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„Pragmatischer Pluralismus“ – Versionsunterschied

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Nach Putnam zeigt die begriffliche Relativität, dass es verschiedene Perspektiven auf die Welt gibt, die gleichermaßen legitim und grundlegend sind und von denen keine als die ''eigentliche'' Beschreibung der Welt gelten kann. Bei dieser Konzeption handelt es sich um einen Pluralismus, da er eine Vielzahl von gleichermaßen grundlegenden Perspektiven impliziert. Dabei steht Putnam allerdings vor der Herausforderung, zeigen zu müssen, dass die Ablehnung einer grundlegenden Perspektive nicht zum grundsätzlichen Relativismus führt.{{SchaufensterEnde|Pragmatischer Pluralismus}}
Nach Putnam zeigt die begriffliche Relativität, dass es verschiedene Perspektiven auf die Welt gibt, die gleichermaßen legitim und grundlegend sind und von denen keine als die ''eigentliche'' Beschreibung der Welt gelten kann. Bei dieser Konzeption handelt es sich um einen Pluralismus, da er eine Vielzahl von gleichermaßen grundlegenden Perspektiven impliziert. Dabei steht Putnam allerdings vor der Herausforderung, zeigen zu müssen, dass die Ablehnung einer grundlegenden Perspektive nicht zum grundsätzlichen Relativismus führt.{{SchaufensterEnde|Pragmatischer Pluralismus}}
[[Kategorie:Pragmatischer Pluralismus]]

Aktuelle Version vom 30. Juli 2026, 08:48 Uhr

Q: Pluralismus Pragmatischer Pluralismus

William James entwickelte die Erkenntnisposition des Pragmatismus gegen die damals verbreiteten idealistischen Positionen. Er möchte der Tatsache der oft widersprüchlichen Erfahrungen gerecht werden und sucht nach praktischen, allgemein überzeugenden Auswegen, denn Pluralismus ist Relativismus, d. h. Verlust an allgemein verbindlicher öffentlicher Rationalität. Deswegen gehören Kompromiss und Vermittlung untrennbar zur Philosophie des Pluralismus. Nicht allein aus dem abstrakten Denken, sondern auch aus der Lebenspraxis sind wichtige Gesichtspunkte zur Würdigung philosophischer Ideen und ihrer Konsequenzen abzuleiten.[1]

Hilary Putnam, der seine Spätphilosophie als „pragmatischen Pluralismus“[2] und „Begriffspluralismus“[3] bezeichnet, versucht eine Zwischenposition zwischen ontologischem und relativistischem Pluralismus zu formulieren. Putnam lehnt eine inflationäre Ontologie ab und behauptet, dass man nicht eine Pluralität von grundlegenden Entitäten, sondern eine Vielzahl von Perspektiven annehmen sollte. Allerdings führt diese Perspektivenpluralität laut Putnam nicht zur Erzeugung einer Vielzahl von Welten, wie von Goodman behauptet wird. Vielmehr gibt es nur eine Welt, die in verschiedenen Weisen beschrieben werden kann.

Putnams „Universum“ mit drei Individuen

Putnam versucht diese Position durch das Phänomen der begrifflichen Relativität zu verdeutlichen.[4] Die begriffliche Relativität erörtert Putnam durch folgendes Beispiel: Er fordert dazu auf, sich ein Universum mit drei unteilbaren Individuen vorzustellen (siehe Abbildung). Nun könne man auf die Frage, wie viele Objekte sich in dem Universum befinden, verschiedene Antworten geben. Ist man etwa der Meinung, dass nur Individuen Objekte sind, dann befinden sich im Universum drei Objekte: X1, X2, X3. Behauptet man hingegen, dass auch Konjunktionen von Individuen Objekte darstellen, so gibt es sieben Objekte: X1, X2, X3, X1+X2, X1+X3, X2+X3, X1+X2+X3. Putnam argumentiert, dass es keine richtige Antwort auf die Frage gibt, wie viele Objekte in der Welt wirklich existieren. Die Antwort hängt von der Perspektive bzw. von dem verwendeten Begriffssystem ab. Dabei stehen verschiedene gleichberechtigte Begriffssysteme zur Verfügung.

Nach Putnam zeigt die begriffliche Relativität, dass es verschiedene Perspektiven auf die Welt gibt, die gleichermaßen legitim und grundlegend sind und von denen keine als die eigentliche Beschreibung der Welt gelten kann. Bei dieser Konzeption handelt es sich um einen Pluralismus, da er eine Vielzahl von gleichermaßen grundlegenden Perspektiven impliziert. Dabei steht Putnam allerdings vor der Herausforderung, zeigen zu müssen, dass die Ablehnung einer grundlegenden Perspektive nicht zum grundsätzlichen Relativismus führt.

  1. ↑ William James: Pragmatismus: ein neuer Name für einige alte Denkweisen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2001, ISBN 3-534-12999-7
  2. ↑ Hilary Putnam: Ethics without Ontology. Harvard University Press, Harvard 2004, S. 21, ISBN 0-674-01851-6.
  3. ↑ Hilary Putnam (2004), S. 48.
  4. ↑ Hilary Putnam: truth and convention. In: Hilary Putnam: Realism with a Human Face. Harvard University Press, Harvard 1990. ISBN 0-674-74945-6.