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„Andronikos von Rhodos“ – Versionsunterschied

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<p>'''Andronikos von Rhodos''' war ein Erneuerer der [[Aristotelismus|aristotelischen Philosophie]]. Er lebte im 1. Jahrhundert v. Chr. Es ist nicht sicher, ob er in [https://de.wikipedia.org/wiki/Athen Athen] – möglicherweise als Leiter des [[Peripatos]] – oder in [https://de.wikipedia.org/wiki/Rom Rom] lehrte.</p><p>Seine Bedeutung liegt nach einer verbreiteten Auffassung vor allem in der Zusammenstellung und Edition der Schriften des [[Aristoteles|Aristoteles]] in einer Gesamtausgabe, die allerdings nur die esoterischen Schriften, die sog. [[Pragmatien]] enthielt. Diese wurde von ihm in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts v. Chr. herausgegeben.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Andrea_Falcon Andrea Falcon]: [https://plato.stanford.edu/entries/aristotle-commentators/supplement.html Supplement zu Andronikos] in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Stanford_Encyclopedia_of_Philosophy Stanford Encyclopedia of Philosophy].</span></ref> Aufgrund dieser Editionstätigkeit wurden diese Schriften weiterverbreitet, die exoterischen allerdings, d.&nbsp;h. die von Aristoteles selbst zur Veröffentlichung bestimmten Schriften, die noch [[Marcus Tullius Cicero|Cicero]] vorlagen, gingen verloren. Die Ausgabe von Andronikos bildet die Grundlage der Überlieferung und somit der ersten modernen Gesamtausgabe [https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Bekker Immanuel Bekkers], nach deren [https://de.wikipedia.org/wiki/Bekker-Z%C3%A4hlung Seitenzählung] Aristoteles in allen Ausgaben und Übersetzungen bis heute zitiert wird. Andronikos’ tatsächlicher Beitrag zur Edition ist allerdings in der modernen Forschung wiederholt bestritten worden, vor allem von [https://de.wikipedia.org/wiki/Jonathan_Barnes Jonathan Barnes] und auch von [https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Jaeger Werner Jaeger].</p><p>Die Schriften des Andronikos, darunter Kommentare zu Aristoteles, sind allesamt verloren. Die Abhandlung ''[[Peri pathon]]'' sowie eine [[Paraphrase]] der [[Nikomachische Ethik|Nikomachischen Ethik]], die erhalten sind und ihm früher zugeschrieben wurden, stammen beide mit Sicherheit von einem anderen Verfasser.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
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'''Andronikos von Rhodos''' war ein Erneuerer der [[Aristotelismus|aristotelischen Philosophie]]. Er lebte im 1. Jahrhundert v. Chr. Es ist nicht sicher, ob er in [[Athen]] – möglicherweise als Leiter des [[Peripatos]] – oder in [[Rom]] lehrte.
 
Seine Bedeutung liegt nach einer verbreiteten Auffassung vor allem in der Zusammenstellung und Edition der Schriften des [[Aristoteles]] in einer Gesamtausgabe, die allerdings nur die esoterischen Schriften, die sog. [[Pragmatien]] enthielt. Diese wurde von ihm in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts v. Chr. herausgegeben.<ref>[[Andrea Falcon]]: [https://plato.stanford.edu/entries/aristotle-commentators/supplement.html Supplement zu Andronikos] in der [[Stanford Encyclopedia of Philosophy]].</ref> Aufgrund dieser Editionstätigkeit wurden diese Schriften weiterverbreitet, die exoterischen allerdings, d.&nbsp;h. die von Aristoteles selbst zur Veröffentlichung bestimmten Schriften, die noch [[Marcus Tullius Cicero|Cicero]] vorlagen, gingen verloren. Die Ausgabe von Andronikos bildet die Grundlage der Überlieferung und somit der ersten modernen Gesamtausgabe [[Immanuel Bekker]]s, nach deren [[Bekker-Zählung|Seitenzählung]] Aristoteles in allen Ausgaben und Übersetzungen bis heute zitiert wird. Andronikos’ tatsächlicher Beitrag zur Edition ist allerdings in der modernen Forschung wiederholt bestritten worden, vor allem von [[Jonathan Barnes]] und auch von [[Werner Jaeger]].
 
Die Schriften des Andronikos, darunter Kommentare zu Aristoteles, sind allesamt verloren. Die Abhandlung ''Peri pathon'' sowie eine Paraphrase der [[Nikomachische Ethik|Nikomachischen Ethik]], die erhalten sind und ihm früher zugeschrieben wurden, stammen beide mit Sicherheit von einem anderen Verfasser.
 
Als sein Schüler und Nachfolger gilt der Peripatetiker [[Boethos von Sidon (Peripatetiker)|Boethos von Sidon]], so [[Paul Moraux]].
 
