„Steigerung“ – Versionsunterschied
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<p style="text-align: justify;">[[steiger]][[-ung]]<br>‘Verstärkung, Vergrößerung, Zunahme’ (15. Jh.), in der Grammatik ‘''[[Komparation]]''’ (18. Jh.)</p> | <p style="text-align: justify;">[[steiger]][[-ung]] <br>‘Verstärkung, Vergrößerung, Zunahme’ (15. Jh.), in der Grammatik ‘''[[Komparation]]''’ (18. Jh.)</p> | ||
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<p style="text-align: justify;">¦↵¦ mhd. ''steigerunge'';</p> | <p style="text-align: justify;">¦↵¦ mhd. ''steigerunge'';</p> | ||
<div class="dwb-head"><span class="dwb-form">STEIGERUNG</span><ref>''„steigerung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <<nowiki>https://www. | |||
Aktuelle Version vom 23. Februar 2024, 09:50 Uhr
steiger-ung
‘Verstärkung, Vergrößerung, Zunahme’ (15. Jh.), in der Grammatik ‘Komparation’ (18. Jh.)
¦√¦ *steigh- ‘schreiten, steigen’;
¦↵¦ mhd. steigerunge;
spätmhd. steigerunge, nrh. -inge, mndl. steigeringe, nndl. steigering. ebenso schwed. stegring. nebenformen im deutschen ganz vereinzelt: stegerung theol. heroldt (1604) 519. steigrung ist durch metrische rücksichten bedingt ( 2, 1334 K.; 1, 14 M.; w. ernst. gatt. 5, 299). älteste belege, auch mundartliche, gehen im deutschen nicht über das 15. jh. zurück. mehr noch als steigern beschränkt sich in der überlieferung st. auf die ausgesprochene bedeutung eines anwachsens, einer zunahme. losgelöst von diesem sinne und damit seiner ursprünglichen verwendung vielleicht näherkommend, erscheint das wort am Niederrhein (seiner eigentlichen heimat?), wo steigering ndl. ein üblicher ausdruck für 'baugerüst' ist (1787) 435. dahin dürften auch die gll. bei Diefenbach weisen: pyrgum (= πύργον?) eyn steygheringhe, eyn graet 437ᵇ, pirgum steygeringhe, trap nov. gl. 292ᵇ. gehört endlich auch die technische verwendung des wortes st. = ganghöhe einer schraube, worunter man die entfernung zweier windungen versteht (gemessen an der auszenlinie der spindel) in diesen zusammenhang? s. Meyer gr. conv.-lex. (1902 ff.) 18, 890, und vgl. auch steigung 2, b, γ. die nachweisbar ältesten belege für st. (stadtrecht von Arnstadt 55 u. ö., 2, 1161) bezeichnen schon eine 'erhöhung des preises' und ordnen sich somit in die bedeutungsgruppen ein, die für st., entsprechend dem verbum steigern, später allein in frage kommen. reiche entfaltung auch hier erst seit dem ende des 18. jh.s. ein isoliertes vorkommen des wortes, ohne weitere satzbestimmungen, ist ungleich häufiger als bei steigern. dadurch wird die verwendung des subst. st. nicht selten etwas beziehungslos und seine bedeutung verschwommen: schulgerechte folge und st. 47, 318 W. (als programmatische stichwörter für ausführungen über den dilettantismus); dasz ... die kraft, jede mögliche st. in der unter seinem (Christi) einflusze stehenden gesammtheit zu bewirken, nicht im vorbilde, sondern nur im urbilde liegen könne, sagt gar nichts glaubenslehre 2, 185; und morgen als dritte st. werde ich ihrer lieben einladung ... folge leisten briefw. u. tageb. 3, 450; heute war ich gegangen, wo selbst die gemse umkehrt ... ich wünschte mir keine st. mehr Kalkalpen 497; ich werde die nächste nacht im speisezimmer auf einer matraze an der erde schlafen. bleibt als st. nur noch das bekannte billiardbett familienbr. 1, 216; Roschs sprechen war stotternd ... nach den vergeblichen versuchen heiterer st., sank er seltsam in sich zusammen volk ohne raum 2, 187.
