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„Quantenmechanik“ – Versionsunterschied

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von Kobaltatomen auf einer Kupferoberfläche. Das Messverfahren nutzt Effekte, die erst durch die Quantenmechanik erklärt werden können. Auch die Interpretation der beobachteten Strukturen beruht auf Konzepten der Quantenmechanik.
von Kobaltatomen auf einer Kupferoberfläche. Das Messverfahren nutzt Effekte, die erst durch die Quantenmechanik erklärt werden können. Auch die Interpretation der beobachteten Strukturen beruht auf Konzepten der Quantenmechanik.
== <span id="Grundlagen">Grundlagen</span> ==
== <span id="Grundlagen">Grundlagen</span> ==
<p>Die Grundlagen der Quantenmechanik wurden zwischen 1925 und 1932 von [https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Heisenberg Werner Heisenberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Schr%C3%B6dinger Erwin Schrödinger], [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Born Max Born], [https://de.wikipedia.org/wiki/Pascual_Jordan Pascual Jordan], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Pauli Wolfgang Pauli], [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Dirac Paul Dirac], [https://de.wikipedia.org/wiki/John_von_Neumann John von Neumann] und weiteren Physikern erarbeitet, nachdem erst die klassische Physik und dann die [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenphysik#Fr%C3%BChe_Quantentheorien älteren Quantentheorien] bei der systematischen Beschreibung der Vorgänge in den Atomen versagt hatten. Die Quantenmechanik erhielt ihren Namen sowohl in Anlehnung an die [https://de.wikipedia.org/wiki/Klassische_Mechanik klassische Mechanik] als auch in Abgrenzung von ihr. Die Quantenmechanik bleibt wie die klassische Mechanik auf die Bewegung von massebehafteten Teilchen unter der Wirkung von Kräften beschränkt. Jedoch werden einige zentrale Begriffe der klassischen Mechanik, unter anderem „Ort“ und „Bahn“ eines Teilchens, in der Quantenmechanik durch grundlegend andere, der Quantenphysik besser angepasste Konzepte ersetzt. Die für die Quantenphysik auch typischen Entstehungs- und Vernichtungsprozesse werden von der Quantenmechanik noch nicht behandelt.</p><p>Die Quantenmechanik bezieht sich auf materielle Objekte und modelliert diese als einzelne Teilchen oder als [https://de.wikipedia.org/wiki/Physikalisches_System Systeme], die aus einer bestimmten Anzahl von einzelnen Teilchen bestehen. Mit diesen Modellen können [https://de.wikipedia.org/wiki/Elementarteilchen Elementarteilchen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Atom Atome], [https://de.wikipedia.org/wiki/Molek%C3%BCl Moleküle] oder die [https://de.wikipedia.org/wiki/Makroskopischer_Quantenzustand makroskopische Materie] detailliert beschrieben werden. Zur Berechnung deren möglicher [https://de.wikipedia.org/wiki/Zustand_(Quantenmechanik) Zustände] mit ihren jeweiligen physikalischen Eigenschaften und Reaktionsweisen wird ein der Quantenmechanik eigener [https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematische_Struktur_der_Quantenmechanik mathematischer Formalismus] genutzt, der sich stark von der mathematischen Struktur der klassischen Mechanik unterscheidet.</p><p>Die Quantenmechanik unterscheidet sich grundlegend von der klassischen Physik. Sie verwendet Begriffe und Konzepte, die sich der Anschaulichkeit entziehen und auch einigen Prinzipien widersprechen, die in der klassischen Physik als fundamental und selbstverständlich angesehen werden. Durch Anwendung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Korrespondenzprinzip Korrespondenzregeln] und Konzepten der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dekoh%C3%A4renz Dekohärenztheorie] können viele Gesetzmäßigkeiten der klassischen Physik, insbesondere die gesamte klassische Mechanik, als Grenzfälle der Quantenmechanik beschrieben werden. Allerdings gibt es auch zahlreiche Quanteneffekte ohne klassischen Grenzfall. Zur ''Deutung'' der Theorie wurde eine Reihe verschiedener [https://de.wikipedia.org/wiki/Interpretationen_der_Quantenmechanik Interpretationen der Quantenmechanik] entwickelt, die sich insbesondere in ihrer Konzeption des [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanische_Messung#Ablauf_und_Folgen_des_Messprozesses Messprozesses] und in ihren [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysik metaphysischen] Prämissen unterscheiden.</p><p>Auf der Quantenmechanik und ihren Begriffen bauen ab ca. 1930 die weiterführenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenfeldtheorie Quantenfeldtheorien] auf, angefangen mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenelektrodynamik Quantenelektrodynamik]. Mit diesen können auch die Prozesse der Erzeugung und Vernichtung von Teilchen analysiert werden.</p><p>Genauere Informationen zum mathematischen Formalismus finden sich im Artikel ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematische_Struktur_der_Quantenmechanik Mathematische Struktur der Quantenmechanik]''.</p>
