Band II, S. 532 ff.</ref>
#<span class="reference-text">Max Weber: ''R. Stammlers 'Überwindung' der materialistischen Geschichtsauffassung.'' in: ''Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre.'' Tübingen 7. Aufl. 1988. UTB 1492</span>
 
#<span class="reference-text">Hans Albert: ''Ökonomische Ideologie und politische Theorie.'' Göttingen 1972, S. 14. [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3509005643 ISBN 3-509-00564-3]</span>
Der Apriorismus wurde vom [[Neukantianismus]] sowie von [[Jakob Friedrich Fries]] bis hin zu [[Edmund Husserl|Husserl]] in mehr oder minder expliziter Form vertreten, wobei Kants Position, die selbst schon in Einzelheiten zwischen [[Metatheorie]] und [[Psychologie]] schwankte,<ref>Manfred Pascher: ''Einführung in den Neukantianismus.'' München 1997, UTB 1962.</ref> zum Teil stark umformuliert bzw. abgeschwächt wurde.
#<span class="reference-text">Karl R. Popper: Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie. Tübingen 2010, S. 144.</span>
 
Von [[Marxistische Philosophie|Marxisten]] wird ein [[Relativität|relativer]] Apriorismus akzeptiert. Die körperlichen Voraussetzungen – Sinne und Organe – sind das Ergebnis eines langen historischen Prozesses. Jeder Mensch erlebt sie als etwas Gegebenes, in diesem Sinne sind sie apriorisch. Relativ apriorisch ist auch dies: Menschen wachsen in eine Welt hinein, in der es schon Erkenntnisse gibt, die der Einzelne nicht selber gemacht hat. In ähnlicher Weise trifft dies auch für wissenschaftliche Theorien zu. Sie werden, gleichsam apriorisch, vorgefunden und angewendet.<ref>Vgl. Georg Klaus&Manfred Buhr: Philosophisches Wörterbuch. Westberlin 1987, Reprint der 12. Aufl., S. 102.</ref>
 
In der [[Volkswirtschaftslehre]] ist [[Ludwig von Mises]] als Vertreter einer ökonomischen Theorie hervorgetreten, die als aprioristische Wissenschaft auf gleicher Stufe neben Logik und Mathematik stehe.<ref>Ludwig von Mises: ''Grundprobleme der Nationalökonomie.'' Jena 1933, S. 12.</ref> [[Friedrich August von Hayek]] hingegen sieht in der Nationalökonomie neben der „Reinen Logik des Wählens“ empirische Aussagen über wissende und handelnde Individuen als wesentlich an, welche erst idealtypische Kausalerklärung zulassen.<ref>F. A. Hayek: ''Wirtschaftstheorie und Wissen.'' In: F. A. Hayek: ''Individualismus und wirtschaftliche Ordnung.'' Eugen Rentsch Verlag Erlenbach-Zürich 1952. S. 66f (Vortrag 10. November 1936)</ref>
 
== Kritik an aprioristischen Positionen ==
 
[[Ernst Cassirer]] trägt wie später auch [[Karl Popper]] der Kritik am Apriorismus dadurch Rechnung, dass er das Kausalitätsprinzip umdeutet zu einem Postulat der [[Methodologie]]: Suche nach Gesetzmäßigkeiten (ohne dass damit eine entsprechende metaphysische Behauptung beabsichtigt wäre). Die Erkenntnistheorie von Apriorismus zu befreien, fordert schließlich [[Hans Albert]], die Theorie des Erkennens als [[Metaphysik|metaphysische]] und [[Empirie|empirische]] Hypothesen zu deuten.<ref>Hans Albert: ''Kritik der reinen Erkenntnislehre.'' Mohr: Tübingen 1987, S. 31.</ref>
 
[[Friedrich Engels]] leitete den Abschnitt „Philosophie“ des ''[[Anti-Dühring]]'' mit dem Kapitel „Apriorismus“ ein. Als „aprioristische Methode“ wird kritisiert, {{"|die Eigenschaften eines Gegenstandes nicht aus dem Gegenstand selbst zu erkennen, sondern sie aus dem Begriff des Gegenstandes beweisend abzuleiten. Erst macht man sich aus dem Gegenstand den Begriff des Gegenstandes; dann dreht man den Spieß um und misst den Gegenstand an seinem Abbild, dem Begriff. Nicht der Begriff soll sich nun nach dem Gegenstand, der Gegenstand soll sich nach dem Begriff richten.}}<ref>Friedrich Engels: ''Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft („Anti-Dühring“).'' Berlin 15. Aufl. 1970, S. 89.</ref>
 
