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„Integrationsraum“ – Versionsunterschied

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'''Integrationsraum''' (abgeleitet von „[https://de.wikipedia.org/wiki/Integration_(Soziologie) Integration]“) ist ein Konzept der [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychosomatische_Medizin psychosomatischen Medizin] und geht auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Thure_von_Uexk%C3%BCll Thure von Uexküll] zurück.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(a)</sup> Es handelt sich um ein Modell der Einheit von Seele und Körper. Gegenüberzustellen ist es den [https://de.wikipedia.org/wiki/Reduktionistisch reduktionistischen] und z.&nbsp;T. auch den [https://de.wikipedia.org/wiki/Analytik analytischen] Modellen. Unabhängig vom Begriff des Integrationsraums haben sich in synonymer Bedeutung auch die Begriffe '''Integrationspsychologie''' und '''Integrationstypologie''' eingebürgert, mit denen die Einheit von [https://de.wikipedia.org/wiki/Pers%C3%B6nlichkeit Persönlichkeit] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Umwelt Umwelt] bezeichnet wird.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-2 [2]]</sup> Auch der Begriff der ›Umwelt‹&nbsp;hat eine mit ›Integrationsraum‹&nbsp;gemeinsame topologische Bedeutung, auf die Thure von Uexküll im Zusammenhang mit der biostrukturellen Eigenwelt ([https://de.wikipedia.org/wiki/Anatomie Anatomie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Histologie Histologie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Biochemie Biochemie]) hinweist.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(b)</sup>
[[Integration]]{{-s-}}[[Raum]] {{lat.-frz.-dt.}}, [[wrtl.]] [[a.s.]] 'Unberührbarkeitsraum'
== Räumliche Modelle als Organisationsprinzipien oder als Mittel metaphorischer Veranschaulichung ==
[[file:320px-Schichtenlehre_des_Aristoteles.svg.png|link=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Schichtenlehre_des_Aristoteles.svg|320x245px]]


Schichtenlehre des[https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles]
== Integrationsraum ==
'''[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum Integrationsraum]''' (abgeleitet von „[https://de.wikipedia.org/wiki/Integration_(Soziologie) Integration]“) ist ein Konzept der [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychosomatische_Medizin psychosomatischen Medizin] und geht auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Thure_von_Uexk%C3%BCll Thure von Uexküll] zurück.<ref name=":0"><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Thure_von_Uexk%C3%BCll Thure von Uexküll]: ''Grundfragen der psychosomatischen Medizin.'' Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg 1963:</span>


(um 384–322 v.&nbsp;Chr.)<p>In der Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatik haben spezielle körperliche Modellvorstellungen automatisch auch räumliche Dimension zum Gegenstand. Die Neurologen [https://de.wikipedia.org/wiki/John_Hughlings_Jackson John Hughlings Jackson] (1835–1911) und [https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Scott_Sherrington Charles Scott Sherrington] (1857–1952) haben sich mit einzelnen Funktionen und ihrem Zusammenwirken insbesondere von psychischen (höheren) und rein körperlichen (niedrigeren) zentralnervösen Zentren bzw. Schaltstellen befasst, vgl. a. → [https://de.wikipedia.org/wiki/Niveauschema_der_Reizbeantwortung Niveauschema der Reizbeantwortung].<sup id="cite_ref-HofstätterFLP_3-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-Hofst%C3%A4tterFLP-3 [3]]</sup><sup>(a)</sup> Sie haben damit eine räumliche [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychophysische_Korrelation psychophysische Kontinuität]zum Ausdruck gebracht. Sherrington sprach von einer integrativen Leistung des Nervensystems.<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-4 [4]]</sup> Damit reduzierte sich die Unterscheidung zwischen einfacher [https://de.wikipedia.org/wiki/Physiologisch physiologischer] und komplexer [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologisch psychologischer] Reaktion auf die Frage unterschiedlicher [https://de.wikipedia.org/wiki/Lokalisation_(Neurologie) Lokalisation] dieser Schaltzentren. - Bestimmte analytische Modelle [https://de.wikipedia.org/wiki/Sigmund_Freud Sigmund Freuds] (1856–1939), die damit scheinbar eine begriffliche Trennung von Leib und Seele enthielten, setzten konkrete körperliche Begrifflichkeit und physiologisches Verständnis voraus. Als solche Modelle sind z.&nbsp;B. das [https://de.wikipedia.org/wiki/Konversion_(Psychologie) Konversionsmodell], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Hypochondrie Hypochondrie] oder das Modell der [https://de.wikipedia.org/wiki/Organneurose Organneurose] anzusehen.</p><p>Räumliche Dimension weisen in der Psychosomatik zunächst spezielle körperliche Modellvorstellungen auf wie etwa bestimmte analytische Modelle [https://de.wikipedia.org/wiki/Sigmund_Freud Sigmund Freuds], die eine konkrete körperliche Begrifflichkeit und damit scheinbar auch eine begriffliche Trennung von Leib und Seele voraussetzen. Als solche Modelle sind z.&nbsp;B. das [https://de.wikipedia.org/wiki/Konversion_(Psychologie) Konversionsmodell], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Hypochondrie Hypochondrie] oder das Modell der [https://de.wikipedia.org/wiki/Organneurose Organneurose] anzusehen. Räumliche Modelle wie das des Integrationsraums wollen jedoch mehr als nur über konkrete biostrukturelle (z.&nbsp;B. anatomische) Gegebenheiten informieren. Sie dienen als [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphorisch metaphorische] Schemata zur besseren Veranschaulichung komplexer psychischer Sachverhalte, aber stellen oft nicht nur bloße Metaphern dar. Oft ist festzustellen, dass die gleichen Gesetzmäßigkeiten auf verschiedenen Integrationsstufen vorhanden sind, siehe auch Kap. [https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#Integrationsstufen ''Integrationsstufen'']. Ebenso wie das [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rperschema Körperschema] als Quelle der Orientierung in spezieller [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuropsychologie neuropsychologischer] Hinsicht dient und zugleich als Mittel der Koordination, ist der allgemeine Begriff des Integrationsraums als ein Kraftfeld zu verstehen, das für jede menschliche Aktivität im Einzelfall bestimmend ist, jedoch auch über den jeweils einzelnen Körper hinausgeht. Der Integrationsraum entspricht ebenso wie der [https://de.wikipedia.org/wiki/Homunkulus Homunkulus]im Falle des Körperschemas nicht den exakten anatomischen Gegebenheiten. Diese Organisationsprinzipien stellen nur ein körperliches Schema dar, das stellvertretend für den Körper steht und ihn in ein übergreifendes Konzept einbezieht. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Somatotopie Somatotopie] ist ein vergleichbares biologisches Organisationsprinzip. Auch hierbei geht es nicht um exakte Abbildungen von Organsystemen, sondern um die topische Vertretung dieser Systeme im Nervensystem, wo sie zu funktionellen Einheiten nach jeweils unterschiedlichen funktionellen Gesichtspunkten zusammengefasst werden. Ähnlich verhält es sich mit der klinischen Symptomatik des [https://de.wikipedia.org/wiki/Hysterie Hysterikers]. Sie ist nicht von der objektiven Anatomie bestimmt, wie sie das Lehrbuch darstellt. Daher wird von Thure von Uexküll die Forderung nach einer [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Dynamische_Anatomie&action=edit&redlink=1 dynamischen Anatomie] als Basis des Integrationsraums aufgestellt. Die Rechtfertigung, von einer „Anatomie“ zu sprechen, ergibt sich aus der Tatsache, dass viele der als psychisch qualifizierten Tatsachen keine [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysisch metaphysischen] Sachverhalte darstellen, sondern sich auf körperliche Grundlagen zurückführen lassen. Eine strikte Trennung von rein körperlichen und rein psychischen Tatbeständen erscheint somit als nicht sachgerecht. Die Unterscheidung stellt vielmehr ein gegliedertes Kontinuum dar.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(c)</sup> Die Forderung nach einer dynamischen oder subjektiven Anatomie ist auch von anderen Autoren aufgegriffen worden.<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-5 [5]]</sup> Auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles] geht die [https://de.wikipedia.org/wiki/Schichtenlehre_(Philosophie) Schichtenlehre] zurück. Auch das sog. [https://de.wikipedia.org/wiki/Strukturmodell_der_Psyche Strukturmodell] Freuds vom Über-Ich, Ich und Es ist als ein solches räumliches biostrukturelles Modell zu bewerten. Es besteht eine gewisse körperliche Analogie mit dem seit der Antike bekannten Körperschema von Kopf, Herz und Bauch.<sup id="cite_ref-HofstätterFLP_3-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-Hofst%C3%A4tterFLP-3 [3]]</sup><sup>(b)</sup> <sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-6 [6]]</sup> Freud ging grundsätzlich von einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Topik_(Psychologie) Topik] bei psychischen Symptomen aus auch in solchen Fällen, in denen konkrete körperliche Störungen nicht vorhanden waren. Vielfach wird durch die Bezeichnung ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Organmedizin Organmedizin]'' die Trennung von Seele und Körper zum Ausdruck gebracht oder das Fehlen von psychophysischer Kontinuität bzw. die Mängel in der vereinfachenden Betrachtung gegenüber der Komplexität psychischer Betrachtungsweisen zu verstehen gegeben.</p>
<span class="reference-text">(a) S. 128, 131, 224 f., 229 ff., 234 f. zu Stw. „Übersicht aller hauptsächlichen Stellenangaben“;</span>
== <span id="Vergleich_mit_anderen_Wissenschaften">Vergleich mit anderen Wissenschaften</span> ==
<p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Anschauungsraum Anschauungsräume] gibt es auch in der Mathematik, als Beispiel einer reinen Wissenschaft, in der man z.&nbsp;B. von [https://de.wikipedia.org/wiki/Vektorraum Vektorräumen] oder von [https://de.wikipedia.org/wiki/Topologischer_Raum topologischen Räumen] spricht. In der Physik und vielen anderen Wissenschaftszweigen spricht man z.&nbsp;B. von und [https://de.wikipedia.org/wiki/Feld_(Physik) Feldern]. Ausgehend von solchen Analogien hat es zahlreiche Konzepte auch in der Psychologie und Psychiatrie gegeben. Auch hier dienen entsprechende räumliche Konzepte dem besseren Verständnis psychischer Phänomene, siehe auch die → [https://de.wikipedia.org/wiki/Feldtheorie_(Psychologie) Feldpsychologie]. Freuds Begriff der [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychodynamik#Psychoanalytische_Begriffsgeschichte Erregungssummen] z.&nbsp;B. schließt die Vorstellung solcher Räume ein, in denen Affekte und die mit ihnen einhergehenden psychodynamischen Kräfte nach einem angenommenen mathematisch-vektoriellen bzw. „[https://de.wikipedia.org/wiki/Algebra algebraischen]“ Verfahren summiert werden („Affektbetrag“).<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(d)</sup> Thure von Üexküll spricht von [https://de.wikipedia.org/wiki/Topik_(Psychologie) topologischen Feststellungen], wenn es um begriffliche Unterscheidung von psychischen und körperlichen Krankheiten wie in genanntem Beispiel einer Schluckstörung geht. Damit ist jedoch nicht in notwendiger Art und Weise der dreidimensionale Raum der Naturwissenschaften gemeint. Gemeint ist ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Topologischer_Raum topologischer Raum].<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(e)</sup> <sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-7 [7]]</sup><sup id="cite_ref-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-8 [8]]</sup>Integration kann auch Angleichung an Wertstrukturen und Verhaltensmuster bedeuten.<sup id="cite_ref-SWB_9-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-SWB-9 [9]]</sup></p>
== <span id="Spaltung_und_Integration">Spaltung und Integration</span> ==
<p>Wenn ein Arzt z.&nbsp;B. sagt, eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Diphtherie diphtherische] Schluckstörung sei eine körperliche Erkrankung, eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Hysterisch hysterische] Schluckstörung aber eine psychische, so spricht er nach Thure von Uexküll damit ein für die Medizin grundlegendes Begriffsschema an. Dieses [https://de.wikipedia.org/wiki/Leib-Seele-Problem Leib-Seele-Problem] stelle im Grunde einen Bezugsrahmen für ''beide'' Arten von Störungen, psychische ''und'' körperliche, dar. Um dies zu verstehen und zu veranschaulichen, sei es sinnvoll, in [https://de.wikipedia.org/wiki/Analogie_(Philosophie) Analogie] zum physikalischen Raum, an den wir körperlich gebunden sind, uns auch einen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphorisch metaphorischen]) Raum für die Beziehungen zwischen körperlichem und psychischem Bereich vorzustellen, den ''Integrationsraum''.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(f)</sup></p><p>Dass es sich hierbei nicht um eine bloße Begriffskonstruktion, sondern um etwas primär Gegebenes und somit empirisch Erfahrbares handle, beweise die Tatsache, dass uns solche unterschiedliche Bereiche oder Räume z.&nbsp;B. erst durch eine Erkrankung bewusst werden. Erst durch Erkrankung erweise sich eine Spaltung solcher ursprünglich intakter Integrationsräume als offensichtlich. Eine körperlich ausgelöste Schluckstörung z.&nbsp;B. könne zur Folge haben, dass der Betroffene etwa seinen bisherigen Essgewohnheiten im familiären Rahmen nicht mehr nachkommen könne. Dies sei bekanntlich eine soziale Beeinträchtigung, die ggf. sogar zu weiteren psychischen Rückwirkungen führen könne. Sie löse ggf. vorher bestehende, als selbstverständlich erachtete Zusammenhänge auf, in die der Erkrankte zuvor integriert war. Dies werde besser als Spaltung benannt, weil die Bruchstücke der Realität nach wie vor weiter bestehen, nur der Zusammenhalt aufgelöst erscheint.,<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(g)</sup>siehe auch → [https://de.wikipedia.org/wiki/Salutogenese Kohärenzgefühl]<sup id="cite_ref-10" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-10 [10]]</sup></p>
== <span id="Integrationsstufen">Integrationsstufen</span> ==
<span></span>[[file:320px-Somatopsychische_Korrelation.svg.png|link=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Somatopsychische_Korrelation.svg|320x320px]]


Psychophysische Korrelation oder Regelkreis zwischen der höheren[https://de.wikipedia.org/wiki/Animalisches_Nervensystem animalischen Ebene]
<span class="reference-text">(b) S. 230, 233 ff. zu Stw. „Umwelt als soziale Umgebung (Sozietät)“;</span>


und der niedrigeren[https://de.wikipedia.org/wiki/Vegetatives_Nervensystem vegetativen Ebene]<p>Der Integrationsraum ist in „''Integrationsstufen''“ gegliedert, indem er überindividuelle Bereiche der Umwelt umfasst. Die menschliche Anatomie dagegen beschränkt sich auf das einzelne Individuum. Als einzelne Integrationsstufen sind etwa die Übergänge von Individuen zu Gruppen, Gemeinschaften oder Kulturen anzusehen. Allerdings liegt ein operativer Zusammenhang vor. In ähnlicher Weise wie der Körper aus einzelnen Organen und Zellen aufgebaut ist, so besteht auch die Gesellschaft aus einzelnen Organisationen und Individuen bzw. Staatsbürgern. Ähnlich wie die Zellen eines Organismus jeweils von einem funktionalen Verband „in Dienst genommen“ werden, so werden auch einzelne Individuen von sozialen Gruppen, Gemeinschaften und ihren Kulturen integriert.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(h)</sup> <sup id="cite_ref-11" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-11 [11]]</sup> Dies war auch der Grundgedanke, der vom Entdecker der Zellularpathologie, [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Virchow Rudolf Virchow], ausging und ihn zur Begründung einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialmedizin Sozialmedizin] anregte. Seine Zellenlehre war ihm Modell des erst neu zu erschaffenden demokratischen Staates.<sup id="cite_ref-B&I_12-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-B&I-12 [12]]</sup> Aus der so zu beschreibenden hierarchischen Ordnung ergeben sich zwei unterschiedliche Betrachtungsweisen. Die erste Sichtweise gibt zum Ausdruck, wie die Anforderungen einer höheren Integrationsstufe und ihrer komplexen Einheiten von den Individuen aus beurteilt werden. Die zweite Sichtweise sagt aus der Perspektive der komplexen und höheren Integrationsstufe aus, welche Aufgaben in Kooperation mit anderen zusammenwirkenden Individuen zu erfüllen sind und welche Rollenerwartungen bestehen. Das sich integrierende Individuum wandelt sich auf diese Weise zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Subjekt_(Psychosomatik) Subjekt] im Sinne der Psychosomatik.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(i)</sup>Ausdruck einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Multikonditionale_Betrachtungsweise mehrdimensionalen Betrachtungsweise] ist es auch, dass sich eine Krankheitssymptomatik auf verschiedenen Integrationsstufen manifestieren kann, obwohl sie nur von einer einzigen Stufe aus verursacht ist. Damit sollte dem Eindruck vorgebeugt werden, dass eine Interaktion nur „von Stufe zu Stufe“ im Sinne einer hierarchischen Gliederung erfolgen kann. Vielmehr ist hier die Vorstellung eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Netzwerk Netzwerks]angebracht, also einer „Vermaschung“ der einzelnen Stufen, siehe auch Kap. [https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#Multikonditionale_Diagnostik ''Multikonditionale Diagnostik'']. Thure von Uexküll vertritt damit den Standpunkt der [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychophysische_Korrelation psychophysischen Korrelation] bzw. des Sinnzusammenhangs.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-9" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(j)</sup> Die Manifestation von [https://de.wikipedia.org/wiki/Noxe Noxen] auf beliebigen Stufen der Integration spricht für die Theorie der [https://de.wikipedia.org/wiki/Einheitspsychose Einheitspsychose] bzw. in der Tat für ein Kontinuum des Integrationsraums. Eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Alkoholabh%C3%A4ngigkeit Alkoholabhängigkeit] kann so z.&nbsp;B. durch eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Endogene_Psychose endogene Psychose] verursacht sein. Dieses Phänomen wurde auch mit Hilfe der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schichtenlehre_(Jaspers) Schichtenlehre] nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Jaspers Karl Jaspers] (1883–1969) beschrieben. Jaspers vertritt damit den Standpunkt der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kausalit%C3%A4t Kausalität] bzw. des Kausalzusammenhangs.<sup id="cite_ref-APP_13-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-APP-13 [13]]</sup><sup id="cite_ref-14" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-14 [14]]</sup><sup id="cite_ref-15" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-15 [15]]</sup></p>
<span class="reference-text">(c) S. 235 zu Stw. „Forderung nach einer dynamischen Anatomie“;</span>
== <span id="Psychosomatik_und_Organmedizin">Psychosomatik und Organmedizin</span> ==
 
