„Unsagbarkeitstopos“ – Versionsunterschied
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Der '''Unsagbarkeitstopos''' ist ein bekannter [[Topos (Geisteswissenschaft)|Topos]] in der Geisteswissenschaft, Literatur und Musik. | Der '''Unsagbarkeitstopos''' ist ein bekannter [[Topos (Geisteswissenschaft)|Topos]] in der Geisteswissenschaft, Literatur und Musik. | ||
Der Unsagbarkeitstopos bezeichnet in der Rhetorik die von [[Ernst Robert Curtius]] erstmals so bezeichnete [[stereotyp]] beteuerte Schwierigkeit, einem umfangreichen Stoff in gebotener Kürze gerecht werden zu können.<ref>{{Literatur |Autor=Christiane Hessler |Titel= Zum [[Paragone (Kunsttheorie)|Paragone]]. Malerei, Skulptur und Dichtung in der Rangstreitkultur des [[Quattrocento]] |Reihe=Ars et Scientia |BandReihe=6 |HrsgReihe=[[Bénédicte Savoy]], [[Michael Thimann]], Gregor Wedekind | Der Unsagbarkeitstopos bezeichnet in der Rhetorik die von [[Ernst Robert Curtius]] erstmals so bezeichnete [[stereotyp]] beteuerte Schwierigkeit, einem umfangreichen Stoff in gebotener Kürze gerecht werden zu können.<ref>{{Literatur |Autor=Christiane Hessler |Titel=Zum [[Paragone (Kunsttheorie)|Paragone]]. Malerei, Skulptur und Dichtung in der Rangstreitkultur des [[Quattrocento]] |Verlag=De Gruyter |Ort=Berlin, Boston |Datum=2014 |Reihe=Ars et Scientia |BandReihe=6 |HrsgReihe=[[Bénédicte Savoy]], [[Michael Thimann]], Gregor Wedekind |ISBN=978-3-05-009500-4 |Seiten=310 |Online={{Google Buch |BuchID=AlHnBQAAQBAJ |Seite=310}}}}</ref> Er spielt aber auch in der [[Sprachphilosophie]] eine wichtige Rolle.<ref>{{Literatur |Titel=Handbuch Sprache und Wissen |Hrsg=[[Ekkehard Felder]], [[Andreas Gardt]] |Ort=Berlin, Boston, Massachusetts |Datum=2015 |Reihe=Handbücher Sprachwissen |BandReihe=1 |ISBN=978-3-11-029568-9 |Seiten=485–486 |Online={{Google Buch |BuchID=bJzoBQAAQBAJ |Seite=485}}}}</ref> | ||
Das Unsagbare wird in dem Augenblick thematisch, in dem fraglich scheint, ob das mit Wörtern Aussagbare die Erfahrungswirklichkeit wiedergeben kann. So berichtet schon [[Platon]], Nichtseiendes sei „unsagbar und unaussprechlich“(ag. [[ἄρρητον καὶ ἄφθεγκτον]]).<ref name=" | Das Unsagbare wird in dem Augenblick thematisch, in dem fraglich scheint, ob das mit Wörtern Aussagbare die Erfahrungswirklichkeit wiedergeben kann. So berichtet schon [[Platon]], Nichtseiendes sei „unsagbar und unaussprechlich“(ag. [[ἄρρητον καὶ ἄφθεγκτον]]).<ref name="unsagbar2">{{Literatur |Autor=[[Johann Kreuzer]] |Titel=Unsagbare, das |Hrsg=[[Joachim Ritter]], [[Karlfried Gründer]], [[Gottfried Gabriel]] |Sammelwerk=[[Historisches Wörterbuch der Philosophie]] |Band=11 |Verlag=Schwabe |Ort=Basel |Datum=2001 |ISBN=3-7965-0115-X}}</ref> | ||
Der Philosoph [[Plotin]] (3. Jh. n. Chr.) urteilte in seiner Beschäftigung mit dem „Einen“, gerade auf der strikten Unsagbarkeit des „Einen“ beruhe sein Zusammenhang mit dem Sagbaren: Für dasjenige jenseits des Sagbaren gebe es keine Worte. Er sprach deshalb von einer „schweigenden Rede“({{grcS|λόγος σιωπῶν}}).<ref name=" | Der Philosoph [[Plotin]] (3. Jh. n. Chr.) urteilte in seiner Beschäftigung mit dem „Einen“, gerade auf der strikten Unsagbarkeit des „Einen“ beruhe sein Zusammenhang mit dem Sagbaren: Für dasjenige jenseits des Sagbaren gebe es keine Worte. Er sprach deshalb von einer „schweigenden Rede“({{grcS|λόγος σιωπῶν}}).<ref name="unsagbar2" /> Häufig fand sich bis in neuere Zeit die Meinung, Plotin schreibe ein schlechtes Griechisch. Der Altphilologe [[Wilhelm Enßlin]] hielt dagegen, dass das nur dann stimme, wenn man die Regeln der Schulgrammatik für allein maßgebend hält. Die großen Verständnisschwierigkeiten seien nicht in der unklaren Ausdrucksweise, sondern der Abstraktheit der Gedanken begründet. Trotz aller Freiheiten folge Plotins Sprache der griechischen Grammatik und sei nicht etwa das stammelnde Sich-äußern des Mystikers, der immer wieder um einen Ausdruck für das Unsagbare ringt.<ref>{{RE|XXI,1|471|591|Plotinos|[[Wilhelm Enßlin]]||hier: Sp. 530}}</ref> | ||
In der Mystischen Theologie von [[Pseudo-Dionysius Areopagita]] dienten [[Oxymoron|Oxymora]] der Bezeichnung des Unsagbaren. Literarische Darstellungen der Ekstase fassten im Mittelalter wie schon Platon und [[Sappho]] die Liebe als paradoxen Zustand auf und wiesen auf prinzipielle Unsagbarkeit hin.<ref>{{Literatur |Autor=Christiane Augner |Titel=Gedichte der Ekstase in der Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts |Reihe=Mannheimer Beiträge zur Sprach- und Literaturwissenschaft |BandReihe=49 | In der Mystischen Theologie von [[Pseudo-Dionysius Areopagita]] dienten [[Oxymoron|Oxymora]] der Bezeichnung des Unsagbaren. Literarische Darstellungen der Ekstase fassten im Mittelalter wie schon Platon und [[Sappho]] die Liebe als paradoxen Zustand auf und wiesen auf prinzipielle Unsagbarkeit hin.<ref>{{Literatur |Autor=Christiane Augner |Titel=Gedichte der Ekstase in der Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts |Verlag=Narr |Ort=Tübingen |Datum=2001 |Reihe=Mannheimer Beiträge zur Sprach- und Literaturwissenschaft |BandReihe=49 |ISBN=3-8233-5649-6 |Online={{Google Buch |BuchID=GpF65RtDnKYC}}}}</ref> | ||
