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„Exemplarismus“ – Versionsunterschied

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* '''Die Idee:''' Statt riesige Stoffmengen oberflächlich abzuhandeln, wird ein Thema intensiv und beispielhaft bearbeitet.
* '''Die Idee:''' Statt riesige Stoffmengen oberflächlich abzuhandeln, wird ein Thema intensiv und beispielhaft bearbeitet.
* '''Ziel:''' Das Beispiel soll den „Spiegel des Ganzen“ darstellen, damit Lernende Gesetzmäßigkeiten besser abstrahieren und auf andere Situationen übertragen (Transfer) können
* '''Ziel:''' Das Beispiel soll den „Spiegel des Ganzen“ darstellen, damit Lernende Gesetzmäßigkeiten besser abstrahieren und auf andere Situationen übertragen (Transfer) können
[[Kategorie:Exemplarismus]]

Aktuelle Version vom 28. Juli 2026, 16:42 Uhr

Exemplar-ismus

Unter Exemplarismus versteht man in der Philosophie und Theologie eine Denkweise, die Erklärungen durch Urbilder (Exemplare), Vorbilder oder herausragende Beispiele in den Mittelpunkt stellt. Der Begriff wird je nach Fachrichtung unterschiedlich verwendet:

1. Philosophie & Ethik (Exemplarische Tugendethik)

In der modernen Moralphilosophie versteht man darunter eine Theorie, bei der grundlegende moralische Begriffe (wie „Gute Tat“, „Pflicht“ oder „Tugend“) nicht durch abstrakte Regeln definiert werden.

  • Die Idee: Der moralisch richtige Weg wird stattdessen direkt von vorbildlichen Personen(Exemplaren) abgeleitet.
  • Erkenntnis: Wir erkennen moralische Güte nicht durch trockene Regeln, sondern durch die Bewunderung von tatsächlichen oder fiktiven Persönlichkeiten. Bekannte Vertreterin dieses Konzepts ist die Philosophin Linda Zagzebski mit ihrer Exemplarist Moral Theory.

2. Metaphysik & Theologie (Mittelalterlicher Exemplarismus)

Besonders im Mittelalter (u. a. bei Augustinus oder Bonaventura) bezeichnet Exemplarismus eine Lehre, die besagt, dass alles Seiende in der Welt ein Abbild oder Spiegelbild göttlicher Urbilder (Ideen) ist.

  • Die Idee: Gott hat die Welt nach Ideen erschaffen, die sich in seinem eigenen Geist befinden.
  • Erkenntnis: Die Erschaffung der Dinge orientiert sich an diesen ewigen Urbildern. Die Welt und alles darin verweist somit auf seinen göttlichen Ursprung.

3. Didaktik (Exemplarisches Lernen)

Im Bildungswesen wird oft von Exemplarität gesprochen. Es ist ein methodischer Ansatz, der darauf abzielt, das Allgemeine am Besonderen zu begreifen.

  • Die Idee: Statt riesige Stoffmengen oberflächlich abzuhandeln, wird ein Thema intensiv und beispielhaft bearbeitet.
  • Ziel: Das Beispiel soll den „Spiegel des Ganzen“ darstellen, damit Lernende Gesetzmäßigkeiten besser abstrahieren und auf andere Situationen übertragen (Transfer) können