A. st. ohne nähere bestimmungen der menge oder des grades der zunahme.
1) bei mittelbarer zunahme (vgl. ¹steigen II C, sp. 1905).
a) von personen nur vereinzelt gebraucht: ich habe ... freyen schwung und st. ... erfahren in schr. d. Götheges. 13, 33; dasz ... durch einen theil mehr erfundener sprache der mensch mehr mensch werden, und durch diese st. wieder mehr sprache erfinden könne 4, 15 ak. ausg.; niemand kam, der nur von ferne gleichen schritt mit ihm (Göthe) gehalten, geschweige ihn überboten hätte, trotz all den groszen anforderungen, den kühnen steigerungen gesch. d. dtsch. dicht. 5, 564. — auf äuszere dinge bezogen, vom steigern einer pächterin: ich hab ... eine st. vorghabt mit ihr, von 400 gulden ges. w. 2, 27.
b) von sachbegriffen.
α) vermischtes (vgl. auch nahekommende fälle unter 2, a): bergrath Döbereiner über stöchiometrie und die st. derselben III 6, 134 W.; diese st. des (physikalischen) versuchs II 2, 190 W.; st. der instanzen III 8, 105 W.; st. der neuesten zeit III 9, 7 W. ähnl. beiImmermann: die allgemeinen steigerungen des zeitalters 1, 72 B.; die vorfälle des gestrigen abends in ihrem zusammenhange und ihrer st. erz. a. d. Ries (1868) 1, 264; es war eine wiederholung und st. der früheren feldzüge röm. gesch. 5, 33. β) besondere gebrauchsarten. — veraltet ist st. so von münzen, geld und bedarfsarticeln gebraucht, entsprechend den gleichen verwendungsarten von steigern (vgl. sp. 1933). st. der münzen u. ähnl. im sinne einer erhöhung ihres kaufwerthes: ob nicht durch st. der groben sorten (d. münzen) gleich andern ländern mit vorwissen der kay. maytt. etc. dem unwesen ... remediret werden köndte acta publ. 1, 58 Palm. ähnl. 1, 21 Palm. daneben scheint st. der münzen in älterer zeit ein ausdruck für geldwucher gewesen zu sein und würde in diesem sinne nach st. 2, f hinüberdeuten:zudem ist mit ... st. der muͤntzen kein ende zu finden, ein jeder hoͤhet und nidriget dieselbe nach seinem gefallen: wer gelt auszgibt, der steigert es gesichte (1650) 1, 227. von waren: eine st. aller wahr Sarepta (1571) 162ᵃ; theol. heroldt (1604) 519; Harsdörfer teutsche secretarius (1656 ff.) 2, 717; wie sich die handelschafften, die abschlag- und st. der wahren ... anlassen würden 4, 528 Keller. mit lat. entsprechung: annonae flagellatio steygerung der wahren 77.spätere derartige belege für st. zeigen begriffseinengung im sinne einer freiwilligen oder gerichtlichen auction (jetzt verst.):er sitzet nicht in dem wechsselgaden,
ist mit dem wucher nicht beladen,
darff andern nicht sein schweisz verzinsen
noch steigerung treiben mit den muͤntzen
lob des landlustes 308, 16 K.;
muszte der hof an eine st. kommen ges. schr. 3, 404; man pflegt an vielen orten ... steigegerungen an einem samstage abzuhalten 1, 24. ebenso bei G. Keller: dann ging er ... in den wald, um einer st. von eichenrinde beizuwohnen ges. w. 5, 108.der kindische Kodyll wird keiner steigrung satt,
läszt keinen krämer laufen,
kauft alles, was er sieht, um alles, was er hat,
bald wieder zu verkaufen
1, 14 M.;
2)st. bei unmittelbarer zunahme des attributsbegriffes.
a) allg. (vgl. auch oben unter 1, b): so möcht ich es (das freundschaftsverhältnis) ... zu ewigen zeiten erscheinen lassen, und zwar in reiner st. IV 39, 199 W.; das irdische ist ... nicht durch st. in das göttliche zu verwandeln vorles. über ästhetik 84, 5; mensch, mit mensch im verhältnisz, will immer st. dieses verhältnisses II 1, 63 W.; der umschwung des marktes ... zwingt (ihn) zur st., vielleicht zur völligen reform seiner wirtschaftsweise arbeit78.
b) mathematische begriffe: st. der ... geldsummen röm. gesch. 3, 436.
