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„sieben freie Künste“ – Versionsunterschied

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[[Datei:Hortus Deliciarum, Die Philosophie mit den sieben freien Künsten-2.JPG|mini|<div class="thumbcaption">„Die Philosophie thront inmitten der Sieben Freien Künste“ – Darstellung aus dem ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Hortus_Deliciarum Hortus Deliciarum]'' der [https://de.wikipedia.org/wiki/Herrad_von_Landsberg Herrad von Landsberg](um 1180)
[[Datei:Hortus Deliciarum, Die Philosophie mit den sieben freien Künsten-2.JPG|mini|<div class="thumbcaption">„Die Philosophie thront inmitten der Sieben Freien Künste“ – Darstellung aus dem ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Hortus_Deliciarum Hortus Deliciarum]'' der [https://de.wikipedia.org/wiki/Herrad_von_Landsberg Herrad von Landsberg](um 1180)


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'''Liberal arts education''' (from [[wikipedia:Latin|Latin]] <em lang="la">[[wikt:liberalis#Latin|liberalis]]</em> "free" and <em lang="la">[[wikt:ars#Latin|ars]]</em> "art or principled practice")<sup id="cite_ref-1" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-1|[1]]]</sup> is the traditional academic program in Western higher education.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-2|[2]]]</sup> ''Liberal arts'' takes the term ''[[wikipedia:Art_(skill)|art]]''in the sense of a learned skill rather than specifically the [[wikipedia:Fine_art|fine arts]]. ''Liberal arts education'' can refer to studies in a liberal arts degree program or to a university education more generally. Such a course of study contrasts with those that are principally [[wikipedia:Vocational|vocational]], professional, or technical.
'''Liberal arts education''' (from [[wikipedia:Latin|Latin]] <em lang="la">[[wikt:liberalis#Latin|liberalis]]</em> "free" and <em lang="la">[[wikt:ars#Latin|ars]]</em> "art or principled practice")<sup id="cite_ref-1" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-1|[1]]]</sup> is the traditional academic program in Western higher education.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-2|[2]]]</sup> ''Liberal arts'' takes the term ''[[wikipedia:Art_(skill)|art]]''in the sense of a learned skill rather than specifically the [[wikipedia:Fine_art|fine arts]]. ''Liberal arts education'' can refer to studies in a liberal arts degree program or to a university education more generally. Such a course of study contrasts with those that are principally [[wikipedia:Vocational|vocational]], professional, or technical.


== <span id="Umfang_und_Gliederung">Umfang und Gliederung</span> ==
{{Weiterleitungshinweis|Sieben Künste|Für das Denkmal siehe [[Die sieben Künste]].}}
Die ''freien Künste'' waren so bezeichnet, um sie gegenüber den praktischen Künsten ([https://de.wikipedia.org/wiki/Artes_mechanicae Artes mechanicae]) als höherrangig zu bewerten. [https://de.wikipedia.org/wiki/Seneca Seneca]schreibt in seinem 88.&nbsp;Brief: ''Quare liberalia studia dicta sint vides: quia homine libero digna sunt'' („Du siehst, warum die freien Künste so genannt werden: weil sie eines freien Menschen würdig sind“). Als freier Mann galt, wer nicht zum Broterwerb arbeiten musste. Somit konnten nur solche Beschäftigungen würdig sein, die keine Verbindung mit Erwerbstätigkeit hatten.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_note-1 [1]]</sup> Man unterschied bei den freien Künsten das [https://de.wikipedia.org/wiki/Trivium Trivium] ''(Dreiweg)'' der sprachlich und logisch-argumentativ ausgerichteten Fächer, welche die Voraussetzung für jede Beschäftigung mit der (lateinischen) Wissenschaft bilden, und das weiterführende [https://de.wikipedia.org/wiki/Quadrivium Quadrivium] ''(Vierweg)'' der mathematischen Fächer.<div class="mw-body-content mw-content-ltr" dir="ltr" lang="de"><div class="mw-parser-output"><p>Zum ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Trivium Trivium]'' gehörten:</p>
[[Datei:Hortus Deliciarum, Die Philosophie mit den sieben freien Künsten.JPG|mini|„Die Philosophie thront inmitten der Sieben Freien Künste“ – Darstellung aus dem ''[[Hortus Deliciarum]]'' der [[Herrad von Landsberg]] (um 1180)]]
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Grammatik Grammatik]: Lateinische Sprachlehre und ihre Anwendung auf die Werke der klassischen Schulautoren
Die '''sieben freien Künste''' (lateinisch '''septem artes liberales'''; kurz auch '''artes liberales''', seltener auch ''studia liberalia'') sind ein in der [[Antike]] entstandener [[Bildungskanon|Kanon]] von sieben Studienfächern. Aus diesen '''freien Künsten''' bestand traditionell die einem [[Freie|freien Mann]] ziemende Bildung, ihre [[Sieben#Christentum|Siebenzahl]] ist aber erst in der [[Spätantike]] bezeugt. Im [[mittelalter]]lichen Lehrwesen galten sie als Vorbereitung auf das [[Mittelalterliche Universität|Studium]] an den [[Fakultät (Hochschule)|Fakultäten]] für [[Theologie]], [[Rechtswissenschaft|Jurisprudenz]] und [[Medizin]].
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Rhetorik Rhetorik]: Redeteile und Stillehre, ebenfalls mit Beispielen aus den Schulautoren
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Dialektik Dialektik] bzw. [https://de.wikipedia.org/wiki/Logik Logik]: Schlüsse und Beweise auf der Grundlage des [https://de.wikipedia.org/wiki/Organon_(Aristoteles) Organons]
<p>Zum ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Quadrivium Quadrivium]'' gehörten:</p>
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Arithmetik Arithmetik]: Zahlentheorie (Zahlbegriff, Zahlenarten, Zahlenverhältnisse) und z.&nbsp;T. auch praktisches Rechnen
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Geometrie Geometrie]: [https://de.wikipedia.org/wiki/Euklidische_Geometrie euklidische Geometrie], Geographie, [https://de.wikipedia.org/wiki/Landesvermessung Agrimensur]
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Musik Musik]: Musiktheorie und Tonarten unter anderem als Grundlage der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenmusik Kirchenmusik]
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Astronomie Astronomie]: Lehre von den Sphären, den Himmelskörpern und ihren Bewegungen, unter Einschluss der [https://de.wikipedia.org/wiki/Astrologie Astrologie] (Auswirkungen auf die sublunare Sphäre und den Menschen). Bis in das 18.&nbsp;Jahrhundert bildeten Astrologie und Astronomie ein Gebiet, das beide Bezeichnungen tragen konnte. Innerhalb des Gebietes wurde wiederum zwischen beiden Teilgebieten unterschieden.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_note-2 [2]]</sup>
<div class="thumb tright"></div>[[Datei:Tuebinger Hausbuch Freie Kuenste.jpg|mini|Seite aus dem [https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCbinger_Hausbuch Tübinger Hausbuch]aus der Mitte des 15.&nbsp;Jahrhunderts. Von links nach rechts die sieben freien Künste mit der Zuordnung zu den sieben [https://de.wikipedia.org/wiki/Wandelgestirne Wandelgestirnen], den sieben [https://de.wikipedia.org/wiki/Wochentag Wochentagen] und den sieben [https://de.wikipedia.org/wiki/Planetenmetalle Planetenmetallen]:


'''Geometrie''': Saturn – Samstag – Blei
== Umfang und Gliederung ==
Die ''freien Künste'' waren so bezeichnet, um sie gegenüber den praktischen Künsten ([[Artes mechanicae]]) als höherrangig zu bewerten. [[Seneca]] schreibt in seinem 88.&nbsp;Brief: ''Quare liberalia studia dicta sint vides: quia homine libero digna sunt'' („Du siehst, warum die freien Künste so genannt werden: weil sie eines freien Menschen würdig sind“). Als freier Mann galt, wer nicht zum Broterwerb arbeiten musste. Somit konnten nur solche Beschäftigungen würdig sein, die keine Verbindung mit Erwerbstätigkeit hatten.<ref>Paul Michel: ''Ignorantia exilium hominis.'' In: Martin H. Graf und Christian Moser (Hrsg.): ''Strenarum lanx. Beiträge zur Philologie und Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit.'' Festgabe für Peter Stotz zum 40-jährigen Jubiläum des Mittellateinischen Seminars der Universität Zürich, Zug 2003.</ref> Man unterschied bei den freien Künsten das [[Trivium]] ''(Dreiweg)'' der sprachlich und logisch-argumentativ ausgerichteten Fächer, welche die Voraussetzung für jede Beschäftigung mit der (lateinischen) Wissenschaft bilden, und das weiterführende [[Quadrivium]] ''(Vierweg)'' der mathematischen Fächer.


'''Logik''' (anstatt der Dialektik): Jupiter – Donnerstag – Zinn
Zum ''[[Trivium]]'' gehörten:
# [[Grammatik]]: Lateinische Sprachlehre und ihre Anwendung auf die Werke der klassischen Schulautoren
# [[Rhetorik]]: Redeteile und Stillehre, ebenfalls mit Beispielen aus den Schulautoren
# [[Dialektik]] bzw. [[Logik]]: Schlüsse und Beweise auf der Grundlage des [[Organon (Aristoteles)|Organons]]


'''Arithmetik''' (''ars metrica''): Mars – Dienstag – Eisen
Zum ''[[Quadrivium]]'' gehörten:
# [[Arithmetik]]: Zahlentheorie (Zahlbegriff, Zahlenarten, Zahlenverhältnisse) und z.&nbsp;T. auch praktisches Rechnen
# [[Geometrie]]: [[euklidische Geometrie]], Geographie, [[Landesvermessung|Agrimensur]]
# [[Musik]]: Musiktheorie und Tonarten unter anderem als Grundlage der [[Kirchenmusik]]
# [[Astronomie]]: Lehre von den Sphären, den Himmelskörpern und ihren Bewegungen, unter Einschluss der [[Astrologie]] (Auswirkungen auf die sublunare Sphäre und den Menschen). Bis in das 18.&nbsp;Jahrhundert bildeten Astrologie und Astronomie ein Gebiet, das beide Bezeichnungen tragen konnte. Innerhalb des Gebietes wurde wiederum zwischen beiden Teilgebieten unterschieden.<ref>Sybille Paulus, 2005: Wissenschaftliche Textsorten in der italienischen Renaissance: der Sprachwechsel aus dem Lateinischen in der astronomischen, meteorologischen und kosmologischen Literatur. Band 131 von Script Oralia. Gunter Narr Verlag. ISBN 3-8233-6165-1, ISBN 978-3-8233-6165-7. 434 Seiten. S. 51.</ref>


'''Grammatik''': Sonne – Sonntag – Gold
[[Datei:Tuebinger Hausbuch Freie Kuenste.jpg|mini|Seite aus dem [[Tübinger Hausbuch]] aus der Mitte des 15.&nbsp;Jahrhunderts. Von links nach rechts die sieben freien Künste mit der Zuordnung zu den sieben [[Wandelgestirne]]n, den sieben [[Wochentag]]en und den sieben [[Planetenmetalle]]n:<br />'''Geometrie''': Saturn – Samstag – Blei<br />'''Logik''' (anstatt der Dialektik): Jupiter – Donnerstag – Zinn<br />'''Arithmetik''' (''ars metrica''): Mars – Dienstag – Eisen<br />'''Grammatik''': Sonne – Sonntag – Gold<br />'''Musik''': Venus – Freitag – Kupfer<br />'''Physik''' (anstatt der Astronomie): Merkur – Mittwoch – Quecksilber<br />'''Rhetorik''': Mond – Montag – Silber]]


'''Musik''': Venus – Freitag – Kupfer
Der im 5. Jahrhundert lebende römische Schriftsteller [[Martianus Capella]] verfasste ''[[De nuptiis Philologiae et Mercurii]]'', das als Lehrbuch der sieben Künste dienen sollte. In dieser Tradition wurden die sieben Künste personifiziert in Form von weiblichen [[Allegorie]]n und häufig mit folgenden Attributen dargestellt:
* Grammatik&nbsp;– [[Birkenrute|Rute]]
* Rhetorik&nbsp;– [[Schreibtafel|Tafel]] und [[Griffel]]; oder auch [[Lorbeerkranz]]
* Dialektik&nbsp;– [[Schlangen|Schlange]] oder [[Hunde]]kopf
* Arithmetik&nbsp;– [[Rechnen auf Linien|Rechenbrett]]
* Geometrie&nbsp;– [[Zirkel]], Staubtafel oder Dreieckslineal
* Musik&nbsp;– [[Musikinstrument]]
* Astronomie&nbsp;– [[Astrolabium]]


'''Physik''' (anstatt der Astronomie): Merkur – Mittwoch – Quecksilber
Eine Sonderstellung nahm eine im 8./9. Jahrhundert publizierte, unter anderem von [[Alkuin]] und [[Hrabanus Maurus]] zur „Physica“ erweiterte Aufteilung des Quadriviums in die sieben Künste Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie, Astrologie, Mechanik und Medizin ein.<ref>Hans H. Lauer: ''Klostermedizin.'' In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): ''Enzyklopädie Medizingeschichte.'' De Gruyter, Berlin 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 758–764, hier: S. 760.</ref>


