„Welt“ – Versionsunterschied
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Aktuelle Version vom 4. August 2026, 11:56 Uhr
wel-t ger.-deu. Wrtdtng: egtl. wrtl. ahd. 'Menschalter'; chr. schon in ahdt. Einfluß Übernahme der bibl. Bedeutungen von kósmos, saeculum, mundus "Erde, Universum, gesamtes Dasein in Möglichkeit, Wirklichkeit, Tatsächlichkeit (Realität) sowie Zeitalter";
Anm. KF: enthalten sind von den Wortwurzeln aus die Bedeutungen jagen, kraftvoll, wachsen, Alter, Mann, Mensch, Streben;
- Welt f.
- ‘Erde, Universum, gesamte Realität’,
- ahd. weralt (8. Jh.),
- mhd. werlt und (zuerst 12. Jh., später häufiger) welt ‘Zeitalter, die gesamte Schöpfung, Erde als Wohnsitz der Menschen und als Gegensatz zum Meer, Menschheit’,
- asächs. werold,
- mnd. werlt, werlde,
- mnl. wērelt, werlt,
- nl. wereld,
- aengl. weorold, wor(o)ld,
- engl. world,
- anord. verǫld (wohl entlehnt aus dem Aengl.),
- swed. värld
- (germ. *weraldi-).
- uger. *weraldiz 'Lebenszeit, weltliche Existenz; Menschheit; Welt'
- Es handelt sich um eine Zusammensetzung,
- deren erstes Glied aus
- besteht, das mit
- lat. vir ‘Mann, Gatte’,
- air. fer ‘Mann’
- und (langvokalisch)
- aind. vīráḥ ‘Mann, kraftvoller Mann, Held’,
- lit. výras ‘Mann, Ehemann’
- auf uig. *u̯ī̌ros ‘Mann’, eigentlich ‘der Kräftige’, führt,
- Das Grundwort besteht aus dem (mit unterschiedlicher Stammbildung) in
- aengl. ieldo ‘Zeitalter, -raum, Lebenszeit, Alter’ (Plur. ielde ‘Leute’),
- anord. ǫld ‘Lebenszeit, Zeitalter, Menschen’,
- got. alds ‘Menschenalter, Zeit’
- überlieferten Substantiv, das zu der unter alt und Alter (s. d.) dargestellten Wurzel uig.. *al- ‘wachsen, nähren’ gehört.
- Ahd. weralt übersetzt
- lat. saeculum ‘Geschlecht, Zeitalter, Zeit, Zeitgeist, Jahrhundert’,
- kirchenlat. ‘Welt, irdisches (sündiges) Leben’
- und lat. mundus ‘Welt, Weltordnung, Weltall’
- und entwickelt so bereits die Bedeutungen ‘Zeitalter, Menschen-, Weltalter, Zeitlichkeit, Kreis der Erdbewohner, Außenwelt, Erdkreis, Schöpfung’.
- Naturwissenschaftliche Betrachtungsweise erweitert in spätmhd. Zeit (14. Jh.) den Anwendungsbereich
- um ‘Makrokosmos, Universum’
- sowie ‘Mikrokosmos, die kleine Welt des Menschen’.
- Dazu stellt sich in übertragenem Gebrauch Welt als Bezeichnung für einen ‘umfassenden geistigen Bereich’ (14. Jh., geläufig besonders seit dem 18. Jh., vgl. Fügungen wie eine Welt von Begriffen, der Erinnerungen, von Kenntnissen).
- Die Verwendung des Wortes im Sinne der christlichen Schöpfungsvorstellung tritt in neuerer Zeit hinter der der modernen Naturwissenschaften zurück.
- – weltlich
- ‘Erde, Universum, gesamte Realität’,