c) physikalisches: st. der farben im sonnenschein III 3, 122 W.; wo sie (die gelbe farbe) aber an das dunkle gränzt, entsteht, nach der lehre der st. und beschattung, das gelbrothe II 1, 98 W. ähnl. II 2, 286 W. vgl. dazu in ähnl. gebrauche: nur ganz alte maͤnnchen (der uferschnepfe) zeichnen sich durch eine st. derselben (färbung) ... aus naturgesch. d. vögel 8, 425; st. der stimmen bei steigendem barometer IV 38, 12 W.; st. der temperatur chemie (1889) 2, 1807.
d) physiologisches: st. des organischen lebens Platon 6, 33; st. der thaͤtigkeit des ... weiblichen geschlechtsapparates menschl. körp. 5, 543; st. .. der organe kosmos (1845) 1, 55; zunächst ... scheint hiemit nur eine st. (der thierarten) gegeben zu sein ges. schr. 6, 126; st. der bodenkraft ges. w. 1, 93, seiner lebenskraft 14, 79.
e) seelisches leben. bewusztsein u. ähnl.: eine st. des bewusztseins I 12, 505; der wille des menschen und die erkenntnisz ... sowie die ... durchdringung und st. von beiden erdkunde 1, 2. fähigkeiten, geistige kräfte: sein talent war keiner eigentlichen st. mehr fähig 19, 106 B.; st. der angebornen anlage geist d. röm. rechts 2, 1, 317, äuszerlicher virtuosität ges. schr. 1, 60, (der productionskraft) Mozart 3, 168. übertragen: eine ungeahnte st. der leistungsfähigkeit der instrumente handwb. d. staatswiss. 1, 3. gedankliche gebilde, erzeugnisse geistiger arbeit: st. der ideen einl.(1758) 1, 308. ähnl. 4, 370 ak. ausg.; Michelang. 1, 167; die st. von tausend beweisen 1, 511 S., meiner ersten arbeiten IV 40, 285 W.;wahrscheinlich erfolgte der bannspruch öfter und ... mit steigerungen Raumer gesch. d. Hohenstaufen (1823 ff.) 4, 447; indem er in weiser st. den stärksten überredungsgrund zuletzt heraufholte ges. w. 4, 395; der abschlusz dieser st. .. ist .. die aufhebung dieser ganzen kategorie ästhetik 1, 251; im original steht jetzt ein gegensatz und zwar ein so schöner, dasz sich satz gegen satz zu einer st. aufbaut liter. herzenssachen124 im bes. von einzelnen begriffen: die wasserlose wüste, ... die vollkommene wüste ... wurden nur steigerungen des begriffs erdkunde 1, 961; als st. würden die wörter demnach aufeinander in dieser ordnung folgen: zugeben, einräumen, zugestehen, eingestehen w. 1, 76 E.; durch die wiederholung drücken sie (die Malayen) vervielfachung, steigerung oder dauer aus völkerkunde 122. in solcher verwendung wurde st. ebenso wiesteigern leicht zum t. t. der comparation, den reinigk. d. dtsch. spr. (1795) 273 mit unrecht zu gunsten von abstufung als veraltet hinstellt: wenn ich mich der worte: 'hohe schönheit, höhere, höchste schönheit' bediene, so geschieht es nach dem redegebrauche, da im strengen verstande schön keine st. gestattet 9, 292 Sch.; er spricht ... von seinem 'teutschen schwäbischen herzen' ... als ob schwäbisch eine st. von deutsch enthielte kl. schr. 1, 68. auch auf das adv. der einzelnen steigerungsgrade übertragen: st. der adverbien lehrg. d. dtsch. spr. 2, 2ᵃ. vereinzelt dürfte endlich st. soviel wie grammatische fortentwicklung bedeuten: so musz je ursprünglicher die sprache, desto weniger grammatik in ihr seyn, und die älteste ist blos das vorangezeigte wörterbuch der natur! ich reisze (behandle kurz) einige steigerungen ab 5, 83 S. etwas anders ist der sinn von st. als t. t. der stilistik:die st. oder das klimax, eine stufenfolge mehrerer woͤrter nach dem zunehmenden grade ihrer staͤrke und ihres umfanges entwurf einer theorie ... (1783) 225 § 18. ähnl. bei Heinsius,der als beispiel ich kam, sah und siegte hinzufügt 4, 772ᵃ. ästhetische begriffe, von denen st. besonders gern gebraucht wird. in isolierter stellung: der componist wird ... sich von dem donner auf Sinai immer steigerungen vorbehalten IV 27, 264 W.; die formel der st. läszt sich auch im ästhetischen ... anwenden gespräche 2, 163 B.; bei solchem tausch der worte gewänne der vers ..., auch wär es eine art st. w. 7, 266 E.; mit künstlerischer st. (der scenen) ges. schr. 14, 16; st. ist lebensform der kunst Hebbel II 1, 406 W.; der schlusz, bei welchem die ... ironische wendung eine eigenthümliche st. bewirkt Mozart 4, 240; im scenenbau übte man bewuszte kunst der st. durch retardation lit.