'''Rhetorik''': Mond – Montag – Silber]]<p>Der im 5. Jahrhundert lebende römische Schriftsteller [https://de.wikipedia.org/wiki/Martianus_Capella Martianus Capella] verfasste ''[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=De_nuptiis_Philologiae_et_Mercurii&action=edit&redlink=1 De nuptiis Philologiae et Mercurii]'', das als Lehrbuch der sieben Künste dienen sollte. In dieser Tradition wurden die sieben Künste personifiziert in Form von weiblichen [https://de.wikipedia.org/wiki/Allegorie Allegorien] und häufig mit folgenden Attributen dargestellt:</p>
Für die einzelnen Disziplinen existiert ein Merkvers in [[Hexameter]]n:
*Grammatik&nbsp;– [https://de.wikipedia.org/wiki/Birkenrute Rute]
<poem style="margin-left:2em;">
*Rhetorik&nbsp;– [https://de.wikipedia.org/wiki/Schreibtafel Tafel] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Griffel Griffel]; oder auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Lorbeerkranz Lorbeerkranz]
[[Liste lateinischer Phrasen/G#Gram loquitur|Gram loquitur, Dia vera docet, Rhe verba colorat,
*Dialektik&nbsp;– [https://de.wikipedia.org/wiki/Schlangen Schlange] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Hunde Hundekopf]
Mus canit, Ar numerat, Geo ponderat, As docet astra.]]
*Arithmetik&nbsp;– [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechnen_auf_Linien Rechenbrett] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechenseil Rechenseil]
</poem>
*Geometrie&nbsp;– [https://de.wikipedia.org/wiki/Zirkel Zirkel], Staubtafel oder Dreieckslineal
Übersetzung (mit Auflösung der Abkürzungen):
*Musik&nbsp;– [https://de.wikipedia.org/wiki/Musikinstrument Musikinstrument]
<poem style="margin-left:2em;">
*Astronomie&nbsp;– [https://de.wikipedia.org/wiki/Astrolabium Astrolabium]
{{"|Die Grammatik redet, die Dialektik lehrt das Wahre, die Rhetorik färbt die Worte,
<p>Eine Sonderstellung nahm eine im 8./9. Jahrhundert publizierte, unter anderem von [https://de.wikipedia.org/wiki/Alkuin Alkuin] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Hrabanus_Maurus Hrabanus Maurus] zur „Physica“ erweiterte Aufteilung des Quadriviums in die sieben Künste Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie, Astrologie, Mechanik und Medizin ein.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_note-3 [3]]</sup></p><p>Für die einzelnen Disziplinen existiert ein Merkvers in [https://de.wikipedia.org/wiki/Hexameter Hexametern]:</p><div class="poem"><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_lateinischer_Phrasen/G#Gram_loquitur Gram loquitur, Dia vera docet, Rhe verba colorat,<br>Mus canit, Ar numerat, Geo ponderat, As docet astra.]</p></div>
die Musik singt, die Arithmetik zählt, die Geometrie misst, die Astronomie lehrt die Gestirne.}}
== <span id="Geschichte">Geschichte</span> ==
</poem>
=== <span id="Antike">Antike</span> ===
<p>Before they became known by their Latin variations (<em lang="la" title="Latin-language text">artes liberales</em>, <em lang="la" title="Latin-language text">septem artes liberales</em>, <em lang="la" title="Latin-language text">studia liberalia</em>),<sup id="cite_ref-3" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-3|[3]]]</sup> the '''liberal arts''' were the continuation of [[wikipedia:Ancient_Greece|Ancient Greek]] methods of enquiry that began with a "desire for a universal understanding."<sup id="cite_ref-4" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-4|[4]]]</sup> [[wikipedia:Pythagoras|Pythagoras]] argued that there was a mathematical and geometrical harmony to the cosmos or the universe; his followers linked the four arts of [[wikipedia:Astronomy|astronomy]], [[wikipedia:Mathematics|mathematics]], [[wikipedia:Geometry|geometry]], and [[wikipedia:Music|music]] into one area of study to form the "disciplines of the [[wikipedia:Mediaeval|mediaeval]][[wikipedia:Quadrivium|quadrivium]]".<sup id="cite_ref-5" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-5|[5]]]</sup> In 4th-century Athens, the government of the [[wikipedia:Polis|polis]], or city-state, respected the ability of [[wikipedia:Rhetoric|rhetoric]] or public speaking above almost everything else.<sup id="cite_ref-6" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-6|[6]]]</sup> Eventually [[wikipedia:Rhetoric|rhetoric]], [[wikipedia:Grammar|grammar]], and [[wikipedia:Dialectic|dialectic]]([[wikipedia:Logic|logic]]) became the educational programme of the [[wikipedia:Trivium|trivium]]. Together they came to be known as the '''seven liberal arts'''.<sup id="cite_ref-7" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-7|[7]]]</sup> Originally these subjects or skills were held by [[wikipedia:Classical_antiquity|classical antiquity]] to be essential for a free person (<em lang="la" title="Latin-language text">liberalis</em>, "worthy of a free person")<sup id="cite_ref-8" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-8|[8]]]</sup> to acquire in order to take an active part in civic life, something that included among other things participating in public debate, defending oneself in court, serving on juries, and participating in military service. While the arts of the quadrivium might have appeared prior to the arts of the trivium, by the middle ages educational programmes taught the trivium ([[wikipedia:Grammar|grammar]], [[wikipedia:Logic|logic]], and [[wikipedia:Rhetoric|rhetoric]]) first while the quadrivium ([[wikipedia:Arithmetic|arithmetic]], [[wikipedia:Geometry|geometry]], [[wikipedia:Music|music]], [[wikipedia:Astronomy|astronomy]]) were the following stage of education.<sup id="cite_ref-9" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-9|[9]]]</sup></p>[[Datei:Maerten de Vos - Allegory of the liberal arts-2.jpg|mini|''Allegory of the seven liberal arts,''[[wikipedia:The_Phoebus_Foundation|The Phoebus Foundation]]]]<p>Rooted in the basic curriculum – the <em lang="grc-Latn" title="Ancient Greek (to 1453)-language romanization">enkuklios paideia</em> or "well-rounded education" – of late [[wikipedia:Classical_Greece|Classical]] and [[wikipedia:Hellenistic_Greece|Hellenistic Greece]], the "liberal arts" or "liberal pursuits" (Latin <em lang="la" title="Latin-language text">liberalia studia</em>) were already so called in formal education during the [[wikipedia:Roman_Empire|Roman Empire]]. The first recorded use of the term "liberal arts" (<em lang="la" title="Latin-language text">artes liberales</em>) occurs in <em lang="la" title="Latin-language text">[[wikipedia:De_Inventione|De Inventione]]</em> by [[wikipedia:Marcus_Tullius_Cicero|Marcus Tullius Cicero]], but it is unclear if he created the term.<sup id="cite_ref-10" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-10|[10]]]</sup><sup id="cite_ref-11" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-11|[11]]]</sup>[[wikipedia:Seneca_the_Younger|Seneca the Younger]] discusses liberal arts in education from a critical [[wikipedia:Stoicism|Stoic]] point of view in ''[[wikipedia:Moral_Epistles|Moral Epistles]]''.<sup id="cite_ref-12" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-12|[12]]]</sup> The exact classification of the liberal arts varied however in Roman times,<sup id="cite_ref-H._Lausberg,_1998_p._10_13-0" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-H._Lausberg,_1998_p._10-13|[13]]]</sup> and it was only after [[wikipedia:Martianus_Capella|Martianus Capella]] in the 5th century AD influentially brought the seven liberal arts as bridesmaids to the ''[[wikipedia:De_nuptiis|Marriage of Mercury and Philology]]'',<sup id="cite_ref-14" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-14|[14]]]</sup> that they took on canonical form.<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (January 2021)">citation needed</span>]]'']</sup></p><p>The four "scientific" <em lang="la" title="Latin-language text">artes</em>—music, arithmetic, geometry, and astronomy—were known from the time of [[wikipedia:Boethius|Boethius]] onwards as the ''[[wikipedia:Quadrivium|quadrivium]]''. After the 9th century, the remaining three arts of the "[[wikipedia:Humanities|humanities]]"—grammar, logic, and rhetoric—‚were grouped as the [[wikipedia:Trivium_(education)|''trivium'']].<sup id="cite_ref-H._Lausberg,_1998_p._10_13-1" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-H._Lausberg,_1998_p._10-13|[13]]]</sup> It was in that two-fold form that the seven liberal arts were studied in the [[wikipedia:Medieval_university|medieval Western university]].<sup id="cite_ref-15" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-15|[15]]]</sup><sup id="cite_ref-Wagner1983_16-0" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-Wagner1983-16|[16]]]</sup> During the [[wikipedia:Middle_Ages|Middle Ages]], logic gradually came to take predominance over the other parts of the ''trivium''.<sup id="cite_ref-17" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-17|[17]]]</sup></p><p>In the 12th century the iconic image – <em lang="la" title="Latin-language text">Philosophia et septem artes liberales</em> (Philosophy and seven liberal arts) ''–'' was produced by an Alsatian nun and abbess Herrad of Landsberg with her community of women as part of the <em lang="la" title="Latin-language text">Hortus deliciarum</em>.<sup id="cite_ref-18" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-18|[18]]]</sup> Their encyclopedia compiled ideas drawn from philosophy, theology, literature, music, arts, and sciences and was intended as a teaching tool for women of the abbey.<sup id="cite_ref-19" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-19|[19]]]</sup> Compiled between 1167 and 1185 it contained humanity's most significant ideas. The image ''Philosophy and seven liberal arts'' represents the circle of philosophy, and is presented as a rosette of a cathedral: a central circle and a series of semicircles arranged all around. It shows learning and knowledge organised into seven relations, the <em lang="la" title="Latin-language text">Septem Artes Liberales</em> or Seven Liberal Arts. Each of these arts find their source in the Greek φιλοσοφία, philosophia, literally “love of wisdom”.<sup id="cite_ref-20" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-20|[20]]]</sup> St. Albert the Great, a doctor of the Catholic Church, asserted that the seven liberal arts were referred to in Sacred Scripture, saying: "It is written, 'Wisdom hath built herself a house, she hath hewn her out seven pillars' (Proverbs 9:1). This house is the Blessed Virgin; the seven pillars are the seven liberal arts."<sup id="cite_ref-21" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-21|[21]]]</sup></p>[[Datei:Gherardo di giovannid el fora, musica, in marziano capella de nuptiis philologiae et mercurii, ms. urb lat 329 f 149v bibl ap vat-2.jpg|mini|225x225px|Page, with illustration of Music, from ''[[wikipedia:De_nuptiis|Marriage of Mercury and Philology]]'']]<p>In the [[wikipedia:Renaissance|Renaissance]], the Italian humanists and their Northern counterparts, despite in many respects continuing the traditions of the Middle Ages, reversed that process.<sup id="cite_ref-22" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-22|[22]]]</sup> Re-christening the old trivium with a new and more ambitious name: <em lang="la" title="Latin-language text">[[wikipedia:Humanitas|Studia humanitatis]]</em>, and also increasing its scope, they downplayed logic as opposed to the traditional Latin grammar and rhetoric, and added to them history, Greek, and moral philosophy (ethics), with a new emphasis on poetry as well.<sup id="cite_ref-23" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-23|[23]]]</sup> The [[wikipedia:Humanities|educational curriculum of humanism]] spread throughout Europe during the sixteenth century and became the educational foundation for the schooling of European elites, the functionaries of political administration, the clergy of the various legally recognized churches, and the learned professions of law and medicine.<sup id="cite_ref-24" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-24|[24]]]</sup> The ideal of a liberal arts, or humanistic education grounded in [[wikipedia:Classics|classical languages and literature]], persisted in Europe until the middle of the twentieth century; in the United States, it had come under increasingly successful attack in the late 19th century by academics interested in reshaping American higher education around the natural and social scien</p><p>ces.<sup id="cite_ref-25" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-25|[25]]]</sup><sup id="cite_ref-26" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-26|[26]]]</sup></p><p>Similarly, [[wikipedia:Wilhelm_von_Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]'s [[wikipedia:Humboldtian_model_of_higher_education|educational model]] in [[wikipedia:Prussia|Prussia]] (now Germany), which later became the role model for higher education also in North America, went beyond vocational training. In a letter to the Prussian king, he wrote:</p><blockquote class="templatequote"><p>There are undeniably certain kinds of knowledge that must be of a general nature and, more importantly, a certain cultivation of the mind and character that nobody can afford to be without. People obviously cannot be good craftworkers, merchants, soldiers or businessmen unless, regardless of their occupation, they are good, upstanding and – according to their condition – well-informed human beings and citizens. If this basis is laid through schooling, vocational skills are easily acquired later on, and a person is always free to move from one occupation to another, as so often happens in life.<sup id="cite_ref-27" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-27|[27]]]</sup></p></blockquote><p>The philosopher [[wikipedia:Julian_Nida-Rümelin|Julian Nida-Rümelin]] has criticized discrepancies between Humboldt's ideals and the contemporary European education policy, which narrowly understands education as a preparation for the labor market, arguing that we need to decide between "[[wikipedia:McKinsey_&_Company|McKinsey]] and Humboldt".<sup id="cite_ref-28" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-28|[28]]]</sup></p><p>Die griechische Tradition bildete noch keinen [https://de.wikipedia.org/wiki/Bildungskanon Kanon] der freien Künste heraus. Die vier mathematischen Fächer wurden jedoch bereits von [https://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platon] in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Politeia Politeia] im Zusammenhang mit der Ausbildung des idealen Staatsmannes nächst der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie Philosophie] als diejenigen Lehrgegenstände angeführt, die zur Vernunfterkenntnis führen, wobei sich Platon seinerseits bereits auf die [https://de.wikipedia.org/wiki/Pythagoräer Pythagoräer]bezieht. [https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles] unterscheidet drei eines freien Mannes würdige Lebensweisen (<span lang="grc-Grek" class="Grek">βίοι</span> ''bíoi''), die sich alle im Bereich des [https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6nheit Schönen] abspielen: (a) im Genuss und Verzehr des körperlich Schönen; (b) im Ausüben schöner Taten innerhalb der Polis (<span lang="grc-Grek" class="Grek">βίος πολιτικός</span> ''bíos politikós''); (c) im Erforschen und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kontemplation Schauen] schöngeistiger Dinge (<span lang="grc-Grek" class="Grek">βίος θεωρητικός</span> ''bíos theoretikós'').<sup id="cite_ref-VAC_4-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_note-VAC-4 [4]]</sup> Selbst der ''bíos theoretikós'' hatte einen politischen Hintergrund, da es die „Polis“ war, die hier wirksam und bestimmend war. „Theoros“ hieß der Vertreter, den griechische Städte zu den öffentlichen Festspielen entsandten.<sup id="cite_ref-EUI_5-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_note-EUI-5 [5]]</sup></p><p>Die freien Künste (''artes liberales''), entstammend der ''enkyklios paideia'' der Sophisten, erfuhren eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Enzyklop%C3%A4die enzyklopädische] Behandlung erstmals in den ''Disciplinae'' des römischen Gelehrten [https://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Terentius_Varro Varro] im 1.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr. Bei Varro kommt aber ebenso wie bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Tullius_Cicero Cicero] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Vitruv Vitruv] die Siebenzahl noch nicht vor, vielmehr behandelt er im 8.&nbsp;und 9.&nbsp;Buch auch Medizin und Architektur.</p><p>In den [https://de.wikipedia.org/wiki/Hellenismus hellenistischen] Gymnasien wurden die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer nicht unterrichtet, und auch im städtischen Unterrichtswesen der [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6mische_Kaiserzeit römischen Kaiserzeit] gehörten sie nicht zum Lehrstoff. Außerberuflicher Unterricht in diesen Fächern wurde nur in Philosophenschulen angeboten und war daher nur einem kleinen Prozentsatz der Bevölkerung zugänglich. Als fester Kanon von sieben Fächern sind die freien Künste erst in der Spätantike (bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Augustinus Augustinus] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Martianus_Capella Martianus Capella]) bezeugt. Für diese Autoren bestand der Zweck des Wissenserwerbs in den sieben Fächern nicht in schulischer Allgemeinbildung; vielmehr war die Zielrichtung eine philosophische bzw. religiöse Vorbereitung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Seele Seele] auf den Aufstieg in die [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligibel intelligible] Welt nach der Lehre des [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuplatonismus Neuplatonismus] bzw. in den Bereich der göttlichen Dinge im christlichen Sinne.<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_note-6 [6]]</sup> Martianus Capella hebt ausdrücklich hervor, dass Medizin und Architektur nicht zum Kanon gehören. Auch Isidor von Sevilla erklärt in seinen Etymologien, dass die Medizin nicht zu den freien Künsten gehöre, da sie als ''secunda philosphia'' deren Studium für den Arzt voraussetze.<sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_note-7 [7]]</sup></p>
=== <span id="Mittelalter">Mittelalter</span> ===
<p>Dem Mittelalter wurden die sieben freien Künste in enzyklopädischer Form vor allem durch Martianus Capella vermittelt, in dessen Lehrgedicht ''Von der Hochzeit Merkurs und der Philologie'' diese Künste als Brautjungfern auftreten und ihr Lehrwissen als Hochzeitsgaben ausbreiten, sowie durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Flavius_Magnus_Aurelius_Cassiodurus Cassiodor] und durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Isidor_von_Sevilla Isidors] Einarbeitung des Lehrstoffs in seine [https://de.wikipedia.org/wiki/Etymologiae Etymologiae]. Hinzu kamen in einzelnen Fächern als grundlegende Lehrwerke der Antike etwa für die Grammatik die ''Ars minor'' und ''Ars maior'' des [https://de.wikipedia.org/wiki/Aelius_Donatus Donatus], für die Rhetorik die (fälschlicherweise) Cicero zugeschriebene ''Rhetorica ad Herennium,'' für die Arithmetik und Musik die beiden ''Institutiones'' von [https://de.wikipedia.org/wiki/Bo%C3%ABthius Boëthius] und für die Dialektik dessen Übersetzungen und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kommentar_(Literaturwissenschaft) Kommentare] zu Schriften aus dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles aristotelischen] Organon.</p><p>Der Unterricht in den ''Artes liberales'' stand als ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Prop%C3%A4deutikum Propädeutikum] zwischen dem Elementarunterricht (Lesen und Schreiben mit elementaren Lateinkenntnissen, Rechnen, Singen) und den eigentlichen wissenschaftlichen Studien, bei denen im Frühmittelalter die Theologie den ersten Rang hatte. Den Stoff der ''Artes'' oder Teile davon vermittelten zunächst die Kloster-, Dom- und Kathedralschulen sowie städtische Bildungseinrichtungen und freie Magister. Mit der Entstehung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Universit%C3%A4t Universitäten] wurde die [https://de.wikipedia.org/wiki/Artistenfakult%C3%A4t Artistenfakultät] ''(Facultas Artium)'' als eine der vier Fakultäten (zusammen mit Theologie, Recht, Medizin) in das [https://de.wikipedia.org/wiki/Studium_Generale Studium Generale] integriert und wurde damit zur Vorläuferin der Philosophischen Fakultät, unter deren Namen sie zum Teil schon seit dem 15.&nbsp;Jahrhundert weitergeführt wurde.</p><p>Bereits im Lehrbetrieb der [https://de.wikipedia.org/wiki/Scholastik scholastischen] Artistenfakultäten veränderte sich der Lehrstoff der ''Artes liberales'' erheblich und nahm vor dem Hintergrund neuer Übersetzungen der Schriften des Aristoteles und seiner arabischen Kommentatoren vor allem philosophische Inhalte auf. Rhetorik und Musik traten in den Hintergrund, desgleichen Grammatik, sofern sie nicht im Rahmen der Beschäftigung mit den ''modi significandi'' als eine Art Sprachlogik weitergeführt wurde, während die Dialektik an Bedeutung gewann und die im weitesten Sinn naturwissenschaftlichen ''Artes'' zu einem Studium in theoretischer (Physik, Metaphysik) und praktischer (Ethik, Ökonomie, Politik) [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie Philosophie]ausgebaut wurden.</p><p>Das Studium an der Artistenfakultät blieb Vorbedingung für das Studium an den anderen drei Fakultäten. Als [https://de.wikipedia.org/wiki/Akademischer_Grad akademische Grade] vergab die Artistenfakultät nach einem Zwischenexamen den Titel des ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Bachelor Baccalaureus Artium]'' und –&nbsp;sofern der Baccalaureus nicht an einer der anderen Fakultäten sein eigentliches Studium aufnahm&nbsp;– nach erneutem Examen den Abschluss des ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Magister_artium Magister artium].'' Die Lehrerlaubnis ''(licentia docendi)'' in den Artes liberales war mit Einschränkung zum Teil schon im Rahmen des Bakkalaureats zu erwerben, die volle Lehrbefähigung aber erst mit dem Magister artium, an dessen Stelle dann seit dem 15.&nbsp;Jahrhundert, im Zuge der allgemeinen Ablösung des Magisters durch den Doktor, der Titel des ''Doctor philosophiae'' trat.</p>
=== <span id="Renaissance">Renaissance</span> ===
[[Datei:Laurent de La Hyre - Allegorical Figure of Grammar - WGA12311.jpg|mini|''Die Grammatik'', [https://de.wikipedia.org/wiki/Allegorie allegorisch]dargestellt als Gärtnerin, Gemälde von [https://de.wikipedia.org/wiki/Laurent_de_La_Hyre Laurent de La Hyre] (1650)]]<p>Unter dem Leitbegriff der [https://de.wikipedia.org/wiki/Studia_humanitatis Studia humanitatis], der nicht an einen bestimmten antiken Fächerkanon, sondern an die Formulierung allgemeiner klassischer Bildungsziele bei Cicero anknüpfte, erfuhren die Artes<sup id="cite_ref-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_note-8 [8]]</sup> im [https://de.wikipedia.org/wiki/Renaissance-Humanismus Humanismus] des 15.&nbsp;und 16.&nbsp;Jahrhunderts nochmals eine Neubewertung, die nicht nur das Artes-Studium an der Universität, sondern auch die vor- und außeruniversitären Bildungsbestrebungen in Schule und Privatunterricht betraf. Hierbei wurden einerseits die Fächer des Triviums durch das Studium eines teilweise neuen Kanons klassischer, nun nach Möglichkeit auch griechischer Musterautoren mit Schwerpunkt auf dem Bereich der Dichtung, andererseits in der Philosophie die praktische gegenüber der theoretischen Philosophie, und außerdem das Studium der Geschichte in den Vordergrund gestellt. [https://de.wikipedia.org/wiki/Gymnastik Leibesübungen] (''exercitia''), [https://de.wikipedia.org/wiki/Reiten Reiten], [https://de.wikipedia.org/wiki/Fechten Fechten] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Tanzen Tanzen] galten als ''artes illiberales''.<sup id="cite_ref-9" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_note-9 [9]]</sup></p>
== <span id="Modern_usage">Modern usage</span> ==
<p>The modern use of the term ''liberal arts'' consists of four areas: the natural sciences, social sciences, arts, and [[wikipedia:Humanities|humanities]]. Academic areas that are associated with the term liberal arts include:</p>
*[[wikipedia:Life_sciences|Life sciences]] ([[wikipedia:Biology|biology]], [[wikipedia:Ecology|ecology]], [[wikipedia:Neuroscience|neuroscience]])
*[[wikipedia:Physical_science|Physical science]] ([[wikipedia:Physics|physics]], [[wikipedia:Astronomy|astronomy]], [[wikipedia:Chemistry|chemistry]], [[wikipedia:Physical_geography|physical geography]])
*[[wikipedia:Logic|Logic]], [[wikipedia:Mathematics|mathematics]], [[wikipedia:Statistics|statistics]], [[wikipedia:Computer_science|computer science]]
*[[wikipedia:Philosophy|Philosophy]]
*[[wikipedia:History|History]]
*[[wikipedia:Social_science|Social science]] ([[wikipedia:Anthropology|anthropology]], [[wikipedia:Economics|economics]], [[wikipedia:Human_geography|human geography]], [[wikipedia:Linguistics|linguistics]], [[wikipedia:Political_science|political science]], [[wikipedia:Jurisprudence|jurisprudence]], [[wikipedia:Psychology|psychology]], and [[wikipedia:Sociology|sociology]])
*Creative arts ([[wikipedia:Fine_arts|fine arts]], [[wikipedia:Music_education|music]], performing arts, literature)
<p>For example, the core courses for Georgetown University's [[wikipedia:Doctor_of_Liberal_Studies|Doctor of Liberal Studies]] program<sup id="cite_ref-29" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-29|[29]]]</sup>cover philosophy, theology, history, art, literature, and the social sciences. [[wikipedia:Wesleyan_University|Wesleyan University]]'s [[wikipedia:Master_of_Arts_in_Liberal_Studies|Master of Arts in Liberal Studies]] program includes courses in visual arts, art history, [[wikipedia:Creative_writing|creative]] and professional writing, literature, history, mathematics, film, government, education, biology, psychology, and astronomy.<sup id="cite_ref-30" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-30|[30]]]</sup></p>
== <span id="Secondary_school">Secondary school</span> ==
<p>Liberal arts education at the secondary school level prepares students for higher education at a university.<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (January 2021)">citation needed</span>]]'']</sup></p><p>Curricula differ from school to school, but generally include [[wikipedia:Language|language]], [[wikipedia:Chemistry|chemistry]], [[wikipedia:Biology|biology]], [[wikipedia:Geography|geography]], [[wikipedia:Arts|art]], music, history, philosophy, [[wikipedia:Civics|civics]], [[wikipedia:Social_science|social sciences]], and foreign languages.<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (January 2021)">citation needed</span>]]'']</sup></p>
== <span id="Liberal_Arts_in_den_USA"><span id="Liberal_Arts"></span>''Liberal Arts'' in den USA</span> ==
<p>Als ''liberal arts'' bezeichnet man im amerikanischen Hochschulwesen Studiengänge, die der Allgemeinbildung und der Ausbildung grundlegender intellektueller Fähigkeiten und der Ausdrucksfähigkeit dienen sollen. Sie grenzen sich damit gegen die berufsvorbereitende oder wissenschaftlich spezialisierte Ausbildung programmatisch ab bzw. sind ihr vorgelagert. Die ''liberal arts studies'' gehören zu den [https://de.wikipedia.org/wiki/Undergraduate undergraduate studies] und werden an eigenen, meist privaten ''liberal arts colleges'' studiert. Colleges dieses Typs legen oft besonderen Wert auf individuelle Betreuung der Studierenden, kleine Klassengrößen und teamorientiertes Lernen. Die Lehrpläne variieren, umfassen aber typischerweise ein breites Spektrum von Themen aus den Gebieten der Mathematik und Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften, Literatur und Sprache sowie [https://de.wikipedia.org/wiki/Kreatives_Schreiben Kreatives Schreiben], Kunst und Musik. Das Studium dauert in der Regel vier Jahre und kann mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Bachelor Bachelor]abgeschlossen werden, um anschließend gegebenenfalls an einer ''professional school'' oder ''graduate school'' durch ein Zweitstudium in einem spezialisierteren Fach wie Jura, Medizin, oder Betriebswirtschaft fortgesetzt zu werden. Einige wenige ''liberal arts colleges'' bieten auch eigene ''graduate studies'' an.</p><p>Die spezifisch auf Allgemeinbildung ausgerichtete Mission der ''liberal arts colleges'' war seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges&nbsp;– bedingt durch den Ausbildungsbedarf heimkehrender Kriegsteilnehmer und die zunehmende technische und informationstechnologische Spezialisierung der Arbeitswelt&nbsp;– immer wieder dem Anpassungsdruck besonderer Nachfrage nach einer mehr berufspraktisch und an den Bedürfnissen des je aktuellen Arbeitsmarktes ausgerichteten Ausbildung ausgesetzt. Nach einer Studie von&nbsp;1998 hatten nur 3&nbsp;% aller College-Absolventen in den USA einen Abschluss an einem ''liberal arts college'' erworben, im weiteren Ausbildungs- und Berufsleben dann jedoch einen überproportionalen Anteil an den wirtschaftlichen und politischen Führungskräften (8&nbsp;% der [https://de.wikipedia.org/wiki/Forbes-Liste Forbes-Liste], 19&nbsp;% der US-Präsidenten), [https://de.wikipedia.org/wiki/Pulitzer-Preis Pulitzer-Preisträgern] (zwischen 6&nbsp;% und 23&nbsp;%), [https://de.wikipedia.org/wiki/Fulbright-Programm Fulbright-Stipendiaten] (9&nbsp;%) und den [https://de.wikipedia.org/wiki/Promotion_(Doktor) Promovierten] wissenschaftlicher Studiengänge erreicht.</p>
== <span id="Liberal_Arts_au.C3.9Ferhalb_der_USA"></span><span id="Liberal_Arts_außerhalb_der_USA">''Liberal Arts'' außerhalb der USA</span> ==
<p>Das ''liberal arts college'' ist eine spezifisch US-amerikanische Institution, die im britischen Bildungswesen und anderen Ländern nicht oder nur als Nachahmung oder Ableger des US-amerikanischen Modells vorkommt.</p><p>In Deutschland finden sich an öffentlichen Universitäten lediglich zwei Programme mit einem ähnlichen Format. Weitere Liberal-Arts-Studiengänge oder daran orientierte Programme finden sich an mehreren privaten Hochschulen.</p><p>In den Niederlanden finden sich inzwischen acht Liberal Arts Colleges, so genannte University Colleges.</p><p>In China existiert mit dem Boya College (chin. ''Bóyā xuéyuàn'' 博雅学院) an der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sun-Yat-sen-Universit%C3%A4t_(Guangdong) Sun-Yat-sen-Universität (Guangdong)] ein Versuch, eine Variante der Liberal Arts zu etablieren, die auf einer Synthese von "West" und "Ost" basiert.<sup id="cite_ref-10" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_note-10 [10]]</sup></p>
== <span id="In_the_United_States">In the United States</span> ==
<div class="hatnote navigation-not-searchable" role="note">Main article: [[wikipedia:Liberal_arts_college|Liberal arts college]]</div><div class="hatnote navigation-not-searchable" role="note">Further information: [[wikipedia:Liberal_arts_colleges_in_the_United_States|Liberal arts colleges in the United States]] and [[wikipedia:Great_books|Great books]]</div><div class="thumb tright"><div class="thumbinner"><p>[https://en.wikipedia.org/wiki/File:Thompson_Library_(Vassar_College).jpg]</p><div class="thumbcaption"><div class="magnify"><br></div><p>[[wikipedia:Thompson_Memorial_Library|Thompson Library]] at [[wikipedia:Vassar_College|Vassar College]]<nowiki/>in New York</p></div></div></div><p>In the United States, liberal arts colleges are schools emphasizing undergraduate study in the liberal arts.<sup id="cite_ref-31" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-31|[31]]]</sup> The teaching at liberal arts colleges is often [[wikipedia:Socratic_method|Socratic]], typically with small classes; professors are often allowed to concentrate more on their teaching responsibilities than are [[wikipedia:Professors_in_the_United_States|professors]] at research universities.<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (February 2013)">citation needed</span>]]'']</sup></p><p>In addition, most four-year colleges are not devoted exclusively or primarily to liberal arts degrees, but offer a liberal arts degree, and allow students not majoring in liberal arts to take courses to satisfy [[wikipedia:Distribution_requirements|distribution requirements]] in liberal arts.<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (January 2021)">citation needed</span>]]'']</sup></p><p>Traditionally, a bachelor's degree in one particular area within liberal arts, with substantial study outside that main area, is earned over four years of full-time study. However, some universities such as [[wikipedia:Saint_Leo_University|Saint Leo University]],<sup id="cite_ref-32" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-32|[32]]]</sup> [[wikipedia:Pennsylvania_State_University|Pennsylvania State University]],<sup id="cite_ref-33" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-33|[33]]]</sup> [[wikipedia:Florida_Institute_of_Technology|Florida Institute of Technology]],<sup id="cite_ref-34" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-34|[34]]]</sup> and [[wikipedia:New_England_College|New England College]]<sup id="cite_ref-35" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-35|[35]]]</sup> have begun to offer an [[wikipedia:Associate_degree|associate degree]] in liberal arts. Colleges like the [[wikipedia:Thomas_More_College_of_Liberal_Arts|Thomas More College of Liberal Arts]] offer a unique program with only one degree offering, a Bachelor of Arts in Liberal Studies, and colleges like the [[wikipedia:University_of_Oklahoma_College_of_Liberal_Studies|University of Oklahoma College of Liberal Studies]] offer an online, part-time option for adult and nontraditional students.<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (January 2021)">citation needed</span>]]'']</sup></p><p>Most students earn either a Bachelor of Arts degree or a Bachelor of Science<sup id="cite_ref-36" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-36|[36]]]</sup> degree; on completing undergraduate study, students might progress to either a liberal arts graduate school or a [[wikipedia:Professional_school|professional school]] ([[wikipedia:Public_administration|public administration]], [[wikipedia:Engineering|engineering]], business, law, medicine, theology).<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (January 2021)">citation needed</span>]]'']</sup></p>
=== <span id="Great_Books_movement">Great Books movement</span> ===
<p>In 1937 [[wikipedia:St._John's_College_(Annapolis/Santa_Fe)|St. John's College]] changed its curriculum to focus on the ''[[wikipedia:Great_Books_of_the_Western_World|Great Books of the Western World]]''to provide a new sort of education that separated itself from the increasingly specialized nature of higher schooling.<sup id="cite_ref-37" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-37|[37]]]</sup></p>
{| class="box-Expand_section plainlinks metadata ambox mbox-small-left ambox-content" role="presentation"
|-
| class="mbox-image" | [https://en.wikipedia.org/wiki/File:Wiki_letter_w_cropped.svg]
| class="mbox-text" | <div class="mbox-text-span">This section '''needs expansion'''. You can help by [https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Liberal_arts_education&action=edit&section= adding to it]. <span class="date-container">''(<span class="date">July 2021</span>)''</span></div>
|}


