▷ Zweck ahd.-deu. Etwas mit
Zwecken 'anheften, beschlagen; feststecken, festmachen', vgl.
gezweckt
1)
in älterer sprache mit zwecken anheften, mit zwecken beschlagen:(da waren) mortloͤcher und gruͦben gemacht
vil spitziger stickeln gesteckt,
boͤrst und scharffen zwecken gezweckt
M. Behaim reimchron. 247;
einen triangel recht dreieckt,
vom besten gold künstlich gezweckt
G. Rollenhagen froschmeuseler (1621) E e 8ᵇ;
der liesz ihnen die sieben buszpsalmen an die wand zwecken neben seinem todesbetlin
Val. Herberger herzpostilla(1613) 1, 622; die oren sollen auch an die staupseule gezweckt werden
Chr. Weise Masaniello (1683) 343; die solen mit nägeln zwecken
Kramer 2 (1702) 1495ᶜ.
2)
auf etwas zielen, meistens intransitiv: dahin zwecken alle von doctor B. geführte argumente
T. Wagner evang. censur (1640) 23; bald hat die natur so viele künstliche triebe in das thier gelegt, die alle auf seine beschützung und erhaltung zwecken
J. G. Forster ausgew. kl. schr. (1781) 21; darauf zwecke die menschliche erziehung ab, und die göttliche reiche dahin nicht?
Lessing 13, 433
L.-M.; die menschen sollten in ihren vorstellungen gebildet seyn, dahin zweckten die sophisten
Hegel werke (1832) 14, 9.
passen, auf das ganze abgestimmt sein: wie in werken der ewigen natur, bis aufs geringste zäserchen, alles gestalt und alles zweckend zum ganzen
Göthe I 37, 147
W.; eine gewisse unbeholfenheit, die gar nicht zu meinen planen zweckt
maler Müller w. (1811) 2, 47.
bildlich:ich bin das reine glasz, das noch kein staub befleckt,
das ziel, auff welches noch kein fremder pfeil gezweckt
H. A. v. Abschatz verm. ged. 3, 126.
selten transitiv:... was zweckt die unendliche fehde
Bürger w. 1, 245 Bohtz.