„Zirkelschluß“ – Versionsunterschied
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Zirkelschluß | Zirkel + Schluß | ein logischer Fehlschluß (Logikfehler), bei dem die Voraussetzungen das zu Beweisende schon enthalten. | |||
Zirkelbeweis,logischer Zirkel,Kreisschluss,Hysteron-Proteron,Teufelskreis<p>Es wird bspw. behauptet, eine Aussage durch Ableitung (Deduktion) zu beweisen, indem die Aussage selbst als Voraussetzung verwendet wird. Ein ähnlicher Umstand besteht beim Zirkelbezug.</p><p>Beweisführung, bei der das zu Beweisende bereits als Voraussetzung herangezogen wird, ‘logischer Fehlschluß’ (18. Jh.), in der philosophischen Fachsprache für <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="neulateinisch">nlat.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">circulus vitiōsus,</span>'' lat. ''circulus ''"Kreis" ''vitiosus'' "voller Fehler", ''<span class="etymwb-mentioned">circulus in probando</span>'' ‘Kreis beim Beweisen’ (vgl. gleichbed. <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittellateinisch">mlat.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">circulus</span>''), fachsprachlich auch als "Hysteron-Proteron" ''„Spätere Frühere“'' agrie. ''<span class="Latn" lang="grc-Latn">hýsteron próteron</span>'', wörtlich-sinngemäß etwa ''„das Spätere [ist] das Frühere“;'' mundartlich auch ''Teufelskreis.''</p><p>Beispiel: Ein oft erhobene Behauptung ist "Die Bibel ist Gottes Wort, denn es steht geschrieben ‘alle Schrift ist von Gott eingegeben’."; Ähnliches wird im Judentum sich auf den Tanach, im Islam in Bezug auf den Koran, wie auch in fast allen anderen Glaubensgemeinschaften und Religionen in Bezug auf ihre heiligen Schriften als Begründung aufgeführt.</p><p>Alle heiligen Schriften wurden durch deren Schriftgelehrte geschrieben, die jeweils in ihr die Aussage ‘alle Schrift ist von Gott eingegeben’ verschrifteten. Anschließend behaupten sie, die heilige Schrift sein "Gottes Wort" und begründen dies, mit dem Verweis auf die jeweilige heilige Schrift, da es darin geschrieben steht und erwirken dadurch, die jeweilige heilige Schrift von Gott selbst stammen würde und verleihen so ihrer heiligen Schrift die höchste Autorität und über diesen logischen Trick, der zugleich ein Logikfehler ist, beweist die jeweilige heilige Schrift aus sich selbst heraus, daß sie eine gültige heilige Schrift Gottes sei.</p><p>Auf diese Weise entstanden alle heiligen Schriften und nur diejenigen, die einen Zirkelschluß als solchen nicht erkennen, können dadurch getäuscht werden und zu über 95% war diese Wirkweise solcher Zirkelschlüsse im Christentum bis ins 19. Jh. wirksam und wurde erst durch Aufklärung, Humanismus, den Wissenschaften, der Archäologie und weiteren überwunden, wobei die meisten Wissenschaften über die Begriffbestimmung genau diesen logischen Trick und Zirkelschluß als Grundlagen ihrer Einzelwissenschaften verwendet haben und somit heute die Wissenschaften mit diesem Logikfehler die Stellung der Religionen übernommen hat (21. Jh. ndt.).</p> | |||
'''Zirkelschluss''' | |||
Ein '''Zirkelschluss''', '''Zirkelbeweis''', '''logischer Zirkel''', '''Kreisschluss''' oder auch '''Hysteron-Proteron''' (aus altgriechisch ὕστερον πρότερον ''hýsteron próteron'', wörtlich ''„das Spätere [ist] das Frühere“''), ist ein Beweisfehler, bei dem die Voraussetzungen des zu Beweisenden schon enthalten sind. Es wird also behauptet, eine Aussage durch Deduktion zu beweisen, indem die Aussage selbst als Voraussetzung verwendet wird. Er wird auch als '''''Circulus vitiosus''''' (aus lateinisch''circulus vitiosus'', wörtlich ''fehlerhafter Kreis'') oder '''Teufelskreis''' bezeichnet. | Ein '''Zirkelschluss''', '''Zirkelbeweis''', '''logischer Zirkel''', '''Kreisschluss''' oder auch '''Hysteron-Proteron''' (aus altgriechisch ὕστερον πρότερον ''hýsteron próteron'', wörtlich ''„das Spätere [ist] das Frühere“''), ist ein Beweisfehler, bei dem die Voraussetzungen des zu Beweisenden schon enthalten sind. Es wird also behauptet, eine Aussage durch Deduktion zu beweisen, indem die Aussage selbst als Voraussetzung verwendet wird. Er wird auch als '''''Circulus vitiosus''''' (aus lateinisch''circulus vitiosus'', wörtlich ''fehlerhafter Kreis'') oder '''Teufelskreis''' bezeichnet. | ||
Davon ist jedoch der Teufelskreis im Sinne der Systemtherapie als sich selbst verstärkendes Feedback-Muster in der Kommunikation zu unterscheiden. Als hýsteron próteron wird mittlerweile eine vom Zirkelschluss unterscheidbare rhetorische Figur bezeichnet. Der verwandte Fall einer selbstbezüglichen Definition wird unter idem per idem behandelt. In einer bestimmten Bedeutung ist die Petitio Principii ein Sonderfall des Zirkelschlusses, bei dem das Zugeständnis der vorausgesetzten Aussage im Ablauf eines dialogischen Arguments nachträglich, oft versteckt in einer allgemeineren These, gefordert wird.([https://de.wikipedia.org/wiki/Zirkelschluss WKPD]) | Davon ist jedoch der Teufelskreis im Sinne der Systemtherapie als sich selbst verstärkendes Feedback-Muster in der Kommunikation zu unterscheiden. Als hýsteron próteron wird mittlerweile eine vom Zirkelschluss unterscheidbare rhetorische Figur bezeichnet. Der verwandte Fall einer selbstbezüglichen Definition wird unter idem per idem behandelt. In einer bestimmten Bedeutung ist die Petitio Principii ein Sonderfall des Zirkelschlusses, bei dem das Zugeständnis der vorausgesetzten Aussage im Ablauf eines dialogischen Arguments nachträglich, oft versteckt in einer allgemeineren These, gefordert wird.([https://de.wikipedia.org/wiki/Zirkelschluss WKPD]) | ||
Version vom 16. Dezember 2023, 14:45 Uhr
Zirkelschluß | Zirkel + Schluß | ein logischer Fehlschluß (Logikfehler), bei dem die Voraussetzungen das zu Beweisende schon enthalten.
