„Wortform“ – Versionsunterschied
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Aktuelle Version vom 19. September 2026, 05:22 Uhr
Wort–Form lat.-deu. "Wortgestalt, Wortkörper"; Verbform;
Wrtdtng: durch oder entsprechend Wortlaut erwirkte Form;
- Erscheinungsform des Wort mit Beugung, also mit dem Ausdruck sprachlehregemäßer Merkmale wie zum Beispiel Fall, Sprechteilnehmer oder Zahlwort. Die Formen brauchst, brauchte, wird gebraucht sind drei verschiedene Wortformen, die ausgehend von dem Wortstamm brauch- gebildet werden können.
- Demgegenüber ist die Ableitung brauchbar keine Wortform des Tw. brauchen, sondern ein vom Wortstamm brauch- abgeleitetes neues Wort, das auch zu einer anderen Wortart gehört (bspw. brauchbar Egsw. statt brauchen Tw.).
- Die Wortform als ganzes Wort, errichtet sich aus den Wortbestandteilen, "Wortgliedern, Wortelementen" und entsprechend der jeweiligen Wortbildung den Abwandlungen entsprechend der jeweiligen Wortbeugung und kann aus einem Wort oder Worte bestehen und daher ein Wort oder Wortewort sein.
- Beispielsweise sind sowohl die Formen bist als auch warst Wortformen zu dem Egsw. sein.
- Die Wortform wird bei einem Wortstamm bspsw. "Wald", oder bei jeweils gebildeten neuem Wort einer Wortzusammensetzung bspw. "Waldlauf", oder bei Worte bspw. "Antwort geben" durch die Wortbedeutung "zusammengehalten".
- Die Bezeichnung „Wort“ für das, was die Formen zusammenhält, also der Gegenstand, wovon sie Erscheinungsformen sind, ist allerdings mehrdeutig. Das Wort als der gemeinsame Nenner hinter den verschiedenen Formen wird genauer als „Wortlaut (Lexem)“ bezeichnet. Ein Wortlaut ist somit eine begriffliche Größe. Mit „Wort“ kann ansonsten auch eine gefestigte Einheit bezeichnet werden, die als Element in einem Satz selbständig vorkommt (sprachliches Wort); Worte als Elemente des Satzes können dann Beugungsmerkmale tragen oder auch nicht, je nach Sprachlehre der einzelnen Sprache. Diese Wortformen bilden dann eine Erscheinungsform zum entsprechenden abstrakten Wortlaut.
Wortform
Eine Wortform (kurz: Form [1] ) ist in der Sprachlehre eine Erscheinungsform eines Wort mit Wortbeugung, also mit dem Ausdruck grammatischer Merkmale wie zum Beispiel Kasus, Person oder Numerus.
Die Formen brauchst, brauchte, (wird) gebraucht sind drei verschiedene Wortformen, die ausgehend von dem Wortstamm brauch- gebildet werden können (bei Tuzeitwörter spricht man dann auch von Wortform als Beugungswortform (Konjugation)). Demgegenüber ist die Ableitung (Derivation) brauchbar keine Wortform des Verbs brauchen, sondern ein vom Wortstamm brauch- abgeleitetes neues Wort, das auch zu einer anderen Wortart gehört (Adjektiv statt Verb).
Die verschiedenen Wortformen desselben Wortes zusammengenommen bilden ein Flexionsparadigma. [2] Das Paradigma eines Wortes kann auch verschiedene Wortstämme benutzen; dieser Fall wird als Suppletion bezeichnet. Beispielsweise sind sowohl die Formen bist als auch warst Wortformen zu dem Verb sein (einmal Präsens 2. Person Singular, einmal Präteritum 2. Person Singular).
Die Bezeichnung „Wort“ für das, was die Formen zusammenhält, also der Gegenstand, wovon sie Erscheinungsformen sind, ist allerdings mehrdeutig. Das Wort als der gemeinsame Nenner hinter den verschiedenen Formen wird genauer als „Lexem“ bezeichnet. Das Lexem ist somit eine abstrakte Größe. Mit „Wort“ kann ansonsten auch eine konkrete Einheit bezeichnet werden, die als Element in einem Satz selbständig vorkommt (syntaktisches Wort); Wörter als Elemente des Satzes können dann Flexionsmerkmale tragen oder auch nicht, je nach Grammatik der einzelnen Sprache. Diese Wortformen bilden dann eine Erscheinungsform zum entsprechenden abstrakten Lexem.[3]
Literatur
- Martin Haspelmath, Andrea D. Sims: Understanding Morphology. 2. Auflage. Routledge, London/New York 2010, ISBN 978-0-340-95001-2 (englisch; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Buchtitel als Beleg: Andreas Bittner, Constanze Spieß (Hrsg.): Formen und Funktionen: Morphosemantik und grammatische Konstruktion. De Gruyter, Berlin 2016, ISBN 978-3-11047849-5 (doi:10.1515/9783110478976).
- ↑ Martin Haspelmath: Understanding Morphology. Oxford University Press, 2002, S. 13 ff. (englisch; PDF: 40 MB, 305 Seiten auf researchgate.net).
- ↑ Referenzfehler: Ungültiges
<ref>-Tag; kein Text angegeben für Einzelnachweis mit dem Namen Haspelmath 2002:13ff.