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„Siegel“ – Versionsunterschied

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<span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">[[Sieg]] + [[-el]] |</span> <span class="etymwb-gramgrp"><abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="Neutrum">n.</abbr> |</span></span>
<span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">[[Sieg]][[-el]]</span> <span class="etymwb-gramgrp"><abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="Neutrum">n.</abbr></span></span> ‘Stempel zum Eindrücken eines Zeichens in weiche Masse (als Verschluß an Schriftstücken, Behältnissen usw.), Abdruck des Zeichens’,


‘Stempel zum Eindrücken eines Zeichens in weiche Masse (als Verschluß an Schriftstücken, Behältnissen usw.), Abdruck des Zeichens’, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">[[sigel]]</span>'' ‘Siegel, Stempel, mit Siegel versehene Urkunde’, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelniederdeutsch">mnd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">sēgel</span>'', <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelniederländisch">mnl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">sēghel</span>'', <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="niederländisch">nl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">zegel</span>'', <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="altfriesisch">afries.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">sigil</span>'', <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="schwedisch">schwed.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">sigill</span>'' sind entlehnt aus <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="lateinisch">lat.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">sigillum</span>'' ‘kleine Figur, kleines Bildnis, kleine Statue, Siegelabdruck, Abdruck, Zeichen’, Minderung zu <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="lateinisch">lat.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">sīgnum</span>'' ‘Zeichen, Abzeichen, Kennzeichen, Signal, Bild, Siegel’ (s. ''Signum''); zu <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="lateinisch">lat.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">secāre</span>'' ‘schneiden’.<p>Vgl. mit abweichender Endung <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="gotisch">got.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">sigljō</span>'' ‘Siegel’. Redensartlich ''<span class="etymwb-mentioned">(mit) Brief und Siegel</span>'' ‘mit Urkunde und amtlicher Bestätigung’ (14. Jh.), übertragen ‘(mit) Sicherheit’ (etwa seit 16. Jh.);&nbsp;''<span class="etymwb-mentioned">ein Buch mit sieben Siegeln</span>'' ‘eine geheimnisvolle, unverständliche (weil mit Siegeln verschlossene) Sache’, nach Offenb. Joh. 5, 1 ''<span class="etymwb-mentioned">liber septem sigillis signatus</span>'', [[Martin Luther|Luther]] (1522) ''<span class="etymwb-mentioned">eyn buch … versiggelt mit sieben siegelln</span>'' (zuvor um 1466 ''<span class="etymwb-mentioned">insigeln</span>''); ''<span class="etymwb-mentioned">unter dem Siegel der Verschwiegenheit</span>'' (18. Jh.). Älter ist <span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">[[Insiegel]]</span></span></p>
** mhd. sigel ‘Siegel, Stempel, mit Siegel versehene Urkunde’,  
<p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth"></span></span></p>
** mnd. sēgel,  
<div class="zenoCOMain">
** mnl. sēghel,  
== Siegel, das<ref>Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 89-90. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000433632; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]</ref> ==
** nl. zegel,
<div class="zenoCOAdRight">'''Das <span class="zenoTXHighlight0">Siegel</span>'''<ref>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-04-0089 [89]]</ref>, des -s, ''plur. ut nom. sing.'' Diminut. das Siegelchen. 1. Eigentlich, wo es in einer dreyfachen Bedeutung üblich ist. (1) Die Figur, deren sich jemand bedienet, selbige zur Versicherung oder Bestätigung auf etwas zu drucken. Einen Löwen im <span class="zenoTXHighlight0">Siegel</span> führen. Sein eigenes <span class="zenoTXHighlight0">Siegel</span> haben. Sein <span class="zenoTXHighlight0">Siegel</span> auf etwas drucken. Ein <span class="zenoTXHighlight0">Siegel</span> nachmachen. Ein <span class="zenoTXHighlight0">Siegel</span> stechen, diese Figur in einen festen Körper graben. (2) Der Abdruck dieser Figur in einen weichern Körper, zur Versicherung u.s.f. Dieser weichere Körper ist Oblate, Wachs, Siegellack, Bley, Silber, Gold, in welchen letztern Fällen, wenn dieses Bild in Metall gedruckt und an eine Urkunde gehängt wird, dasselbe eine Bulle heißt. Das <span class="zenoTXHighlight0">Siegel</span> eines Briefes erbrechen. Das <span class="zenoTXHighlight0">Siegel</span><ref>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-04-0089 [89]]</ref> ist unversehret. Ein wächsernes <span class="zenoTXHighlight0">Siegel</span> an eine Urkunde hängen. Brief und <span class="zenoTXHighlight0">Siegel</span> über etwas haben, eine besiegelte, mit einem <span class="zenoTXHighlight0">Siegel</span> versehene Urkunde. (3) Das Werkzeug, worein diese Figur gegraben ist, und womit man dieselbe in einen weichern Körper drückt, in welchem Verstande es noch von den größern und feyerlichen Werkzeugen dieser Art, dessen sich ganze Gesellschaften, Collegia u.s.f. bedienen, üblich ist, dagegen die kleinern Werkzeuge einzelner Personen Petschafte heißen. Das Kanzelleysiegel, Rathssiegel, Stadtsiegel u.s.f. Ein <span class="zenoTXHighlight0">Siegel</span> stechen, durch Eingrabung des Siegels dieses Werkzeug verfertigen. 2. Figürlich, der Versicherungsgrund einer Sache. Die Beschneidung zum <span class="zenoTXHighlight0">Siegel</span> der Gerechtigkeit empfangen, Röm. 4. 11. Die Wunder der Propheten waren <span class="zenoTXHighlight0">Siegel</span> der göttlichen Vollmacht.</div><p class="zenoPLm4n0">Anm. Schon bey den ältesten Oberdeutschen Schriftstellern ''Sigel,'' im Niederd. Segel, im Angels. ''Sigel,'' im Engl. ''Seal,'' im Schwed. ''Sigill.'' Ehedem gebrauchte man in den eigentlichen Bedeutungen dafür auch das zusammen gesetzte Insiegel. Es ist mit der Sache selbst ohne Zweifel aus dem Lat. ''Sigillum'' entlehnet, welches wieder von ''Signum,'' Zeichen, abstammet, muß aber schon sehr frühe von auswärtigen Völkerschaften seyn angenommen worden, indem schon bey dem Ulphilas ''sigljan,'' siegeln ist.</p></div><div class="zenoCOMain">
** afries. sigil,
== Siegel <ref>Quelle: Pierer's Universal-Lexikon, Band 16. Altenburg 1863, S. 60-62. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20010927743; Lizenz:´[http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]</ref> ==
** schwed. sigill sind
<div class="zenoCOAdRight">'''Siegel'''<ref>[http://www.zeno.org/Pierer-1857/K/pierer-1857-016-0060 [60]]</ref> (''[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Signum Signum], [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Sigillum Sigillum]''), '''1''') der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Abdruck Abdruck] eines [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Petschaft Petschafts] od. einer sonstigen vertieften [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Fl%C3%A4che Fläche] in einen weicheren [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Stoff Stoff]. Meist haben verschiedene [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Person+%5B1%5D Personen] verschiedene S., u. auch jeder Staat, ja jede einzelne Behörde hat ihr besonderes S. Man gebraucht mehre [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Stoff Stoffe] zu S-n; am frühesten wohl das [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wachs Wachs] u. die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Siegelerde Siegelerde]; auch des [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Blei+%5B1%5D Bleies] u. überhaupt des [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Metall Metalls], wie des [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zinn+%5B1%5D Zinns] u. selbst kostbarer [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Metalle Metalle], wie des [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Silber+%5B1%5D Silbers] u. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gold Goldes],[http://www.zeno.org/Pierer-1857/K/pierer-1857-016-0060 [60]] bediente man sich in der spätern Kaiserzeit, bes. die byzantinischen Kaiser. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Dort Dort] wurden sie auf beiden Seiten ausgeprägt an die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bullen Bullen] gehängt, u. diese hießen davon goldne u. silberne [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bullen Bullen] (s. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Goldne... Goldne] [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bull+%5B1%5D Bulle]). Über die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Farbe Farbe] des [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wachs Wachses] herrschten im [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Mittelalter Mittelalter] besondere [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bestimmung Bestimmungen]; als im 9. u. 10. Jahrh. der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gebrauch Gebrauch] des bunten [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wachs Wachses] aufkam, siegelten nur Kaiser u. Könige roth, u. die deutschen Kaiser verliehen spätern größern Fürsten, wie den Herzögen, noch später kleinern Fürsten u. Grafen u. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Reichsst%C3%A4dte Reichsstädten] das [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Recht+%5B1%5D Recht] sich des rothen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wachs Wachses] zu bedienen. Früher siegelten diese weiß, andere [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Person+%5B1%5D Personen] gelb. Im 14. Jahrh. begann der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gebrauch Gebrauch] des grünen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wachs Wachses], dessen sich bes. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Kloster+%5B1%5D Klöster] u. Städte bedienten. Der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Hochmeister Hochmeister] des [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Deutsch+%5B1%5D Deutschen] [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Orden Ordens] (wo er nicht sich des [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Blei+%5B1%5D Bleies]bediente), des [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Malteserorden Malteserordens] u. der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Tempelherrn Tempelherrn], ebenso der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Patriarch Patriarch] von [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Jerus%C4%83lem Jerusalem] siegelten mit schwarzem [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wachs Wachse]. Später kamen der Mehlkleister u. die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Oblate Oblaten] (s.d.) als Ersparniß des [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wachs Wachses] auf, doch wurden sie Anfangs mehr zu [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Brief Briefen] gebraucht; jetzt sind sie aber auch zur Untersiegelung von [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Passen Pässen] u. andern [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Urkunde Urkunden] minderen Belanges mittelst der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Siegelpresse Siegelpressen] (s.d.), indem man ein mit [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zierrathen Zierrathen]ausgeschnittenes [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bl%C3%A4ttchen Blättchen] [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Papier+%5B1%5D Papier] auf das S. legt, gewöhnlich. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Briefe Briefe] an Respectspersonen mit [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Oblate Oblaten] zu siegeln ist nicht schicklich. In der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Mitte Mitte] des 18. Jahrh. wurde das [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Siegellack Siegellack] aber erst im folgenden Jahrh. allgemein; s. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Siegellack Siegellack]. In der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Trauer Trauer] wird schwarz gesiegelt, auch bei Condolenzschreiben; eben so pflegen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wittwe+%5B1%5D Wittwen] lebenslang schwarz zu siegeln. Auch mit schwarzer [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Farbe Farbe] druckt man [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Stempel+%5B1%5D Stempel] unter [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Urkunde Urkunden] geringern [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Werth+%5B1%5D Werths] od. über die mit [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Kleister Kleister] od. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Oblate Oblate] verschlossene [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Briefe Briefe]. Schon die Alten hatten ähnliche [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Stempel+%5B1%5D Stempel] u. bedienten sich zur [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Farbe Farbe] hierzu des Rußes. In neuerer Zeit bedient man sich auch häusig anstatt der S. kleiner im voraus gestempelter, auf der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/R%C3%BCckseite Rückseite] gummirter [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bl%C3%A4ttchen Blättchen] ([http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Papieroblaten Papieroblaten], [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Pastenoblaten Pastenoblaten], s.u. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Oblate Oblaten]). [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Briefe Briefe], wie Empfehlungsschreiben, welche man dem Überbringer lesen lassen will, siegelt man mit fliegenden S-n (''[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Cache Cachés] volants''), d.i. mit S-n, deren [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Abdruck Abdruck] zwar an der obern Seite, nicht aber an dem untern [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Blatte Blatte] befestigt ist. Der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gegenstand Gegenstand], welchen die auf dem S. eingegrabenen Bilder, u. also auch der Siegelabdruck, darstellen, ist sehr verschieden. Die Alten siegelten mit dem eigenen Kopfbilde od. dem anderer berühmten [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Person+%5B1%5D Personen], welches jedoch nicht concav, wie jetzt, sondern convex eingeschnitten war. Auch [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Emblem Embleme], wie eine [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Sphinx+%5B1%5D Sphinx], wurden hierzu gebraucht. Im [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Mittelalter Mittelalter] brauchte man [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wappen Wappen], insofern Behörden, [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Corporationen Corporationen] od. einzelne [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Person+%5B1%5D Personen] zu denselben berechtigt waren; auch jetzt brauchen noch wappenberechtigte [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Person+%5B1%5D Personen] [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wappen Wappen] u. solche, welche heraldische [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wappen Wappen] zu führen nicht berechtigt sind, Phantasiewappen, beliebige [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Emblem Embleme] u. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Figur+%5B1%5D Figuren], einzelne [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/W%C3%B6rter Wörter] od. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Anfangsbuchstab Anfangsbuchstaben] ihrer Namen in dem S. Im [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Orient+%5B1%5D Orient] braucht man [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Spruch Sprüche] aus dem [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Koran Koran] im S. In ältern S-n unterscheidet man [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Figur+%5B1%5D Figuren] zu Fuß ''Sigilla pedestria''). u. zu [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Pferd+%5B1%5D Pferd] (''Sigilla equestria''). In [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Deutschland+%5B1%5D Deutschland] gebrauchte zuerst Kaiser [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Heinrich+%5B1%5D Heinrich] III. ein S., wo er auf dem [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Thron Throne] sitzend abgebildet wurde (<span class="zenoTXSpaced">Majestätssiegel</span>), in [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Frankreich+%5B1%5D Frankreich] wurde dies bald nachgeahmt, dagegen führte der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Dauphin+%5B1%5D Dauphin] stets ein S. zu [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Pferd+%5B1%5D Pferd]. Nach den verschiedenen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bestimmung Bestimmungen] unterscheidet man auch [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Reich+%5B1%5D Reichs]-, [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Landes Landes]-, [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Kanzlei Kanzlei]-, Städte- od. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Rath+%5B1%5D Raths]-, Amts-, [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gericht+%5B1%5D Gerichts]-, Notariatssiegel etc., auch große Reichssiegel u. kleine. Erstece haben meist den Monarchen auf dem [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Thron Throne] zum [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gegenstand Gegenstand] (s. oben), letztere das [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Landeswappen Landeswappen]. Die S. von Behörden nennt man auch <span class="zenoTXSpaced">[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Insiegel Insiegel]</span>. Die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gr%C3%B6%C3%9Fe Größe] der S. ist sehr verschieden; zur. Zeit der Kaiser [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Konrad Konrad] I. u. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Heinrich+%5B1%5D Heinrich] I. hatten sie Guldengröße, bei den [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Ottonen Ottonen] 3 [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zoll+%5B1%5D Zoll], bei [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Friedrich+%5B1%5D Friedrich] III. 7 [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zoll+%5B1%5D Zoll] im [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Durchmesser Durchmesser]. Je kürzer die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Umschrift Umschrift] ist, desto älter ist in der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Regel Regel] das S. Um das S. vor [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Verf%C3%A4lschung Verfälschung] zu bewahren, brachte man auch oft ein kleineres <span class="zenoTXSpaced">[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gegensiegel Gegensiegel]</span> (''[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Contrasigillum Contrasigillum]'', engl. ''Privy seal'') auf der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/R%C3%BCckseite Rückseite] derselben an, wie in [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Frankreich+%5B1%5D Frankreich] zuerst unter [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Ludwig+%5B1%5D Ludwig] VII. u. in [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Deutschland+%5B1%5D Deutschland] unter [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Heinrich+%5B1%5D Heinrich] III. Später entstanden daraus die kleinern [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Staatssiegel Staatssiegel]. Der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zweck Zweck] der S. war von jeher ein doppelter, einmal soll dadurch ein [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Papier+%5B1%5D Papier], eine [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Urkunde Urkunde], ein [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Schein+%5B1%5D Schein] größere [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Glaubw%C3%BCrdigkeit Glaubwürdigkeit] erhalten u. vor [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Verf%C3%A4lschung Verfälschung] gesicherter werden, als es durch bloße [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Unterschrift Unterschriften] ist; dann soll das S. ein Schreiben versiegeln u. vor dem [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Lesen Lesen] Unbefugter sichern. Zu ersterem [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zwecke Zwecke] wurde sonst ein Pergamentstreif durch die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Urkunde Urkunde] gezogen od. die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bl%C3%A4tter Blätter] derselben miteinander verbunden u. unten die beiden [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Ende+%5B1%5D Enden]der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Schnur+%5B1%5D Schnur] durch ein S. vereint, welches zu größerer [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Festigkeit Festigkeit] in eine [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Kapsel Kapsel] von [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Horn+%5B1%5D Horn], [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Holz+%5B1%5D Holz] od. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Blech Blech] ('''[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Siegelkapsel Siegelkapsel]''') gedrückt war. Diese [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Siegelkapsel Siegelkapsel] hieß auch [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bull+%5B1%5D Bulle] u. davon führten ganze [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Urkunde Urkunden] oft den Namen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bullen Bullen] (s.d.). Später setzte man die S. unmittelbar neben die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Unterschrift Unterschriften] aus die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Urkunde Urkunden] selbst, wie es jetzt noch gewöhnlich ist. Nur bei [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Urkunde Urkunden] von hoher Wichtigkeit werden zuweilen noch die S. in [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bullen Bullen] angehängt. Im 14. u. 15. Jahrh. waren den [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Urkunde Urkunden] zu größerer Beglaubigung sehr viele S., meist in [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bullen Bullen], angehängt, so einem Wahlprotokoll für [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wladislaw Wladislaw] I. von [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Ungar+%5B1%5D Ungarn] 1440 88, einer Beschwerdeschrift der böhmischen Städte an die Kostnitzer [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Kirchenversammlung Kirchenversammlung] von 1415 350. Jetzt ist die andere Art, ein S. in [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Siegellack Siegellack] unter die zu beglaubigende [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Schrift+%5B1%5D Schrift] zu drücken, zur Beglaubigung hinreichend u. nur bei bes. feierlichen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Vertrag Verträgen], Friedensschlüssen, [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Alliance Alliancen] etc., auch bei Lehnbriefen findet die frühere Art noch Statt. Welche [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Urkunde Urkunden] der Untersiegelung bedürfen, richtet sich nach dem [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gerichtsgebrauch Gerichtsgebrauch]. Gewöhnlich ist, daß die Untersiegelung bei allen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Urtheil+%5B1%5D Urtheilen], bei Vollmachtsertheilungen, so wie bei amtlichen Beglaubigungen erfolgt; Privaturkunden bedürfen zu ihrer Gültigkeit der Untersiegelung nicht. Überhaupt dient das S. nur als [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Denkmal Denkmal] für die kräftigere Bestärkung des in der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Urkunde Urkunde] Enthaltenen, u. eine [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Verletzung Verletzung] desselben zieht daher keineswegs die Ungültigkeit der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Urkunde Urkunde] nach sich, insofern dieselbe im Übrigen die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zeichen+%5B1%5D Zeichen] der Unverfälschtheit an sich trägt. Die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Verf%C3%A4lschung Verfälschung] od. Nachmachung von S-n unterfällt nach Befinden den [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Strafen Strafen] der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/F%C3%A4lschung Fälschung] od. des [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Betrug Betrugs] (s.d.). Die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Briefe Briefe] der Alten wurden in Rollenform versendet. Man zog eine [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Schnur+%5B1%5D Schnur] durch das [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Pergament Pergament] od. den [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Pap%C8%B3rus Papyrus], schlang diese einigemal herum u. fügte die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Ende+%5B1%5D Enden] der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Schnur+%5B1%5D Schnur] entweder durch [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wachs Wachs]od. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Siegelerde Siegelerde] in Bullenform zusammen od. siegelte die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Schnur+%5B1%5D Schnur] an die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Rollen Rollen] an. Erst als nach dem 14. Jahrh. das [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Papier+%5B1%5D Papier] gewöhnlicher wurde, brach man den [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Brief Brief] u. siegelte wie jetzt. Allgemein ist der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Grundsatz Grundsatz] angenommen, daß das [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Geheimni%C3%9F Geheimniß] des S-s ([http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Briefgeheimni%C3%9F Briefgeheimniß]) unverletzlich ist, s.u. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Brief Brief] II. B) b). Auch Behältnisse verschließt[http://www.zeno.org/Pierer-1857/K/pierer-1857-016-0061 [61]] u. verschloß man von jeher, wenn man sicher sein will, daß [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Niemand+%5B1%5D Niemand] in dieselben dringe, wie bei [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Erbschaft Erbschaften], wo ein [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Erbe Erbe] nicht vorhanden ist, bei [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Concurs+%5B1%5D Concursen], wo man verhüten will, daß etwas verschleppt werde etc. mit S-n, s. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Versiegelung Versiegelung]. Schon [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Dar%C4%ABos Darios] versiegelte den Löwengarten u. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Kyros+%5B1%5D Kyros] den [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Tempel Tempel] zu [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Babel Babel]. '''2''') Das [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Werkzeug Werkzeug], worein die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Figur+%5B1%5D Figur] eingegraben ist, welche das S. darstellen soll, jedoch eigentlich nur solche, deren sich Fürsten, ganze [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gesellschaft Gesellschaften], [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Collegien Collegien], [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gericht+%5B1%5D Gerichte] u. dgl. bedienen; dagegen heißen die S. zum [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gebrauch Gebrauch] der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Privatperson Privatpersonen] [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Petschaft Petschafte] (s.d.). Seit der frühesten Zeit wird im [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Orient+%5B1%5D Orient] ein Siegelpetschaft nebst einem [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Stab+%5B1%5D Stab] als eine wesentliche Zierde von Männern getragen, u. zwar wie jetzt noch in [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Persien+%5B1%5D Persien], entweder an einer [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Schnur+%5B1%5D Schnur], od. im [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Ring+%5B1%5D Ring] (s.d.). Noch jetzt ist die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/%C3%9Cbergabe Übergabe] des [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Petschaft Petschafts] zum [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Staatssiegel Staatssiegel] ein [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zeichen+%5B1%5D Zeichen] der Ernennung. zu den höchsten [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/W%C3%BCrde Würden] (s. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Siegelbewahrer Siegelbewahrer]), auch zu der eines [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gro%C3%9Fvezier Großveziers]. Dem sonstigen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Kurerzkanzler Kurerzkanzler] (Kurfürst von [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Mainz+%5B1%5D Mainz]) wurde das Reichssiegel bei der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Kaiserkr%C3%B6nung Kaiserkrönung] in einem silbernen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/St%C3%A4be Stabe] vorausgetragen, dem französischen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gro%C3%9Fsiegelbewahrer Großsiegelbewahrer] sonst bei großen Feierlichkeiten in einem kostbaren Kästchen, dem englischen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Lord Lord] [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Siegelbewahrer Siegelbewahrer]jetzt noch durch einen eigenen Diener in einem [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Beutel+%5B1%5D Beutel] in den geheimen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Rath+%5B1%5D Rath] vorgetragen, der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Gro%C3%9Fvezier Großvezier] hat es um den [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Hals+%5B1%5D Hals] hängen. In [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/China+%5B1%5D China] ist dies [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Petschaft Petschaft] mit ein [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zeichen+%5B1%5D Zeichen] jeder [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/W%C3%BCrde Würde] u. der [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Beamte Beamte], welcher es verliert, erleidet empfindliche [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Strafe Strafe]. Die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Ritter+%5B1%5D Ritter]hatten ihr S. an dem Schwertknopf. '''3''') Die bleiernen [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zeichen+%5B1%5D Zeichen], welche an das fertige u. beschauete [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Tuch+%5B1%5D Tuch] geschlagen werden; '''4''') die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Plombe Plombe] von an Zollstätten plombirten [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Waare Waaren] (s. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Plombiren Plombiren] 2); '''5''') (S. <span class="zenoTXSpaced">am [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Altar Altar]</span>, ''Sigilium altaris''), ist das bischöfliche S., welches auf die [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Stelle Stelle] des [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Altarstein Altarsteines], wo nach kirchlicher Vorschrift Gebeine eines [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Heilig Heiligen] eingeschlossen sind, auf das ''Sepulchrum'' ([http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Grab Grab]) vom [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Bischof+%5B1%5D Bischofe] gedrückt wird. Auch heißt S. der Verschluß selbst; '''6''') <span class="zenoTXSpaced">[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Hermetisch Hermetisches]</span> S., s.u. [http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Hermetisch Hermetisch] 3).</div></div>
* entlehnt aus lat. ''[[sigillum]]'' ‘kleine Figur, kleines Bildnis, kleine Statue, Siegelabdruck, Abdruck, Zeichen’,
** Minderung zu lat. ''[[sīgnum]]'' ‘Zeichen, Abzeichen, Kennzeichen, Signal, Bild, Siegel’ (s. ''[[Signum]]'');
*** zu lat. ''[[secāre]]'' ‘schneiden’.
* Vgl. mit abweichender Endung
** got. sigljō ‘Siegel’.  
* Redensartlich
** (mit) Brief und Siegel ‘mit Urkunde und amtlicher Bestätigung’ (14. Jh.),  
*** übertragen ‘(mit) Sicherheit’ (etwa seit 16. Jh.);&nbsp;
** ein Buch mit sieben Siegeln ‘eine geheimnisvolle, unverständliche (weil mit Siegeln verschlossene) Sache’,  
*** nach Offenb. Joh. 5, 1 liber septem sigillis signatus,  
*** Luther (1522) eyn buch … versiggelt mit sieben siegelln (zuvor um 1466 insigeln);  
** unter dem Siegel der Verschwiegenheit (18. Jh.).  
* Älter ist ''[[Insiegel]]''
* vgl.
** [[Siegel, das (Adelung)]]
** [[Siegel (Pierer's)]]
{{Begriffsklärungshinweis}}
[[Datei:Siegel.jpg|mini|hochkant=1.6|Siegellack, Siegel, Siegelstempel]]
[[Datei:SiegelmitTypar.jpg|mini|Siegel und Siegelstempel des [[Marienstift (Aachen)|Aachener Marienstifts]] in Form einer [[Mandorla]], [[Hans von Reutlingen]], 1528]]
 