Zirkelbeweis,logischer Zirkel,Kreisschluss,Hysteron-Proteron,Teufelskreis
Es wird bspw. behauptet, eine Aussage durch Ableitung (Deduktion) zu beweisen, indem die Aussage selbst als Voraussetzung verwendet wird. Ein ähnlicher Umstand besteht beim Zirkelbezug.
Beweisführung, bei der das zu Beweisende bereits als Voraussetzung herangezogen wird, ‘logischer Fehlschluß’ (18. Jh.), in der philosophischen Fachsprache für nlat. circulus vitiōsus, lat. circulus "Kreis" vitiosus "voller Fehler", circulus in probando ‘Kreis beim Beweisen’ (vgl. gleichbed. mlat. circulus), fachsprachlich auch als "Hysteron-Proteron" „Spätere Frühere“ agrie. hýsteron próteron, wörtlich-sinngemäß etwa „das Spätere [ist] das Frühere“; mundartlich auch Teufelskreis.
Beispiel: Ein oft erhobene Behauptung ist "Die Bibel ist Gottes Wort, denn es steht geschrieben ‘alle Schrift ist von Gott eingegeben’."; Ähnliches wird im Judentum sich auf den Tanach, im Islam in Bezug auf den Koran, wie auch in fast allen anderen Glaubensgemeinschaften und Religionen in Bezug auf ihre heiligen Schriften als Begründung aufgeführt.
Alle heiligen Schriften wurden durch deren Schriftgelehrte geschrieben, die jeweils in ihr die Aussage ‘alle Schrift ist von Gott eingegeben’ verschrifteten. Anschließend behaupten sie, die heilige Schrift sein "Gottes Wort" und begründen dies, mit dem Verweis auf die jeweilige heilige Schrift, da es darin geschrieben steht und erwirken dadurch, die jeweilige heilige Schrift von Gott selbst stammen würde und verleihen so ihrer heiligen Schrift die höchste Autorität und über diesen logischen Trick, der zugleich ein Logikfehler ist, beweist die jeweilige heilige Schrift aus sich selbst heraus, daß sie eine gültige heilige Schrift Gottes sei.
Auf diese Weise entstanden alle heiligen Schriften und nur diejenigen, die einen Zirkelschluß als solchen nicht erkennen, können dadurch getäuscht werden und zu über 95% war diese Wirkweise solcher Zirkelschlüsse im Christentum bis ins 19. Jh. wirksam und wurde erst durch Aufklärung, Humanismus, den Wissenschaften, der Archäologie und weiteren überwunden, wobei die meisten Wissenschaften über die Begriffbestimmung genau diesen logischen Trick und Zirkelschluß als Grundlagen ihrer Einzelwissenschaften verwendet haben und somit heute die Wissenschaften mit diesem Logikfehler die Stellung der Religionen übernommen hat (21. Jh. ndt.).
Zirkelschluss
Ein Zirkelschluss, Zirkelbeweis, logischer Zirkel, Kreisschluss oder auch Hysteron-Proteron (aus altgriechisch ὕστερον πρότερον hýsteron próteron, wörtlich „das Spätere [ist] das Frühere“), ist ein Beweisfehler, bei dem die Voraussetzungen des zu Beweisenden schon enthalten sind. Es wird also behauptet, eine Aussage durch Deduktion zu beweisen, indem die Aussage selbst als Voraussetzung verwendet wird. Er wird auch als Circulus vitiosus (aus lateinischcirculus vitiosus, wörtlich fehlerhafter Kreis) oder Teufelskreis bezeichnet.
Davon ist jedoch der Teufelskreis im Sinne der Systemtherapie als sich selbst verstärkendes Feedback-Muster in der Kommunikation zu unterscheiden. Als hýsteron próteron wird mittlerweile eine vom Zirkelschluss unterscheidbare rhetorische Figur bezeichnet. Der verwandte Fall einer selbstbezüglichen Definition wird unter idem per idem behandelt. In einer bestimmten Bedeutung ist die Petitio Principii ein Sonderfall des Zirkelschlusses, bei dem das Zugeständnis der vorausgesetzten Aussage im Ablauf eines dialogischen Arguments nachträglich, oft versteckt in einer allgemeineren These, gefordert wird.(WKPD)