[[Max Weber]] kritisierte an Rudolf Stammler, dass dieser die [[Historischer Materialismus|materialistische Geschichtsauffassung]] auf einen Apriorismus zurechtbiege, in dem „Naturgesetze und logische Normen ineinander schwimmen,“ ein [[Scholastik|Scholastizismus]], welcher noch weit hinter Kant zurückfalle.<ref>Max Weber: ''R. Stammlers 'Überwindung' der materialistischen Geschichtsauffassung.'' in: ''Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre.'' Tübingen 7. Aufl. 1988. UTB 1492</ref>
 
[[Hans Albert]] führt gegen die „merkwürdige Auffassung“, dass menschliches Handeln durch eine apriorische Theorie ohne Zuhilfenahme von [[Erfahrungswissen]] erfasst und analysiert werden könne, als Argument anthropologische Untersuchungen wie etwa die von [[Arnold Gehlen]] an.<ref>Hans Albert: ''Ökonomische Ideologie und politische Theorie.'' Göttingen 1972, S. 14. ISBN 3-509-00564-3</ref>
 
Karl Popper stellte fest, dass Vertreter des Apriorismus – Kant und [[Jakob Friedrich Fries|Fries]] – nicht darlegen können, worin sich (bezogen auf die Rechtfertigung des Induktionsprinzips) ein nichtapriorischer Standpunkt vom apriorischen unterscheide. Es werde kein schlüssiger Nachweis erbracht. Vielmehr gehen sie von der „dogmatischen Voraussetzung“ aus, dass es ein „a priori gültiges Induktionsprinzip gibt“. Diese petitio principii werde durch die Ableitung „bestimmter apriorischer Prinzipien“ verborgen, in der die Annahme des a priori gültigen Induktionsprinzips bereits enthalten sei. Weder Kants Anspruch, dass diese apriorischen Voraussetzungen „intersubjektiv“ nachprüfbar seien, noch die Behauptung Fries’, dass sie durch „intellektuelle Anschauung“ erfasst werden können, sei geeignet,  einen entsprechenden Nachweis zu erbringen.<ref>Karl R. Popper: Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie. Tübingen 2010, S. 144.</ref>
 
Für den [[Fallibilismus]] ist der Haupteinwand, dass diese Art von [[Begründung|Rechtfertigungsstrategie]], um ihrer Zielsetzung gemäß die absolute Wahrheit von Aussagen zu begründen, dafür ausgerechnet die am schwächsten geprüfte bzw. prüfbare Grundlage wähle.
 
== Literatur ==
* Edmund Abb: ''Kritik des Kantschen Apriorismus vom Standpunkte des reinen Empirismus aus: unter besonderer Berṳcksichtigung von J. St. Mill und Mach.'' Leipzig 1906. Digitalisiert Princeton University 2008.
* Werner Trautner: ''Der Apriorismus der Wissensformen: eine Studie zur Wissenssoziologie Max Schelers.'' München 1969.
* Grigoriĭ Iosifovich Patent, Gottfried Handel, Wilfried Lehrke: ''Marxismus und Apriorismus. Studien zur Erkenntnistheorie.'' Berlin 1977.
* [[Johann Christoph Gottsched]]: ''Ausgewählte Werke: Kleinere Schriften, Erster Teil, Band 10;Band 12.'' Berlin 1980.
* Universität Bremen. Zentrum Philosophische Grundlagen der Wissenschaften: ''Zum Problem des Apriorismus in den Wissenschaften: eine Ringvorlesung''. Pressestelle Uni Bremen, 1986.
* Hans Albert: ''Kritik der reinen Erkenntnislehre.'' Mohr: Tübingen 1987. ISBN 3-16-945229-0
* Renate Wahsner: ''Erkenntnistheoretischer Apriorismus und neuzeitliche Physik.'' Deutsche Zeitschrift für Philosophie 40/1992, S. 23–35.
* Karl R. Popper: ''Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie. Aufgrund von Manuskripten aus den Jahren 1930–1933.'' Tübingen 2. verbess. Auflage 1994
* Ernst Cassirer: ''Determinismus und Indeterminismus in der modernen Physik. Historische und systematische Studien zum Kausalproblem.'' [Göteborg 1937], Neuausgabe: Gesammelte Werke, Band 19, Meiner, Hamburg 2004, ISBN 978-3-7873-1419-5
* [[Moritz Schlick]]: ''Erkenntnistheorie und moderne Physik.'' In: Johannes Friedl & Heiner Rutte: Moritz Schlick. Die Wiener Zeit: Aufsätze, Beiträge, Rezensionen 1926–1936. New York/Wien 2008, S. 157–174.
* Emil Sigall: ''Der Leibniz-Kantische Apriorismus und die neuere Philosophie.'' Charleston/United States (NABU-Press, Books On Demand) 2011.
* Benedikt Bärwolf: ''Die „angeborenen Ideen“ bei Platon und Leibniz.'' Hamburg 2012.
 