Das Motiv des Unsagbaren ist auch bei Dichtern wie [[Dante Alighieri|Dante]] ein immer wiederkehrendes Motiv.<ref>{{Literatur |Autor=[[Winfried Wehle | Das Motiv des Unsagbaren ist auch bei Dichtern wie [[Dante Alighieri|Dante]] ein immer wiederkehrendes Motiv.<ref>{{Literatur |Autor=[[Winfried Wehle]] |Titel=Innamoramento. Der Anstoß des Herzens als Anfang des Denkens und Dichtens |TitelErg=([[Dante Alighieri|Dante]], Vita nova I–III) |Hrsg=Milan Herold, [[Michael Bernsen]] |Sammelwerk=Der lyrische Augenblick. Eine Denkfigur der Romania |Verlag=De Gruyter |Ort=Berlin, Boston |Datum=2015 |Reihe=Mimesis. Romanische Literaturen der Welt |BandReihe=55 |HrsgReihe=[[Ottmar Ette]] |ISBN=978-3-11-035445-4 |Seiten=39 |Online={{Google Buch |BuchID=74wFCgAAQBAJ |Seite=39}}}}</ref> Im mittelalterlichen Roman ''[[Reinfried von Braunschweig]]'' heißt es, nicht einmal [[Ovid]] könne die Liebesfreuden des Hochzeitspaares beschreiben. [[Albrecht (Dichter des ‚Jüngeren Titurel‘)|Albrecht]] schreibt, den Ruhm des Geschlechtes von Titurison könne weder Ovid noch [[Aristoteles]] adäquat beschreiben.<ref>{{Literatur |Titel=Lexikon der antiken Gestalten in den deutschen Texten des Mittelalters |Hrsg=Manfred Kern, [[Alfred Ebenbauer]], Silvia Krämer-Seifert |Verlag=De Gruyter |Ort=Berlin / New York |Datum=2003 |ISBN=3-11-016257-1 |Seiten=447–448 |Online={{Google Buch |BuchID=Hb7dfGncf48C |Seite=447}}}}</ref> | ||
In der Lyrik und Rhetorik des [[Barock]] spielte der Unsagbarkeitstopos und das Schweigen eine große Rolle.<ref>{{Literatur |Autor= [[Claudia Benthien]] |Titel=Barockes Schweigen. Rhetorik und Performativität des Sprachlosen im 17. Jahrhundert |Verlag=Fink |Ort=Paderborn / München |Datum=2006 |ISBN=3-7705-4236-3}}</ref> | In der Lyrik und Rhetorik des [[Barock]] spielte der Unsagbarkeitstopos und das Schweigen eine große Rolle.<ref>{{Literatur |Autor=[[Claudia Benthien]] |Titel=Barockes Schweigen. Rhetorik und Performativität des Sprachlosen im 17. Jahrhundert |Verlag=Fink |Ort=Paderborn / München |Datum=2006 |ISBN=3-7705-4236-3}}</ref> | ||
In der [[Romantik]] entwickelte sich aus Überlegungen zur Unsagbarkeit die „Idee der [[Absolute Musik|absoluten Musik]]“, und der Widerspruch, dass die Musik das sprachlich Unsagbare in ihrer Sprache sagt, wurde wiederum im Medium der Sprache und Dichtung poetisch reflektiert.<ref>{{Literatur |Autor= [[Ulrich Tadday]] |Titel= Das schöne Unendliche. Ästhetik, Kritik, Geschichte der [[Romantik|romantischen]] Musikanschauung |Verlag=J. B. Metzler Musik |Ort=Stuttgart, Weimar |Datum=1999 |ISBN=3-476-01664-1 |Seiten=123–127 |Online={{Google Buch |BuchID=k-5FDwAAQBAJ |Seite=123}}}}</ref> | In der [[Romantik]] entwickelte sich aus Überlegungen zur Unsagbarkeit die „Idee der [[Absolute Musik|absoluten Musik]]“, und der Widerspruch, dass die Musik das sprachlich Unsagbare in ihrer Sprache sagt, wurde wiederum im Medium der Sprache und Dichtung poetisch reflektiert.<ref>{{Literatur |Autor=[[Ulrich Tadday]] |Titel=Das schöne Unendliche. Ästhetik, Kritik, Geschichte der [[Romantik|romantischen]] Musikanschauung |Verlag=J. B. Metzler Musik |Ort=Stuttgart, Weimar |Datum=1999 |ISBN=3-476-01664-1 |Seiten=123–127 |Online={{Google Buch |BuchID=k-5FDwAAQBAJ |Seite=123}}}}</ref> [[Richard Wagner]] wollte, wie seine Schriften über [[Ludwig van Beethoven|Beethoven]] zeigen, am romantischen Unsagbarkeitstopos festhalten und schloss sich der Auffassung an, wo die menschliche Sprache aufhöre, fange die Musik an. [[Robert Schumann]] war darüber hinaus der Auffassung, Beethovens Musik dürfe nicht nur nicht kritisiert werden, sie dürfe auch nicht gelobt werden, weil auch das eine Anmaßung sei. Man solle Beethovens Musik lieben und ansonsten über sie schweigen. Bei Wagner und Schumann sind in der Beschäftigung mit Beethoven der Unsagbarkeitstopos und die Unbeschreibbarkeit besonders betont. In der Musik nach „Seelengemälden“ zu suchen, eine ästhetische Auffassung der Musik, stoße bei Beethoven an seine Grenzen.<ref>{{Literatur |Autor=Berenike Schröder |Titel=Monumentale Erinnerung – ästhetische Erneuerung |TitelErg=Beethovenrezeption und die Ästhetik der Intermedialität in den Schriften der [[Neudeutsche Schule|Neudeutschen Schule]] |Verlag=V & R Unipress 2012 |Ort=Göttingen |Datum=2012 |Reihe=Abhandlungen zur Musikgeschichte |BandReihe=24 |HrsgReihe=[[Jürgen Heidrich]], [[Hans Joachim Marx (Musikwissenschaftler)|Hans Joachim Marx]], [[Martin Staehelin]], [[Ulrich Konrad]] |ISBN=978-3-89971-889-8 |Online={{Google Buch |BuchID=Agtxk-MigyEC}}}}</ref> | ||
[[Richard Wagner]] wollte, wie seine Schriften über [[Ludwig van Beethoven|Beethoven]] zeigen, am romantischen Unsagbarkeitstopos festhalten und schloss sich der Auffassung an, wo die menschliche Sprache aufhöre, fange die Musik an. [[Robert Schumann]] war darüber hinaus der Auffassung, Beethovens Musik dürfe nicht nur nicht kritisiert werden, sie dürfe auch nicht gelobt werden, weil auch das eine Anmaßung sei. Man solle Beethovens Musik lieben und ansonsten über sie schweigen. Bei Wagner und Schumann sind in der Beschäftigung mit Beethoven der Unsagbarkeitstopos und die Unbeschreibbarkeit besonders betont. In der Musik nach „Seelengemälden“ zu suchen, eine ästhetische Auffassung der Musik, stoße bei Beethoven an seine Grenzen.<ref>{{Literatur |Autor=Berenike Schröder |Titel=Monumentale Erinnerung – ästhetische Erneuerung |TitelErg=Beethovenrezeption und die Ästhetik der Intermedialität in den Schriften der [[Neudeutsche Schule|Neudeutschen Schule]] |Reihe=Abhandlungen zur Musikgeschichte |BandReihe=24 |HrsgReihe= [[Jürgen Heidrich]], [[Hans Joachim Marx (Musikwissenschaftler)|Hans Joachim Marx]], [[Martin Staehelin]], [[Ulrich Konrad]] | |||
[[Immanuel Kant]] definiert den „Geist in ästhetischer Bedeutung“ durch das Unsagbare: die „ästhetische Idee“ sei die Vorstellung der | [[Immanuel Kant]] definiert den „Geist in ästhetischer Bedeutung“ durch das Unsagbare: die „ästhetische Idee“ sei die Vorstellung der [[Einbildungskraft]], die „zu einem Begriffe viel Unnennbares hinzu denken läßt, dessen Gefühl die Erkenntnißvermögen belebt und mit der Sprache, als bloßem Buchstaben, Geist verbindet“.<ref name="unsagbar2" /> | ||
Einbildungskraft, die „zu einem Begriffe viel Unnennbares hinzu denken läßt, dessen Gefühl die Erkenntnißvermögen belebt und mit der Sprache, als bloßem Buchstaben, Geist verbindet“.<ref name=" | |||
