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„Handlungstheorie“ – Versionsunterschied

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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunikation_(Handlungstheorie) Kommunikation (Handlungstheorie)]
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= <span class="mw-page-title-main">Handlungstheorie (Philosophie)</span> =
== <span class="mw-page-title-main">Handlungstheorie (Philosophie)</span> ==
<div id="bodyContent" class="vector-body"><div id="contentSub"><div id="mw-content-subtitle"><br></div></div><div id="contentSub2"><br></div><div id="jump-to-nav"><br></div><div id="mw-content-text" class="mw-body-content"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" dir="ltr" lang="de"><p>Als '''Handlungstheorie''' wird eine philosophische Theorie bezeichnet, die sich mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Handeln Handlungsbegriff] befasst. Obwohl sich systematisch in der Philosophiegeschichte in Schlüsseltexten der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ethik Ethik] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysik Metaphysik], vor allem im Zusammenhang mit der Problematik der [https://de.wikipedia.org/wiki/Willensfreiheit Willensfreiheit] und der Verantwortung, Handlungstheorien oder Ansätze dazu ausmachen lassen, ist sie als eigenständige Disziplin erst in der analytischen Philosophie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auszumachen, wobei sie viel mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_des_Geistes Philosophie des Geistes] verbindet. Im Fokus der zeitgenössischen Debatten stehen drei thematische Felder: die Natur von Handlungen, Handlungsbeschreibungen und Handlungserklärungen. Im Besonderen befassen sich Handlungstheorien mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Grund_(Handlungstheorie) Handlungsgründen] und Ursachen, mit dem Verhältnis zwischen Ereignissen und Handlungen, mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Intention Intentionen] und intentionalen Handlungen, mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Die_logische_Form_der_Handlungss%C3%A4tze logischen Form von Handlungssätzen], mit sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Basishandlung Basishandlungen] und mit der Suche nach einem Ordnungsprinzip menschlicher Handlungsarten. Die Frage der [https://de.wikipedia.org/wiki/Mentale_Verursachung mentalen Verursachung] und die Beziehung zwischen dem handelnden [https://de.wikipedia.org/wiki/Subjekt_(Philosophie) Subjekt]und der Situation steht dabei häufig im Vordergrund. Während sich die Debatte darum drehte, ob die Gründe, die das Subjekt für seine Handlung vorbringt, in einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Kausalit%C3%A4t Kausalbeziehung] oder einer bloßen [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtfertigung_(Philosophie) Rechtfertigungsbeziehung] dazu stehen, stellen spätere Handlungstheorie die Relevanz des [https://de.wikipedia.org/wiki/Wille Willensaktes] für Handlungen ganz in Frage.</p>
Als '''[https://de.wikipedia.org/wiki/Handlungstheorie_(Philosophie) Handlungstheorie]''' wird eine philosophische Theorie bezeichnet, die sich mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Handeln Handlungsbegriff] befasst. Obwohl sich systematisch in der Philosophiegeschichte in Schlüsseltexten der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ethik Ethik] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysik Metaphysik], vor allem im Zusammenhang mit der Problematik der [https://de.wikipedia.org/wiki/Willensfreiheit Willensfreiheit] und der Verantwortung, Handlungstheorien oder Ansätze dazu ausmachen lassen, ist sie als eigenständige Disziplin erst in der analytischen Philosophie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auszumachen, wobei sie viel mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_des_Geistes Philosophie des Geistes] verbindet. Im Fokus der zeitgenössischen Debatten stehen drei thematische Felder: die Natur von Handlungen, Handlungsbeschreibungen und Handlungserklärungen. Im Besonderen befassen sich Handlungstheorien mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Grund_(Handlungstheorie) Handlungsgründen] und Ursachen, mit dem Verhältnis zwischen Ereignissen und Handlungen, mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Intention Intentionen] und intentionalen Handlungen, mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Die_logische_Form_der_Handlungss%C3%A4tze logischen Form von Handlungssätzen], mit sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Basishandlung Basishandlungen] und mit der Suche nach einem Ordnungsprinzip menschlicher Handlungsarten. Die Frage der [https://de.wikipedia.org/wiki/Mentale_Verursachung mentalen Verursachung] und die Beziehung zwischen dem handelnden [https://de.wikipedia.org/wiki/Subjekt_(Philosophie) Subjekt]und der Situation steht dabei häufig im Vordergrund. Während sich die Debatte darum drehte, ob die Gründe, die das Subjekt für seine Handlung vorbringt, in einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Kausalit%C3%A4t Kausalbeziehung] oder einer bloßen [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtfertigung_(Philosophie) Rechtfertigungsbeziehung] dazu stehen, stellen spätere Handlungstheorie die Relevanz des [https://de.wikipedia.org/wiki/Wille Willensaktes] für Handlungen ganz in Frage.
== <span id="Geschichte">Geschichte</span> ==
 