== Einzelnachweise ==
<references />
 
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Aktuelle Version vom 28. Juli 2026, 12:16 Uhr

Aprior-ismus lat.-deu.

Als Apriorismus werden in der Neuzeit erkenntnistheoretische Positionen bezeichnet, die davon ausgehen, dass bestimmtes Wissen ohne Bezug auf die Erfahrung gerechtfertigt werden kann,[1] oder im engeren Sinn, dass Erkenntnisse gänzlich ohne jede Erfahrung möglich sind. Die Wahrheit von Aussagen soll durch logische Deduktion aus wahren Voraussetzungen bewiesen werden. Dabei kommen nur solche Voraussetzungen in Frage, die unabhängig von jeglicher Erfahrung als Denknotwendigkeiten der Vernunft anzusehen sind. Kritiker werfen dem Apriorismus vor, dadurch eine „petitio principii“ zu begehen; d. h., es soll etwas bewiesen werden, das bereits als wahr vorausgesetzt wird. Johann August Heinrich Ulrich – Zeitgenosse Kants und Philosophieprofessor in Jena – kritisierte Kants Apriorismus in diesem Sinne. Kant blieb dabei, dass seine Philosophie fest auf den apriorischen Kategorien und Begriffen stehe.[2]

Merkmale des Apriorismus

Der Apriorismus der Neuzeit steht in der Tradition des Rationalismus. Als wahre Aussagen kommen nur ewige Wahrheiten und ihre Folgen in Frage, die ihren zureichenden Grund etwa in evidenten Axiomen oder anderen a priori gültigen Aussagen haben und so zu einer Letztbegründung finden. Die Vorlage für diese Auffassung lieferte neben der Euklidischen Geometrie vor allem die Kritik der reinen Vernunft Immanuel Kants. Letztere wird von vielen als Antwort auf David Humes Kritik am Apriorismus aufgefasst.

Hume hielt u. a. die Kausalität für eine fragwürdige Vorstellung. Kausalität lasse sich nicht beobachten, äußerte er. Sie sei eine Unterstellung, die Menschen aus Gewohnheit machen. Philosophisch könne nicht entschieden werden, ob kausale Zusammenhänge wahr sind.[3] Kant versuchte, das Kausalitätsprinzip durch eine a priori-Begründung zu retten. Kausalität – so entgegnete er – sei eine apriorische, d. h. unhinterfragbare Kategorie des menschlichen Denkens, die Menschen spontan anwenden, um kausale Zusammenhänge zu erkennen. Kant orientierte sich u. a. an der Newtonschen Physik, für die Kausalität zu seiner Zeit apriorisch galt. Die Physik hat ihre Theorien seither immer wieder umgeändert, so dass Kants Überzeugung durch den Stand und die Entwicklung der Naturwissenschaften nicht mehr in dieser Weise gestützt wird.[4]

Antiker und mittelalterlicher Apriorismus

Platons Ideenlehre war aprioristisch geprägt. Er ging davon aus, dass menschliches Wissen objektive Ideen voraussetzt, die spontan wieder erinnert werden und so wahre Erkenntnisse ermöglichen. Philosophiehistoriker bezeichnen dies als Anamnesislehre. Nach Platons Auffassung stellen objektive Ideen durch Teilhabe des Menschen am Absoluten wahre Erkenntnisse her.

