Zum Inhalt springen

„Gesicht“ – Versionsunterschied

aus AufEinWort, der freien Forschung
[ungesichtete Version][ungesichtete Version]
Die Seite wurde neu angelegt: „<p>Gesicht | n. ‘Vorderseite des Kopfes, Antlitz, Miene’, ahd. ''gisiht'' f. ‘Gesicht, Anblick, Ausblick’ (8. Jh.), mhd. ''gesiht'' f. ‘das Sehen, Ansicht, Vision, Erscheinung, Gesichtssinn, Augen, Gesicht, Äußeres’ (daneben mhd. ''gesihte'' n. ‘Sehvermögen’, mnd. ''gesichte'' n. ‘Anblick, Ausblick’),</p> <!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>asächs.&nbs…“
 
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
Zeile 1: Zeile 1:
<p>Gesicht&nbsp;| n.&nbsp;‘Vorderseite des Kopfes, Antlitz, Miene’,&nbsp;ahd.&nbsp;''gisiht''&nbsp;f. ‘Gesicht, Anblick, Ausblick’ (8. Jh.),&nbsp;mhd.&nbsp;''gesiht''&nbsp;f. ‘das Sehen, Ansicht, Vision, Erscheinung, Gesichtssinn, Augen, Gesicht, Äußeres’ (daneben&nbsp;mhd.&nbsp;''gesihte''&nbsp;n. ‘Sehvermögen’,&nbsp;mnd.&nbsp;''gesichte''&nbsp;n. ‘Anblick, Ausblick’),</p>
<p>[[ge-]] + [[Sicht]] | n.&nbsp;‘Vorderseite des Kopfes, Antlitz, Miene’,&nbsp;ahd.&nbsp;''gisiht''&nbsp;f. ‘Gesicht, Anblick, Ausblick’ (8. Jh.),&nbsp;mhd.&nbsp;''gesiht''&nbsp;f. ‘das Sehen, Ansicht, Vision, Erscheinung, Gesichtssinn, Augen, Gesicht, Äußeres’ (daneben&nbsp;mhd.&nbsp;''gesihte''&nbsp;n. ‘Sehvermögen’,&nbsp;mnd.&nbsp;''gesichte''&nbsp;n. ‘Anblick, Ausblick’),</p><p>asächs.&nbsp;''gisiht'',&nbsp;mnl.&nbsp;''ghesicht(e)'',&nbsp;nl.&nbsp;''gezicht'',&nbsp;aengl.&nbsp;''gesihþ'',&nbsp;''gesiht''&nbsp;sind präfigierte Abstraktbildungen (westgerm.&nbsp;''*ga-sehti-'') zu dem unter&nbsp;''sehen'' behandelten Tw. und bezeichnen ursprünglich ‘das Sehen (des Auges), das Anblicken’, in älterer Sprache nur selten ‘den mit dem Gesichtssinn versehenen vorderen Teil des Kopfes, das Antlitz’.</p><p>Der ältere Mrz. ''Gesichte''&nbsp;gilt heute (mhd.&nbsp;Gebrauch folgend) nur für ‘Erscheinungen, Visionen’ (im 18. Jh. noch ‘Mienen, Antlitze’), dann&nbsp;''Gesichter''&nbsp;‘Antlitze’ (seit dem 17. Jh.).</p><p>Neutrales Genus setzt sich im 16. Jh. durch.&nbsp;''Gesicht''&nbsp;entwickelt sich zum allgemeinen sprachlichen Ausdruck und verweist das in älterer Zeit üblichere&nbsp;''Antlitz'' in die gehobene Sprache. Vgl. die Wendungen&nbsp;''ein langes Gesicht machen''&nbsp;‘enttäuscht sein’ (18. Jh.),&nbsp;''Gesichter schneiden'' ‘Fratzen ziehen’ (18. Jh.).&nbsp;</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>asächs.&nbsp;''gisiht'',&nbsp;mnl.&nbsp;''ghesicht(e)'',&nbsp;nl.&nbsp;''gezicht'',&nbsp;aengl.&nbsp;''gesihþ'',&nbsp;''gesiht''&nbsp;sind präfigierte Abstraktbildungen (westgerm.&nbsp;''*ga-sehti-'') zu dem unter&nbsp;''sehen'' behandelten Tw. und bezeichnen ursprünglich ‘das Sehen (des Auges), das Anblicken’, in älterer Sprache nur selten ‘den mit dem Gesichtssinn versehenen vorderen Teil des Kopfes, das Antlitz’.</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Der ältere Mrz. ''Gesichte''&nbsp;gilt heute (mhd.&nbsp;Gebrauch folgend) nur für ‘Erscheinungen, Visionen’ (im 18. Jh. noch ‘Mienen, Antlitze’), dann&nbsp;''Gesichter''&nbsp;‘Antlitze’ (seit dem 17. Jh.).</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Neutrales Genus setzt sich im 16. Jh. durch.&nbsp;''Gesicht''&nbsp;entwickelt sich zum allgemeinen sprachlichen Ausdruck und verweist das in älterer Zeit üblichere&nbsp;''Antlitz'' in die gehobene Sprache. Vgl. die Wendungen&nbsp;''ein langes Gesicht machen''&nbsp;‘enttäuscht sein’ (18. Jh.),&nbsp;''Gesichter schneiden'' ‘Fratzen ziehen’ (18. Jh.).&nbsp;</p>

Aktuelle Version vom 12. Dezember 2023, 09:05 Uhr

ge- + Sicht | n. ‘Vorderseite des Kopfes, Antlitz, Miene’, ahd. gisiht f. ‘Gesicht, Anblick, Ausblick’ (8. Jh.), mhd. gesiht f. ‘das Sehen, Ansicht, Vision, Erscheinung, Gesichtssinn, Augen, Gesicht, Äußeres’ (daneben mhd. gesihte n. ‘Sehvermögen’, mnd. gesichte n. ‘Anblick, Ausblick’),

asächs. gisiht, mnl. ghesicht(e), nl. gezicht, aengl. gesihþ, gesiht sind präfigierte Abstraktbildungen (westgerm. *ga-sehti-) zu dem unter sehen behandelten Tw. und bezeichnen ursprünglich ‘das Sehen (des Auges), das Anblicken’, in älterer Sprache nur selten ‘den mit dem Gesichtssinn versehenen vorderen Teil des Kopfes, das Antlitz’.

Der ältere Mrz. Gesichte gilt heute (mhd. Gebrauch folgend) nur für ‘Erscheinungen, Visionen’ (im 18. Jh. noch ‘Mienen, Antlitze’), dann Gesichter ‘Antlitze’ (seit dem 17. Jh.).

Neutrales Genus setzt sich im 16. Jh. durch. Gesicht entwickelt sich zum allgemeinen sprachlichen Ausdruck und verweist das in älterer Zeit üblichere Antlitz in die gehobene Sprache. Vgl. die Wendungen ein langes Gesicht machen ‘enttäuscht sein’ (18. Jh.), Gesichter schneiden ‘Fratzen ziehen’ (18. Jh.).