== <span id="In_Europe">In Europe</span> ==
== Geschichte ==
<div class="thumb tleft"><div class="thumbinner"><div class="thumbcaption"><div class="magnify">[https://spresy.de/?attachment_id=17762]</div><p>"Thriumph of S. Tomas & Allegory of the Sciences" by Andrea di Bonaluto. Frasco, 1365-68, Basilica di S. Maria Novella.</p></div></div></div><p>In most parts of Europe, liberal arts education is deeply rooted. In Germany, Austria and countries influenced by their education system it is called '''humanistische Bildung''' (humanistic education). The term is not to be confused with some modern educational concepts that use a similar wording. Educational institutions that see themselves in that tradition are often a [[wikipedia:Gymnasium_(school)|''Gymnasium'']] (high school, grammar school). They aim at providing their pupils with comprehensive education (''[[wikipedia:Bildung|Bildung]]'') to form personality with regard to a pupil's own humanity as well as their innate intellectual skills.<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (April 2016)">citation needed</span>]]'']</sup> Going back to the long tradition of the liberal arts in Europe, education in the above sense was freed from [[wikipedia:Scholasticism|scholastic thinking]]<nowiki/>and re-shaped by the theorists of the [[wikipedia:Age_of_Enlightenment|Enlightenment]]; in particular, [[wikipedia:Wilhelm_von_Humboldt|Wilhelm von Humboldt]]. Since students are considered to have received a comprehensive liberal arts education at ''gymnasia'', very often the role of liberal arts education in undergraduate programs at universities is reduced compared to the US educational system.<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (April 2016)">citation needed</span>]]'']</sup> Students are expected to use their skills received at the ''gymnasium'' to further develop their personality in their own responsibility, e.g. in universities' music clubs, theatre groups, language clubs, etc. Universities encourage students to do so and offer respective opportunities but do not make such activities part of the university's curriculum.<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (April 2016)">citation needed</span>]]'']</sup></p><p>Thus, on the level of higher education, despite the European origin of the liberal arts college,<sup id="cite_ref-38" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-38|[38]]]</sup> the term ''liberal arts college'' usually denotes [[wikipedia:Liberal_arts_colleges_in_the_United_States|liberal arts colleges in the United States]].<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (April 2016)">citation needed</span>]]'']</sup> With the exception of pioneering institutions such as [[wikipedia:Franklin_University_Switzerland|Franklin University Switzerland]] (formerly known as Franklin College), established as a Europe-based, US-style liberal arts college in 1969,<sup id="cite_ref-39" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-39|[39]]]</sup> only recently some efforts have been undertaken to systematically "re-import" liberal arts education to continental Europe, as with [[wikipedia:Leiden_University_College_The_Hague|Leiden University College The Hague]], [[wikipedia:University_College_Utrecht|University College Utrecht]], [[wikipedia:University_College_Maastricht|University College Maastricht]], [[wikipedia:Amsterdam_University_College|Amsterdam University College]], [[wikipedia:Roosevelt_Academy|Roosevelt Academy]] (now University College Roosevelt), University College Twente (ATLAS), [[wikipedia:Erasmus_University_College|Erasmus University College]], the [[wikipedia:University_of_Groningen|University of Groningen]], [[wikipedia:Bratislava_International_School_of_Liberal_Arts|Bratislava International School of Liberal Arts]], [[wikipedia:Leuphana_University_of_Lüneburg|Leuphana University of Lüneburg]], [[wikipedia:Central_European_University|Central European University]], and [[wikipedia:Bard_College_Berlin|Bard College Berlin]], formerly known as the [[wikipedia:European_College_of_Liberal_Arts|European College of Liberal Arts]]. [[wikipedia:Central_European_University|Central European University]] launched a liberal arts undergraduate degree in Culture, Politics, and Society <sup id="cite_ref-40" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-40|[40]]]</sup> in 2020 as part of its move to Vienna and accreditation in Austria. As well as the colleges listed above, some universities in the Netherlands offer bachelors programs in Liberal Arts and Sciences ([[wikipedia:Tilburg_University|Tilburg University]]). Liberal arts (as a degree program) is just beginning to establish itself in Europe. For example, University College Dublin offers the degree, as does [[wikipedia:St._Mary's_University_College_(Belfast)|St. Marys University College Belfast]], both institutions coincidentally on the island of Ireland. In the Netherlands, universities have opened constituent liberal arts colleges under the terminology [[wikipedia:Category:Liberal_arts_colleges_at_universities_in_the_Netherlands|''university college'']]<nowiki/>since the late 1990s. The four-year bachelor's degree in Liberal Arts and Sciences at University College Freiburg is the first of its kind in Germany. It started in October 2012 with 78 students.<sup id="cite_ref-41" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-41|[41]]]</sup> The first Liberal Arts degree program in [[wikipedia:Sweden|Sweden]] was established at [[wikipedia:Gothenburg|Gothenburg]] University in 2011,<sup id="cite_ref-42" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-42|[42]]]</sup>followed by a Liberal Arts Bachelor Programme at [[wikipedia:Uppsala_University|Uppsala University]]'s Campus [[wikipedia:Gotland|Gotland]] in the autumn of 2013.<sup id="cite_ref-43" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-43|[43]]]</sup> The first Liberal Arts program in [[wikipedia:Georgia_(country)|Georgia]] was introduced in 2005 by American-Georgian Initiative for Liberal Education (AGILE),<sup id="cite_ref-44" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-44|[44]]]</sup> an NGO. Thanks to their collaboration, [[wikipedia:Ilia_State_University|Ilia State University]]<sup id="cite_ref-45" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-45|[45]]]</sup> became the first higher education institution in Georgia to establish a liberal arts program.<sup id="cite_ref-46" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-46|[46]]]</sup></p><p>In France, [[wikipedia:Chavagnes_Studium|Chavagnes Studium]], a Liberal Arts Study Centre in partnership with the Institut Catholique d'études supérieures, and based in a former Catholic seminary, is launching a two-year intensive BA in the Liberal Arts, with a distinctively Catholic outlook.<sup id="cite_ref-47" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-47|[47]]]</sup> It has been suggested that the liberal arts degree may become part of mainstream education provision in the United Kingdom, Ireland and other European countries. In 1999, the European College of Liberal Arts (now Bard College Berlin) was founded in Berlin<sup id="cite_ref-48" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-48|[48]]]</sup> and in 2009 it introduced a four-year Bachelor of Arts program in Value Studies taught in English,<sup id="cite_ref-49" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-49|[49]]]</sup> leading to an interdisciplinary degree in the humanities.<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (January 2021)">citation needed</span>]]'']</sup></p><p>In England, the first institution<sup id="cite_ref-:0_50-0" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-:0-50|[50]]]</sup> to retrieve and update a liberal arts education at the undergraduate level was the [[wikipedia:University_of_Winchester|University of Winchester]] with their BA (Hons) Modern Liberal Arts programme which launched in 2010.<sup id="cite_ref-:0_50-1" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-:0-50|[50]]]</sup> In 2012, [[wikipedia:University_College_London|University College London]] began its interdisciplinary [[wikipedia:UCL_Arts_and_Sciences|Arts and Sciences]]BASc degree (which has kinship with the liberal arts model) with 80 students.<sup id="cite_ref-51" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-51|[51]]]</sup> [[wikipedia:King's_College_London|King's College London]] launched the BA Liberal Arts, which has a slant towards arts, humanities and social sciences subjects.<sup id="cite_ref-52" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-52|[52]]]</sup> The [[wikipedia:New_College_of_the_Humanities|New College of the Humanities]] also launched a new liberal education programme. [[wikipedia:Durham_University|Durham University]] has both a popular BA Liberal Arts and a BA Combined Honours in Social Sciences programme, both of which allow for interdisciplinary approaches to education. The [[wikipedia:University_of_Nottingham|University of Nottingham]] also has a Liberal Arts BA with study abroad options and links with its Natural Sciences degrees.<sup id="cite_ref-53" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-53|[53]]]</sup> In 2016, the [[wikipedia:University_of_Warwick|University of Warwick]] launched a three/four-year liberal arts BA degree, which focuses on transdisciplinary approaches and [[wikipedia:Problem-based_learning|problem-based learning]] techniques in addition to providing structured disciplinary pathways.<sup id="cite_ref-54" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-54|[54]]]</sup> And for 2017 entry UCAS lists 20 providers of liberal arts programmes.<sup id="cite_ref-55" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-55|[55]]]</sup></p><p>In [[wikipedia:Scotland|Scotland]], the four-year undergraduate [[wikipedia:Honours_degree|Honours degree]], specifically the [[wikipedia:Master_of_Arts_(Scotland)|Master of Arts]], has historically demonstrated considerable breadth in focus. In the first two years of Scottish MA and BA degrees students typically study a number of different subjects before specialising in their Honours years (third and fourth year). The [[wikipedia:University_of_Dundee|University of Dundee]] and the [[wikipedia:University_of_Glasgow|University of Glasgow]] (at its Crichton Campus) are the only Scottish universities that currently offer a specifically named 'Liberal Arts' degree.<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (January 2021)">citation needed</span>]]'']</sup></p><p>In [[wikipedia:Slovakia|Slovakia]], the Bratislava International School of Liberal Arts (BISLA) is located in the [[wikipedia:Old_Town,_Bratislava|Old Town]] of [[wikipedia:Bratislava|Bratislava]]. It is the first [[wikipedia:Liberal_arts_college|liberal arts college]] in Central Europe. A private, accredited three-year degree-granting undergraduate institution, it opened in September 2006.<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (January 2021)">citation needed</span>]]'']</sup></p>
=== Antike ===
== <span id="In_Asia">In Asia</span> ==
Die griechische Tradition bildete in der Antike noch keinen [[Bildungskanon|Kanon]] der freien Künste bzw. „Künste der Freien“ für die freien Bürger<ref>[[Helmut Gebelein]]: ''Das Element Feuer in Haushalt und Familie.'' In: Trude Ehlert (Hrsg.): ''Haushalt und Familie in Mittelalter und früher Neuzeit.'' Sigmaringen 1991, ISBN 978-3-7995-4156-5, S. 137–151, hier: S. 141–142.</ref> heraus. Die vier mathematischen Fächer wurden jedoch bereits von [[Platon]] in der [[Politeia]] und in den [[Nomoi]] im Zusammenhang mit der Ausbildung des idealen Staatsmannes nächst der [[Philosophie]] als diejenigen Lehrgegenstände angeführt, die zur Vernunfterkenntnis führen, wobei sich Platon seinerseits bereits auf die [[Pythagoreer]] bezieht. [[Aristoteles]] unterscheidet drei eines freien Mannes würdige Lebensweisen ({{lang|grc|βίοι}} ''bíoi''), die sich alle im Bereich des [[Schönheit|Schönen]] abspielen: im Genuss und Verzehr des körperlich Schönen, im Ausüben schöner Taten innerhalb der [[Polis]] ({{lang|grc|βίος πολιτικός}} ''bíos politikós'') sowie im Erforschen und [[Kontemplation|Schauen]] schöngeistiger Dinge ({{lang|grc|βίος θεωρητικός}} ''bíos theoretikós'').<ref name="VAC">[[Hannah Arendt]]: ''Vita activa oder vom tätigen Leben.'' 3. Auflage. R. Piper, München 1983, ISBN 3-492-00517-9, S.&nbsp;19 (zum Stichwort ''Lebensweisen'').</ref> Selbst der ''bíos theoretikós'' hatte einen politischen Hintergrund, da es die „Polis“ war, die hier effektiv, durchgreifend, dominant, bestimmend und erfolgreich wirkte. „Theoros“ hieß der Vertreter, den griechische Städte zu den öffentlichen Festspielen entsandten.<ref name="EUI">[[Jürgen Habermas]]: ''Erkenntnis und Interesse''. In: Technik und Wissenschaft als »Ideologie«. 4. Auflage, Suhrkamp, Frankfurt, Edition 287, 1970 (<sup>1</sup>1968), [1965 Merkur]; S.&nbsp;146 zu Stw. „Theoros“.</ref> Aristoteles verstand [[Politik]] als Fortsetzung der [[Ethik]], folglich als die Lehre vom guten und gerechten Leben. Er sah keinen Gegensatz zwischen der in den Nomoi des Platon aufgestellten Verfassung und dem Ethos des bürgerlichen Lebens.<ref name="TUP.1">Jürgen Habermas: ''Die klassissche Lehre von der Politik in ihrem Verhältnis zur Sozialphilosophie.'' In: ''Theorie und Praxis. Sozialphilosophische Studien.'' [1963] 5. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1978 (= ''stw.'' Band 243), ISBN 978-3-518-27843-7, S. 48–49.</ref>
<div class="thumb tleft"><div class="thumbinner"><div class="thumbcaption"><div class="magnify">[https://spresy.de/wp-content/uploads/2021/10/Sandro_Botticelli_028.jpg]</div><p>"A young man introduced to the seven Liberal Arts" by Sandro Boticelli, c. 1484. Fresco in Villa Lemni, Florence.</p></div></div></div><p>The Commission on Higher Education of the [[wikipedia:Philippines|Philippines]]<nowiki/>mandates a General Education curriculum required of all higher education institutions; it includes a number of liberal arts subjects, including history, art appreciation, and ethics, plus interdisciplinary electives. Many universities have much more robust liberal arts core curricula; most notably, the [[wikipedia:Society_of_Jesus|Jesuit]]<nowiki/>universities such as [[wikipedia:Ateneo_de_Manila_University|Ateneo de Manila University]] have a strong liberal arts core curriculum that includes philosophy, theology, literature, history, and the social sciences. [[wikipedia:Forman_Christian_College|Forman Christian College]] is a liberal arts university in [[wikipedia:Lahore|Lahore]], Pakistan. It is one of the oldest institutions in the [[wikipedia:Indian_subcontinent|Indian subcontinent]]. It is a chartered university recognized by the [[wikipedia:Higher_Education_Commission_of_Pakistan|Higher Education Commission of Pakistan]]. [[wikipedia:Habib_University|Habib University]] in [[wikipedia:Karachi|Karachi]], Pakistan offers a holistic liberal arts and sciences experience to its students through its uniquely tailored liberal core program which is compulsory for all undergraduate degree students.<sup id="cite_ref-56" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-56|[56]]]</sup><sup id="cite_ref-57" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-57|[57]]]</sup> The Underwood International College of Yonsei University, Korea, has compulsory liberal arts courses for all the student body.<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (January 2021)">citation needed</span>]]'']</sup></p><p>In India, there are many institutions that offer undergraduate UG or bachelor's degree/diploma and postgraduate PG or master's degree/diploma as well as doctoral PhD and postdoctoral studies and research, in this academic discipline. [[wikipedia:Manipal_Academy_of_Higher_Education|Manipal Academy of Higher Education]] – MAHE, an Institution of Eminence as recognised by MHRD of Govt of India in 2018, houses a Faculty of Liberal Arts, Humanities and Social Sciences, and also others like Symbiosis & [[wikipedia:FLAME_University|FLAME University]] in Pune, [[wikipedia:Ahmedabad_University|Ahmedabad University]], [[wikipedia:Ashoka_University|Ashoka University]], and [[wikipedia:Azim_Premji_University|Azim Premji University]] in [[wikipedia:Bangalore|Bangalore]]. [[wikipedia:Lingnan_University_(Hong_Kong)|Lingnan University]] and [[wikipedia:University_of_Liberal_Arts_Bangladesh|University of Liberal Arts- Bangladesh (ULAB)]] are also a few such liberal arts colleges in Asia. [[wikipedia:International_Christian_University|International Christian University]] in Tokyo is the first and one of the very few liberal arts universities in Japan. Fulbright University Vietnam is the first liberal arts institution in Vietnam.<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (January 2021)">citation needed</span>]]'']</sup></p>
== <span id="In_Australia">In Australia</span> ==
<p>[[wikipedia:Campion_College|Campion College]] is a [[wikipedia:Catholic_Church|Roman Catholic]] dedicated liberal arts college, located in the western suburbs of Sydney. Founded in 2006, it is the first tertiary educational liberal arts college of its type in Australia. Campion offers a Bachelor of Arts in the Liberal Arts as its sole undergraduate degree. The key disciplines studied are history, literature, philosophy, and theology.<sup id="cite_ref-58" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-58|[58]]]</sup></p><p>The Millis Institute is the School of Liberal Arts at Christian Heritage College located in Brisbane. Founded by Dr. Ryan Messmore, former President of Campion College, the Millis Institute offers a Bachelor of Arts in the Liberal Arts in which students can choose to major in Philosophy, Theology, History or Literature. It also strongly endorses a 'Study Abroad' program whereby students can earn credit towards their degree by undertaking two units over a five-week program at the University of Oxford. As of 2016, the Millis Institute is currently directed under Elizabeth Hillman.<sup id="cite_ref-59" class="reference">[[wikipedia:Liberal_arts_education#cite_note-59|[59]]]</sup></p><p>A new School of Liberal Arts has been formed in the [[wikipedia:University_of_Wollongong|University of Wollongong]]; the new Arts course entitled 'Western Civilisation' was first offered in 2020. The interdisciplinary curriculum focuses on the classic intellectual and artistic literature of the [[wikipedia:Western_culture|Western tradition]]. Courses in the liberal arts have recently been developed at the [[wikipedia:University_of_Sydney|University of Sydney]] and the [[wikipedia:University_of_Notre_Dame_Australia|University of Notre Dame]].<sup class="noprint Inline-Template Template-Fact">[''[[wikipedia:Wikipedia:Citation_needed|<span title="This claim needs references to reliable sources. (January 2021)">citation needed</span>]]'']</sup></p>
== <span id="See_also">See also</span> ==
<div class="noprint portal plainlist tright" role="navigation" aria-label="Portals">
*[https://en.wikipedia.org/wiki/File:Diploma_icon.png][[wikipedia:Portal:Education|Education portal]]
</div><div class="div-col">
*[[wikipedia:Artes_Mechanicae|Artes Mechanicae]] &nbsp;– "The Mechanical Arts"
*[[wikipedia:Bachelor_of_General_Studies|Bachelor of General Studies]]
*[[wikipedia:Bachelor_of_Liberal_Arts|Bachelor of Liberal Arts]]
*[[wikipedia:Bachelor_of_Liberal_Studies|Bachelor of Liberal Studies]]
*[[wikipedia:College_of_Arts_and_Sciences|College of Arts and Sciences]]
*[[wikipedia:Doctor_of_Liberal_Studies|Doctor of Liberal Studies]]
*[[wikipedia:Education_reform#Reforms_of_classical_education|Education reform § Reforms of classical education]]
*[[wikipedia:Four_arts|Four arts]]
*[[wikipedia:Great_books|Great books]]
*[[wikipedia:Great_Books_programs_in_Canada|Great Books programs in Canada]]
*[[wikipedia:Humanitas|Humanitas]]
*[[wikipedia:Humanities|Humanities]]
*[[wikipedia:Liberal_arts_college|Liberal arts college]]
*[[wikipedia:Liberal_education|Liberal education]]
*[[wikipedia:List_of_liberal_arts_colleges|List of liberal arts colleges]]
*[[wikipedia:STEAM_fields|STEAM fields]]
*[[wikipedia:Transcendentalism|Transcendentalism]]
</div>
== <span id="Literatur">Literatur</span> ==


