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„fehl“ – Versionsunterschied

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<p style="text-align: justify;" >¦∑¦ [[feh]] + [[-l]],</p><p style="text-align: justify;">¦∅¦ Ergebnis Abwesenheit der Vollständigkeit eines Dasein, welches jemand oder etwas zu Fall oder Scheitern gebracht hat;</p><p style="text-align: justify;">¦⊕¦ Fehl "Mißerfolg, Betrug"; fehl ‘falsch, irrig, ergebnislos’; auf Grund von Auslassen, übersehen, übergehen, nicht beachten oder ähnlich bewirkter zustand der Unvollständigkeit, welcher Ursache für einen Mangel wurde;</p><p style="text-align: justify;">¦⊗¦ 'Makel, Mangel, Verfehlung’;</p><p style="text-align: justify;">¦√¦ möglicherweise uig. <em class="Latinx mention" lang="ine-pro">*(s)gʷʰh₂el-</em> <span class="mention-gloss-paren annotation-paren">"</span><span class="mention-gloss">stolpern"</span>; die Wortrückbildungen sind sowas von wirr und unglaubwürdig, nach meinem Eindruck ist ''fehl'' eher mit ''fallen'' verwandt und die Wortwurzel daher eher uig. [https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Indo-European/h%E2%82%83elh%E2%82%81- ''*h₃elh₁-'']; möglicherweise auch mit ''helen'' "bedecken, verbergen, verstecken" verwandt;<br></p><p style="text-align: justify;" >¦↵¦ <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">væle</span> f., Entlehnung aus <abbr title="altfranzösisch">afrz.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">faille</span> ‘Mißerfolg, Irrtum, Mangel’, das über <abbr title="vulgärlateinisch">vlat.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">*fallia </span>auf <abbr title="lateinisch">lat.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">falla</span> ‘Betrug’ zurückgeht. Maskulines Genus entwickelt sich wohl bei der verkürzten artikellosen Form des Substantivs in den Fügungen <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">āne væl</span>, <span class="etymwb-mentioned">sunder væl</span> ‘jeden Irrtum ausschließend, zweifelsfrei, ganz gewiß’, die gleichbed. <abbr title="altfranzösisch">afrz.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">sans faille</span> nachbilden (vgl. dagegen mit anderer Auffassung <abbr title="neuhochdeutsch">nhd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">ohne Fehl</span> ‘makellos’). Wahrscheinlich aus Verb und abhängigem Akkusativ (vgl. <span class="etymwb-mentioned">einen Fehl gebären</span> bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther Luther] und danach im älteren <abbr title="neuhochdeutsch">Nhd.</abbr>) sind Bildungen wie <span class="etymwb-mentioned">fehlgehen</span>, <span class="etymwb-mentioned">fehlgreifen</span>, <span class="etymwb-mentioned">fehlschlagen</span> entstanden; diese werden bis ins 19. Jh. häufig getrennt geschrieben (<span class="etymwb-mentioned">fehl gehen</span>usw.), da das erste Glied einem Umstandswort ähnelt. Hieraus erklärt sich <span class="etymwb-headword">'''<span class="etymwb-orth">fehl</span>''' <span class="etymwb-gramgrp">Adj. Adv. </span></span>‘falsch, irrig, ergebnislos’, das seit Ende des 15. Jhs. vielfach nachweisbar ist, heute nur noch in der jungen Wendung <span class="etymwb-mentioned">fehl am Platz(e) sein</span> ‘unpassend, unangebracht sein’. Der genannte wörtliche Wortbestandteil ermöglicht Wortbildungen, ohne daß in jedem Falle ein entsprechendes Tuwort, Tätigkeitswort vorausgeht: <span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">Fehltritt</span> <span class="etymwb-gramgrp">m. </span></span>‘falscher Schritt, Vergehen’ (16. Jh.); ;</p>
[[feh]][[-l]] {{dt.-frz.-lat.}} {{Wrtdtng}} [[an sich]] sich täuschen oder getäuscht werden und infolge dessen sich irren, ein falsches Ergebniß erlangen, versagen, …
 
=== fehl Adj. Adv. ===
 
* ‘falsch, irrig, ergebnislos’,
* das seit Ende des 15. Jhs. vielfach nachweisbar ist,
* heute nur noch in der jungen Wendung ''fehl am Platz(e) sein'' ‘unpassend, unangebracht sein’.
* Der genannte verbale Bildungstyp ermöglicht substantivische Zusammensetzungen, ohne daß in jedem Falle das entsprechende Verb vorausgeht, vglw. ''[[Fehltritt]]''
 
=== fehlen Vb ===
 
* fehlen Vb. ‘abwesend, nicht vorhanden sein, einen Irrtum, ein Unrecht begehen’,
** Aus afrz. ''falir'', ''faillir'' ‘verfehlen, im Stich lassen, versagen, fehlschlagen, sich irren’
*** (frz. faillir ‘einen Fehler begehen, sich irren, versagen’),
*** dann auch ‘jmdm. entgehen, mangeln, nötig sein’ (oft unpersönlich afrz. frz. il faut ‘es ist nötig’),
** das über vlat. *fallīre auf lat. ''[[fallere]]'' ‘betrügen, täuschen, irreführen’ zurückgeht,
*** wird mhd. vælen, vēlen ‘verfehlen, nicht treffen’ entlehnt,
*** daneben gleichbed. mhd. failieren, fālieren, fallieren mit stärkerer Bewahrung der fremden Form
**** (zu unterscheiden von nhd. fallieren ‘Bankrott machen’,
*** Übernahme des 16. Jhs. von gleichbed. ital. ''fallire'', im 16./17. Jh. auch ‘betrügen’,
**** in diesem Sinne unmittelbar aus dem vlat. ''*fallīre'', from Latin ''[[fallere]] „täuschen, enttäuschen“'').
** Das zunächst als Turnierausdruck aufgenommene Verb (‘beim Stoß mit der Lanze das Ziel verfehlen’)
*** gilt bereits im Mhd. entsprechend dem afrz. Vorbild auch für
**** ‘sich irren’, für ‘fehlschlagen’ und ‘mangeln, nicht zur Verfügung stehen’.
** Eine Variante mhd. veilen setzt sich noch in frühnhd. ''feilen'' fort, namentlich im Md.,
*** wohl beeinflußt durch ebenfalls aus dem Frz. stammendes mnd. fēilen ‘verfehlen, fehlschlagen, mangeln, im Stich lassen’.
 
