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„Patrone“ – Versionsunterschied

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<p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth"><span style="text-decoration: underline;" ><span style="font-size: 12pt;" >Patrone | Patron +e |wl.</span></span></span>&nbsp;</span>‘Metallhülse mit Treibladung und Geschoß für Feuerwaffen’.</p><p>‘Form, Muster, Modell’ ist eine Übernahme (16. Jh.) von <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="französisch">frz.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">patron</span>m., das selbst aus <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="lateinisch">lat.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">patrōnus</span> (s. [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Patron Patron]) entlehnt ist und zusätzlich zu den aus dem <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="lateinisch">Lat.</abbr> bzw. <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittellateinisch">Mlat.</abbr> übernommenen Verwendungen ‘Schutzherr, Schutzheiliger’ schon in afrz. Zeit die Bedeutung ‘Muster, Modell’ entwickelt, die später auch das <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittellateinisch">Mlat.</abbr> aufweist. ‘Musterform’ ist eigentlich die ‘Vaterform, nach der etw. entsteht’ (da der Vater für die Gestalt und Art des Sohnes als Vorbild gilt), also ein bildlicher Gebrauch der Bedeutung ‘Schutzherr’.</p><p>Im <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="deutsch">Dt.</abbr> geht ''<span class="etymwb-mentioned">Patron</span>'' m., seit dem 17. Jh. ''<span class="etymwb-mentioned">Patrone</span>'' f. ‘Muster, Modell’ in die Mundarten und verschiedene Fachsprachen ein.</p><p>Gegen Ende des 16. Jhs. bezeichnet <span class="etymwb-mentioned">''Patrone'',&nbsp;''Patron''</span>&nbsp;als ‘Musterform’ auch eine bestimmte, für eine Ladung ausreichende Menge Schießpulver in einer Papierhülse, später Metallhülse, danach die ganze damit zubereitete Ladung. Schließlich geht der Ausdruck auf das moderne Geschoß mit Hülse, Zünder und Treibladung über.</p><p>Auf Grund äußerlicher Ähnlichkeit wird ''<span class="etymwb-mentioned">Patrone&nbsp;</span>''auf Behälter für Kleinbildfilme sowie auf Behälter für Tinte (als in Füllfederhalter einzulegende Nachfüllung) übertragen (20. Jh.).</p>
<p>[[Patron]] + [[-e]] |wl.&nbsp;‘Metallhülse mit Treibladung und Geschoß für Feuerwaffen’.</p><p>‘Form, Muster, Modell’ ist eine Übernahme (16. Jh.) von <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="französisch">frz.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">patron</span>m., das selbst aus <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="lateinisch">lat.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">patrōnus</span> (s. [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Patron Patron]) entlehnt ist und zusätzlich zu den aus dem <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="lateinisch">Lat.</abbr> bzw. <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittellateinisch">Mlat.</abbr> übernommenen Verwendungen ‘Schutzherr, Schutzheiliger’ schon in afrz. Zeit die Bedeutung ‘Muster, Modell’ entwickelt, die später auch das <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittellateinisch">Mlat.</abbr> aufweist. ‘Musterform’ ist eigentlich die ‘Vaterform, nach der etw. entsteht’ (da der Vater für die Gestalt und Art des Sohnes als Vorbild gilt), also ein bildlicher Gebrauch der Bedeutung ‘Schutzherr’.</p><p>Im <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="deutsch">Dt.</abbr> geht ''<span class="etymwb-mentioned">Patron</span>'' m., seit dem 17. Jh. ''<span class="etymwb-mentioned">Patrone</span>'' f. ‘Muster, Modell’ in die Mundarten und verschiedene Fachsprachen ein.</p><p>Gegen Ende des 16. Jhs. bezeichnet <span class="etymwb-mentioned">''Patrone'',&nbsp;''Patron''</span>&nbsp;als ‘Musterform’ auch eine bestimmte, für eine Ladung ausreichende Menge Schießpulver in einer Papierhülse, später Metallhülse, danach die ganze damit zubereitete Ladung. Schließlich geht der Ausdruck auf das moderne Geschoß mit Hülse, Zünder und Treibladung über.</p><p>Auf Grund äußerlicher Ähnlichkeit wird ''<span class="etymwb-mentioned">Patrone&nbsp;</span>''auf Behälter für Kleinbildfilme sowie auf Behälter für Tinte (als in Füllfederhalter einzulegende Nachfüllung) übertragen (20. Jh.).</p>

Version vom 16. Dezember 2023, 16:21 Uhr

Patron + -e |wl. ‘Metallhülse mit Treibladung und Geschoß für Feuerwaffen’.

‘Form, Muster, Modell’ ist eine Übernahme (16. Jh.) von frz. patronm., das selbst aus lat. patrōnus (s. Patron) entlehnt ist und zusätzlich zu den aus dem Lat. bzw. Mlat. übernommenen Verwendungen ‘Schutzherr, Schutzheiliger’ schon in afrz. Zeit die Bedeutung ‘Muster, Modell’ entwickelt, die später auch das Mlat. aufweist. ‘Musterform’ ist eigentlich die ‘Vaterform, nach der etw. entsteht’ (da der Vater für die Gestalt und Art des Sohnes als Vorbild gilt), also ein bildlicher Gebrauch der Bedeutung ‘Schutzherr’.

Im Dt. geht Patron m., seit dem 17. Jh. Patrone f. ‘Muster, Modell’ in die Mundarten und verschiedene Fachsprachen ein.

Gegen Ende des 16. Jhs. bezeichnet Patrone, Patron als ‘Musterform’ auch eine bestimmte, für eine Ladung ausreichende Menge Schießpulver in einer Papierhülse, später Metallhülse, danach die ganze damit zubereitete Ladung. Schließlich geht der Ausdruck auf das moderne Geschoß mit Hülse, Zünder und Treibladung über.

Auf Grund äußerlicher Ähnlichkeit wird Patrone auf Behälter für Kleinbildfilme sowie auf Behälter für Tinte (als in Füllfederhalter einzulegende Nachfüllung) übertragen (20. Jh.).