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfram_Ax Wolfram Ax] (Hrsg.): ''Lateinische Lehrer Europas. 15 Porträts von [https://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Terentius_Varro Varro] bis [https://de.wikipedia.org/wiki/Erasmus_von_Rotterdam Erasmus von Rotterdam].'' Böhlau, Köln 2005, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/341214505X ISBN 341214505X].<sup id="cite_ref-11" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_note-11 [11]]</sup>
Die freien Künste (''artes liberales''), entstammend der ''enkyklios paideia'' der Sophisten, erfuhren eine [[Enzyklopädie|enzyklopädische]] Behandlung erstmals in den ''Disciplinae'' des römischen Gelehrten [[Marcus Terentius Varro|Varro]] im 1.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr. Bei Varro kommt aber ebenso wie bei [[Marcus Tullius Cicero|Cicero]] und [[Vitruv]] die Siebenzahl noch nicht vor; vielmehr behandelt er im 8.&nbsp;und 9.&nbsp;Buch auch Medizin und Architektur.
*Günter Bernt, [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_H%C3%B6dl Ludwig Hödl], [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Schipperges Heinrich Schipperges]: ''Artes liberales.'' In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Lexikon_des_Mittelalters Lexikon des Mittelalters].'' Band 1 (1980), Sp. 1058–1063.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Eis Gerhard Eis]: ''Mittelalterliche Fachprosa der Artes.'' In: ''Deutsche Philologie im Aufriß.'' Hrsg. von [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Stammler Wolfgang Stammler], 2. Auflage. Band 2, Berlin 1960, Sp. 1103–1216.
*Brigitte Englisch: ''Die Artes liberales im frühen Mittelalter (5.–9.&nbsp;Jh.). Das Quadrivium und der Komputus als Indikatoren für Kontinuität und Erneuerung der exakten Wissenschaften zwischen Antike und Mittelalter.'' Stuttgart&nbsp;1994 (=&nbsp;Sudhoffs Archiv, Beiheft&nbsp;33)
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhold_F._Glei Reinhold F. Glei] (Hrsg.): ''Die Sieben Freien Künste in Antike und Gegenwart.'' Trier 2006 (Bochumer Altertumswissenschaftliches Colloquium; 72)
*Bernhard D. Haage: ''Artes.'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_E._Gerabek Werner E. Gerabek], Bernhard D. Haage, [https://de.wikipedia.org/wiki/Gundolf_Keil Gundolf Keil], Wolfgang Wegner (Hrsg.): ''Enzyklopädie Medizingeschichte.'' De Gruyter, Berlin/ New York 2005, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3110157144 ISBN 3-11-015714-4], S. 101 f.
*Josef Jjsewijn u. a. (Hrsg.): ''The Universities in the Late Middle Ages.'' Louvain: Leuven Univ. Press, 1978 (Mediaevalia Lovaniensia, Series&nbsp;I, Studia, VI.&nbsp;Publications de l’Institut d’Études Médiévales de l’Université Catholiquede Louvain, 2e&nbsp;série, 2)
*Gundolf Keil, [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Assion_(Volkskundler) Peter Assion] (Hrsg.): ''Fachprosaforschung. Acht Vorträge zur mittelalterlichen Artesliteratur.'' Berlin 1974.
*Bernhard D. Haage: ''Deutsche Artesliteratur des Mittelalters. Überblick und Forschungsbericht.'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Brigitte_Schlieben-Lange Brigitte Schlieben-Lange], Helmut Kreuzer (Hrsg.): ''Fachsprache und Fachliteratur.'' Göttingen 1983 (= ''Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik.'' Band 51/52, 1983, S. 185–205).
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Uta_Lindgren Uta Lindgren]: ''Die Artes liberales in Antike und Mittelalter.'' München 1992.
*Uta Lindgren: ''Die sieben freien Künste in den frühmittelalterlichen Abteien Sankt Gallen und Reichenau.'' Konstanz 1976 (Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte; 207).&nbsp;– Neuausgabe: Rauner, Augsburg 2004.
*Ursula Schaefer (Hrsg.): ''Artes im Mittelalter.'' Akademie, Berlin 1999 (Symposium des Mediävistenverbandes, 7, 1997)
*Stephanie Schüssler: ''Das Grabmal Sixtus&nbsp;IV. in Rom: zur Ikonographie der artes liberales.'' Chorus, Mainz 1998.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Christoph_Schwinges Rainer Christoph Schwinges] (Hrsg.): ''Artisten und Philosophen: Wissenschafts- und Wirkungsgeschichte einer Fakultät vom 13.&nbsp;bis zum 19.&nbsp;Jahrhundert.'' Schwabe, Basel 1999 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, 1)
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Scriba Christoph Scriba]: ''Die mathematischen Wissenschaften im mittelalterlichen Bildungskanon der Sieben Freien Künste.'' In: ''Acta historica Leopoldina.'' Nr. 16, 1985, S. 25–53.
*Tetsuro Shimizu, ''Alcuin’s Theory of Signification and System of Philosophy.'' In: ''Didaxalia.'' Band 1, 1995, S. 15–56.
*Steffen Siegel: ''Architektur des Wissens. Die figurative Ordnung der „artes“ in Gregor Reischs „Margarita Philosophica“.'' In: Frank Büttner, Gabriele Wimböck (Hrsg.): ''Das Bild als Autorität. Die normierende Kraft des Bildes.'' Lit, Münster 2004, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783825884253 ISBN 9783825884253], S. 343–362.
*Michael Stolz: ''Artes-liberales-Zyklen: Formationen des Wissens im Mittelalter.'' Francke, Tübingen 2004 (= ''Bibliotheca Germanica.'' Band 47).
*James A. Weisheipl: ''The Curriculum of the Faculty of Arts at Oxford in the Early Fourteenth Century.'' In ''Medieval Studies.'' Band 26, 1964, S. 143–185.
*Karl-August Wirth: ''Die kolorierten Federzeichnungen im Cod. 2975 der Österreichischen Nationalbibliothek. Ein Beitrag zur Ikonographie der Artes liberales im 15. Jahrhundert.'' In: ''Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums.'' 1978, S. 67–110.