<p>Da man von [https://de.wikipedia.org/wiki/Modell Modellen] meist einen Gewinn an Anschaulichkeit erwartet, ist es nützlich, wenn sie sich einer sinnlich wahrnehmbaren Darstellbarkeit oder zumindest einer entsprechenden Vorstellbarkeit bedienen. Sofern sich Modelle auf Gegenstände beziehen, die den Sinnesorganen nicht notwendig und unmittelbar zugänglich sind, wie etwa bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Physiologisch physiologischen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologisch psychologischen]Sachverhalten, bedarf es entweder rein rationaler Unterscheidungen oder aber [https://de.wikipedia.org/wiki/Schema schematischer] Vorstellungshilfen.</p><p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Organmedizin Organmedizin] bedarf es solcher schematisierten Vorstellungshilfen nur in vergleichsweise geringem Umfang, so z.&nbsp;B. bei der Darstellung komplizierter [https://de.wikipedia.org/wiki/Anatomisch anatomischer] Zusammenhänge, etwa der in der Gehirnanatomie oder bei der apparativen Darstellung innerer Organe, die der direkten sinnlichen Wahrnehmung weitgehend entzogen sind.<sup id="cite_ref-A&P_16-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-A&P-16 [16]]</sup></p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Neuburger Max Neuburger] hat die Entwicklung der Medizin als Wellenbewegungen dargestellt zwischen der auf rein [https://de.wikipedia.org/wiki/Anatomisch anatomischer] Lokalisation von Organstörungen aufgebauten Anschauungsweise ([https://de.wikipedia.org/wiki/Topische_Diagnostik topische Diagnostik]) und einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Physiologisch physiologischen] Vorstellungsweise im Sinne einer „allgemeinen [https://de.wikipedia.org/wiki/Funktionelle_Syndrome funktionellen Pathologie]“.<sup id="cite_ref-A&P_16-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-A&P-16 [16]]</sup><sup id="cite_ref-17" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-17 [17]]</sup></p><p>Unter [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Allgemeine_Pathologie&action=edit&redlink=1 allgemeiner Pathologie] versteht man im Gegensatz zur [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Spezielle_Pathologie&action=edit&redlink=1 speziellen Pathologie] eine ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Krankheitslehre Krankheitslehre]'', die nicht nur auf Strukturveränderungen – d.&nbsp;h. auf anatomische Veränderungen – einzelner Organe bezogen ist, sondern auch anderen [https://de.wikipedia.org/wiki/Biologie biologischen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Physiologisch physiologischen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Chemisch chemischen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Physikalisch physikalischen] Gesichtspunkten Rechnung trägt. Solche Faktoren sind z.&nbsp;B. physikalische Einwirkungen wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Strahlung Strahlen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrizit%C3%A4t Elektrizität], chemische Einflüsse ([https://de.wikipedia.org/wiki/Gift Gifte]), mangelhafte oder fehlende Ernährung, belebte äußere Krankheitsursachen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Parasiten Parasiten], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bakterien Bakterien] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Viren Viren]), [https://de.wikipedia.org/wiki/Geographisch geographische] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Meteorologisch meteorologische] Pathologie (Topologie!) und typische Abwehr- und [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Entartungsreaktion&action=edit&redlink=1 Entartungsreaktionen] einzelner Gewebe (z.&nbsp;B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Entz%C3%BCndung Entzündung] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaplasie Metaplasie]).<sup id="cite_ref-18" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-18 [18]]</sup> Letztere Reaktionen können natürlich auch aufgefasst werden im Sinne der topischen Diagnostik als exakt lokalisierbare Veränderungen einzelner Zelltypen. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Zelle_(Biologie) Zelle] stellt schließlich eine anatomisch fassbare Untergruppe der Organe dar. Anhand dieser Aufzählung wird bereits deutlich, dass in das System einer allgemeinen Pathologie, welche die Erfordernisse einer Psychosomatischen Medizin einbezieht, auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Umwelt Umweltfaktoren]berücksichtigt werden müssen.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-10" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(k)</sup></p><p>Zu einer ähnlichen Schlussfolgerung kommt [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Herbert_Weiner&action=edit&redlink=1 Herbert Weiner] mit seiner These, wonach bereits bei den Ärzten im Altertum Anhänger einer Lehre der Strukturen und solche einer Lehre der Funktionen sich einander gegenüberstanden. [https://de.wikipedia.org/wiki/Hippokrates_von_Kos Hippokrates] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Galenos Galen] waren so betrachtet die ersten Strukturalisten, vgl. → [https://de.wikipedia.org/wiki/Hylemorphismus Hylemorphismus] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Hylozoismus Hylozoismus]. Dieser strukturalistisch-materialistische Ansatz habe sich bis [https://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_Battista_Morgagni Giovanni Battista Morgagni] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Virchow Rudolf Virchow] weiter fortgesetzt. Die funktionalistische Seite der Medizin sei dagegen im vorsokratischen Denken und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Urstoff Urstofflehre] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Thales_von_Milet Thales von Milet], [https://de.wikipedia.org/wiki/Anaximander Anaximander], [https://de.wikipedia.org/wiki/Anaximenes Anaximenes] bis [https://de.wikipedia.org/wiki/Anaxagoras Anaxagoras] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Empedokles Empedokles] zu sehen, mit den einander ebenfalls i.&nbsp;S. einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Antinomie Antinomie] gegenüberstehenden Elementen Feuer - Wasser, Erde - Luft kann noch als ausgewogenes und gesamtheitliches Konzept angesehen werden.<sup id="cite_ref-19" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-19 [19]]</sup><sup id="cite_ref-20" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-20 [20]]</sup><sup id="cite_ref-21" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-21 [21]]</sup> Thure von Uexküll spricht anstelle des Gegensatzes von Strukturalisten und Funktionalisten von dem Gegensatz zwischen Generalisten und Spezialisten. Um den funktionellen Standpunkt zu verdeutlichen, meint er, „[https://de.wikipedia.org/wiki/William_Harvey William Harvey] hätte es schwer gehabt, den Blutkreislauf an einer Leiche zu demonstrieren“.<sup id="cite_ref-ThvUexkPSM_22-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkPSM-22 [22]]</sup><sup>(a)</sup></p><p>Für die Organmedizin ist der menschliche Körper weitgehend als das sinnlich wahrnehmbare Modell organisch verursachter bzw. organisch lokalisierbarer Störungen und Schädigungen anzusehen. In der Physiologie und Psychologie bedarf es sowohl körperlicher als auch nichtkörperlicher ([https://de.wikipedia.org/wiki/Abstraktion abstrakter]) Vorstellungsinhalte zur Verdeutlichung bestimmter vielschichtiger und schwerer verständlicher Zusammenhänge. Eine solche Hilfskonstruktion ist u.&nbsp;a. der Integrationsraum, der natürlich einer sinnlich konkreten bzw. nur körperbezogenen Anschauung entzogen ist und sich meist auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Funktion_(Objekt) funktionelle] bzw. auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Anamnese lebensgeschichtliche] Aspekte bezieht.</p>
<span class="reference-text">(d) S. 128, 145 ff., 183 ff., 204 zu Stw. „Freuds Terminologie vom ›Affektbetrag‹&nbsp;und die Vektorpsychologie“;</span>
== <span id="Multikonditionale_Diagnostik">Multikonditionale Diagnostik</span> ==
 
<p>Das Modell des Integrationsraums ist also eher für den Typus des Hausarztes als eines Generalisten bestimmt, dessen Berufsausübung „keiner größeren (technischen) Zurüstungen“ bedarf und „oft auch allgemeinere Aussagemöglichkeiten“ liefert als spezielle apparative Untersuchungsmöglichkeiten, die auf eine ausschließlich organische Diagnose abzielen.<sup id="cite_ref-A&P_16-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-A&P-16 [16]]</sup> Auch Vertreter der [https://de.wikipedia.org/wiki/Klassische_deutsche_Psychiatrie klassischen (deutschen) Psychiatrie] fordern eine solch allgemeine und übergreifende [https://de.wikipedia.org/wiki/Multikonditionale_Betrachtungsweise multikonditionale Diagnostik].<sup id="cite_ref-23" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-23 [23]]</sup> Thure von Uexküll spricht von der Notwendigkeit einer Verwendung „überdisziplinärer“ bzw. „mehrdimensionaler Begriffssysteme“ für die psychosomatische Medizin, siehe auch Kap. [https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#Integrationsstufen ''Integrationsstufen''].<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-11" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(l)</sup></p><p>Es fragt sich, welches ergänzende System von [https://de.wikipedia.org/wiki/Pathologie Pathologie] die Psychosomatische Medizin als Alternative zum Modell der reinen Organmedizin anzubieten hat. Wesiack hat zwischen drei Pathologien unterschieden:</p>
<span class="reference-text">(e) S. 128, 227, 230 f. zu Stw. „Vektorielle Räume als topologisches hierarchisches System“;</span>
 
<span class="reference-text">(f) S. 127 f. zu Stw. „Integrationsraum als Organisationsprinzip oder als metaphorischer bzw. als [https://de.wikipedia.org/wiki/Topologischer_Raum topologischer Raum]“;</span>
 
<span class="reference-text">(g) S. 124 ff. zu Stw. „Krankheit als Spaltung zwischen Körper und Seele“;</span>
 
<span class="reference-text">(h) S. 224, 230, 239, 260 zu Stw. „Integrationsstufen“;</span>
 
<span class="reference-text">(i) S. (225), 227, (239 ff.) zu Stw. „[https://de.wikipedia.org/wiki/Multikonditionale_Betrachtungsweise multikonditionale Betrachtungsweise]“;</span>
 
<span class="reference-text">(j) S. 225, 227 zu Stw. „Wechseseitige nosologische Beeinflussbarkeit auf verschiedenen Stufen der Integration“;</span>
 
<span class="reference-text">(k) S. 239 ff. zu Stw. „Psychosomatik und Organmedizin“;</span>
 
<span class="reference-text">(l) S. 224 f., 227, (239 ff.) zu Stw. „Mehrdimensionale Begriffssysteme“;</span>
 
<span class="reference-text">(m) S. 220 ff. zu Stw. „Integrationsgrad“;</span>
 
<span class="reference-text">(n) S. 37 zu Stw. „Lyssenkoismus als Beispiel des politischen Faktors“;</span>
 
<span class="reference-text">(o) S. 84 (Fußnote 4), 166 zu Stw. „Politische, philosophische und weltanschauliche Faktoren: Freud und Pawlow“;</span>
 
<span class="reference-text">(p) S. 38 f. zu Stw. „Phänomen: Auswandern von Forschern in die USA“;</span>
 
<span class="reference-text">(q) S. 214 zu Stw. „Aktualität der medizinischen Soziologie“;</span>
 
<span class="reference-text">(r) S. 165, 174, ''225'' zu Stw. „Aus soziologischen Phänomenen abgeleitete Begriffe“;</span>
 
<span class="reference-text">(s) S. 125 ff., 226 zu Stw. „Körperliche Symptome und soziale Integration“;</span>
 
<span class="reference-text">(t) S. 243–276 zu Stw. „Kybernetische Modelle als Alternative zur physiologischen Begriffswelt“;</span>
 
<span class="reference-text">(u) S. 239 ff. zu Stw. „Die Forderung nach einem pluralistischen Krankheitskonzept als Ausdruck des Wandels ätiologischer Vorstellungen“.</span></ref><sup>(a)</sup> Es handelt sich um ein Modell der Einheit von Seele und Körper. Gegenüberzustellen ist es den [https://de.wikipedia.org/wiki/Reduktionistisch reduktionistischen] und z.&nbsp;T. auch den [https://de.wikipedia.org/wiki/Analytik analytischen] Modellen. Unabhängig vom Begriff des Integrationsraums haben sich in synonymer Bedeutung auch die Begriffe '''Integrationspsychologie''' und '''Integrationstypologie''' eingebürgert, mit denen die Einheit von [https://de.wikipedia.org/wiki/Pers%C3%B6nlichkeit Persönlichkeit] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Umwelt Umwelt] bezeichnet wird.<ref><span class="reference-text">F. A. Brockhaus: ''Das große Fremdwörterbuch.'' Brockhaus Enzyklopädie, Leipzig 2001, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3765312703 ISBN 3-7653-1270-3], S. 628.</span></ref> Auch der Begriff der ›Umwelt‹&nbsp;hat eine mit ›Integrationsraum‹&nbsp;gemeinsame topologische Bedeutung, auf die Thure von Uexküll im Zusammenhang mit der biostrukturellen Eigenwelt ([https://de.wikipedia.org/wiki/Anatomie Anatomie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Histologie Histologie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Biochemie Biochemie]) hinweist.<ref name=":0" /><sup>(b)</sup>
 
=== Räumliche Modelle als Organisationsprinzipien oder als Mittel metaphorischer Veranschaulichung ===
[[Datei:320px-Schichtenlehre_des_Aristoteles.svg.png|verweis=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Schichtenlehre_des_Aristoteles.svg|mini|320x320px|Schichtenlehre des[https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles] (um 384–322 v.&nbsp;Chr.)]]
In der Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatik haben spezielle körperliche Modellvorstellungen automatisch auch räumliche Dimension zum Gegenstand. Die Neurologen [https://de.wikipedia.org/wiki/John_Hughlings_Jackson John Hughlings Jackson] (1835–1911) und [https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Scott_Sherrington Charles Scott Sherrington] (1857–1952) haben sich mit einzelnen Funktionen und ihrem Zusammenwirken insbesondere von psychischen (höheren) und rein körperlichen (niedrigeren) zentralnervösen Zentren bzw. Schaltstellen befasst, vgl. a. → [https://de.wikipedia.org/wiki/Niveauschema_der_Reizbeantwortung Niveauschema der Reizbeantwortung].<ref name=":1"><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_R._Hofst%C3%A4tter Peter R. Hofstätter] (Hrsg.): ''Psychologie''. Das Fischer Lexikon, Fischer-Taschenbuch, Frankfurt a.&nbsp;M. 1972, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3436011592 ISBN 3-436-01159-2];</span>
 
<span class="reference-text">(a) S. 284 ff. zu Kap. ›Reiz und Reaktion‹&nbsp;und ›Schichtenlehre‹</span>
 
<span class="reference-text">(a1) S. 284 zu Stw. „Niveau-Schema der Reizbeantwortung“;</span>
 
<span class="reference-text">(a2) S. 287 zu Stw. „Evolutionäre Gedanken in den Naturwissenschaften“;</span>
 
<span class="reference-text">(b) S. 286 zu Stw. „tradierte philosophische und religiöse Anschaungsweisen“: ([https://de.wikipedia.org/wiki/Neuplatonismus Neuplatonismus], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gnosis Gnosis], [https://de.wikipedia.org/wiki/Paulus_von_Tarsus Apostel Paulus]).</span></ref><sup>(a)</sup> Sie haben damit eine räumliche [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychophysische_Korrelation psychophysische Kontinuität]zum Ausdruck gebracht. Sherrington sprach von einer integrativen Leistung des Nervensystems.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Scott_Sherrington Charles Scott Sherrington]: ''The Integrative Action of the Nervous System''. Scribner, New York 1906; Cambridge University Press, London 1947.</span></ref> Damit reduzierte sich die Unterscheidung zwischen einfacher [https://de.wikipedia.org/wiki/Physiologisch physiologischer] und komplexer [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologisch psychologischer] Reaktion auf die Frage unterschiedlicher [https://de.wikipedia.org/wiki/Lokalisation_(Neurologie) Lokalisation] dieser Schaltzentren. - Bestimmte analytische Modelle [https://de.wikipedia.org/wiki/Sigmund_Freud Sigmund Freuds] (1856–1939), die damit scheinbar eine begriffliche Trennung von Leib und Seele enthielten, setzten konkrete körperliche Begrifflichkeit und physiologisches Verständnis voraus. Als solche Modelle sind z.&nbsp;B. das [https://de.wikipedia.org/wiki/Konversion_(Psychologie) Konversionsmodell], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Hypochondrie Hypochondrie] oder das Modell der [https://de.wikipedia.org/wiki/Organneurose Organneurose] anzusehen.<p>Räumliche Dimension weisen in der Psychosomatik zunächst spezielle körperliche Modellvorstellungen auf wie etwa bestimmte analytische Modelle [https://de.wikipedia.org/wiki/Sigmund_Freud Sigmund Freuds], die eine konkrete körperliche Begrifflichkeit und damit scheinbar auch eine begriffliche Trennung von Leib und Seele voraussetzen. Als solche Modelle sind z.&nbsp;B. das [https://de.wikipedia.org/wiki/Konversion_(Psychologie) Konversionsmodell], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Hypochondrie Hypochondrie] oder das Modell der [https://de.wikipedia.org/wiki/Organneurose Organneurose] anzusehen. Räumliche Modelle wie das des Integrationsraums wollen jedoch mehr als nur über konkrete biostrukturelle (z.&nbsp;B. anatomische) Gegebenheiten informieren. Sie dienen als [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphorisch metaphorische] Schemata zur besseren Veranschaulichung komplexer psychischer Sachverhalte, aber stellen oft nicht nur bloße Metaphern dar. Oft ist festzustellen, dass die gleichen Gesetzmäßigkeiten auf verschiedenen Integrationsstufen vorhanden sind, siehe auch Kap. [https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#Integrationsstufen ''Integrationsstufen'']. Ebenso wie das [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rperschema Körperschema] als Quelle der Orientierung in spezieller [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuropsychologie neuropsychologischer] Hinsicht dient und zugleich als Mittel der Koordination, ist der allgemeine Begriff des Integrationsraums als ein Kraftfeld zu verstehen, das für jede menschliche Aktivität im Einzelfall bestimmend ist, jedoch auch über den jeweils einzelnen Körper hinausgeht. Der Integrationsraum entspricht ebenso wie der [https://de.wikipedia.org/wiki/Homunkulus Homunkulus]im Falle des Körperschemas nicht den exakten anatomischen Gegebenheiten. Diese Organisationsprinzipien stellen nur ein körperliches Schema dar, das stellvertretend für den Körper steht und ihn in ein übergreifendes Konzept einbezieht. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Somatotopie Somatotopie] ist ein vergleichbares biologisches Organisationsprinzip. Auch hierbei geht es nicht um exakte Abbildungen von Organsystemen, sondern um die topische Vertretung dieser Systeme im Nervensystem, wo sie zu funktionellen Einheiten nach jeweils unterschiedlichen funktionellen Gesichtspunkten zusammengefasst werden. Ähnlich verhält es sich mit der klinischen Symptomatik des [https://de.wikipedia.org/wiki/Hysterie Hysterikers]. Sie ist nicht von der objektiven Anatomie bestimmt, wie sie das Lehrbuch darstellt. Daher wird von Thure von Uexküll die Forderung nach einer [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Dynamische_Anatomie&action=edit&redlink=1 dynamischen Anatomie] als Basis des Integrationsraums aufgestellt. Die Rechtfertigung, von einer „Anatomie“ zu sprechen, ergibt sich aus der Tatsache, dass viele der als psychisch qualifizierten Tatsachen keine [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysisch metaphysischen] Sachverhalte darstellen, sondern sich auf körperliche Grundlagen zurückführen lassen. Eine strikte Trennung von rein körperlichen und rein psychischen Tatbeständen erscheint somit als nicht sachgerecht. Die Unterscheidung stellt vielmehr ein gegliedertes Kontinuum dar.<ref name=":0" /><sup>(c)</sup> Die Forderung nach einer dynamischen oder subjektiven Anatomie ist auch von anderen Autoren aufgegriffen worden.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Eissler Kurt Eissler]: ''Medical Orthodoxy and the Future of Psychoanalysis''. New York 1965, Seite 138</span></ref> Auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles] geht die [https://de.wikipedia.org/wiki/Schichtenlehre_(Philosophie) Schichtenlehre] zurück. Auch das sog. [https://de.wikipedia.org/wiki/Strukturmodell_der_Psyche Strukturmodell] Freuds vom Über-Ich, Ich und Es ist als ein solches räumliches biostrukturelles Modell zu bewerten. Es besteht eine gewisse körperliche Analogie mit dem seit der Antike bekannten Körperschema von Kopf, Herz und Bauch.<ref name=":1" /><sup>(b)</sup> <ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Reitzenstein Richard Reitzenstein]: ''Die hellenistischen Mysterienreligionen: nach ihren Grundgedanken u. Wirkungen''. Unveränd. reprograph. Nachdr. d. 3., erw. u. umgearb. Aufl. Leipzig 1927; Wiss. Buchges., Darmstadt 1977, 438 S. [http://d-nb.info/770564259 DNB]</span></ref> Freud ging grundsätzlich von einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Topik_(Psychologie) Topik] bei psychischen Symptomen aus auch in solchen Fällen, in denen konkrete körperliche Störungen nicht vorhanden waren. Vielfach wird durch die Bezeichnung ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Organmedizin Organmedizin]'' die Trennung von Seele und Körper zum Ausdruck gebracht oder das Fehlen von psychophysischer Kontinuität bzw. die Mängel in der vereinfachenden Betrachtung gegenüber der Komplexität psychischer Betrachtungsweisen zu verstehen gegeben.</p>
 