Um 1900 ist die Entmächtigung der rationalen Sprache und ihres Herrschaftsanspruchs eine wirkungsmächtige Idee der Zeit, die eine eigene Metaphorik des Mangels ausbildet. Der Unsagbarkeitstopos ist hier fester Bestandteil der literarischen Inszenierungen grenzwertiger Erfahrungen. Sprachkrisen werden literarisch inszeniert auch im Zusammenhang mit literarischen Reflexionen dieser Zeit über Bilder, wie man sie beispielsweise bei [[Hugo von Hofmannsthal]], [[Rainer Maria Rilke]] und [[Robert Musil]] findet.<ref>{{Literatur |Autor=[[Sabine Schneider (Literaturwissenschaftlerin)|Sabine Schneider]] |Titel=Verheißung der Bilder |TitelErg=Das andere Medium in der Literatur um 1900 |Reihe=Studien zur deutschen Literatur |BandReihe=180 | Um 1900 ist die Entmächtigung der rationalen Sprache und ihres Herrschaftsanspruchs eine wirkungsmächtige Idee der Zeit, die eine eigene Metaphorik des Mangels ausbildet. Der Unsagbarkeitstopos ist hier fester Bestandteil der literarischen Inszenierungen grenzwertiger Erfahrungen. Sprachkrisen werden literarisch inszeniert auch im Zusammenhang mit literarischen Reflexionen dieser Zeit über Bilder, wie man sie beispielsweise bei [[Hugo von Hofmannsthal]], [[Rainer Maria Rilke]] und [[Robert Musil]] findet.<ref>{{Literatur |Autor=[[Sabine Schneider (Literaturwissenschaftlerin)|Sabine Schneider]] |Titel=Verheißung der Bilder |TitelErg=Das andere Medium in der Literatur um 1900 |Ort=Tübingen |Datum=2006 |Reihe=Studien zur deutschen Literatur |BandReihe=180 |ISBN=3-484-18180-X |Online={{Google Buch |BuchID=twKW7iAbRvsC}}}}</ref> | ||
In Hofmannsthals [[Ein Brief (Hofmannsthal)|''Ein Brief'']] wird das Scheitern neuzeitlicher Ich-Konzeption signalisiert und das Ich als Mittelpunkt der Täuschung herausgestellt, der moderne Schriftsteller leidet unter Ich-Dissoziation. Das Ich ist nicht mehr der Ort der Selbsterkenntnis wie in der [[Philosophie der Neuzeit]], sondern der Brennpunkt der Täuschung. Je mehr es sich seiner selbst zu versichern versucht, desto mehr wird es sich fremd. Die zunehmenden Brüche am Ich rühren von seiner vergangenen Lebenszeit her. In diesem Zusammenhang wird aber auch eine Zeit „gute[r] Augenblicke“ und eine „unnennbare“ Zeit außerhalb der Zeit beschworen. Die „alltäglichen“ Dinge, Gebrauchsgegenstände des einfachen Lebens seien es, an deren Anblick sich plötzlich Sinnhaftigkeit entzündet. Mobilisiert wird das ganze Vokabular einer Ästhetik [[Das Erhabene|des Erhabenen]], um dem Leser zu zeigen, dass in diesen Zeitsprüngen Inseln des Sinns einer anderen Ordnung aufgetan werden. Diese besonders von [[Karl Heinz Bohrer]] für die spätere Literatur des 20. Jahrhunderts herausgestellte „Ästhetik des Plötzlichen“ ist in der Geistesgeschichte seit jeher mit dem Erhabenen verbunden. Hofmannsthal variiert den Unsagbarkeitstopos zur Umschreibung der „guten Augenblicke“ in dieser Tradition des Erhabenen, die sich zurückverfolgen lässt bis zu [[Pseudo-Longinos]] (ca. 1. Jh. n. Chr.), der schrieb, dass „das Schweigen […] erhabener [ist] als alles, was Rede wird“. ([[Walter Benjamin]] nannte diese Augenblicke bei Hofmannsthal Zeitpunkte „profaner Offenbarung“.) Hofmannsthal lässt seinen Protagonisten in solchen Augenblicken Wendungen nutzen wie „Gegenwart des Unendlichen“ und „vollste erhabenste Gegenwart“, „Hinüberfließen“, „durchwebende Harmonie“ und ein „ahnungsvolles Verhältnis zum ganzen Dasein“. Hier gibt es keine Entzweiung und keinen Zerfall wie in den sprachkritischen vorigen Teilen des Werkes. In diesen Augenblicken seien die [[Dualismus|Dualismen]] der Neuzeit wie Verstand und Gefühl, [[Subjekt-Objekt-Spaltung|Subjekt und Objekt]], Geist und Materie, wie die Geistesgeschichte sie seit [[René Descartes]] kennt, aufgehoben.<ref>{{Literatur |Autor=[[Carsten Zelle]] |Titel=Konstellationen der Moderne. Verstummen – Medienwechsel – Literarische Phänomenologie |Reihe= Musil-Forum. Studien zur Literatur der klassischen Moderne. Im Auftrag der Internationalen [[Robert Musil|Robert-Musil]]-Gesellschaft |BandReihe=27 |HrsgReihe=[[Matthias Luserke-Jaqui]], Rosmarie Zeller | In Hofmannsthals [[Ein Brief (Hofmannsthal)|''Ein Brief'']] wird das Scheitern neuzeitlicher Ich-Konzeption signalisiert und das Ich als Mittelpunkt der Täuschung herausgestellt, der moderne Schriftsteller leidet unter Ich-Dissoziation. Das Ich ist nicht mehr der Ort der Selbsterkenntnis wie in der [[Philosophie der Neuzeit]], sondern der Brennpunkt der Täuschung. Je mehr es sich seiner selbst zu versichern versucht, desto mehr wird es sich fremd. Die zunehmenden Brüche am Ich rühren von seiner vergangenen Lebenszeit her. In diesem Zusammenhang wird aber auch eine Zeit „gute[r] Augenblicke“ und eine „unnennbare“ Zeit außerhalb der Zeit beschworen. Die „alltäglichen“ Dinge, Gebrauchsgegenstände des einfachen Lebens seien es, an deren Anblick sich plötzlich Sinnhaftigkeit entzündet. Mobilisiert wird das ganze Vokabular einer Ästhetik [[Das Erhabene|des Erhabenen]], um dem Leser zu zeigen, dass in diesen Zeitsprüngen Inseln des Sinns einer anderen Ordnung aufgetan werden. Diese besonders von [[Karl Heinz Bohrer]] für die spätere Literatur des 20. Jahrhunderts herausgestellte „Ästhetik des Plötzlichen“ ist in der Geistesgeschichte seit jeher mit dem Erhabenen verbunden. Hofmannsthal variiert den Unsagbarkeitstopos zur Umschreibung der „guten Augenblicke“ in dieser Tradition des Erhabenen, die sich zurückverfolgen lässt bis zu [[Pseudo-Longinos]] (ca. 1. Jh. n. Chr.), der schrieb, dass „das Schweigen […] erhabener [ist] als alles, was Rede wird“. ([[Walter Benjamin]] nannte diese Augenblicke bei Hofmannsthal Zeitpunkte „profaner Offenbarung“.) Hofmannsthal lässt seinen Protagonisten in solchen Augenblicken Wendungen nutzen wie „Gegenwart des Unendlichen“ und „vollste erhabenste Gegenwart“, „Hinüberfließen“, „durchwebende Harmonie“ und ein „ahnungsvolles Verhältnis zum ganzen Dasein“. Hier gibt es keine Entzweiung und keinen Zerfall wie in den sprachkritischen vorigen Teilen des Werkes. In diesen Augenblicken seien die [[Dualismus|Dualismen]] der Neuzeit wie Verstand und Gefühl, [[Subjekt-Objekt-Spaltung|Subjekt und Objekt]], Geist und Materie, wie die Geistesgeschichte sie seit [[René Descartes]] kennt, aufgehoben.