„Antwort“ – Versionsunterschied
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<p style="text-align: justify;" >¦∑¦ | <p style="text-align: justify;" >¦∑¦ [[ant-]] + [[Wort]];</p><p style="text-align: justify;" >¦∅¦ "Gegenwort", Widerwort, Erwiderung, Entgegnung; etwas auf ein Wort, eine Frage, Aussage, einen Satz entgegnen;<br></p><p style="text-align: justify;" >¦⊕¦ ‘Erwiderung’ (auf eine Frage, auf das an jmdn. gerichtete Wort); Reaktion, Erwiederung auf ein Dasein oder einer Daseinsveränderung; durch Gelehrte im 15. Jahrundert eingebrachte Wortbedeutung um lat. <span class="ff">lat. ''respondere'', aus ''re'' "wider, entgegengen, zurück" und lat. ''spondere'' "zusichern, versprechen, verpflichten, verpfänden, Pfand geben" im Rechtswesen zu verwenden;</span><br></p><p style="text-align: justify;" >¦⊗¦ Ursprünglich ist <span class="etymwb-mentioned">Antwort</span> ‘Gegenrede’. <abbr title="altsächsisch">Asächs. </abbr><span class="etymwb-mentioned">andwordi</span>, <abbr title="mittelniederdeutsch">mnd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">antwōrde</span>, <span class="etymwb-mentioned">antwōrt</span>, <abbr title="mittelniederländisch">mnl.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">antwo(o)rde</span>, <abbr title="niederländisch">nl.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">antwoord</span>, <abbr title="altenglisch">aengl.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">andwyrde</span>, <abbr title="altnordisch">anord.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">andyrði</span> (Plur.), <abbr title="gotisch">got.</abbr><span class="etymwb-mentioned">andawaúrdi</span> erweisen die heute nur noch im <abbr title="deutsch">Dt.</abbr> und <abbr title="niederländisch">Nl.</abbr> lebendige Bildung als <abbr title="gemeingermanisch">gemeingerm.</abbr> Auch das zugehörige Verb hat sich endgültig nur auf <abbr title="deutsch">dt.</abbr> und <abbr title="niederländisch">nl.</abbr> Sprachgebiet durchgesetzt''';'''</p><p style="text-align: justify;" >¦↵¦ ugerm. <em class="Latinx mention" lang="gem-pro">[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Germanic/andawurdij%C4%85 *andawurdiją]; </em><abbr title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">antwurti</span>'' (8. Jh.), <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">antwürte</span>'', ''<span class="etymwb-mentioned">antwurt </span>''ist eine Sammelbezeichnung zu dem unter ↗[https://www.dwds.de/wb/etymwb/Wort Wort] (s. d.) behandelten Substantiv mit dem Präfix <span class="etymwb-mentioned">ant-</span> ‘(ent)gegen’ (s. ↗[https://www.dwds.de/wb/etymwb/ent- ent-]);</p><p style="text-align: justify;" >engl. ''<span class="trans">response,</span>'' von <span class="la">afrz. </span>''<span class="ff">respons </span>''or <span class="la">lat. </span>''<span class="ff">responsum </span>''<span class="trans"><span class="gp tg_tr">‘</span>etwas das für etwas als Entgegnung angeboten wird<span class="gp tg_tr">’</span></span>, zu <span class="ff">respondere; zu engl. ''respond'' "antworten", zu afrz. ''respondre'' "antworten" zu lat. ''respondere'';</span></p><p style="text-align: justify;" ><span class="etymwb-headword">'''<span class="etymwb-orth">Antwort</span>''' <span class="etymwb-gramgrp">f. </span></span>‘Erwiderung’ (auf eine Frage, auf das an jmdn. gerichtete Wort), <abbr title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">antwurti</span>'' (8. Jh.), <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">antwürte</span>'', ''<span class="etymwb-mentioned">antwurt </span>''ist eine Sammelbezeichnung zu dem unter ↗[https://www.dwds.de/wb/etymwb/Wort Wort] (s. d.) behandelten Substantiv mit dem Präfix <span class="etymwb-mentioned">ant-</span> ‘(ent)gegen’ (s. ↗[https://www.dwds.de/wb/etymwb/ent- ent-]). Ursprünglich ist <span class="etymwb-mentioned">Antwort</span> also ‘Gegenrede’. Von Haus aus ein Neutrum, folgt es schon in ahd. und mhd. Zeit teilweise der Deklination ähnlich gebildeter Feminina. In seiner Lautform lehnt es sich seit spätmhd. Zeit an <span class="etymwb-mentioned">Wort</span> an. <abbr title="altsächsisch">Asächs. </abbr>''<span class="etymwb-mentioned">andwordi</span>'', <abbr title="mittelniederdeutsch">mnd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">antwōrde</span>'', ''<span class="etymwb-mentioned">antwōrt</span>'', <abbr title="mittelniederländisch">mnl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">antwo(o)rde</span>'', <abbr title="niederländisch">nl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">antwoord</span>'', <abbr title="altenglisch">aengl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">andwyrde</span>'', <abbr title="altnordisch">anord.