=== <span id="Vergleich_mit_anderen_Wissenschaften">Vergleich mit anderen Wissenschaften</span> ===
[https://de.wikipedia.org/wiki/Anschauungsraum Anschauungsräume] gibt es auch in der Mathematik, als Beispiel einer reinen Wissenschaft, in der man z.&nbsp;B. von [https://de.wikipedia.org/wiki/Vektorraum Vektorräumen] oder von [https://de.wikipedia.org/wiki/Topologischer_Raum topologischen Räumen] spricht. In der Physik und vielen anderen Wissenschaftszweigen spricht man z.&nbsp;B. von und [https://de.wikipedia.org/wiki/Feld_(Physik) Feldern]. Ausgehend von solchen Analogien hat es zahlreiche Konzepte auch in der Psychologie und Psychiatrie gegeben. Auch hier dienen entsprechende räumliche Konzepte dem besseren Verständnis psychischer Phänomene, siehe auch die → [https://de.wikipedia.org/wiki/Feldtheorie_(Psychologie) Feldpsychologie]. Freuds Begriff der [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychodynamik#Psychoanalytische_Begriffsgeschichte Erregungssummen] z.&nbsp;B. schließt die Vorstellung solcher Räume ein, in denen Affekte und die mit ihnen einhergehenden psychodynamischen Kräfte nach einem angenommenen mathematisch-vektoriellen bzw. „[https://de.wikipedia.org/wiki/Algebra algebraischen]“ Verfahren summiert werden („Affektbetrag“).<ref name=":0" /><sup>(d)</sup> Thure von Üexküll spricht von [https://de.wikipedia.org/wiki/Topik_(Psychologie) topologischen Feststellungen], wenn es um begriffliche Unterscheidung von psychischen und körperlichen Krankheiten wie in genanntem Beispiel einer Schluckstörung geht. Damit ist jedoch nicht in notwendiger Art und Weise der dreidimensionale Raum der Naturwissenschaften gemeint. Gemeint ist ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Topologischer_Raum topologischer Raum].<ref name=":0" /><sup>(e)</sup> <ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Lewin Kurt Lewin]: ''Principles of topological psychology''. 1936.</span></ref> <ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Roy_Richard_Grinker_(Senior)&action=edit&redlink=1 Roy Richard Grinker (Senior)]: ''The Psychosomatic Concept in Psychoanalysis''. New York 1953.</span></ref> Integration kann auch Angleichung an Wertstrukturen und Verhaltensmuster bedeuten.<ref name=":2"><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Heinz_Hillmann Karl-Heinz Hillmann]: ''Wörterbuch der Soziologie'' (= ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Kr%C3%B6ners_Taschenausgabe Kröners Taschenausgabe].'' Band 410). 4., überarbeitete und ergänzte Auflage. Kröner, Stuttgart 1994, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3520410044 ISBN 3-520-41004-4], S. 377 f. zu Stw. „Integration“.</span></ref>
 
=== <span id="Spaltung_und_Integration">Spaltung und Integration</span> ===
<p>Wenn ein Arzt z.&nbsp;B. sagt, eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Diphtherie diphtherische] Schluckstörung sei eine körperliche Erkrankung, eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Hysterisch hysterische] Schluckstörung aber eine psychische, so spricht er nach Thure von Uexküll damit ein für die Medizin grundlegendes Begriffsschema an. Dieses [https://de.wikipedia.org/wiki/Leib-Seele-Problem Leib-Seele-Problem] stelle im Grunde einen Bezugsrahmen für ''beide'' Arten von Störungen, psychische ''und'' körperliche, dar. Um dies zu verstehen und zu veranschaulichen, sei es sinnvoll, in [https://de.wikipedia.org/wiki/Analogie_(Philosophie) Analogie] zum physikalischen Raum, an den wir körperlich gebunden sind, uns auch einen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphorisch metaphorischen]) Raum für die Beziehungen zwischen körperlichem und psychischem Bereich vorzustellen, den ''Integrationsraum''.<ref name=":0" /><sup>(f)</sup></p><p>Dass es sich hierbei nicht um eine bloße Begriffskonstruktion, sondern um etwas primär Gegebenes und somit empirisch Erfahrbares handle, beweise die Tatsache, dass uns solche unterschiedliche Bereiche oder Räume z.&nbsp;B. erst durch eine Erkrankung bewusst werden. Erst durch Erkrankung erweise sich eine Spaltung solcher ursprünglich intakter Integrationsräume als offensichtlich. Eine körperlich ausgelöste Schluckstörung z.&nbsp;B. könne zur Folge haben, dass der Betroffene etwa seinen bisherigen Essgewohnheiten im familiären Rahmen nicht mehr nachkommen könne. Dies sei bekanntlich eine soziale Beeinträchtigung, die ggf. sogar zu weiteren psychischen Rückwirkungen führen könne. Sie löse ggf. vorher bestehende, als selbstverständlich erachtete Zusammenhänge auf, in die der Erkrankte zuvor integriert war. Dies werde besser als Spaltung benannt, weil die Bruchstücke der Realität nach wie vor weiter bestehen, nur der Zusammenhalt aufgelöst erscheint.,<ref name=":0" /><sup>(g)</sup>siehe auch → [https://de.wikipedia.org/wiki/Salutogenese Kohärenzgefühl]<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Aaron_Antonovsky Aaron Antonovsky], Alexa Franke: ''Salutogenese, zur Entmystifizierung der Gesundheit''. Dgvt-Verlag, Tübingen 1997, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/387159136X ISBN 3-87159-136-X].</span></ref></p>
 
=== <span id="Integrationsstufen">Integrationsstufen</span> ===
[[Datei:320px-Somatopsychische_Korrelation.svg.png|verweis=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Somatopsychische_Korrelation.svg|mini|320x320px|Psychophysische Korrelation oder Regelkreis zwischen der höheren [https://de.wikipedia.org/wiki/Animalisches_Nervensystem animalischen Ebene] und der niedrigeren[https://de.wikipedia.org/wiki/Vegetatives_Nervensystem vegetativen Ebene]]]
Der Integrationsraum ist in „''Integrationsstufen''“ gegliedert, indem er überindividuelle Bereiche der Umwelt umfasst. Die menschliche Anatomie dagegen beschränkt sich auf das einzelne Individuum. Als einzelne Integrationsstufen sind etwa die Übergänge von Individuen zu Gruppen, Gemeinschaften oder Kulturen anzusehen. Allerdings liegt ein operativer Zusammenhang vor. In ähnlicher Weise wie der Körper aus einzelnen Organen und Zellen aufgebaut ist, so besteht auch die Gesellschaft aus einzelnen Organisationen und Individuen bzw. Staatsbürgern. Ähnlich wie die Zellen eines Organismus jeweils von einem funktionalen Verband „in Dienst genommen“ werden, so werden auch einzelne Individuen von sozialen Gruppen, Gemeinschaften und ihren Kulturen integriert.<ref name=":0" /><sup>(h)</sup> <ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Szilasi Wilhelm Szilasi]: ''Philosophie und Naturwissenschaft.'' Francke, Bern 1961.</span></ref> Dies war auch der Grundgedanke, der vom Entdecker der Zellularpathologie, [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Virchow Rudolf Virchow], ausging und ihn zur Begründung einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialmedizin Sozialmedizin] anregte. Seine Zellenlehre war ihm Modell des erst neu zu erschaffenden demokratischen Staates.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_D%C3%B6rner Klaus Dörner]: ''Bürger und Irre''. Zur Sozialgeschichte und Wissenschaftssoziologie der Psychiatrie. (1969) Fischer Taschenbuch, Bücher des Wissens, Frankfurt am Main 1975, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3436021016 ISBN 3-436-02101-6], S. 307 f. (+Fußnote 320)</span></ref> Aus der so zu beschreibenden hierarchischen Ordnung ergeben sich zwei unterschiedliche Betrachtungsweisen. Die erste Sichtweise gibt zum Ausdruck, wie die Anforderungen einer höheren Integrationsstufe und ihrer komplexen Einheiten von den Individuen aus beurteilt werden. Die zweite Sichtweise sagt aus der Perspektive der komplexen und höheren Integrationsstufe aus, welche Aufgaben in Kooperation mit anderen zusammenwirkenden Individuen zu erfüllen sind und welche Rollenerwartungen bestehen. Das sich integrierende Individuum wandelt sich auf diese Weise zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Subjekt_(Psychosomatik) Subjekt] im Sinne der Psychosomatik.<ref name=":0" /><sup>(i)</sup>Ausdruck einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Multikonditionale_Betrachtungsweise mehrdimensionalen Betrachtungsweise] ist es auch, dass sich eine Krankheitssymptomatik auf verschiedenen Integrationsstufen manifestieren kann, obwohl sie nur von einer einzigen Stufe aus verursacht ist. Damit sollte dem Eindruck vorgebeugt werden, dass eine Interaktion nur „von Stufe zu Stufe“ im Sinne einer hierarchischen Gliederung erfolgen kann. Vielmehr ist hier die Vorstellung eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Netzwerk Netzwerks]angebracht, also einer „Vermaschung“ der einzelnen Stufen, siehe auch Kap. [https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#Multikonditionale_Diagnostik ''Multikonditionale Diagnostik'']. Thure von Uexküll vertritt damit den Standpunkt der [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychophysische_Korrelation psychophysischen Korrelation] bzw. des Sinnzusammenhangs.<ref name=":0" /><sup>(j)</sup> Die Manifestation von [https://de.wikipedia.org/wiki/Noxe Noxen] auf beliebigen Stufen der Integration spricht für die Theorie der [https://de.wikipedia.org/wiki/Einheitspsychose Einheitspsychose] bzw. in der Tat für ein Kontinuum des Integrationsraums. Eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Alkoholabh%C3%A4ngigkeit Alkoholabhängigkeit] kann so z.&nbsp;B. durch eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Endogene_Psychose endogene Psychose] verursacht sein. Dieses Phänomen wurde auch mit Hilfe der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schichtenlehre_(Jaspers) Schichtenlehre] nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Jaspers Karl Jaspers] (1883–1969) beschrieben. Jaspers vertritt damit den Standpunkt der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kausalit%C3%A4t Kausalität] bzw. des Kausalzusammenhangs.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Jaspers Karl Jaspers]: ''Allgemeine Psychopathologie''. 9. Auflage. Springer, Berlin 1973, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3540033408 ISBN 3-540-03340-8]; Kap. Nosologie S. 512&nbsp;f.</span></ref> <ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_T%C3%B6lle Rainer Tölle]: ''Psychiatrie''. Kinder- und jugendpsychiatrische Bearbeitung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhart_Lempp Reinhart Lempp]. 7. Auflage. Springer, Berlin 1985, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3540158537 ISBN 3-540-15853-7], zu Stw. „Mehrdimensionale Betrachtungsweise“: S. VII, 16, 174 f.</span></ref> <ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Huber Gerd Huber]: ''Psychiatrie.'' Systematischer Lehrtext für Studenten und Ärzte. F.K. Schattauer, Stuttgart 1974, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3794504046 ISBN 3-7945-0404-6]; zu Stw. „Multikonditionale Betrachtungsweise“ S. 9, 12, 13, 46, 55, 88, 95, 110, 123, 221, 229, 251, 305, 313, 337.</span></ref>
 
=== <span id="Psychosomatik_und_Organmedizin">Psychosomatik und Organmedizin</span> ===
<p>Da man von [https://de.wikipedia.org/wiki/Modell Modellen] meist einen Gewinn an Anschaulichkeit erwartet, ist es nützlich, wenn sie sich einer sinnlich wahrnehmbaren Darstellbarkeit oder zumindest einer entsprechenden Vorstellbarkeit bedienen. Sofern sich Modelle auf Gegenstände beziehen, die den Sinnesorganen nicht notwendig und unmittelbar zugänglich sind, wie etwa bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Physiologisch physiologischen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologisch psychologischen]Sachverhalten, bedarf es entweder rein rationaler Unterscheidungen oder aber [https://de.wikipedia.org/wiki/Schema schematischer] Vorstellungshilfen.</p><p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Organmedizin Organmedizin] bedarf es solcher schematisierten Vorstellungshilfen nur in vergleichsweise geringem Umfang, so z.&nbsp;B. bei der Darstellung komplizierter [https://de.wikipedia.org/wiki/Anatomisch anatomischer] Zusammenhänge, etwa der in der Gehirnanatomie oder bei der apparativen Darstellung innerer Organe, die der direkten sinnlichen Wahrnehmung weitgehend entzogen sind.<ref name=":3"><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Klaus_Holldack&action=edit&redlink=1 Klaus Holldack]: ''Lehrbuch der [https://de.wikipedia.org/wiki/Auskultation Auskultation] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Perkussion_(Medizin) Perkussion] – [https://de.wikipedia.org/wiki/Inspektion Inspektion] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Palpation Palpation]''. [1955] Georg Thieme-Verlag, Stuttgart 1967, S. V. (Geleitwort von Curt Oehme) – Anm.: Ein Lehrbuch, das ganz bewusst den ›einfachen Untersuchungstechniken‹&nbsp;Rechnung tragen will, nämlich den sinnlich unmittelbar (ohne spezielle apparative Vermittlung) wahrnehmbaren Befunden. Aber auch wenn man das [https://de.wikipedia.org/wiki/Stethoskop Stethoskop] noch nicht als Apparat ansehen möchte, dieses Buch kann auf Hinweise zur apparativen diagnostischen Medizin natürlich nicht verzichten.</span></ref></p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Neuburger Max Neuburger] hat die Entwicklung der Medizin als Wellenbewegungen dargestellt zwischen der auf rein [https://de.wikipedia.org/wiki/Anatomisch anatomischer] Lokalisation von Organstörungen aufgebauten Anschauungsweise ([https://de.wikipedia.org/wiki/Topische_Diagnostik topische Diagnostik]) und einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Physiologisch physiologischen] Vorstellungsweise im Sinne einer „allgemeinen [https://de.wikipedia.org/wiki/Funktionelle_Syndrome funktionellen Pathologie]“.<ref name=":3" /> <ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Neuburger Max Neuburger] (Hrsg.): ''Handbuch der Geschichte der Medizin''. Jena 1902.</span></ref></p><p>Unter [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Allgemeine_Pathologie&action=edit&redlink=1 allgemeiner Pathologie] versteht man im Gegensatz zur [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Spezielle_Pathologie&action=edit&redlink=1 speziellen Pathologie] eine ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Krankheitslehre Krankheitslehre]'', die nicht nur auf Strukturveränderungen – d.&nbsp;h. auf anatomische Veränderungen – einzelner Organe bezogen ist, sondern auch anderen [https://de.wikipedia.org/wiki/Biologie biologischen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Physiologisch physiologischen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Chemisch chemischen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Physikalisch physikalischen] Gesichtspunkten Rechnung trägt. Solche Faktoren sind z.&nbsp;B. physikalische Einwirkungen wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Strahlung Strahlen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrizit%C3%A4t Elektrizität], chemische Einflüsse ([https://de.wikipedia.org/wiki/Gift Gifte]), mangelhafte oder fehlende Ernährung, belebte äußere Krankheitsursachen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Parasiten Parasiten], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bakterien Bakterien] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Viren Viren]), [https://de.wikipedia.org/wiki/Geographisch geographische] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Meteorologisch meteorologische] Pathologie (Topologie!) und typische Abwehr- und [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Entartungsreaktion&action=edit&redlink=1 Entartungsreaktionen] einzelner Gewebe (z.&nbsp;B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Entz%C3%BCndung Entzündung] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaplasie Metaplasie]).<ref><span class="reference-text">Ursus-Nikolaus Riede, Hans-Eckart Schaefer: ''Allgemeine und spezielle Pathologie.'' Thieme, Stuttgart/ New York 2001, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3131296844 ISBN 3-13-129684-4].</span></ref> Letztere Reaktionen können natürlich auch aufgefasst werden im Sinne der topischen Diagnostik als exakt lokalisierbare Veränderungen einzelner Zelltypen. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Zelle_(Biologie) Zelle] stellt schließlich eine anatomisch fassbare Untergruppe der Organe dar. Anhand dieser Aufzählung wird bereits deutlich, dass in das System einer allgemeinen Pathologie, welche die Erfordernisse einer Psychosomatischen Medizin einbezieht, auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Umwelt Umweltfaktoren]berücksichtigt werden müssen.<ref name=":0" /><sup>(k)</sup></p><p>Zu einer ähnlichen Schlussfolgerung kommt [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Herbert_Weiner&action=edit&redlink=1 Herbert Weiner] mit seiner These, wonach bereits bei den Ärzten im Altertum Anhänger einer Lehre der Strukturen und solche einer Lehre der Funktionen sich einander gegenüberstanden. [https://de.wikipedia.org/wiki/Hippokrates_von_Kos Hippokrates] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Galenos Galen] waren so betrachtet die ersten Strukturalisten, vgl. → [https://de.wikipedia.org/wiki/Hylemorphismus Hylemorphismus] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Hylozoismus Hylozoismus]. Dieser strukturalistisch-materialistische Ansatz habe sich bis [https://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_Battista_Morgagni Giovanni Battista Morgagni] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Virchow Rudolf Virchow] weiter fortgesetzt. Die funktionalistische Seite der Medizin sei dagegen im vorsokratischen Denken und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Urstoff Urstofflehre] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Thales_von_Milet Thales von Milet], [https://de.wikipedia.org/wiki/Anaximander Anaximander], [https://de.wikipedia.org/wiki/Anaximenes Anaximenes] bis [https://de.wikipedia.org/wiki/Anaxagoras Anaxagoras] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Empedokles Empedokles] zu sehen, mit den einander ebenfalls i.&nbsp;S. einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Antinomie Antinomie] gegenüberstehenden Elementen Feuer - Wasser, Erde - Luft kann noch als ausgewogenes und gesamtheitliches Konzept angesehen werden.<ref><span class="reference-text">Weiner, Herbert: ''Psychosomatic Medecine and the Mind-Body-Problem in Psychiatry''. 1984.</span></ref> <ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Luciano_De_Crescenzo Luciano De Crescenzo]: ''Geschichte der griechischen Philosophie, Die Vorsokratiker.'' 1. Auflage. Diogenes-Verlag, Zürich 1985, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3257017030 ISBN 3-257-01703-0], S. 37, 40 f., 48, 182.</span></ref> <ref><span class="reference-text">''Kausalität.'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Krings Hermann Krings] u. a. (Hrsg.): ''Handbuch philosophischer Grundbegriffe.'' Studienausgabe, 6 Bände, Kösel, München 1973, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3466400554 ISBN 3-466-40055-4], S. 781.</span></ref> Thure von Uexküll spricht anstelle des Gegensatzes von Strukturalisten und Funktionalisten von dem Gegensatz zwischen Generalisten und Spezialisten. Um den funktionellen Standpunkt zu verdeutlichen, meint er, „[https://de.wikipedia.org/wiki/William_Harvey William Harvey] hätte es schwer gehabt, den Blutkreislauf an einer Leiche zu demonstrieren“.<ref name=":4"><span class="reference-text">Thure von Uexküll (Hrsg. u.&nbsp;a.): ''Psychosomatische Medizin.'' 3. Auflage. Urban & Schwarzenberg, München 1986, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3541088435 ISBN 3-541-08843-5]:</span>
 