Das '''Siegel''' (von {{laS|sigillum|de=Bildchen}}) ist ein [[Insigne]] und damit eine Form der [[Beglaubigung]] von [[Urkunde]]n. Ähnlich wie eine Unterschrift verleiht es dem Dokument seine Rechtskraft. Als Verschluss kann es auch dazu dienen, die Unversehrtheit von Behältnissen, auch Briefumschlägen, zu sichern. Erzeugt wird das Siegel mit einem [[Stempelsiegel|Siegelstempel]] (Typars), der in eine weiche, erhärtende Masse gedrückt wird (Siegelklumpen aus [[Siegellack]], [[Siegelwachs]], früher Ton etc.). Oft wird zwischen ''Siegel'' als Abdruck und ''Siegelstempel'' als [[Prägestempel|Prägewerkzeug]] begrifflich nicht unterschieden. Mit der [rechtlichen] Funktion und Bedeutung von Siegeln befasst sich die [[Sphragistik|Siegelkunde]] (Sphragistik).
 
== Etymologie ==
Das Wort ''Siegel'' stammt von [[mittelhochdeutsch]] ''sigel'' ab. Dieses ist entlehnt aus [[Latein|lateinisch]] ''sigillum'' ‚Siegelabdruck‘, einem [[Diminutiv]] von ''signum'' ‚Zeichen, Kennzeichen, Bild im [[Petschaft]]‘.<ref>Friedrich Kluge: ''Etymologisches Wörterbuch.'' De Gruyter, Berlin / New York 1995, ISBN 3-11-012922-1.</ref>
 
== Geschichte ==
[[Datei:Cylinder seal cowshed Louvre Klq17.jpg|mini|hochkant=1.6|Sumerisches Rollsiegel und Abrollung]]
Die frühesten [[Stempelsiegel]] sind im Vorderen Orient nicht vor der [[Tell Halaf|Tell-Halaf-Zeit]] nachzuweisen. ''[[Rollsiegel]]'' sind erstmals in [[Sumer]] zwischen 3200 und 3100&nbsp;v.&nbsp;Chr. in der [[Uruk-Zeit|Uruk-IV-Schicht]] belegt. Dies sind kleine Steinzylinder (''Siegelsteine'') aus [[Onyx (Mineral)|Onyx]], [[Lapislazuli]], [[Achat]] oder anderen Stoffen, in die Figuren und Inschriften eingraviert ''(Siegelgravur)'' wurden. Die Größe schwankt zwischen 0,15 und 10&nbsp;Zentimetern. Durch das Abrollen des Zylinders in eine weiche Masse (zum Beispiel Ton) entsteht der charakteristische Siegelabdruck. Etwa zeitgleich tauchten zwischen 1600&nbsp;v.&nbsp;Chr. und 1500&nbsp;v.&nbsp;Chr. im [[Altes Ägypten|Alten Ägypten]], in [[Ugarit]] sowie bei den [[Hethiter]]n die ''[[Siegelring]]e'' auf, wobei der Siegelring in [[Mesopotamien]] nicht in Gebrauch war. Die [[Siegel (Ostasien)|asiatischen Siegel]] sind in [[Hartholz]], [[Knochen]], [[Elfenbein]], [[Marmor]], [[Speckstein]] oder [[Jade]] geschnitten.
 
''Ton-Siegelabdrücke'' sind bei den Sumerern, Assyrern und Babyloniern (Rollsiegel), später bei Griechen und Römern zu finden, welche die Herrscher des Frühmittelalters übernahmen. Im Gegensatz zu den zylindrischen Rollsiegeln der Babylonier verwendeten Kreter und Hethiter das Petschaft mit Rundsiegel.<ref>[[Egon Friedell]]: [[Kulturgeschichte des Altertums]]. ''Kulturgeschichte Ägyptens und des Alten Orients''. München: dtv 1982.</ref>
 
Noch mehr als im Orient (und später Europa), wo das Siegel immer den Charakter einer [[Beglaubigung]] behalten hat, ist in Ostasien das Siegel der eindeutige [[Identitätsnachweis]], dort vertritt das Siegel bis heute die Rolle der eigenhändigen Signatur respektive der [[Unterschrift]] im westlichen Kulturraum. Die Bedeutung des Siegel ist so hoch, dass sich eine eigene altertümliche Schrift dafür erhalten hat, die [[Siegelschrift]] (Zhuanshu).
 