<p>Handlungstheoretische Fragestellungen sind – obwohl die Handlungstheorie als definierte philosophische Disziplin eine Schöpfung der Moderne ist – bereits seit der Antike Gegenstand philosophischer Untersuchung. Als wichtigster antiker Autor kann in diesem Zusammenhang [https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles] gelten, der seine ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Nikomachische_Ethik Nikomachische Ethik]'' mit Untersuchungen von Begriffen wie „Handlung“ und „Ziel“ beginnt.</p><p>In dieser Tradition wurden handlungstheoretische Fragen auch im Mittelalter vielfach behandelt, unter anderem von [https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_von_Aquin Thomas von Aquin], [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Duns_Scotus Johannes Duns Scotus] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Ockham Wilhelm von Ockham]. Diesen Autoren ging es stets auch um theologische Fragen, sodass Fragen wie die Determiniertheit von Handlungen etwa in Zusammenhang mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Theodizee Theodizee]-Problem diskutiert wurden.</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Immanuel Kant] vertrat eine kausalistische Handlungstheorie im Bereich des Empirischen, die aber durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Autonomie Autonomie] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kritik_der_praktischen_Vernunft praktischen Vernunft] von einem Durchbrechen der naturkausalen Handlungsursachen ausgeht und dem Menschen [https://de.wikipedia.org/wiki/Zurechnung zurechenbare] Handlungen aufgrund seines Vermögens der Willkürfreiheit zuschreibt (Kausalität aus Freiheit). Der Mensch ist danach sogar in der Lage, durch Distanz zu allen seinen sinnlich bedingten Gefühlen der Lust und Unlust in der reinen praktischen Vernunft sich einen obersten moralischen Grundsatz der Sittlichkeit zu geben, den [https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ kategorischen Imperativ]. Dieser zeigt auf, wie das empirisch bedingte Streben nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_des_Gl%C3%BCcks Glückseligkeit] durch Einsicht in das Sittengesetz überwunden werden kann, so dass moralisch richtiges Handeln entgegen den empirischen Neigungen möglich wird.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Handlungstheorie_(Philosophie)#cite_note-1 [1]]</sup></p><p>Seit etwa 1950 wurde die Handlungstheorie dann im Zuge der Entwicklung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_des_Geistes Philosophie des Geistes] immer wichtiger. Als Klassiker der zeitgenössischen Debatte können [https://de.wikipedia.org/wiki/G._E._M._Anscombe G. E. M. Anscombes] Monographie ''Intention'' und [https://de.wikipedia.org/wiki/Donald_Davidson Donald Davidsons]''Essays on Actions and Events'' gelten. Während Anscombe auf dem sprachphilosophisch orientierten Ansatz [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Wittgenstein Ludwig Wittgensteins] aufbauend Handlungsgründe von Ursachen begrifflich zu trennen sucht, bestreitet Davidson eine solche Unterscheidung. [https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Brandom Robert Brandom] baute den sprachanalytisch-sprechakttheoretischen Ansatz [https://de.wikipedia.org/wiki/John_Searle John Searles] in den 1990er Jahren zu einem eigenständigen Programm aus und [https://de.wikipedia.org/wiki/Alvin_I._Goldman Alvin I. Goldman] entwickelte [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Epistemologie sozial-epistemologische]Handlungstheorie. Darüber hinaus zählten im 20 Jh. und der ersten Dekade des 21 Jh. [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Henrik_von_Wright Georg Henrik von Wright], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hector-Neri_Castaneda Hector-Neri Castaneda], [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Michael_Bratman&action=edit&redlink=1 Michael Bratman], [https://de.wikipedia.org/wiki/J._David_Velleman J. David Velleman], [https://de.wikipedia.org/wiki/Judith_Jarvis_Thomson Judith Jarvis Thomson], Jonathan Bennett, Jennifer Hornsby, [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=John_Hyman_(Philosoph)&action=edit&redlink=1 John Hyman], María Álvarez und [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Michael_Thompson_(Philosoph)&action=edit&redlink=1 Michael Thompson] mit je unterschiedlichen Schwerpunkten zu den zentralen Autoren in der Handlungstheorie.</p>
=== <span id="Geschichte">Geschichte</span> ===
Handlungstheoretische Fragestellungen sind – obwohl die Handlungstheorie als definierte philosophische Disziplin eine Schöpfung der Moderne ist – bereits seit der Antike Gegenstand philosophischer Untersuchung. Als wichtigster antiker Autor kann in diesem Zusammenhang [https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles] gelten, der seine ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Nikomachische_Ethik Nikomachische Ethik]'' mit Untersuchungen von Begriffen wie „Handlung“ und „Ziel“ beginnt.
 