<span class="reference-text">(a) S. 3, 1280;</span>
 
<span class="reference-text">(b) S. 3.</span></ref><sup>(a)</sup></p><p>Für die Organmedizin ist der menschliche Körper weitgehend als das sinnlich wahrnehmbare Modell organisch verursachter bzw. organisch lokalisierbarer Störungen und Schädigungen anzusehen. In der Physiologie und Psychologie bedarf es sowohl körperlicher als auch nichtkörperlicher ([https://de.wikipedia.org/wiki/Abstraktion abstrakter]) Vorstellungsinhalte zur Verdeutlichung bestimmter vielschichtiger und schwerer verständlicher Zusammenhänge. Eine solche Hilfskonstruktion ist u.&nbsp;a. der Integrationsraum, der natürlich einer sinnlich konkreten bzw. nur körperbezogenen Anschauung entzogen ist und sich meist auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Funktion_(Objekt) funktionelle] bzw. auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Anamnese lebensgeschichtliche] Aspekte bezieht.</p>
 
=== <span id="Multikonditionale_Diagnostik">Multikonditionale Diagnostik</span> ===
<p>Das Modell des Integrationsraums ist also eher für den Typus des Hausarztes als eines Generalisten bestimmt, dessen Berufsausübung „keiner größeren (technischen) Zurüstungen“ bedarf und „oft auch allgemeinere Aussagemöglichkeiten“ liefert als spezielle apparative Untersuchungsmöglichkeiten, die auf eine ausschließlich organische Diagnose abzielen.<ref name=":3" /> Auch Vertreter der [https://de.wikipedia.org/wiki/Klassische_deutsche_Psychiatrie klassischen (deutschen) Psychiatrie] fordern eine solch allgemeine und übergreifende [https://de.wikipedia.org/wiki/Multikonditionale_Betrachtungsweise multikonditionale Diagnostik].<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Huber Gerd Huber]: ''Psychiatrie; Systematischer Lehrtext für Studenten und Ärzte.'' F.K. Schattauer Verlag, Stuttgart 1974, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3794504046 ISBN 3-7945-0404-6], S. 9, 12 f., 46, 55, 88, 95, 110, 123, 221, 229, 251, 305, 313, 337.</span></ref> Thure von Uexküll spricht von der Notwendigkeit einer Verwendung „überdisziplinärer“ bzw. „mehrdimensionaler Begriffssysteme“ für die psychosomatische Medizin, siehe auch Kap. [https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#Integrationsstufen ''Integrationsstufen''].<ref name=":0" /><sup>(l)</sup></p><p>Es fragt sich, welches ergänzende System von [https://de.wikipedia.org/wiki/Pathologie Pathologie] die Psychosomatische Medizin als Alternative zum Modell der reinen Organmedizin anzubieten hat. Wesiack hat zwischen drei Pathologien unterschieden:</p>
#die [https://de.wikipedia.org/wiki/Objektbeziehungstheorie Beziehungspathologie]
#die [https://de.wikipedia.org/wiki/Objektbeziehungstheorie Beziehungspathologie]
#die [https://de.wikipedia.org/wiki/Pathophysiologie Funktionspathologie]
#die [https://de.wikipedia.org/wiki/Pathophysiologie Funktionspathologie]
#die [https://de.wikipedia.org/wiki/Pathologie Organ- und Zellularpathologie] nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Morgagni Morgagni] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Virchow Virchow]
#die [https://de.wikipedia.org/wiki/Pathologie Organ- und Zellularpathologie] nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Morgagni Morgagni] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Virchow Virchow]
<p>Er hat der Beziehungspathologie die erste und übergeordnete Rolle gegenüber den beiden anderen zugewiesen.<sup id="cite_ref-24" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-24 [24]]</sup></p>
<p>Er hat der Beziehungspathologie die erste und übergeordnete Rolle gegenüber den beiden anderen zugewiesen.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wolfgang_Wesiack&action=edit&redlink=1 Wesiack, Wolfgang]: ''Psychosomatische Medizin in der ärztlichen Praxis''. Urban & Schwarzenberg, München 1984.</span></ref></p>
== <span id="Integrationsraum_und_Organisation">Integrationsraum und Organisation</span> ==
 
=== <span id="Integrationsraum_und_Organisation">Integrationsraum und Organisation</span> ===
<p>Ebenso vielfältig wie der Gebrauch des Begriffs Integration z.&nbsp;B. in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Integration_(Soziologie) Soziologie] und der Kybernetik ([https://de.wikipedia.org/wiki/Integration_(Technik) Technik] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Integration_(Software) Software]) sind auch die Wissenschaftszweige, in denen der Begriff der [https://de.wikipedia.org/wiki/Funktion_(Objekt) Funktion]eine wichtige Rolle spielt. Diese Wissenschaften haben bekanntlich einen inneren Bezug zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation Organisation], ein Bezug, der dem Sinnbild des Zusammenwirkens von Organen innerhalb eines Körpers entnommen ist.</p><p>Unter Organisation kann man zusammenfassen: [https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtswissenschaft Geschichtswissenschaft], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kybernetik Kybernetik], [https://de.wikipedia.org/wiki/Informatik Informatik] [https://de.wikipedia.org/wiki/Politikwissenschaft Politikwissenschaft], [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachwissenschaft Sprachwissenschaft] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie Soziologie]. Thure von Uexküll stellt die Forderung auf, dass Psychosomatik sich vor allem auf die Begriffssysteme von Politik, Geschichte, Medizinsoziologie und Kybernetik einstellt.</p>
<p>Ebenso vielfältig wie der Gebrauch des Begriffs Integration z.&nbsp;B. in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Integration_(Soziologie) Soziologie] und der Kybernetik ([https://de.wikipedia.org/wiki/Integration_(Technik) Technik] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Integration_(Software) Software]) sind auch die Wissenschaftszweige, in denen der Begriff der [https://de.wikipedia.org/wiki/Funktion_(Objekt) Funktion]eine wichtige Rolle spielt. Diese Wissenschaften haben bekanntlich einen inneren Bezug zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation Organisation], ein Bezug, der dem Sinnbild des Zusammenwirkens von Organen innerhalb eines Körpers entnommen ist.</p><p>Unter Organisation kann man zusammenfassen: [https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtswissenschaft Geschichtswissenschaft], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kybernetik Kybernetik], [https://de.wikipedia.org/wiki/Informatik Informatik] [https://de.wikipedia.org/wiki/Politikwissenschaft Politikwissenschaft], [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachwissenschaft Sprachwissenschaft] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie Soziologie]. Thure von Uexküll stellt die Forderung auf, dass Psychosomatik sich vor allem auf die Begriffssysteme von Politik, Geschichte, Medizinsoziologie und Kybernetik einstellt.</p>
== <span id="Integrationsgrad">Integrationsgrad</span> ==
 
<p>Der Integrationsgrad ist ein statistisch definierter Begriff der Soziologie und beschreibt die immer nur partiellen Bezüge des Individuums an der Gesellschaft oder der bewusstseinsmäßigen [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Einstellung_(Psychosomatik)&action=edit&redlink=1 Einstellung]gegenüber und innerhalb von sozialen Gebilden. Der Einzelne kann niemals an allen Gruppen, Schichten und Institutionen einer Gesellschaft teilhaben. Je nach Zahl der Gruppen oder Institutionen, an deren Vollzügen der Einzelne teilnimmt, bestimmt sich sein Integrationsgrad. Für den Konsens des Einzelnen ist aber nicht der rein statistische Zahlenwert entscheidend, sondern vielmehr, ob er sich gegenüber den ihm offenstehenden Gruppen mit ihren Rollenerwartungen, Wertmaßstäben, Orientierungs- und Verhaltensmustern identifizieren kann (authentische soziale Integration). Es gibt vielfältige Beispiele dafür, dass man gerade dadurch dem Gefühl des Isoliertseins zu entfliehen sucht, indem man an möglichst vielen Cliquen, Gruppen, Vereinen teilnimmt, ohne sich jedoch mit einer dieser Gruppen zu identifizieren. Hierbei handelt es sich um eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpsychologie sozialpsychologische] Tatsache. Der Grad der sozialpsychologisch ungekünstelten und authentischen Integration definiert neben dem zu vermutenden Konsens aber gleichzeitig auch das abweichende Verhalten.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-12" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(m)</sup> <sup id="cite_ref-SWB_9-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-SWB-9 [9]]</sup><sup id="cite_ref-25" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-25 [25]]</sup></p>
=== <span id="Integrationsgrad">Integrationsgrad</span> ===
=== <span id="Kraftfeld_der_Politik_und_der_Geschichte">Kraftfeld der Politik und der Geschichte</span> ===
<p>Der Integrationsgrad ist ein statistisch definierter Begriff der Soziologie und beschreibt die immer nur partiellen Bezüge des Individuums an der Gesellschaft oder der bewusstseinsmäßigen [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Einstellung_(Psychosomatik)&action=edit&redlink=1 Einstellung]gegenüber und innerhalb von sozialen Gebilden. Der Einzelne kann niemals an allen Gruppen, Schichten und Institutionen einer Gesellschaft teilhaben. Je nach Zahl der Gruppen oder Institutionen, an deren Vollzügen der Einzelne teilnimmt, bestimmt sich sein Integrationsgrad. Für den Konsens des Einzelnen ist aber nicht der rein statistische Zahlenwert entscheidend, sondern vielmehr, ob er sich gegenüber den ihm offenstehenden Gruppen mit ihren Rollenerwartungen, Wertmaßstäben, Orientierungs- und Verhaltensmustern identifizieren kann (authentische soziale Integration). Es gibt vielfältige Beispiele dafür, dass man gerade dadurch dem Gefühl des Isoliertseins zu entfliehen sucht, indem man an möglichst vielen Cliquen, Gruppen, Vereinen teilnimmt, ohne sich jedoch mit einer dieser Gruppen zu identifizieren. Hierbei handelt es sich um eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpsychologie sozialpsychologische] Tatsache. Der Grad der sozialpsychologisch ungekünstelten und authentischen Integration definiert neben dem zu vermutenden Konsens aber gleichzeitig auch das abweichende Verhalten.<ref name=":0" /><sup>(m)</sup> <ref name=":2" /> <ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_K%C3%B6nig René König]: ''Soziologie''. Das Fischer Lexikon. Frankfurt am Main 1958, S. 220.</span></ref></p>
<span></span>[[file:220px-Hall_Freud_Jung_in_front_of_Clark_1909.jpg|link=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Hall_Freud_Jung_in_front_of_Clark_1909.jpg|220x176px]]Gruppenfoto 1909 vor der[https://de.wikipedia.org/wiki/Clark_University Clark University]. Vorne:[https://de.wikipedia.org/wiki/Sigmund_Freud Sigmund Freud],[https://de.wikipedia.org/wiki/Stanley_Hall Granville Stanley Hall],[https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gustav_Jung Carl Gustav Jung]. Hinten:[https://de.wikipedia.org/wiki/Abraham_A._Brill Abraham A. Brill],[https://de.wikipedia.org/wiki/Ernest_Jones Ernest Jones],[https://de.wikipedia.org/wiki/Sandor_Ferenczi Sandor Ferenczi]. Nicht nur die Psychoanalyse, auch die psychosomatische Forschung gewann aus politischen Gründen eher im Ausland an Ansehen.<p>Der Integrationsgrad bestimmt somit nicht nur das Ausmaß des Konsenses, sondern gleichzeitig auch den Grad des abweichenden Verhaltens. Abweichendes Verhalten ruft jedoch häufig soziale Antworten in Form von Sanktionen hervor. Hauptbestandteil aller politisch und weltanschaulich gelenkten Prozesse sozialer Integration sind solche Mechanismen [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Kontrolle sozialer Kontrolle]. Diese erfolgen u.&nbsp;a. mit Hilfe von Religionen, Ideologien, Philosophien und daraus abgeleiteten Medien (Erziehungsinstitutionen, politischen und kulturellen [https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschaftsinstrument Herrschaftsinstrumenten]). Auf diese Weise ist soziale Kontrolle stets mit Herrschaft bzw. mit Zwang als Ausübung hierarchisch organisierter Machtverhältnisse verbunden. So erzeugt sie jedoch auch immer wieder desintegrativ wirkende Gegenkräfte, denen es um Änderung bestehender sozialer Strukturverhältnisse zugunsten der Realisierung neuer Interessen geht.<sup id="cite_ref-SWB_9-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-SWB-9 [9]]</sup></p><p>Wenn kulturelle Faktoren wie Religionen, Ideologien, Philosophien einen oft unterschätzten Einfluss auf die soziale Integrationsbereitschaft haben, so sind sie damit automatisch auch von politischem Interesse. Nicht erst dann, wenn die Psychologie die engen Grenzen der individuellen seelischen Vorgänge verlässt ([https://de.wikipedia.org/wiki/Einzelpsychologie Einzelpsychologie]) und die Bedeutung sozialer Faktoren erkennt ([https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpsychologie Sozialpsychologie]), so ist sie damit auch von politischem Interesse. Ihre einzelpsychologischen Erkenntnisse erweisen sich auch in gesellschaftlicher bzw. in [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpsychologie sozialpsychologischer] Hinsicht als gültig. Für das politische Interesse gibt es zahlreiche Beispiele. Thure von Uexküll erwähnt vor allem die historische Kontroverse zwischen der Bedeutung von Anlage (bzw. [https://de.wikipedia.org/wiki/Genom Erbmasse]) und Lebensgeschichte. Anders formuliert geht es um die Streitfrage, ob bestimmte menschliche Eigenschaften als angeboren oder erworben gelten müssen. Ab 1933 wurde in Deutschland der Glaube an die Allmacht der Erbmasse zu einem politischen Dogma. Nach 1945 dagegen galt es als rückständig und undemokratisch, nicht auf die Allmacht der Lebensumstände zu schwören. Der sowjetische Biologe [https://de.wikipedia.org/wiki/Trofim_Denissowitsch_Lyssenko Trofim Denissowitsch Lyssenko] (1898–1976) stellte die Lehre auf, dass Erbfaktoren von Umwelteinflüssen verändert werden ([https://de.wikipedia.org/wiki/Lyssenkoismus Lyssenkoismus]). Damit vertrat er eine These, die der westlichen Forschung widersprach. Im Westen wurden Erbfaktoren als konstant angesehen. Die Theorie Lyssenkos passte jedoch zu den Lehren des [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialektischer_Materialismus dialektischen Materialismus]. Danach ist der Mensch das Produkt der sozialen Verhältnisse.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-13" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(n)</sup> <sup id="cite_ref-PNS_26-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-PNS-26 [26]]</sup> Ähnliches gilt auch für den sowjetischen Wissenschaftler [https://de.wikipedia.org/wiki/Iwan_Petrowitsch_Pawlow Iwan Petrowitsch Pawlow]. Seine Reflexlehre blieb den in wissenschaftlichen Kreisen und gesellschaftspolitisch anerkannten Gesichtspunkten der [https://de.wikipedia.org/wiki/Neurophysiologie Neurophysiologie] und damit der Naturwissenschaft verbunden, obwohl er mit den von ihm beschriebenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Bedingter_Reflex bedingten Reflexen] an die Grenzen der Psychologie gestoßen war. Seine Lehre von den bedingten Reflexen war zudem konform mit der politischen Doktrin, wonach nicht angeborene Eigenschaften, sondern erworbene Fähigkeiten die seelischen Vorgänge bestimmen, die durch das [https://de.wikipedia.org/wiki/Animalisches_Nervensystem animalische Nervensystem] vermittelt werden.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-14" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(o)</sup> <sup id="cite_ref-PNS_26-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-PNS-26 [26]]</sup></p><p>Im Zusammenhang mit der zunehmenden politischen Bedeutung des Problems der Integration, angesichts der verstärkten internationalen Wanderungsbewegungen, ist auch auf das Problem der mangelnden Anerkennung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychoanalyse Psychoanalyse] und der psychosomatischen Forschung in Deutschland hinzuweisen. Dies bewirkte, dass vor, während und auch nach der Zeit des Nationalsozialismus viele Forscher in die USA auswanderten. Freud emigrierte nach London. Der Schwerpunkt psychosomatischer Forschung begann sich nach Amerika zu verlagern. Dazu gehörte, dass die Tradition des [https://de.wikipedia.org/wiki/Patriarchat_(Soziologie) Patriarchalismus] in Deutschland nie ganz abgerissen ist. Hier war der Glaube an das [https://de.wikipedia.org/wiki/Gottesgnadentum Gottesgnadentum] und an die angeborenen Führungseigenschaften von den Gedanken der [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Revolution französischen Revolution] nur bedingt erschüttert worden. Er hatte sich vielmehr im Führungsanspruch des ganzen deutschen Volkes verkörpert. Deutschland blickte historisch auf eine lange Tradition der Adelsgeschlechter und Fürstenhäuser zurück, während in den angelsächsischen Ländern und in Frankreich die Lehre des Philosophen [https://de.wikipedia.org/wiki/John_Locke John Locke] (1632–1704) verbreitet war, einer Lehre von der Gleichheit der Menschen, die als [https://de.wikipedia.org/wiki/Tabula_rasa tabula rasa] geboren werden.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-15" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(p)</sup> <sup id="cite_ref-SWB_9-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-SWB-9 [9]]</sup></p>
 