Der spätantike Kirchenvater Augustinus führte den Begriff abditum mentis („Versteck des Geistes“ oder „das Verborgene des Geistes“) ein. Mit diesem Ausdruck bezeichnete er einen Bereich in der Tiefe des menschlichen Geistes, dessen Inhalt ein apriorisches Wissen sein soll, das als Grundlage des Denkens und jeder Erkenntnis gilt. Nach der Theorie des Augustinus ist die „verstecktere Tiefe unseres Gedächtnisses“ der Ort, wo der Mensch Inhalte findet, die nicht aus seinen eingespeicherten Erinnerungen stammen, sondern die er zum ersten Mal denkt. Im Denken erscheint eine Einsicht, die von einer Einsicht stammt, die schon zuvor im Gedächtnis war, dort aber verborgen war.[5]

Nach Thomas von Aquin ist der menschliche Verstand mit dem göttlichen Geist verbunden. So kommt der Mensch zu Kenntnissen über Ordnungen in der Welt (auch über Naturgesetze), die über die Erfahrung hinausgehen.[6]

Aprioristische Positionen

Am Beginn der Neuzeit hat René Descartes aprioristisches Philosophieren betrieben. Seine Forderung denkend von „klaren und bestimmten Beobachtungen“ auszugehen, funktioniert, wenn Menschen von „klaren und eindeutig bestimmbaren Ideen“ ausgehen können. Daraus ergibt sich wahres Wissen. Ein weiterer Hinweis auf Apriorismus ist der mathematisch-geometrische Charakter seines Denkens. Für Descartes gilt, dass sich alles, was sich aus anderen sicher erkannten Dingen ableiten lässt, notwendig wahr sein muss.[7]

Gottfried Wilhelm Leibniz erwähnte „ursprüngliche Anfangsgründe verschiedener Begriffe und Lehrsätze, welche die äußeren Gegenstände nur bei Gelegenheit“ in der Seele erwecken. Er nannte sie „intelligible Inhalte des Geistes“. Er stimmte Platon zu, dass diese universalen Begriffe oder die ewigen Wesenheiten eine höhere Realität besitzen, als die sinnlich wahrnehmbaren Einzeldinge. Alles sei vollkommen wahr, wenn man es richtig interpretiere.[8]

Georg Wilhelm Friedrich Hegel postulierte den absoluten Weltgeist und eine objektive Logik. Sie entfalten sich dialektisch. Beide sind apriorisch gegeben. Der Weltgeist philosophiert durch Hegel.[9] Davon ist Hegel überzeugt.[10]

Einen Apriorismus des Fortschritt- und Entwicklungsgedankens vertrat Herbert Spencer. Seine apriorischen Wahrheiten und Werte bezeichnen Gattungserfahrungen. Sie sind der Motor für die stetige Weiter- und Höherentwicklung des Menschen und garantieren so den Fortschritt. Dies zeige sich in der kulturellen bzw. zivilisatorischen Entwicklung.[11]

Der Apriorismus wurde vom Neukantianismus sowie von Jakob Friedrich Fries bis hin zu Husserl in mehr oder minder expliziter Form vertreten, wobei Kants Position, die selbst schon in Einzelheiten zwischen Metatheorie und Psychologie schwankte,[12] zum Teil stark umformuliert bzw. abgeschwächt wurde.

Von Marxisten wird ein relativer Apriorismus akzeptiert. Die körperlichen Voraussetzungen – Sinne und Organe – sind das Ergebnis eines langen historischen Prozesses. Jeder Mensch erlebt sie als etwas Gegebenes, in diesem Sinne sind sie apriorisch. Relativ apriorisch ist auch dies: Menschen wachsen in eine Welt hinein, in der es schon Erkenntnisse gibt, die der Einzelne nicht selber gemacht hat. In ähnlicher Weise trifft dies auch für wissenschaftliche Theorien zu. Sie werden, gleichsam apriorisch, vorgefunden und angewendet.[13]

In der Volkswirtschaftslehre ist Ludwig von Mises als Vertreter einer ökonomischen Theorie hervorgetreten, die als aprioristische Wissenschaft auf gleicher Stufe neben Logik und Mathematik stehe.[14] Friedrich August von Hayek hingegen sieht in der Nationalökonomie neben der „Reinen Logik des Wählens“ empirische Aussagen über wissende und handelnde Individuen als wesentlich an, welche erst idealtypische Kausalerklärung zulassen.[15]

