„Sideroxylon“ – Versionsunterschied
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'''Sideroxylon "Eisenholz"; "hölzernes Eisen"''' | |||
Heidegger verwendete den Begriff unter anderem in seiner Vorlesung ''Einführung in die Metaphysik'' (1935), um den vermeintlichen Widerspruch einer sogenannten ''' | === Für den Philosophen [[Martin Heidegger]] === | ||
ist ein ''Sideroxylon'' ein klassischer Ausdruck für einen logischen Widerspruch (eine ''[[contrādictiō in adiectō|Contradictio in adjecto]]''). Der Begriff stammt aus dem Griechischen (''[[sídēros|sideros]]'' = Eisen, ''[[xylon]]'' = Holz) und wird im Deutschen als '''„hölzernes Eisen“''' übersetzt. [1, 2, 3, 4] | |||
Heidegger verwendete den Begriff unter anderem in seiner Vorlesung ''Einführung in die Metaphysik'' (1935), um den vermeintlichen Widerspruch einer sogenannten '''„''[[christliche Philosophie|christlichen Philosophie]]''“''' zu verdeutlichen: | |||
* '''Philosophie''' bedeutete für Heidegger ein radikales, abgründiges Fragen und das Aushalten von Ungewissheit („Torheit“). | * '''Philosophie''' bedeutete für Heidegger ein radikales, abgründiges Fragen und das Aushalten von Ungewissheit („Torheit“). | ||
* Der '''Glaube''' hingegen setzt auf göttliche Offenbarung, Gewissheit und Heilsversprechen. | * Der '''Glaube''' hingegen setzt auf göttliche Offenbarung, Gewissheit und Heilsversprechen. | ||
* Eine Philosophie, die christlich ist, ist für ihn daher so unmöglich und widersprüchlich wie ein Stück Holz, das gleichzeitig aus Eisen besteht. | * Eine Philosophie, die christlich ist, ist für ihn daher so unmöglich und widersprüchlich wie ein Stück Holz, das gleichzeitig aus Eisen besteht. | ||
Ursprünglich stammt dieses berühmte rhetorische Bild aus der Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant und wurde später vor allem durch Arthur Schopenhauers Hauptwerk ''Die Welt als Wille und Vorstellung'' in der Philosophie populär | Ursprünglich stammt dieses berühmte rhetorische Bild aus der Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant und wurde später vor allem durch Arthur Schopenhauers Hauptwerk ''Die Welt als Wille und Vorstellung'' in der Philosophie populär | ||
----{{Anm. KF}}Holz besonders behandelt ist stärker und haltbarer als Eisenstahl! | |||
Aktuelle Version vom 10. Juni 2026, 15:51 Uhr
Sideroxylon "Eisenholz"; "hölzernes Eisen"
Für den Philosophen Martin Heidegger
ist ein Sideroxylon ein klassischer Ausdruck für einen logischen Widerspruch (eine Contradictio in adjecto). Der Begriff stammt aus dem Griechischen (sideros = Eisen, xylon = Holz) und wird im Deutschen als „hölzernes Eisen“ übersetzt. [1, 2, 3, 4]
Heidegger verwendete den Begriff unter anderem in seiner Vorlesung Einführung in die Metaphysik (1935), um den vermeintlichen Widerspruch einer sogenannten „christlichen Philosophie“ zu verdeutlichen:
- Philosophie bedeutete für Heidegger ein radikales, abgründiges Fragen und das Aushalten von Ungewissheit („Torheit“).
- Der Glaube hingegen setzt auf göttliche Offenbarung, Gewissheit und Heilsversprechen.
- Eine Philosophie, die christlich ist, ist für ihn daher so unmöglich und widersprüchlich wie ein Stück Holz, das gleichzeitig aus Eisen besteht.
Ursprünglich stammt dieses berühmte rhetorische Bild aus der Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant und wurde später vor allem durch Arthur Schopenhauers Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung in der Philosophie populär
Anm. KF:Holz besonders behandelt ist stärker und haltbarer als Eisenstahl!