 
Ergebnis Abwesenheit der Vollständigkeit eines Dasein, welches jemand oder etwas zu Fall oder Scheitern gebracht hat; auf Grund von Auslassen, übersehen, übergehen, nicht beachten oder ähnlich bewirkter zustand der Unvollständigkeit, welcher Ursache für einen Mangel wurde;
 
Zustand der Abwesenheit der Vollständigkeit eines Dasein, welches jemand oder etwas zu Fall bringt, scheitern lässt; daran hindert zu vervollständigen, schließen, beenden, etwas zu beginnen oder richtig zu machen;
 
¦√¦ möglicherweise aus uig. *[[bʰāl-]] „lügen, täuschen“ oder uig. *[[(s)gʷʰh₂el-]] „stolpern“; die Wortrückbildungen sind sowas von wirr und unglaubwürdig, nach meinem Eindruck ist ''fehl'' eher mit ''fallen'' verwandt und die Wortwurzel daher eher uig. ''*[[h₃elh₁-]]''; möglicherweise auch mit ''[[helen]]'' "bedecken, verbergen, verstecken" verwandt;
 
fehl,fehle,fehlt,gefehlt,fehlte,fehlten,fehlend,fehlende,fehlenden,fehlendem,fehlender,fehlendes

Version vom 14. März 2024, 13:29 Uhr

feh-l Vorlage:dt.-frz.-lat. Wrtdtng: an sich sich täuschen oder getäuscht werden und infolge dessen sich irren, ein falsches Ergebniß erlangen, versagen, …

fehl Adj. Adv.

  • ‘falsch, irrig, ergebnislos’,
  • das seit Ende des 15. Jhs. vielfach nachweisbar ist,
  • heute nur noch in der jungen Wendung fehl am Platz(e) sein ‘unpassend, unangebracht sein’.
  • Der genannte verbale Bildungstyp ermöglicht substantivische Zusammensetzungen, ohne daß in jedem Falle das entsprechende Verb vorausgeht, vglw. Fehltritt

fehlen Vb

  • fehlen Vb. ‘abwesend, nicht vorhanden sein, einen Irrtum, ein Unrecht begehen’,
    • Aus afrz. falir, faillir ‘verfehlen, im Stich lassen, versagen, fehlschlagen, sich irren’
      • (frz. faillir ‘einen Fehler begehen, sich irren, versagen’),
      • dann auch ‘jmdm. entgehen, mangeln, nötig sein’ (oft unpersönlich afrz. frz. il faut ‘es ist nötig’),
    • das über vlat. *fallīre auf lat. fallere ‘betrügen, täuschen, irreführen’ zurückgeht,
      • wird mhd. vælen, vēlen ‘verfehlen, nicht treffen’ entlehnt,
      • daneben gleichbed. mhd. failieren, fālieren, fallieren mit stärkerer Bewahrung der fremden Form
        • (zu unterscheiden von nhd. fallieren ‘Bankrott machen’,
      • Übernahme des 16. Jhs. von gleichbed. ital. fallire, im 16./17. Jh. auch ‘betrügen’,
        • in diesem Sinne unmittelbar aus dem vlat. *fallīre, from Latin fallere „täuschen, enttäuschen“).
    • Das zunächst als Turnierausdruck aufgenommene Verb (‘beim Stoß mit der Lanze das Ziel verfehlen’)
      • gilt bereits im Mhd. entsprechend dem afrz. Vorbild auch für
        • ‘sich irren’, für ‘fehlschlagen’ und ‘mangeln, nicht zur Verfügung stehen’.
    • Eine Variante mhd. veilen setzt sich noch in frühnhd. feilen fort, namentlich im Md.,
      • wohl beeinflußt durch ebenfalls aus dem Frz. stammendes mnd. fēilen ‘verfehlen, fehlschlagen, mangeln, im Stich lassen’.


Ergebnis Abwesenheit der Vollständigkeit eines Dasein, welches jemand oder etwas zu Fall oder Scheitern gebracht hat; auf Grund von Auslassen, übersehen, übergehen, nicht beachten oder ähnlich bewirkter zustand der Unvollständigkeit, welcher Ursache für einen Mangel wurde;

Zustand der Abwesenheit der Vollständigkeit eines Dasein, welches jemand oder etwas zu Fall bringt, scheitern lässt; daran hindert zu vervollständigen, schließen, beenden, etwas zu beginnen oder richtig zu machen;

¦√¦ möglicherweise aus uig. *bʰāl- „lügen, täuschen“ oder uig. *(s)gʷʰh₂el- „stolpern“; die Wortrückbildungen sind sowas von wirr und unglaubwürdig, nach meinem Eindruck ist fehl eher mit fallen verwandt und die Wortwurzel daher eher uig. *h₃elh₁-; möglicherweise auch mit helen "bedecken, verbergen, verstecken" verwandt;

fehl,fehle,fehlt,gefehlt,fehlte,fehlten,fehlend,fehlende,fehlenden,fehlendem,fehlender,fehlendes