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„Hellenisierung“ – Versionsunterschied

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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" dir="ltr" lang="de"><p>Als '''Hellenisierung''' bezeichnet man eine kulturelle Erscheinung im Rahmen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Hellenismus Hellenismus]. Gemeint ist damit die Durchdringung eines nicht-griechischen Volkes mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Antikes_Griechenland antiken griechischen] Kultur (im Sinne des Begriffes ''Hellenismus'', wie er von [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gustav_Droysen Johann Gustav Droysen] verwendet wurde). Als ein Beispiel kann die Verwendung fast rein griechischer Gestaltungsgrundsätze und Motive auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Alexandrinische_M%C3%BCnzen Alexandrinischen Münzen] in hellenistischer Zeit, der Gebrauch der griechischen Sprache und eine entsprechende Lebensweise (vor allem im städtischen Milieu) genannt werden, obwohl nur ein kleiner Teil der ägyptischen Bevölkerung griechischen Ursprungs war. Umstritten ist, in welchem Maße die [https://de.wikipedia.org/wiki/Griechen Griechen], die sich in hellenistischer Zeit im Osten angesiedelt hatten, im Gegenzug vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Orient Orient] beeinflusst wurden. Dabei sollte freilich beachtet werden, dass es auch in den Jahrhunderten vor [https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_der_Gro%C3%9Fe Alexander] einen kulturellen Austausch zwischen der griechischen und nicht-griechischen Welt gegeben hat.</p><p>Komplex ist die Querverbindung zwischen dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Urchristentum Urchristentum] und dem späten Hellenismus. Während der griechisch-[https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinasien kleinasiatische] Kulturkreis durch die Kraft der jungen Kirche zunehmend [https://de.wikipedia.org/wiki/Christianisierung christianisiert] wurde, wandelte sich diese unter dem hellenistischen Einfluss ebenfalls. Einige [https://de.wikipedia.org/wiki/Paulusbriefe Paulusbriefe] und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Apostelgeschichte Apostelgeschichte] berichten darüber – etwa zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Apostelkonzil Apostelstreit] über die Taufe der Griechen- und [https://de.wikipedia.org/wiki/Judenchristen Judenchristen], der in einem Kompromiss endete ([https://de.wikipedia.org/wiki/Jakobusklauseln Jakobusklauseln]).</p><p>In römischer Zeit wurde auf kulturellem Gebiet keine einer Hellenisierung entsprechende homogene [https://de.wikipedia.org/wiki/Romanisierung Romanisierung] betrieben. Die römische Herrschaft zeichnete sich durch eine hohe Bereitschaft aus, regionale kulturelle Traditionen zu integrieren. Dies zeigt sich beispielsweise in der Münzprägung in den Provinzen, wie den alexandrinischen Münzen, die auch ägyptische und griechische Motive verwendeten.</p>
https://de.wikipedia.org/wiki/Hellenisierung 3. Juni 2022 um 16:49 Uhr
 
Als '''Hellenisierung''' bezeichnet man eine kulturelle Erscheinung im Rahmen des [[Hellenismus]]. Gemeint ist damit die Durchdringung eines nicht-griechischen Volkes mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Antikes_Griechenland antiken griechischen] Kultur (im Sinne des Begriffes ''Hellenismus'', wie er von [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gustav_Droysen Johann Gustav Droysen] verwendet wurde). Als ein Beispiel kann die Verwendung fast rein griechischer Gestaltungsgrundsätze und Motive auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Alexandrinische_M%C3%BCnzen Alexandrinischen Münzen] in hellenistischer Zeit, der Gebrauch der griechischen Sprache und eine entsprechende Lebensweise (vor allem im städtischen Milieu) genannt werden, obwohl nur ein kleiner Teil der ägyptischen Bevölkerung griechischen Ursprungs war. Umstritten ist, in welchem Maße die [https://de.wikipedia.org/wiki/Griechen Griechen], die sich in hellenistischer Zeit im Osten angesiedelt hatten, im Gegenzug vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Orient Orient] beeinflusst wurden. Dabei sollte freilich beachtet werden, dass es auch in den Jahrhunderten vor [https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_der_Gro%C3%9Fe Alexander] einen kulturellen Austausch zwischen der griechischen und nicht-griechischen Welt gegeben hat.
 