Kritik an aprioristischen Positionen

Ernst Cassirer trägt wie später auch Karl Popper der Kritik am Apriorismus dadurch Rechnung, dass er das Kausalitätsprinzip umdeutet zu einem Postulat der Methodologie: Suche nach Gesetzmäßigkeiten (ohne dass damit eine entsprechende metaphysische Behauptung beabsichtigt wäre). Die Erkenntnistheorie von Apriorismus zu befreien, fordert schließlich Hans Albert, die Theorie des Erkennens als metaphysische und empirische Hypothesen zu deuten.[16]

Friedrich Engels leitete den Abschnitt „Philosophie“ des Anti-Dühring mit dem Kapitel „Apriorismus“ ein. Als „aprioristische Methode“ wird kritisiert, „die Eigenschaften eines Gegenstandes nicht aus dem Gegenstand selbst zu erkennen, sondern sie aus dem Begriff des Gegenstandes beweisend abzuleiten. Erst macht man sich aus dem Gegenstand den Begriff des Gegenstandes; dann dreht man den Spieß um und misst den Gegenstand an seinem Abbild, dem Begriff. Nicht der Begriff soll sich nun nach dem Gegenstand, der Gegenstand soll sich nach dem Begriff richten.“[17]

Max Weber kritisierte an Rudolf Stammler, dass dieser die materialistische Geschichtsauffassung auf einen Apriorismus zurechtbiege, in dem „Naturgesetze und logische Normen ineinander schwimmen,“ ein Scholastizismus, welcher noch weit hinter Kant zurückfalle.[18]

Hans Albert führt gegen die „merkwürdige Auffassung“, dass menschliches Handeln durch eine apriorische Theorie ohne Zuhilfenahme von Erfahrungswissen erfasst und analysiert werden könne, als Argument anthropologische Untersuchungen wie etwa die von Arnold Gehlen an.[19]

Karl Popper stellte fest, dass Vertreter des Apriorismus – Kant und Fries – nicht darlegen können, worin sich (bezogen auf die Rechtfertigung des Induktionsprinzips) ein nichtapriorischer Standpunkt vom apriorischen unterscheide. Es werde kein schlüssiger Nachweis erbracht. Vielmehr gehen sie von der „dogmatischen Voraussetzung“ aus, dass es ein „a priori gültiges Induktionsprinzip gibt“. Diese petitio principii werde durch die Ableitung „bestimmter apriorischer Prinzipien“ verborgen, in der die Annahme des a priori gültigen Induktionsprinzips bereits enthalten sei. Weder Kants Anspruch, dass diese apriorischen Voraussetzungen „intersubjektiv“ nachprüfbar seien, noch die Behauptung Fries’, dass sie durch „intellektuelle Anschauung“ erfasst werden können, sei geeignet, einen entsprechenden Nachweis zu erbringen.[20]

Für den Fallibilismus ist der Haupteinwand, dass diese Art von Rechtfertigungsstrategie, um ihrer Zielsetzung gemäß die absolute Wahrheit von Aussagen zu begründen, dafür ausgerechnet die am schwächsten geprüfte bzw. prüfbare Grundlage wähle.