-gesch. 313; die ... liebe der königin gegen ihren bruder, ihre herrschaft über den könig und nun rasch nacheinander die steigerungen jahrb. d. Grillparzerges. 3, 11. entsprechend in verbindung mit attributen: würde mit auslassung dieses auftrittes, die st. seiner enthüllung, und der sanfte allmähliche fortflusz der ganzen Odyssee gehemmt 3, 220 S.; st. der effecte gespräche 1, 218 B., des symbols symbolik 1, 72, der kunst in bildnissen gesch. d. bild. künste 3, 235, des moments ges. schr. 5, 49. ähnl. 5, 193. st. des dramatischen ausdrucks Mozart 2, 238, des abschlusses (des ersten theils einer sonate) 4, 22, der aufrechten gestalt Winckelmann 2, 1, 51, der dichterischen darstellung ges. schr. 8, 71, der handlung ges. w. 14, 7. in anderer formengebung:trieb und gemütsleben. triebe: ein trieb, der an sich keiner st. fähig ... seine natürliche ... vollkommenheit mit sich trug kl. schr. 1, 263. affecte:doch des jünglings edle weigerung
diente seiner schönheit zur steigerung
w. (1867 ff.) 11, 280.
der affect sucht sich zu erhalten durch st. ges. schr. 6, 143; st. der väterlichen zufriedenheit ges. w. 7, 280, des interesses hist. u. pol. aufs. 1, 50. f) praktisch-gesellschaftlich-staatliches leben. vom preise: st. oder fallung des preiszes gedancken v. d. menschen thun u. lassen 636; von der st. aller preise d. Etrusker 1, 322; st. und nachlasz des preises s. w. 1, 249. ähnl. Florentiner wolltuchindustrie 360. gern wird st. auch in isolierter stellung so verwendet, falls nicht an den oben unter A, 1, b erwähnten ausdruck st. der waren zu denken ist: das mit der zeit durch unbillige steigerungen und andere solemniteten der admodiatorum der preisz dermaszen gehoͤcht werde gesichte (1650) 1, 29. ähnl. bei Göthe: manche gäste haben ... abgeschrieben, weil die Carlsbader ... st. beliebt haben schr. d. ges. 17, 1, 178. von ausgaben und einnahmen: anatocismus ἀνατοκισμός est usurae anniversaria renovatio-jehrlicher aufsatz oder st. desz wuchers thes. 53ᵃ; st. der besoldung acta publ. 1, 268 Palm, der einkünfte s. w. 29, 269, der einnahmen reden 4, 63 Kohl. in anderem sinne: st. der felderträge völkerkunde 226. entsprechend von ausgaben: st. der alten abgiften patr. phantas. (1820) 3, 294, seines matricularanschlags s. w. 7, 114, der eigentlichen reichsausgaben ntl. partei 124. vgl. auch: st. der getreidespenden röm. gesch. 2, 128. ähnl. sinn dürften ältere verwendungsarten von st. haben, in denen das wort isoliert erscheint und geradezu 'abgabe' bedeuten kann: wie man newe zoͤll und steigerungen ... auffrichten moͤchte Niderlands beschreibung (1580) 60;so ist es eine steigrung unsrer freude,
wenn Mailand unsre that für dankeswerth
uns selbst für seine würdgen söhn erkennt
w. ernst gatt. 5, 299;
daferne aber der neue abkaufer (eines gutes) bey allen unterthanen insgemein, ... wegen der robathen oder frohndienste, ... einige neuerung oder st., ungebührlich ... einführen wolte, soll es ohne entgelt des verkauffers berechtiget werden georg. cur. 1, 15. von menschlicher arbeit: wächst das tagewerk in arithmetischer st., so wächst ... die freude am werk in geometrischer arbeit 298. glück, macht u. ähnl.: st. des sinnlichen glücks 7/10, 391 H.; st. ihrer usurpirten privilegien röm. gesch. 2, 70. unglück, leid u. ähnl.:unter ... der st. aller ihrer seelischen arbeiten und leiden 4, 305; st. seiner unglücksfälle s. w. 4, 71; dem judenvolke ... brachte jedes jahrhundert ... eine st. seines elends akad. vortr. 1, 216. ordnung, unordnung, cultur: st. der ursprünglichen einigung III 5, 89; eine st. gesellschaftlicher kultur schr. 1, 95 Schlesier; st. der culturen erdkunde 1, 17, moderner kultur marschenbuch 185, des corsarenunwesens röm. gesch. 2, 134.dergestalt aber so können wir
ihr majestat nicht greifen für,
dieweil wir können wissen nicht,
ausz was ursach die steigrung gschicht
2, 1334 K.