<p>Die Grundlagen der Quantenmechanik wurden zwischen 1925 und 1932 von [https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Heisenberg Werner Heisenberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Schr%C3%B6dinger Erwin Schrödinger], [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Born Max Born], [https://de.wikipedia.org/wiki/Pascual_Jordan Pascual Jordan], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Pauli Wolfgang Pauli], [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Dirac Paul Dirac], [https://de.wikipedia.org/wiki/John_von_Neumann John von Neumann] und weiteren Physikern erarbeitet, nachdem erst die klassische Physik und dann die [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenphysik#Fr%C3%BChe_Quantentheorien älteren Quantentheorien] bei der systematischen Beschreibung der Vorgänge in den Atomen versagt hatten. Die Quantenmechanik erhielt ihren Namen sowohl in Anlehnung an die [https://de.wikipedia.org/wiki/Klassische_Mechanik klassische Mechanik] als auch in Abgrenzung von ihr. Die Quantenmechanik bleibt wie die klassische Mechanik auf die Bewegung von massebehafteten Teilchen unter der Wirkung von Kräften beschränkt. Jedoch werden einige zentrale Begriffe der klassischen Mechanik, unter anderem „Ort“ und „Bahn“ eines Teilchens, in der Quantenmechanik durch grundlegend andere, der Quantenphysik besser angepasste Konzepte ersetzt. Die für die Quantenphysik auch typischen Entstehungs- und Vernichtungsprozesse werden von der Quantenmechanik noch nicht behandelt.</p>
<p>Die Quantenmechanik bezieht sich auf materielle Objekte und modelliert diese als einzelne Teilchen oder als [https://de.wikipedia.org/wiki/Physikalisches_System Systeme], die aus einer bestimmten Anzahl von einzelnen Teilchen bestehen. Mit diesen Modellen können [https://de.wikipedia.org/wiki/Elementarteilchen Elementarteilchen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Atom Atome], [https://de.wikipedia.org/wiki/Molek%C3%BCl Moleküle] oder die [https://de.wikipedia.org/wiki/Makroskopischer_Quantenzustand makroskopische Materie] detailliert beschrieben werden. Zur Berechnung deren möglicher [https://de.wikipedia.org/wiki/Zustand_(Quantenmechanik) Zustände] mit ihren jeweiligen physikalischen Eigenschaften und Reaktionsweisen wird ein der Quantenmechanik eigener [https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematische_Struktur_der_Quantenmechanik mathematischer Formalismus] genutzt, der sich stark von der mathematischen Struktur der klassischen Mechanik unterscheidet.</p>
<p>Die Quantenmechanik unterscheidet sich grundlegend von der klassischen Physik. Sie verwendet Begriffe und Konzepte, die sich der Anschaulichkeit entziehen und auch einigen Prinzipien widersprechen, die in der klassischen Physik als fundamental und selbstverständlich angesehen werden. Durch Anwendung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Korrespondenzprinzip Korrespondenzregeln] und Konzepten der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dekoh%C3%A4renz Dekohärenztheorie] können viele Gesetzmäßigkeiten der klassischen Physik, insbesondere die gesamte klassische Mechanik, als Grenzfälle der Quantenmechanik beschrieben werden. Allerdings gibt es auch zahlreiche Quanteneffekte ohne klassischen Grenzfall. Zur ''Deutung'' der Theorie wurde eine Reihe verschiedener [https://de.wikipedia.org/wiki/Interpretationen_der_Quantenmechanik Interpretationen der Quantenmechanik] entwickelt, die sich insbesondere in ihrer Konzeption des [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanische_Messung#Ablauf_und_Folgen_des_Messprozesses Messprozesses] und in ihren [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysik metaphysischen] Prämissen unterscheiden.</p>
<p>Auf der Quantenmechanik und ihren Begriffen bauen ab ca. 1930 die weiterführenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenfeldtheorie Quantenfeldtheorien] auf, angefangen mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenelektrodynamik Quantenelektrodynamik]. Mit diesen können auch die Prozesse der Erzeugung und Vernichtung von Teilchen analysiert werden.</p>
<p>Genauere Informationen zum mathematischen Formalismus finden sich im Artikel ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematische_Struktur_der_Quantenmechanik Mathematische Struktur der Quantenmechanik]''.</p>
 
== <span id="Geschichte">Geschichte</span> ==
== <span id="Geschichte">Geschichte</span> ==
<div class="hauptartikel" role="navigation">[[Datei:Bundesarchiv_Bild183-R57262,_Werner_Heisenberg.jpg|mini|238x238px|Werner Heisenberg, 1933]]<span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenphysik Quantenphysik]''</div><div class="hauptartikel" role="navigation">'''</div>
<div class="hauptartikel" role="navigation">[[Datei:Bundesarchiv_Bild183-R57262,_Werner_Heisenberg.jpg|mini|238x238px|Werner Heisenberg, 1933]]<span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenphysik Quantenphysik]''</div>
<div class="hauptartikel" role="navigation">'''<p>Anfang des 20. Jahrhunderts begann die Entwicklung der Quantenphysik zunächst mit den sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenphysik#Fr%C3%BChe_Quantentheorien alten Quantentheorien].<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanik#cite_note-1 [1]]</sup> [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Planck Max Planck] stellte 1900 zur Herleitung des nach ihm benannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Plancksches_Strahlungsgesetz Strahlungsgesetzes] die Hypothese auf, dass ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Oszillator Oszillator] Energie nur in ganzzahligen Vielfachen des ''Energiequantums'' <span class="mwe-math-element">[[file:af59a32dd0f65c1cfbfeb8ad612aa57f4f0faca8|alt={\displaystyle \Delta E=hf}|67x18px]]</span> aufnehmen oder abgeben kann (<span class="mwe-math-element">[[file:b26be3e694314bc90c3215047e4a2010c6ee184a|alt={\displaystyle h}|9x15px]]</span> ist das [https://de.wikipedia.org/wiki/Plancksches_Wirkungsquantum Plancksche Wirkungsquantum], <span class="mwe-math-element">[[file:132e57acb643253e7810ee9702d9581f159a1c61|alt={\displaystyle f}|300px]]</span> ist die [https://de.wikipedia.org/wiki/Frequenz Frequenz] des Oszillators). 1905 erklärte [https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Einstein Albert Einstein] den [https://de.wikipedia.org/wiki/Photoelektrischer_Effekt photoelektrischen Effekt] durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtquantenhypothese Lichtquantenhypothese]. Demnach besteht Licht aus diskreten Partikeln gleicher Energie <span class="mwe-math-element">[[file:4232c9de2ee3eec0a9c0a19b15ab92daa6223f9b|alt={\displaystyle E}|300px]]</span>, denen mit der Frequenz <span class="mwe-math-element">[[file:bd45adfeedbbddf7e5b1ef15f539ac84cc0ee2f7|alt={\displaystyle f=E/h}|62x20px]]</span> auch eine Welleneigenschaft zukommt.</p><p>Im Zeitraum ab 1913 entwickelte [https://de.wikipedia.org/wiki/Niels_Bohr Niels Bohr] das nach ihm benannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Bohrsches_Atommodell Atommodell]. Dieses basiert auf der Annahme, dass [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektron Elektronen] im Atom nur [https://de.wikipedia.org/wiki/Station%C3%A4rer_Zustand Zustände] von ganz bestimmten Energien einnehmen können und dass die Elektronen bei der Emission oder Absorption von Licht von einem Energieniveau auf ein anderes „springen“ (siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantensprung Quantensprung]). Bei der Formulierung seiner Theorie nutzte Bohr das [https://de.wikipedia.org/wiki/Korrespondenzprinzip Korrespondenzprinzip], dem zufolge sich das quantentheoretisch berechnete optische Spektrum von Atomen im Grenzfall großer Quantenzahlen dem klassisch berechneten Spektrum annähern muss. Mit dem Bohrschen Atommodell und seinen Erweiterungen, dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Schalenmodell_(Atomphysik) Schalenmodell] und dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Bohr-Sommerfeld-Modell Bohr-Sommerfeld-Modell], gelangen einige große Erfolge, darunter die Erklärung des Wasserstoffspektrums, der [https://de.wikipedia.org/wiki/Charakteristische_R%C3%B6ntgenstrahlung Röntgenlinien] und des [https://de.wikipedia.org/wiki/Stark-Effekt Stark-Effekts] sowie die Erklärung des Aufbaus des [https://de.wikipedia.org/wiki/Periodensystem_der_Elemente Periodensystems der Elemente].</p><p>Schnell erwiesen sich diese frühen Atommodelle jedoch als unzureichend. So versagten sie bereits beim Heliumatom mit zwei Elektronen, beim Wert des [https://de.wikipedia.org/wiki/Bahndrehimpuls Bahndrehimpulses] des [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundzustand elektronischen Grundzustandes] im Wasserstoffatom und bei der Beschreibung verschiedener spektroskopischer Beobachtungen, wie z.&nbsp;B. des [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeeman-Effekt#Anomaler_Zeeman-Effekt anomalen Zeeman-Effekts] oder der [https://de.wikipedia.org/wiki/Feinstruktur_(Physik) Feinstruktur].</p><p>Im Jahr 1924 veröffentlichte [https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_de_Broglie Louis de Broglie] seine Theorie der [https://de.wikipedia.org/wiki/Materiewelle Materiewellen], wonach jegliche Materie einen Wellencharakter aufweisen kann, wie auch umgekehrt Wellen einen Teilchencharakter.<sup id="cite_ref-deBroglie1924_2-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanik#cite_note-deBroglie1924-2 [2]]</sup> Diese Arbeit führte die Quantenphänomene auf eine gemeinsame Erklärung zurück, die jedoch wieder [https://de.wikipedia.org/wiki/Heuristik heuristischer] Natur war und auch keine Berechnung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Spektroskopie Spektren] von Atomen ermöglichte. Daher wird sie als letzte den alten Quantentheorien zugeordnet, war jedoch richtungsweisend für die Entwicklung der Quantenmechanik.</p><p>Die moderne Quantenmechanik fand ihren Beginn im Jahr 1925 mit der Formulierung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Matrizenmechanik Matrizenmechanik] durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Heisenberg Werner Heisenberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Born Max Born] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Pascual_Jordan Pascual Jordan].<sup id="cite_ref-Heisenberg1925a_3-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanik#cite_note-Heisenberg1925a-3 [3]]</sup><sup id="cite_ref-Born_Jordan1926_4-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanik#cite_note-Born_Jordan1926-4 [4]]</sup><sup id="cite_ref-Born_Heisenberg_Jordan_1926_5-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanik#cite_note-Born_Heisenberg_Jordan_1926-5 [5]]</sup> Schon vor der Fertigstellung der ersten Veröffentlichung prägte Heisenberg in einem Brief an [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Pauli Wolfgang Pauli] den Begriff ''Quantenmechanik'', um deutlich zu machen, dass die ''klassische Mechanik'' durch etwas grundlegend Neues abgelöst werden müsse.