[[Datei:Louis the German, charter, 856.jpg|mini|Eine Urkunde Ludwigs des Deutschen von 856 für die [[Fürstabtei St. Gallen|Abtei St. Gallen]]. St. Gallen, [[Stiftsarchiv St. Gallen|Stiftsarchiv]], Urkunden FF.1.H.106]]
Siegel, seit der Antike oft Symbole königlicher oder adeliger Macht, führten zunächst Einzelpersönlichkeiten, dann Körperschaften. Kaisersiegel gab es in China ab dem ersten vorchristlichen Jahrtausend. In Byzanz gab es sie seit dem 6.&nbsp;Jahrhundert, Papstsiegel seit dem 9.&nbsp;Jahrhundert. Im frühen Mittelalter siegelten in Europa nur weltliche Herrscher und Päpste,<ref name=":184" /> im hohen Mittelalter Kaiser, Könige, Angehörige des Adels sowie die Hohe Geistlichkeit. In erzählenden Quellen finden sich kaum Hinweise auf die Besiegelung von Herrscherurkunden. Nur der Chronist Ratpert aus dem [[Fürstabtei St. Gallen|Kloster St.&nbsp;Gallen]] berichtet von einer Besiegelung mit Ring durch König [[Ludwig der Deutsche|Ludwig den Deutschen]].<ref name=":184" /> Anderen Bevölkerungsgruppen stand für die Beglaubigung einer Rechtshandlung nur die Möglichkeit offen, genügend Zeugen bei der Beurkundung zu versammeln.<ref name=":184">{{Literatur |Autor=[[Peter Erhart]] |Hrsg=Stiftarchiv Sankt Gallen |Titel=Siegel |Sammelwerk=Lebenswelten des frühen Mittelalters in 36 Kapiteln. |Verlag=Kunstverlag Josef Fink |Ort=Lindenberg |Datum=2019 |ISBN=978-3-95976-182-6 |Seiten=184}}</ref>
 
Etwa seit dem 13.&nbsp;Jahrhundert machten auch Bürger von Siegeln Gebrauch. Siegel geistlicher Korporationen sind schon seit dem 11.&nbsp;Jahrhundert, Städtesiegel seit dem Anfang des 12.&nbsp;Jahrhunderts (Trier&nbsp;1113, Köln&nbsp;1149) zu finden.
 
''Metallsiegel'', die ''[[Bulle (Siegel)|Bullen]]'', waren aus [[Gold]], [[Blei]] oder (seltener) aus [[Silber]]. Sie wurden hauptsächlich von den [[Papst|Päpsten]], den Kaisern und Königen des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]] (siehe [[Goldene Bulle Karls&nbsp;IV.]]), den [[Byzantinisches Reich|byzantinischen]] Kaisern sowie weiteren Herrschern für Dokumente besonderer politischer und verfassungsrechtlicher Bedeutung verwendet. Bleibullen waren zumeist massiv, Goldbullen hingegen fast nie. Es handelte sich vielmehr um zusammengefügte Goldplättchen, welche mit verschiedenen Materialien (Wachs, Sägemehl u.&nbsp;a.) gefüllt waren. Massive Goldbullen sind lediglich aus dem byzantinischen Raum und dem normannischen Königreich Sizilien bekannt.
 
{{Hauptartikel|Bulle (Siegel)}}
 
''Wachssiegel'' trugen im Mittelalter die meisten Urkunden und Rechtsgeschäfte aller Art. Dabei wird das [[Siegelwachs]] durch einen Kreuzschnitt im Pergament gedrückt und der Stempel vom Ring oder einer antiken [[Gemme]] hineingedrückt.<ref name=":184" /> Wurde die Urkunde nicht gerollt, sondern [[Urkunden des Mittelalters und der Frühen Neuzeit#Faltung|gefaltet]], so wurde die Schutzfunktion des Siegels durch mehrere Lagen von Pergament deutlich verbessert.<ref name="Aufbewahrung">{{Literatur |Autor=Peter Erhart |Hrsg=Stiftarchiv Sankt Gallen |Titel=Faltung |Sammelwerk=Lebenswelten des frühen Mittelalters in 36 Kapiteln. |Verlag=Kunstverlag Josef Fink |Ort=Lindenberg |Datum=2019 |ISBN=978-3-95976-182-6 |Seiten=164}}</ref>
 
Seit dem 16.&nbsp;Jahrhundert wurde auch [[Siegellack]] verwendet, der hitzebeständiger und härter als Wachs ist. Bereits seit dem 11.&nbsp;Jahrhundert wurden bildliche Darstellungen (z.&nbsp;B. Wappen) in Siegeln verwendet. Später verwendete man auch anstelle des Wachses eine [[Siegeloblate]], welche zwischen zwei Papierschichten unter hohem Druck mit Hilfe von Hitze (wie beim [[Gaufrieren]]) zu einem Relief, dem Abdruck, verformt wurde (Papiersiegel).
 
Der Siegelmissbrauch wurde durch die Aufbewahrung bei eigens für diesen Zweck eingesetzten hohen Beamten verhindert, den [[Siegelbewahrer]]n. Aus dieser Aufgabe wurde später ein Amt und ein Titel (siehe [[Lordsiegelbewahrer]] in England).
 
''[[Siegelkapsel]]n'' sind meist aus Holz oder Metall gefertigte Schutzhüllen für Siegel. Insbesondere in der römischen Zeit wurden sie verwendet, um die Siegel an Dokumenten wie etwa an Wachstafeln zu schützen.
 
''Siegeltöpfe'' sind Näpfchen (meist aus Metall), die an einem Behältnis (z.&nbsp;B. einem [[Tresor]]) angebracht sind, um Siegelschnüre und Siegel (meist Abdrücke in [[Plastilin]]) aufzunehmen. Sie dienen der Identifikation von Personen, die das Behältnis geöffnet und wieder verschlossen haben
 
== Formen von Siegeln ==
[[Datei:Chinese - Winter Landscape - Walters 3565 - Mark B.jpg|mini|Signatur einer Malerin, chinesisch]]
Mit einem Griff versehen, wird ein ''Siegelstempel'' auch ''[[Petschaft]]'' genannt; älter sind ''[[Siegelring]]e'' und ''Compartimentsiegel''<ref>S. Baghestani: ''Metallene Compartimentsiegel aus Ost-Iran, Zentralasien und Nord-China'' (= ''Archäologie in Iran und Turan.'' Band 1). Rahden/Westf, 1997.</ref> (Metallsiegel mit Griff<ref>Vgl. [[Erika Bleibtreu]]: ''Iran in prähistorischer und frühgeschichtlicher Zeit.'' In: [[Wilfried Seipel]] (Hrsg.): ''7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des [[Iranisches Nationalmuseum|Iranischen Nationalmuseums]] in Teheran.'' Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 76–185, hier: S. 77.</ref>). Das Siegel selbst kann auf die Urkunde gedrückt oder durch einen Schnitt im [[Pergament]] durchgedrückt sein. Angehängte Siegel sind an Schnüren aus Hanf, Seide, anderen Stoffen oder Pergamentstreifen befestigt. Diese Pergamentstreifen, ''Pressel'' genannt, wurden, wie auch die Schnüre, häufig durch einen Pergamentumbug, der [[Plica (Pergament)|Plica]], gezogen, um den Halt im Pergament zu erhöhen und ein Ausreißen zu verhindern.
 
Die in Europa häufigste Form ist das ''Rundsiegel'', während beispielsweise die chinesischen ''[[Siegel (Ostasien)|Yinjian]]'' rechteckig sind; die japanischen ''[[Hanko (Stempel)|Hanko]]'' sind ebenfalls rund.
 
Andere Ausführungsformen mit Siegelfunktion sind Aufkleber wie das [[Pfandsiegel]] (umgangssprachlich auch ''Kuckuck'' genannt), die an [[Kraftfahrzeugkennzeichen|Kfz-Kennzeichenschildern]] angebrachte Zulassungsplakette, [[Plombe (Siegel)|Plomben]] an Verschlüssen und Geräten, [[Sicherungsstempel]] an Messgeräten, [[Siegelmarke]]n und Siegelbänder.
 
[[Notar]]e verwenden zum Verbinden von mehrseitigen Urkunden eine Siegelschnur, deren Enden mit einem ''Prägesiegel'' aus Papier und einer [[Siegeloblate|Oblate]] gesichert sind.
 
== Spezielle Siegel und weitere Fachbegriffe ==
* ''[[Rollsiegel]]'' – erstmals in Sumer verwendet
* ''[[Siegelring]]'' – im [[Ring (Schmuck)|Fingerring]] untergebrachter Siegelstempel
* ''[[Reitersiegel]]'' – stellt den Siegelführer oder die Siegelführerin (Damenreitersiegel) zu Pferd dar, männliche Siegelführer i.&nbsp;d.&nbsp;R. geharnischt und in Waffen
* ''Gemmensiegel'' – Siegel mit dem charakteristischen Abdruck einer [[Gemme]] (häufig in Verbindung mit einem Siegelring), die entweder antiken oder zeitgenössischen Ursprungs sein kann; so verwendeten z.&nbsp;B. die frühen [[Karolinger|karolingischen Könige]] antike Gemmen zur Besiegelung ihrer Urkunden.
* ''Gerichtssiegel''<ref>{{Literatur |Autor=Franz Kalde |Hrsg=Haering, Stephan; Kandler, Josef; Sagmeister, Raimund |Titel=Das Gerichtssiegel als Beglaubigungsmittel, mit Siegelbeispielen aus der österreichischen Gerichtsbarkeit. |Sammelwerk=Gnade und Recht: Beiträge aus Ethik, Moraltheologie und Kirchenrecht. Festschrift für Gerhard Holotik zur Vollendung des 60. Lebensjahres. |Verlag=Lang |Ort=Frankfurt/M.; etc. |Datum=1999 |Seiten=345–360.}}</ref>
* ''Großes Siegel'' – das Hauptsiegel einer [[Körperschaft]], das für die Besiegelung wichtigster Urkunden verwendet wurde
* ''Kleines Siegel'' – zur Beurkundung kleiner, alltäglicher Rechtsgeschäfte; aus dem Sekretsiegel hervorgegangen, siehe auch Rücksiegel
* ''[[Dienstsiegel]]'' – Amtliche Siegel zur rechtsverbindlichen Kennzeichnung von Dokumenten oder zum Verschluss von Behältnissen oder Räumlichkeiten
* {{Anker|Sekretsiegel}}''Sekretsiegel'', auch ''Geheimsiegel'', wurde im Mittelalter als zweites Siegel zur Kontrolle und als nochmalige Echtheitsbestätigung auf die Rückseite des Hauptsiegels oder auch „Großen Siegels“ geprägt. Ursprünglich waren nur mit einem Sekretsiegel versehene Urkunden nicht rechtswirksam. Im Spätmittelalter fanden die Sekretsiegel dann akzeptierte Verwendung bei Beurkundungen alltäglicher Amtsgeschäfte und gingen somit im „Kleinen Siegel“ auf.
* ''Rücksiegel'', auch ''Gegensiegel'' (lateinisch ''Contrasigillum'') – wurde als Kleines Siegel (siehe Sekretsiegel) auf die Rückseite des Großen Siegels (Hauptsiegel) geprägt, nicht zu verwechseln mit den ebenfalls beidseitig gestempelten [[Bulle (Siegel)|Bullen]] (Siegel aus Metall)
* ''Doppelsiegel'' – Bezeichnung für Siegel, die an ihrer Vorder- und Rückseite Siegel tragen (Einheit aus Großem und Kleinem Siegel bzw. zwei gleich großen Siegeln, siehe Münzsiegel)<ref>[[Ottfried Neubecker]]: ''Doppelsiegel.'' In: ''Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte.'' Band IV (1955), Sp. 223</ref>
* ''Münzsiegel'' – Bezeichnung für Doppelsiegel bei gleich großen Abdrücken auf Vorder- und Rückseite
* ''Wappensiegel'' – häufig schildförmiges Siegel mit dem Wappenbild des Siegelführers, stellenweise als Kleines Siegel oder Rücksiegel verwendet
* ''[[Rombildsiegel]]'' – Siegel mit einer bildlichen Darstellung der Stadt [[Rom]], in der Regel Teil der Bullen von Königen und Kaisern des mittelalterlichen deutschen Reiches
* ''Gemeinschaftssiegel'' – gemeinsames Siegel einer rechtlich verbundenen Körperschaft oder auch mehrerer Angehöriger eines Herrschaftshauses
* {{Anker|Rundsiegel}}''Rundsiegel'' in Österreich (entspricht dem [[Rundstempel]] in Deutschland) – Behörden<ref>[https://www.ris.bka.gv.at/VwghRechtssatzkette.wxe?Abfrage=Vwgh&Dokumentnummer=JWR_1976001867_19761028X02 Entscheid des Verwaltungsgerichtshofes]</ref>, Ziviltechniker, Architekten und gerichtliche Sachverständige dürfen ein Rundsiegel führen und damit Dokumente, Pläne, Gutachten etc. siegeln.<ref>[https://www.gerichts-sv.at/rundsiegel.html Rundsiegel auf www.gerichts-sv.at]</ref><ref>[https://wien.arching.at/ziviltechnikerinnen/berufseinsteigerinnen_newcomer_mentoring/wie_werde_ich_ziviltechnikerin/berufseidsiegelzt_ausweis.html Berufseid / Siegel / ZT-Ausweis auf wien.arching.at], inzwischen ist die Form des Siegels freigegeben. Als Begriff wird aber immer noch „Rundsiegel“ verwendet.</ref>
* ''Signet'' – privates Siegel, meist als Ring ausgeführt
* ''Konventssiegel'' – vom Konvent einer geistlichen Korporation genutzt
* ''Eklektensiegel'' – von manchen Geistlichen zwischen dem Zeitpunkt der Wahl und der Konsekration genutzt
[[Datei:ChineseSeal.jpg|mini|hochkant|[[Chinesisches Siegel|Chinesische Siegel]]]]
* [[Siegel (Ostasien)|Siegel im ostasiatischen Kulturkreis]]: Die chinesische Bezeichnung für Siegel lautet ''yín'' (印) oder ''túzhāng'' (图章). Die japanische Bezeichnung für Siegel ist ''inshō'' (印章) oder ''[[Hanko (Stempel)|hanko]]'' (判子). Die koreanische Bezeichnung für Siegel ist ''dojang'' (도장). Diese Siegel werden geschäftlich und privat eingesetzt und sind oft wichtiger als die eigenhändige Unterschrift. In manchen Fällen wird gar nur das Siegel als Beglaubigung akzeptiert.
 
