Zum Inhalt springen

„be-“ – Versionsunterschied

aus AufEinWort, der freien Forschung
[ungesichtete Version][ungesichtete Version]
Die Seite wurde neu angelegt: „<p>bei, bi ⇛ be ⇛ b- | b + e | 'um, herum, ringsum'; auch verkürzte Wortgestalt von ''bei'' 'bei, beidseitig',</p> <!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>¦⊕¦ auf etwas oder jemand Einfluß nehmen, in Besitz nehmen, verändernd oder wandelnd einwirken; bei manchen Wörtern bis auf ein ''b'' verkürzt wie zum Beispiel ''bleiben'' ursprünglich ''beleiben 'mit seinem Leib einnehmen'''  oder ''bang'' ursprünglich ''beang'' `beengen, ein…“
 
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
Zeile 1: Zeile 1:
<p>bei, bi ⇛ be ⇛ b- | b + e | 'um, herum, ringsum'; auch verkürzte Wortgestalt von ''bei'' 'bei, beidseitig',</p>
<p>[[bei]], bi ⇛ be ⇛ b- | b + e | 'um, herum, ringsum'; auch verkürzte Wortgestalt von ''bei'' 'bei, beidseitig',</p><p>¦⊕¦ auf etwas oder jemand Einfluß nehmen, in Besitz nehmen, verändernd oder wandelnd einwirken; bei manchen Wörtern bis auf ein ''b'' verkürzt wie zum Beispiel ''bleiben'' ursprünglich ''beleiben 'mit seinem Leib einnehmen'''&nbsp; oder ''bang'' ursprünglich ''beang'' `beengen, ein engen';</p><p>¦√¦ bei;</p><p>¦↵¦ Das bis in die Gegenwart als Bildungselement untrennbarer Verben sehr ergiebige Vorsilbe ahd. ''bi''- (8. Jh.), mhd. ''be''- (vgl. auch asächs. got. ''bi''-, aengl. ''be''-, ''bi''-, mnd. mnl. nl. engl. ''be''-) steht als Form mit Vokalkürze neben ahd. mhd. ''bī'', nhd. bei ;</p><p>steht als Form mit Selbstlautkürze neben ahd. mhd. ''bī'', nhd. ''bei'';</p><p>es ist zunächst Vhnw., verliert aber seine Selbständigkeit bereits im Ahd., als das Ustw. ahd. ''bī'' den vhnwl. Zweck mit übernimmt.</p><p>''be''- drückt meist Einwirkung auf einen Gegenstand aus, wobei es entsprechend der ursprünglichen lokalen Bedeutung ‘um … herum’ (so z. B. noch mhd. ''begraben'' ‘mit einem Graben umgeben’, belegen ‘einschließen’, beringen ‘umringen’) auf das Umfassende dieses Einwirkens (‘ganz und gar, völlig’) hinweist (z. B. bedrängen, bekleiden, bewaffnen);</p><p>daher erhalten die Verben häufig ergebnisbezogenen Sinn (z. B. ''bedecken'', ''bereinigen'', ''bezwingen'').</p><p>Die Vorsilbe dient namentlich der Zielgebung nichtzielender Tw., z. B. begehen, beleuchten, besiegen, doch können mit ihr (nach dem Muster vorziehender Ableitungen wie ''bekränzen'', ''beschützen'') auch Tw. zu Hptw. (z. B. ''beeinflussen'', ''benachrichtigen'', ''besohlen'', ''bevölkern'') oder zu Egsw. (z. B. ''befähigen'', ''beruhigen'') gebildet werden.</p><p>Außerdem ermöglicht sie es, Egsw., die die Form von Mittelworten haben (‘mit etw. ausgestattet’), unmittelbar von Hptw. abzuleiten, wenn kein entsprechendes Tw. vorhanden ist, z. B. ''bebrillt'', ''beherzt'', ''beleibt''.</p><p>Dagegen ist die Zahl mit ''be''- vorziehender Egsw. gering (s. ''bequem'', ''bereit'', ''bieder'').</p><p>Bei Hptw. trägt in den älteren Sprachstufen die Vorsilbe den Ton und ist deshalb heute zu ''bei''- zweitönend (s. ''Beispiel''), so daß Hptw. mit ''be''- (z. B. ''Bedarf'', ''Beschluß'') ausschließlich auf vorziehende Tw. zurückgehen.</p><p>Durch Selbstlautausfall verdunkelte Vorsilbenbildungen sind ''bang'' "be, bei ang, eng", ''bleiben'' "be, bei leiben" und ''binnen'' "be, bei innen".</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>¦⊕¦ auf etwas oder jemand Einfluß nehmen, in Besitz nehmen, verändernd oder wandelnd einwirken; bei manchen Wörtern bis auf ein ''b'' verkürzt wie zum Beispiel ''bleiben'' ursprünglich ''beleiben 'mit seinem Leib einnehmen'''&nbsp; oder ''bang'' ursprünglich ''beang'' `beengen, ein engen';</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>¦√¦ bei;</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>¦↵¦ Das bis in die Gegenwart als Bildungselement untrennbarer Verben sehr ergiebige Vorsilbe ahd. ''bi''- (8. Jh.), mhd. ''be''- (vgl. auch asächs. got. ''bi''-, aengl. ''be''-, ''bi''-, mnd. mnl. nl. engl. ''be''-) steht als Form mit Vokalkürze neben ahd. mhd. ''bī'', nhd. bei ;</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>steht als Form mit Selbstlautkürze neben ahd. mhd. ''bī'', nhd. ''bei'';</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>es ist zunächst Vhnw., verliert aber seine Selbständigkeit bereits im Ahd., als das Ustw. ahd. ''bī'' den vhnwl. Zweck mit übernimmt.</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>''be''- drückt meist Einwirkung auf einen Gegenstand aus, wobei es entsprechend der ursprünglichen lokalen Bedeutung ‘um … herum’ (so z. B. noch mhd. ''begraben'' ‘mit einem Graben umgeben’, belegen ‘einschließen’, beringen ‘umringen’) auf das Umfassende dieses Einwirkens (‘ganz und gar, völlig’) hinweist (z. B. bedrängen, bekleiden, bewaffnen);</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>daher erhalten die Verben häufig ergebnisbezogenen Sinn (z. B. ''bedecken'', ''bereinigen'', ''bezwingen'').</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Die Vorsilbe dient namentlich der Zielgebung nichtzielender Tw., z. B. begehen, beleuchten, besiegen, doch können mit ihr (nach dem Muster vorziehender Ableitungen wie ''bekränzen'', ''beschützen'') auch Tw. zu Hptw. (z. B. ''beeinflussen'', ''benachrichtigen'', ''besohlen'', ''bevölkern'') oder zu Egsw. (z. B. ''befähigen'', ''beruhigen'') gebildet werden.</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Außerdem ermöglicht sie es, Egsw., die die Form von Mittelworten haben (‘mit etw. ausgestattet’), unmittelbar von Hptw. abzuleiten, wenn kein entsprechendes Tw. vorhanden ist, z. B. ''bebrillt'', ''beherzt'', ''beleibt''.</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Dagegen ist die Zahl mit ''be''- vorziehender Egsw. gering (s. ''bequem'', ''bereit'', ''bieder'').</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Bei Hptw. trägt in den älteren Sprachstufen die Vorsilbe den Ton und ist deshalb heute zu ''bei''- zweitönend (s. ''Beispiel''), so daß Hptw. mit ''be''- (z. B. ''Bedarf'', ''Beschluß'') ausschließlich auf vorziehende Tw. zurückgehen.</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Durch Selbstlautausfall verdunkelte Vorsilbenbildungen sind ''bang'' "be, bei ang, eng", ''bleiben'' "be, bei leiben" und ''binnen'' "be, bei innen".</p>