<sup id="cite_ref-Heisenberg_an_Pauli_6-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanik#cite_note-Heisenberg_an_Pauli-6 [6]]</sup><sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanik#cite_note-7 [7]]</sup></p><p>Wenige Monate später stellte [https://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Schr%C3%B6dinger Erwin Schrödinger] über einen völlig anderen Ansatz – ausgehend von De Broglies Theorie der Materiewellen – die Wellenmechanik bzw. die [https://de.wikipedia.org/wiki/Schr%C3%B6dingergleichung Schrödingergleichung] auf.<sup id="cite_ref-Schroedinger1926_8-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanik#cite_note-Schroedinger1926-8 [8]]</sup> Kurz darauf konnte Schrödinger nachweisen, dass die Wellenmechanik mit der Matrizenmechanik mathematisch äquivalent ist.<sup id="cite_ref-Schroedinger1926a_9-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanik#cite_note-Schroedinger1926a-9 [9]]</sup> Schon 1926 brachte J. H. Van Vleck in den USA unter dem Titel ''Quantum Principles and Line Spectra''das erste Lehrbuch zur neuen Quantenmechanik heraus. Das erste deutschsprachige Lehrbuch, ''Gruppentheorie und Quantenmechanik'' von dem Mathematiker [https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Weyl Hermann Weyl], folgte 1928.</p><p>Heisenberg entdeckte die nach ihm benannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Unsch%C3%A4rferelation Unschärferelation] im Jahr 1927; im gleichen Jahr wurde auch die bis heute vorherrschende [https://de.wikipedia.org/wiki/Kopenhagener_Deutung Kopenhagener Interpretation der Quantenmechanik] formuliert. In den Jahren ab etwa 1927 vereinigte [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Dirac Paul Dirac] die Quantenmechanik mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezielle_Relativit%C3%A4tstheorie speziellen Relativitätstheorie]. Er führte auch erstmals die Verwendung der Operator-Theorie inklusive der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bra-Ket Bra-Ket]-Notation ein und beschrieb diesen mathematischen Kalkül 1930 in seinem Buch ''Principles of Quantum Mechanics''.<sup id="cite_ref-Dirac1930_10-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanik#cite_note-Dirac1930-10 [10]]</sup> Zur gleichen Zeit formulierte [https://de.wikipedia.org/wiki/John_von_Neumann John von Neumann] eine strenge mathematische Basis für die Quantenmechanik im Rahmen der Theorie [https://de.wikipedia.org/wiki/Linearer_Operator linearer Operatoren] auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Hilbertraum Hilberträumen], die er 1932 in seinem Buch ''Mathematische Grundlagen der Quantenmechanik'' beschrieb.<sup id="cite_ref-vonNeumann1955_11-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanik#cite_note-vonNeumann1955-11 [11]]</sup> Die in dieser Aufbauphase formulierten Ergebnisse haben bis heute Bestand und werden allgemein zur Beschreibung quantenmechanischer Aufgabenstellungen verwendet.</p></div>