<ref>{{Literatur |Autor=[[Carsten Zelle]] |Titel=Konstellationen der Moderne. Verstummen – Medienwechsel – Literarische Phänomenologie |Verlag=De Gruyter |Ort=Berlin / New York |Datum=2003 |Reihe=Musil-Forum. Studien zur Literatur der klassischen Moderne. Im Auftrag der Internationalen [[Robert Musil|Robert-Musil]]-Gesellschaft |BandReihe=27 |HrsgReihe=[[Matthias Luserke-Jaqui]], Rosmarie Zeller |ISBN=3-11-017406-5 |Online={{Google Buch |BuchID=PbpKY4cZp6oC}}}}</ref> | ||
Der [[Phänomenologie|Phänomenologe]] [[Edmund Husserl]] versuchte, den Ursprung der Zeit im zeitkonstituierenden Bewusstsein nachzuweisen, und musste in seinem Projekt einer „Philosophie als strenger Wissenschaft“ letztlich [[Tropus (Rhetorik)|tropische]] Rede benutzen, die sich vor allem der Metaphern von „Fluss“ und „Quelle“ bedient. Husserl schrieb in diesem Zusammenhang, dass die „Namen fehlen“, was auf eine Unsagbarkeit des phänomenologischen Ursprungs der Zeit hindeute. Der unzeitliche und ungegenständliche Bewusstseinsfluss könne hier immer nur als zeitlich und gegenständlich gedacht und daher nur metaphorisch besprochen werden. Der Philosoph [[Paul Ricœur]] sprach von der Unerforschlichkeit des Ursprungs der Zeit als einer [[Aporie]].<ref>{{Literatur |Autor= [[Inga Claudia Römer|Inga Römer]] |Titel=Das Zeitdenken bei [[Edmund Husserl|Husserl]], Heidegger und [[Paul Ricœur|Ricœur]] | Der [[Phänomenologie|Phänomenologe]] [[Edmund Husserl]] versuchte, den Ursprung der Zeit im zeitkonstituierenden Bewusstsein nachzuweisen, und musste in seinem Projekt einer „Philosophie als strenger Wissenschaft“ letztlich [[Tropus (Rhetorik)|tropische]] Rede benutzen, die sich vor allem der Metaphern von „Fluss“ und „Quelle“ bedient. Husserl schrieb in diesem Zusammenhang, dass die „Namen fehlen“, was auf eine Unsagbarkeit des phänomenologischen Ursprungs der Zeit hindeute. Der unzeitliche und ungegenständliche Bewusstseinsfluss könne hier immer nur als zeitlich und gegenständlich gedacht und daher nur metaphorisch besprochen werden. Der Philosoph [[Paul Ricœur]] sprach von der Unerforschlichkeit des Ursprungs der Zeit als einer [[Aporie]].<ref>{{Literatur |Autor=[[Inga Claudia Römer|Inga Römer]] |Titel=Das Zeitdenken bei [[Edmund Husserl|Husserl]], Heidegger und [[Paul Ricœur|Ricœur]] |Verlag=Springer |Ort=Dordrecht / Heidelberg / London / New York |Datum=2010 |Reihe=Phaenomenologica |BandReihe=196 |ISBN=978-90-481-8589-4 |Online={{Google Buch |BuchID=NwXq62G69oUC}}}}</ref> | ||
Die Reflexion des Unsagbaren gewinnt im 20. Jahrhundert insgesamt an Bedeutung. [[Ludwig Wittgenstein]] stellte fest, dass es „Unaussprechliches“ gibt. Der Unterschied zwischen Sagen und Zeigen („Was gezeigt werden kann, kann nicht gesagt werden“) macht für ihn den Gegenstand der Philosophie aus, die „das Unsagbare bedeuten [wird], indem sie das Sagbare klar darstellt“.<ref name=" | Die Reflexion des Unsagbaren gewinnt im 20. Jahrhundert insgesamt an Bedeutung. [[Ludwig Wittgenstein]] stellte fest, dass es „Unaussprechliches“ gibt. Der Unterschied zwischen Sagen und Zeigen („Was gezeigt werden kann, kann nicht gesagt werden“) macht für ihn den Gegenstand der Philosophie aus, die „das Unsagbare bedeuten [wird], indem sie das Sagbare klar darstellt“.<ref name="unsagbar2" /> Unsagbar ist für Wittgenstein einerseits das Allerhöchste, andererseits aber auch das Alltägliche und Normale.<ref>{{Literatur |Autor=Mariele Nientied |Titel=[[Søren Kierkegaard|Kierkegaard]] und Wittgenstein. „Hineintäuschen in das Wahre“ |Verlag=De Gruyter |Ort=Berlin, Boston |Datum=2003 |Reihe=Kierkegaard Studies. Monograph Series |BandReihe=7 |HrsgReihe=Niels Jørgen Cappelørn, [[Hermann Deuser]] |ISBN=3-11-020091-0 |Online={{Google Buch |BuchID=C1TvdEskcoUC}}}}</ref> | ||
[[Herwarth Walden]], einer der wichtigsten Förderer der deutschen [[Avantgarde]] des frühen 20. Jahrhunderts, befand, dass man über Bilder eigentlich nicht sprechen könne. Um ein Bild sehen zu können, habe man nur eines nötig: „das Bild zu s e h e n“.<ref>{{Literatur |Autor=German Neundorfer |Titel= „Kritik an Anschauung“. Bildbeschreibung im kunstkritischen Werk [[Carl Einstein]]s |Verlag=Königshausen und Neumann |Ort=Würzburg |Datum=2002 |ISBN=3-8260-2508-3 |Seiten=24 |Online={{Google Buch |BuchID=xQZE-Z0Jhb8C |Seite=24}}}}</ref> | [[Herwarth Walden]], einer der wichtigsten Förderer der deutschen [[Avantgarde]] des frühen 20. Jahrhunderts, befand, dass man über Bilder eigentlich nicht sprechen könne. Um ein Bild sehen zu können, habe man nur eines nötig: „das Bild zu s e h e n“.<ref>{{Literatur |Autor=German Neundorfer |Titel=„Kritik an Anschauung“. Bildbeschreibung im kunstkritischen Werk [[Carl Einstein]]s |Verlag=Königshausen und Neumann |Ort=Würzburg |Datum=2002 |ISBN=3-8260-2508-3 |Seiten=24 |Online={{Google Buch |BuchID=xQZE-Z0Jhb8C |Seite=24}}}}</ref> | ||
