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„Gerechtigkeit“ – Versionsunterschied

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<p>gerechtig + keit |&nbsp;f.&nbsp;‘den geltenden Rechtsnormen entsprechendes Handeln und Urteilen, Rechtsprechung, mit der Rechtspflege beauftragte Institution’,&nbsp;mhd.&nbsp;''grehtikheit''&nbsp;(1. Hälfte 12. Jh.), dann&nbsp;''gerehtecheit'',&nbsp;''gerehtikeit''&nbsp;‘Rechtschaffenheit, den sittlichen Normen gemäßes Verhalten’ und (vor allem&nbsp;spätmhd.) ‘Rechtspflege, rechtlich begründete Befugnis, Rechtsanspruch’.&nbsp;''Gerechtigkeit''&nbsp;‘rechtlich begründete Befugnis, verliehenes Recht, Privileg’ (auch im Plur.&nbsp;''Gerechtigkeiten'') als Terminus des Feudalrechts ist noch im 19. Jh. lebendig (vgl.&nbsp;''Brau-'',&nbsp;''Fischerei-'',&nbsp;''Jagd-'',&nbsp;''Münzgerechtigkeit'').</p>
<p>[[gerechtig]] + [[-keit]] |&nbsp;f.&nbsp;‘den geltenden Rechtsnormen entsprechendes Handeln und Urteilen, Rechtsprechung, mit der Rechtspflege beauftragte Institution’,&nbsp;mhd.&nbsp;''grehtikheit''&nbsp;(1. Hälfte 12. Jh.), dann&nbsp;''gerehtecheit'',&nbsp;''gerehtikeit''&nbsp;‘Rechtschaffenheit, den sittlichen Normen gemäßes Verhalten’ und (vor allem&nbsp;spätmhd.) ‘Rechtspflege, rechtlich begründete Befugnis, Rechtsanspruch’.&nbsp;''Gerechtigkeit''&nbsp;‘rechtlich begründete Befugnis, verliehenes Recht, Privileg’ (auch im Plur.&nbsp;''Gerechtigkeiten'') als Terminus des Feudalrechts ist noch im 19. Jh. lebendig (vgl.&nbsp;''Brau-'',&nbsp;''Fischerei-'',&nbsp;''Jagd-'',&nbsp;''Münzgerechtigkeit'').</p><p>Nach&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platons]&nbsp;Verständnis ist Gerechtigkeit eine innere Einstellung. Sie ist für ihn die herausragende&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Tugend Tugend]&nbsp;([https://de.wikipedia.org/wiki/Kardinaltugend Kardinaltugend]), der entsprechend jeder das tut, was seine Aufgabe ist, und die drei Seelenteile des Menschen (das Begehrende, das Muthafte und das Vernünftige) im richtigen Verhältnis zueinander stehen.<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechtigkeit#cite_note-1 [1]]</sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles]&nbsp;und&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_von_Aquin Thomas von Aquin]&nbsp;betonten hingegen, dass Gerechtigkeit nicht nur eine ([https://de.wikipedia.org/wiki/Charakter Charakter]-)Tugend, sondern stets in Bezug auf andere zu denken sei ([https://de.wikipedia.org/wiki/Intersubjektivit%C3%A4t Intersubjektivität]).<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechtigkeit#cite_note-2 [2]]</sup>Handlungen wie&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Wohlt%C3%A4tigkeit Wohltätigkeit],&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Barmherzigkeit Barmherzigkeit],&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Dankbarkeit Dankbarkeit]&nbsp;oder&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Karitas Karitas]&nbsp;gehen über den Bereich der Gerechtigkeit hinaus ([https://de.wikipedia.org/wiki/Supererogation Supererogation]).<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechtigkeit#cite_note-3 [3]]</sup></p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Nach&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platons]&nbsp;Verständnis ist Gerechtigkeit eine innere Einstellung. Sie ist für ihn die herausragende&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Tugend Tugend]&nbsp;([https://de.wikipedia.org/wiki/Kardinaltugend Kardinaltugend]), der entsprechend jeder das tut, was seine Aufgabe ist, und die drei Seelenteile des Menschen (das Begehrende, das Muthafte und das Vernünftige) im richtigen Verhältnis zueinander stehen.<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechtigkeit#cite_note-1 [1]]</sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles]&nbsp;und&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_von_Aquin Thomas von Aquin]&nbsp;betonten hingegen, dass Gerechtigkeit nicht nur eine ([https://de.wikipedia.org/wiki/Charakter Charakter]-)Tugend, sondern stets in Bezug auf andere zu denken sei ([https://de.wikipedia.org/wiki/Intersubjektivit%C3%A4t Intersubjektivität]).<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechtigkeit#cite_note-2 [2]]</sup>Handlungen wie&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Wohlt%C3%A4tigkeit Wohltätigkeit],&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Barmherzigkeit Barmherzigkeit],&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Dankbarkeit Dankbarkeit]&nbsp;oder&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Karitas Karitas]&nbsp;gehen über den Bereich der Gerechtigkeit hinaus ([https://de.wikipedia.org/wiki/Supererogation Supererogation]).<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechtigkeit#cite_note-3 [3]]</sup></p>

Version vom 12. Dezember 2023, 08:44 Uhr

gerechtig + -keit | f. ‘den geltenden Rechtsnormen entsprechendes Handeln und Urteilen, Rechtsprechung, mit der Rechtspflege beauftragte Institution’, mhd. grehtikheit (1. Hälfte 12. Jh.), dann gerehtecheit, gerehtikeit ‘Rechtschaffenheit, den sittlichen Normen gemäßes Verhalten’ und (vor allem spätmhd.) ‘Rechtspflege, rechtlich begründete Befugnis, Rechtsanspruch’. Gerechtigkeit ‘rechtlich begründete Befugnis, verliehenes Recht, Privileg’ (auch im Plur. Gerechtigkeiten) als Terminus des Feudalrechts ist noch im 19. Jh. lebendig (vgl. Brau-, Fischerei-, Jagd-, Münzgerechtigkeit).

Nach Platons Verständnis ist Gerechtigkeit eine innere Einstellung. Sie ist für ihn die herausragende Tugend (Kardinaltugend), der entsprechend jeder das tut, was seine Aufgabe ist, und die drei Seelenteile des Menschen (das Begehrende, das Muthafte und das Vernünftige) im richtigen Verhältnis zueinander stehen.[1]Aristoteles und Thomas von Aquin betonten hingegen, dass Gerechtigkeit nicht nur eine (Charakter-)Tugend, sondern stets in Bezug auf andere zu denken sei (Intersubjektivität).[2]Handlungen wie Wohltätigkeit, Barmherzigkeit, Dankbarkeit oder Karitas gehen über den Bereich der Gerechtigkeit hinaus (Supererogation).[3]