Aktuelle Version vom 10. Dezember 2023, 17:12 Uhr

bei, bi ⇛ be ⇛ b- | b + e | 'um, herum, ringsum'; auch verkürzte Wortgestalt von bei 'bei, beidseitig',

¦⊕¦ auf etwas oder jemand Einfluß nehmen, in Besitz nehmen, verändernd oder wandelnd einwirken; bei manchen Wörtern bis auf ein b verkürzt wie zum Beispiel bleiben ursprünglich beleiben 'mit seinem Leib einnehmen'  oder bang ursprünglich beang `beengen, ein engen';

¦√¦ bei;

¦↵¦ Das bis in die Gegenwart als Bildungselement untrennbarer Verben sehr ergiebige Vorsilbe ahd. bi- (8. Jh.), mhd. be- (vgl. auch asächs. got. bi-, aengl. be-, bi-, mnd. mnl. nl. engl. be-) steht als Form mit Vokalkürze neben ahd. mhd. bī, nhd. bei ;

steht als Form mit Selbstlautkürze neben ahd. mhd. bī, nhd. bei;

es ist zunächst Vhnw., verliert aber seine Selbständigkeit bereits im Ahd., als das Ustw. ahd. bī den vhnwl. Zweck mit übernimmt.

be- drückt meist Einwirkung auf einen Gegenstand aus, wobei es entsprechend der ursprünglichen lokalen Bedeutung ‘um … herum’ (so z. B. noch mhd. begraben ‘mit einem Graben umgeben’, belegen ‘einschließen’, beringen ‘umringen’) auf das Umfassende dieses Einwirkens (‘ganz und gar, völlig’) hinweist (z. B. bedrängen, bekleiden, bewaffnen);

daher erhalten die Verben häufig ergebnisbezogenen Sinn (z. B. bedecken, bereinigen, bezwingen).

Die Vorsilbe dient namentlich der Zielgebung nichtzielender Tw., z. B. begehen, beleuchten, besiegen, doch können mit ihr (nach dem Muster vorziehender Ableitungen wie bekränzen, beschützen) auch Tw. zu Hptw. (z. B. beeinflussen, benachrichtigen, besohlen, bevölkern) oder zu Egsw. (z. B. befähigen, beruhigen) gebildet werden.

Außerdem ermöglicht sie es, Egsw., die die Form von Mittelworten haben (‘mit etw. ausgestattet’), unmittelbar von Hptw. abzuleiten, wenn kein entsprechendes Tw. vorhanden ist, z. B. bebrillt, beherzt, beleibt.

Dagegen ist die Zahl mit be- vorziehender Egsw. gering (s. bequem, bereit, bieder).

Bei Hptw. trägt in den älteren Sprachstufen die Vorsilbe den Ton und ist deshalb heute zu bei- zweitönend (s. Beispiel), so daß Hptw. mit be- (z. B. Bedarf, Beschluß) ausschließlich auf vorziehende Tw. zurückgehen.

Durch Selbstlautausfall verdunkelte Vorsilbenbildungen sind bang "be, bei ang, eng", bleiben "be, bei leiben" und binnen "be, bei innen".