=== <span id="Medizinsoziologie">Medizinsoziologie</span> ===
==== <span id="Kraftfeld_der_Politik_und_der_Geschichte">Kraftfeld der Politik und der Geschichte</span> ====
<p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Medizinsoziologie Medizinsoziologie] gewann an Aktualität nicht nur durch die vorstehend am Beispiel von Pawlow, Lyssenko und Freud aufgezählten Probleme der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftssoziologie Wissenschaftssoziologie], sie wurde auch durch den Wandel der medizinischen Vorstellungen und des Krankenspektrums bedingt. Das Schlagwort der [https://de.wikipedia.org/wiki/Zivilisationskrankheit Zivilisationskrankheiten] kam auf. Solche Faktoren führten u.&nbsp;a. dazu, das einseitig biologische [https://de.wikipedia.org/wiki/Krankheitsmodell Krankheitsmodell] zugunsten psychischer und sozialer Faktoren zu erweitern. Dabei war die Psychoanalyse nicht unbeteiligt.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-16" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(q)</sup> <sup id="cite_ref-MSL_27-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-MSL-27 [27]]</sup> Auch die Rolle des Patienten, der die Entscheidung trifft, den Arzt aufzusuchen, war neu zu bestimmen. Dies betrifft vor allem die psychischen Störungen und eine neue Art der [https://de.wikipedia.org/wiki/Arzt-Patient-Beziehung Arzt-Patient-Beziehung] umso mehr, als hier ein aktiveres Selbstverständnis des Patienten und eine aktivere Zusammenarbeit und Motivation mit den Therapeuten sinnvoll und nützlich erscheint ([https://de.wikipedia.org/wiki/Empowerment Empowerment]).<sup id="cite_ref-MSL_27-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-MSL-27 [27]]</sup></p><p>Wie bereits im oben genannten Beispiel der körperlich begründeten Schluckstörung ausgeführt, kann die Beeinträchtigung einer sehr umschriebenen Funktion bereits soziale Konsequenzen nach sich ziehen. Der Begriff des Integrationsraums sollte also nach Thure von Uexküll die Begrifflichkeit der Medizinsoziologie umfassen. Beispiele für die Übernahme ursprünglich soziologischer Begriffe in die Grundbegriffe der psychosomatischen Medizin sind Begriffe wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Bereitstellung Bereitstellung] oder der von [https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Johann_von_Uexk%C3%BCll Jakob Johann von Uexküll] gebrauchte Terminus der „Reflex-Republik“ für die Funktion des [https://de.wikipedia.org/wiki/Nervensystem Nervensystems] bei Organismen, die noch nicht über ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Zentralnervensystem Zentralnervensystem] verfügen, wie etwa bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Seeigel Seeigeln]. Thure von Uexküll bezeichnete diese eher [https://de.wikipedia.org/wiki/Vegetatives_Nervensystem vegetative Funktion] als vergleichbar mit einer „Abstimmungs-Republik“.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-17" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(r)</sup> Die Gesellschaft als solche bietet sich darüber hinaus als ein Modell an, das dem des Integrationsraums nahekommt. So wie der Körper aus einzelnen Organen, Organsystemen und Zellen besteht, so besteht auch die Gesellschaft aus Organisationen, sozialen Klassen und einzelnen Bürgern.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-18" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(s)</sup> <sup id="cite_ref-ThvUexkPSM_22-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkPSM-22 [22]]</sup><sup>(b)</sup></p>
[[Datei:220px-Hall_Freud_Jung_in_front_of_Clark_1909.jpg|verweis=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Hall_Freud_Jung_in_front_of_Clark_1909.jpg|mini|220x220px|Gruppenfoto 1909 vor der [https://de.wikipedia.org/wiki/Clark_University Clark University]. Vorne: [https://de.wikipedia.org/wiki/Sigmund_Freud Sigmund Freud], [https://de.wikipedia.org/wiki/Stanley_Hall Granville Stanley Hall], [https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gustav_Jung Carl Gustav Jung]. Hinten: [https://de.wikipedia.org/wiki/Abraham_A._Brill Abraham A. Brill], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ernest_Jones Ernest Jones], [https://de.wikipedia.org/wiki/Sandor_Ferenczi Sandor Ferenczi].  
=== <span id="Kybernetik">Kybernetik</span> ===
 
<p>Nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Wiener Norbert Wiener] umfasst [https://de.wikipedia.org/wiki/Kybernetik Kybernetik] sowohl die Regelung von lebenden als auch maschinellen Systemen.<sup id="cite_ref-28" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-28 [28]]</sup> Diese Eigenschaft einer neuen Wissenschaft kann nach Thure von Üexküll als Modellvorstellung dienen, um die Kluft zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologie Psychologie] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Physiologie Physiologie] zu überwinden. Eine solche Kluft bestehe deshalb, weil sich die Physiologie ebenso wie die Grundlagenwissenschaft der [https://de.wikipedia.org/wiki/Physik Physik] der Grundbegriffe [https://de.wikipedia.org/wiki/Energie Energie] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Materie_(Physik) Materie] bediene, damit jedoch nicht den für die Medizin entscheidenden Begriffen der Ordnung und Planmäßigkeit entsprechen könne, siehe z.&nbsp;B. den Begriff der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ordnung_(Biologie) Ordnung] in der Biologie. Aus den Begriffen Ordnung und Planmäßigkeit seien lediglich [https://de.wikipedia.org/wiki/Naturphilosophie naturphilosophisch] abgeleitete Vorstellungen wie etwa die der [https://de.wikipedia.org/wiki/Entelechie Entelechie], des [https://de.wikipedia.org/wiki/Bauplan_(Morphologie) Bauplans] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ideenlehre Idee]abgeleitet worden. Ordnung und Planmäßigkeit entstehen nicht aus Umsetzungen von Materie in Energie. Die Physik habe für die Begriffe der Ordnung und Planmäßigkeit kein [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutungsmuster Deutungsmuster]entwickelt. Für sie sei Ordnung und Planmäßigkeit daher ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Zufall Zufallsprodukt]. Die Kybernetik dagegen habe aus dem Bereich des Sozialen den Begriff der [https://de.wikipedia.org/wiki/Nachricht Nachricht] übernommen. Wenn man den Einwand erhebt, dass die Vorstellung der Physiologie und Physik dem Funktionieren von Apparaten entspricht, die auch einen Bauplan besitzen, so führe das sogar zu der Frage, nach welchem [https://de.wikipedia.org/wiki/Computerprogramm Programm] eine bestimmte [https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinenparadigma Maschine] eben funktioniere. Rein mechanische Apparate besitzen ein vom Konstrukteur festgelegtes Programm. Apparate, die durch variable Programme gesteuert sind, können variable Aufgaben übernehmen. Planmäßigkeit und Ordnung lässt sich nicht nur in der belebten und unbelebten Natur beobachten, sondern auch im Bereich [https://de.wikipedia.org/wiki/Unbewusst unbewusster] Aktivitäten und des [https://de.wikipedia.org/wiki/Bewusst bewussten] Handelns. Kybernetische Grundbegriffe umfassen also auch den Bereich des [https://de.wikipedia.org/wiki/Subjekt_(Psychosomatik) Subjektiven]. Eine Grenze findet die Begrifflichkeit der Kybernetik jedoch in Fragen der Bedeutungserteilung des Psychischen, da das Psychische nicht nur in rein quantitativen Kategorien wachsender Komplexität erfasst werden kann. Diese Bedeutungserteilung entspricht Fragen der [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChrungsgr%C3%B6%C3%9Fe Führungsgrößenaufschaltung].<sup id="cite_ref-29" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-29 [29]]</sup><sup id="cite_ref-30" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-30 [30]]</sup> Mit Hilfe der [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Assoziationstheorie&action=edit&redlink=1 Assoziationstheorie] kann die Arbeitsweise der Rechenautomaten mit biologischen Verhaltensweisen verglichen werden. Hier können zwar schrittweise abzuarbeitende Prozesse, aber nicht die [https://de.wikipedia.org/wiki/Motivation Motivation] von Lebewesen aufgrund der durch die Kybernetik zur Verfügung gestellten Modelle verständlich gemacht werden.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-19" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(t)</sup></p>
Nicht nur die Psychoanalyse, auch die psychosomatische Forschung gewann aus politischen Gründen eher im Ausland an Ansehen.]]
== <span id="Nosolgie">Nosolgie</span> ==
Der Integrationsgrad bestimmt somit nicht nur das Ausmaß des Konsenses, sondern gleichzeitig auch den Grad des abweichenden Verhaltens. Abweichendes Verhalten ruft jedoch häufig soziale Antworten in Form von Sanktionen hervor. Hauptbestandteil aller politisch und weltanschaulich gelenkten Prozesse sozialer Integration sind solche Mechanismen [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Kontrolle sozialer Kontrolle]. Diese erfolgen u.&nbsp;a. mit Hilfe von Religionen, Ideologien, Philosophien und daraus abgeleiteten Medien (Erziehungsinstitutionen, politischen und kulturellen [https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschaftsinstrument Herrschaftsinstrumenten]). Auf diese Weise ist soziale Kontrolle stets mit Herrschaft bzw. mit Zwang als Ausübung hierarchisch organisierter Machtverhältnisse verbunden. So erzeugt sie jedoch auch immer wieder desintegrativ wirkende Gegenkräfte, denen es um Änderung bestehender sozialer Strukturverhältnisse zugunsten der Realisierung neuer Interessen geht.<ref name=":2" /><p>Wenn kulturelle Faktoren wie Religionen, Ideologien, Philosophien einen oft unterschätzten Einfluss auf die soziale Integrationsbereitschaft haben, so sind sie damit automatisch auch von politischem Interesse. Nicht erst dann, wenn die Psychologie die engen Grenzen der individuellen seelischen Vorgänge verlässt ([https://de.wikipedia.org/wiki/Einzelpsychologie Einzelpsychologie]) und die Bedeutung sozialer Faktoren erkennt ([https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpsychologie Sozialpsychologie]), so ist sie damit auch von politischem Interesse. Ihre einzelpsychologischen Erkenntnisse erweisen sich auch in gesellschaftlicher bzw. in [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpsychologie sozialpsychologischer] Hinsicht als gültig. Für das politische Interesse gibt es zahlreiche Beispiele. Thure von Uexküll erwähnt vor allem die historische Kontroverse zwischen der Bedeutung von Anlage (bzw. [https://de.wikipedia.org/wiki/Genom Erbmasse]) und Lebensgeschichte. Anders formuliert geht es um die Streitfrage, ob bestimmte menschliche Eigenschaften als angeboren oder erworben gelten müssen. Ab 1933 wurde in Deutschland der Glaube an die Allmacht der Erbmasse zu einem politischen Dogma. Nach 1945 dagegen galt es als rückständig und undemokratisch, nicht auf die Allmacht der Lebensumstände zu schwören. Der sowjetische Biologe [https://de.wikipedia.org/wiki/Trofim_Denissowitsch_Lyssenko Trofim Denissowitsch Lyssenko] (1898–1976) stellte die Lehre auf, dass Erbfaktoren von Umwelteinflüssen verändert werden ([https://de.wikipedia.org/wiki/Lyssenkoismus Lyssenkoismus]). Damit vertrat er eine These, die der westlichen Forschung widersprach. Im Westen wurden Erbfaktoren als konstant angesehen. Die Theorie Lyssenkos passte jedoch zu den Lehren des [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialektischer_Materialismus dialektischen Materialismus]. Danach ist der Mensch das Produkt der sozialen Verhältnisse.<ref name=":0" /><sup>(n)</sup> <ref name=":5"><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_A._Wetter Gustav A. Wetter]: ''Philosophie und Naturwissenschaft in der Sowjetunion''. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, rde Bd. 67, (a)&nbsp;zu Stw. „Lyssenko“: S. 80 ff.; (b)&nbsp;zu Stw. „Pawlow“: S. 96, 100 ff.</span></ref> Ähnliches gilt auch für den sowjetischen Wissenschaftler [https://de.wikipedia.org/wiki/Iwan_Petrowitsch_Pawlow Iwan Petrowitsch Pawlow]. Seine Reflexlehre blieb den in wissenschaftlichen Kreisen und gesellschaftspolitisch anerkannten Gesichtspunkten der [https://de.wikipedia.org/wiki/Neurophysiologie Neurophysiologie] und damit der Naturwissenschaft verbunden, obwohl er mit den von ihm beschriebenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Bedingter_Reflex bedingten Reflexen] an die Grenzen der Psychologie gestoßen war. Seine Lehre von den bedingten Reflexen war zudem konform mit der politischen Doktrin, wonach nicht angeborene Eigenschaften, sondern erworbene Fähigkeiten die seelischen Vorgänge bestimmen, die durch das [https://de.wikipedia.org/wiki/Animalisches_Nervensystem animalische Nervensystem] vermittelt werden.<ref name=":0" /><sup>(o)</sup> <ref name=":5" /></p><p>Im Zusammenhang mit der zunehmenden politischen Bedeutung des Problems der Integration, angesichts der verstärkten internationalen Wanderungsbewegungen, ist auch auf das Problem der mangelnden Anerkennung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychoanalyse Psychoanalyse] und der psychosomatischen Forschung in Deutschland hinzuweisen. Dies bewirkte, dass vor, während und auch nach der Zeit des Nationalsozialismus viele Forscher in die USA auswanderten. Freud emigrierte nach London. Der Schwerpunkt psychosomatischer Forschung begann sich nach Amerika zu verlagern. Dazu gehörte, dass die Tradition des [https://de.wikipedia.org/wiki/Patriarchat_(Soziologie) Patriarchalismus] in Deutschland nie ganz abgerissen ist. Hier war der Glaube an das [https://de.wikipedia.org/wiki/Gottesgnadentum Gottesgnadentum] und an die angeborenen Führungseigenschaften von den Gedanken der [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Revolution französischen Revolution] nur bedingt erschüttert worden. Er hatte sich vielmehr im Führungsanspruch des ganzen deutschen Volkes verkörpert. Deutschland blickte historisch auf eine lange Tradition der Adelsgeschlechter und Fürstenhäuser zurück, während in den angelsächsischen Ländern und in Frankreich die Lehre des Philosophen [https://de.wikipedia.org/wiki/John_Locke John Locke] (1632–1704) verbreitet war, einer Lehre von der Gleichheit der Menschen, die als [https://de.wikipedia.org/wiki/Tabula_rasa tabula rasa] geboren werden.<ref name=":0" /><sup>(p)</sup> <ref name=":2" /></p>
<p>Im Folgenden werden nosologische Konzepte als mögliche Einheiten einer integrativen „Krankheitslehre“ dargestellt. Sie ergeben sich aus der Forderung nach einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Multikonditionale_Betrachtungsweise multikonditionalen Betrachtungsweise] bzw. nach einem mehrdimensionalen Begriffssystem.<sup id="cite_ref-ThvUexkGPS_1-20" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-ThvUexkGPS-1 [1]]</sup><sup>(u)</sup></p>
 
=== <span id="Pathoanatomische_(biostrukturelle)_Konzepte">Pathoanatomische (biostrukturelle) Konzepte</span> ===
==== <span id="Medizinsoziologie">Medizinsoziologie</span> ====
<p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Medizinsoziologie Medizinsoziologie] gewann an Aktualität nicht nur durch die vorstehend am Beispiel von Pawlow, Lyssenko und Freud aufgezählten Probleme der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftssoziologie Wissenschaftssoziologie], sie wurde auch durch den Wandel der medizinischen Vorstellungen und des Krankenspektrums bedingt. Das Schlagwort der [https://de.wikipedia.org/wiki/Zivilisationskrankheit Zivilisationskrankheiten] kam auf. Solche Faktoren führten u.&nbsp;a. dazu, das einseitig biologische [https://de.wikipedia.org/wiki/Krankheitsmodell Krankheitsmodell] zugunsten psychischer und sozialer Faktoren zu erweitern. Dabei war die Psychoanalyse nicht unbeteiligt.<ref name=":0" /><sup>(q)</sup> <ref name=":6"><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Siegrist Siegrist, Johannes]: ''Lehrbuch der Medizinischen Soziologie''. 3. Auflage. Urban & Schwarzenberg, München 1977, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3541063831 ISBN 3-541-06383-1]; (a)&nbsp;zu Stw. „Wandel des Krankheitsspektrums“: S. 11; (b)&nbsp;zu Stw. „Arzt-Patient-Beziehung“: S. 12, 115 ff., 174, 189, 206.</span></ref> Auch die Rolle des Patienten, der die Entscheidung trifft, den Arzt aufzusuchen, war neu zu bestimmen. Dies betrifft vor allem die psychischen Störungen und eine neue Art der [https://de.wikipedia.org/wiki/Arzt-Patient-Beziehung Arzt-Patient-Beziehung] umso mehr, als hier ein aktiveres Selbstverständnis des Patienten und eine aktivere Zusammenarbeit und Motivation mit den Therapeuten sinnvoll und nützlich erscheint ([https://de.wikipedia.org/wiki/Empowerment Empowerment]).<ref name=":6" /></p><p>Wie bereits im oben genannten Beispiel der körperlich begründeten Schluckstörung ausgeführt, kann die Beeinträchtigung einer sehr umschriebenen Funktion bereits soziale Konsequenzen nach sich ziehen. Der Begriff des Integrationsraums sollte also nach Thure von Uexküll die Begrifflichkeit der Medizinsoziologie umfassen. Beispiele für die Übernahme ursprünglich soziologischer Begriffe in die Grundbegriffe der psychosomatischen Medizin sind Begriffe wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Bereitstellung Bereitstellung] oder der von [https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Johann_von_Uexk%C3%BCll Jakob Johann von Uexküll] gebrauchte Terminus der „Reflex-Republik“ für die Funktion des [https://de.wikipedia.org/wiki/Nervensystem Nervensystems] bei Organismen, die noch nicht über ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Zentralnervensystem Zentralnervensystem] verfügen, wie etwa bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Seeigel Seeigeln]. Thure von Uexküll bezeichnete diese eher [https://de.wikipedia.org/wiki/Vegetatives_Nervensystem vegetative Funktion] als vergleichbar mit einer „Abstimmungs-Republik“.<ref name=":0" /><sup>(r)</sup> Die Gesellschaft als solche bietet sich darüber hinaus als ein Modell an, das dem des Integrationsraums nahekommt. So wie der Körper aus einzelnen Organen, Organsystemen und Zellen besteht, so besteht auch die Gesellschaft aus Organisationen, sozialen Klassen und einzelnen Bürgern.<ref name=":0" /><sup>(s)</sup> <ref name=":4" /><sup>(b)</sup></p>
 