In seinem Gedicht ''Ein Wort'' (1941) spielt [[Gottfried Benn]] auf den Unsagbarkeitstopos an: auf das Wort, das als Erkenntnismittel besonders seit der Sprachkrise des 20. Jahrhunderts fraglich geworden ist. Zugleich geht es Benn um die Bedeutung des Wortes seit dem [[Evangelium nach Johannes|Johannesevangelium]]. Die Huldigung des Wortes kann hier keine dauerhaft sinnhafte Welt erzeugen, nur im Augenblick: in der Kunst; das Subjekt bleibt in diesem Gedicht allein „im leeren Raum um Welt und Ich“. Das „Wort“ im Evangelium griff schon [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]] auf, als [[Faust. Eine Tragödie.|Faust]] im Studierzimmer bei der Übersetzung von lógos ({{grcS|λόγος}}) stockt, dann „Wort“, „Sinn“, „Kraft“ als Übersetzung verwirft und sich für „Tat“ als beste Übersetzung entscheidet.<ref>{{Literatur |Autor=Udo Friedrich, Martin Huber, Ulrich Schmitz |Titel=Uni-Wissen Orientierungskurs Germanistik. Sicher im Studium Germanistik |TitelErg=Für Ihren sicheren Studienerfolg |Verlag=Klett Lerntraining |Ort=Stuttgart |Datum=2015 |ISBN=978-3-12-939108-2 |Online={{Google Buch |BuchID=k_J3DwAAQBAJ}}}}</ref> | In seinem Gedicht ''Ein Wort'' (1941) spielt [[Gottfried Benn]] auf den Unsagbarkeitstopos an: auf das Wort, das als Erkenntnismittel besonders seit der Sprachkrise des 20. Jahrhunderts fraglich geworden ist. Zugleich geht es Benn um die Bedeutung des Wortes seit dem [[Evangelium nach Johannes|Johannesevangelium]]. Die Huldigung des Wortes kann hier keine dauerhaft sinnhafte Welt erzeugen, nur im Augenblick: in der Kunst; das Subjekt bleibt in diesem Gedicht allein „im leeren Raum um Welt und Ich“. Das „Wort“ im Evangelium griff schon [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]] auf, als [[Faust. Eine Tragödie.|Faust]] im Studierzimmer bei der Übersetzung von lógos ({{grcS|λόγος}}) stockt, dann „Wort“, „Sinn“, „Kraft“ als Übersetzung verwirft und sich für „Tat“ als beste Übersetzung entscheidet.<ref>{{Literatur |Autor=Udo Friedrich, Martin Huber, Ulrich Schmitz |Titel=Uni-Wissen Orientierungskurs Germanistik. Sicher im Studium Germanistik |TitelErg=Für Ihren sicheren Studienerfolg |Verlag=Klett Lerntraining |Ort=Stuttgart |Datum=2015 |ISBN=978-3-12-939108-2 |Online={{Google Buch |BuchID=k_J3DwAAQBAJ}}}}</ref> | ||
Der Physiker [[Albert Einstein]] war davon überzeugt, dass seine entscheidenden Gedanken außerhalb der Sprache entstanden sind.<ref>{{Literatur |Autor=[[Manfred Bierwisch]] |Hrsg=[[Union der deutschen Akademien der Wissenschaften]], [[Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig]] | Der Physiker [[Albert Einstein]] war davon überzeugt, dass seine entscheidenden Gedanken außerhalb der Sprache entstanden sind.<ref>{{Literatur |Autor=[[Manfred Bierwisch]] |Titel=Das Organ des Denkens und die Grenzen des Ausdrückbaren |Hrsg=[[Union der deutschen Akademien der Wissenschaften]], [[Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig]] |Sammelwerk=„Werkzeug Sprache“. Sprachpolitik, Sprachfähigkeit, Sprache und Macht |WerkErg=3. Symposion der Deutschen Akademien der Wissenschaften |Verlag=Olms |Ort=Hildesheim / Zürich / New York |Datum=1999 |ISBN=3-487-10773-2 |Seiten=96 |Online=http://www.zas.gwz-berlin.de/fileadmin/mitarbeiter/bierwisch/7_Bierwisch_1999_Organ_Denkens.pdf |Format=PDF |KBytes=3790}}</ref> | ||
Für [[Martin Heidegger]] ist das Wesen der Logik die [[Sigetik]], in der erst das Wesen der Sprache begriffen wird, das „nichts Sprachliches sein kann“ und „ohne Namen“ gelassen werden solle.<ref name=" | Für [[Martin Heidegger]] ist das Wesen der Logik die [[Sigetik]], in der erst das Wesen der Sprache begriffen wird, das „nichts Sprachliches sein kann“ und „ohne Namen“ gelassen werden solle.<ref name="unsagbar2" /> | ||
Der Philosoph [[Hans Blumenberg]] versuchte, eine „authentische Leistungsart der Erfassung von Zusammenhängen“ zu entwickeln und „die Unsagbarkeit selbst sprachlich darzustellen“.<ref>{{Literatur |Hrsg=[[Almut Todorow]], [[Ulrike Landfester]], Christian Sinn | | Der Philosoph [[Hans Blumenberg]] versuchte, eine „authentische Leistungsart der Erfassung von Zusammenhängen“ zu entwickeln und „die Unsagbarkeit selbst sprachlich darzustellen“.<ref>{{Literatur |Titel=Unbegrifflichkeit. Ein Paradigma der Moderne |Hrsg=[[Almut Todorow]], [[Ulrike Landfester]], Christian Sinn |Verlag=Narr |Ort=Tübingen |Datum=2004 |Reihe=Literatur und Anthropologie |BandReihe=21 |ISBN=3-8233-6035-3 |Online={{Google Buch |BuchID=sNAFOcvkIwYC}}}}</ref> | ||
Die Frage nach Ästhetik, Musik und Sprache, die schon in der Romantik aufgekommen war, ist bis heute wirksam und wird auch mit den Mitteln der [[Analytische Philosophie|Analytischen Philosophie]] und der [[Linguistik]] reflektiert, unter anderem von dem Linguisten [[Manfred Bierwisch]]<ref>{{Literatur |Autor=Katrin Eggers |Titel=Ludwig Wittgenstein als Musikphilosoph |Reihe=Musikphilosophie |BandReihe=2 |HrsgReihe= Oliver Fürbeth, Lydia Goehr, Frank Hentschel, [[Stefan Lorenz Sorgner]] | Die Frage nach Ästhetik, Musik und Sprache, die schon in der Romantik aufgekommen war, ist bis heute wirksam und wird auch mit den Mitteln der [[Analytische Philosophie|Analytischen Philosophie]] und der [[Linguistik]] reflektiert, unter anderem von dem Linguisten [[Manfred Bierwisch]]<ref>{{Literatur |Autor=Katrin Eggers |Titel=Ludwig Wittgenstein als Musikphilosoph |Auflage=2. |Verlag=Karl Alber |Ort=Freiburg |Datum=2014 |Reihe=Musikphilosophie |BandReihe=2 |HrsgReihe=Oliver Fürbeth, Lydia Goehr, Frank Hentschel, [[Stefan Lorenz Sorgner]] |ISBN=978-3-495-48449-4 |Online={{Google Buch |BuchID=7i_1AwAAQBAJ}}}}</ref> und dem Philosophen [[Franz von Kutschera]].<ref>{{Literatur |Autor=Franz von Kutschera |Titel=Ästhetik |Verlag=De Gruyter |Ort=Berlin / New York |Datum=1998 |ISBN=3-11-016276-8 |Online={{Google Buch |BuchID=_ef_JDKKrhEC}}}}</ref> | ||