Spezielle Siegel:
* ''[[Fischerring]]'' – der päpstliche Siegelring
 
In weiterem Sinne:
* ''[[Elektronisches Siegel]]'' – mit [[Kryptologie|kryptischen]] Verfahren signierte digitale Informationen (Datei)
 
== Beispiele unterschiedlicher Siegel ==
Auf dem Siegelbild ist meist, umgeben von einer Umschrift, ein Porträt des Sieglers zu sehen. Das Siegelbild Karls des Großen stellt einen römischen Kaiser dar.<ref name=":184" />
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Dienstsiegel Landeshauptstadt München.svg|Siegel der [[Stadtverwaltung München|Landeshauptstadt München]]
Sigillum Universitatis Ludovico-Maximilianeae.svg|Siegel der [[Ludwig-Maximilians-Universität München]]
Siegel Uni Köln (blau).svg|Siegel der [[Universität zu Köln]]
Kaiserin-friedrich-gymnasium.svg|Siegel des [[Kaiserin-Friedrich-Gymnasium]]s
Siegel-Steyer.gif|Siegel der Stadt [[Steyr]], 1304
BonnerSiegel.jpg|Großes [[Bonn]]er Stadtsiegel
Siegel kaiser heinrich iii.png|Siegel [[Heinrich III. (HRR)|Kaiser Heinrichs&nbsp;III.]]
Bulle1246.JPG|Rückseite einer Bulle [[Friedrich II. (HRR)|Kaiser Friedrichs&nbsp;II.]] von 1246
Muenzsiegel-kaiser-friedrich-III 1-1000x1000.jpg|Münzsiegel Kaiser Friedrichs&nbsp;III.
060930 - Siegel crop.jpg|Siegel auf [[Adelsbrief]] Kaiser [[Karl VI. (HRR)|Karls&nbsp;VI.]]
Siegel 17. Jh..jpg|Siegel des [[Kaisersteinbruch|Kayser Steinbruch]], ab 1617
Siegel Johann III.jpg|Siegel [[Johann III. (Bayern)|Johanns&nbsp;III. von Straubing-Holland]] (1422)
Siegel Grossmeister Deutschritterorden.jpg|Siegel des [[Liste der Hochmeister des Deutschen Ordens|Hochmeisters des Deutschen Ordens]]
MarburgSiegel57.jpg|Stempelsiegel: Abdruck des [[Dienstsiegel]]s Nr.&nbsp;57 der Stadt [[Marburg]]
Bozner stadtsiegel von 1488.jpg|Rotwachssiegel der Stadt [[Bozen]] aus dem Jahr 1488
Steuerbanderole.JPG|Klebesiegel: Steuerbanderole einer [[Zigarettenpackung]]
Ring of fisherman.jpg|Fischerring von Papst [[Benedikt&nbsp;XVI.]]
Siegel der Kaiserliche Marine - Amt für die Truppen in Helgoland.jpg|Siegel der [[Kaiserliche Marine|Kaiserlichen Marine]] – Amt für die Truppen in [[Helgoland]]
Polizeisiegel Baden-Wuerttemberg 1.jpg|Siegel der [[Polizei Baden-Württemberg]] an einem [[Tatort]]
Seal design of a Master craftsman - Hamburg - Shaft and seal made of brass - Prototype probably from the period of the Weimar Republic - Picture 003.jpg|Siegel-[[Wappen]] von [[Hamburg]] – [[Messing|Vollmessingsiegel]] vermutlich [[Prototyp (Technik)|Prototyp]] aus der [[Weimarer Republik]]
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== Siegel im privaten/bürgerlichen Bereich ==
 
Siegelstempel und Typare für den Gebrauch mit Siegellack (Petschafte, Siegelringe etc.) werden im privaten/bürgerlichen Bereich nur noch von verschiedenen Postdienststellen für den Versand von Wertsendungen ([[Wertbrief]]en oder Wertpaketen) zum Verschluss der Sendung gefordert (in Deutschland bis 2010).
 
Eine Vorschrift für die Gestaltung der Typare besteht meist nicht, wobei Abdrücke von Münzen und [[Knopf|Knöpfen]] regelmäßig unzulässig sind.
 
Ansonsten dienen Siegel meist nur noch zur stilvollen Ausgestaltung von Ehrenurkunden und privater Korrespondenz.
 
Ein privates Verschlusssiegel (auch eine [[Plombe (Siegel)]] oder [[Siegelmarke]]) an einem Behältnis oder an einer „[[Schuppen von Dokumenten|geschuppten]]“ Urkunde, auch mit Ösen, Faden und Siegel verbundenen Urkunde, lässt erkennen, dass der Aussteller eine Manipulation des Schriftstückes nicht wünscht und es in der vorliegenden Form einmalig geschaffen wurde.
 
== Rechtliches ==
{{Staatslastig|DE}}
Rechtlich ist jedes dienstliche „Siegel“ einzigartig, gegenüber beliebig herstellbaren „[[Stempel (Papier)|Stempeln]]“&nbsp;– es verhält sich hier ähnlich wie bei dem Unterschied zwischen [[Fahne]] (einzigartig) und [[Flagge]] (ersetzbar). Wer es führen darf, ist eigens geregelt. Der [[Siegelbruch]], das unberechtigte Zerstören eines Siegels, das durch eine Behörde, einen Amtsträger oder sonst dienstlich angebracht wurde, ist in Deutschland strafbar ({{§|136|stgb|juris}} Abs.&nbsp;2 [[Strafgesetzbuch (Deutschland)|StGB]]). Ebenso ist es nicht erlaubt einen Stempel zu verwenden, der mit dem Siegel eines Amtsträgers oder einer Behörde verwechselt werden kann. Ein unbrauchbar gewordener Siegelstempel einer Behörde darf nur unter Hinzuziehung eines Zeugen und mit einem entsprechenden Protokoll vernichtet werden. Die Ausmusterung von Siegelstempeln wird in den jeweiligen Amtsblättern veröffentlicht. Zu diesem Zweck haben Siegelstempel eine einzigartige Nummer.
 
== Elektronisches Siegel ==
Ein ''Elektronisches Siegel'' sind Daten in elektronischer Form, die anderen Daten in elektronischer Form beigefügt oder logisch mit ihnen verbunden werden, um deren Ursprung und Unversehrtheit sicherzustellen. Halten diese Siegel bestimmte Anforderungen ein, werden sie auch ''fortgeschrittenes elektronisches Siegel'' oder, falls zertifiziert, ''qualifiziertes elektronisches Siegel'' genannt.
 
