„Ontologie“ – Versionsunterschied
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"...nennet man den Teil der [[Weltweisheit]], darinnen die allgemeine Erkenntniß der Dinge abgehandelt wird, die ''Ontologie'' oder [[Grundwissenschaft]]. ([[VGHMVG/VbWw/14. Fünfter Teil.|Wolff]]) | |||
Die '''Ontologie''' (im 16. Jahrhundert als griechisch ὀντολογία <span lang="el-Latn" class="Latn">ontología</span> gebildet aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Altgriechische_Sprache altgriechisch] <span lang="grc-Grek" class="Grek">ὄν</span> <span lang="grc-Latn" class="Latn">ón</span>, deutsch ‚seiend‘ bzw. [https://de.wikipedia.org/wiki/Altgriechische_Sprache altgriechisch] <span lang="grc-Grek" class="Grek">τὸ ὄν</span> ‚das Sein‘ und <span lang="grc-Grek" class="Grek">λόγος</span> <span lang="grc-Latn" class="Latn">[https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B3gos lógos]</span>, deutsch ‚Lehre‘, also ‚Lehre vom Seienden‘ bzw. ‚Lehre des Seins‘) ist eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Einzelwissenschaft Disziplin] der (theoretischen) [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie Philosophie], die sich mit der Einteilung des Seienden und den Grundstrukturen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wirklichkeit Wirklichkeit] befasst. Dieser Gegenstandsbereich ist weitgehend deckungsgleich mit dem, was nach traditioneller Terminologie „allgemeine [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysik Metaphysik]“ genannt wird. Dabei wird die Systematik grundlegender Typen von [https://de.wikipedia.org/wiki/Entit%C3%A4t Entitäten] (konkrete und abstrakte Gegenstände, Eigenschaften, Sachverhalte, Ereignisse, Prozesse) in ihren strukturellen Beziehungen diskutiert. Fragen, die spezielle Gegenstandsbereiche der Philosophie betreffen, sind zum Beispiel „Was ist der Mensch?“, „Gibt es einen Gott?“ oder „Hat die Welt einen Anfang?“, oder im Bereich der Naturwissenschaften<sup id="cite_ref-Bunge_1-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Ontologie#cite_note-Bunge-1 [1]]</sup> „Was ist Materie?“, „Was ist die Raumzeit?“, „Gibt es [https://de.wikipedia.org/wiki/Emergenz emergente] Eigenschaften?“, „Was ist das Leben?“ oder „Was ist der Geist?“. Diese Themen fielen nach traditioneller Stoffgliederung in den Bereich „spezielle Metaphysik“. Bei einigen traditionellen Herangehensweisen steht der Begriff des [https://de.wikipedia.org/wiki/Sein Seins] und sein Verhältnis zu den einzelnen Entitäten im Vordergrund. Bei den Naturwissenschaften ist „das Werden“ von großer Bedeutung.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Ontologie#cite_note-2 [2]]</sup><p>Heute werden in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Analytische_Ontologie analytischen Ontologie] die Ausdrücke „Ontologie“ und „Metaphysik“ zumeist synonym verwendet. In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Informatik Informatik] werden seit den 1990er Jahren formale Repräsentationssysteme, angelehnt an den philosophischen Begriff, als „[https://de.wikipedia.org/wiki/Ontologie_(Informatik) Ontologien]“ bezeichnet.</p> | |||
Version vom 16. Februar 2024, 12:59 Uhr
Ontologie
"...nennet man den Teil der Weltweisheit, darinnen die allgemeine Erkenntniß der Dinge abgehandelt wird, die Ontologie oder Grundwissenschaft. (Wolff)
Die Ontologie (im 16. Jahrhundert als griechisch ὀντολογία ontología gebildet aus altgriechisch ὄν ón, deutsch ‚seiend‘ bzw. altgriechisch τὸ ὄν ‚das Sein‘ und λόγος lógos, deutsch ‚Lehre‘, also ‚Lehre vom Seienden‘ bzw. ‚Lehre des Seins‘) ist eine Disziplin der (theoretischen) Philosophie, die sich mit der Einteilung des Seienden und den Grundstrukturen der Wirklichkeit befasst. Dieser Gegenstandsbereich ist weitgehend deckungsgleich mit dem, was nach traditioneller Terminologie „allgemeine Metaphysik“ genannt wird. Dabei wird die Systematik grundlegender Typen von Entitäten (konkrete und abstrakte Gegenstände, Eigenschaften, Sachverhalte, Ereignisse, Prozesse) in ihren strukturellen Beziehungen diskutiert. Fragen, die spezielle Gegenstandsbereiche der Philosophie betreffen, sind zum Beispiel „Was ist der Mensch?“, „Gibt es einen Gott?“ oder „Hat die Welt einen Anfang?“, oder im Bereich der Naturwissenschaften[1] „Was ist Materie?“, „Was ist die Raumzeit?“, „Gibt es emergente Eigenschaften?“, „Was ist das Leben?“ oder „Was ist der Geist?“. Diese Themen fielen nach traditioneller Stoffgliederung in den Bereich „spezielle Metaphysik“. Bei einigen traditionellen Herangehensweisen steht der Begriff des Seins und sein Verhältnis zu den einzelnen Entitäten im Vordergrund. Bei den Naturwissenschaften ist „das Werden“ von großer Bedeutung.[2]
Heute werden in der analytischen Ontologie die Ausdrücke „Ontologie“ und „Metaphysik“ zumeist synonym verwendet. In der Informatik werden seit den 1990er Jahren formale Repräsentationssysteme, angelehnt an den philosophischen Begriff, als „Ontologien“ bezeichnet.