== <span id="Weblinks">Weblinks</span> ==
In den [[Hellenismus|hellenistischen]] Gymnasien wurden die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer nicht unterrichtet, und auch im städtischen Unterrichtswesen der [[Römische Kaiserzeit|römischen Kaiserzeit]] gehörten sie nicht zum Lehrstoff. Außerberuflicher Unterricht in diesen Fächern wurde nur in Philosophenschulen angeboten und war daher nur einem kleinen Prozentsatz der Bevölkerung zugänglich. [[Galenos]] hielt die freien Künste für die Ausbildung von wirklichen Ärzten für erforderlich.<ref>[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: ''[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.'' 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 12–14.</ref> Als fester Kanon von sieben Fächern sind die freien Künste erst in der Spätantike (bei [[Augustinus]] und [[Martianus Capella]]) bezeugt. Für diese Autoren bestand der Zweck des Wissenserwerbs in den sieben Fächern nicht in schulischer Allgemeinbildung; vielmehr war die Zielrichtung eine philosophische bzw. religiöse Vorbereitung der [[Seele]] auf den Aufstieg in die [[Intelligibel|intelligible]] Welt nach der Lehre des [[Neuplatonismus]] bzw. in den Bereich der göttlichen Dinge im christlichen Sinne.<ref>Ilsetraut Hadot: ''Arts libéraux et philosophie dans la pensée antique,'' 2.&nbsp;Auflage, Paris&nbsp;2005; Ilsetraut Hadot: ''Martianus Capella, Mittler zwischen griechisch-römischer Antike und lateinischem Mittelalter.'' In: Arbogast Schmitt/Gyburg Radke-Uhlmann (Hrsg.): ''Philosophie im Umbruch,'' Stuttgart 2009, S.&nbsp;15–33; Konrad Vössing: ''Schule und Bildung im Nordafrika der römischen Kaiserzeit,'' Bruxelles&nbsp;1997, S.&nbsp;575&nbsp;ff.</ref> Martianus Capella hebt ausdrücklich hervor, dass Medizin und Architektur nicht zum Kanon gehören. Auch [[Isidor von Sevilla]] erklärt in seinen Etymologien, dass die Medizin nicht zu den freien Künsten gehöre, da sie als ''secunda philosophia'' deren Studium für den Arzt voraussetze.<ref>Hans H. Lauer: ''Klostermedizin.'' In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): ''Enzyklopädie Medizingeschichte''. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 758–764; hier: S. 760.</ref>
<div class="sisterproject"><div class="noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"></div><p>'''<span class="plainlinks">[https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Seven_liberal_arts?uselang=de <span lang="en">Commons</span>: Seven liberal arts]</span>'''&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</p></div>
*Martianus Capella: [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost05/Martianus/mar_nu00.html De nuptiis Philologiae et Mercurii]: Elektronischer Text von Buch&nbsp;IX: De harmonia.
*Cassiodor: [http://www9.georgetown.edu/faculty/jod/texts/cass.inst.html Institutiones, lib.I]
*Isidor von Sevilla: [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost07/Isidorus/isi_et01.html Etymologiae]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_von_St._Viktor Hugo von St. Viktor]: [http://www.hs-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost12/Hugo/hug_did0.html Didascalicon]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Bonaventura_von_Bagnoregio Bonaventura von Bagnoregio]: [https://web.archive.org/web/20131230040522/http://hiphi.ubbcluj.ro/fam/texte/bonaventura/de_reductione_artium.htm De reductione artium ad theologiam] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Web-Archivierung#Begrifflichkeiten Memento] vom 30. Dezember 2013 im ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Archive Internet Archive]'')
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Francesco_Maurolico Francesco Maurolico]: [http://www.dm.unipi.it/pages/maurolic/edizioni/cosmogra/dslu/dslu-1.htm De sphaera], mit einem Kapitel ‚De scientiarum divisione‘ zur Einteilung der Wissenschaften
*Zur Bedeutung der Musik im Quadrivium: [https://web.archive.org/web/20090324154710/http://juju.on-the-net.de/2005/12/musik/musik-und-die-artes-liberales-des-mittelalters/ Musik und die Artes liberales des Mittelalters] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Web-Archivierung#Begrifflichkeiten Memento] vom 24. März 2009 im ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Archive Internet Archive]'') sowie der Essay von [https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Gutknecht_(Musikwissenschaftler) Dieter Gutknecht] über Boethius, T. 2., im Sammelband von Wolfram Ax 2005, siehe Lit.


== <span id="Anmerkungen">Anmerkungen</span> ==
=== Mittelalter ===
Dem Mittelalter wurden die sieben freien Künste in enzyklopädischer Form vor allem durch Martianus Capella vermittelt, in dessen Lehrgedicht ''Von der Hochzeit Merkurs und der Philologie'' diese Künste als Brautjungfern auftreten und ihr Lehrwissen als Hochzeitsgaben ausbreiten, sowie durch [[Flavius Magnus Aurelius Cassiodurus|Cassiodor]] und durch [[Isidor von Sevilla|Isidors]] Einarbeitung des Lehrstoffs in seine [[Etymologiae]]. Hinzu kamen in einzelnen Fächern als grundlegende Lehrwerke der Antike etwa für die Grammatik die ''Ars minor'' und ''Ars maior'' des [[Aelius Donatus|Donatus]], für die Rhetorik die (fälschlicherweise) Cicero zugeschriebene ''Rhetorica ad Herennium,'' für die Arithmetik und Musik die beiden ''Institutiones'' von [[Boëthius]] und für die Dialektik dessen Übersetzungen und [[Kommentar (Literaturwissenschaft)|Kommentare]] zu Schriften aus dem [[Aristoteles|aristotelischen]] Organon.
 