Eine juristische Person, die ein elektronisches Siegel erstellt, ist ein „Siegelersteller“.<ref>Verordnung (EU) Nr. 910/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Juli 2014 über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt und zur Aufhebung der Richtlinie 1999/93/EG</ref>
 
== Siehe auch ==
* [[Buch mit sieben Siegeln]] – die Symbole in der Bibel
* [[Historische Hilfswissenschaften]]
* ''[[manu propria]]'' – die eigenhändige Unterschrift eines Herrschers
* [[Sphragis]] – verschlüsselte Hinweise auf den Autor in einem literarischen Werk
* [[Tibetische Siegel]]
* [[Urkunden des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]]
* [[Siegel Mohammeds]]
* [[Plica (Pergament)]]
* [[Schuppen von Dokumenten]]
* [[Gütesiegel]]
 
== Literatur ==
'''Handbücher:'''
* {{Literatur
  |Autor=[[Toni Diederich]]
  |Titel=Rheinische Städtesiegel
  |Reihe=Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Heimatschutz, Jahrbuch 1984/85
  |Ort=Neuss
  |Datum=1984
  |ISBN=3-88094-481-4}}
* {{Literatur
  |Autor=Toni Diederich
  |Titel=Siegelkunde: Beiträge zu ihrer Vertiefung und Weiterführung
  |Ort=Köln
  |Datum=2012
  |ISBN=978-3-412-20956-8}}
* {{Literatur
  |Autor=[[Wilhelm Ewald (Heraldiker)|Wilhelm Ewald]]
  |Titel=Siegelkunde
  |Reihe=Handbuch der mittelalterlichen und neueren Geschichte
  |BandReihe=4
  |HrsgReihe=Georg von Below, Friedrich Meinecke
  |Verlag=R. Oldenbourg
  |Ort=München / Berlin
  |Datum=1914
  |Kommentar=Nachdruck München 1978
  |Online={{archive.org |bub_gb_sx6GAAAAMAAJ}}}}
* [[Theodor Ilgen]]: ''Sphragistik.'' In: [[Aloys Meister]] (Hrsg.): ''Grundriß der Geschichtswissenschaft.'' Band I, Abt. 4, Leipzig 1912.
* [[Franz Kalde]]: ''Das Gerichtssiegel als Beglaubigungsmittel, mit Siegelbeispielen aus der österreichischen Gerichtsbarkeit.'' In: Haering, Stephan; Kandler, Josef; Sagmeister, Raimund (Hrsg.): ''Gnade und Recht: Beiträge aus Ethik, Moraltheologie und Kirchenrecht. Festschrift für Gerhard Holotik zur Vollendung des 60. Lebensjahres.'' Lang, Frankfurt/M.; etc. 1999, S. 345–360.
* {{Literatur
  |Autor=[[Erich Kittel]]
  |Titel=Siegel
  |Reihe=Bibliothek für Kunst- und Antiquitätenfreunde
  |BandReihe=11
  |Ort=Braunschweig
  |Datum=1970
  |Kommentar=mit umfangreicher Bibliographie S. 468–509}}
* {{Literatur
  |Autor=Michel Pastoureau
  |Titel=Les sceaux
  |Reihe=Typologie des sources du moyen âge occidental
  |BandReihe=36
  |Ort=Turnhout
  |Datum=1981
  |ISSN=0775-3381}}
* {{Literatur
  |Autor=[[Andrea Stieldorf]]
  |Titel=Siegelkunde
  |Reihe=Hahnsche Historische Hilfswissenschaften
  |BandReihe=1
  |Ort=Hannover
  |Datum=2004
  |ISBN=3-7752-6132-X}}
* ''Das Siegel. Gebrauch und Bedeutung''. Hrsg. von Gabriela Signori. Darmstadt 2007, ISBN 978-3-534-20682-7
 
'''Tafelwerke:'''
* {{Literatur
  |Autor=Wilhelm Ewald
  |Titel=Rheinische Siegel
  |Reihe=Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde
  |BandReihe=27
  |Ort=Bonn
  |Datum=
  |Kommentar=6 Bände, 1906–1941}}
* {{Literatur
  |Autor=Aldo Martini
  |Titel=Die Goldsiegelsammlung aus dem Geheimarchiv des Vatikans: Katalog der Ausstellung in der Bayerischen Landesbank München
  |Datum=1989
  |Kommentar=ohne Ort}}
* {{Literatur
  |Autor=[[Friedrich Philippi (Archivar)|Friedrich Philippi]]
  |Titel=Siegel
  |Reihe=Urkunden und Siegel in Nachbildungen
  |BandReihe=4
  |Ort=Berlin
  |Datum=1914}}
* {{Literatur
  |Autor=[[Otto Posse]]
  |Titel=Die Siegel der deutschen Könige und Kaiser von 751–1913
  |Ort=Dresden
  |Datum=
  |Kommentar=5 Bände, 1909–1913
  |Online=[[s:Die Siegel der Deutschen Kaiser und Könige|Wikisource]]}}
** Band 1: ''751–1347. Von Pippin bis Ludwig den Bayern.''
** Band 2: ''1347–1493. Von Karl IV, bis Friedrich III. Mittelalterliche Fälschulgen. Landfriedenssiegel.''
** Band 3: ''1493–1711. Von Maximilian I, bis Josef I.''
** Band 4: ''1711–1806, 1871–1913. Von Karl VI bis Franz II, Wilhelm I bis Wilhelm II. Reichsvikariat, Reichskammergericht. Kurfürstenkollegium, Nachträge.''
** Band 5: ''Das Siegelwesen der deutschen Kaiser und Könige, von 751 bis 1913.'' (Textband)
* {{Literatur
  |Autor=Pietro Sella
  |Titel=I sigilli dell’Archivio Segreto Vaticano
  |Reihe=Inventari dell’Archivio Segreto Vaticano
  |BandReihe=1–3
  |Ort=Vatikan
  |Datum=
  |Kommentar=1937, 1946, 1964}}
 
'''Hilfsmittel und Bibliografie:'''
* {{Literatur
  |Autor=Eckart Henning, Gabriele Jochums
  |Titel=Bibliographie zur Sphragistik. Schrifttum Deutschlands, Österreichs und der Schweiz bis 1990
  |Reihe=Bibliographie der Historischen Hilfswissenschaften
  |BandReihe=2
  |Ort=Köln
  |Datum=1995
  |ISBN=3-412-08695-9}}
* {{Literatur
  |Titel=Vocabulaire international de la sigillographie
  |Reihe=Pubblicazioni degli Archivi di Stato, Sussidi
  |BandReihe=3
  |Ort=Rom
  |Datum=1990}}
 
'''Sonstige:'''
* S. Baghestani: ''Metallene Compartimentsiegel aus Ost-Iran, Zentralasien und Nord-China'' (= ''Archäologie in Iran und Turan.'' Band 1). Rahden/Westf. 1997.
* Dominique Collon (Hrsg.): ''7000 Years of Seals.'' London 1997.
* M. I. Marcus: ''Emblems of Identity and Prestige: The Seals and Sealings from Hasanlu, Iran. Commentary and Catalog'' (= ''University Museum'' Monograph 84: ''Hasanlu Special Studies III''). Philadelphia 1996.
 
== Weblinks ==
{{Commonscat|Seals (emblem)|Siegel|audio=0|video=0}}
{{Wiktionary}}
{{Wikisource|Frauensiegel}}
* [https://www.vl-ghw.lmu.de/sphragistics.html Sektion Siegelkunde/Sphragistik] Virtual Library Geschichtliche Hilfswissenschaften
* [https://prometheus.uni-koeln.de/pandora/search/*?s%5B%5D=marburg_lba Open-Access-Bilddatenbank] der Siegelseparataufnahmen im [[Lichtbildarchiv älterer Originalurkunden|Lichtbildarchivs älterer Originalurkunden]], via [[Prometheus (Bildarchiv)|Prometheus Bildarchiv]] mit fast 5.000 Siegelabbildungen
* Wolfgang Krauth: ''[https://www.leo-bw.de/themenmodul/sudwestdeutsche-archivalienkunde/archivalienelemente/siegel Siegel.]'' In: ''Südwestdeutsche Archivalienkunde.''
 
== Einzelnachweise ==
<references />
 
[[Kategorie:Siegel| ]]
[[Kategorie:Insigne]]
[[Kategorie:Glyptik]]
 
{{Normdaten|TYP=s|GND=4054876-4}}
[[Kategorie:Wikipedia.de Artikel]]

Version vom 18. Juli 2026, 15:33 Uhr

Sieg-el n. ‘Stempel zum Eindrücken eines Zeichens in weiche Masse (als Verschluß an Schriftstücken, Behältnissen usw.), Abdruck des Zeichens’,

    • mhd. sigel ‘Siegel, Stempel, mit Siegel versehene Urkunde’,
    • mnd. sēgel,
    • mnl. sēghel,
    • nl. zegel,
    • afries. sigil,
    • schwed. sigill sind
  • entlehnt aus lat. sigillum ‘kleine Figur, kleines Bildnis, kleine Statue, Siegelabdruck, Abdruck, Zeichen’,
    • Minderung zu lat. sīgnum ‘Zeichen, Abzeichen, Kennzeichen, Signal, Bild, Siegel’ (s. Signum);
  • Vgl. mit abweichender Endung
    • got. sigljō ‘Siegel’.
  • Redensartlich
    • (mit) Brief und Siegel ‘mit Urkunde und amtlicher Bestätigung’ (14. Jh.),
      • übertragen ‘(mit) Sicherheit’ (etwa seit 16. Jh.); 
    • ein Buch mit sieben Siegeln ‘eine geheimnisvolle, unverständliche (weil mit Siegeln verschlossene) Sache’,
      • nach Offenb. Joh. 5, 1 liber septem sigillis signatus,
      • Luther (1522) eyn buch … versiggelt mit sieben siegelln (zuvor um 1466 insigeln);
    • unter dem Siegel der Verschwiegenheit (18. Jh.).
  • Älter ist Insiegel
  • vgl.
Siegellack, Siegel, Siegelstempel
Siegel und Siegelstempel des Aachener Marienstifts in Form einer Mandorla, Hans von Reutlingen, 1528

Das Siegel (von lat. sigillum ‚Bildchen‘) ist ein Insigne und damit eine Form der Beglaubigung von Urkunden. Ähnlich wie eine Unterschrift verleiht es dem Dokument seine Rechtskraft. Als Verschluss kann es auch dazu dienen, die Unversehrtheit von Behältnissen, auch Briefumschlägen, zu sichern. Erzeugt wird das Siegel mit einem Siegelstempel (Typars), der in eine weiche, erhärtende Masse gedrückt wird (Siegelklumpen aus Siegellack, Siegelwachs, früher Ton etc.). Oft wird zwischen Siegel als Abdruck und Siegelstempel als Prägewerkzeug begrifflich nicht unterschieden. Mit der [rechtlichen] Funktion und Bedeutung von Siegeln befasst sich die Siegelkunde (Sphragistik).

Etymologie

Das Wort Siegel stammt von mittelhochdeutsch sigel ab. Dieses ist entlehnt aus lateinisch sigillum ‚Siegelabdruck‘, einem Diminutiv von signum ‚Zeichen, Kennzeichen, Bild im Petschaft‘.[1]

Geschichte

Sumerisches Rollsiegel und Abrollung

Die frühesten Stempelsiegel sind im Vorderen Orient nicht vor der Tell-Halaf-Zeit nachzuweisen. Rollsiegel sind erstmals in Sumer zwischen 3200 und 3100 v. Chr. in der Uruk-IV-Schicht belegt. Dies sind kleine Steinzylinder (Siegelsteine) aus Onyx, Lapislazuli, Achat oder anderen Stoffen, in die Figuren und Inschriften eingraviert (Siegelgravur) wurden. Die Größe schwankt zwischen 0,15 und 10 Zentimetern. Durch das Abrollen des Zylinders in eine weiche Masse (zum Beispiel Ton) entsteht der charakteristische Siegelabdruck. Etwa zeitgleich tauchten zwischen 1600 v. Chr. und 1500 v. Chr. im Alten Ägypten, in Ugarit sowie bei den Hethitern die Siegelringe auf, wobei der Siegelring in Mesopotamien nicht in Gebrauch war. Die asiatischen Siegel sind in Hartholz, Knochen, Elfenbein, Marmor, Speckstein oder Jade geschnitten.

Ton-Siegelabdrücke sind bei den Sumerern, Assyrern und Babyloniern (Rollsiegel), später bei Griechen und Römern zu finden, welche die Herrscher des Frühmittelalters übernahmen. Im Gegensatz zu den zylindrischen Rollsiegeln der Babylonier verwendeten Kreter und Hethiter das Petschaft mit Rundsiegel.[2]

Noch mehr als im Orient (und später Europa), wo das Siegel immer den Charakter einer Beglaubigung behalten hat, ist in Ostasien das Siegel der eindeutige Identitätsnachweis, dort vertritt das Siegel bis heute die Rolle der eigenhändigen Signatur respektive der Unterschrift im westlichen Kulturraum. Die Bedeutung des Siegel ist so hoch, dass sich eine eigene altertümliche Schrift dafür erhalten hat, die Siegelschrift (Zhuanshu).

Eine Urkunde Ludwigs des Deutschen von 856 für die Abtei St. Gallen. St. Gallen, Stiftsarchiv, Urkunden FF.1.H.106

Siegel, seit der Antike oft Symbole königlicher oder adeliger Macht, führten zunächst Einzelpersönlichkeiten, dann Körperschaften. Kaisersiegel gab es in China ab dem ersten vorchristlichen Jahrtausend. In Byzanz gab es sie seit dem 6. Jahrhundert, Papstsiegel seit dem 9. Jahrhundert. Im frühen Mittelalter siegelten in Europa nur weltliche Herrscher und Päpste,[3] im hohen Mittelalter Kaiser, Könige, Angehörige des Adels sowie die Hohe Geistlichkeit. In erzählenden Quellen finden sich kaum Hinweise auf die Besiegelung von Herrscherurkunden. Nur der Chronist Ratpert aus dem Kloster St. Gallen berichtet von einer Besiegelung mit Ring durch König Ludwig den Deutschen.[3] Anderen Bevölkerungsgruppen stand für die Beglaubigung einer Rechtshandlung nur die Möglichkeit offen, genügend Zeugen bei der Beurkundung zu versammeln.[3]

Etwa seit dem 13. Jahrhundert machten auch Bürger von Siegeln Gebrauch. Siegel geistlicher Korporationen sind schon seit dem 11. Jahrhundert, Städtesiegel seit dem Anfang des 12. Jahrhunderts (Trier 1113, Köln 1149) zu finden.

Metallsiegel, die Bullen, waren aus Gold, Blei oder (seltener) aus Silber. Sie wurden hauptsächlich von den Päpsten, den Kaisern und Königen des Heiligen Römischen Reiches (siehe Goldene Bulle Karls IV.), den byzantinischen Kaisern sowie weiteren Herrschern für Dokumente besonderer politischer und verfassungsrechtlicher Bedeutung verwendet. Bleibullen waren zumeist massiv, Goldbullen hingegen fast nie. Es handelte sich vielmehr um zusammengefügte Goldplättchen, welche mit verschiedenen Materialien (Wachs, Sägemehl u. a.) gefüllt waren. Massive Goldbullen sind lediglich aus dem byzantinischen Raum und dem normannischen Königreich Sizilien bekannt.


Wachssiegel trugen im Mittelalter die meisten Urkunden und Rechtsgeschäfte aller Art. Dabei wird das Siegelwachs durch einen Kreuzschnitt im Pergament gedrückt und der Stempel vom Ring oder einer antiken Gemme hineingedrückt.[3] Wurde die Urkunde nicht gerollt, sondern gefaltet, so wurde die Schutzfunktion des Siegels durch mehrere Lagen von Pergament deutlich verbessert.[4]

Seit dem 16. Jahrhundert wurde auch Siegellack verwendet, der hitzebeständiger und härter als Wachs ist. Bereits seit dem 11. Jahrhundert wurden bildliche Darstellungen (z. B. Wappen) in Siegeln verwendet. Später verwendete man auch anstelle des Wachses eine Siegeloblate, welche zwischen zwei Papierschichten unter hohem Druck mit Hilfe von Hitze (wie beim Gaufrieren) zu einem Relief, dem Abdruck, verformt wurde (Papiersiegel).

Der Siegelmissbrauch wurde durch die Aufbewahrung bei eigens für diesen Zweck eingesetzten hohen Beamten verhindert, den Siegelbewahrern. Aus dieser Aufgabe wurde später ein Amt und ein Titel (siehe Lordsiegelbewahrer in England).

Siegelkapseln sind meist aus Holz oder Metall gefertigte Schutzhüllen für Siegel. Insbesondere in der römischen Zeit wurden sie verwendet, um die Siegel an Dokumenten wie etwa an Wachstafeln zu schützen.

Siegeltöpfe sind Näpfchen (meist aus Metall), die an einem Behältnis (z. B. einem Tresor) angebracht sind, um Siegelschnüre und Siegel (meist Abdrücke in Plastilin) aufzunehmen. Sie dienen der Identifikation von Personen, die das Behältnis geöffnet und wieder verschlossen haben

Formen von Siegeln

Signatur einer Malerin, chinesisch

Mit einem Griff versehen, wird ein Siegelstempel auch Petschaft genannt; älter sind Siegelringe und Compartimentsiegel[5] (Metallsiegel mit Griff[6]). Das Siegel selbst kann auf die Urkunde gedrückt oder durch einen Schnitt im Pergament durchgedrückt sein. Angehängte Siegel sind an Schnüren aus Hanf, Seide, anderen Stoffen oder Pergamentstreifen befestigt. Diese Pergamentstreifen, Pressel genannt, wurden, wie auch die Schnüre, häufig durch einen Pergamentumbug, der Plica, gezogen, um den Halt im Pergament zu erhöhen und ein Ausreißen zu verhindern.

Die in Europa häufigste Form ist das Rundsiegel, während beispielsweise die chinesischen Yinjian rechteckig sind; die japanischen Hanko sind ebenfalls rund.

Andere Ausführungsformen mit Siegelfunktion sind Aufkleber wie das Pfandsiegel (umgangssprachlich auch Kuckuck genannt), die an Kfz-Kennzeichenschildern angebrachte Zulassungsplakette, Plomben an Verschlüssen und Geräten, Sicherungsstempel an Messgeräten, Siegelmarken und Siegelbänder.

Notare verwenden zum Verbinden von mehrseitigen Urkunden eine Siegelschnur, deren Enden mit einem Prägesiegel aus Papier und einer Oblate gesichert sind.

Spezielle Siegel und weitere Fachbegriffe

  • Rollsiegel – erstmals in Sumer verwendet
  • Siegelring – im Fingerring untergebrachter Siegelstempel
  • Reitersiegel – stellt den Siegelführer oder die Siegelführerin (Damenreitersiegel) zu Pferd dar, männliche Siegelführer i. d. R. geharnischt und in Waffen
  • Gemmensiegel – Siegel mit dem charakteristischen Abdruck einer Gemme (häufig in Verbindung mit einem Siegelring), die entweder antiken oder zeitgenössischen Ursprungs sein kann; so verwendeten z. B. die frühen karolingischen Könige antike Gemmen zur Besiegelung ihrer Urkunden.
  • Gerichtssiegel[7]
  • Großes Siegel – das Hauptsiegel einer Körperschaft, das für die Besiegelung wichtigster Urkunden verwendet wurde
  • Kleines Siegel – zur Beurkundung kleiner, alltäglicher Rechtsgeschäfte; aus dem Sekretsiegel hervorgegangen, siehe auch Rücksiegel
  • Dienstsiegel – Amtliche Siegel zur rechtsverbindlichen Kennzeichnung von Dokumenten oder zum Verschluss von Behältnissen oder Räumlichkeiten
  • Sekretsiegel, auch Geheimsiegel, wurde im Mittelalter als zweites Siegel zur Kontrolle und als nochmalige Echtheitsbestätigung auf die Rückseite des Hauptsiegels oder auch „Großen Siegels“ geprägt. Ursprünglich waren nur mit einem Sekretsiegel versehene Urkunden nicht rechtswirksam. Im Spätmittelalter fanden die Sekretsiegel dann akzeptierte Verwendung bei Beurkundungen alltäglicher Amtsgeschäfte und gingen somit im „Kleinen Siegel“ auf.
  • Rücksiegel, auch Gegensiegel (lateinisch Contrasigillum) – wurde als Kleines Siegel (siehe Sekretsiegel) auf die Rückseite des Großen Siegels (Hauptsiegel) geprägt, nicht zu verwechseln mit den ebenfalls beidseitig gestempelten Bullen (Siegel aus Metall)
  • Doppelsiegel – Bezeichnung für Siegel, die an ihrer Vorder- und Rückseite Siegel tragen (Einheit aus Großem und Kleinem Siegel bzw. zwei gleich großen Siegeln, siehe Münzsiegel)[8]
  • Münzsiegel – Bezeichnung für Doppelsiegel bei gleich großen Abdrücken auf Vorder- und Rückseite
  • Wappensiegel – häufig schildförmiges Siegel mit dem Wappenbild des Siegelführers, stellenweise als Kleines Siegel oder Rücksiegel verwendet
  • Rombildsiegel – Siegel mit einer bildlichen Darstellung der Stadt Rom, in der Regel Teil der Bullen von Königen und Kaisern des mittelalterlichen deutschen Reiches
  • Gemeinschaftssiegel – gemeinsames Siegel einer rechtlich verbundenen Körperschaft oder auch mehrerer Angehöriger eines Herrschaftshauses
  • Rundsiegel in Österreich (entspricht dem Rundstempel in Deutschland) – Behörden[9], Ziviltechniker, Architekten und gerichtliche Sachverständige dürfen ein Rundsiegel führen und damit Dokumente, Pläne, Gutachten etc. siegeln.[10][11]
  • Signet – privates Siegel, meist als Ring ausgeführt
  • Konventssiegel – vom Konvent einer geistlichen Korporation genutzt
  • Eklektensiegel – von manchen Geistlichen zwischen dem Zeitpunkt der Wahl und der Konsekration genutzt
Chinesische Siegel
  • Siegel im ostasiatischen Kulturkreis: Die chinesische Bezeichnung für Siegel lautet yín (印) oder túzhāng (图章). Die japanische Bezeichnung für Siegel ist inshō (印章) oder hanko (判子). Die koreanische Bezeichnung für Siegel ist dojang (도장). Diese Siegel werden geschäftlich und privat eingesetzt und sind oft wichtiger als die eigenhändige Unterschrift. In manchen Fällen wird gar nur das Siegel als Beglaubigung akzeptiert.

Spezielle Siegel:

In weiterem Sinne:

Beispiele unterschiedlicher Siegel

Auf dem Siegelbild ist meist, umgeben von einer Umschrift, ein Porträt des Sieglers zu sehen. Das Siegelbild Karls des Großen stellt einen römischen Kaiser dar.[3]

Siegel im privaten/bürgerlichen Bereich

Siegelstempel und Typare für den Gebrauch mit Siegellack (Petschafte, Siegelringe etc.) werden im privaten/bürgerlichen Bereich nur noch von verschiedenen Postdienststellen für den Versand von Wertsendungen (Wertbriefen oder Wertpaketen) zum Verschluss der Sendung gefordert (in Deutschland bis 2010).

Eine Vorschrift für die Gestaltung der Typare besteht meist nicht, wobei Abdrücke von Münzen und Knöpfen regelmäßig unzulässig sind.

Ansonsten dienen Siegel meist nur noch zur stilvollen Ausgestaltung von Ehrenurkunden und privater Korrespondenz.

Ein privates Verschlusssiegel (auch eine Plombe (Siegel) oder Siegelmarke) an einem Behältnis oder an einer „geschuppten“ Urkunde, auch mit Ösen, Faden und Siegel verbundenen Urkunde, lässt erkennen, dass der Aussteller eine Manipulation des Schriftstückes nicht wünscht und es in der vorliegenden Form einmalig geschaffen wurde.

Rechtliches

Rechtlich ist jedes dienstliche „Siegel“ einzigartig, gegenüber beliebig herstellbaren „Stempeln“ – es verhält sich hier ähnlich wie bei dem Unterschied zwischen Fahne (einzigartig) und Flagge (ersetzbar). Wer es führen darf, ist eigens geregelt. Der Siegelbruch, das unberechtigte Zerstören eines Siegels, das durch eine Behörde, einen Amtsträger oder sonst dienstlich angebracht wurde, ist in Deutschland strafbar (§ 136 Abs. 2 StGB). Ebenso ist es nicht erlaubt einen Stempel zu verwenden, der mit dem Siegel eines Amtsträgers oder einer Behörde verwechselt werden kann. Ein unbrauchbar gewordener Siegelstempel einer Behörde darf nur unter Hinzuziehung eines Zeugen und mit einem entsprechenden Protokoll vernichtet werden. Die Ausmusterung von Siegelstempeln wird in den jeweiligen Amtsblättern veröffentlicht. Zu diesem Zweck haben Siegelstempel eine einzigartige Nummer.

Elektronisches Siegel

Ein Elektronisches Siegel sind Daten in elektronischer Form, die anderen Daten in elektronischer Form beigefügt oder logisch mit ihnen verbunden werden, um deren Ursprung und Unversehrtheit sicherzustellen. Halten diese Siegel bestimmte Anforderungen ein, werden sie auch fortgeschrittenes elektronisches Siegel oder, falls zertifiziert, qualifiziertes elektronisches Siegel genannt.

Eine juristische Person, die ein elektronisches Siegel erstellt, ist ein „Siegelersteller“.[12]

Siehe auch

Literatur

Handbücher:

  • Toni Diederich: Rheinische Städtesiegel (= Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Heimatschutz, Jahrbuch 1984/85). Neuss 1984, ISBN 3-88094-481-4.
  • Toni Diederich: Siegelkunde: Beiträge zu ihrer Vertiefung und Weiterführung. Köln 2012, ISBN 978-3-412-20956-8.
  • Wilhelm Ewald: Siegelkunde (= Georg von Below, Friedrich Meinecke [Hrsg.]: Handbuch der mittelalterlichen und neueren Geschichte. Band 4). R. Oldenbourg, München / Berlin 1914 (archive.org – Nachdruck München 1978).
  • Theodor Ilgen: Sphragistik. In: Aloys Meister (Hrsg.): Grundriß der Geschichtswissenschaft. Band I, Abt. 4, Leipzig 1912.
  • Franz Kalde: Das Gerichtssiegel als Beglaubigungsmittel, mit Siegelbeispielen aus der österreichischen Gerichtsbarkeit. In: Haering, Stephan; Kandler, Josef; Sagmeister, Raimund (Hrsg.): Gnade und Recht: Beiträge aus Ethik, Moraltheologie und Kirchenrecht. Festschrift für Gerhard Holotik zur Vollendung des 60. Lebensjahres. Lang, Frankfurt/M.; etc. 1999, S. 345–360.
  • Erich Kittel: Siegel (= Bibliothek für Kunst- und Antiquitätenfreunde. Band 11). Braunschweig 1970 (mit umfangreicher Bibliographie S. 468–509).
  • Michel Pastoureau: Les sceaux (= Typologie des sources du moyen âge occidental. Band 36). 1981, ISSN 0775-3381.
  • Andrea Stieldorf: Siegelkunde (= Hahnsche Historische Hilfswissenschaften. Band 1). Hannover 2004, ISBN 3-7752-6132-X.
  • Das Siegel. Gebrauch und Bedeutung. Hrsg. von Gabriela Signori. Darmstadt 2007, ISBN 978-3-534-20682-7

Tafelwerke:

  • Wilhelm Ewald: Rheinische Siegel (= Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde. Band 27). Bonn (6 Bände, 1906–1941).
  • Aldo Martini: Die Goldsiegelsammlung aus dem Geheimarchiv des Vatikans: Katalog der Ausstellung in der Bayerischen Landesbank München. 1989 (ohne Ort).
  • Friedrich Philippi: Siegel (= Urkunden und Siegel in Nachbildungen. Band 4). Berlin 1914.
  • Otto Posse: Die Siegel der deutschen Könige und Kaiser von 751–1913. Dresden (Wikisource – 5 Bände, 1909–1913).
    • Band 1: 751–1347. Von Pippin bis Ludwig den Bayern.
    • Band 2: 1347–1493. Von Karl IV, bis Friedrich III. Mittelalterliche Fälschulgen. Landfriedenssiegel.
    • Band 3: 1493–1711. Von Maximilian I, bis Josef I.
    • Band 4: 1711–1806, 1871–1913. Von Karl VI bis Franz II, Wilhelm I bis Wilhelm II. Reichsvikariat, Reichskammergericht. Kurfürstenkollegium, Nachträge.
    • Band 5: Das Siegelwesen der deutschen Kaiser und Könige, von 751 bis 1913. (Textband)
  • Pietro Sella: I sigilli dell’Archivio Segreto Vaticano (= Inventari dell’Archivio Segreto Vaticano. Band 1–3). Vatikan (1937, 1946, 1964).

Hilfsmittel und Bibliografie:

  • Eckart Henning, Gabriele Jochums: Bibliographie zur Sphragistik. Schrifttum Deutschlands, Österreichs und der Schweiz bis 1990 (= Bibliographie der Historischen Hilfswissenschaften. Band 2). Köln 1995, ISBN 3-412-08695-9.
  • Vocabulaire international de la sigillographie (= Pubblicazioni degli Archivi di Stato, Sussidi. Band 3). Rom 1990.

Sonstige:

  • S. Baghestani: Metallene Compartimentsiegel aus Ost-Iran, Zentralasien und Nord-China (= Archäologie in Iran und Turan. Band 1). Rahden/Westf. 1997.
  • Dominique Collon (Hrsg.): 7000 Years of Seals. London 1997.
  • M. I. Marcus: Emblems of Identity and Prestige: The Seals and Sealings from Hasanlu, Iran. Commentary and Catalog (= University Museum Monograph 84: Hasanlu Special Studies III). Philadelphia 1996.
Commons: Siegel – Sammlung von Bildern
Wiktionary: Siegel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikisource: Frauensiegel – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin / New York 1995, ISBN 3-11-012922-1.
  2. ↑ Egon Friedell: Kulturgeschichte des Altertums. Kulturgeschichte Ägyptens und des Alten Orients. München: dtv 1982.
  3. ↑ a b c d e Peter Erhart: Siegel. In: Stiftarchiv Sankt Gallen (Hrsg.): Lebenswelten des frühen Mittelalters in 36 Kapiteln. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2019, ISBN 978-3-95976-182-6, S. 184.
  4. ↑ Peter Erhart: Faltung. In: Stiftarchiv Sankt Gallen (Hrsg.): Lebenswelten des frühen Mittelalters in 36 Kapiteln. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2019, ISBN 978-3-95976-182-6, S. 164.
  5. ↑ S. Baghestani: Metallene Compartimentsiegel aus Ost-Iran, Zentralasien und Nord-China (= Archäologie in Iran und Turan. Band 1). Rahden/Westf, 1997.
  6. ↑ Vgl. Erika Bleibtreu: Iran in prähistorischer und frühgeschichtlicher Zeit. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): 7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran. Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 76–185, hier: S. 77.
  7. ↑ Franz Kalde: Das Gerichtssiegel als Beglaubigungsmittel, mit Siegelbeispielen aus der österreichischen Gerichtsbarkeit. In: Haering, Stephan; Kandler, Josef; Sagmeister, Raimund (Hrsg.): Gnade und Recht: Beiträge aus Ethik, Moraltheologie und Kirchenrecht. Festschrift für Gerhard Holotik zur Vollendung des 60. Lebensjahres. Lang, Frankfurt/M.; etc. 1999, S. 345–360.
  8. ↑ Ottfried Neubecker: Doppelsiegel. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte. Band IV (1955), Sp. 223
  9. ↑ Entscheid des Verwaltungsgerichtshofes
  10. ↑ Rundsiegel auf www.gerichts-sv.at
  11. ↑ Berufseid / Siegel / ZT-Ausweis auf wien.arching.at, inzwischen ist die Form des Siegels freigegeben. Als Begriff wird aber immer noch „Rundsiegel“ verwendet.
  12. ↑ Verordnung (EU) Nr. 910/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Juli 2014 über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt und zur Aufhebung der Richtlinie 1999/93/EG