==== <span id="Kybernetik">Kybernetik</span> ====
<p>Nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Wiener Norbert Wiener] umfasst [https://de.wikipedia.org/wiki/Kybernetik Kybernetik] sowohl die Regelung von lebenden als auch maschinellen Systemen.<ref><span class="reference-text">Schulze, Herbert: ''Das Rororo-Computerlexikon''. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1988, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3499181053 ISBN 3-499-18105-3]; Stw.-Lemma „Kybernetik“ S. 298.</span></ref> Diese Eigenschaft einer neuen Wissenschaft kann nach Thure von Üexküll als Modellvorstellung dienen, um die Kluft zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologie Psychologie] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Physiologie Physiologie] zu überwinden. Eine solche Kluft bestehe deshalb, weil sich die Physiologie ebenso wie die Grundlagenwissenschaft der [https://de.wikipedia.org/wiki/Physik Physik] der Grundbegriffe [https://de.wikipedia.org/wiki/Energie Energie] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Materie_(Physik) Materie] bediene, damit jedoch nicht den für die Medizin entscheidenden Begriffen der Ordnung und Planmäßigkeit entsprechen könne, siehe z.&nbsp;B. den Begriff der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ordnung_(Biologie) Ordnung] in der Biologie. Aus den Begriffen Ordnung und Planmäßigkeit seien lediglich [https://de.wikipedia.org/wiki/Naturphilosophie naturphilosophisch] abgeleitete Vorstellungen wie etwa die der [https://de.wikipedia.org/wiki/Entelechie Entelechie], des [https://de.wikipedia.org/wiki/Bauplan_(Morphologie) Bauplans] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ideenlehre Idee]abgeleitet worden. Ordnung und Planmäßigkeit entstehen nicht aus Umsetzungen von Materie in Energie. Die Physik habe für die Begriffe der Ordnung und Planmäßigkeit kein [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutungsmuster Deutungsmuster]entwickelt. Für sie sei Ordnung und Planmäßigkeit daher ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Zufall Zufallsprodukt]. Die Kybernetik dagegen habe aus dem Bereich des Sozialen den Begriff der [https://de.wikipedia.org/wiki/Nachricht Nachricht] übernommen. Wenn man den Einwand erhebt, dass die Vorstellung der Physiologie und Physik dem Funktionieren von Apparaten entspricht, die auch einen Bauplan besitzen, so führe das sogar zu der Frage, nach welchem [https://de.wikipedia.org/wiki/Computerprogramm Programm] eine bestimmte [https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinenparadigma Maschine] eben funktioniere. Rein mechanische Apparate besitzen ein vom Konstrukteur festgelegtes Programm. Apparate, die durch variable Programme gesteuert sind, können variable Aufgaben übernehmen. Planmäßigkeit und Ordnung lässt sich nicht nur in der belebten und unbelebten Natur beobachten, sondern auch im Bereich [https://de.wikipedia.org/wiki/Unbewusst unbewusster] Aktivitäten und des [https://de.wikipedia.org/wiki/Bewusst bewussten] Handelns. Kybernetische Grundbegriffe umfassen also auch den Bereich des [https://de.wikipedia.org/wiki/Subjekt_(Psychosomatik) Subjektiven]. Eine Grenze findet die Begrifflichkeit der Kybernetik jedoch in Fragen der Bedeutungserteilung des Psychischen, da das Psychische nicht nur in rein quantitativen Kategorien wachsender Komplexität erfasst werden kann. Diese Bedeutungserteilung entspricht Fragen der [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChrungsgr%C3%B6%C3%9Fe Führungsgrößenaufschaltung].<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wolf-Dieter_Keidel Wolf-Dieter Keidel]: ''Verhandlung. Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte''. Nr. 101, 91 1960.</span></ref> <ref><span class="reference-text">Wolf-Dieter Keidel: ''Biokybernetik des Menschen''. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3534093763 ISBN 3-534-09376-3].</span></ref> Mit Hilfe der [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Assoziationstheorie&action=edit&redlink=1 Assoziationstheorie] kann die Arbeitsweise der Rechenautomaten mit biologischen Verhaltensweisen verglichen werden. Hier können zwar schrittweise abzuarbeitende Prozesse, aber nicht die [https://de.wikipedia.org/wiki/Motivation Motivation] von Lebewesen aufgrund der durch die Kybernetik zur Verfügung gestellten Modelle verständlich gemacht werden.<ref name=":0" /><sup>(t)</sup></p>
 
=== <span id="Nosolgie">Nosolgie</span> ===
<p>Im Folgenden werden nosologische Konzepte als mögliche Einheiten einer integrativen „Krankheitslehre“ dargestellt. Sie ergeben sich aus der Forderung nach einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Multikonditionale_Betrachtungsweise multikonditionalen Betrachtungsweise] bzw. nach einem mehrdimensionalen Begriffssystem.<ref name=":0" /><sup>(u)</sup></p>
 
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*Organpathologie nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_Battista_Morgagni Giovanni Battista Morgagni] = Modell der speziellen Pathologie, z.&nbsp;B. „[https://de.wikipedia.org/wiki/Fettleber Fettleber]“
*Organpathologie nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_Battista_Morgagni Giovanni Battista Morgagni] = Modell der speziellen Pathologie, z.&nbsp;B. „[https://de.wikipedia.org/wiki/Fettleber Fettleber]“
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Pathobiochemie Pathobiochemische] = Modell der allgemeinen Pathologie (anorganische biochemische Erklärungsmodelle), z.&nbsp;B. für „[https://de.wikipedia.org/wiki/Tetanie Tetanie]“, im Einzelnen als Symptome [https://de.wikipedia.org/wiki/Alkalose Alkalose] usw.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Pathobiochemie Pathobiochemische] = Modell der allgemeinen Pathologie (anorganische biochemische Erklärungsmodelle), z.&nbsp;B. für „[https://de.wikipedia.org/wiki/Tetanie Tetanie]“, im Einzelnen als Symptome [https://de.wikipedia.org/wiki/Alkalose Alkalose] usw.


=== <span id="Pathophysiologische_Konzepte">Pathophysiologische Konzepte</span> ===
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*Verschiedenste psychosomatische Konzepte, z.&nbsp;B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Funktionelle_Syndrome Funktionelle Syndrome], noch konkreter z.&nbsp;B.: „Magenverstimmung ohne organische Grundlage“
*Verschiedenste psychosomatische Konzepte, z.&nbsp;B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Funktionelle_Syndrome Funktionelle Syndrome], noch konkreter z.&nbsp;B.: „Magenverstimmung ohne organische Grundlage“
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Neuropsychologische_Syndrome Neuropsychologische Syndrome], siehe auch Konzept des [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychophysisches_Niveau Psychophysischen Niveaus] konkret z.&nbsp;B. „[https://de.wikipedia.org/wiki/Neglect Neglect]“
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Neuropsychologische_Syndrome Neuropsychologische Syndrome], siehe auch Konzept des [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychophysisches_Niveau Psychophysischen Niveaus] konkret z.&nbsp;B. „[https://de.wikipedia.org/wiki/Neglect Neglect]“


=== <span id="Pathopsychologische_Konzepte">Pathopsychologische Konzepte</span> ===
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*Psychopathologie (Heidelberger Modell), z.&nbsp;B. Diagnose der „[https://de.wikipedia.org/wiki/Schizophrenie Schizophrenie]“ mit Hilfe der Symptome ersten Ranges nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Schneider Kurt Schneider]
*Psychopathologie (Heidelberger Modell), z.&nbsp;B. Diagnose der „[https://de.wikipedia.org/wiki/Schizophrenie Schizophrenie]“ mit Hilfe der Symptome ersten Ranges nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Schneider Kurt Schneider]
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Nosologie#Multiaxiales_System_nach_ICD-10 Multiaxiales System] nach ICD-10
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Nosologie#Multiaxiales_System_nach_ICD-10 Multiaxiales System] nach ICD-10
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Salutogenese Salutogenese] nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Aaron_Antonovsky Aaron Antonovsky]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Salutogenese Salutogenese] nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Aaron_Antonovsky Aaron Antonovsky]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Affektlogik Affektlogik] nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Luc_Ciompi Luc Ciompi]<sup id="cite_ref-31" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsraum?wprov=srpw1_1#cite_note-31 [31]]</sup>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Affektlogik Affektlogik] nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Luc_Ciompi Luc Ciompi] <ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Luc_Ciompi Luc Ciompi]: ''Affektlogik.'' Klett-Cotta, Stuttgart 1982.</span></ref>
*[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Beziehungspathologie&action=edit&redlink=1 Beziehungspathologie] nach [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wolfgang_Wesiack&action=edit&redlink=1 Wolfgang Wesiack]
*[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Beziehungspathologie&action=edit&redlink=1 Beziehungspathologie] nach [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wolfgang_Wesiack&action=edit&redlink=1 Wolfgang Wesiack]


== <span id="Siehe_auch">Siehe auch</span> ==
=== <span id="Siehe_auch">Siehe auch</span> ===
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Humoralpathologie Humoralpathologie]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Humoralpathologie Humoralpathologie]


== <span id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</span> ==
== <span id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</span> ==
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Thure_von_Uexk%C3%BCll Thure von Uexküll]: ''Grundfragen der psychosomatischen Medizin.'' Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg 1963:<br>(a) S. 128, 131, 224 f., 229 ff., 234 f. zu Stw. „Übersicht aller hauptsächlichen Stellenangaben“;<br>(b) S. 230, 233 ff. zu Stw. „Umwelt als soziale Umgebung (Sozietät)“;<br>(c) S. 235 zu Stw. „Forderung nach einer dynamischen Anatomie“;<br>(d) S. 128, 145 ff., 183 ff., 204 zu Stw. „Freuds Terminologie vom ›Affektbetrag‹&nbsp;und die Vektorpsychologie“;<br>(e) S. 128, 227, 230 f. zu Stw. „Vektorielle Räume als topologisches hierarchisches System“;<br>(f) S. 127 f. zu Stw. „Integrationsraum als Organisationsprinzip oder als metaphorischer bzw. als [https://de.wikipedia.org/wiki/Topologischer_Raum topologischer Raum]“;<br>(g) S. 124 ff. zu Stw. „Krankheit als Spaltung zwischen Körper und Seele“;<br>(h) S. 224, 230, 239, 260 zu Stw. „Integrationsstufen“;<br>(i) S. (225), 227, (239 ff.) zu Stw. „[https://de.wikipedia.org/wiki/Multikonditionale_Betrachtungsweise multikonditionale Betrachtungsweise]“;<br>(j) S. 225, 227 zu Stw. „Wechseseitige nosologische Beeinflussbarkeit auf verschiedenen Stufen der Integration“;<br>(k) S. 239 ff. zu Stw. „Psychosomatik und Organmedizin“;<br>(l) S. 224 f., 227, (239 ff.) zu Stw. „Mehrdimensionale Begriffssysteme“;<br>(m) S. 220 ff. zu Stw. „Integrationsgrad“;<br>(n) S. 37 zu Stw. „Lyssenkoismus als Beispiel des politischen Faktors“;<br>(o) S. 84 (Fußnote 4), 166 zu Stw. „Politische, philosophische und weltanschauliche Faktoren: Freud und Pawlow“;<br>(p) S. 38 f. zu Stw. „Phänomen: Auswandern von Forschern in die USA“;<br>(q) S. 214 zu Stw. „Aktualität der medizinischen Soziologie“;<br>(r) S. 165, 174, ''225'' zu Stw. „Aus soziologischen Phänomenen abgeleitete Begriffe“;<br>(s) S. 125 ff., 226 zu Stw. „Körperliche Symptome und soziale Integration“;<br>(t) S. 243–276 zu Stw. „Kybernetische Modelle als Alternative zur physiologischen Begriffswelt“;<br>(u) S. 239 ff. zu Stw. „Die Forderung nach einem pluralistischen Krankheitskonzept als Ausdruck des Wandels ätiologischer Vorstellungen“.</span>
#<span class="reference-text">F. A. Brockhaus: ''Das große Fremdwörterbuch.'' Brockhaus Enzyklopädie, Leipzig 2001, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3765312703 ISBN 3-7653-1270-3], S. 628.</span>
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_R._Hofst%C3%A4tter Peter R. Hofstätter] (Hrsg.): ''Psychologie''. Das Fischer Lexikon, Fischer-Taschenbuch, Frankfurt a.&nbsp;M. 1972, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3436011592 ISBN 3-436-01159-2];<br>(a) S. 284 ff. zu Kap. ›Reiz und Reaktion‹&nbsp;und ›Schichtenlehre‹<br>(a1) S. 284 zu Stw. „Niveau-Schema der Reizbeantwortung“;<br>(a2) S. 287 zu Stw. „Evolutionäre Gedanken in den Naturwissenschaften“;<br>(b) S. 286 zu Stw. „tradierte philosophische und religiöse Anschaungsweisen“: ([https://de.wikipedia.org/wiki/Neuplatonismus Neuplatonismus], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gnosis Gnosis], [https://de.wikipedia.org/wiki/Paulus_von_Tarsus Apostel Paulus]).</span>
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Scott_Sherrington Charles Scott Sherrington]: ''The Integrative Action of the Nervous System''. Scribner, New York 1906; Cambridge University Press, London 1947.</span>
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Eissler Kurt Eissler]: ''Medical Orthodoxy and the Future of Psychoanalysis''. New York 1965, Seite 138</span>
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Reitzenstein Richard Reitzenstein]: ''Die hellenistischen Mysterienreligionen: nach ihren Grundgedanken u. Wirkungen''. Unveränd. reprograph. Nachdr. d. 3., erw. u. umgearb. Aufl. Leipzig 1927; Wiss. Buchges., Darmstadt 1977, 438 S. [http://d-nb.info/770564259 DNB]</span>
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Lewin Kurt Lewin]: ''Principles of topological psychology''. 1936.</span>
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Roy_Richard_Grinker_(Senior)&action=edit&redlink=1 Roy Richard Grinker (Senior)]: ''The Psychosomatic Concept in Psychoanalysis''. New York 1953.</span>
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#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Klaus_Holldack&action=edit&redlink=1 Klaus Holldack]: ''Lehrbuch der [https://de.wikipedia.org/wiki/Auskultation Auskultation] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Perkussion_(Medizin) Perkussion] – [https://de.wikipedia.org/wiki/Inspektion Inspektion] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Palpation Palpation]''. [1955] Georg Thieme-Verlag, Stuttgart 1967, S. V. (Geleitwort von Curt Oehme) – Anm.: Ein Lehrbuch, das ganz bewusst den ›einfachen Untersuchungstechniken‹&nbsp;Rechnung tragen will, nämlich den sinnlich unmittelbar (ohne spezielle apparative Vermittlung) wahrnehmbaren Befunden. Aber auch wenn man das [https://de.wikipedia.org/wiki/Stethoskop Stethoskop] noch nicht als Apparat ansehen möchte, dieses Buch kann auf Hinweise zur apparativen diagnostischen Medizin natürlich nicht verzichten.</span>
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#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wolfgang_Wesiack&action=edit&redlink=1 Wesiack, Wolfgang]: ''Psychosomatische Medizin in der ärztlichen Praxis''. Urban & Schwarzenberg, München 1984.</span>
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#<span class="reference-text">Schulze, Herbert: ''Das Rororo-Computerlexikon''. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1988, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3499181053 ISBN 3-499-18105-3]; Stw.-Lemma „Kybernetik“ S. 298.</span>
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wolf-Dieter_Keidel Wolf-Dieter Keidel]: ''Verhandlung. Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte''. Nr. 101, 91 1960.</span>
#<span class="reference-text">Wolf-Dieter Keidel: ''Biokybernetik des Menschen''. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3534093763 ISBN 3-534-09376-3].</span>
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Luc_Ciompi Luc Ciompi]: ''Affektlogik.'' Klett-Cotta, Stuttgart 1982.</span>

Version vom 19. April 2024, 12:59 Uhr

Integration‎-s-Raum Vorlage:lat.-frz.-dt., wrtl. a.s. 'Unberührbarkeitsraum'

Integrationsraum

Integrationsraum (abgeleitet von „Integration“) ist ein Konzept der psychosomatischen Medizin und geht auf Thure von Uexküll zurück.[1](a) Es handelt sich um ein Modell der Einheit von Seele und Körper. Gegenüberzustellen ist es den reduktionistischen und z. T. auch den analytischen Modellen. Unabhängig vom Begriff des Integrationsraums haben sich in synonymer Bedeutung auch die Begriffe Integrationspsychologie und Integrationstypologie eingebürgert, mit denen die Einheit von Persönlichkeit und Umwelt bezeichnet wird.[2] Auch der Begriff der ›Umwelt‹ hat eine mit ›Integrationsraum‹ gemeinsame topologische Bedeutung, auf die Thure von Uexküll im Zusammenhang mit der biostrukturellen Eigenwelt (Anatomie, Histologie, Biochemie) hinweist.[1](b)

Räumliche Modelle als Organisationsprinzipien oder als Mittel metaphorischer Veranschaulichung

Schichtenlehre desAristoteles (um 384–322 v. Chr.)

In der Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatik haben spezielle körperliche Modellvorstellungen automatisch auch räumliche Dimension zum Gegenstand. Die Neurologen John Hughlings Jackson (1835–1911) und Charles Scott Sherrington (1857–1952) haben sich mit einzelnen Funktionen und ihrem Zusammenwirken insbesondere von psychischen (höheren) und rein körperlichen (niedrigeren) zentralnervösen Zentren bzw. Schaltstellen befasst, vgl. a. → Niveauschema der Reizbeantwortung.[3](a) Sie haben damit eine räumliche psychophysische Kontinuitätzum Ausdruck gebracht. Sherrington sprach von einer integrativen Leistung des Nervensystems.[4] Damit reduzierte sich die Unterscheidung zwischen einfacher physiologischer und komplexer psychologischer Reaktion auf die Frage unterschiedlicher Lokalisation dieser Schaltzentren. - Bestimmte analytische Modelle Sigmund Freuds (1856–1939), die damit scheinbar eine begriffliche Trennung von Leib und Seele enthielten, setzten konkrete körperliche Begrifflichkeit und physiologisches Verständnis voraus. Als solche Modelle sind z. B. das Konversionsmodell, die Hypochondrie oder das Modell der Organneurose anzusehen.