Auch in den [[Fan]]-Diskursen der Gegenwart spielt der Unsagbarkeitstopos eine Rolle. Häufig wird hier mit der Gegenüberstellung von Analyse und Faszination am Stoff gearbeitet. [[Rainald Goetz]] beispielsweise zeigt Widerstand gegen die Analyse von [[Popkultur|Pop]]. Pop könne nicht weiter analysiert werden.<ref>{{Literatur |Autor=Brigitte Weingart |Hrsg=Gerald Echterhoff, Michael Eggers | Auch in den [[Fan]]-Diskursen der Gegenwart spielt der Unsagbarkeitstopos eine Rolle. Häufig wird hier mit der Gegenüberstellung von Analyse und Faszination am Stoff gearbeitet. [[Rainald Goetz]] beispielsweise zeigt Widerstand gegen die Analyse von [[Popkultur|Pop]]. Pop könne nicht weiter analysiert werden.<ref>{{Literatur |Autor=Brigitte Weingart |Titel=Faszinationsanalyse |Hrsg=Gerald Echterhoff, Michael Eggers |Sammelwerk=Der Stoff, an dem wir hängen. Faszination und Selektion von Material in den Kulturwissenschaften |Verlag=Königshausen und Neumann |Ort=Würzburg |Datum=2002 |ISBN=3-8260-2195-9 |Seiten=21–22 |Online={{Google Buch |BuchID=PCsGyX-XunoC |Seite=21}}}}</ref> | ||
== Siehe auch == | == Siehe auch == | ||
* [[Sprachskepsis]] | * [[Sprachskepsis]] | ||
== Literatur == | == Literatur == | ||
* {{Literatur |Autor= [[Ernst Robert Curtius]] |Titel=Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter |Auflage=11. |Verlag=Francke |Ort=Tübingen/Basel |Datum=1993 |ISBN=3-7720-2133-6}} | |||
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* {{Literatur |Hrsg=[[Ekkehard Felder]], [[Andreas Gardt]] | * {{Literatur |Autor=[[Elisabeth Gülich]] |Titel=Unbeschreibbarkeit. Rhetorischer Topos – Gattungsmerkmal – Formulierungsressource |Ort=Gleizendorf bei Nürnberg |Datum=2005 |Reihe=Gesprächsforschung – Online-Zeitschrift zur verbalen Interaktion |NummerReihe=6 |ISSN=1617-1837 |Seiten=222–244 |Online=http://www.gespraechsforschung-online.de/heft2005/ga-guelich.pdf |Format=PDF |KBytes=107 |Abruf=2019-08-01}} | ||
* {{Literatur |Titel=Handbuch Sprache und Wissen |Hrsg=[[Ekkehard Felder]], [[Andreas Gardt]] |Ort=Berlin, Boston, Massachusetts |Datum=2015 |Reihe=Handbücher Sprachwissen |BandReihe=1 |ISBN=978-3-11-029568-9 |Seiten=485–486 |Online={{Google Buch |BuchID=bJzoBQAAQBAJ |Seite=485}}}} | |||
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Aktuelle Version vom 26. Juli 2026, 08:50 Uhr
Der Unsagbarkeitstopos ist ein bekannter Topos in der Geisteswissenschaft, Literatur und Musik.
Der Unsagbarkeitstopos bezeichnet in der Rhetorik die von Ernst Robert Curtius erstmals so bezeichnete stereotyp beteuerte Schwierigkeit, einem umfangreichen Stoff in gebotener Kürze gerecht werden zu können.[1] Er spielt aber auch in der Sprachphilosophie eine wichtige Rolle.[2]
Das Unsagbare wird in dem Augenblick thematisch, in dem fraglich scheint, ob das mit Wörtern Aussagbare die Erfahrungswirklichkeit wiedergeben kann. So berichtet schon Platon, Nichtseiendes sei „unsagbar und unaussprechlich“(ag. ἄρρητον καὶ ἄφθεγκτον).[3]
Der Philosoph Plotin (3. Jh. n. Chr.) urteilte in seiner Beschäftigung mit dem „Einen“, gerade auf der strikten Unsagbarkeit des „Einen“ beruhe sein Zusammenhang mit dem Sagbaren: Für dasjenige jenseits des Sagbaren gebe es keine Worte. Er sprach deshalb von einer „schweigenden Rede“(altgriechisch λόγος σιωπῶν).[3] Häufig fand sich bis in neuere Zeit die Meinung, Plotin schreibe ein schlechtes Griechisch. Der Altphilologe Wilhelm Enßlin hielt dagegen, dass das nur dann stimme, wenn man die Regeln der Schulgrammatik für allein maßgebend hält. Die großen Verständnisschwierigkeiten seien nicht in der unklaren Ausdrucksweise, sondern der Abstraktheit der Gedanken begründet. Trotz aller Freiheiten folge Plotins Sprache der griechischen Grammatik und sei nicht etwa das stammelnde Sich-äußern des Mystikers, der immer wieder um einen Ausdruck für das Unsagbare ringt.[4]
In der Mystischen Theologie von Pseudo-Dionysius Areopagita dienten Oxymora der Bezeichnung des Unsagbaren. Literarische Darstellungen der Ekstase fassten im Mittelalter wie schon Platon und Sappho die Liebe als paradoxen Zustand auf und wiesen auf prinzipielle Unsagbarkeit hin.[5]
Das Motiv des Unsagbaren ist auch bei Dichtern wie Dante ein immer wiederkehrendes Motiv.[6] Im mittelalterlichen Roman Reinfried von Braunschweig heißt es, nicht einmal Ovid könne die Liebesfreuden des Hochzeitspaares beschreiben. Albrecht schreibt, den Ruhm des Geschlechtes von Titurison könne weder Ovid noch Aristoteles adäquat beschreiben.[7]
In der Lyrik und Rhetorik des Barock spielte der Unsagbarkeitstopos und das Schweigen eine große Rolle.[8]
In der Romantik entwickelte sich aus Überlegungen zur Unsagbarkeit die „Idee der absoluten Musik“, und der Widerspruch, dass die Musik das sprachlich Unsagbare in ihrer Sprache sagt, wurde wiederum im Medium der Sprache und Dichtung poetisch reflektiert.[9] Richard Wagner wollte, wie seine Schriften über Beethoven zeigen, am romantischen Unsagbarkeitstopos festhalten und schloss sich der Auffassung an, wo die menschliche Sprache aufhöre, fange die Musik an. Robert Schumann war darüber hinaus der Auffassung, Beethovens Musik dürfe nicht nur nicht kritisiert werden, sie dürfe auch nicht gelobt werden, weil auch das eine Anmaßung sei. Man solle Beethovens Musik lieben und ansonsten über sie schweigen. Bei Wagner und Schumann sind in der Beschäftigung mit Beethoven der Unsagbarkeitstopos und die Unbeschreibbarkeit besonders betont. In der Musik nach „Seelengemälden“ zu suchen, eine ästhetische Auffassung der Musik, stoße bei Beethoven an seine Grenzen.[10]
Immanuel Kant definiert den „Geist in ästhetischer Bedeutung“ durch das Unsagbare: die „ästhetische Idee“ sei die Vorstellung der Einbildungskraft, die „zu einem Begriffe viel Unnennbares hinzu denken läßt, dessen Gefühl die Erkenntnißvermögen belebt und mit der Sprache, als bloßem Buchstaben, Geist verbindet“.[3]