== Literatur ==
== Literatur ==
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* [[Inna Kuprejewa|Inna Kupreeva]]: ''Andronikos von Rhodos.'' In: [[Christoph Riedweg]] u. a. (Hrsg.): ''Philosophie der Kaiserzeit und der Spätantike'' (= ''[[Grundriss der Geschichte der Philosophie]]. Die Philosophie der Antike.'' Band 5/1). Schwabe, Basel 2018, ISBN 978-3-7965-3698-4, S. 261–266
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Inna_Kuprejewa Inna Kupreeva]: ''Andronikos von Rhodos.'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Riedweg Christoph Riedweg] u. a. (Hrsg.): ''Philosophie der Kaiserzeit und der Spätantike'' (= ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Grundriss_der_Geschichte_der_Philosophie Grundriss der Geschichte der Philosophie]. Die Philosophie der Antike.'' Band 5/1). Schwabe, Basel 2018, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783796536984 ISBN 978-3-7965-3698-4], S. 261–266
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Gercke Alfred Gercke]: ''[https://de.wikisource.org/wiki/RE:Andronikos_25 Andronikos 25].'' In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Paulys_Realencyclop%C3%A4die_der_classischen_Altertumswissenschaft Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft]'' (RE). Band I,2, Stuttgart 1894, Sp.&nbsp;2164–2167.
* [[Paul Moraux]]: ''Der Aristotelismus bei den Griechen von Andronikos bis Alexander von Aphrodisias''. Bd. 1: ''Die Renaissance des Aristotelismus im 1. Jahrhundert vor Christus''. De Gruyter, Berlin 1973, S. 45–141
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Moraux Paul Moraux]: ''Der Aristotelismus bei den Griechen von Andronikos bis Alexander von Aphrodisias''. Bd. 1: ''Die Renaissance des Aristotelismus im 1. Jahrhundert vor Christus''. De Gruyter, Berlin 1973, S. 45–141
* Richard Goulet: ''Andronicus de Rhodes''. In: Richard Goulet (Hrsg.): ''Dictionnaire des philosophes antiques'', Bd. 1, CNRS, Paris 1989, ISBN 2-222-04042-6, S. 200–202
*Richard Goulet: ''Andronicus de Rhodes''. In: Richard Goulet (Hrsg.): ''Dictionnaire des philosophes antiques'', Bd. 1, CNRS, Paris 1989, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/2222040426 ISBN 2-222-04042-6], S. 200–202
* Jonathan Barnes, Miriam Griffin: ''Philosophia Togata II'', Oxford 1997, S. 24–44
*Jonathan Barnes, Miriam Griffin: ''Philosophia Togata II'', Oxford 1997, S. 24–44
 
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== Weblinks ==
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* [https://plato.stanford.edu/entries/aristotle-commentators/supplement.html Supplement zu Andronikos] in der [[Stanford Encyclopedia of Philosophy]]
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*[https://plato.stanford.edu/entries/aristotle-commentators/supplement.html Supplement zu Andronikos] in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Stanford_Encyclopedia_of_Philosophy Stanford Encyclopedia of Philosophy]
== Einzelnachweise ==
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Aktuelle Version vom 20. September 2026, 17:30 Uhr

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Andronikos von Rhodos war ein Erneuerer der aristotelischen Philosophie. Er lebte im 1. Jahrhundert v. Chr. Es ist nicht sicher, ob er in Athen – möglicherweise als Leiter des Peripatos – oder in Rom lehrte.

Seine Bedeutung liegt nach einer verbreiteten Auffassung vor allem in der Zusammenstellung und Edition der Schriften des Aristoteles in einer Gesamtausgabe, die allerdings nur die esoterischen Schriften, die sog. Pragmatien enthielt. Diese wurde von ihm in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts v. Chr. herausgegeben.[1] Aufgrund dieser Editionstätigkeit wurden diese Schriften weiterverbreitet, die exoterischen allerdings, d. h. die von Aristoteles selbst zur Veröffentlichung bestimmten Schriften, die noch Cicero vorlagen, gingen verloren. Die Ausgabe von Andronikos bildet die Grundlage der Überlieferung und somit der ersten modernen Gesamtausgabe Immanuel Bekkers, nach deren Seitenzählung Aristoteles in allen Ausgaben und Übersetzungen bis heute zitiert wird. Andronikos’ tatsächlicher Beitrag zur Edition ist allerdings in der modernen Forschung wiederholt bestritten worden, vor allem von Jonathan Barnes und auch von Werner Jaeger.

Die Schriften des Andronikos, darunter Kommentare zu Aristoteles, sind allesamt verloren. Die Abhandlung Peri pathon sowie eine Paraphrase der Nikomachischen Ethik, die erhalten sind und ihm früher zugeschrieben wurden, stammen beide mit Sicherheit von einem anderen Verfasser.

Als sein Schüler und Nachfolger gilt der Peripatetiker Boethos von Sidon, so Paul Moraux.

Literatur

  • Inna Kupreeva: Andronikos von Rhodos. In: Christoph Riedweg u. a. (Hrsg.): Philosophie der Kaiserzeit und der Spätantike (= Grundriss der Geschichte der Philosophie. Die Philosophie der Antike. Band 5/1). Schwabe, Basel 2018, ISBN 978-3-7965-3698-4, S. 261–266
  • Alfred Gercke: Andronikos 25. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,2, Stuttgart 1894, Sp. 2164–2167.
  • Paul Moraux: Der Aristotelismus bei den Griechen von Andronikos bis Alexander von Aphrodisias. Bd. 1: Die Renaissance des Aristotelismus im 1. Jahrhundert vor Christus. De Gruyter, Berlin 1973, S. 45–141
  • Richard Goulet: Andronicus de Rhodes. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques, Bd. 1, CNRS, Paris 1989, ISBN 2-222-04042-6, S. 200–202
  • Jonathan Barnes, Miriam Griffin: Philosophia Togata II, Oxford 1997, S. 24–44

Einzelnachweise

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