Komplex ist die Querverbindung zwischen dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Urchristentum Urchristentum] und dem späten Hellenismus. Während der griechisch-[https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinasien kleinasiatische] Kulturkreis durch die Kraft der jungen Kirche zunehmend [https://de.wikipedia.org/wiki/Christianisierung christianisiert] wurde, wandelte sich diese unter dem hellenistischen Einfluss ebenfalls. Einige [https://de.wikipedia.org/wiki/Paulusbriefe Paulusbriefe] und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Apostelgeschichte Apostelgeschichte] berichten darüber – etwa zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Apostelkonzil Apostelstreit] über die Taufe der Griechen- und [https://de.wikipedia.org/wiki/Judenchristen Judenchristen], der in einem Kompromiss endete ([https://de.wikipedia.org/wiki/Jakobusklauseln Jakobusklauseln]).<div class="mw-body-content"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" dir="ltr" lang="de"><p>In römischer Zeit wurde auf kulturellem Gebiet keine einer Hellenisierung entsprechende homogene [https://de.wikipedia.org/wiki/Romanisierung Romanisierung] betrieben. Die römische Herrschaft zeichnete sich durch eine hohe Bereitschaft aus, regionale kulturelle Traditionen zu integrieren. Dies zeigt sich beispielsweise in der Münzprägung in den Provinzen, wie den alexandrinischen Münzen, die auch ägyptische und griechische Motive verwendeten.</p>
== <span id="Siehe_auch">Siehe auch</span> ==
== <span id="Siehe_auch">Siehe auch</span> ==



Aktuelle Version vom 14. Januar 2024, 14:49 Uhr

https://de.wikipedia.org/wiki/Hellenisierung 3. Juni 2022 um 16:49 Uhr

Als Hellenisierung bezeichnet man eine kulturelle Erscheinung im Rahmen des Hellenismus. Gemeint ist damit die Durchdringung eines nicht-griechischen Volkes mit der antiken griechischen Kultur (im Sinne des Begriffes Hellenismus, wie er von Johann Gustav Droysen verwendet wurde). Als ein Beispiel kann die Verwendung fast rein griechischer Gestaltungsgrundsätze und Motive auf Alexandrinischen Münzen in hellenistischer Zeit, der Gebrauch der griechischen Sprache und eine entsprechende Lebensweise (vor allem im städtischen Milieu) genannt werden, obwohl nur ein kleiner Teil der ägyptischen Bevölkerung griechischen Ursprungs war. Umstritten ist, in welchem Maße die Griechen, die sich in hellenistischer Zeit im Osten angesiedelt hatten, im Gegenzug vom Orient beeinflusst wurden. Dabei sollte freilich beachtet werden, dass es auch in den Jahrhunderten vor Alexander einen kulturellen Austausch zwischen der griechischen und nicht-griechischen Welt gegeben hat.

Komplex ist die Querverbindung zwischen dem Urchristentum und dem späten Hellenismus. Während der griechisch-kleinasiatische Kulturkreis durch die Kraft der jungen Kirche zunehmend christianisiert wurde, wandelte sich diese unter dem hellenistischen Einfluss ebenfalls. Einige Paulusbriefe und die Apostelgeschichte berichten darüber – etwa zum Apostelstreit über die Taufe der Griechen- und Judenchristen, der in einem Kompromiss endete (Jakobusklauseln).

In römischer Zeit wurde auf kulturellem Gebiet keine einer Hellenisierung entsprechende homogene Romanisierung betrieben. Die römische Herrschaft zeichnete sich durch eine hohe Bereitschaft aus, regionale kulturelle Traditionen zu integrieren. Dies zeigt sich beispielsweise in der Münzprägung in den Provinzen, wie den alexandrinischen Münzen, die auch ägyptische und griechische Motive verwendeten.

Siehe auch

Literatur

Neben der im Artikel Hellenismus angegebenen Literatur:

  • Helmut Köster: Einführung in das Neue Testament. Im Rahmen der Religionsgeschichte und Kulturgeschichte der hellenistischen und römischen Zeit. Berlin und New York 1980 (mit besonderer Berücksichtigung der Kulturgeschichte).
  • Klaus Meister: Der Hellenismus. Kultur- und Geistesgeschichte. J. B. Metzler, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-476-02685-9.
  • Carl Schneider: Kulturgeschichte des Hellenismus. 2 Bde. Beck, München 1967/1969.
  • Carl Schneider: Geistesgeschichte des antiken Christentums. 2 Bde. Beck, München 1954.