In dieser Tradition wurden handlungstheoretische Fragen auch im Mittelalter vielfach behandelt, unter anderem von [https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_von_Aquin Thomas von Aquin], [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Duns_Scotus Johannes Duns Scotus] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Ockham Wilhelm von Ockham]. Diesen Autoren ging es stets auch um theologische Fragen, sodass Fragen wie die Determiniertheit von Handlungen etwa in Zusammenhang mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Theodizee Theodizee]-Problem diskutiert wurden.
 
[https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Immanuel Kant] vertrat eine kausalistische Handlungstheorie im Bereich des Empirischen, die aber durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Autonomie Autonomie] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kritik_der_praktischen_Vernunft praktischen Vernunft] von einem Durchbrechen der naturkausalen Handlungsursachen ausgeht und dem Menschen [https://de.wikipedia.org/wiki/Zurechnung zurechenbare] Handlungen aufgrund seines Vermögens der Willkürfreiheit zuschreibt (Kausalität aus Freiheit). Der Mensch ist danach sogar in der Lage, durch Distanz zu allen seinen sinnlich bedingten Gefühlen der Lust und Unlust in der reinen praktischen Vernunft sich einen obersten moralischen Grundsatz der Sittlichkeit zu geben, den [https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ kategorischen Imperativ]. Dieser zeigt auf, wie das empirisch bedingte Streben nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_des_Gl%C3%BCcks Glückseligkeit] durch Einsicht in das Sittengesetz überwunden werden kann, so dass moralisch richtiges Handeln entgegen den empirischen Neigungen möglich wird.<ref><span class="reference-text">L. W. Beck: Kants Kritik der praktischen Vernunft, München 1974; Marcus Willaschek: Praktische Vernunft. Handlungstheorie und Moralbegründung bei Kant. Stuttgart 1992; einen kurzen Überblick gibt Nico Scarano: Moralisches Handeln. In: Otfried Höffe (Hrsg.): Kritik der praktischen Vernunft. 2. Aufl., Akademie Verlag, Berlin 2011, S. 117–131</span></ref>
 
Seit etwa 1950 wurde die Handlungstheorie dann im Zuge der Entwicklung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_des_Geistes Philosophie des Geistes] immer wichtiger. Als Klassiker der zeitgenössischen Debatte können [https://de.wikipedia.org/wiki/G._E._M._Anscombe G. E. M. Anscombes] Monographie ''Intention'' und [https://de.wikipedia.org/wiki/Donald_Davidson Donald Davidsons]''Essays on Actions and Events'' gelten. Während Anscombe auf dem sprachphilosophisch orientierten Ansatz [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Wittgenstein Ludwig Wittgensteins] aufbauend Handlungsgründe von Ursachen begrifflich zu trennen sucht, bestreitet Davidson eine solche Unterscheidung. [https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Brandom Robert Brandom] baute den sprachanalytisch-sprechakttheoretischen Ansatz [https://de.wikipedia.org/wiki/John_Searle John Searles] in den 1990er Jahren zu einem eigenständigen Programm aus und [https://de.wikipedia.org/wiki/Alvin_I._Goldman Alvin I. Goldman] entwickelte [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Epistemologie sozial-epistemologische]Handlungstheorie. Darüber hinaus zählten im 20 Jh. und der ersten Dekade des 21 Jh. [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Henrik_von_Wright Georg Henrik von Wright], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hector-Neri_Castaneda Hector-Neri Castaneda], [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Michael_Bratman&action=edit&redlink=1 Michael Bratman], [https://de.wikipedia.org/wiki/J._David_Velleman J. David Velleman], [https://de.wikipedia.org/wiki/Judith_Jarvis_Thomson Judith Jarvis Thomson], Jonathan Bennett, Jennifer Hornsby, [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=John_Hyman_(Philosoph)&action=edit&redlink=1 John Hyman], María Álvarez und [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Michael_Thompson_(Philosoph)&action=edit&redlink=1 Michael Thompson] mit je unterschiedlichen Schwerpunkten zu den zentralen Autoren in der Handlungstheorie.
 