Version vom 5. Mai 2024, 11:31 Uhr

Die Quantenmechanik ist eine physikalische Theorie, mit der die Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten von Zuständen und Vorgängen der Materie beschrieben werden. Im Gegensatz zu den Theorien der klassischen Physik erlaubt sie als Grundlage der Quantenphysik die zutreffende Berechnung physikalischer Eigenschaften von Materie im Größenbereich der Atome und darunter. Die Quantenmechanik ist eine der Hauptsäulen der modernen Physik. Sie bildet die Grundlage zur Beschreibung von Phänomenen der Atomphysik, der Festkörperphysikund der Kern- und Elementarteilchenphysik, aber auch verwandter Wissenschaften wie der Quantenchemie.

Die Quantenmechanik sichtbar gemacht:Rastertunnelmikroskopaufnahme

von Kobaltatomen auf einer Kupferoberfläche. Das Messverfahren nutzt Effekte, die erst durch die Quantenmechanik erklärt werden können. Auch die Interpretation der beobachteten Strukturen beruht auf Konzepten der Quantenmechanik.

Grundlagen

Die Grundlagen der Quantenmechanik wurden zwischen 1925 und 1932 von Werner Heisenberg, Erwin Schrödinger, Max Born, Pascual Jordan, Wolfgang Pauli, Paul Dirac, John von Neumann und weiteren Physikern erarbeitet, nachdem erst die klassische Physik und dann die älteren Quantentheorien bei der systematischen Beschreibung der Vorgänge in den Atomen versagt hatten. Die Quantenmechanik erhielt ihren Namen sowohl in Anlehnung an die klassische Mechanik als auch in Abgrenzung von ihr. Die Quantenmechanik bleibt wie die klassische Mechanik auf die Bewegung von massebehafteten Teilchen unter der Wirkung von Kräften beschränkt. Jedoch werden einige zentrale Begriffe der klassischen Mechanik, unter anderem „Ort“ und „Bahn“ eines Teilchens, in der Quantenmechanik durch grundlegend andere, der Quantenphysik besser angepasste Konzepte ersetzt. Die für die Quantenphysik auch typischen Entstehungs- und Vernichtungsprozesse werden von der Quantenmechanik noch nicht behandelt.

Die Quantenmechanik bezieht sich auf materielle Objekte und modelliert diese als einzelne Teilchen oder als Systeme, die aus einer bestimmten Anzahl von einzelnen Teilchen bestehen. Mit diesen Modellen können Elementarteilchen, Atome, Moleküle oder die makroskopische Materie detailliert beschrieben werden. Zur Berechnung deren möglicher Zustände mit ihren jeweiligen physikalischen Eigenschaften und Reaktionsweisen wird ein der Quantenmechanik eigener mathematischer Formalismus genutzt, der sich stark von der mathematischen Struktur der klassischen Mechanik unterscheidet.

Die Quantenmechanik unterscheidet sich grundlegend von der klassischen Physik. Sie verwendet Begriffe und Konzepte, die sich der Anschaulichkeit entziehen und auch einigen Prinzipien widersprechen, die in der klassischen Physik als fundamental und selbstverständlich angesehen werden. Durch Anwendung von Korrespondenzregeln und Konzepten der Dekohärenztheorie können viele Gesetzmäßigkeiten der klassischen Physik, insbesondere die gesamte klassische Mechanik, als Grenzfälle der Quantenmechanik beschrieben werden. Allerdings gibt es auch zahlreiche Quanteneffekte ohne klassischen Grenzfall. Zur Deutung der Theorie wurde eine Reihe verschiedener Interpretationen der Quantenmechanik entwickelt, die sich insbesondere in ihrer Konzeption des Messprozesses und in ihren metaphysischen Prämissen unterscheiden.

Auf der Quantenmechanik und ihren Begriffen bauen ab ca. 1930 die weiterführenden Quantenfeldtheorien auf, angefangen mit der Quantenelektrodynamik. Mit diesen können auch die Prozesse der Erzeugung und Vernichtung von Teilchen analysiert werden.

Genauere Informationen zum mathematischen Formalismus finden sich im Artikel Mathematische Struktur der Quantenmechanik.

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