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„Paul Lorenzen“ – Versionsunterschied

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Paul Lorenzen (1967)<p>Lorenzen machte sich in den 1950er Jahren einen Namen als Mathematiker, der an den Grundlagen der Mathematik arbeitete. Mit einer operativen Mathematik, die nur mit dem auskommt, was aus einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematisches_Modell mathematischen Modell] konstruierbar ist, dachte Lorenzen die [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundlagenkrise_der_Mathematik Grundlagenkrise der Mathematik] zu lösen. Er schrieb eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Metamathematik Metamathematik] entwickelte mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Kuno_Lorenz Kuno Lorenz] eine dialogische Logik.</p><p>Lorenzen machte als einer der Ersten nach dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Weltkrieg Zweiten Weltkrieg] in Deutschland auf die [https://de.wikipedia.org/wiki/Analytische_Philosophie analytische] und angloamerikanische Philosophie aufmerksam und entwarf analog zu [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas Jürgen Habermas] eine Gegenposition zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Positivismus Positivismus]. Er war neben [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Kamlah Wilhelm Kamlah] der Begründer der ''Erlanger Schule'' des [https://de.wikipedia.org/wiki/Methodischer_Konstruktivismus methodischen Konstruktivismus]. Dabei gestaltete er mit Kamlah eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Logisch-semantische_Prop%C3%A4deutik logische Propädeutik] und argumentierte gegen [https://de.wikipedia.org/wiki/Zirkelschluss zirkelhaftes Denken]. Lorenzen erarbeitete wichtige Beiträge zur Wissenschaftstheorie und begründete eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Protophysik Protophysik] mit Messgerätenormen, die nicht empirisch widerlegt werden können.</p><p>Lorenzen hielt die herkömmliche Logik für ungeeignet, um ethische Probleme zu behandeln. Als ''John Locke Lecturer'' entwickelte er deshalb eine normative [https://de.wikipedia.org/wiki/Deontische_Logik deontische Logik] und entfaltete aus dieser Modallogik Ansätze zu Fragen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ethik Ethik] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Philosophie politischen Philosophie].</p>
Paul Lorenzen (1967)<p>Lorenzen machte sich in den 1950er Jahren einen Namen als Mathematiker, der an den Grundlagen der Mathematik arbeitete. Mit einer operativen Mathematik, die nur mit dem auskommt, was aus einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematisches_Modell mathematischen Modell] konstruierbar ist, dachte Lorenzen die [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundlagenkrise_der_Mathematik Grundlagenkrise der Mathematik] zu lösen. Er schrieb eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Metamathematik Metamathematik] entwickelte mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Kuno_Lorenz Kuno Lorenz] eine dialogische Logik.</p><p>Lorenzen machte als einer der Ersten nach dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Weltkrieg Zweiten Weltkrieg] in Deutschland auf die [https://de.wikipedia.org/wiki/Analytische_Philosophie analytische] und angloamerikanische Philosophie aufmerksam und entwarf analog zu [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas Jürgen Habermas] eine Gegenposition zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Positivismus Positivismus]. Er war neben [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Kamlah Wilhelm Kamlah] der Begründer der ''Erlanger Schule'' des [https://de.wikipedia.org/wiki/Methodischer_Konstruktivismus methodischen Konstruktivismus]. Dabei gestaltete er mit Kamlah eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Logisch-semantische_Prop%C3%A4deutik logische Propädeutik] und argumentierte gegen [https://de.wikipedia.org/wiki/Zirkelschluss zirkelhaftes Denken]. Lorenzen erarbeitete wichtige Beiträge zur Wissenschaftstheorie und begründete eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Protophysik Protophysik] mit Messgerätenormen, die nicht empirisch widerlegt werden können.</p><p>Lorenzen hielt die herkömmliche Logik für ungeeignet, um ethische Probleme zu behandeln. Als ''John Locke Lecturer'' entwickelte er deshalb eine normative [https://de.wikipedia.org/wiki/Deontische_Logik deontische Logik] und entfaltete aus dieser Modallogik Ansätze zu Fragen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ethik Ethik] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Philosophie politischen Philosophie].</p>
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[[Kategorie:Paul Lorenzen]]
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Version vom 1. August 2026, 04:35 Uhr

Paul Peter Wilhelm Lorenzen[1] (* 24. März 1915 in Kiel; † 1. Oktober 1994 in Göttingen) war ein deutscher Philosoph, Wissenschaftstheoretiker, Mathematiker und Logiker.

Paul Lorenzen (1967)

Lorenzen machte sich in den 1950er Jahren einen Namen als Mathematiker, der an den Grundlagen der Mathematik arbeitete. Mit einer operativen Mathematik, die nur mit dem auskommt, was aus einem mathematischen Modell konstruierbar ist, dachte Lorenzen die Grundlagenkrise der Mathematik zu lösen. Er schrieb eine Metamathematik entwickelte mit Kuno Lorenz eine dialogische Logik.

Lorenzen machte als einer der Ersten nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland auf die analytische und angloamerikanische Philosophie aufmerksam und entwarf analog zu Jürgen Habermas eine Gegenposition zum Positivismus. Er war neben Wilhelm Kamlah der Begründer der Erlanger Schule des methodischen Konstruktivismus. Dabei gestaltete er mit Kamlah eine logische Propädeutik und argumentierte gegen zirkelhaftes Denken. Lorenzen erarbeitete wichtige Beiträge zur Wissenschaftstheorie und begründete eine Protophysik mit Messgerätenormen, die nicht empirisch widerlegt werden können.

Lorenzen hielt die herkömmliche Logik für ungeeignet, um ethische Probleme zu behandeln. Als John Locke Lecturer entwickelte er deshalb eine normative deontische Logik und entfaltete aus dieser Modallogik Ansätze zu Fragen der Ethik und der politischen Philosophie.

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