Der Unterricht in den ''Artes liberales'' stand als ein [[Propädeutikum]] zwischen dem [[Elementarunterricht]] (Lesen und Schreiben mit elementaren Lateinkenntnissen, Rechnen, Singen) und den eigentlichen wissenschaftlichen Studien, bei denen im Frühmittelalter die Theologie den ersten Rang hatte. Den Stoff der ''Artes'' oder Teile davon vermittelten zunächst die Kloster-, Dom- und Kathedralschulen sowie städtische Bildungseinrichtungen und freie Magister. Mit der Entstehung der [[Universität]]en wurde die [[Artistenfakultät]] ''(Facultas Artium)'' als eine der vier Fakultäten (zusammen mit Theologie, Recht, Medizin) in das [[Studium Generale]] integriert und wurde damit zur Vorläuferin der Philosophischen Fakultät, unter deren Namen sie zum Teil schon seit dem 15.&nbsp;Jahrhundert weitergeführt wurde.
 
Bereits im Lehrbetrieb der [[Scholastik|scholastischen]] Artistenfakultäten veränderte sich der Lehrstoff der ''Artes liberales'' erheblich und nahm vor dem Hintergrund neuer Übersetzungen der Schriften des Aristoteles und seiner arabischen Kommentatoren vor allem philosophische Inhalte auf. Rhetorik und Musik traten in den Hintergrund, desgleichen Grammatik, sofern sie nicht im Rahmen der Beschäftigung mit den ''modi significandi'' als eine Art Sprachlogik weitergeführt wurde, während die Dialektik an Bedeutung gewann und die im weitesten Sinn naturwissenschaftlichen ''Artes'' zu einem Studium in theoretischer (Physik, Metaphysik) und praktischer [[Philosophie]] (Ethik, Ökonomie, Politik) ausgebaut wurden.
 
Das Studium an der Artistenfakultät blieb Vorbedingung für das Studium an den anderen drei Fakultäten. Als [[Akademischer Grad|akademische Grade]] vergab die Artistenfakultät nach einem Zwischenexamen den Titel des ''[[Bachelor|Baccalaureus Artium]]'' und –&nbsp;sofern der Baccalaureus nicht an einer der anderen Fakultäten sein eigentliches Studium aufnahm&nbsp;– nach erneutem Examen den Abschluss des ''[[Magister artium]].'' Die Lehrerlaubnis ''(licentia docendi)'' in den Artes liberales war mit Einschränkung zum Teil schon im Rahmen des Bakkalaureats zu erwerben, die volle Lehrbefähigung aber erst mit dem Magister artium, an dessen Stelle dann seit dem 15.&nbsp;Jahrhundert, im Zuge der allgemeinen Ablösung des Magisters durch den Doktor, der Titel des ''Doctor philosophiae'' trat.
 
=== Renaissance ===
[[Datei:Laurent de La Hyre - Allegorical Figure of Grammar - WGA12311.jpg|mini|''Die Grammatik'', [[Allegorie|allegorisch]] dargestellt als Gärtnerin, Gemälde von [[Laurent de La Hyre]] (1650)]]
 
Unter dem Leitbegriff der [[Studia humanitatis]], der nicht an einen bestimmten antiken Fächerkanon, sondern an die Formulierung allgemeiner klassischer Bildungsziele bei Cicero anknüpfte, erfuhren die Artes<ref>Vgl. auch Bernhard Dietrich Haage, Wolfgang Wegner, Gundolf Keil, Helga Haage-Naber: ''Deutsche Fachliteratur der Artes in Mittelalter und Früher Neuzeit.'' Berlin 2007 (= ''Grundlagen der Germanistik.'' Band 43).</ref> im [[Renaissance-Humanismus|Humanismus]] des 15.&nbsp;und 16.&nbsp;Jahrhunderts nochmals eine Neubewertung, die nicht nur das Artes-Studium an der Universität, sondern auch die vor- und außeruniversitären Bildungsbestrebungen in Schule und Privatunterricht betraf. Hierbei wurden einerseits die Fächer des Triviums durch das Studium eines teilweise neuen Kanons klassischer, nun nach Möglichkeit auch griechischer Musterautoren mit Schwerpunkt auf dem Bereich der Dichtung, andererseits in der Philosophie die praktische gegenüber der theoretischen Philosophie, und außerdem das Studium der Geschichte in den Vordergrund gestellt. [[Gymnastik|Leibesübungen]] (''exercitia''), [[Reiten]], [[Fechten]] und [[Tanzen]] galten als ''artes illiberales''.<ref>[[Arnd Krüger]]: ''Valentin Trichters Erben. Das Theorie-Praxis-Problem in den Leibesübungen an der Georg-August-Universität (1734–1987).'' In: ''Georgia-Augusta'' (1987), Nr. 47, 69–75.</ref> Die Medizin wurde, etwa von [[Francesco Petrarca]], dem Mitbegründer des [[Renaissance-Humanismus]], weiterhin zu den ''artes mechanicae'' gezählt. Petrarca sah dementsprechend den Arzt auch als Handwerker (''mechanicus'' „Mechaniker“) an. Später, etwa durch [[Juan Luis Vives]], erlangten die Medizin und der die ''studia humanitas'' absolviert habende Arzt eine weitaus höhere Einschätzung.<ref>[[August Buck]]: ''Die Medizin im Verständnis des Renaissancehumanismus.'' In: Deutsche Forschungsgemeinschaft: ''Humanismus und Medizin.'' Hrsg. von Rudolf Schmitz und [[Gundolf Keil]], Acta humaniora der Verlag Chemie GmbH, Weinheim 1984 (= ''Mitteilung der Kommission für Humanismusforschung.'' Band 11), ISBN 3-527-17011-1, S. 181–198, hier: S. 181 f. und 197 f.</ref>
 
== ''Liberal Arts'' ==
=== ''Liberal Arts'' in den USA ===
Als ''liberal arts'' bezeichnet man im US-amerikanischen Hochschulwesen Studiengänge, die der breiten Allgemeinbildung und der Ausbildung grundlegender intellektueller Fähigkeiten und der Kommunikations-/Ausdrucksfähigkeit dienen sollen. Merkmale sind der interdisziplinäre Ansatz und eine flexible Fächerwahl neben dem Major (Hauptfach). Sie grenzen sich damit gegen die berufsvorbereitende oder wissenschaftlich spezialisierte Ausbildung programmatisch ab bzw. sind ihr vorgelagert.<ref>{{Internetquelle |autor=Carsten Bösel |url=https://consultus.org/liberal-arts-education/ |titel=Was bedeutet Liberal Arts Education? |werk=CONSULT US |datum=2015-08-27 |abruf=2025-02-14}}</ref>
 
Die ''liberal arts studies'' gehören zu den [[Undergraduate|undergraduate studies]] und werden an eigenen, meist privaten ''liberal arts colleges'' studiert, z. B. am [[Amherst College]], [[Williams College]] oder [[Swarthmore College]]. Colleges dieses Typs legen oft besonderen Wert auf individuelle Betreuung der Studierenden, kleine Klassengrößen und teamorientiertes Lernen. Die Lehrpläne variieren.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.topuniversities.com/blog/what-liberal-arts-education |titel=What is Liberal Arts Education? |datum=2025-01-15 |sprache=en |abruf=2025-02-14}}</ref>
 
Historisch waren die ersten höheren Schulen in [[Neuengland]] ''liberal arts colleges,'' die am Anfang der [[Bildungsgeschichte der Vereinigten Staaten|Bildungsgeschichte der USA]] standen.
 
=== ''Liberal Arts'' außerhalb der USA ===
Da das ''liberal arts college'' eine spezifisch US-amerikanische Institution ist, kommt sie im britischen Bildungswesen und anderen Ländern nicht oder nur nach dem Vorbild des US-amerikanischen Modells vor.
 
In Deutschland sind einschlägige Bachelorangebote bisher rar, etwa in [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg|Freiburg]]<ref>[https://www.ucf.uni-freiburg.de/was-ist-las ''Was ist Liberal Arts and Sciences?''] [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg]], abgerufen am 6. November 2022.</ref> und an der [[Justus-Liebig-Universität Gießen]].<ref>{{Internetquelle |url=https://www.uni-giessen.de/de/fbz/zentren/college-liberal-arts-sciences |titel=College of Liberal Arts & Sciences (CLAS) |sprache=de |abruf=2023-10-30}}</ref> Die Studiengangsbezeichnungen lauten beispielsweise ''Liberal Arts and Sciences'' oder ''Studium Individuale''. Die erste Professur des neuen Studiengangs ''Liberal Arts and Sciences'' wurde an der [[Universität Hamburg]] mit [[Matthias Schemmel]] besetzt.<ref>[https://www.uni-hamburg.de/exzellenz/fuenf-zentrale-themen/lehre/liberal-arts.html ''Studiengang Liberal Arts and Sciences.''] Universität Hamburg, 21. Oktober 2022.</ref> Weitere Liberal-Arts-Studiengänge oder daran orientierte Programme finden sich an mehreren privaten Hochschulen, beispielsweise dem [[Bard College Berlin]].
 
In Österreich bietet die [[Universität Klagenfurt]] seit dem Wintersemester 2024/25 das Bachelorstudium ''Liberal Arts: Die Welt von morgen verstehen und gestalten'' an.<ref>{{Internetquelle |autor= |url=https://www.aau.at/studien/bachelor-liberal-arts/ |titel=Liberal Arts: Die Welt von morgen verstehen und gestalten |werk=www.aau.at |datum= |sprache=de |abruf=2024-11-01}}</ref>
 
In den Niederlanden haben sich seit dem Ende der 1990er Jahre zehn Liberal Arts Colleges, auch als ''University Colleges'' bekannt, etabliert. Diese sind in der Regel an größere Forschungsuniversitäten angebunden.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.studyinnl.org/dutch-education/university-colleges |titel=University Colleges {{!}} Study in NL |sprache=en |abruf=2023-06-13}}</ref>
 
In China existiert mit dem Boya College (chinesisch 博雅学院 ''Bóyā xuéyuàn'') an der [[Sun-Yat-sen-Universität (Guangdong)]] ein Versuch, eine Variante der Liberal Arts zu etablieren, die auf einer Synthese von „West“ und „Ost“ basiert.<ref>[https://lac.sysu.edu.cn// lac.sysu.edu.cn].</ref>
 
== Literatur ==
* [[Wolfram Ax]] (Hrsg.): ''Lateinische Lehrer Europas. Fünfzehn Porträts von [[Marcus Terentius Varro|Varro]] bis [[Erasmus von Rotterdam]].'' Böhlau, Köln / Weimar / Wien 2005, ISBN 3-412-14505-X.<ref>Die 7 freien Künste kommen in allen wissenschaftlichen Essays des Bandes vor, u. a. Reinhold F. Glei über [[Alexander de Villa Dei]].</ref>
* Günter Bernt, [[Ludwig Hödl]], [[Heinrich Schipperges]]: ''Artes liberales.'' In: ''[[Lexikon des Mittelalters]].'' Band 1 (1980), Sp. 1058–1063.
* [[Gerhard Eis]]: ''Mittelalterliche Fachprosa der Artes.'' In: ''Deutsche Philologie im Aufriß.'' Hrsg. von [[Wolfgang Stammler]], 2. Auflage. Band 2, Berlin 1960, Sp. 1103–1216.
* Brigitte Englisch: ''Die Artes liberales im frühen Mittelalter (5.–9.&nbsp;Jh.). Das Quadrivium und der Komputus als Indikatoren für Kontinuität und Erneuerung der exakten Wissenschaften zwischen Antike und Mittelalter.'' Stuttgart&nbsp;1994 (=&nbsp;Sudhoffs Archiv, Beiheft&nbsp;33).
* [[Reinhold F. Glei]] (Hrsg.): ''Die Sieben Freien Künste in Antike und Gegenwart.'' Trier 2006 (Bochumer Altertumswissenschaftliches Colloquium; 72).
* Bernhard D. Haage: ''Artes.'' In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): ''Enzyklopädie Medizingeschichte.'' De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 101 f.
* [[Ria Jansen-Sieben]]: ''Repertorium van de middelnederlandse artesliteratuur.'' Utrecht 1989.
* Josef Jjsewijn u. a. (Hrsg.): ''The Universities in the Late Middle Ages.'' Louvain: Leuven Univ. Press, 1978 (Mediaevalia Lovaniensia, Series&nbsp;I, Studia, VI.&nbsp;Publications de l’Institut d’Études Médiévales de l’Université Catholique de Louvain, 2e&nbsp;série, 2).
* Gundolf Keil, [[Peter Assion (Volkskundler)|Peter Assion]] (Hrsg.): ''Fachprosaforschung. Acht Vorträge zur mittelalterlichen Artesliteratur.'' Berlin 1974.
* Bernhard D. Haage: ''Deutsche Artesliteratur des Mittelalters. Überblick und Forschungsbericht.'' In: [[Brigitte Schlieben-Lange]], [[Helmut Kreuzer]] (Hrsg.): ''Fachsprache und Fachliteratur.'' Göttingen 1983 (= ''Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik.'' Band 51/52, 1983, S. 185–205).
* [[Uta Lindgren]]: ''Die Artes liberales in Antike und Mittelalter.'' München 1992.
* Uta Lindgren: ''Die sieben freien Künste in den frühmittelalterlichen Abteien Sankt Gallen und Reichenau.'' Konstanz 1976 (Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte; 207).&nbsp;– Neuausgabe: Rauner, Augsburg 2004.
* Ursula Schaefer (Hrsg.): ''Artes im Mittelalter.'' Akademie, Berlin 1999 (Symposium des Mediävistenverbandes, 7, 1997).
* Stephanie Schüssler: ''Das Grabmal Sixtus&nbsp;IV. in Rom: zur Ikonographie der artes liberales.'' Chorus, Mainz 1998.
* [[Rainer Christoph Schwinges]] (Hrsg.): ''Artisten und Philosophen: Wissenschafts- und Wirkungsgeschichte einer Fakultät vom 13.&nbsp;bis zum 19.&nbsp;Jahrhundert.'' Schwabe, Basel 1999 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, 1).
* [[Christoph Scriba]]: ''Die mathematischen Wissenschaften im mittelalterlichen Bildungskanon der Sieben Freien Künste.'' In: ''Acta historica Leopoldina.'' Nr. 16, 1985, S. 25–53.
* Tetsuro Shimizu, ''Alcuin’s Theory of Signification and System of Philosophy.'' In: ''Didaxalia.'' Band 1, 1995, S. 15–56.
* Steffen Siegel: ''Architektur des Wissens. Die figurative Ordnung der „artes“ in Gregor Reischs „Margarita Philosophica“.'' In: Frank Büttner, Gabriele Wimböck (Hrsg.): ''Das Bild als Autorität. Die normierende Kraft des Bildes.'' Lit, Münster 2004, ISBN 978-3-8258-8425-3, S. 343–362.
* Michael Stolz: ''Artes-liberales-Zyklen: Formationen des Wissens im Mittelalter.'' Francke, Tübingen 2004 (= ''Bibliotheca Germanica.'' Band 47).
* James A. Weisheipl: ''The Curriculum of the Faculty of Arts at Oxford in the Early Fourteenth Century.'' In ''Medieval Studies.'' Band 26, 1964, S. 143–185.
* Karl-August Wirth: ''Die kolorierten Federzeichnungen im Cod. 2975 der Österreichischen Nationalbibliothek. Ein Beitrag zur Ikonographie der Artes liberales im 15. Jahrhundert.'' In: ''Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums.'' 1978, S. 67–110.
*Fareed Zakaria: ''In Defense of a Liberal Education''. W. W. Norton & Company, New York 2015, ISBN 978-0-393-35234-4.
 