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">andyrði</span>'' (Plur.), <abbr title="gotisch">got. </abbr>''<span class="etymwb-mentioned">andawaúrdi</span>'' erweisen die heute nur noch im <abbr title="deutsch">Dt.</abbr> und <abbr title="niederländisch">Nl.</abbr> lebendige Bildung als <abbr title="gemeingermanisch">gemeingerm.</abbr> Auch das zugehörige Verb hat sich endgültig nur auf <abbr title="deutsch">dt.</abbr> und <abbr title="niederländisch">nl.</abbr> Sprachgebiet durchgesetzt: <span class="etymwb-headword">'''<span class="etymwb-orth">antworten</span>''', </span><abbr title="althochdeutsch">ahd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">antwurten</span> (9. Jh.), <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">antwürten</span>, <abbr title="altsächsisch">asächs.</abbr><span class="etymwb-mentioned">andwordian</span>, <abbr title="mittelniederdeutsch">mnd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">antwōrden</span>, <abbr title="mittelniederländisch">mnl.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">antwo(o)rden</span>, <abbr title="niederländisch">nl.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">antwoorden</span>, <abbr title="altenglisch">aengl.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">andwyrdan</span>, <abbr title="gotisch">got.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">andwaúrdjan</span> ‘widersprechen’. In den übrigen westgerm. und nordgerm. Sprachen haben konkurrierende Bildungen gesiegt, vor allem Zusammensetzungen mit den Verwandten von ↗[https://www.dwds.de/wb/etymwb/schw%C3%B6ren schwören] (s. d.), vgl. <abbr title="altenglisch">aengl.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">andswarian</span>, <abbr title="englisch">engl.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">to answer</span> ‘antworten’ bzw. <abbr title="altenglisch">aengl.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">andswaru</span>, <abbr title="englisch">engl.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">answer</span> ‘Antwort’, <abbr title="altnordisch">anord.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">svar</span> (meist Plur.) ‘Antwort, Verteidigung’, <span class="etymwb-mentioned">svara</span> ‘antworten, verteidigen’, <abbr title="schwedisch">schwed.</abbr> <abbr title="dänisch">dän.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">svar</span> ‘Antwort’, <abbr title="schwedisch">schwed.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">svara</span>, <abbr title="dänisch">dän.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">svare</span> ‘antworten’. Wie <span class="etymwb-mentioned">schwören</span> stehen <span class="etymwb-mentioned">antworten</span> und<span class="etymwb-mentioned">verantworten</span> (s. unten) in unmittelbarer Beziehung zur Rechtssprache. <abbr title="mittelhochdeutsch">Mhd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">antwürten</span> bedeutet speziell ‘sich, jmdn. vor Gericht gegen eine Klage verteidigen’. <span class="etymwb-headword">'''<span class="etymwb-orth">verantworten</span>''' <span class="etymwb-gramgrp">Vb. </span></span>‘die Folgen für etw. tragen, für etw. einstehen’, reflexiv ‘sich (als Angeklagter) rechtfertigen, sich gegen einen Vorwurf verteidigen’, <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">verantwürten</span>'', verant<span class="etymwb-mentioned">wurten</span>, verant<span class="etymwb-mentioned">worten</span> ‘(be)antworten, (vor Gericht) rechtfertigen, verteidigen, vertreten’ (auch reflexiv); vergleich <abbr title="mittelniederdeutsch">mnd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">vorantwōrden</span>'', ''vorant<span class="etymwb-mentioned">wērden</span>'', <abbr title="mittelniederländisch">mnl. </abbr>''<span class="etymwb-mentioned">verantwo(o)rden</span>'', <abbr title="niederländisch">nl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">verantwoorden</span>''. Dazu <span class="etymwb-headword">'''<span class="etymwb-orth">Verantwortung</span>''' <span class="etymwb-gramgrp">f. </span></span>‘Verpflichtung, Bereitschaft, für seine Handlungen einzustehen’, veraltet ‘Rechtfertigung, Verteidigung’ (2. Hälfte 15. Jh.), vgl. <abbr title="mittelniederländisch">mnl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">verantwordinge</span>'', <abbr title="niederländisch">nl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">verantwoording</span>''; <span class="etymwb-headword">'''<span class="etymwb-orth">verantwortlich</span>''' <span class="etymwb-gramgrp">Adj. </span></span>(17. Jh.), ursprünglich ‘was sich verteidigen läßt’ (diese passivische Bedeutung lebt heute noch in<span class="etymwb-mentioned">unverantwortlich</span> Adj. ‘nicht zu verantworten, nicht zu verteidigen’, Mitte 17. Jh.), erst später aktivisch ‘für eine Handlung, Entscheidung einstehend, Verantwortung tragend’ (18. Jh.).</p> | ||
Aktuelle Version vom 8. Dezember 2023, 09:06 Uhr
¦∅¦ "Gegenwort", Widerwort, Erwiderung, Entgegnung; etwas auf ein Wort, eine Frage, Aussage, einen Satz entgegnen;
¦⊕¦ ‘Erwiderung’ (auf eine Frage, auf das an jmdn. gerichtete Wort); Reaktion, Erwiederung auf ein Dasein oder einer Daseinsveränderung; durch Gelehrte im 15. Jahrundert eingebrachte Wortbedeutung um lat. lat. respondere, aus re "wider, entgegengen, zurück" und lat. spondere "zusichern, versprechen, verpflichten, verpfänden, Pfand geben" im Rechtswesen zu verwenden;
¦⊗¦ Ursprünglich ist Antwort ‘Gegenrede’. Asächs. andwordi, mnd. antwōrde, antwōrt, mnl. antwo(o)rde, nl. antwoord, aengl. andwyrde, anord. andyrði (Plur.), got.andawaúrdi erweisen die heute nur noch im Dt. und Nl. lebendige Bildung als gemeingerm. Auch das zugehörige Verb hat sich endgültig nur auf dt. und nl. Sprachgebiet durchgesetzt;
¦↵¦ ugerm. *andawurdiją; ahd. antwurti (8. Jh.), mhd. antwürte, antwurt ist eine Sammelbezeichnung zu dem unter ↗Wort (s. d.) behandelten Substantiv mit dem Präfix ant- ‘(ent)gegen’ (s. ↗ent-);
engl. response, von afrz. respons or lat. responsum ‘etwas das für etwas als Entgegnung angeboten wird’, zu respondere; zu engl. respond "antworten", zu afrz. respondre "antworten" zu lat. respondere;
Antwort f. ‘Erwiderung’ (auf eine Frage, auf das an jmdn. gerichtete Wort), ahd. antwurti (8. Jh.), mhd. antwürte, antwurt ist eine Sammelbezeichnung zu dem unter ↗Wort (s. d.) behandelten Substantiv mit dem Präfix ant- ‘(ent)gegen’ (s. ↗ent-). Ursprünglich ist Antwort also ‘Gegenrede’. Von Haus aus ein Neutrum, folgt es schon in ahd. und mhd. Zeit teilweise der Deklination ähnlich gebildeter Feminina. In seiner Lautform lehnt es sich seit spätmhd. Zeit an Wort an. Asächs. andwordi, mnd. antwōrde, antwōrt, mnl. antwo(o)rde, nl. antwoord, aengl. andwyrde, anord. andyrði (Plur.), got. andawaúrdi erweisen die heute nur noch im Dt. und Nl. lebendige Bildung als gemeingerm. Auch das zugehörige Verb hat sich endgültig nur auf dt. und nl. Sprachgebiet durchgesetzt: antworten, ahd. antwurten (9. Jh.), mhd. antwürten, asächs.andwordian, mnd. antwōrden, mnl. antwo(o)rden, nl. antwoorden, aengl. andwyrdan, got. andwaúrdjan ‘widersprechen’. In den übrigen westgerm. und nordgerm. Sprachen haben konkurrierende Bildungen gesiegt, vor allem Zusammensetzungen mit den Verwandten von ↗schwören (s. d.), vgl. aengl. andswarian, engl. to answer ‘antworten’ bzw. aengl. andswaru, engl. answer ‘Antwort’, anord. svar (meist Plur.) ‘Antwort, Verteidigung’, svara ‘antworten, verteidigen’, schwed. dän. svar ‘Antwort’, schwed. svara, dän. svare ‘antworten’. Wie schwören stehen antworten undverantworten (s. unten) in unmittelbarer Beziehung zur Rechtssprache. Mhd. antwürten bedeutet speziell ‘sich, jmdn. vor Gericht gegen eine Klage verteidigen’. verantworten Vb. ‘die Folgen für etw. tragen, für etw. einstehen’, reflexiv ‘sich (als Angeklagter) rechtfertigen, sich gegen einen Vorwurf verteidigen’, mhd. verantwürten, verantwurten, verantworten ‘(be)antworten, (vor Gericht) rechtfertigen, verteidigen, vertreten’ (auch reflexiv); vergleich mnd. vorantwōrden, vorantwērden, mnl. verantwo(o)rden, nl. verantwoorden. Dazu Verantwortung f. ‘Verpflichtung, Bereitschaft, für seine Handlungen einzustehen’, veraltet ‘Rechtfertigung, Verteidigung’ (2. Hälfte 15. Jh.), vgl. mnl. verantwordinge, nl. verantwoording; verantwortlich Adj. (17. Jh.), ursprünglich ‘was sich verteidigen läßt’ (diese passivische Bedeutung lebt heute noch inunverantwortlich Adj. ‘nicht zu verantworten, nicht zu verteidigen’, Mitte 17. Jh.), erst später aktivisch ‘für eine Handlung, Entscheidung einstehend, Verantwortung tragend’ (18. Jh.).