Um 1900 ist die Entmächtigung der rationalen Sprache und ihres Herrschaftsanspruchs eine wirkungsmächtige Idee der Zeit, die eine eigene Metaphorik des Mangels ausbildet. Der Unsagbarkeitstopos ist hier fester Bestandteil der literarischen Inszenierungen grenzwertiger Erfahrungen. Sprachkrisen werden literarisch inszeniert auch im Zusammenhang mit literarischen Reflexionen dieser Zeit über Bilder, wie man sie beispielsweise bei Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke und Robert Musil findet.[11]
In Hofmannsthals Ein Brief wird das Scheitern neuzeitlicher Ich-Konzeption signalisiert und das Ich als Mittelpunkt der Täuschung herausgestellt, der moderne Schriftsteller leidet unter Ich-Dissoziation. Das Ich ist nicht mehr der Ort der Selbsterkenntnis wie in der Philosophie der Neuzeit, sondern der Brennpunkt der Täuschung. Je mehr es sich seiner selbst zu versichern versucht, desto mehr wird es sich fremd. Die zunehmenden Brüche am Ich rühren von seiner vergangenen Lebenszeit her. In diesem Zusammenhang wird aber auch eine Zeit „gute[r] Augenblicke“ und eine „unnennbare“ Zeit außerhalb der Zeit beschworen. Die „alltäglichen“ Dinge, Gebrauchsgegenstände des einfachen Lebens seien es, an deren Anblick sich plötzlich Sinnhaftigkeit entzündet. Mobilisiert wird das ganze Vokabular einer Ästhetik des Erhabenen, um dem Leser zu zeigen, dass in diesen Zeitsprüngen Inseln des Sinns einer anderen Ordnung aufgetan werden. Diese besonders von Karl Heinz Bohrer für die spätere Literatur des 20. Jahrhunderts herausgestellte „Ästhetik des Plötzlichen“ ist in der Geistesgeschichte seit jeher mit dem Erhabenen verbunden. Hofmannsthal variiert den Unsagbarkeitstopos zur Umschreibung der „guten Augenblicke“ in dieser Tradition des Erhabenen, die sich zurückverfolgen lässt bis zu Pseudo-Longinos (ca. 1. Jh. n. Chr.), der schrieb, dass „das Schweigen […] erhabener [ist] als alles, was Rede wird“. (Walter Benjamin nannte diese Augenblicke bei Hofmannsthal Zeitpunkte „profaner Offenbarung“.) Hofmannsthal lässt seinen Protagonisten in solchen Augenblicken Wendungen nutzen wie „Gegenwart des Unendlichen“ und „vollste erhabenste Gegenwart“, „Hinüberfließen“, „durchwebende Harmonie“ und ein „ahnungsvolles Verhältnis zum ganzen Dasein“. Hier gibt es keine Entzweiung und keinen Zerfall wie in den sprachkritischen vorigen Teilen des Werkes. In diesen Augenblicken seien die Dualismen der Neuzeit wie Verstand und Gefühl, Subjekt und Objekt, Geist und Materie, wie die Geistesgeschichte sie seit René Descartes kennt, aufgehoben.[12]
Der Phänomenologe Edmund Husserl versuchte, den Ursprung der Zeit im zeitkonstituierenden Bewusstsein nachzuweisen, und musste in seinem Projekt einer „Philosophie als strenger Wissenschaft“ letztlich tropische Rede benutzen, die sich vor allem der Metaphern von „Fluss“ und „Quelle“ bedient. Husserl schrieb in diesem Zusammenhang, dass die „Namen fehlen“, was auf eine Unsagbarkeit des phänomenologischen Ursprungs der Zeit hindeute. Der unzeitliche und ungegenständliche Bewusstseinsfluss könne hier immer nur als zeitlich und gegenständlich gedacht und daher nur metaphorisch besprochen werden. Der Philosoph Paul Ricœur sprach von der Unerforschlichkeit des Ursprungs der Zeit als einer Aporie.[13]
Die Reflexion des Unsagbaren gewinnt im 20. Jahrhundert insgesamt an Bedeutung. Ludwig Wittgenstein stellte fest, dass es „Unaussprechliches“ gibt. Der Unterschied zwischen Sagen und Zeigen („Was gezeigt werden kann, kann nicht gesagt werden“) macht für ihn den Gegenstand der Philosophie aus, die „das Unsagbare bedeuten [wird], indem sie das Sagbare klar darstellt“.[3] Unsagbar ist für Wittgenstein einerseits das Allerhöchste, andererseits aber auch das Alltägliche und Normale.[14]
Herwarth Walden, einer der wichtigsten Förderer der deutschen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts, befand, dass man über Bilder eigentlich nicht sprechen könne. Um ein Bild sehen zu können, habe man nur eines nötig: „das Bild zu s e h e n“.[15]
In seinem Gedicht Ein Wort (1941) spielt Gottfried Benn auf den Unsagbarkeitstopos an: auf das Wort, das als Erkenntnismittel besonders seit der Sprachkrise des 20. Jahrhunderts fraglich geworden ist. Zugleich geht es Benn um die Bedeutung des Wortes seit dem Johannesevangelium. Die Huldigung des Wortes kann hier keine dauerhaft sinnhafte Welt erzeugen, nur im Augenblick: in der Kunst; das Subjekt bleibt in diesem Gedicht allein „im leeren Raum um Welt und Ich“. Das „Wort“ im Evangelium griff schon Goethe auf, als Faust im Studierzimmer bei der Übersetzung von lógos (altgriechisch λόγος) stockt, dann „Wort“, „Sinn“, „Kraft“ als Übersetzung verwirft und sich für „Tat“ als beste Übersetzung entscheidet.[16]
Der Physiker Albert Einstein war davon überzeugt, dass seine entscheidenden Gedanken außerhalb der Sprache entstanden sind.[17]
Für Martin Heidegger ist das Wesen der Logik die Sigetik, in der erst das Wesen der Sprache begriffen wird, das „nichts Sprachliches sein kann“ und „ohne Namen“ gelassen werden solle.[3]
Der Philosoph Hans Blumenberg versuchte, eine „authentische Leistungsart der Erfassung von Zusammenhängen“ zu entwickeln und „die Unsagbarkeit selbst sprachlich darzustellen“.[18]
Die Frage nach Ästhetik, Musik und Sprache, die schon in der Romantik aufgekommen war, ist bis heute wirksam und wird auch mit den Mitteln der Analytischen Philosophie und der Linguistik reflektiert, unter anderem von dem Linguisten Manfred Bierwisch[19] und dem Philosophen Franz von Kutschera.[20]
Auch in den Fan-Diskursen der Gegenwart spielt der Unsagbarkeitstopos eine Rolle. Häufig wird hier mit der Gegenüberstellung von Analyse und Faszination am Stoff gearbeitet. Rainald Goetz beispielsweise zeigt Widerstand gegen die Analyse von Pop. Pop könne nicht weiter analysiert werden.[21]
Siehe auch
Literatur
- Ernst Robert Curtius: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter. 11. Auflage. Francke, Tübingen/Basel 1993, ISBN 3-7720-2133-6.