== Weblinks ==
{{Commonscat|Seven liberal arts|audio=1|video=1}}
* {{DNB-Portal|4143124-8}}
* Martianus Capella: [https://www.fh-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost05/Martianus/mar_nu00.html De nuptiis Philologiae et Mercurii]: Elektronischer Text von Buch&nbsp;IX: De harmonia.
* Cassiodor: [https://faculty.georgetown.edu/jod/texts/cass.inst.html Institutiones, lib.I]
* Isidor von Sevilla: [https://www.fh-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost07/Isidorus/isi_et01.html Etymologiae]
* [[Hugo von St. Viktor]]: [https://www.hs-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost12/Hugo/hug_did0.html Didascalicon]
* [[Bonaventura von Bagnoregio]]: {{Webarchiv | url=http://hiphi.ubbcluj.ro/fam/texte/bonaventura/de_reductione_artium.htm | wayback=20131230040522 | text=De reductione artium ad theologiam}}
* [[Francesco Maurolico]]: [https://www.dm.unipi.it/pages/maurolic/edizioni/cosmogra/dslu/dslu-1.htm De sphaera], mit einem Kapitel ‚De scientiarum divisione‘ zur Einteilung der Wissenschaften
* Zur Bedeutung der Musik im Quadrivium: {{Webarchiv | url=http://juju.on-the-net.de/2005/12/musik/musik-und-die-artes-liberales-des-mittelalters/ | wayback=20090324154710 | text=Musik und die Artes liberales des Mittelalters}} sowie der Essay von [[Dieter Gutknecht (Musikwissenschaftler)|Dieter Gutknecht]] über Boethius, T. 2., im Sammelband von Wolfram Ax 2005, siehe Lit.
 
== Anmerkungen ==
<references />
 
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#<span class="mw-cite-backlink">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_ref-1 ↑]</span> <span class="reference-text">Paul Michel: ''Ignorantia exilium hominis.'' In: Martin H. Graf und Christian Moser (Hrsg.): ''Strenarum lanx. Beiträge zur Philologie und Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit.'' Festgabe für Peter Stotz zum 40-jährigen Jubiläum des Mittellateinischen Seminars der Universität Zürich, Zug 2003.</span>
#<span class="mw-cite-backlink">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_ref-2 ↑]</span> <span class="reference-text">Sybille Paulus, 2005: Wissenschaftliche Textsorten in der italienischen Renaissance: der Sprachwechsel aus dem Lateinischen in der astronomischen, meteorologischen und kosmologischen Literatur. Band 131 von Script Oralia. Gunter Narr Verlag. [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3823361651 ISBN 3823361651], [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783823361657 ISBN 9783823361657]. 434 Seiten. S. 51.</span>
#<span class="mw-cite-backlink">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_ref-3 ↑]</span> <span class="reference-text">Hans H. Lauer: ''Klostermedizin.'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_E._Gerabek Werner E. Gerabek], Bernhard D. Haage, [https://de.wikipedia.org/wiki/Gundolf_Keil Gundolf Keil], Wolfgang Wegner (Hrsg.): ''Enzyklopädie Medizingeschichte''. De Gruyter, Berlin 2005, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3110157144 ISBN 3-11-015714-4], S. 758–764; hier: S. 760.</span>
#<span class="mw-cite-backlink">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_ref-VAC_4-0 ↑]</span> <span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Hannah_Arendt Hannah Arendt]: ''Vita activa oder vom tätigen Leben''. R. Piper, München <sup>3</sup>1983, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3492005179 ISBN 3-492-00517-9], S.&nbsp;19 zu Stw. „Lebensweisen“.</span>
#<span class="mw-cite-backlink">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_ref-EUI_5-0 ↑]</span> <span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas Jürgen Habermas]: ''Erkenntnis und Interesse''. In: Technik und Wissenschaft als »Ideologie«. 4. Auflage, Suhrkamp, Frankfurt, Edition 287, 1970 (<sup>1</sup>1968), [1965 Merkur]; S.&nbsp;146 zu Stw. „Theoros“.</span>
#<span class="mw-cite-backlink">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_ref-6 ↑]</span> <span class="reference-text">Ilsetraut Hadot: ''Arts libéraux et philosophie dans la pensée antique,'' 2.&nbsp;Auflage, Paris&nbsp;2005; Ilsetraut Hadot: ''Martianus Capella, Mittler zwischen griechisch-römischer Antike und lateinischem Mittelalter.'' In: Arbogast Schmitt/Gyburg Radke-Uhlmann (Hrsg.): ''Philosophie im Umbruch,'' Stuttgart 2009, S.&nbsp;15–33; Konrad Vössing: ''Schule und Bildung im Nordafrika der römischen Kaiserzeit,''Bruxelles&nbsp;1997, S.&nbsp;575&nbsp;ff.</span>
#<span class="mw-cite-backlink">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_ref-7 ↑]</span> <span class="reference-text">Hans H. Lauer: ''Klostermedizin.'' In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): ''Enzyklopädie Medizingeschichte''. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3110157144 ISBN 3-11-015714-4], S. 758–764; hier: S. 760.</span>
#<span class="mw-cite-backlink">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_ref-8 ↑]</span> <span class="reference-text">Vgl. auch Bernhard Dietrich Haage, Wolfgang Wegner, Gundolf Keil, Helga Haage-Naber: ''Deutsche Fachliteratur der Artes in Mittelalter und Früher Neuzeit.'' Berlin 2007 (= ''Grundlagen der Germanistik.'' Band 43).</span>
#<span class="mw-cite-backlink">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_ref-9 ↑]</span> <span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Arnd_Kr%C3%BCger Arnd Krüger]: ''Valentin Trichters Erben. Das Theorie-Praxis-Problem in den Leibesübungen an der Georg-August-Universität (1734–1987).'' In: ''Georgia-Augusta'' (1987), Nr. 47, 69–75.</span>
#<span class="mw-cite-backlink">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_ref-10 ↑]</span> <span class="reference-text">[http://lac.sysu.edu.cn// lac.sysu.edu.cn].</span>
#<span class="mw-cite-backlink">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_freie_K%C3%BCnste#cite_ref-11 ↑]</span> <span class="reference-text">Die 7 freien Künste kommen in allen wissenschaftlichen Essays des Bandes vor, u. a. Reinhold F. Glei über [https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_de_Villa_Dei Alexander de Villa Dei].</span>
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Version vom 20. Mai 2026, 15:43 Uhr

'septem artes liberales', 'artes liberales', 'studia liberalia'

angelegt 28.10.2021

„Die Philosophie thront inmitten der Sieben Freien Künste“ – Darstellung aus dem Hortus Deliciarum der Herrad von Landsberg(um 1180) Philosophia et septem artes liberales, the seven liberal arts. From the Hortus deliciarum of Herrad of Landsberg (12th century)

Die sieben freien Künste (lateinisch septem artes liberales, seltener auch studia liberalia) sind ein in der Antike entstandener Kanon von sieben Studienfächern. Aus den freien Künsten bestand traditionell die einem freien Mann ziemende Bildung, ihre Siebenzahl ist aber erst in der Spätantikebezeugt. Im mittelalterlichen Lehrwesen galten sie als Vorbereitung auf die Fakultäten Theologie, Jurisprudenz und Medizin.

Liberal arts education (from Latin liberalis "free" and ars "art or principled practice")[1] is the traditional academic program in Western higher education.[2] Liberal arts takes the term artin the sense of a learned skill rather than specifically the fine arts. Liberal arts education can refer to studies in a liberal arts degree program or to a university education more generally. Such a course of study contrasts with those that are principally vocational, professional, or technical.

„Die Philosophie thront inmitten der Sieben Freien Künste“ – Darstellung aus dem Hortus Deliciarum der Herrad von Landsberg (um 1180)

Die sieben freien Künste (lateinisch septem artes liberales; kurz auch artes liberales, seltener auch studia liberalia) sind ein in der Antike entstandener Kanon von sieben Studienfächern. Aus diesen freien Künsten bestand traditionell die einem freien Mann ziemende Bildung, ihre Siebenzahl ist aber erst in der Spätantike bezeugt. Im mittelalterlichen Lehrwesen galten sie als Vorbereitung auf das Studium an den Fakultäten für Theologie, Jurisprudenz und Medizin.

Umfang und Gliederung

Die freien Künste waren so bezeichnet, um sie gegenüber den praktischen Künsten (Artes mechanicae) als höherrangig zu bewerten. Seneca schreibt in seinem 88. Brief: Quare liberalia studia dicta sint vides: quia homine libero digna sunt („Du siehst, warum die freien Künste so genannt werden: weil sie eines freien Menschen würdig sind“). Als freier Mann galt, wer nicht zum Broterwerb arbeiten musste. Somit konnten nur solche Beschäftigungen würdig sein, die keine Verbindung mit Erwerbstätigkeit hatten.[1] Man unterschied bei den freien Künsten das Trivium (Dreiweg) der sprachlich und logisch-argumentativ ausgerichteten Fächer, welche die Voraussetzung für jede Beschäftigung mit der (lateinischen) Wissenschaft bilden, und das weiterführende Quadrivium (Vierweg) der mathematischen Fächer.

Zum Trivium gehörten:

  1. Grammatik: Lateinische Sprachlehre und ihre Anwendung auf die Werke der klassischen Schulautoren
  2. Rhetorik: Redeteile und Stillehre, ebenfalls mit Beispielen aus den Schulautoren
  3. Dialektik bzw. Logik: Schlüsse und Beweise auf der Grundlage des Organons

Zum Quadrivium gehörten:

  1. Arithmetik: Zahlentheorie (Zahlbegriff, Zahlenarten, Zahlenverhältnisse) und z. T. auch praktisches Rechnen
  2. Geometrie: euklidische Geometrie, Geographie, Agrimensur
  3. Musik: Musiktheorie und Tonarten unter anderem als Grundlage der Kirchenmusik
  4. Astronomie: Lehre von den Sphären, den Himmelskörpern und ihren Bewegungen, unter Einschluss der Astrologie (Auswirkungen auf die sublunare Sphäre und den Menschen). Bis in das 18. Jahrhundert bildeten Astrologie und Astronomie ein Gebiet, das beide Bezeichnungen tragen konnte. Innerhalb des Gebietes wurde wiederum zwischen beiden Teilgebieten unterschieden.[2]
Seite aus dem Tübinger Hausbuch aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Von links nach rechts die sieben freien Künste mit der Zuordnung zu den sieben Wandelgestirnen, den sieben Wochentagen und den sieben Planetenmetallen:
Geometrie: Saturn – Samstag – Blei
Logik (anstatt der Dialektik): Jupiter – Donnerstag – Zinn
Arithmetik (ars metrica): Mars – Dienstag – Eisen
Grammatik: Sonne – Sonntag – Gold
Musik: Venus – Freitag – Kupfer
Physik (anstatt der Astronomie): Merkur – Mittwoch – Quecksilber
Rhetorik: Mond – Montag – Silber

Der im 5. Jahrhundert lebende römische Schriftsteller Martianus Capella verfasste De nuptiis Philologiae et Mercurii, das als Lehrbuch der sieben Künste dienen sollte. In dieser Tradition wurden die sieben Künste personifiziert in Form von weiblichen Allegorien und häufig mit folgenden Attributen dargestellt:

Eine Sonderstellung nahm eine im 8./9. Jahrhundert publizierte, unter anderem von Alkuin und Hrabanus Maurus zur „Physica“ erweiterte Aufteilung des Quadriviums in die sieben Künste Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie, Astrologie, Mechanik und Medizin ein.[3]

Für die einzelnen Disziplinen existiert ein Merkvers in Hexametern:

Übersetzung (mit Auflösung der Abkürzungen):

„Die Grammatik redet, die Dialektik lehrt das Wahre, die Rhetorik färbt die Worte,
die Musik singt, die Arithmetik zählt, die Geometrie misst, die Astronomie lehrt die Gestirne.“

Geschichte

Antike

Die griechische Tradition bildete in der Antike noch keinen Kanon der freien Künste bzw. „Künste der Freien“ für die freien Bürger[4] heraus. Die vier mathematischen Fächer wurden jedoch bereits von Platon in der Politeia und in den Nomoi im Zusammenhang mit der Ausbildung des idealen Staatsmannes nächst der Philosophie als diejenigen Lehrgegenstände angeführt, die zur Vernunfterkenntnis führen, wobei sich Platon seinerseits bereits auf die Pythagoreer bezieht. Aristoteles unterscheidet drei eines freien Mannes würdige Lebensweisen (βίοι bíoi), die sich alle im Bereich des Schönen abspielen: im Genuss und Verzehr des körperlich Schönen, im Ausüben schöner Taten innerhalb der Polis (βίος πολιτικός bíos politikós) sowie im Erforschen und Schauen schöngeistiger Dinge (βίος θεωρητικός bíos theoretikós).[5] Selbst der bíos theoretikós hatte einen politischen Hintergrund, da es die „Polis“ war, die hier effektiv, durchgreifend, dominant, bestimmend und erfolgreich wirkte. „Theoros“ hieß der Vertreter, den griechische Städte zu den öffentlichen Festspielen entsandten.[6] Aristoteles verstand Politik als Fortsetzung der Ethik, folglich als die Lehre vom guten und gerechten Leben. Er sah keinen Gegensatz zwischen der in den Nomoi des Platon aufgestellten Verfassung und dem Ethos des bürgerlichen Lebens.[7]

Die freien Künste (artes liberales), entstammend der enkyklios paideia der Sophisten, erfuhren eine enzyklopädische Behandlung erstmals in den Disciplinae des römischen Gelehrten Varro im 1. Jahrhundert v. Chr. Bei Varro kommt aber ebenso wie bei Cicero und Vitruv die Siebenzahl noch nicht vor; vielmehr behandelt er im 8. und 9. Buch auch Medizin und Architektur.

In den hellenistischen Gymnasien wurden die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer nicht unterrichtet, und auch im städtischen Unterrichtswesen der römischen Kaiserzeit gehörten sie nicht zum Lehrstoff. Außerberuflicher Unterricht in diesen Fächern wurde nur in Philosophenschulen angeboten und war daher nur einem kleinen Prozentsatz der Bevölkerung zugänglich. Galenos hielt die freien Künste für die Ausbildung von wirklichen Ärzten für erforderlich.[8] Als fester Kanon von sieben Fächern sind die freien Künste erst in der Spätantike (bei Augustinus und Martianus Capella) bezeugt. Für diese Autoren bestand der Zweck des Wissenserwerbs in den sieben Fächern nicht in schulischer Allgemeinbildung; vielmehr war die Zielrichtung eine philosophische bzw. religiöse Vorbereitung der Seele auf den Aufstieg in die intelligible Welt nach der Lehre des Neuplatonismus bzw. in den Bereich der göttlichen Dinge im christlichen Sinne.[9] Martianus Capella hebt ausdrücklich hervor, dass Medizin und Architektur nicht zum Kanon gehören. Auch Isidor von Sevilla erklärt in seinen Etymologien, dass die Medizin nicht zu den freien Künsten gehöre, da sie als secunda philosophia deren Studium für den Arzt voraussetze.[10]

Mittelalter

Dem Mittelalter wurden die sieben freien Künste in enzyklopädischer Form vor allem durch Martianus Capella vermittelt, in dessen Lehrgedicht Von der Hochzeit Merkurs und der Philologie diese Künste als Brautjungfern auftreten und ihr Lehrwissen als Hochzeitsgaben ausbreiten, sowie durch Cassiodor und durch Isidors Einarbeitung des Lehrstoffs in seine Etymologiae. Hinzu kamen in einzelnen Fächern als grundlegende Lehrwerke der Antike etwa für die Grammatik die Ars minor und Ars maior des Donatus, für die Rhetorik die (fälschlicherweise) Cicero zugeschriebene Rhetorica ad Herennium, für die Arithmetik und Musik die beiden Institutiones von Boëthius und für die Dialektik dessen Übersetzungen und Kommentare zu Schriften aus dem aristotelischen Organon.