*Technisch-praktisches und moralisches Handeln bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Immanuel Kant],
*Technisch-praktisches und moralisches Handeln bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Immanuel Kant],
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeit_(Philosophie)#Philosophie_der_Arbeit_ab_Mitte_des_19._Jahrhunderts Arbeit] als alles begründende Wirklichkeit menschlichen Lebens bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Marx Marx] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Engels Engels],
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeit_(Philosophie)#Philosophie_der_Arbeit_ab_Mitte_des_19._Jahrhunderts Arbeit] als alles begründende Wirklichkeit menschlichen Lebens bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Marx Marx] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Engels Engels],
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Praxis_(Philosophie) Praxis] als Schlüsselbegriff für die historische und menschliche Wirklichkeit bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Bloch Ernst Bloch],
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Praxis_(Philosophie) Praxis] als Schlüsselbegriff für die historische und menschliche Wirklichkeit bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Bloch Ernst Bloch],
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Interaktion Interaktion] als instrumentelles, strategisches und [https://de.wikipedia.org/wiki/Theorie_des_kommunikativen_Handelns kommunikatives Handeln] bei [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas Jürgen Habermas]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Interaktion Interaktion] als instrumentelles, strategisches und [https://de.wikipedia.org/wiki/Theorie_des_kommunikativen_Handelns kommunikatives Handeln] bei [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas Jürgen Habermas]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Praxeologie_(Sozialtheorie) Theorie der Praxis] nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Bourdieu Pierre Bourdieu].
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Praxeologie_(Sozialtheorie) Theorie der Praxis] nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Bourdieu Pierre Bourdieu].<div id="bodyContent" class="vector-body"><div class="mw-body-content"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" dir="ltr" lang="de">
 
== <span id="Literatur">Literatur</span> ==
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== <span id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</span> ==
== <span id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</span> ==


#<span class="reference-text">L. W. Beck: Kants Kritik der praktischen Vernunft, München 1974; Marcus Willaschek: Praktische Vernunft. Handlungstheorie und Moralbegründung bei Kant. Stuttgart 1992; einen kurzen Überblick gibt Nico Scarano: Moralisches Handeln. In: Otfried Höffe (Hrsg.): Kritik der praktischen Vernunft. 2. Aufl., Akademie Verlag, Berlin 2011, S. 117–131</span>
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Version vom 9. April 2024, 16:29 Uhr

Handlung‎-s-Theorie Vorlage:agrie.-dt.

Handlungstheorie bezeichnet:

Siehe auch:

Handlungstheorie (Philosophie)