B. st. mit gramm. zusätzen zur bestimmung der menge, bzw. des grades der zunahme (vgl. ¹steigen sp. 1909 ff.,steigern sp. 1937 ff.). von präpositionalen bestimmungen, die das gebiet angeben, auf dem die zunahme erfolgt (vgl. ¹steigern sp. 1909 ff.) scheinen nur ausdrücke wie st. im preise üblich, aber auch nicht häufig zu sein: da bei der geringsten nachfrage unfehlbar ein st. im preise eintreten musz corresp. in überseeischen geschäften 96.
1) durch adjectiva u. ähnl. wendungen. an die sinnliche ausgangsbedeutung (?) des wortes erinnern noch verbindungen wie höhere und höchste st. (der positiv hohe st. scheint ungebräuchlich zu sein): eine höhere st. seines unvergleichlichen talents briefw. u. tageb. 6, 453; in höherer st. reden u. aufs. 105. — superlativisch: ungeachtet der höchsten st. ihrer talente 49, 153 W.; 7, 205 W.; zur höchsten st. des übels Raumer gesch. d. Hohenstaufen (1823 ff.) 3, 629; sie (die einzelherlichkeit der deutschen staaten) fand ihre fortsetzung, ja ihre höchste st. durch den absoluten staat ges. schr. 1, 47; der beifall erreichte ... die höchste st. erz. schr. 36, 72, überschwemmungen in ihrer hoͤchsten st. Alexander 418; ges. schr. 3, 131. häufiger sind adjectivische bestimmungen, die nur verblaszt den umfang des anwachsens bezeichnen: darin sie darthaten, das allbereit fernere st. des kornkauffes verboten were altes Pommerl. 3, 582; eine dreifache st. desselben gegenstandes 41, 2, 64 W.; in fortgehender st. w. I 5, 147; nach ihrer gröszeren ... st. 2, 63 E.; eine art possessionsrecht fortwährender st. br. 114 Schücking; in derselben st. ges. schr. 2, 81. ähnl. verbindet sich st. mitallmählich ästhetik 3, 2, 182, verhältnismäszig gesch. d. dtsch. dicht. 1, 409, zunehmend Mozart 1, 391, numerisch völkerkunde 67, unglaublich lit.-gesch. 23, rapide 286, stetig röm. gesch. 2, 265, groszartig Boyen 1, 83.
2) präpositionale verbindungen. in unbestimmter form: jede st. des intellekts über das gewöhnliche masz hinaus 1, 259 Gr. bestimmter wirken wendungen mit den präp. in, zu, bis zu, wobei sinnlich plastische ausdrücke wie zum gipfel und ähnl. (vgl. ¹steigen sp. 1913, steigern sp. 1939) in der literatur zu fehlen scheinen. selten sind überhaupt concrete begriffe als gradbestimmungen der in st. liegenden zunahme: zwei carolins honorar per bogen mit anspruch auf st. bis zu vier carolins 9, 94. häufiger in abgezogener form: st. der vorstellung von Jesu ins übermenschliche ges. schr. 3, 159. mit der präp. zu, bis zu: st. dieses phänomens ... zur thierischen einheit II 6, 288 W., des vorbildes zum urbilde glaubenslehre 2, 184, der entwicklungskrankheit bis zur zerstückelung des reichskörpers gesch. v. Dännemark 1, 245, der naturforschung zur speculation was ich erlebte 8, 193. mit hinzufügung des ausgangspunctes der gradbezeichnung: eine zweckmäszige st. vom leichten zum schweren 18, 201 B., die st. von der unvollkommenen zu der vollkommneren cultur ² röm. gesch. 1, 8.
- ↑ „steigerung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/steigerung>, abgerufen am 23.02.2024.