Räumliche Dimension weisen in der Psychosomatik zunächst spezielle körperliche Modellvorstellungen auf wie etwa bestimmte analytische Modelle Sigmund Freuds, die eine konkrete körperliche Begrifflichkeit und damit scheinbar auch eine begriffliche Trennung von Leib und Seele voraussetzen. Als solche Modelle sind z. B. das Konversionsmodell, die Hypochondrie oder das Modell der Organneurose anzusehen. Räumliche Modelle wie das des Integrationsraums wollen jedoch mehr als nur über konkrete biostrukturelle (z. B. anatomische) Gegebenheiten informieren. Sie dienen als metaphorische Schemata zur besseren Veranschaulichung komplexer psychischer Sachverhalte, aber stellen oft nicht nur bloße Metaphern dar. Oft ist festzustellen, dass die gleichen Gesetzmäßigkeiten auf verschiedenen Integrationsstufen vorhanden sind, siehe auch Kap. Integrationsstufen. Ebenso wie das Körperschema als Quelle der Orientierung in spezieller neuropsychologischer Hinsicht dient und zugleich als Mittel der Koordination, ist der allgemeine Begriff des Integrationsraums als ein Kraftfeld zu verstehen, das für jede menschliche Aktivität im Einzelfall bestimmend ist, jedoch auch über den jeweils einzelnen Körper hinausgeht. Der Integrationsraum entspricht ebenso wie der Homunkulusim Falle des Körperschemas nicht den exakten anatomischen Gegebenheiten. Diese Organisationsprinzipien stellen nur ein körperliches Schema dar, das stellvertretend für den Körper steht und ihn in ein übergreifendes Konzept einbezieht. Die Somatotopie ist ein vergleichbares biologisches Organisationsprinzip. Auch hierbei geht es nicht um exakte Abbildungen von Organsystemen, sondern um die topische Vertretung dieser Systeme im Nervensystem, wo sie zu funktionellen Einheiten nach jeweils unterschiedlichen funktionellen Gesichtspunkten zusammengefasst werden. Ähnlich verhält es sich mit der klinischen Symptomatik des Hysterikers. Sie ist nicht von der objektiven Anatomie bestimmt, wie sie das Lehrbuch darstellt. Daher wird von Thure von Uexküll die Forderung nach einer dynamischen Anatomie als Basis des Integrationsraums aufgestellt. Die Rechtfertigung, von einer „Anatomie“ zu sprechen, ergibt sich aus der Tatsache, dass viele der als psychisch qualifizierten Tatsachen keine metaphysischen Sachverhalte darstellen, sondern sich auf körperliche Grundlagen zurückführen lassen. Eine strikte Trennung von rein körperlichen und rein psychischen Tatbeständen erscheint somit als nicht sachgerecht. Die Unterscheidung stellt vielmehr ein gegliedertes Kontinuum dar.[1](c) Die Forderung nach einer dynamischen oder subjektiven Anatomie ist auch von anderen Autoren aufgegriffen worden.[5] Auf Aristoteles geht die Schichtenlehre zurück. Auch das sog. Strukturmodell Freuds vom Über-Ich, Ich und Es ist als ein solches räumliches biostrukturelles Modell zu bewerten. Es besteht eine gewisse körperliche Analogie mit dem seit der Antike bekannten Körperschema von Kopf, Herz und Bauch.[3](b) [6] Freud ging grundsätzlich von einer Topik bei psychischen Symptomen aus auch in solchen Fällen, in denen konkrete körperliche Störungen nicht vorhanden waren. Vielfach wird durch die Bezeichnung Organmedizin die Trennung von Seele und Körper zum Ausdruck gebracht oder das Fehlen von psychophysischer Kontinuität bzw. die Mängel in der vereinfachenden Betrachtung gegenüber der Komplexität psychischer Betrachtungsweisen zu verstehen gegeben.

Vergleich mit anderen Wissenschaften

Anschauungsräume gibt es auch in der Mathematik, als Beispiel einer reinen Wissenschaft, in der man z. B. von Vektorräumen oder von topologischen Räumen spricht. In der Physik und vielen anderen Wissenschaftszweigen spricht man z. B. von und Feldern. Ausgehend von solchen Analogien hat es zahlreiche Konzepte auch in der Psychologie und Psychiatrie gegeben. Auch hier dienen entsprechende räumliche Konzepte dem besseren Verständnis psychischer Phänomene, siehe auch die → Feldpsychologie. Freuds Begriff der Erregungssummen z. B. schließt die Vorstellung solcher Räume ein, in denen Affekte und die mit ihnen einhergehenden psychodynamischen Kräfte nach einem angenommenen mathematisch-vektoriellen bzw. „algebraischen“ Verfahren summiert werden („Affektbetrag“).[1](d) Thure von Üexküll spricht von topologischen Feststellungen, wenn es um begriffliche Unterscheidung von psychischen und körperlichen Krankheiten wie in genanntem Beispiel einer Schluckstörung geht. Damit ist jedoch nicht in notwendiger Art und Weise der dreidimensionale Raum der Naturwissenschaften gemeint. Gemeint ist ein topologischer Raum.[1](e) [7] [8] Integration kann auch Angleichung an Wertstrukturen und Verhaltensmuster bedeuten.[9]

Spaltung und Integration

Wenn ein Arzt z. B. sagt, eine diphtherische Schluckstörung sei eine körperliche Erkrankung, eine hysterische Schluckstörung aber eine psychische, so spricht er nach Thure von Uexküll damit ein für die Medizin grundlegendes Begriffsschema an. Dieses Leib-Seele-Problem stelle im Grunde einen Bezugsrahmen für beide Arten von Störungen, psychische und körperliche, dar. Um dies zu verstehen und zu veranschaulichen, sei es sinnvoll, in Analogie zum physikalischen Raum, an den wir körperlich gebunden sind, uns auch einen (metaphorischen) Raum für die Beziehungen zwischen körperlichem und psychischem Bereich vorzustellen, den Integrationsraum.[1](f)

Dass es sich hierbei nicht um eine bloße Begriffskonstruktion, sondern um etwas primär Gegebenes und somit empirisch Erfahrbares handle, beweise die Tatsache, dass uns solche unterschiedliche Bereiche oder Räume z. B. erst durch eine Erkrankung bewusst werden. Erst durch Erkrankung erweise sich eine Spaltung solcher ursprünglich intakter Integrationsräume als offensichtlich. Eine körperlich ausgelöste Schluckstörung z. B. könne zur Folge haben, dass der Betroffene etwa seinen bisherigen Essgewohnheiten im familiären Rahmen nicht mehr nachkommen könne. Dies sei bekanntlich eine soziale Beeinträchtigung, die ggf. sogar zu weiteren psychischen Rückwirkungen führen könne. Sie löse ggf. vorher bestehende, als selbstverständlich erachtete Zusammenhänge auf, in die der Erkrankte zuvor integriert war. Dies werde besser als Spaltung benannt, weil die Bruchstücke der Realität nach wie vor weiter bestehen, nur der Zusammenhalt aufgelöst erscheint.,[1](g)siehe auch → Kohärenzgefühl[10]

Integrationsstufen

Psychophysische Korrelation oder Regelkreis zwischen der höheren animalischen Ebene und der niedrigerenvegetativen Ebene

Der Integrationsraum ist in „Integrationsstufen“ gegliedert, indem er überindividuelle Bereiche der Umwelt umfasst. Die menschliche Anatomie dagegen beschränkt sich auf das einzelne Individuum. Als einzelne Integrationsstufen sind etwa die Übergänge von Individuen zu Gruppen, Gemeinschaften oder Kulturen anzusehen. Allerdings liegt ein operativer Zusammenhang vor. In ähnlicher Weise wie der Körper aus einzelnen Organen und Zellen aufgebaut ist, so besteht auch die Gesellschaft aus einzelnen Organisationen und Individuen bzw. Staatsbürgern. Ähnlich wie die Zellen eines Organismus jeweils von einem funktionalen Verband „in Dienst genommen“ werden, so werden auch einzelne Individuen von sozialen Gruppen, Gemeinschaften und ihren Kulturen integriert.[1](h) [11] Dies war auch der Grundgedanke, der vom Entdecker der Zellularpathologie, Rudolf Virchow, ausging und ihn zur Begründung einer Sozialmedizin anregte. Seine Zellenlehre war ihm Modell des erst neu zu erschaffenden demokratischen Staates.[12] Aus der so zu beschreibenden hierarchischen Ordnung ergeben sich zwei unterschiedliche Betrachtungsweisen. Die erste Sichtweise gibt zum Ausdruck, wie die Anforderungen einer höheren Integrationsstufe und ihrer komplexen Einheiten von den Individuen aus beurteilt werden. Die zweite Sichtweise sagt aus der Perspektive der komplexen und höheren Integrationsstufe aus, welche Aufgaben in Kooperation mit anderen zusammenwirkenden Individuen zu erfüllen sind und welche Rollenerwartungen bestehen. Das sich integrierende Individuum wandelt sich auf diese Weise zum Subjekt im Sinne der Psychosomatik.[1](i)Ausdruck einer mehrdimensionalen Betrachtungsweise ist es auch, dass sich eine Krankheitssymptomatik auf verschiedenen Integrationsstufen manifestieren kann, obwohl sie nur von einer einzigen Stufe aus verursacht ist. Damit sollte dem Eindruck vorgebeugt werden, dass eine Interaktion nur „von Stufe zu Stufe“ im Sinne einer hierarchischen Gliederung erfolgen kann. Vielmehr ist hier die Vorstellung eines Netzwerksangebracht, also einer „Vermaschung“ der einzelnen Stufen, siehe auch Kap. Multikonditionale Diagnostik. Thure von Uexküll vertritt damit den Standpunkt der psychophysischen Korrelation bzw. des Sinnzusammenhangs.[1](j) Die Manifestation von Noxen auf beliebigen Stufen der Integration spricht für die Theorie der Einheitspsychose bzw. in der Tat für ein Kontinuum des Integrationsraums. Eine Alkoholabhängigkeit kann so z. B. durch eine endogene Psychose verursacht sein. Dieses Phänomen wurde auch mit Hilfe der Schichtenlehre nach Karl Jaspers (1883–1969) beschrieben. Jaspers vertritt damit den Standpunkt der Kausalität bzw. des Kausalzusammenhangs.[13] [14] [15]

Psychosomatik und Organmedizin

Da man von Modellen meist einen Gewinn an Anschaulichkeit erwartet, ist es nützlich, wenn sie sich einer sinnlich wahrnehmbaren Darstellbarkeit oder zumindest einer entsprechenden Vorstellbarkeit bedienen. Sofern sich Modelle auf Gegenstände beziehen, die den Sinnesorganen nicht notwendig und unmittelbar zugänglich sind, wie etwa bei physiologischen und psychologischenSachverhalten, bedarf es entweder rein rationaler Unterscheidungen oder aber schematischer Vorstellungshilfen.

In der Organmedizin bedarf es solcher schematisierten Vorstellungshilfen nur in vergleichsweise geringem Umfang, so z. B. bei der Darstellung komplizierter anatomischer Zusammenhänge, etwa der in der Gehirnanatomie oder bei der apparativen Darstellung innerer Organe, die der direkten sinnlichen Wahrnehmung weitgehend entzogen sind.[16]

Max Neuburger hat die Entwicklung der Medizin als Wellenbewegungen dargestellt zwischen der auf rein anatomischer Lokalisation von Organstörungen aufgebauten Anschauungsweise (topische Diagnostik) und einer physiologischen Vorstellungsweise im Sinne einer „allgemeinen funktionellen Pathologie“.[16] [17]

Unter allgemeiner Pathologie versteht man im Gegensatz zur speziellen Pathologie eine Krankheitslehre, die nicht nur auf Strukturveränderungen – d. h. auf anatomische Veränderungen – einzelner Organe bezogen ist, sondern auch anderen biologischen, physiologischen, chemischen und physikalischen Gesichtspunkten Rechnung trägt. Solche Faktoren sind z. B. physikalische Einwirkungen wie Strahlen und Elektrizität, chemische Einflüsse (Gifte), mangelhafte oder fehlende Ernährung, belebte äußere Krankheitsursachen (Parasiten, Bakterien und Viren), geographische und meteorologische Pathologie (Topologie!) und typische Abwehr- und Entartungsreaktionen einzelner Gewebe (z. B. Entzündung und Metaplasie).[18] Letztere Reaktionen können natürlich auch aufgefasst werden im Sinne der topischen Diagnostik als exakt lokalisierbare Veränderungen einzelner Zelltypen. Die Zelle stellt schließlich eine anatomisch fassbare Untergruppe der Organe dar. Anhand dieser Aufzählung wird bereits deutlich, dass in das System einer allgemeinen Pathologie, welche die Erfordernisse einer Psychosomatischen Medizin einbezieht, auch Umweltfaktorenberücksichtigt werden müssen.[1](k)

Zu einer ähnlichen Schlussfolgerung kommt Herbert Weiner mit seiner These, wonach bereits bei den Ärzten im Altertum Anhänger einer Lehre der Strukturen und solche einer Lehre der Funktionen sich einander gegenüberstanden. Hippokrates und Galen waren so betrachtet die ersten Strukturalisten, vgl. → Hylemorphismus und Hylozoismus. Dieser strukturalistisch-materialistische Ansatz habe sich bis Giovanni Battista Morgagni und Rudolf Virchow weiter fortgesetzt. Die funktionalistische Seite der Medizin sei dagegen im vorsokratischen Denken und der Urstofflehre von Thales von Milet, Anaximander, Anaximenes bis Anaxagoras und Empedokles zu sehen, mit den einander ebenfalls i. S. einer Antinomie gegenüberstehenden Elementen Feuer - Wasser, Erde - Luft kann noch als ausgewogenes und gesamtheitliches Konzept angesehen werden.[19] [20] [21] Thure von Uexküll spricht anstelle des Gegensatzes von Strukturalisten und Funktionalisten von dem Gegensatz zwischen Generalisten und Spezialisten. Um den funktionellen Standpunkt zu verdeutlichen, meint er, „William Harvey hätte es schwer gehabt, den Blutkreislauf an einer Leiche zu demonstrieren“.[22](a)

Für die Organmedizin ist der menschliche Körper weitgehend als das sinnlich wahrnehmbare Modell organisch verursachter bzw. organisch lokalisierbarer Störungen und Schädigungen anzusehen. In der Physiologie und Psychologie bedarf es sowohl körperlicher als auch nichtkörperlicher (abstrakter) Vorstellungsinhalte zur Verdeutlichung bestimmter vielschichtiger und schwerer verständlicher Zusammenhänge. Eine solche Hilfskonstruktion ist u. a. der Integrationsraum, der natürlich einer sinnlich konkreten bzw. nur körperbezogenen Anschauung entzogen ist und sich meist auf funktionelle bzw. auf lebensgeschichtliche Aspekte bezieht.

Multikonditionale Diagnostik

Das Modell des Integrationsraums ist also eher für den Typus des Hausarztes als eines Generalisten bestimmt, dessen Berufsausübung „keiner größeren (technischen) Zurüstungen“ bedarf und „oft auch allgemeinere Aussagemöglichkeiten“ liefert als spezielle apparative Untersuchungsmöglichkeiten, die auf eine ausschließlich organische Diagnose abzielen.[16] Auch Vertreter der klassischen (deutschen) Psychiatrie fordern eine solch allgemeine und übergreifende multikonditionale Diagnostik.[23] Thure von Uexküll spricht von der Notwendigkeit einer Verwendung „überdisziplinärer“ bzw. „mehrdimensionaler Begriffssysteme“ für die psychosomatische Medizin, siehe auch Kap. Integrationsstufen.[1](l)

Es fragt sich, welches ergänzende System von Pathologie die Psychosomatische Medizin als Alternative zum Modell der reinen Organmedizin anzubieten hat. Wesiack hat zwischen drei Pathologien unterschieden:

  1. die Beziehungspathologie
  2. die Funktionspathologie
  3. die Organ- und Zellularpathologie nach Morgagni und Virchow

Er hat der Beziehungspathologie die erste und übergeordnete Rolle gegenüber den beiden anderen zugewiesen.[24]

Integrationsraum und Organisation

Ebenso vielfältig wie der Gebrauch des Begriffs Integration z. B. in der Soziologie und der Kybernetik (Technik und Software) sind auch die Wissenschaftszweige, in denen der Begriff der Funktioneine wichtige Rolle spielt. Diese Wissenschaften haben bekanntlich einen inneren Bezug zur Organisation, ein Bezug, der dem Sinnbild des Zusammenwirkens von Organen innerhalb eines Körpers entnommen ist.

Unter Organisation kann man zusammenfassen: Geschichtswissenschaft, Kybernetik, Informatik Politikwissenschaft, Sprachwissenschaft und Soziologie. Thure von Uexküll stellt die Forderung auf, dass Psychosomatik sich vor allem auf die Begriffssysteme von Politik, Geschichte, Medizinsoziologie und Kybernetik einstellt.

Integrationsgrad

Der Integrationsgrad ist ein statistisch definierter Begriff der Soziologie und beschreibt die immer nur partiellen Bezüge des Individuums an der Gesellschaft oder der bewusstseinsmäßigen Einstellunggegenüber und innerhalb von sozialen Gebilden. Der Einzelne kann niemals an allen Gruppen, Schichten und Institutionen einer Gesellschaft teilhaben. Je nach Zahl der Gruppen oder Institutionen, an deren Vollzügen der Einzelne teilnimmt, bestimmt sich sein Integrationsgrad. Für den Konsens des Einzelnen ist aber nicht der rein statistische Zahlenwert entscheidend, sondern vielmehr, ob er sich gegenüber den ihm offenstehenden Gruppen mit ihren Rollenerwartungen, Wertmaßstäben, Orientierungs- und Verhaltensmustern identifizieren kann (authentische soziale Integration). Es gibt vielfältige Beispiele dafür, dass man gerade dadurch dem Gefühl des Isoliertseins zu entfliehen sucht, indem man an möglichst vielen Cliquen, Gruppen, Vereinen teilnimmt, ohne sich jedoch mit einer dieser Gruppen zu identifizieren. Hierbei handelt es sich um eine sozialpsychologische Tatsache. Der Grad der sozialpsychologisch ungekünstelten und authentischen Integration definiert neben dem zu vermutenden Konsens aber gleichzeitig auch das abweichende Verhalten.[1](m) [9] [25]

Kraftfeld der Politik und der Geschichte

Gruppenfoto 1909 vor der Clark University. Vorne: Sigmund Freud, Granville Stanley Hall, Carl Gustav Jung. Hinten: Abraham A. Brill, Ernest Jones, Sandor Ferenczi. Nicht nur die Psychoanalyse, auch die psychosomatische Forschung gewann aus politischen Gründen eher im Ausland an Ansehen.