- Johann Kreuzer: Unsagbare, das. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 11. Schwabe, Basel 2001, ISBN 3-7965-0115-X.
- Marcelo Dascal, Dietfried Gerhardus, Kuno Lorenz, Georg Meggle (Hrsg.): Sprachphilosophie. Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung (= Hugo Steger, Herbert Ernst Wiegand [Hrsg.]: Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft. Band 7.2). De Gruyter, Berlin, New York 1996, ISBN 3-11-013991-X (deutsch, englisch, französisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- Elisabeth Gülich: Unbeschreibbarkeit. Rhetorischer Topos – Gattungsmerkmal – Formulierungsressource (= Gesprächsforschung – Online-Zeitschrift zur verbalen Interaktion. Nr. 6). 2005, ISSN 1617-1837, S. 222–244 (gespraechsforschung-online.de [PDF; 107 kB; abgerufen am 1. August 2019]).
- Ekkehard Felder, Andreas Gardt (Hrsg.): Handbuch Sprache und Wissen (= Handbücher Sprachwissen. Band 1). Berlin, Boston, Massachusetts 2015, ISBN 978-3-11-029568-9, S. 485–486 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Einzelnachweise
- ↑ Christiane Hessler: Zum Paragone. Malerei, Skulptur und Dichtung in der Rangstreitkultur des Quattrocento (= Bénédicte Savoy, Michael Thimann, Gregor Wedekind [Hrsg.]: Ars et Scientia. Band 6). De Gruyter, Berlin, Boston 2014, ISBN 978-3-05-009500-4, S. 310 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Ekkehard Felder, Andreas Gardt (Hrsg.): Handbuch Sprache und Wissen (= Handbücher Sprachwissen. Band 1). Berlin, Boston, Massachusetts 2015, ISBN 978-3-11-029568-9, S. 485–486 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ a b c d e Johann Kreuzer: Unsagbare, das. In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 11. Schwabe, Basel 2001, ISBN 3-7965-0115-X.
- ↑ Wilhelm Enßlin: Plotinos. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XXI,1, Stuttgart 1951, Sp. 471–591 (hier: Sp. 530).
- ↑ Christiane Augner: Gedichte der Ekstase in der Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts (= Mannheimer Beiträge zur Sprach- und Literaturwissenschaft. Band 49). Narr, Tübingen 2001, ISBN 3-8233-5649-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Winfried Wehle: Innamoramento. Der Anstoß des Herzens als Anfang des Denkens und Dichtens. (Dante, Vita nova I–III). In: Milan Herold, Michael Bernsen (Hrsg.): Der lyrische Augenblick. Eine Denkfigur der Romania (= Ottmar Ette [Hrsg.]: Mimesis. Romanische Literaturen der Welt. Band 55). De Gruyter, Berlin, Boston 2015, ISBN 978-3-11-035445-4, S. 39 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Manfred Kern, Alfred Ebenbauer, Silvia Krämer-Seifert (Hrsg.): Lexikon der antiken Gestalten in den deutschen Texten des Mittelalters. De Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-016257-1, S. 447–448 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Claudia Benthien: Barockes Schweigen. Rhetorik und Performativität des Sprachlosen im 17. Jahrhundert. Fink, Paderborn / München 2006, ISBN 3-7705-4236-3.
- ↑ Ulrich Tadday: Das schöne Unendliche. Ästhetik, Kritik, Geschichte der romantischen Musikanschauung. J. B. Metzler Musik, Stuttgart, Weimar 1999, ISBN 3-476-01664-1, S. 123–127 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Berenike Schröder: Monumentale Erinnerung – ästhetische Erneuerung. Beethovenrezeption und die Ästhetik der Intermedialität in den Schriften der Neudeutschen Schule (= Jürgen Heidrich, Hans Joachim Marx, Martin Staehelin, Ulrich Konrad [Hrsg.]: Abhandlungen zur Musikgeschichte. Band 24). V & R Unipress 2012, Göttingen 2012, ISBN 978-3-89971-889-8 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Sabine Schneider: Verheißung der Bilder. Das andere Medium in der Literatur um 1900 (= Studien zur deutschen Literatur. Band 180). Tübingen 2006, ISBN 3-484-18180-X (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Carsten Zelle: Konstellationen der Moderne. Verstummen – Medienwechsel – Literarische Phänomenologie (= Matthias Luserke-Jaqui, Rosmarie Zeller [Hrsg.]: Musil-Forum. Studien zur Literatur der klassischen Moderne. Im Auftrag der Internationalen Robert-Musil-Gesellschaft. Band 27). De Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017406-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Inga Römer: Das Zeitdenken bei Husserl, Heidegger und Ricœur (= Phaenomenologica. Band 196). Springer, Dordrecht / Heidelberg / London / New York 2010, ISBN 978-90-481-8589-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Mariele Nientied: Kierkegaard und Wittgenstein. „Hineintäuschen in das Wahre“ (= Niels Jørgen Cappelørn, Hermann Deuser [Hrsg.]: Kierkegaard Studies. Monograph Series. Band 7). De Gruyter, Berlin, Boston 2003, ISBN 3-11-020091-0 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ German Neundorfer: „Kritik an Anschauung“. Bildbeschreibung im kunstkritischen Werk Carl Einsteins. Königshausen und Neumann, Würzburg 2002, ISBN 3-8260-2508-3, S. 24 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Udo Friedrich, Martin Huber, Ulrich Schmitz: Uni-Wissen Orientierungskurs Germanistik. Sicher im Studium Germanistik. Für Ihren sicheren Studienerfolg. Klett Lerntraining, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-12-939108-2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Manfred Bierwisch: Das Organ des Denkens und die Grenzen des Ausdrückbaren. In: Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Hrsg.): „Werkzeug Sprache“. Sprachpolitik, Sprachfähigkeit, Sprache und Macht. 3. Symposion der Deutschen Akademien der Wissenschaften. Olms, Hildesheim / Zürich / New York 1999, ISBN 3-487-10773-2, S. 96 (gwz-berlin.de [PDF; 3,8 MB]).
- ↑ Almut Todorow, Ulrike Landfester, Christian Sinn (Hrsg.): Unbegrifflichkeit. Ein Paradigma der Moderne (= Literatur und Anthropologie. Band 21). Narr, Tübingen 2004, ISBN 3-8233-6035-3 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Katrin Eggers: Ludwig Wittgenstein als Musikphilosoph (= Oliver Fürbeth, Lydia Goehr, Frank Hentschel, Stefan Lorenz Sorgner [Hrsg.]: Musikphilosophie. Band 2). 2. Auflage. Karl Alber, Freiburg 2014, ISBN 978-3-495-48449-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Franz von Kutschera: Ästhetik. De Gruyter, Berlin / New York 1998, ISBN 3-11-016276-8 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Brigitte Weingart: Faszinationsanalyse. In: Gerald Echterhoff, Michael Eggers (Hrsg.): Der Stoff, an dem wir hängen. Faszination und Selektion von Material in den Kulturwissenschaften. Königshausen und Neumann, Würzburg 2002, ISBN 3-8260-2195-9, S. 21–22 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).