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„passieren“ – Versionsunterschied

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<p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">passieren |&nbsp;</span><span class="etymwb-gramgrp">Tw. </span></span>‘vorübergehen, durchqueren, überqueren’, dann ‘angehen, erträglich sein’ (16. Jh., heute unüblich), ‘geschehen, sich ereignen’ (17. Jh.) und ‘durch ein Sieb pressen, durchseihen’ (2. Hälfte 19. Jh.), wahrscheinlich über <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelniederländisch">mnl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">passēren</span>'' ‘durchqueren, vorbeigehen’ entlehnt (<abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="niederrheinisch">niederrhein.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">passeren</span>'' ‘reisen’ 1477, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="hochdeutsch">hd.</abbr> seit Anfang 16. Jh.) aus <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="altfranzösisch">afrz.</abbr> <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="französisch">frz.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">passer</span>'' ‘sich von einem Orte an einen anderen bewegen, durchqueren, überschreiten, vorübergehen, vergehen, durchseihen’, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="französisch">frz.</abbr> auch ‘annehmbar, erträglich sein’ (woraus zuvor schon ''passen'').</p><p>Das <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="französisch">frz.</abbr> Tw. setzt <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="vulgärlateinisch">vlat.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">*''passāre''</span> ‘durchschreiten, schreiten, durchgehen, gehen’ fort, eine Ableitung von <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="lateinisch">lat.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">passus</span>'' ‘Schritt’ (s. ''Paß<sup>1</sup>'').</p><p>Die Bedeutung ‘sich ereignen’ schließt sich an reflexiv verwendetes gleichbed. <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelfranzösisch">mfrz.</abbr> <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="französisch">frz.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">se passer</span>'' an. Ein vereinzelter Frühbeleg<abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="spätmittelhochdeutsch">spätmhd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">als ''diser marckt passärt''</span> ‘vorübergeht, zu Ende ist’ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Oswald_von_Wolkenstein Oswald v. Wolkenstein]) beruht wohl auf Übernahme von <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="italienisch">ital.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">''passare''&nbsp;</span>(gleicher Herkunft und Semantik wie <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="französisch">frz.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">passer</span>'').</p>
<p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">[[passier]] + [[-en]] |&nbsp;</span><span class="etymwb-gramgrp">Tw. </span></span>‘vorübergehen, durchqueren, überqueren’, dann ‘angehen, erträglich sein’ (16. Jh., heute unüblich), ‘geschehen, sich ereignen’ (17. Jh.) und ‘durch ein Sieb pressen, durchseihen’ (2. Hälfte 19. Jh.), wahrscheinlich über <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelniederländisch">mnl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">passēren</span>'' ‘durchqueren, vorbeigehen’ entlehnt (<abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="niederrheinisch">niederrhein.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">passeren</span>'' ‘reisen’ 1477, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="hochdeutsch">hd.</abbr> seit Anfang 16. Jh.) aus <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="altfranzösisch">afrz.</abbr> <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="französisch">frz.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">passer</span>'' ‘sich von einem Orte an einen anderen bewegen, durchqueren, überschreiten, vorübergehen, vergehen, durchseihen’, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="französisch">frz.</abbr> auch ‘annehmbar, erträglich sein’ (woraus zuvor schon ''passen'').</p><p>Das <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="französisch">frz.</abbr> Tw. setzt <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="vulgärlateinisch">vlat.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">*''passāre''</span> ‘durchschreiten, schreiten, durchgehen, gehen’ fort, eine Ableitung von <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="lateinisch">lat.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">passus</span>'' ‘Schritt’ (s. ''Paß<sup>1</sup>'').</p><p>Die Bedeutung ‘sich ereignen’ schließt sich an reflexiv verwendetes gleichbed. <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelfranzösisch">mfrz.</abbr> <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="französisch">frz.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">se passer</span>'' an. Ein vereinzelter Frühbeleg<abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="spätmittelhochdeutsch">spätmhd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">als ''diser marckt passärt''</span> ‘vorübergeht, zu Ende ist’ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Oswald_von_Wolkenstein Oswald v. Wolkenstein]) beruht wohl auf Übernahme von <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="italienisch">ital.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">''passare''&nbsp;</span>(gleicher Herkunft und Semantik wie <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="französisch">frz.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">passer</span>'').</p>

Aktuelle Version vom 18. Dezember 2023, 12:28 Uhr

passier + -en | Tw. ‘vorübergehen, durchqueren, überqueren’, dann ‘angehen, erträglich sein’ (16. Jh., heute unüblich), ‘geschehen, sich ereignen’ (17. Jh.) und ‘durch ein Sieb pressen, durchseihen’ (2. Hälfte 19. Jh.), wahrscheinlich über mnl. passēren ‘durchqueren, vorbeigehen’ entlehnt (niederrhein. passeren ‘reisen’ 1477, hd. seit Anfang 16. Jh.) aus afrz. frz. passer ‘sich von einem Orte an einen anderen bewegen, durchqueren, überschreiten, vorübergehen, vergehen, durchseihen’, frz. auch ‘annehmbar, erträglich sein’ (woraus zuvor schon passen).

Das frz. Tw. setzt vlat. *passāre ‘durchschreiten, schreiten, durchgehen, gehen’ fort, eine Ableitung von lat. passus ‘Schritt’ (s. Paß1).

Die Bedeutung ‘sich ereignen’ schließt sich an reflexiv verwendetes gleichbed. mfrz. frz. se passer an. Ein vereinzelter Frühbelegspätmhd. als diser marckt passärt ‘vorübergeht, zu Ende ist’ (Oswald v. Wolkenstein) beruht wohl auf Übernahme von ital. passare (gleicher Herkunft und Semantik wie frz. passer).