Der Integrationsgrad bestimmt somit nicht nur das Ausmaß des Konsenses, sondern gleichzeitig auch den Grad des abweichenden Verhaltens. Abweichendes Verhalten ruft jedoch häufig soziale Antworten in Form von Sanktionen hervor. Hauptbestandteil aller politisch und weltanschaulich gelenkten Prozesse sozialer Integration sind solche Mechanismen sozialer Kontrolle. Diese erfolgen u. a. mit Hilfe von Religionen, Ideologien, Philosophien und daraus abgeleiteten Medien (Erziehungsinstitutionen, politischen und kulturellen Herrschaftsinstrumenten). Auf diese Weise ist soziale Kontrolle stets mit Herrschaft bzw. mit Zwang als Ausübung hierarchisch organisierter Machtverhältnisse verbunden. So erzeugt sie jedoch auch immer wieder desintegrativ wirkende Gegenkräfte, denen es um Änderung bestehender sozialer Strukturverhältnisse zugunsten der Realisierung neuer Interessen geht.[9]

Wenn kulturelle Faktoren wie Religionen, Ideologien, Philosophien einen oft unterschätzten Einfluss auf die soziale Integrationsbereitschaft haben, so sind sie damit automatisch auch von politischem Interesse. Nicht erst dann, wenn die Psychologie die engen Grenzen der individuellen seelischen Vorgänge verlässt (Einzelpsychologie) und die Bedeutung sozialer Faktoren erkennt (Sozialpsychologie), so ist sie damit auch von politischem Interesse. Ihre einzelpsychologischen Erkenntnisse erweisen sich auch in gesellschaftlicher bzw. in sozialpsychologischer Hinsicht als gültig. Für das politische Interesse gibt es zahlreiche Beispiele. Thure von Uexküll erwähnt vor allem die historische Kontroverse zwischen der Bedeutung von Anlage (bzw. Erbmasse) und Lebensgeschichte. Anders formuliert geht es um die Streitfrage, ob bestimmte menschliche Eigenschaften als angeboren oder erworben gelten müssen. Ab 1933 wurde in Deutschland der Glaube an die Allmacht der Erbmasse zu einem politischen Dogma. Nach 1945 dagegen galt es als rückständig und undemokratisch, nicht auf die Allmacht der Lebensumstände zu schwören. Der sowjetische Biologe Trofim Denissowitsch Lyssenko (1898–1976) stellte die Lehre auf, dass Erbfaktoren von Umwelteinflüssen verändert werden (Lyssenkoismus). Damit vertrat er eine These, die der westlichen Forschung widersprach. Im Westen wurden Erbfaktoren als konstant angesehen. Die Theorie Lyssenkos passte jedoch zu den Lehren des dialektischen Materialismus. Danach ist der Mensch das Produkt der sozialen Verhältnisse.[1](n) [26] Ähnliches gilt auch für den sowjetischen Wissenschaftler Iwan Petrowitsch Pawlow. Seine Reflexlehre blieb den in wissenschaftlichen Kreisen und gesellschaftspolitisch anerkannten Gesichtspunkten der Neurophysiologie und damit der Naturwissenschaft verbunden, obwohl er mit den von ihm beschriebenen bedingten Reflexen an die Grenzen der Psychologie gestoßen war. Seine Lehre von den bedingten Reflexen war zudem konform mit der politischen Doktrin, wonach nicht angeborene Eigenschaften, sondern erworbene Fähigkeiten die seelischen Vorgänge bestimmen, die durch das animalische Nervensystem vermittelt werden.[1](o) [26]

Im Zusammenhang mit der zunehmenden politischen Bedeutung des Problems der Integration, angesichts der verstärkten internationalen Wanderungsbewegungen, ist auch auf das Problem der mangelnden Anerkennung der Psychoanalyse und der psychosomatischen Forschung in Deutschland hinzuweisen. Dies bewirkte, dass vor, während und auch nach der Zeit des Nationalsozialismus viele Forscher in die USA auswanderten. Freud emigrierte nach London. Der Schwerpunkt psychosomatischer Forschung begann sich nach Amerika zu verlagern. Dazu gehörte, dass die Tradition des Patriarchalismus in Deutschland nie ganz abgerissen ist. Hier war der Glaube an das Gottesgnadentum und an die angeborenen Führungseigenschaften von den Gedanken der französischen Revolution nur bedingt erschüttert worden. Er hatte sich vielmehr im Führungsanspruch des ganzen deutschen Volkes verkörpert. Deutschland blickte historisch auf eine lange Tradition der Adelsgeschlechter und Fürstenhäuser zurück, während in den angelsächsischen Ländern und in Frankreich die Lehre des Philosophen John Locke (1632–1704) verbreitet war, einer Lehre von der Gleichheit der Menschen, die als tabula rasa geboren werden.[1](p) [9]

Medizinsoziologie

Die Medizinsoziologie gewann an Aktualität nicht nur durch die vorstehend am Beispiel von Pawlow, Lyssenko und Freud aufgezählten Probleme der Wissenschaftssoziologie, sie wurde auch durch den Wandel der medizinischen Vorstellungen und des Krankenspektrums bedingt. Das Schlagwort der Zivilisationskrankheiten kam auf. Solche Faktoren führten u. a. dazu, das einseitig biologische Krankheitsmodell zugunsten psychischer und sozialer Faktoren zu erweitern. Dabei war die Psychoanalyse nicht unbeteiligt.[1](q) [27] Auch die Rolle des Patienten, der die Entscheidung trifft, den Arzt aufzusuchen, war neu zu bestimmen. Dies betrifft vor allem die psychischen Störungen und eine neue Art der Arzt-Patient-Beziehung umso mehr, als hier ein aktiveres Selbstverständnis des Patienten und eine aktivere Zusammenarbeit und Motivation mit den Therapeuten sinnvoll und nützlich erscheint (Empowerment).[27]

Wie bereits im oben genannten Beispiel der körperlich begründeten Schluckstörung ausgeführt, kann die Beeinträchtigung einer sehr umschriebenen Funktion bereits soziale Konsequenzen nach sich ziehen. Der Begriff des Integrationsraums sollte also nach Thure von Uexküll die Begrifflichkeit der Medizinsoziologie umfassen. Beispiele für die Übernahme ursprünglich soziologischer Begriffe in die Grundbegriffe der psychosomatischen Medizin sind Begriffe wie Bereitstellung oder der von Jakob Johann von Uexküll gebrauchte Terminus der „Reflex-Republik“ für die Funktion des Nervensystems bei Organismen, die noch nicht über ein Zentralnervensystem verfügen, wie etwa bei Seeigeln. Thure von Uexküll bezeichnete diese eher vegetative Funktion als vergleichbar mit einer „Abstimmungs-Republik“.[1](r) Die Gesellschaft als solche bietet sich darüber hinaus als ein Modell an, das dem des Integrationsraums nahekommt. So wie der Körper aus einzelnen Organen, Organsystemen und Zellen besteht, so besteht auch die Gesellschaft aus Organisationen, sozialen Klassen und einzelnen Bürgern.[1](s) [22](b)

Kybernetik

Nach Norbert Wiener umfasst Kybernetik sowohl die Regelung von lebenden als auch maschinellen Systemen.[28] Diese Eigenschaft einer neuen Wissenschaft kann nach Thure von Üexküll als Modellvorstellung dienen, um die Kluft zwischen Psychologie und Physiologie zu überwinden. Eine solche Kluft bestehe deshalb, weil sich die Physiologie ebenso wie die Grundlagenwissenschaft der Physik der Grundbegriffe Energie und Materie bediene, damit jedoch nicht den für die Medizin entscheidenden Begriffen der Ordnung und Planmäßigkeit entsprechen könne, siehe z. B. den Begriff der Ordnung in der Biologie. Aus den Begriffen Ordnung und Planmäßigkeit seien lediglich naturphilosophisch abgeleitete Vorstellungen wie etwa die der Entelechie, des Bauplans und der Ideeabgeleitet worden. Ordnung und Planmäßigkeit entstehen nicht aus Umsetzungen von Materie in Energie. Die Physik habe für die Begriffe der Ordnung und Planmäßigkeit kein Deutungsmusterentwickelt. Für sie sei Ordnung und Planmäßigkeit daher ein Zufallsprodukt. Die Kybernetik dagegen habe aus dem Bereich des Sozialen den Begriff der Nachricht übernommen. Wenn man den Einwand erhebt, dass die Vorstellung der Physiologie und Physik dem Funktionieren von Apparaten entspricht, die auch einen Bauplan besitzen, so führe das sogar zu der Frage, nach welchem Programm eine bestimmte Maschine eben funktioniere. Rein mechanische Apparate besitzen ein vom Konstrukteur festgelegtes Programm. Apparate, die durch variable Programme gesteuert sind, können variable Aufgaben übernehmen. Planmäßigkeit und Ordnung lässt sich nicht nur in der belebten und unbelebten Natur beobachten, sondern auch im Bereich unbewusster Aktivitäten und des bewussten Handelns. Kybernetische Grundbegriffe umfassen also auch den Bereich des Subjektiven. Eine Grenze findet die Begrifflichkeit der Kybernetik jedoch in Fragen der Bedeutungserteilung des Psychischen, da das Psychische nicht nur in rein quantitativen Kategorien wachsender Komplexität erfasst werden kann. Diese Bedeutungserteilung entspricht Fragen der Führungsgrößenaufschaltung.[29] [30] Mit Hilfe der Assoziationstheorie kann die Arbeitsweise der Rechenautomaten mit biologischen Verhaltensweisen verglichen werden. Hier können zwar schrittweise abzuarbeitende Prozesse, aber nicht die Motivation von Lebewesen aufgrund der durch die Kybernetik zur Verfügung gestellten Modelle verständlich gemacht werden.[1](t)

Nosolgie

Im Folgenden werden nosologische Konzepte als mögliche Einheiten einer integrativen „Krankheitslehre“ dargestellt. Sie ergeben sich aus der Forderung nach einer multikonditionalen Betrachtungsweise bzw. nach einem mehrdimensionalen Begriffssystem.[1](u)

Pathoanatomische (biostrukturelle) Konzepte

Pathophysiologische Konzepte

Pathopsychologische Konzepte

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u Thure von Uexküll: Grundfragen der psychosomatischen Medizin. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg 1963: (a) S. 128, 131, 224 f., 229 ff., 234 f. zu Stw. „Übersicht aller hauptsächlichen Stellenangaben“; (b) S. 230, 233 ff. zu Stw. „Umwelt als soziale Umgebung (Sozietät)“; (c) S. 235 zu Stw. „Forderung nach einer dynamischen Anatomie“; (d) S. 128, 145 ff., 183 ff., 204 zu Stw. „Freuds Terminologie vom ›Affektbetrag‹ und die Vektorpsychologie“; (e) S. 128, 227, 230 f. zu Stw. „Vektorielle Räume als topologisches hierarchisches System“; (f) S. 127 f. zu Stw. „Integrationsraum als Organisationsprinzip oder als metaphorischer bzw. als topologischer Raum“; (g) S. 124 ff. zu Stw. „Krankheit als Spaltung zwischen Körper und Seele“; (h) S. 224, 230, 239, 260 zu Stw. „Integrationsstufen“; (i) S. (225), 227, (239 ff.) zu Stw. „multikonditionale Betrachtungsweise“; (j) S. 225, 227 zu Stw. „Wechseseitige nosologische Beeinflussbarkeit auf verschiedenen Stufen der Integration“; (k) S. 239 ff. zu Stw. „Psychosomatik und Organmedizin“; (l) S. 224 f., 227, (239 ff.) zu Stw. „Mehrdimensionale Begriffssysteme“; (m) S. 220 ff. zu Stw. „Integrationsgrad“; (n) S. 37 zu Stw. „Lyssenkoismus als Beispiel des politischen Faktors“; (o) S. 84 (Fußnote 4), 166 zu Stw. „Politische, philosophische und weltanschauliche Faktoren: Freud und Pawlow“; (p) S. 38 f. zu Stw. „Phänomen: Auswandern von Forschern in die USA“; (q) S. 214 zu Stw. „Aktualität der medizinischen Soziologie“; (r) S. 165, 174, 225 zu Stw. „Aus soziologischen Phänomenen abgeleitete Begriffe“; (s) S. 125 ff., 226 zu Stw. „Körperliche Symptome und soziale Integration“; (t) S. 243–276 zu Stw. „Kybernetische Modelle als Alternative zur physiologischen Begriffswelt“; (u) S. 239 ff. zu Stw. „Die Forderung nach einem pluralistischen Krankheitskonzept als Ausdruck des Wandels ätiologischer Vorstellungen“.
  2. ↑ F. A. Brockhaus: Das große Fremdwörterbuch. Brockhaus Enzyklopädie, Leipzig 2001, ISBN 3-7653-1270-3, S. 628.
  3. ↑ a b Peter R. Hofstätter (Hrsg.): Psychologie. Das Fischer Lexikon, Fischer-Taschenbuch, Frankfurt a. M. 1972, ISBN 3-436-01159-2; (a) S. 284 ff. zu Kap. ›Reiz und Reaktion‹ und ›Schichtenlehre‹ (a1) S. 284 zu Stw. „Niveau-Schema der Reizbeantwortung“; (a2) S. 287 zu Stw. „Evolutionäre Gedanken in den Naturwissenschaften“; (b) S. 286 zu Stw. „tradierte philosophische und religiöse Anschaungsweisen“: (Neuplatonismus, Gnosis, Apostel Paulus).
  4. ↑ Charles Scott Sherrington: The Integrative Action of the Nervous System. Scribner, New York 1906; Cambridge University Press, London 1947.
  5. ↑ Kurt Eissler: Medical Orthodoxy and the Future of Psychoanalysis. New York 1965, Seite 138
  6. ↑ Richard Reitzenstein: Die hellenistischen Mysterienreligionen: nach ihren Grundgedanken u. Wirkungen. Unveränd. reprograph. Nachdr. d. 3., erw. u. umgearb. Aufl. Leipzig 1927; Wiss. Buchges., Darmstadt 1977, 438 S. DNB
  7. ↑ Kurt Lewin: Principles of topological psychology. 1936.
  8. ↑ Roy Richard Grinker (Senior): The Psychosomatic Concept in Psychoanalysis. New York 1953.
  9. ↑ a b c d Karl-Heinz Hillmann: Wörterbuch der Soziologie (= Kröners Taschenausgabe. Band 410). 4., überarbeitete und ergänzte Auflage. Kröner, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-41004-4, S. 377 f. zu Stw. „Integration“.
  10. ↑ Aaron Antonovsky, Alexa Franke: Salutogenese, zur Entmystifizierung der Gesundheit. Dgvt-Verlag, Tübingen 1997, ISBN 3-87159-136-X.
  11. ↑ Wilhelm Szilasi: Philosophie und Naturwissenschaft. Francke, Bern 1961.
  12. ↑ Klaus Dörner: Bürger und Irre. Zur Sozialgeschichte und Wissenschaftssoziologie der Psychiatrie. (1969) Fischer Taschenbuch, Bücher des Wissens, Frankfurt am Main 1975, ISBN 3-436-02101-6, S. 307 f. (+Fußnote 320)
  13. ↑ Karl Jaspers: Allgemeine Psychopathologie. 9. Auflage. Springer, Berlin 1973, ISBN 3-540-03340-8; Kap. Nosologie S. 512 f.
  14. ↑ Rainer Tölle: Psychiatrie. Kinder- und jugendpsychiatrische Bearbeitung von Reinhart Lempp. 7. Auflage. Springer, Berlin 1985, ISBN 3-540-15853-7, zu Stw. „Mehrdimensionale Betrachtungsweise“: S. VII, 16, 174 f.
  15. ↑ Gerd Huber: Psychiatrie. Systematischer Lehrtext für Studenten und Ärzte. F.K. Schattauer, Stuttgart 1974, ISBN 3-7945-0404-6; zu Stw. „Multikonditionale Betrachtungsweise“ S. 9, 12, 13, 46, 55, 88, 95, 110, 123, 221, 229, 251, 305, 313, 337.
  16. ↑ a b c Klaus Holldack: Lehrbuch der Auskultation und Perkussion – Inspektion und Palpation. [1955] Georg Thieme-Verlag, Stuttgart 1967, S. V. (Geleitwort von Curt Oehme) – Anm.: Ein Lehrbuch, das ganz bewusst den ›einfachen Untersuchungstechniken‹ Rechnung tragen will, nämlich den sinnlich unmittelbar (ohne spezielle apparative Vermittlung) wahrnehmbaren Befunden. Aber auch wenn man das Stethoskop noch nicht als Apparat ansehen möchte, dieses Buch kann auf Hinweise zur apparativen diagnostischen Medizin natürlich nicht verzichten.
  17. ↑ Max Neuburger (Hrsg.): Handbuch der Geschichte der Medizin. Jena 1902.
  18. ↑ Ursus-Nikolaus Riede, Hans-Eckart Schaefer: Allgemeine und spezielle Pathologie. Thieme, Stuttgart/ New York 2001, ISBN 3-13-129684-4.
  19. ↑ Weiner, Herbert: Psychosomatic Medecine and the Mind-Body-Problem in Psychiatry. 1984.
  20. ↑ Luciano De Crescenzo: Geschichte der griechischen Philosophie, Die Vorsokratiker. 1. Auflage. Diogenes-Verlag, Zürich 1985, ISBN 3-257-01703-0, S. 37, 40 f., 48, 182.
  21. ↑ Kausalität. In: Hermann Krings u. a. (Hrsg.): Handbuch philosophischer Grundbegriffe. Studienausgabe, 6 Bände, Kösel, München 1973, ISBN 3-466-40055-4, S. 781.
  22. ↑ a b Thure von Uexküll (Hrsg. u. a.): Psychosomatische Medizin. 3. Auflage. Urban & Schwarzenberg, München 1986, ISBN 3-541-08843-5: (a) S. 3, 1280; (b) S. 3.
  23. ↑ Gerd Huber: Psychiatrie; Systematischer Lehrtext für Studenten und Ärzte. F.K. Schattauer Verlag, Stuttgart 1974, ISBN 3-7945-0404-6, S. 9, 12 f., 46, 55, 88, 95, 110, 123, 221, 229, 251, 305, 313, 337.
  24. ↑ Wesiack, Wolfgang: Psychosomatische Medizin in der ärztlichen Praxis. Urban & Schwarzenberg, München 1984.
  25. ↑ René König: Soziologie. Das Fischer Lexikon. Frankfurt am Main 1958, S. 220.
  26. ↑ a b Gustav A. Wetter: Philosophie und Naturwissenschaft in der Sowjetunion. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, rde Bd. 67, (a) zu Stw. „Lyssenko“: S. 80 ff.; (b) zu Stw. „Pawlow“: S. 96, 100 ff.
  27. ↑ a b Siegrist, Johannes: Lehrbuch der Medizinischen Soziologie. 3. Auflage. Urban & Schwarzenberg, München 1977, ISBN 3-541-06383-1; (a) zu Stw. „Wandel des Krankheitsspektrums“: S. 11; (b) zu Stw. „Arzt-Patient-Beziehung“: S. 12, 115 ff., 174, 189, 206.
  28. ↑ Schulze, Herbert: Das Rororo-Computerlexikon. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1988, ISBN 3-499-18105-3; Stw.-Lemma „Kybernetik“ S. 298.
  29. ↑ Wolf-Dieter Keidel: Verhandlung. Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte. Nr. 101, 91 1960.
  30. ↑ Wolf-Dieter Keidel: Biokybernetik des Menschen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, ISBN 3-534-09376-3.
  31. ↑ Luc Ciompi: Affektlogik. Klett-Cotta, Stuttgart 1982.