Literatur

  • Edmund Abb: Kritik des Kantschen Apriorismus vom Standpunkte des reinen Empirismus aus: unter besonderer Berṳcksichtigung von J. St. Mill und Mach. Leipzig 1906. Digitalisiert Princeton University 2008.
  • Werner Trautner: Der Apriorismus der Wissensformen: eine Studie zur Wissenssoziologie Max Schelers. München 1969.
  • Grigoriĭ Iosifovich Patent, Gottfried Handel, Wilfried Lehrke: Marxismus und Apriorismus. Studien zur Erkenntnistheorie. Berlin 1977.
  • Johann Christoph Gottsched: Ausgewählte Werke: Kleinere Schriften, Erster Teil, Band 10;Band 12. Berlin 1980.
  • Universität Bremen. Zentrum Philosophische Grundlagen der Wissenschaften: Zum Problem des Apriorismus in den Wissenschaften: eine Ringvorlesung. Pressestelle Uni Bremen, 1986.
  • Hans Albert: Kritik der reinen Erkenntnislehre. Mohr: Tübingen 1987. ISBN 3-16-945229-0
  • Renate Wahsner: Erkenntnistheoretischer Apriorismus und neuzeitliche Physik. Deutsche Zeitschrift für Philosophie 40/1992, S. 23–35.
  • Karl R. Popper: Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie. Aufgrund von Manuskripten aus den Jahren 1930–1933. Tübingen 2. verbess. Auflage 1994
  • Ernst Cassirer: Determinismus und Indeterminismus in der modernen Physik. Historische und systematische Studien zum Kausalproblem. [Göteborg 1937], Neuausgabe: Gesammelte Werke, Band 19, Meiner, Hamburg 2004, ISBN 978-3-7873-1419-5
  • Moritz Schlick: Erkenntnistheorie und moderne Physik. In: Johannes Friedl & Heiner Rutte: Moritz Schlick. Die Wiener Zeit: Aufsätze, Beiträge, Rezensionen 1926–1936. New York/Wien 2008, S. 157–174.
  • Emil Sigall: Der Leibniz-Kantische Apriorismus und die neuere Philosophie. Charleston/United States (NABU-Press, Books On Demand) 2011.
  • Benedikt Bärwolf: Die „angeborenen Ideen“ bei Platon und Leibniz. Hamburg 2012.

Einzelnachweise

  1. ↑ BonJour, Laurence: In defense of pure reason : a rationalist account of a priori justification. Cambridge University Press, Cambridge 1998, S. 1–10.
  2. ↑ Kant: Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaften. In: Akademieausgabe von Kants gesammelten Werken. Band IV, S. 474/6.
  3. ↑ Vgl. David Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand. 1748, Abschnitte 6–8.
  4. ↑ Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft. 1787, Vorrede zur 2. Auflage. [1]
  5. ↑ Augustinus, De trinitate 14,7,915; 21, 40.
  6. ↑ Georg Klaus&Manfred Buhr: Philosophisches Wörterbuch, 12. Auflage, Berlin 1987, S. 101 f.
  7. ↑ Vgl. Johannes Hirschberger: Geschichte der Philosophie. Freiburg i. B. 1980, 11. Auflage, Nachdruck Heidelberg o. J., Band II, S. 95–97.
  8. ↑ Johannes Hirschberger: Geschichte der Philosophie. Freiburg i. B. 1980, 11. Auflage, Nachdruck Heidelberg o. J., Band II, S. 175 ff.
  9. ↑ Vgl. Hegel: Sämtliche Werke. H. Glockner (Hg.), 1955ff, Band IV, S. 40–45.
  10. ↑ Johannes Hirschberger: Geschichte der Philosophie. Freiburg i. B. 1980, 11. Auflage, Nachdruck Heidelberg o. J., Band II, S. 422.
  11. ↑ Johannes Hirschberger: Geschichte der Philosophie. Freiburg i. B. 1980, 11. Auflage, Nachdruck Heidelberg o. J., Band II, S. 532 ff.
  12. ↑ Manfred Pascher: Einführung in den Neukantianismus. München 1997, UTB 1962.
  13. ↑ Vgl. Georg Klaus&Manfred Buhr: Philosophisches Wörterbuch. Westberlin 1987, Reprint der 12. Aufl., S. 102.
  14. ↑ Ludwig von Mises: Grundprobleme der Nationalökonomie. Jena 1933, S. 12.
  15. ↑ F. A. Hayek: Wirtschaftstheorie und Wissen. In: F. A. Hayek: Individualismus und wirtschaftliche Ordnung. Eugen Rentsch Verlag Erlenbach-Zürich 1952. S. 66f (Vortrag 10. November 1936)
  16. ↑ Hans Albert: Kritik der reinen Erkenntnislehre. Mohr: Tübingen 1987, S. 31.
  17. ↑ Friedrich Engels: Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft („Anti-Dühring“). Berlin 15. Aufl. 1970, S. 89.
  18. ↑ Max Weber: R. Stammlers 'Überwindung' der materialistischen Geschichtsauffassung. in: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre. Tübingen 7. Aufl. 1988. UTB 1492
  19. ↑ Hans Albert: Ökonomische Ideologie und politische Theorie. Göttingen 1972, S. 14. ISBN 3-509-00564-3
  20. ↑ Karl R. Popper: Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie. Tübingen 2010, S. 144.