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„Quidditas“ – Versionsunterschied

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'''Quidditas''', lateinisch ''quidditās'' auch ''quiditās'' („Washeit“, eingedeutscht Quiddität oder Quidität) ist ein lateinischer Begriff, der aus der Fachsprache der mittelalterlichen Philosophie stammt. Er ist als abstrahierende [https://de.wikipedia.org/wiki/Substantivierung Substantivierung] von dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Interrogativpronomen Interrogativpronomen] ''[[quid]]?'' („[[was]]?“) abgeleitet.
'''Quidditas''', [[lateinisch]] ''[[quidditās]]'', auch ''[[quiditās]]'' („Washeit“, eingedeutscht Quiddität oder Quidität) ist ein lateinischer Begriff, der aus der Fachsprache der mittelalterlichen Philosophie stammt. Er ist als abstrahierende [[Substantivierung]] von dem [[Interrogativpronomen]] ''quid?'' („was?“) abgeleitet.


Der Begriff entstand wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Übersetzung philosophischer Werke aus dem Arabischen ins Lateinische, die im 12. Jahrhundert einsetzte. Die Quiddität, „Washeit“ oder Wesenheit eines Dinges ist das, was auf die Frage ''Was ist dieses Ding?'' geantwortet werden kann (''[[quod]] [[quid]] [[est]],'' „daß, was etwas ist“). Sie bezeichnet das [[Wesenart|Wesen]] (lateinisch ''[[essentia]],'' ''[[Essenz]]'') oder die Natur eines Dinges, insoweit es einer Art (''[[speciēs]]'') oder Gattung angehört und die für diese Art oder Gattung charakteristischen spezifischen Eigenschaften aufweist. Nicht zur Quiddität gehören diejenigen Eigenschaften, die ein einzelnes Individuum oder Einzelding von allem anderen unterscheiden und dessen individuelle Besonderheit bedingen; die jeweilige Besonderheit der Einzeldinge wurde als ''[[Haecceitas|haecceitās]]'' („[[Diesheit]]“) bezeichnet.<p>Der Begriff ''quidditas'' spielt besonders im Denken des Philosophen [[Johannes Duns Scotus]] eine wichtige Rolle. Aus ''quidditas'' wurde das Eigenschaftswort ''[[quidditativus]]'' („die Wesenheit betreffend“) abgeleitet.</p>
Der Begriff entstand wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Übersetzung philosophischer Werke aus dem Arabischen ins Lateinische, die im 12. Jahrhundert einsetzte. Die Quiddität, „Washeit“ oder Wesenheit eines Dinges ist das, was auf die Frage ''Was ist dieses Ding?'' geantwortet werden kann (''[[quod]] [[quid]] [[est]],'' „daß, was etwas ist“). Sie bezeichnet das [[Wesenart|Wesen]] (lateinisch ''[[essentia]],'' ''[[Essenz]]'') oder die Natur eines Dinges, insoweit es einer Art (''[[speciēs]]'') oder Gattung angehört und die für diese Art oder Gattung charakteristischen spezifischen Eigenschaften aufweist. Nicht zur Quiddität gehören diejenigen Eigenschaften, die ein einzelnes Individuum oder Einzelding von allem anderen unterscheiden und dessen individuelle Besonderheit bedingen; die jeweilige Besonderheit der Einzeldinge wurde als ''[[Haecceitas|haecceitās]]'' („[[Diesheit]]“) bezeichnet.
== <span id="Literatur">Literatur</span> ==
 
<p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Ludger_Honnefelder Ludger Honnefelder]: ''Johannes Duns Scotus''. München, Beck 2005. [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783406511165 ISBN 978-3-406-51116-5]</p>
Der Begriff ''quidditas'' spielt besonders im Denken des Philosophen [[Johannes Duns Scotus]] eine wichtige Rolle. Aus ''quidditas'' wurde das Eigenschaftswort ''[[quidditativus]]'' („die Wesenheit betreffend“) abgeleitet.
== <span id="Weblinks">Weblinks</span> ==
 
<div class="sisterproject"><span class="noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"><span class="mw-default-size"><span title="Wiktionary">[[file:16px-Wiktfavicon_en.svg.png|16x16px]]</span></span></span>'''[https://de.wiktionary.org/wiki/Quiddit%C3%A4t Wiktionary: Quiddität]'''&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
== Literatur ==
 
[[Ludger Honnefelder]]: ''Johannes Duns Scotus''. München, Beck 2005.  
ISBN 978-3-406-51116-5  
 
== Weblinks ==
{{Wiktionary|Quiddität}}
 
[[Kategorie:Ontologie]]
[[Kategorie:Wikipedia.de Artikel]]

Aktuelle Version vom 24. Juni 2026, 10:14 Uhr

quidditās lat.-deu. 'Washeit'

Quidditas, lateinisch quidditās, auch quiditās („Washeit“, eingedeutscht Quiddität oder Quidität) ist ein lateinischer Begriff, der aus der Fachsprache der mittelalterlichen Philosophie stammt. Er ist als abstrahierende Substantivierung von dem Interrogativpronomen quid? („was?“) abgeleitet.

Der Begriff entstand wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Übersetzung philosophischer Werke aus dem Arabischen ins Lateinische, die im 12. Jahrhundert einsetzte. Die Quiddität, „Washeit“ oder Wesenheit eines Dinges ist das, was auf die Frage Was ist dieses Ding? geantwortet werden kann (quod quid est, „daß, was etwas ist“). Sie bezeichnet das Wesen (lateinisch essentia, Essenz) oder die Natur eines Dinges, insoweit es einer Art (speciēs) oder Gattung angehört und die für diese Art oder Gattung charakteristischen spezifischen Eigenschaften aufweist. Nicht zur Quiddität gehören diejenigen Eigenschaften, die ein einzelnes Individuum oder Einzelding von allem anderen unterscheiden und dessen individuelle Besonderheit bedingen; die jeweilige Besonderheit der Einzeldinge wurde als haecceitās („Diesheit“) bezeichnet.

Der Begriff quidditas spielt besonders im Denken des Philosophen Johannes Duns Scotus eine wichtige Rolle. Aus quidditas wurde das Eigenschaftswort quidditativus („die Wesenheit betreffend“) abgeleitet.

Literatur

Ludger Honnefelder: Johannes Duns Scotus. München, Beck 2005. ISBN 978-3-406-51116-5

Wiktionary: Quiddität – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen