„Süd“ – Versionsunterschied
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<p> | <p>[[sü]] + [[-d]] | m. (ohne Artikel, besonders in der Seemannssprache und Meteorologie) ‘Himmelsrichtung des höchsten Sonnenstandes, die vom tiefsten Sonnenstand am weitesten entfernt liegende Gegend’, (mit Artikel) ‘aus dieser Richtung wehender Wind, Südwind’. Ahd. ''sund'' m. ‘Süden’ (9. Jh.), mhd. ''sunt'' m. ‘Süden’ (erhalten in Ortsnamen wie ''Sonthofen'',''Sundgau''), (mit aus dem Nd. Nl. stammendem n-Ausfall) ''sūd'' (zuerst [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Veldeke Veldeke]), nhd. ''Sud'' und (seit 15. Jh. nl. Aussprache folgend) ''Süd'', </p><p>asächs. ''sūð'' Adv. ‘im Süden’, mnl. ''suut'' Adv. ‘im, nach Süden’, nl. ''zuid'' f. und Ustw. ‘Süden, südwärts’, aengl. ''sūþ'' Adj. Adv. ‘südlich, im, nach Süden’, engl. ''south'' Adj. Adv. und Subst. ‘südlich, südwärts, Süden’ stehen neben einem älteren Richtungsadverb, erhalten in ahd. ''sundar'' ‘südlich’ (um 800), asächs. ''sūðar'', mnd. ''sǖder'',anord. ''suðr'' ‘südlich’, das mit dem Komparationssuffix uig. ''-tero-'' (vgl. aengl. ''sūþerra'' ‘südwärts’) zu einem Stamm ger. ''*sun-'' ‘Sonne’ zu der unter ''Sonne'' genannten Wurzel uig.''*sau̯el-'', ''*s(u)u̯el-'', ''*sūl-'' bzw. ''*su̯en-'', ''*sun-'' ‘Sonne’ gebildet sein kann, so daß von einer Bedeutung ‘der Sonnenseite zugewandt’ auszugehen ist, was auch (analog zu [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Nord Nord], s. d.) als ‘rechts’, also die rechte Seite des sich gegen Osten (Sonnenaufgang) neigenden Beters, deutbar ist, ohne daß zur Begründung dieser Bedeutung eine Verwandtschaft mit den unter ''geschwind'' genannten Formen um mhd. ''swinde'', ''swint'' ‘gewaltig, stark, heftig, schnell’, also vielleicht auch ‘rechts’, angesetzt werden muß.</p><p>Zweifelhaft bleibt auch, ob eine dentale Bildung im Anschluß an griech. ''hýper'' (''ὕπερ'') ‘über, über … hinweg’, lat. ''super'' ‘(von, nach) oben’ zu ie. ''*upér(i)'' ‘über, oberhalb’ angenommen werden kann, was eine Deutung ‘oben, die Gegend, wo die Sonne oben ist’ erlauben würde.</p> | ||
Aktuelle Version vom 14. Dezember 2023, 15:42 Uhr
sü + -d | m. (ohne Artikel, besonders in der Seemannssprache und Meteorologie) ‘Himmelsrichtung des höchsten Sonnenstandes, die vom tiefsten Sonnenstand am weitesten entfernt liegende Gegend’, (mit Artikel) ‘aus dieser Richtung wehender Wind, Südwind’. Ahd. sund m. ‘Süden’ (9. Jh.), mhd. sunt m. ‘Süden’ (erhalten in Ortsnamen wie Sonthofen,Sundgau), (mit aus dem Nd. Nl. stammendem n-Ausfall) sūd (zuerst Veldeke), nhd. Sud und (seit 15. Jh. nl. Aussprache folgend) Süd,
asächs. sūð Adv. ‘im Süden’, mnl. suut Adv. ‘im, nach Süden’, nl. zuid f. und Ustw. ‘Süden, südwärts’, aengl. sūþ Adj. Adv. ‘südlich, im, nach Süden’, engl. south Adj. Adv. und Subst. ‘südlich, südwärts, Süden’ stehen neben einem älteren Richtungsadverb, erhalten in ahd. sundar ‘südlich’ (um 800), asächs. sūðar, mnd. sǖder,anord. suðr ‘südlich’, das mit dem Komparationssuffix uig. -tero- (vgl. aengl. sūþerra ‘südwärts’) zu einem Stamm ger. *sun- ‘Sonne’ zu der unter Sonne genannten Wurzel uig.*sau̯el-, *s(u)u̯el-, *sūl- bzw. *su̯en-, *sun- ‘Sonne’ gebildet sein kann, so daß von einer Bedeutung ‘der Sonnenseite zugewandt’ auszugehen ist, was auch (analog zu Nord, s. d.) als ‘rechts’, also die rechte Seite des sich gegen Osten (Sonnenaufgang) neigenden Beters, deutbar ist, ohne daß zur Begründung dieser Bedeutung eine Verwandtschaft mit den unter geschwind genannten Formen um mhd. swinde, swint ‘gewaltig, stark, heftig, schnell’, also vielleicht auch ‘rechts’, angesetzt werden muß.
Zweifelhaft bleibt auch, ob eine dentale Bildung im Anschluß an griech. hýper (ὕπερ) ‘über, über … hinweg’, lat. super ‘(von, nach) oben’ zu ie. *upér(i) ‘über, oberhalb’ angenommen werden kann, was eine Deutung ‘oben, die Gegend, wo die Sonne oben ist’ erlauben würde.