Als Handlungstheorie wird eine philosophische Theorie bezeichnet, die sich mit dem Handlungsbegriff befasst. Obwohl sich systematisch in der Philosophiegeschichte in Schlüsseltexten der Ethik und der Metaphysik, vor allem im Zusammenhang mit der Problematik der Willensfreiheit und der Verantwortung, Handlungstheorien oder Ansätze dazu ausmachen lassen, ist sie als eigenständige Disziplin erst in der analytischen Philosophie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auszumachen, wobei sie viel mit der Philosophie des Geistes verbindet. Im Fokus der zeitgenössischen Debatten stehen drei thematische Felder: die Natur von Handlungen, Handlungsbeschreibungen und Handlungserklärungen. Im Besonderen befassen sich Handlungstheorien mit Handlungsgründen und Ursachen, mit dem Verhältnis zwischen Ereignissen und Handlungen, mit Intentionen und intentionalen Handlungen, mit der logischen Form von Handlungssätzen, mit sogenannten Basishandlungen und mit der Suche nach einem Ordnungsprinzip menschlicher Handlungsarten. Die Frage der mentalen Verursachung und die Beziehung zwischen dem handelnden Subjektund der Situation steht dabei häufig im Vordergrund. Während sich die Debatte darum drehte, ob die Gründe, die das Subjekt für seine Handlung vorbringt, in einer Kausalbeziehung oder einer bloßen Rechtfertigungsbeziehung dazu stehen, stellen spätere Handlungstheorie die Relevanz des Willensaktes für Handlungen ganz in Frage.

Geschichte

Handlungstheoretische Fragestellungen sind – obwohl die Handlungstheorie als definierte philosophische Disziplin eine Schöpfung der Moderne ist – bereits seit der Antike Gegenstand philosophischer Untersuchung. Als wichtigster antiker Autor kann in diesem Zusammenhang Aristoteles gelten, der seine Nikomachische Ethik mit Untersuchungen von Begriffen wie „Handlung“ und „Ziel“ beginnt.

In dieser Tradition wurden handlungstheoretische Fragen auch im Mittelalter vielfach behandelt, unter anderem von Thomas von Aquin, Johannes Duns Scotus und Wilhelm von Ockham. Diesen Autoren ging es stets auch um theologische Fragen, sodass Fragen wie die Determiniertheit von Handlungen etwa in Zusammenhang mit dem Theodizee-Problem diskutiert wurden.

Immanuel Kant vertrat eine kausalistische Handlungstheorie im Bereich des Empirischen, die aber durch die Autonomie der praktischen Vernunft von einem Durchbrechen der naturkausalen Handlungsursachen ausgeht und dem Menschen zurechenbare Handlungen aufgrund seines Vermögens der Willkürfreiheit zuschreibt (Kausalität aus Freiheit). Der Mensch ist danach sogar in der Lage, durch Distanz zu allen seinen sinnlich bedingten Gefühlen der Lust und Unlust in der reinen praktischen Vernunft sich einen obersten moralischen Grundsatz der Sittlichkeit zu geben, den kategorischen Imperativ. Dieser zeigt auf, wie das empirisch bedingte Streben nach Glückseligkeit durch Einsicht in das Sittengesetz überwunden werden kann, so dass moralisch richtiges Handeln entgegen den empirischen Neigungen möglich wird.[1]

Seit etwa 1950 wurde die Handlungstheorie dann im Zuge der Entwicklung der Philosophie des Geistes immer wichtiger. Als Klassiker der zeitgenössischen Debatte können G. E. M. Anscombes Monographie Intention und Donald DavidsonsEssays on Actions and Events gelten. Während Anscombe auf dem sprachphilosophisch orientierten Ansatz Ludwig Wittgensteins aufbauend Handlungsgründe von Ursachen begrifflich zu trennen sucht, bestreitet Davidson eine solche Unterscheidung. Robert Brandom baute den sprachanalytisch-sprechakttheoretischen Ansatz John Searles in den 1990er Jahren zu einem eigenständigen Programm aus und Alvin I. Goldman entwickelte sozial-epistemologischeHandlungstheorie. Darüber hinaus zählten im 20 Jh. und der ersten Dekade des 21 Jh. Georg Henrik von Wright, Hector-Neri Castaneda, Michael Bratman, J. David Velleman, Judith Jarvis Thomson, Jonathan Bennett, Jennifer Hornsby, John Hyman, María Álvarez und Michael Thompson mit je unterschiedlichen Schwerpunkten zu den zentralen Autoren in der Handlungstheorie.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ L. W. Beck: Kants Kritik der praktischen Vernunft, München 1974; Marcus Willaschek: Praktische Vernunft. Handlungstheorie und Moralbegründung bei Kant. Stuttgart 1992; einen kurzen Überblick gibt Nico Scarano: Moralisches Handeln. In: Otfried Höffe (Hrsg.): Kritik der praktischen Vernunft. 2. Aufl., Akademie Verlag, Berlin 2011, S. 117–131