Der Unterricht in den Artes liberales stand als ein Propädeutikum zwischen dem Elementarunterricht (Lesen und Schreiben mit elementaren Lateinkenntnissen, Rechnen, Singen) und den eigentlichen wissenschaftlichen Studien, bei denen im Frühmittelalter die Theologie den ersten Rang hatte. Den Stoff der Artes oder Teile davon vermittelten zunächst die Kloster-, Dom- und Kathedralschulen sowie städtische Bildungseinrichtungen und freie Magister. Mit der Entstehung der Universitäten wurde die Artistenfakultät (Facultas Artium) als eine der vier Fakultäten (zusammen mit Theologie, Recht, Medizin) in das Studium Generale integriert und wurde damit zur Vorläuferin der Philosophischen Fakultät, unter deren Namen sie zum Teil schon seit dem 15. Jahrhundert weitergeführt wurde.

Bereits im Lehrbetrieb der scholastischen Artistenfakultäten veränderte sich der Lehrstoff der Artes liberales erheblich und nahm vor dem Hintergrund neuer Übersetzungen der Schriften des Aristoteles und seiner arabischen Kommentatoren vor allem philosophische Inhalte auf. Rhetorik und Musik traten in den Hintergrund, desgleichen Grammatik, sofern sie nicht im Rahmen der Beschäftigung mit den modi significandi als eine Art Sprachlogik weitergeführt wurde, während die Dialektik an Bedeutung gewann und die im weitesten Sinn naturwissenschaftlichen Artes zu einem Studium in theoretischer (Physik, Metaphysik) und praktischer Philosophie (Ethik, Ökonomie, Politik) ausgebaut wurden.

Das Studium an der Artistenfakultät blieb Vorbedingung für das Studium an den anderen drei Fakultäten. Als akademische Grade vergab die Artistenfakultät nach einem Zwischenexamen den Titel des Baccalaureus Artium und – sofern der Baccalaureus nicht an einer der anderen Fakultäten sein eigentliches Studium aufnahm – nach erneutem Examen den Abschluss des Magister artium. Die Lehrerlaubnis (licentia docendi) in den Artes liberales war mit Einschränkung zum Teil schon im Rahmen des Bakkalaureats zu erwerben, die volle Lehrbefähigung aber erst mit dem Magister artium, an dessen Stelle dann seit dem 15. Jahrhundert, im Zuge der allgemeinen Ablösung des Magisters durch den Doktor, der Titel des Doctor philosophiae trat.

Renaissance

Die Grammatik, allegorisch dargestellt als Gärtnerin, Gemälde von Laurent de La Hyre (1650)

Unter dem Leitbegriff der Studia humanitatis, der nicht an einen bestimmten antiken Fächerkanon, sondern an die Formulierung allgemeiner klassischer Bildungsziele bei Cicero anknüpfte, erfuhren die Artes[11] im Humanismus des 15. und 16. Jahrhunderts nochmals eine Neubewertung, die nicht nur das Artes-Studium an der Universität, sondern auch die vor- und außeruniversitären Bildungsbestrebungen in Schule und Privatunterricht betraf. Hierbei wurden einerseits die Fächer des Triviums durch das Studium eines teilweise neuen Kanons klassischer, nun nach Möglichkeit auch griechischer Musterautoren mit Schwerpunkt auf dem Bereich der Dichtung, andererseits in der Philosophie die praktische gegenüber der theoretischen Philosophie, und außerdem das Studium der Geschichte in den Vordergrund gestellt. Leibesübungen (exercitia), Reiten, Fechten und Tanzen galten als artes illiberales.[12] Die Medizin wurde, etwa von Francesco Petrarca, dem Mitbegründer des Renaissance-Humanismus, weiterhin zu den artes mechanicae gezählt. Petrarca sah dementsprechend den Arzt auch als Handwerker (mechanicus „Mechaniker“) an. Später, etwa durch Juan Luis Vives, erlangten die Medizin und der die studia humanitas absolviert habende Arzt eine weitaus höhere Einschätzung.[13]

Liberal Arts

Liberal Arts in den USA

Als liberal arts bezeichnet man im US-amerikanischen Hochschulwesen Studiengänge, die der breiten Allgemeinbildung und der Ausbildung grundlegender intellektueller Fähigkeiten und der Kommunikations-/Ausdrucksfähigkeit dienen sollen. Merkmale sind der interdisziplinäre Ansatz und eine flexible Fächerwahl neben dem Major (Hauptfach). Sie grenzen sich damit gegen die berufsvorbereitende oder wissenschaftlich spezialisierte Ausbildung programmatisch ab bzw. sind ihr vorgelagert.[14]

Die liberal arts studies gehören zu den undergraduate studies und werden an eigenen, meist privaten liberal arts colleges studiert, z. B. am Amherst College, Williams College oder Swarthmore College. Colleges dieses Typs legen oft besonderen Wert auf individuelle Betreuung der Studierenden, kleine Klassengrößen und teamorientiertes Lernen. Die Lehrpläne variieren.[15]

Historisch waren die ersten höheren Schulen in Neuengland liberal arts colleges, die am Anfang der Bildungsgeschichte der USA standen.

Liberal Arts außerhalb der USA

Da das liberal arts college eine spezifisch US-amerikanische Institution ist, kommt sie im britischen Bildungswesen und anderen Ländern nicht oder nur nach dem Vorbild des US-amerikanischen Modells vor.

In Deutschland sind einschlägige Bachelorangebote bisher rar, etwa in Freiburg[16] und an der Justus-Liebig-Universität Gießen.[17] Die Studiengangsbezeichnungen lauten beispielsweise Liberal Arts and Sciences oder Studium Individuale. Die erste Professur des neuen Studiengangs Liberal Arts and Sciences wurde an der Universität Hamburg mit Matthias Schemmel besetzt.[18] Weitere Liberal-Arts-Studiengänge oder daran orientierte Programme finden sich an mehreren privaten Hochschulen, beispielsweise dem Bard College Berlin.

In Österreich bietet die Universität Klagenfurt seit dem Wintersemester 2024/25 das Bachelorstudium Liberal Arts: Die Welt von morgen verstehen und gestalten an.[19]

In den Niederlanden haben sich seit dem Ende der 1990er Jahre zehn Liberal Arts Colleges, auch als University Colleges bekannt, etabliert. Diese sind in der Regel an größere Forschungsuniversitäten angebunden.[20]

In China existiert mit dem Boya College (chinesisch 博雅学院 Bóyā xuéyuàn) an der Sun-Yat-sen-Universität (Guangdong) ein Versuch, eine Variante der Liberal Arts zu etablieren, die auf einer Synthese von „West“ und „Ost“ basiert.[21]

Literatur

  • Wolfram Ax (Hrsg.): Lateinische Lehrer Europas. Fünfzehn Porträts von Varro bis Erasmus von Rotterdam. Böhlau, Köln / Weimar / Wien 2005, ISBN 3-412-14505-X.[22]
  • Günter Bernt, Ludwig Hödl, Heinrich Schipperges: Artes liberales. In: Lexikon des Mittelalters. Band 1 (1980), Sp. 1058–1063.
  • Gerhard Eis: Mittelalterliche Fachprosa der Artes. In: Deutsche Philologie im Aufriß. Hrsg. von Wolfgang Stammler, 2. Auflage. Band 2, Berlin 1960, Sp. 1103–1216.
  • Brigitte Englisch: Die Artes liberales im frühen Mittelalter (5.–9. Jh.). Das Quadrivium und der Komputus als Indikatoren für Kontinuität und Erneuerung der exakten Wissenschaften zwischen Antike und Mittelalter. Stuttgart 1994 (= Sudhoffs Archiv, Beiheft 33).
  • Reinhold F. Glei (Hrsg.): Die Sieben Freien Künste in Antike und Gegenwart. Trier 2006 (Bochumer Altertumswissenschaftliches Colloquium; 72).
  • Bernhard D. Haage: Artes. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 101 f.
  • Ria Jansen-Sieben: Repertorium van de middelnederlandse artesliteratuur. Utrecht 1989.
  • Josef Jjsewijn u. a. (Hrsg.): The Universities in the Late Middle Ages. Louvain: Leuven Univ. Press, 1978 (Mediaevalia Lovaniensia, Series I, Studia, VI. Publications de l’Institut d’Études Médiévales de l’Université Catholique de Louvain, 2e série, 2).
  • Gundolf Keil, Peter Assion (Hrsg.): Fachprosaforschung. Acht Vorträge zur mittelalterlichen Artesliteratur. Berlin 1974.
  • Bernhard D. Haage: Deutsche Artesliteratur des Mittelalters. Überblick und Forschungsbericht. In: Brigitte Schlieben-Lange, Helmut Kreuzer (Hrsg.): Fachsprache und Fachliteratur. Göttingen 1983 (= Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik. Band 51/52, 1983, S. 185–205).
  • Uta Lindgren: Die Artes liberales in Antike und Mittelalter. München 1992.
  • Uta Lindgren: Die sieben freien Künste in den frühmittelalterlichen Abteien Sankt Gallen und Reichenau. Konstanz 1976 (Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte; 207). – Neuausgabe: Rauner, Augsburg 2004.
  • Ursula Schaefer (Hrsg.): Artes im Mittelalter. Akademie, Berlin 1999 (Symposium des Mediävistenverbandes, 7, 1997).
  • Stephanie Schüssler: Das Grabmal Sixtus IV. in Rom: zur Ikonographie der artes liberales. Chorus, Mainz 1998.
  • Rainer Christoph Schwinges (Hrsg.): Artisten und Philosophen: Wissenschafts- und Wirkungsgeschichte einer Fakultät vom 13. bis zum 19. Jahrhundert. Schwabe, Basel 1999 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, 1).
  • Christoph Scriba: Die mathematischen Wissenschaften im mittelalterlichen Bildungskanon der Sieben Freien Künste. In: Acta historica Leopoldina. Nr. 16, 1985, S. 25–53.
  • Tetsuro Shimizu, Alcuin’s Theory of Signification and System of Philosophy. In: Didaxalia. Band 1, 1995, S. 15–56.
  • Steffen Siegel: Architektur des Wissens. Die figurative Ordnung der „artes“ in Gregor Reischs „Margarita Philosophica“. In: Frank Büttner, Gabriele Wimböck (Hrsg.): Das Bild als Autorität. Die normierende Kraft des Bildes. Lit, Münster 2004, ISBN 978-3-8258-8425-3, S. 343–362.
  • Michael Stolz: Artes-liberales-Zyklen: Formationen des Wissens im Mittelalter. Francke, Tübingen 2004 (= Bibliotheca Germanica. Band 47).
  • James A. Weisheipl: The Curriculum of the Faculty of Arts at Oxford in the Early Fourteenth Century. In Medieval Studies. Band 26, 1964, S. 143–185.
  • Karl-August Wirth: Die kolorierten Federzeichnungen im Cod. 2975 der Österreichischen Nationalbibliothek. Ein Beitrag zur Ikonographie der Artes liberales im 15. Jahrhundert. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums. 1978, S. 67–110.
  • Fareed Zakaria: In Defense of a Liberal Education. W. W. Norton & Company, New York 2015, ISBN 978-0-393-35234-4.
Commons: Seven liberal arts – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. ↑ Paul Michel: Ignorantia exilium hominis. In: Martin H. Graf und Christian Moser (Hrsg.): Strenarum lanx. Beiträge zur Philologie und Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Festgabe für Peter Stotz zum 40-jährigen Jubiläum des Mittellateinischen Seminars der Universität Zürich, Zug 2003.
  2. ↑ Sybille Paulus, 2005: Wissenschaftliche Textsorten in der italienischen Renaissance: der Sprachwechsel aus dem Lateinischen in der astronomischen, meteorologischen und kosmologischen Literatur. Band 131 von Script Oralia. Gunter Narr Verlag. ISBN 3-8233-6165-1, ISBN 978-3-8233-6165-7. 434 Seiten. S. 51.
  3. ↑ Hans H. Lauer: Klostermedizin. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 758–764, hier: S. 760.
  4. ↑ Helmut Gebelein: Das Element Feuer in Haushalt und Familie. In: Trude Ehlert (Hrsg.): Haushalt und Familie in Mittelalter und früher Neuzeit. Sigmaringen 1991, ISBN 978-3-7995-4156-5, S. 137–151, hier: S. 141–142.
  5. ↑ Hannah Arendt: Vita activa oder vom tätigen Leben. 3. Auflage. R. Piper, München 1983, ISBN 3-492-00517-9, S. 19 (zum Stichwort Lebensweisen).
  6. ↑ Jürgen Habermas: Erkenntnis und Interesse. In: Technik und Wissenschaft als »Ideologie«. 4. Auflage, Suhrkamp, Frankfurt, Edition 287, 1970 (11968), [1965 Merkur]; S. 146 zu Stw. „Theoros“.
  7. ↑ Jürgen Habermas: Die klassissche Lehre von der Politik in ihrem Verhältnis zur Sozialphilosophie. In: Theorie und Praxis. Sozialphilosophische Studien. [1963] 5. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1978 (= stw. Band 243), ISBN 978-3-518-27843-7, S. 48–49.
  8. ↑ Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 12–14.
  9. ↑ Ilsetraut Hadot: Arts libéraux et philosophie dans la pensée antique, 2. Auflage, Paris 2005; Ilsetraut Hadot: Martianus Capella, Mittler zwischen griechisch-römischer Antike und lateinischem Mittelalter. In: Arbogast Schmitt/Gyburg Radke-Uhlmann (Hrsg.): Philosophie im Umbruch, Stuttgart 2009, S. 15–33; Konrad Vössing: Schule und Bildung im Nordafrika der römischen Kaiserzeit, Bruxelles 1997, S. 575 ff.
  10. ↑ Hans H. Lauer: Klostermedizin. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 758–764; hier: S. 760.
  11. ↑ Vgl. auch Bernhard Dietrich Haage, Wolfgang Wegner, Gundolf Keil, Helga Haage-Naber: Deutsche Fachliteratur der Artes in Mittelalter und Früher Neuzeit. Berlin 2007 (= Grundlagen der Germanistik. Band 43).
  12. ↑ Arnd Krüger: Valentin Trichters Erben. Das Theorie-Praxis-Problem in den Leibesübungen an der Georg-August-Universität (1734–1987). In: Georgia-Augusta (1987), Nr. 47, 69–75.
  13. ↑ August Buck: Die Medizin im Verständnis des Renaissancehumanismus. In: Deutsche Forschungsgemeinschaft: Humanismus und Medizin. Hrsg. von Rudolf Schmitz und Gundolf Keil, Acta humaniora der Verlag Chemie GmbH, Weinheim 1984 (= Mitteilung der Kommission für Humanismusforschung. Band 11), ISBN 3-527-17011-1, S. 181–198, hier: S. 181 f. und 197 f.
  14. ↑ Carsten Bösel: Was bedeutet Liberal Arts Education? In: CONSULT US. 27. August 2015, abgerufen am 14. Februar 2025.
  15. ↑ What is Liberal Arts Education? 15. Januar 2025, abgerufen am 14. Februar 2025 (englisch).
  16. ↑ Was ist Liberal Arts and Sciences? Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, abgerufen am 6. November 2022.
  17. ↑ College of Liberal Arts & Sciences (CLAS). Abgerufen am 30. Oktober 2023.
  18. ↑ Studiengang Liberal Arts and Sciences. Universität Hamburg, 21. Oktober 2022.
  19. ↑ Liberal Arts: Die Welt von morgen verstehen und gestalten. In: www.aau.at. Abgerufen am 1. November 2024.
  20. ↑ University Colleges | Study in NL. Abgerufen am 13. Juni 2023 (englisch).
  21. ↑ lac.sysu.edu.cn.
  22. ↑ Die 7 freien Künste kommen in allen wissenschaftlichen Essays des Bandes vor, u. a. Reinhold F. Glei über Alexander de Villa Dei.